MARINE BIOLOGICAL LABORATORY. Received Accession No. 0<^/ Given by Place, ***rio book op Pamphlet is to be cemoved Jfom tbe Ltab- OPQtopy taithout the pepcnission of the Tpastees. ^f-^/. ZOOLOGISCHER JAHRESBERICHT FÜR 1879. HERAUSGEGEBEN VON DER ZOOLOGISCHEN STATION ZU NEAPEL REDIGIRT VON PROF. J. VICT. CARUS IN LEIPZIÜ. ERSTE HÄLFTE. (TITEL, VORWORT, INHALT, SEITE 1—612. LEIPZIG, VERLAG VON WILHELM ENGELMANN. 1880. Alle Rechte vorbehalten . nii Druck von Broitkopf &, Iliirtol in Leipzig. Vorwort des Heraiisaebers. Vor niclir als 10 Jahren beschäftigte ich mich mit dem Plan der Herstellimg- eines umfassenden Zoologischen Jahresberichts. Der Versuch, die bestehenden Unternehmungen derart zur Fusion zu bringen und da- durch Absatzgebiet und Herstelluugsmittel vor Zersplitterung zu bewahren, scheiterte. Durch Gründung und Organisation der Zoologischen Station stark in Anspruch genommen, mußte ich den älteren Plan zurückstellen, verlor ihn aber nie ganz aus den Augen; schien er mir doch eine Ergän- zung dessen, was durch die Errichtung der Zoologischen Station erstrebt ward: Zeit und Kraft der wissenschaftlichen Arbeiten zu sparen und zu erhöhen. Vor drei Jahren verabredete ich nun mit Professor Carus die Heraus- gabe der vorliegenden Berichte. Die großen Schwierigkeiten der Aufgabe blieben uns nicht verborgen. Es ist ja leicht genug, darauf zu dringen, ein Jahresbericht müsse erschöpfend sein und nicht allzu lange auf sich warten lassen. Solche Postulate sind so alt, wie die Bericht - Erstattung selbst, — wenn aber dennoch fast jeder bisherige Unternehmer der Art weder die Vollständigkeit noch die rasche Herstellung erzwingen konnte, so müssen eben die Schwierigkeiten unüberwindlich gewesen sein. Und man braucht nur den Umfang des vorliegenden Jahresberichts in Erwägung zu ziehen, um zu begreifen, welche gewaltige Arbeit in die enge Spanne eines Jahres eingezwängt werden mußte. Das kann nur gelingen bei weit durchgeführter Arbeitstheilung , energischer und organisirender Central- Leitung und reichlichem Aufgebot von Geldmitteln, — drei Dinge, die nicht so leicht zu beschaffen, oder, wenn sie einmal vorhanden, doch nicht leicht bewahrt zu werden pflegen. Ob das Letztere gelingen wird, muß der Zukunft anheim gestellt wer- den. Guter Wille, Uebung und Erfahrung und hofientlich wachsende Geld- mittel werden aber um so weniger fehlen, je günstiger das neue Unter- nehmen von der wissenschaftlichen Welt aufgenommen wird, je mehr jeder Einzelne den Anstrengungen entgegenkommt, welche Referenten, liedac- teur und Herausgeber vereint machen, um auch den strengsten Anforde- rungen gewachsen zu bleiben. Man spricht viel von der Republik der Wissenschaften : nun, eine wirkliche res publica sollte es sein, ein Unter- nehmen, wie das vorliegende, zu unterstützen, zumal auch durch jy Vorwort. rasche Zuseuduug aller neu erscheinenden Schriften (an Prof. Carus), damit kein Aufenthalt und möglichst wenig Litcken in der Be- richterstattung bleiben. Es bleibt mir noch die erfreuliche Pflicht zu erfüllen, dem königl. ital. Unterrichtsministerium und Parlament den Dank der Zoologischen Station und der gesammten Wissenschaft für die namhafte Subvention auszusprechen, durch welche die Herausgabe dieses Jahresberichts unterstützt worden ist. Neapel, Zool. Station, 15. November 1880. Antoii Dolirn. Vorwort des Redacteiirs. Mit dem vorliegenden Berichte beginnt die Keihe der von der Zoo- logischen Station in Neapel herauszugebenden Jahresberichte. Von ähn- lichen Unternehmungen sollen sich dieselben wesentlich durch zweierlei unterscheiden : einmal durch gleichmäßige Berücksichtigung aller Zweige der Thierkenntnis, der Systematik und Anatomie, wie der Morphologie und Biologie, und ebenso der allgemeinen wie der specielleren Fragen, und dann durch möglichst zeitiges Erscheinen. Dass der die Keihe eröff- nende erste Jahresbericht nach beiden Seiten hin noch hinter dem vor- gesteckten Ziele zurückgeblieben ist, kann Niemand schmerzlicher empfin- den als der Unterzeichnete. Doch hofft er, bei den folgenden Jahrgängen ebensowohl Zeit wie Maß besser einhalten zu können, wenn ihm die Theil- uahme und das kaum genug zu dankende Interesse der Herren Bericht- erstatter in gleichem Maße erhalten bleibt. Die dem Berichte beigegebenen drei Register sollen die Brauchbarkeit desselben erhöhen. Dass für das Sach - Register bei einem durchaus syste- matisch angeordneten Buche andere Grundsätze zu befolgen Avaren, als bei einem Sannnel werke, liegt auf der Hand. Ich hoffe, durch Berücksich- tigung der anatomischen und geographischen Thatsachen sowie der durch Beschreibung neuer Arten gegebenen Erweiterung der Formkenntnis dem arbeitenden Zoologen Erleichterung zu gewähren. Mit neu aufgestellten Gattungen beschriebene neue Arten, sowie die typischen Arten jener sind bei den neuen Gattungsnamen zu suchen. Leipzig, Anfang Novcmlier 1880. J. Victor Carus. Verzeichnis der Herren Referenten. Äusserer, Prof. Dr. A.^ in Graz (Arachniden) . B ü t s c h 1 i , Prof. Dr . . , in Heidelberg (Protozoen) . Chun, Dr. Carl, in Leipzig (Spongien, Coelenterateu) . DallaTorre, Prof. Dr. K. von, in Innsbruck (Hymenopteru) . Dewitz, Dr.H., in Berlin (Macro-Lepidoptera) . Fanzago, Prof. Dr. Fil., in Sassari (Myriapoda). Flesch, Dr. Max, in Würzburg (Untersucliungsmethoden) . Fol, Prof. Dr. Herrn., in Genf (Allgemeine Ontogenie). Frey, Prof. Dr.H., in Zürich (Micro-Lepidoptera) , Fürbringer, Prof. Dr. Max, in Amsterdam (Morphologie der Wirbelthiere) . Graff, Prof. Dr. Ludw., in Aschafienburg (Platyelminthen) . G r u b e r , Dr. Aug. , in Freiburg i/Br. (Allgemeine Biologie) . Hagen, Prof. Dr. H. A., in Cambridge, Mass. (Neuroptera und Pseudo-Neuroptera) H a r 1 d , Edg. Frhr. von, in München (Coleoptera) . Hatschek, Dr. B., in Wien (Bryozoa). Hoff mann, Prof. Dr. CK., in Leyden (Amphibien und Reptilien). Jentink, Dr.J.A., in Leyden (Säugethiere) . I h e r i n g , Dr. Herm. von, (Anatomie der Mollusken) . Kar seh, Dr. Ferd., in Berlin (Diptera). Kobelt, Dr. W,, in Schwanheim a/M. (Mollusken). Koch, Prof. Dr. G. von, in Darmstadt (Anthozoa). Krauss, Dr. Herm., in Wien (Orthoptera) . Ludwig, Dr. Hub., in Bremen i Echiuodermen) . de Man, Dr. J. G., in Leyden (Nematoden) . Mayer, Dr. Paul, in Neapel (Arthropoden- Anatomie) . Meyer, Dr. A.B., in Dresden (Allgemeine Zoogeographie) . Mob ins, Prof. Dr. K., in Kiel (Geograph. Verbreitung der wirbellosen Seethiere) Noll, Dr. F. C, in Frankfurt a/M. (Zoologische Gärten). yi Verzeichnis der Herren Referenten. R e i c h e n w , Dr. Aut. , in Berlin (Vögel) . Reuter, Dr . . M. , in Helsingfors (Hemiptera) . Schalow, Herrn., in Berlin (Vögel). Schmidtleiu, R., in Neapel (Aquarien, Thierfang etc.). Seidlitz, Dr. Geo., in Königsberg i/Pr. (Descendenztheorie) . Spengel, Dr. J.W., in Göttingen (Anneliden, Gephyrea, Bryozoa) Steindacliner, Dr. Franz, in Wien (Fische). Zürn, Prof. Dr. F. A., in Leipzig (Hausthiere) . Inhalts -Übersicht. Seile I. Geschichte der Zoologie imd vergleichenden Anatomie. — Biographien. Necrolog von 1879 1 (Eef. : J. Victor Carus.) U. Litteratnr der Zoologie und vergleichenden Anatomie 5 (Eef. : ./. Victor Carus.) III. Allgemeine Methodik. — Nomenclatur 6 (Ref. : J. Victor Carus. ) IV. Handbücher, Atlanten und andre litterarische Hiüfsmittel 7 (Ref.: J. Victor Carus.) V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel 10 A. Uutersucliimgs- und Couservinmg-s-Mcthodeu. (Ref. : Dr. 3Ia.v Flesch, Prosector iu Würzburg.) 1. Theorie des Microscops, eiüschließlich Prüfungsapparate. — Neue Objectiv-Systeme 10 2. Neue Microscope und Nebenapparate 18 3. Handbücher der microscopischen Uutersuclumg 20 4. Hülfsmittel der microscopischen Präparatiou 20 a) Microtome 22 b) Präparir-Microscop 24. c) Beleuchtuugs- und Zeichnen- Apparate. — Microphotographie 24 d) Feuchte Kammer 25 e) Microtome 25 f) Drehtische zum Einkitten der Präparate. — Compressorien 26 g) Verschiedene Hülfsapparate 27 5. Conservirungsmethoden 28 6. Histologische Untersuchungsmethoden :50 a) Allgemeines 32 b) Einbettungsmethoden 35 c) Tinction. Injection 36 d) Maceriren. Entkalken 39 e) Erhärtungs- und Conservirungsflüssigkeiten 40 f) Einkitten 41 1>. Zoologische Gärten. — Aquarien. Terrarien 41 Ref. : Dr. F. C. NoU in Frankfurt a/M.) C. Zoologische Stationen 50 (Ref.: J. Victor Carus.) ü. Thierfaug. — Dredgen. — Tlefsec- und pclagischc Fischerei . . 52 (Ref. : R. SchmicUlcin in Neapel und Prof. Dr. K. 3Iöhius in Kiel.) VIII Inhalts-Übersicht. Seite VI. Zoogeographie. Faunen 54 a) Allgemeines 54 (Ref.: Dr. A. B. 3Ieijer in Dresden.) b) Verbreitung wirbelloser Seethiere und Seefischerei 56 (Ref. : Prof. Dr. K. Ilöbius in Kiel.) c) Fauna der Binnenseen 79 (Ref. : Dr. Herrn, von Ihering in Leipzig.) VII. Descendenztheorie und Phylogenie 81 (Ref. : Dr. Georg Seidläz, Privatdocent in Königsberg i/Pr.) A. Descendenztheorie 81 1. Allgemeine Darstellungen. Betrachtungen, Erklärung, Verthei- digung etc 81 2. Beobachtungen im Sinne der Selections- oder Descendenztheorie verwerthbar 82 3. Einfluß der Selections- oder der Descendenztheorie auf andere Wissenschaften 86 4. Referate. Litteratur. Biographien. Geschichte 88 5. Gegner der Descendenz- oder der Selectionstheorie 89 B. Phylogenie 90 VIII. Tliierzucht. — Haus- und Jagdtbiere. Anatomie der Hausthiere ... 93 (Ref. : Prof. Dr. F. A. Zürn in Leipzig). IX. Biologie im Allgemeinen 97 Seelenleben. Sociales Leben. — Färbung. Mimicry. (Ref.: Dr. Aug. Grtiher in Freiburg i/Br.) X. Allgemeine Ontogenie. Ei. Befruchtung. Geschlechter 103 (Ref. : Prof. Dr. Herin.. Fol in Genf.) XI. Einzelne Thiergruppen. A. Protozoa 112 (Ref. : Prof. Dr. O. Bütschli in Heidelberg.) (Protoplasma) 112 1. Allgemeines über Protozoen 114 2. Rhizopoda 123 3. Sporozoa 164 4. Flagellata 167 5. Infusoria 172 B. Spougiae 191 (Ref. : Dr. C. Chun, Privatdocent in Leipzig.) 1. Allgemeines 193 2. Technisches 196 3. Anatomie und Systematik 196 4. Entwickelungsgeschichte 211 5. Palaeontologie 217 C. Coelenterata 218 (Ref.; 1 — 4. Dr. C. Chun in Leipzig, 5. Prof. G. von Koch in Darmstadt.) 1. Allgemeines 220 2. Hydrozoa 220 3. Acalephac 241 4. Ctenophora 245 5. Anthozoa 247 Inhalts-Ubersicht. IX Seite D. Ecliiuodermata 271 (Ref. : Dr. Hiih. Lmhvig in Bremen.) I. Allgemeinere Arbeiten über Anatomie, Physiologie, Ent- wicklungsgeschichte und Systematik 275 II. Speciellere Arbeiten über Anatomie, Physiologie, Entwickelungs- geschichte und Systematik 278 1. Crinoidea (incl. Cystoidea et Blastoidea) 278 2. Asteroidea 285 3. Ophiuroidea 291 4. Echinoidea 295 5. Holothurioidea 301 E. Termes 310 1. Orthonectida 310 (Ref.: Dr. J. W. Spengel in Göttingen.) 2. Platyhelminthes 312 (Ref. : Prof. Dr. Ludw. Graff in Aschaflfenburg.) a) Allgemeines 315 b) Cestodes 315 c) Trematodes 318 d) Turbellaria 322 e) Nemertinea 333 3. Nematodes 335 (Ref. : Dr. J. G. de 3Ian in Leiden.) 4. Acanthocephala 348 (Ref. : Dr. J. W. Spengel in Göttingen.) 5. Rotatoria 349 (Ref. : Dr. J. W. Spengel in Göttingen.) 6. Gephyrea 350 (Ref. : Dr. .7. W. Spengel in Göttingen.) 7. Annelida 355 (Ref. : Dr. J. W. Spengel in Göttingen.) a Hirudinea 355 b Oligochaeta 356 c Polychaeta 365 F. Arthropoda 384 1. Allgemeines 384 2. Pycnogonida 389 3. Poecilopoda. Trilobitae 389 4. Protracheata 390 5. Tracheata im Allgemeinen 390 6. Crustacea 391 (1—6. Ref. : Dr. Paul Mmjer in Neapel.) I. Allgemeines 393 II. Cirripedia 395 III. Copepoda 395 IV. Ostracoda 398 V. Cladocera 399 VI. Phyllopoda 404 VII. Nebaliadae ■ . . . . 404 VIII. Thoracüstraca 404 IX. Arthrostraca 415 Inhalts- Übersicht. Seite 7. Myiiapoda 426 (Ref. : Anatomie Dr. P. Mmjer, das Übrige Prof. Fil. Fanzayo in Sassari.) 8. Arachnida 430 (Ref. : Prof. A. Äusserer in Graz.) I. Allgemeines 430 II. Acarida 431 III. Opilioues 439 IV. Araneida 445 V. Pedipalpi 463 VI. Scorpiones 464 VII. Pseudoscorpiones 468 VIII. Galeodidae 469 9. Hexapoda 470 I. Allgemeines 470 (Ref. : Dr. P. Mayer in Neapel.) II. Hemiptera 488 (Ref. : Dr. O. 31. Reuter in Helsingfors.) III. Orthoptera 544 (Ref. : Dr. Herrn. Krauss in Wien.) IV. Pseudo-Neuroptera 562 (Ref. : Prof. H. Haf/en in Cambridge, Mass.) V. Neuroptera 579 (Ref. : Prof. JI. Ha (Jen in Cambridge, Mass.) VI. Diptera ' 597 (Ref. : Dr. Ferd. Kar seh in Berlin.) VII. Lepidoptera 613 Macrolepidoptera 613 (Ref. : Dr. H. Deivitz in Berlin.) Microlepidoptera 642 (Ref. : Prof. H. Frey in Zürich.) VlII. Hymenoptera 650 (Ref.: Prof. Dr. K. von Dalla Torre in Innsbruck. IX. Coleoptera 735 (Ref. : Herr Edg. Frhr. von Harald in München.) G. Molluscoidea 790 1. Bryozoa 790 (Ref. : Dr. J. W. Spengel in Göttingen und Dr. B. Hatschek in Wien.) 2. Brachiopoda 796 (Ref. : Dr. Spcncjel, von Ihcriny und Carus.) 3. Tunicata 801 (Ref. : Prof. Dr. H. Fol in Genf.) H. Mollusca . 802 (Ref. : 1. Dr. H. von Ihering, 2—5. Dr. W. Kohelt in Schwanheim.) Litteratur 802 1. Anatomie, Physiologie, Entwickelung 816 a) Allgemeines 816 b) Amphineura 818 c) Lamellibranchiata 819 d) Cephalopoda 823 Inhalts-Übersicht. XI Seite e) Arthrochlides 832 f) Ichnopodii 835 2. Geographische Verbreitimg 840 3. Systematik 855 aj Allgemeines 855 b) Cephalopoda 856 c) Pteropoda 856 d) Gastropoda 856 1. Prosübranchia 856 2. Opisthobranchia 866 3. Neiirobranchiata 868 4. Pulmonata 869 e) Solenoconchae 881 f) Lamellibrauchiata 881 4. Biologie. Verwendung, Nutzen 885 5. Fossile Mollusken 889 I. Vertebrata 898 1. Morphologie (Anatomie und Entwickelung) 899 (Ref. : Prof. Dr. M. Fürhrirnjer in Amsterdam.) a) Lehrbücher, Allgemeines, Verwandtschaft zwischen Wirbel- losen und Wirbeltliieren 898 b) Anatomische Monographien einzelner Thiere, Abstammung einzelner Classen 900 c) Integumentgebilde 912 d) Skeletsystem 920 e) Muskelsystem 948 f) Electrische Organe 953 g) Nervensystem 953 h) Sinnesorgane 962 i) Verdauuugssystem 975 k) Eespirationssystem und benachbarte Organe 989 1) Gefäßsystem. — Nebennieren 992 m) Excretions- und Geschlechtsorgane 996 n) Entwickelungsgeschichte 1004 2. Pisces 1023 (Ref. : Dr. Franz Steindaclmer in Wien.) I. Werke über Ichthyologie im Allgemeinen 1023 II. Abhandlungen systematischen Inhalts 1024 III. Faunistische Abhandlungen 1027 IV. Abhandlungen über einzelne Fischarten verschiedener Meere oder unbekannter Fundorte 1040 V. Abhandlungen über Lebensweise, Wachsthum, Fort- pflanzung und Sterblichkeit der Thiere 1040 VI. Über Fischerei und künstliche Fischzucht 1042 VII. Über geographische Verbreitung der Fische im All- gemeinen 1047 VIII. Palaeontologische Abhandlungen 1048 IX. Einzelne Familien, Gattungen und Arten 1050 3. Amphibia 1082 (Ref. : Prof. Dr. C K. Hoffmunn in Leyden.) Litteratur 1082 XII Inhalts-Übersicht. Seite I. Allgemeines über die ganze Classe 108G II. Urodelen 1086 III. Anuiii 1089 IV. Fortpflanzung, Entwickelung und Metamorphose . . . 1090 V. Biologie 1092 VI. Palaeontologie 1093 4. Reptilia 1095 (Ref. Prof. Dr. C. K. Hoffmann in Leyden.) Litteratur 1095 I. Allgemeines über die ganze Classe 1099 II. Schildkröten 1099 III. Saurier und Hydrosaurier 1099 IV. Ophidia 1103 V. Biologisches 1104 VI. Palaeontologisches 1106 5. Aves 1108 (Ref. : Dr. Ant. Reichcnoio und Herrn. Schalow in Berlin.) I. Litteratur und Geschichte 1108 II. Museologie, Taxidennie 1109 III. Anatomie, Physiologie, Palaeontologie 1109 IV. Geograiihische Verbreitung, Wanderung etc., Faunen . 1111 V. Systematik 1133 6. Mammalia 1161 (Ref.: Dr. F. A. Jentink in Leyden.) I. The General Subject 1161 II. Ordres, Families and Genera 1176 Register der neuen Gattungen 1180 Autoren-Register 1188 Sach-Register 1215 I. Geschichte der Zoologie und vergleichenden Anatomie. (Iteferent : J. Victor C a r u 8. ) a) Alterthum, Mittelalter. Houghton, W., Gleanings from the Natural History of the Ancients. lUustr. London 1879. 80. Lectures on some of the animals known to the early inhabitants of Egypt, Palestine, Assyria, Greece and Rome, down to the middle of the third Century. Huxley, Th. H., On certain errors respecting the structiire of the heart attributed to Aristotle. in: Nature, Vol. 21. No. 52;i. p. 1—5. Verf. weist, gegen Cuvier, nach, dass Aristoteles den Bau des Herzens ganz richtig beschrieben hat ; weil er den rechten Vorhof als eine Erweiterung der beiden in ihm zusammentreffenden Hohlvenen ansah, konnte er nur noch drei Abtheilungen beschreiben. Die Stelle, wo Aristoteles sagt, dass sich an der Verbindungsstelle des Herzens und der Luftröhre eine Höhlung finde (Hist. Anim. I. 16), erklärt er dahin, dass unter dieser Höhlung das Pericardium gemeint sei. Dass die Luft in das Herz gelange, habe Aristoteles wohl an- genommen, aber nicht durch größere Canäle oder Venen, sondern durch Dif- fusion aus den Ästen der Luftröhre in die dicht ihnen anliegenden Lungen- gefäße. Schultze, Fritz, Die Naturwissenschaften im Mittelalter, in: Kosmos, von E. Krause, ;i Jahrg. 1. Heft. p. 1—9. Verf. gibt^ eine ausführliche Analyse der Hauptschrift des Geo. Gemistos P 1 e t h n (vofiojv auyypa'f r) ?) , der nach Art der Neuplatoniker die Natur als Emanationserscheinungen auffaßt und sie polytheistisch belebt. Ein Hinweis auf den fast zwei Jahrhunderte altern Roger Baco und ein Vergleich desselben mit seinem Jüngern Namensverwandten Francis Baco beschliesst die geschicht- liche Skizze. Fellner, Stef., Compendium der Naturwissenschaften an der Schule zu Fulda im IX. Jahr- hundert. Berlin, 1879. 80. Eine Darstellung der Naturkenntnisse aus der angegebenen Zeit, nach der Schrift des Rh ab an US Maurus »De Universo«. Wenn Verf. sagt: »Da Rha- banus auf Isidor baut, dieser sich aber auf die Alten stützt, so gibt das citirte Werk zugleich das Material an die Hand, welches eine compendiöse Feststellung der antiken Naturwissenschaft ermöglicht,« so ist dies doch dahin einzuschränken, dass in diesem Werke nur die compilatorische sammelnde Richtung Plinius' vertreten ist. Bemerkung. Ein * vor dem Titel einer Arbeit hezeichnet im vorliegenden Bericht, dass dieselbe dem betreffenden Referenten nicht zugänglich gewesen ist. Zoolog. Jahresbericht Is79. t 2 I. Geschichte der Zoologie und vergleichenden Anatomie. b) Hülfsarbeiten zur Geschichte der Thiere. Honimel, l'ritz, Die Namen der Säug-ethiere bei den südsemitischen Völkern als Beiträge zur arabischen und äthiopischen Lexicographie, zur semitischen Kulturforschung und Sprachvergleichung und zur Geschichte der ISIittelmeerfauna. Leipzig, 1S79. 80. Verf., welcher sich schon früher durch die Herausgabe des äthiopischen Philologus um die alte Geschichte der Zoologie verdient gemacht hat, gibt hier einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der den ältesten Anwohnern des südöstlichen Theils des Mittelmeerbeckens bekannten Thierwelt, welcher auch verschiedene interessante Details zur Zoogeographie enthält. Heinzerling, J., Die Namen der wirbellosen Thiere in der Siegerländer Mundart ver- glichen mit denen anderer deutschen Mundarten und germanischer Schriftsprachen. Siegen, 1879. 80. (Beilage zum Jahresbericht der Siegener Realschule.) Nicht unwichtiger Beitrag zur Quellensammlung für eine philologische Ge- schichte der Thierwelt. Harting, J. E., Animal Life at the Koyal Academy. in; The Zoologist, June, p. 233 — 243. Bei dem Vertrauen, welches Zoologen in die künstlerische Darstellung einzel- ner, seltner gewordener oder ausgestorbener Thierformen (ich erinnere an die Darstellungen der Dronte) setzen zu können berechtigt sein müssen, ist der Nachweis der verschiedenen stärkern oder geringern Verstöße, welche sich Maler auf ihren in der Royal Academy befindlichen Bildern haben zu Schulden kommen lassen, von historischem Werthe. c) Geschichte der Menagerien und zoologischen Gärten. Stricker, AVilh., Geschichte der Menagerien und zoologischen Gärten. Berlin, 1879. 80. Aus: Virchow und Holtzen dor f f ' s Sammlung gemeinverständl. wiss. Vorträge, 14. Ser. 24. Hft.) Kurz gefasste Zusammenstellung. Stricker, Wilh., Geschichte der kais. österreichischen Menagerie in Schönbrunn, in : Zoolog. Garten, Oct., p. 314 — 317. Vorzugsweise nach Fitzinger's Darstellung (Wien. Sitzungsber. Bd. 10. 1853.) d) Leistungen einzelner Nationen, Akademien etc. Brandt, Joh. Frdr., Bericht über die Fortschritte , welche die zoologischen Wissenschaften den von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg von 1831 bis 1879 herausgegebenen Schriften verdanken. Ein Beitrag zur neuern Geschichte der zoologischen Wissenschaften in Russland. in : Beiträge zur Kenntn. d. russ. Reichs. 2. Folge. Bd. 1. Systematisch geordnete Übersicht der in den Schriften der Petersburger Aka- demie im genannten Zeitraum erschienenen Arbeiten , welche auf Zoologie Bezug haben , mit sorgfältigen , nach den Gegenständen und den Verfassern geordneten litterar-historischen Verzeichnissen. Veth, Huibert Jobs, Overzicht van hetgeen, in het bijzonder door Nederland, gedaan is voor de Kennis der Fauna van Nederlandsch Indie. Academisch Proefschrift. Leiden, 1879. 80. Historische Darstellung der Erforschung der ostindischen Fauna von Reinward an, mit einleitenden Bemerkungen über Früheres, biographischen Angaben, Ein- setzung und Wiederauflösung der »Natuurkundig Commissie voor Nederlandsch Indie«, geschichtlichen Notizen über das Reichs-Muscum u. s. w. I. Geschichte der Zoolof^ie und vergleichenden Anatomie. ,3 e) Berichte über die Leistungen der neuesten Zeit und Gegenwart. Record, The Zoological, for 1877, being Vol. 14. of the Record of Zoological Literature. Edited by Edw. Caldwell Rye. London, Van Voorst, 1879. Leuckari, Rud., Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Naturgeschichte der niedern Thiere. 2. Theil. (Echinodermen — Protozoa.) Berlin, 1878 (erschien 1879). (Arch. f. Naturgesch. 42. Jahrg. 187G. Schluss.) Bertkau, Phil., Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen der Arthropoden während der Jahre 1877— 78. (1. Theil. Crustaceen, Myriapoden, Arachniden, Hymenoptera und Coleoptera.) in: Arch. f. Naturgesch. 44. Jhg. 1878. 5. Hft. (erschien 1879). Jahresbericht über die Fortschritte der Anatomie und Physiologie. Hrsgeg. von Fr. Hof mann und G. Schwalbe. 7. Bd. Literatur 1878. I. Abth. Anatomie. II.Abth. ICntwickelungsgeschichte. Anatomie der wirbellosen Thiere. III. Abth. Physiologie. Leipzig, 1879. 80. Die I. Abth. enthält auf p. 122—133 Anatomie der Wirbelthiere , U. Abth. p. 198 — 241 Entwickelung der Wirbelthiere. Hoek, P. P. C, Die Zoologie in den Niederlanden. 2. Die im Laufe des Jahres 1877 erschie- nenen Arbeiten, in : Niederländ. Arch. f. Zool. 4. Bd. — 3. Die im Laufe des Jahres 1878 erschienenen Arbeiten, ibid. 5. Bd. Verf. gibt von den während der genannten beiden Jahre in Holland erschie- nenen Arbeiten , mit Ausnahme der im Niederländ . Archiv enthaltenen , kurze Auszüge. f) Biographien von Zoologen und Schilderung Einzelner. Agassiz, Louis. — in: Nature, Vol. 19. No. 495. p. 573 — 576. With Portrait. Bernai'd, Claude. — Picard, P., Claude Bernard. Le9on d'ouverture du cours de physio- logie. Lyon, 1879. 80. Brüggemann, Fr. {-1-6/4.78). — Buchenau, Fr., Friedr. Brüggemann, in: Abhandl. Naturwiss. Ver. Bremen, 6. Bd. 1. Hft. p. 319—328. Buffon. — Mivart, St. G., On BufFon and his merits. Opening Address to Section D (Bio- logy; of the British Assoc. in: Report 49. Meet. Brit. Assoc. Sheffield, p. 354 — 369. Nature, Vol. 20. p. 39.3—400. Danvin, Charl. — Preyer, W., Ch. Darwin. Eine biographische Skizze, in: Kosmos, von E. Krause. 2. Jahrg. 11. Hft. p. 339—350. Danvin, Erasm. — Krause, E., Erasmus Darwin, der Grossvater und Vorgänger Ch. Dar- win's. in: Kosmos, von E. Krause, 2. Jahrg. 11. Hft. p. 377 — 385. — Id. Translated from the German. With a preliminary Notice by Ch. Darwin. London, Murray, 1879. 80. Dmnortier, B. C. J. — Crepin, Fr9., Notice sur B. C. J. Dumortier. Avec portr. in : An- nuaire Acad. Belg. 1879. p. 303—345. Pocke, G. W. — Gust. Woldemar Focke. I. Lebensbild von W. O. Focke. II. Die zoolo- gische Thätigkeit Focke's, von H. Ludwig. Sep.-Abdr. (Abhandl. Naturwiss. Ver. Bremen. 6. Bd.) Isenschmid, Mor. — Necrolog. in: Mittheil, der Schweiz. Entomol. Ges. 5. Bd. 9. Hft. p. 488—492. Lyonet, P. — Snellen van Vollenhoven, S. C, Levensschets van Pierre Lyonet. in: Album der Natuur von Harting etc. 1880 (Decbr. 1879). 1. Afl. p. 1— 14. ßlenzel, Aug.— Necrolog. in: Mittheil. d. Schweiz. Entomol. Ges. 5. Bd. 9. Hft. p. 492— 494. Panceri, Paolo. — Gasco, Frc, Paolo Panceri. Commemorazione. Col ritratto. Napoli, 1878. 40. Sismonda, Aug.- — Necrolog mit Schriftenverzeichniss. in: Leopoldina, Hft. XV. Nr. 7 u. 8. p. 56—58. 1* 4 I. Geschichte der Zoologie und vergleichenden Anatomie. Stäl , Carl (f 14/6. 78). — Spängberg, Jac, Necrolog. in; Stettin. Entomol. Zeit. Nr. 1—3. p. 97—105. Steinheil, Ed. — Forel, Aug., Necrolog. in: Mittheil. d. Münch. Entomol. Ver. 3. Jhg. 1. Hft. p. 1—5. Treviranus, G. R. — Focke, W. O., Gottfr. Keinh. Treviranus. in. Abhandl. Naturwiss. Ver. Bremen, 6. Bd. 1. Hft. p. 11— 48. Tweeddale, Arth.Mqs.of. — Memoir ofthe Marquis ofTweeddale. in: Ibis, Apr. p. 223 — 231. Kurze biographische Notizen über jetztlebende Ornithologen gaben A. Reichenow und H. Schalow, in: Ornithol. Centralbl. Nr. 2. p. 11. Nr. 6. p. 42. Eine Zusammen- stellung der i. J. 1878 verstorbenen Ornithologen gab H. Schalow, ebend. Nr. 4. p. 29. Nr. 5. p. 35. g) Necrolog des Jahres 1879. a] ZoologeD, Anatomen and Physiologen im Allgemeinen. £oll, Franz, in Rom, f 19. Dec. — s. Zool. Anz. Nr. 48. p. 72. Brandt, Joh. Friedr., in St. Petersburg, f 15. Juli. — s. Z. A. Nr. 37. p. 480. — Scha- low, H., Necrolog. in: Ornithol. Centralbl. Nr. 17. p. 125 — 127. Funke, Otto, in Freiburg i. Br., f 16. Sept. — s. Z. A. Nr. 39. p. 518. Garrod, Henry Alfr., in London, -|- 17. Oct. — s. Z. A. Nr. 42. p. 600. Gervais, Paul, in Paris, f lO. Febr. — s. Z. A. Nr. 23. p. 144. — Amer. Natural. Vol. 13. Apr. p. 275 — 276. Jacubowitsch, Nie, in St. Petersburg, -p 31. Jan. — s. Z. A. Nr. 22, p. 120. Reichenhach , H. G. L., in Dresden, f 17. März. — s. Z. A. Nr. 25. p. 192. Stillitig, Bened., in Cassel, f 28. Jan. — s. Leopoldina, Hft. XV. Nr. 15. u. 16. p. 114 — 115. — Kussmaul, A., D. Ben. Stilling. Gedächtnissrede etc. Strassburg, 1879. 80. Winther, G., in Copenhagen, -j- in Nizza 11. Jan. — s. Z. A. Nr. 19. p. 48. ß] Ornithologen. Jones, Miss Genevieve E., in Circleville, Ohio, ;- 17. Aug. — in: Bull. Nutt. Ornithol. Club, Oct. p. 228. Russow, Valer. von, in St. Petersburg, f 18. Jan. — s. Brandt, AI., in: Z. A. Nr. 22. p. 120. Salnion, Thom. Knight, in Guildford, ■[ 5. Mai. — s. Ornithol. Centralbl. Nr. 16. p. 122. Schwaab, Wilh., in Cassel, f 15. Sept. — s. Ornithol. Centralbl. Nr. 19. p. 148. Weigelt, Rob., in Breslau, f 4. März. — s. Leopoldina, Hft. XV. Nr. 7 u. 8. p. 58. y] Malakolog. Cfie?iu, Jean Charles, in Paris, j- im Novbr. — s. Z. A. Nr. 51. p. 144. (f) Entomologen. JBerce, J. Et., Lepidopt., in Paris, f 29. Decbr. — s. Z. A. Nr. 51. p. 144. Boisduval, J. Bapt. Alph. Dechauffour, Lepidopt., in Paris, f 30. Decbr. — s. Z. A. Nr. 51. p. 144. Chapman, Thom., Entomol., in Burghill, Hereford, f 27. Aug. — s. Z. A. Nr. 42. p. 600. Chapuis, Felicien, Coleopt., in Heusy bei Vervieres, f 20. Sept. — s. Z. A. Nr. 42. p. 600. — C an dfeze , Notice biograph. in : Compt. rend. Soc. entomol. Beige. Nr. 69. p. 1 — 4. Chavannes, Aug., Entomol., in Lausanne, f 16. Sept. — s. Z. A. Nr. 39. p. 528. Fedrizzi, Giacinto, Myriapod., in Padova, •[•.... — s. Naturae Novitates, Nr. 3. p. 47. Fitch, Asa, Oeconom. Entomol., in New York, -1- 8. Apr. — s. Americ. Natural. Decbr, p, 798. Fritsch, C, Phaenolog, in Wien, h 20. Decbr. — s, Z, A, Nr. 5o. p. 120. ^ II. Litteratur. 5 Goiirean, le Colon. Claude Charl., Entomol., in Paris, \- 6. Febr. — s. Ann. Soc. Entomol. France, T. 9. 4. Trim. p. 389. Haacj-Ruthenherg, Geo., Coleopter., in Frankfurt a. M., f 20. Nov. — ,s. Z. A. Nr. 48. p. 72. Kirchner, Leop., Hymenopt., in Kaplitz, f 29. Decbr. — Katter's Entomol. Nachr. 1880. Nr. 6. p. 60. Loew, Hrm., Dipter,, in Meseritz, f (in Halle) 21. April. — s. Z. A. Nr. 31. p. 336. — Krause, E., in: Deutsch. Entomolog. Zeitschr. 23. Jhg. 2. Hft. p. 419 — 423. Moncreiffe, Sir Thom., Entomol., in Moncreiffe, Perth, -J- 16. Aug. — s. Scott. Natural., Oct. p. 145—148. 3Ioquerys, S., Coleopt., in Rouen, f 12. Febr. — s. Naturae Novit. Nr. 7 u. 8. p. 92. Fictet, Ed., Neuropt., in Genf, t . . . — s. Nature, Vol. 20. Nr. 499. p. 88. Rnndani, Cam., Dipterol., in Parma, f 18. Sept. — s. Z. A. Nr. 42. p. 600. Saunders, W. Wils., Entomol., in Raystead, f 13. Sept. — s. Z. A. Nr. 41. p. .576. Smith, Ferd., Hymenopt., in London, f 16. Febr. — Dunning, J. W., Biography. With Portr. in : The Entomologist , Apr. p. 89 — 92. — Entomol. Monthly Mag. Apr. p. 263—264. White, Adam, Entomol., in Glasgow, f 4. Jan. — s. Z. A. Nr. 21. p. 96. £ Palaeontologen. Gastaldi, Bartolomeo, in Turin, f 5, Febr. — s. Z. A. Nr. 26. p. 216. (Atti R. Accad. Torino.) Plienitujer, W. H. Th. von, in Stuttgart, f 26. Apr. — 8. Leopoldina, Hft. XV. Nr. 21 u. 22. p. 165—167. n. Litteratur. (Referent: J. Victor Carus.) a) Allgemeine Verzeichnisse. Catalogue of Scientific Papers. (1864 — 1873). Compiled by the Royal Society of London. Vol. VIII (J— Z). London, Murray and Trübner, 1879. 4fi. b) Schriftenverzeichnisse einzelner Verfasser. Liste des travaux scientifiques de G. Pouchet. Paris, 1879. 40. (Mehreren der oben angeführten biographischen Notizen sind Schriftenverzeich- nisse angehängt). c) Gesammelte Schriften Einzelner. Czermak, Joh. N., Gesammelte Schriften. 1. Band. Wissenschaftl. Abhandlungen 1. und 2. Abth. 2. Bd. Populäre Vorträge u. Aufsätze und biograph. Skizze von A. Springer. Leipzig, 1879. 80. Martins, Charl., Gesammelte kleinere Schriften naturwissenschaftlichen Inhalts. Autor. Übersetzung von Steph. Born. 1. Bd. Basel, 1880. (Novbr. 1879 erschienen). d) Fortlaufende Verzeichnisse der gleichzeitigen Erscheinungen. Anzeiger, Zoologischer. Hrsg. von J. Victor Carus. 2. Jahrg. Nr. 18 — 45. Leipzig, 1879. Enthält regelmäßig systematisch geordnete Verzeichnisse der selbständigen und in periodischen Schriften enthaltenen Litteratur. 6 III. Allgemeine Methodik, Nomenclatur. Guide du Naturaliste. Revue bibliographique des Sciences Naturelles chez les Races latines. Bulletin mensuel par A. Bouvier. I. Annee. Nr. 1 — 12. Janv.-Decbr. 1879. Paris, 1879. gr. 8". Besonders Avichtig in Bezug auf die französische periodische Litteratur. Naturae Novitates. Bibliographie neuer Erscheinungen aller Länder auf dem Gebiete der Naturgeschichte und der exacten Wissenschaften. 1879. Nr. 1 — 2.5. Hrsg. von R. Friedländer & Sohn. Berlin, 1879. 80. (276 p., Tit., Reg.). In Folge der ausgedehnten Verbindungen der Herausgeber sehr reichhaltige Cataloge. e) Übersicht der i. J. 1879 erschienenen, speciell zoologischen periodischen Schriften. Annales des Sciences Naturelles. i6. Serie). Zool. T. 7. Nr. 5 u. 6. T. 8. Nr. 1—6. Anzeiger, Zoologischer. Hrsg. von J. Victor Carus. 2. Jhg. Nr. 18 — 45. Arbeiten aus dem zoolog. Institute Wien. Hrsg. von C. Claus. 2. Bd. 1. — -3. Hft. Arbeiten aus d. zoolog. - zootom. Institut Würzburg. Hrsg. von C. Semper. 5. Bd. 1. u. 2. Hft. Archiv für Naturgeschichte (Tr oschel). 42. Jhg. 1876. 6. (Schluss-) Heft; 44. Jhg. 1878. 5. Heft; 45. Jhg. 1.— 3. Hft. Archiv für mikroskop. Anatomie. 16. Bd. 3. u. 4. Hft. 17. Bd. 1.— 3. Hft. Archiv, Niederländisches, für Zoologie. Hrsg. von C. K. Hoffmann. 5. Bd. 1. Hft. (Decbr) . Archives de Zoologie experimentale (Lacaze-Duthi er s). Annee 1877. T. 6. Nr. 3 u. 4. Annee 1878, T. 7. Nr. 1—4. Bulletin of the Museum of Comparative Zoology. Cambridge. Vol. V. Nr. 9 — 15. Bulletin de la Societe Zoologique de France. 1878. Oct. — Decbr. 1879. Jan. — Juill. Garten, Zoologischer. Hrsg. von F. C. Noll. 12 Hfte. Jahrbuch, Morphologisches. Hrsg. von C. Gegenbaur. 4. Bd. 4. Hft. 5. Bd. 1. —4. Hft. Mittheilungen aus der Zoolog. Station zu Neapel. 1. Bd. 2. — 4. Hft. Linnean Society, Journal. Zoology. Vol. 14. Nr. 77 — 80. Mittheilungen aus dem k. Zoolog. Museum. Dresden. Hrsg. von A. B. Meyer. 3. Hft. Notes from the R. Zoological Museum at Leiden. I. Nr. 1 — 4. Revue et Magasin de Zoologie, par Guer in-Meneville. 3. Ser. T. 6. Nr. 4 — 10. Tijdschrift der Nederland. Dierkundige Vereeniging. 4. D. 2. — 4. Aflev. Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. 32. Bd. 2.-4. Hft. 33, Bd. 1.-3. Hft. Zoological Society of London. Proceedings. 1878. IV. 1879. I. II. III. Transactions. Vol. X. P. 10—13. Zoologist, The. Ed. by J. E. Harting. 12 Nos. III. Allgemeine Methodik. Nomenclatur. (Referent: J. Victor Carus.) a) Allgemeines. Hanstein, Joh. von. Über den Zweckbegrift" in der organischen Natur. Bonn, Cohen &S., 1880. (4. Dec. 1879.) 80. Hasse, C, Die Beziehungen der Morphologie zur Heilkunde. Leipzig, 1879. 8^. Beweis des Cohnheim' sehen Satzes, dass jede Neubildung Reste eines embryo- nalen Gewebes zur Grundlage habe, an der Entwicklung des hyalinen Knorpels. IV. Ilandbik'her, Atlanten u. a. littcrarischc Hüli'smittel. 7 Hubbard, Walter C, Haeckel vs. Vircliow. in: Amcr. Quart. Micro.scop. Journal, Vol. 1. Nr. 4. p. 295—299. Kurze objectiv gelialtene Darstellung der Streitpunkte. Moleschott, Jac, Die Einheit der Wissenschaft aus dem Gesichtspunkte der Lehre vom Leben. Antrittsrede etc. Giessen, 1879. 80. *Gentil, Amb., Considerations sur Ics caracteres fournis par lembryogenie pour la Classifica- tion methodique en histoire naturelle. Kapport sur deux Theses de M. Louis Crie. Le Maus. ISTil. S". b) Nomenclatur. Loew, Franz, Über den Gebrauch der Autorcnnamen, in: Verhandig. d. k. k. zool. bot. Ges. Wien. 28. Bd. 1878. Wien, 1879. Sitzungsber. p. .54—57. Verf. tritt mit vollem Rechte für das Hinzufügen desjenigen Autornamens zu einem Gattungsnamen ein, welcher letzteren, nicht überhaupt gewählt und auf- gestellt, sondern in einem ihm eigenthümlichen Umfang gebraucht hat, und führt dies an einzelnen Gattungen, wie Aphis, Coccns. Pemphigus nach. Ridgway, Hob., ün the use of Trinomials in zoological nomenclature. in: Bull. Nutt. ürnithol. Club, Vol. 4. Nr. 3. July, p. 129—134. Verf. betont die auch von anderer Seite hervorgehobene Nothwendigkeit, in gewissen Fällen, so besonders bei Rassen, Varietäten oder Subspecies, den beiden eine Art bezeichnenden Namen einen dritten beizufügen, wie es auf ornitho- logischem Gebiete Sp. F. Baird schon vor Jahren ausgeführt hat. IV. Haiulbüclier, Atlanten u. a. litterarische Hülfsniittel. (Referent: J. Victor Carus.) Brehm's Thierleben. 2. Aufl. Vögel, von A. E. Brehm. 2. u. 'S. Bd. Fische, von A. E. Brehm. (5., 6. u. 8. Bd. des ganzen Werkes). Leipzig, Bibliogr. Instit., 1879. gr. 80. Mit diesen Bänden ist die ZAveite Auflage des bekannten und allgemein ver- breiteten Werkes vollendet. Dass ein, vorzugsweise auf Darstellung des Thier- lebens gerichtetes und hierin Vorzügliches bietendes Werk systematische Voll- ständigkeit nicht anstrebte, ist aus dem Plane desselben erklärlich ; der die Fische umfassende Theil ist der verhältnismäßig schwächste. Bronn's Classen und Ordnungen des Thierreichs. Leipzig, C. F. AVinter'sche Verlagshandlg. Hiervon sind 1879 folgende Fortsetzungen erschienen, über welche an den betreft'enden Stellen berichtet werden wird : Ger Stack er, A. , Arthropoden. 25. — 29. Lief. (Schluss der 1. Abtheilung. Crustacea, I.Hälfte. 1866—1879). Hoff mann, C. K., Reptilien. 1. — 7. Lief. (Chelonia , Anatomie, Knochen, Muskeln, Nerven). Giebel, G.G., Säugethiere. 21. — 25. Lief. (Anatomie, Gliedmaßen). Die außerordentliche, in manchen Beziehungen wohl gerechtfertigte Ausführ- lichkeit einzelner Abtheilungen des überaus brauchbaren Werkes verringert leider die Hoffnung, es vollendet zu sehen, bedeutend. 8 IV. Handbücher, Atlanten u. a. litterarische Hülfsmittel. Claus, C, Grundzüge der Zoologie. Zum wissenschaftlichen Gebrauche. 4. Aufl. I. Bd. 2. Lief. Marburg, Elwert, 1879. Enthält die Echinodermen und Würmer. ^ — Die 1 . Lief, erschien im November 1878. , Kleines Lehrbuch der Zoologie. 1. Hälfte. Marburg, 1879. 80. ^Gervais, P., Elements de Zoologie. Edition mise en rapport avec les programmes officiels pour l'enseignement secondaire special. Paris, Hachette, 1879. 80. * , Cours elementaire d'histoire naturelle , pour l'enseignement de l'histoire naturelle dans les classes des lettres. 1. P. Zoologie. .'^ edit.. Paris, ib., 1879. 18". Giebel, C. G., Katechismus der Zoologie. Mit 125Holzschn. Leipzig, J. J.Weber, 1879. 80. Hayek, Gst. von, Handbuch der Zoologie. 7., 8. u. 9. (2. Bd. 1. — 3.) Lief. Wien, C. Gerold, Sohn. 1879. 80. Der erste Band dieses mit außerordentlich zahlreichen Holzschnitten ausge- statteten Werkes umfaßt die niederen Thiere bis zu den Würmern; die drei, 1879 erschienenen Lieferungen enthalten Crustaceen , Myriapoden , Arachniden und Insecten bis zu den Orthoptern. Huxley, Th. H., The Crayfish. An Introduction to the Study of Zoology. London, C. Kegan Paul & Co., 1880. 80. (erschien schon 1879). An eine allseitig eingehende anatomische, systematische, embryologische und phylogenetische Schilderung des Flußkrebses und der nächst verwandten Formen knüpft Verf. Erläuterungen über die formalen und realen Grundlagen der all- gemeinen Zoologie. Jaeger, Gust., Handwörterbuch der Zoologie und Anthropologie. Unter Mitwirkung von W. Hartmann, F. von Hellwald, E. Hofmann, Klunzinger, Koss- mann, Ed. von Härtens, Mojsisovics, G. Roeckl u. D. F. Weinland. 1. Bd. 1. u. 2. Lief. [Aal-Aturenses] . A. u. d. Tit. : Encyklopädie der Naturwissen- schaften. Hrsgeg. von G. Jaeger, A. Kenngott, Ladenburg, Oppolzer, Schenk, Schlömilch , Wittstein und von Zech. l.Abth. HI. Theil. Breslau, Trewendt, 1879. 80. Das vorliegende Werk soll einerseits die Lücke »zwischen den großen Conver- sationslexica's und den für specielle Fächer und Fachgelehrte bestimmten Hand- wörterbüchern und zoologischen Nomenclaturen« ausfüllen, besonders für die, »welche die populär-naturwissenschaftliche Lectttre zu genießen wünschen« ; da andererseits »der Specialzoologe heutzutage auch das Wichtigste aus Anatomie, Histologie, Physiologie, Anthropologie wissen muss, der Physiologe nicht mehr existiren kann ohne feste Fühlung mit der Zoologie, die Wissenschaft vom Men- schen Stückwerk ist ohne Kenntnis der thierischen Basis, aus der der Mensch herausgewachsen ist und mit der er die innigsten biologischen Beziehungen unter- hält«, so soll das Handwörterbuch diese Fühlung zu unterhalten dienen. , Lehrbuch der allgemeinen Zoologie, '.i. Abth. Psychologie. Auch u. d. T. : Die Ent- deckung der Seele. 2. Aufl. Leipzig, E. Günther's Verlag, 1880 (Septemb. 1879). 8". '^'Nicholson, H. All., Advanced Text-book of Zoology, for Junior Students. 3. Ed. Edin- burgh, Blackwood, 1879. 8«. Packard, A. S., jr., Zoology for Students and General Readers. With numerous Hlustr. New- York, H. Holt & Co., 1879. 80. Eine zweckmäßig und übersichtlich angeordnete Einleitung in das Studium der Zoologie, bei welcher der speciell systematische, überhaupt nur bis zu den Ord- nungen gehende Theil gegen die allgemeinen, sich an Detailausführungen anleh- nenden Schilderungen der größeren Gruppen zurück tritt. Die vom Verf. befolgte Einleitung repräsentirt den heutigen Standpunkt, mit Ausnahme des Umstandes, dass er die Protistengruppen Monera u. Rhizopoda mit den Gregarinida und In- fusoria als Classen zu den Protozoa rechnet. Die Spongien bilden einen selb- IV. Handbücher, Atlanten u. a. litterarische Hülfamittel. 9 ständigen Zweig zwischen Protozoen nnd Coelenteraten. An den Anfang der Würmer stellt er die Dicyemiden. Außer den Rotatorien werden die Bryozoen, Brachiopoden und Tunicaten zu den Würmern gestellt. Bei den Wirbelthieren werden die Leptocardier und Marsipobranchier als selbständige Classen neben die übrigen fünf gestellt. Allgemeine Capitel über vergleichende Anatomie der Organe, Entwicklung, geographische Verbreitung, Ursprung der Arten, protec- tive Ähnlichkeit und über Instinkt und Vernunft schließen das Buch. Außer zwei neuen , kurz erwähnten und abgebildeten Arten (einem dendrocoelen Wurm : Dendrocoelum percoecum und einem Cyclopiden Canthocamptus cavernartim) enthält das Buch mehrfache neue Darstellungen : so Anatomie von Metridhim marginatum (Anthozoe) mit Abbildung, Längsschnitt durch Körper und Arm von Asterias vulgaris, Anatomie und Beschreibung mehrerer Holothurien, Anatomie der Boltenia reniformis, Anatomie von Phascolosoma Gonldii, Entwicklung einer Poh/dora^ Figur des Nervensystems von Mya arenaria, Anatomie von LoUgo Pealii, Skelet des Hummers, Anatomie von Serolis, Bopyrus^ Centralnervensystem eines Cambarus, Anatomie von Tautagolabrus adspersus, von Rana halecina^ Angaben über Siredon, Anatomie von Sceleporus undulatus, Euiaenia sirtalis, Chrysemys p)iota, Colnmba und der Katze. Wright, E. P., Animal Life; being a Series of descriptJons of the various subkingdoms of the Animal Kingdom. With Illustr. London, Cassell, 1879. Roy.-SO. (VIII, 618 p.) Eine populäre, durch zahlreiche Holzschnitte erläuterte Darstellung des Thier- lebens, welche ohne systematisch -technische Ausführlichkeit lebendige Schil- derungen besonders der Formen der höheren Classen gibt. Die Wirbellosen, denen die letzten 150 Seiten gewidmet sind, sind durch solche Formen vertreten, an welche sich ein besonderes allgemeineres Interesse knüpft. LUtken, Chr., Skildringer of DjTrelivet i Fortid og Nutid. Populaere Forlaesninger holdte i den Naturhist. Foreningg Sondagsmoder. Lev. 1. — 6. Mit Illustr. Kjobenhavn, Philipsen, 1879. Stammen die Vögel von den Reptilien ab? — Über Lungenfische und die ursprüng- liche Form der Gliedmaßen der Wirbelthiere. — Haie und Rochen. Hagelberg, W., Zoologischer Hand-Atlas. B. Vögel. Berlin, Dümmler, 1879. Koehne, E., Repetitions-Tafeln für den Zoologischen Unterricht an höheren Lehranstalten, Heft 1 . Wirbelthiere. Heft 2. Wirbellose Thiere. Berlin, H. AV. Müller, 1879. gr. 8«. Milne • Edwards, H., Lecons sur la physiologie et l'anatomie comparee de l'homme et des Animaux. T. 13. P. 1. 2. Actions nerveuses excito-motrices ; — Animaux electri- ques; — Fonctions mentales. Paris, Masson, 1879. 8". Bernard, Claude, Lecons sur les phenomenes de la vie communs aux anin.aux et aux vege- taux. T. 2. Paris, J. B. Bailliere, 1879. (T. 1 erschien 1878). Krukenberg, C. F. W., Vergleichend -physiologische Studien an den Küsten der Adria. Experimentelle Untersuchungen. 1. Abth. Mit 4 Holzschn. und 2 Taf. Heidelberg, C.Winter, 1879. 80. Brühl, C, Zootomie aller Thierklassen für Lernende, nach Autopsien skizzirter Atlas in 50 Lief gn. qu. 4 Taf . 11.— 15. Liefgn. Wien, Höldev, 1879. 40. Centralnervensystem des Menschen und der Säugethiere. 10 V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. V. Uiitersiichiiiigs- und ßeobaditimgsmittel. A. Untersudmngs- und Conservirungsmethoden. (Referent: Dr. Max Flesch in Würzburg.) Vorbemerkung. Einige der verzeichneten Abhandlungen Avaren dem Referenten nicht rechtzeitig erreichbar ; doch sind dies fast ausschließlich Notizen technischer Art die ohnedem kaum zu einem besonderen Referat Veranlassung zu geben schienen ; dieselben sind im Verzeichnis durch ein * bezeichnet. Mehrfach sind Beschreibungen von Apparaten aus den Referaten des Journal of the R. microsc. Soc. entnommen, die, sogar die Abbil- dungen reproducirend, das Original (meist amerikanische und englische technische Zeit- schriften) fast ohne Weiteres ersetzen ; auch dies ist jedesmal in dem Verzeichnis erwähnt. — Referent war während des ganzen Monates März durch eine Leicheninfection der rechten Hand gezwvmgen, sich der Hülfe eines Schreibers zur Ausarbeitung zu bedienen. Mögen einige Ungleichmäßigkeiten der Schreibweise darin ihre Entschuldigung finden. 1. Theorie des Mikroskops, einschliesslich Prüfungsapparate. — Neue Objectiv-Systeme. 1. Smith, H. L., A iew remarks on angular aperture and description of a universal aperto- meter. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 3. p. Iil4. 2. Woodward, J. J., Description of a new apertometer. Ibid. Nr. 4. p. 272. 3. Blackham, . ., Ouvertüre angulaire des Objectifs de Microscopes. in : Journ. de Microgr. p. 23. 4. Dippel, L., Beiträge zur allgemeinen Mikroskopie. I. Professor Abbe's Apertometer. in: Zeitschr. f. Mikrosk. 1879. p. 25. 5. Stephenson, J. W., The vertical Illuminator and homogeneous immersion, in : Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 3. p. 266. 6. Hitchcock, Rom., Angular aperture defined. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 1. p. 50. 1 — 6. Beschreibung von Methoden der Prüfung des Öfinungswinkels. Dazu ge- hört auch noch — s. unten 32. Tolles, an illuminating traverse-lens. 7. IWayall, J., jr., The aperture question. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 2. p. 134. 8. Stephenson, J. W., On a Table of Numerical Aperture showing the equivalent angles of aperture of Dry, Water-Immersions and Homogeneous Immersion Objectives , with their resolving powers, taking theWave Length of Sine E as the Basis; a = n sin w ; n = refractive index and w = 1/2 Angle of Aperture. Ibid. Vol. 2. Nr. 7. p. 839. 9. Mayall, J., jr., Aperture measurements of Immersion Objectives expressed as »Numerical aperture«. Ibid. p. 842. 10. Wenham, F. H., On Professor H. L. Smith's Apertometer. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 4. p. 280. 11. Letter regar ding baisam angles. Ibid. p. 318. 12. Mayall, J., jr., Measuring Aperture. Ibid. p. 283. 13. Hitchcock, R., Aperture angular and numerical. Ibid. p. 284. 7 — 13. theoretische und kritische Erörterungen der verschiedenen, zum Theil un- ter 1 — 6 referirten Methoden und ihrer Ergebnisse. 14. Abbe, E., On newMcthods for improving spherical Correction, applied to theConstruction of Wide-angled Object-glasses. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 812. 15. Royston-Pigott, G. W., Microscopical Researches in high Power Definition, in: Pro- ceed. Roy. Soc. Vol. 29. p. 164. A. Untersuchung^- und Conscrvirungsmethoden. 11 16. Keith, R., Note on Diagrams exhibiting the path of a Ray through Tolles Vfi Immersion Objectives. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 3. p. 269. 17. Dippel, L., Beiträge znr allgemeinen Mikroskopie. III. Der Diffractions- Apparat und die Versuche zur Bestätigung von Professor Abbe's Theorie der mikroskopischen ^^'ahrnchmung. in: Zeitschr. f. Mikrosk. p. 42. 18. Royston-Pigott, G. W., A further inquiry on the limits of microsc. vision. and the delu- sive application of Fraunhofer's optical law on Vision, in : Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 1. p. 9. 19. Crisp, Frank, Microscopical Vision, in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 155. 2(». Tolles, R. B., La distance frontale libre. in: Journ. de Microgr. p. 174. 21. Mayall, J., Les eclairages ä Immersion. Ibid. p. 175. 22. Abbe, E., Über Stephenson's System der homogenen Immersion bei Mikroskop -Objec- tiven. in: Sitzungsber. d. Jen. Ges. für Naturw. u. Medicin. 1879. 10. Jan. 23. On Stephenson's System of homogeneous Immersion forMicroscope Objectives. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 3. p. 256. 24. A letter from Professor Abbe, in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 157. 25. Pelletan, La question des huiles ä la societe R. microscopique de Londres. in: Journ. de Microgr. 26. Smith, H. L., The Oil-immersion of Carl Zeiss compared with the objectives of C. A. Spencer and Sons, in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 1. p. 28 ff. 27. Wenham, F. H., Note on homogeneous Immersion Object-glasses. in : Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 4. p. 394. 28. Dippel, L., Beiträge zur allgemeinen Mikroskopie. IL Die Objectiv-Systeme für homo- gene Immersion, in: Zeitschr. f. Mikrosk. p. 33. 29. Einige weitere Flüssigkeiten für homogene Immersion. Ibid. p. 58. 30. Woodward, J. J., Observations suggested by the study of Amphipleura pellucida mounted in Canada-Balsam , by Lamplight and Sunlight with various objectives. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 6. p. 663. 22 — 30 beziehen sich sämmtlich auf die von Abbe (22) ausführlich besprochene Methode der homogenen Immersion. 31. Cutter, E., L'objectif V75 de pouce de Tolles, in: Journ. de Microgr., Juin 1879. 32. Tolles, R. B., An illuminating Traverse-lens. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 4. p. 389. (vgl. auch Bemerk, zu Nr. 6.) 33. Woodward, J. J. , The oblique illuminator. An apparatus for obtaining oblique illu- mination at definite angle, in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 4. p. 268. 34. Edmunds, Jam., Note on a Revolver Immersion Prism for substage Illumination, in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 1. p. 32. 35. Mayall, J., Immersion Stage Illuminator, in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 837. 36. Stephenson, J. W., A catoptric Immersion illuminator. Ibid. Nr. 1. p. 36. 37. Lighton, W., A new device dark-field Illumination, in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 1. p. 42. 38. Smith, Edw., The vertical Illuminator, in: Americ. Naturalist. Vol. 13. p. 137. 'Auszug: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 2. p. 194.) 39. Tripp, H. E., On the theory of illuminating apparatus employed with the microscope. P. I. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 5. p. 503. 40. Woodward, J. J., Note on Abbe's Experiment on Pleurosigma angulatum. Ibid. p. 675. 41. Wolff, M., (Ein neuer Condensor.) Über Blutuntersuchungen bei infectiösen Wundkrank- heiten, in : Verhandl. d. Berl. physiol. Ges. im Archiv für Anatomie und Physiologie. Phys. Abth. p. 570. \2 V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. Smith, H. L., A fcw remarks on angular aperturc and description of a »universal aperto- mcter«. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 3. p. 194. Das zu prüfende Objectiv ist in einem horizontal verschiebbaren Tubus ohne Ocular befestigt. Vor ihm liegt ein Gradbogen, dessen Mittelpunkt dem Objectiv zugekehrt ist. Um den Mittelpunkt des letzteren als Axe beweglich , ist mittels eines langen Messingarmes eine Linse so angebracht , dass sie gegen das zu prü- fende System sieht. Genau über dem Drehungspunkt steht rechtwinklig zur Axe des Objectivs ein Glasplättchen , auf welchem ein Kreuz aus zwei Linien , der Kreuzungspunkt im Brennpunkt des Objectivs eingestellt gerichtet ist. Bei Be- wegung der prüfenden Linse wird die Kreuzung eine Verschiebung zeigen ; man sieht nämlich innerhalb der freien Fläche der zu prüfenden Linse ein kreisförmi- ges Bild, entsprechend der Blendung des zu prüfenden Systems. Gemessen wird der Winkel, um welchen sich die prüfende Linse dreht, während sich das Kreuz von dem einen Ende eines Durchmessers des Bildes der Blendung zum andern be- wegt. Soll der Öffnungswinkel als »Balsamwinkel« statt als »Luftwinkel« bestimmt werden , so wird auf der der prüfenden Linse zugekehrten Seite des Glasplätt- chens eine halbkugelförmige Linse, das Centrum entsprechend dem Kreuzungs- punkt der Linien , aufgekittet , um die störenden Einflüsse der Refraction aus- zugleichen. Die wirklichen Winkel müssen auch hier durch Berechnung festgestellt werden ; hinsichtlich der Berechnungen selbst muss auf das Original verwiesen werden. • Woodward, J. J. , Description of a new apertometer. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 4. p. 272. Auf einer kreisförmigen Messingscheibe, deren Rand eine Gradtheilung trägt, ist ein Mikroskop drehbar in horizontaler Stellung an einer dem Centrum der Scheibe entsprechenden vertikalen Axe befestigt ; dieselbe Axe trägt auch eine halbkreisförmige Crownglasscheibe, die ebenfalls horizontal so orientirt ist, dass der dem Durchmesser des Kreises entsprechende Rand dem Mikroskop zugekehrt ist , dass ferner das Centrum des Halbkreises genau dem Centrum der Messing- scheibe, beziehentlich der Drehungsaxe der ganzen Vorrichtung entspricht. Auf dem geraden Rande der Crownglasplatte ist (in ein aufgeklebtes, versilbertes Deckglas eingeritzt) ein Spalt angebracht , der genau dem Drehungspunkte ent- spricht; das Mikroskop ist auf diesen Schlitz eingestellt. Indem das Ocular durch ein schwaches Objectiv ersetzt wird, wird das Gan;ze als Teleskop, durch welches ein Lichtpunkt (Schlitz eines Spectralapparates) betrachtet wird ; der Ötfnungs- winkel lässt sich nun für diese Combination bestimmen, indem man durch Drehung der Vorrichtung um ihre Axe die Grenzen ermittelt, innerhalb deren der Licht- punkt im Gesichtsfelde bleibt. Durch Berechnung lässt er sich dann für andere Medien ermitteln. W. schlägt übrigens die gewöhnliche Messungsweise zu modificiren vor, indem er zeigt, dass bei einem bestimmten Brechungsindex der Crownglasscheibe die gefundene Zahl direct als maßgebend erscheint ; auch ist für ganz starke Systeme der Spalt des versilberten Deckglases überflüssig , da dieselben an sich nur eine sehr kleine Strahlengruppe eintreten lassen. Blackham, . . , Ouvertüre angulaire des Objectifs de Microscopes. in : Journ. de Micro- graphie p. 2.'i. Fortsetzung einer Untersuchung über Bestimmung des Öffnungswinkels ; ver- langt, dass dieser Winkel so bestimmt werde, wie er sich für das System in Ver- bindung mit dem Ocular gestaltet, also entsprechend dem wirklichen Gebrauch. An seinem Mikroskop trägt derselbe Arm, der den Beleuchtungsspiegel trägt, eine kleine Vorrichtung, an welcher eine Kerze befestigt wird ; der Spiegel mit der A.; Untersuchungs- und Conservirungsmethoden. 13 Kerze kann sich um eine Axe drehen, ein Theilkreis gestattet, den Betrag der Drehung zu messen. Das Mikroskop wird horizontal gestellt, so zwar, dass bei Einstellung des Spiegels in der Axe des Mikroskopes die Kerze centrale Be- leuchtung eines eingestellten Objectes liefert; nun dreht man Spiegel und Kerze, bis das Gesichtsfeld sich verdunkelt. Der Betrag der Drehung ist gleich dem halben Ööuungswinkel. Bei sehr großem Winkel muss, wie auch bei den Vor- richtungen von Tolles, Spencer u. a. m. eine planconvexe Linse dem Object- träger unten angeheftet werden, der Art, dass das übject im Krümmungscentrum der Linse steht. Dippel, L., Beiträge zur allgemeinen Mikroskopie. I. Professor Abb e's Apertometer. in: Zeitschr. f. Mikroskopie, p. 25. D. gibt, nach Besprechung des Abbe'schen Apparates, eine einfache Methode zur Bestimmung des Ötfnungswinkels ohne jenen Apparat in ausreichender Ge- nauigkeit. Mau stellt das zu prüfende System in geeigneter Weise über einen Maßstab auf und untersucht mit einer zweiten Loupe, welche Länge der Scala [l] als deutliches reelles Bild sichtbar bleibt. Es sei nun // der Abstand der Front- linse von dem Maßstab (den man leicht durch Heben und Senken des Trägers der Linse messen kann), ^der halbe Öfinungswinkel, so ist -|— tg W. Stephenson, J. W., The vertical Illuminator and homogeneous Immersion, in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 3. p. 2üü. Mittels des Vertical -Illuminator (derselbe besteht aus einer Beleuchtungs- vorrichtung, die durch einen seitlichen Schlitz in einem Zwischenstück zwischen Tubus und Ubjectiv Licht von oben her durch letzteres hindurch wirft, zur Be- leuchtung der Objecto von oben her; lässt sich durch Umkehr seiner Anwendung bei Beleuchtung von unten her die Größe des Lichtkegels nach dem Passiren von Systemen mit großem Öffnungswinkel (homogene Immersion u. s. f.), demon- striren, indem durch den Apparat ein Bild der Lichtquelle seitlich von dem Tubus projicirt werden kann. Hitchcock, Romyn, Angular aperture defined. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 1. p. 5U. H. schlägt vor eine einheitliche Bezeichnungsweise für den Öffnungswinkel so zu construiren , dass man als solchen bestimmt den Winkel , den zwei Linien bilden, die vom Brennpunkt der Linse aus zu den Enden eines Durchmessers des nutzbaren Gesichtsfeldes gezogen werden. Die Brennweite von Trockensystemen wird da, wo deren untere Fläche mit der Fassung in einer Ebene liegt, durch Messung des Abstandes, um welchen das Mikroskop gehoben werden muss (nach- dem die Frontlinse einen Objectivträger berührt hat) bis ein reelles Bild auf dessen Oberfläche befindlicher Marken oder kleiner Stäubchen, entsteht ; wo Linse und Fassung nicht in einer Ebene sind, wird das Objectiv in die Öffnung des Object- tisches als Condensor eingesetzt, in der Weise, dass sie ein reelles Bild entfernter Objecto projicirt; dann wird die Distanz gemessen, um welche der Tubus ge- hoben werden muss, wenn man bei schwacher Vergrößerung zuerst auf die Front- linse des zu bestimmenden Systems, dann auf jenes reelle Bild einstellt. Bei Immersionssystemen betrachtet man eine mit dem Diamant eingeritzte Marke im Objectträger durch die Immersionsflüssigkeit ; will man den Balsamwinkel be- stimmen, so verfährt man nach einer Hitchcock von W e n h a m mitgetheilten Methode. Man bringt auf einen mit einer Marke versehenen Objectträger einen Tropfen noch eben weichen Canadabalsams, den man mit einem Deckglas bedeckt, in dickerer Schicht als der zu messende Abstand beträgt. Nun wird das Mikroskop auf das Deckglas direct aufgesetzt und der Tubus gesenkt, bis man die Marke 14 V. Unter suchungs- und Beobaehtungsmittel. sieht. Mit einem Taster wird dann die Dicke der Balsamschicht einschließlich des Deckglases gemessen. Die Gesichtsfeldweite wird folgendermaßen gemessen : Die Frontliuse des zn bestimmenden Systeraes wird mit Milch befeuchtet ; nachdem letztere trocken, wird das System als Condensor, die Frontlinse nach oben in den Objecttisch gebracht und nun mit schwacher Vergrößerung im Ocularmikrometer der Durchmesser des Lichtkreises, der bei scharfer Einstellung auf die mit Milch benetzte Fläche sichtbar wird, ausgemessen. — Aus letzterem und der vorher be- stimmten Fücaldistanz lässt sich dann der von H. vorgeschlagene Werth leicht berechnen. Mayall, J., jr., The aperture question. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 2. p. 134. Theoretische, theilweise polemische Betrachtungen über die mögliche Größe des Öffnungswinkels und deren Bestimmung. Stephenson, J. W., On a Table of Numerical-Apertures showing the equivalent Angles etc. in: Journ. 11. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 839. Theoretisch. Mayall, J., jr., Aperture measurements of Immersion Objectives expressed as »Nmnerical Aperture«. in : Journ. E,. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 842. Bestimmung einer großen Zahl von Systemen nach dem Öffnungswinkel und nach Abbe's Berechnungsweise. Wenham, F. H., On Professor H. L. Smith's Apertometer. in: Americ. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 4. p. 250. Kritische Bemerkungen über Abbe's und Smith's Apertometer; W. spricht sich zu Gunsten des Letzteren aus, welchen er mit einer kleinen Modification verwendet. Wenham, F. H., Letter regarding Balsam angles. in: Americ. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 4. p. 318. Bemerkungen von rein technischem Interesse über die mögliche Größe des Öffnungswinkels. Mayall, J.jr., Measuring Aperture. in: Americ. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 4. p.283. Kritische Bemerkungen über das Smith'sche Universalapertometer, er glaubt mit Tolles »Traverse lens«, (s. unten p. 17), praktisch dasselbe wie mit den Vorrichtungen von Smith und Abbe zu erreichen. Hitchcock, 11., Aperture angular and numerical. in: Americ. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 4. p. 284. Kurze kritische Beleuchtung der Berechnungsweise des relativen Werthes des Öffnungswinkels. Abbe, E., On new Methods for improving spherical Correction, applied to the Construction of wide-angled Object-Glasses. in: Journ. li. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 812. Mittheilungen von wesentlich physikalischem und technischem Interesse, be- züglich der Möglichkeit, durch Anwendung neuer Methoden der Construction eine Steigerung des Definitionsvermögens zu erzielen. Royston-Pigott, G. W., Microscopical researches in high Power Definition, in : Proceed. Roy. Soc. London. Vol. 29. p. 164. R. theilt im Auszug den Inhalt einer noch zu erwartenden größeren Abhand- lung mit, die sich mit den Ursachen der Schwierigkeiten beschäftigt, welche der Erkenntnis dicht gehäufter sehr kleiner Körper entgegenstehen ; es soll darin der Vortheil der Systeme mit großem Öffnungswiukel, der Effect verschiedener Immorsionsflüssigkeiten, insbesondere des Ricinus-Öles erörtert werden ; ferner die Möglichkeit einer annähernden Messung von Größen von '/ 40000 — Vsooooo Zoll ; ferner ein neues, die Nobert'schen Platten übertreffendes Probeobject. A. Untersuchungs- und Cünserviningamethoden. 15 Keith, R., Note on Diagrams exhibiting the path of a Ray through Tolles i/c Immersion Objectives. in: Journ. R. Microse. Soc. Vol. 2. Nr. li. p. 209. Von wesentlich physikalischem Interesse. Dippel, L., Beiträge zur allgemeinen Mikroskopie. III. Der Difl'ractions-Apparat und die Versuche zur Bestätigung von Professor Abbe's Theorie der mikroskopischen Wahr- nehmung, in: Zeitschr. f. Mikroskopie, p. 42. Versuche über die Entstehung des mikroskopischen Bildes und die Grenzen der Sichtbarkeit. Royston-Pigott, G. W., A further inquiry on the limits of microse. vision and the delusive application of Fraunhofers optical law on Vision, in: Journ. R. Microse. Soc. Vol. 2. Nr. 1. p. 9. Theoretische Untersuchung. — R. glaubt nicht, dass die von Abbe und Helmholtz gegebenen Formeln die Grenze der Sichtbarkeit feiner Linien völlig bestimmt haben. Er theilt hier die Resultate einiger Untersuchungen mit (mittels Miniaturen) , woraus hervorgeht, dass es möglich ist, zwischen dunklen Linien einen hellen Zwischenraum von nicht mehr als Y'2;ioooü oder selbst Vaooooo -^oU Breite zu erkennen. Crisp, Frank, Microscopical Vision, in: Americ. Quart. Microse. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 155. Referat über einen Vortrag von Frank Crisp im Queckett-Club bezüglich Abbe'scher Untersuchungen über die Entstehung des mikroskopischen Bildes. Tolles, R. B., La distance frontale libre. in: Journ. de Microgr. p. 174. Theoretische Erörterungen über die mögliche Weite des Öffnungswinkels bei großer freier Focaldistanz. Mayall, J., jr., Les eclairages ä Immersion, in: Journ. de Microgr. p. 175. Theoretische Begründung der Nothwendigkeit der Immersions-Einrichtung zur Erzielung eines großen Öffnungswinkels. Abbe, PL, Über Stephenson's System der homogenen Immersion bei Mikroskop-Objec- tiven. in: Sitzungsber. d. Jenaisch. Gesellschaft, f. Naturwissenschaften und Medicin. 1879. 10. Januar. Diese Construction setzt an Stelle des Wassers als Immersionsflüssigkeit ver- schiedene Gemische, deren Brechungsindex annähernd gleich dem des Crown- glases, also des aus letzterem bestehenden Deckglases einerseits, der Frontlinse des Objectivs anderseits ist. In erster Linie sind diese Systeme (die von Zeiss in Jena auf Grund der Berechnungen Abbe's angefertigt werden) , für die Be- nutzung mit Cedernholzöl (oleum ligni cedri des Handels, von Juniperus virginiana) eingerichtet. Statt dessen können auch möglicherweise Lösungen verschiedener Salze (in erster Linie Chlorzink) in Anwendung kommen. Die bisher construirten Objective haben — für den langen Tubus englischer Mikroskope berechnet eine Äquivalent-Brennweite von 2.0, 1.8, 1.2 mm — einen Öffnungswinkel von 1 1 4° in- nerhalb ihrer Immersionsflüssigkeit. Der Vortheil der Ölimmersion vor der Was- serimmersion liegt in dem Wegfall des Lichtverlustes durch Reflexion an den un- gleichen Medien (Deckglas, Wasser, Frontlinse) , ferner eines erheblichen Betrages von sphärischer Aberration. Technisch wichtig ist, dass wegen der Gleichartig- keit der optischen Eigenschaften der Zwischenflüssigkeit mit jenen des Deckglases und der Frontlinse eine Correction für verschiedene Deckglasdicken überflüssig wird, so dass die Linsen innerhalb des Systemes feststehen können, wodurch die Sicherheit der Centrirung selbstverständlich erhöht wird. Durch Mischung stärker brechbarer ätherischer Öle mit Olivenöl lässt sich für das Cedernholzöl ein Ersatz gewinnen, dessen man sich bedienen kann, um einen vollkommenen Aus- gleich etwaiger Ungenauigkeiten der chromatischen Correction, wie sie sich bei 16 V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. abwechselnder Benutzung von schiefer und gerader Beleuchtung zuweilen ergeben, herbeizuführen ; die Objective geben nur bei ganz bestimmter Tubuslänge gute Bilder (dieselbe ist bei der Anschaffung solcher Linsen anzugeben) . Durch Be- nutzung eines Tubus mit Auszug lässt sich eine sehr feine Correction erzeugen. Hinsichtlich der Benutzung dieser Systeme für schiefes Licht, ferner für Aufnahme von Photograjjhien mittels derselben muss auf das Original verwiesen werden. Abbe, E., ün Stephensou's System of homogeneous Immersion for Microscope Objectifs. in ; Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 3. p. 256. Vgl. das Referat der entsprechenden deutschen Arbeit. Abbe, E., A letter from — . in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 157. Erklärung Abbe's bezüglich einiger Exemplare von Öl-Immersionssystemen mit geringem Öffnungswinkel. A. hebt hervor, wie viel wichtiger als eine kleine Differenz im Öffnungswinkel eine genaue Correction der Tubuslänge und die Be- nutzung der verschiedenen Ölgemenge je nach der Verwendung von schiefem oder geradem Lichte sei. Pelletan, I;a question des huiles h la societe R. raicroscopique de Londres. (aus : Journ. de Micrographie. ?). Wesentlich kritische Bemerkungen über die Priorität hinsichtlich der Anwen- dung der Ölimmersion. P. empfiehlt von den in Betracht kommenden Systemen in erster Linie die von Tolles, die nach Belieben Immersion mit Wasser, Öl, Glycerin zulassen. Smith, H. L., '] he oil immersion of Carl Zeiss compared with the objectives of C. A. Spen- cer and sons. in : Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1 . Nr. 1 . p. 28 ff. S. spricht sich bei einem Vergleich zu Gunsten der Spencer' sehen Systeme aus, erkennt jedoch die Vorzüglichkeit des Zeiss' sehen Systems unbedingt an. Wenham, F. H., Note on homogeneous Immersion Object-glasses. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 4. p. 394. W. weist nach, dass er im Princip schon IS 70 auf die Möglichkeit, durch ge- eignete Immersionsmedien die Nothwendigkeit der Correction für verschiedene Deckglasdicken auszuschließen, hingewiesen hat; dass er ferner schon 1855 auf die Vorzüge der Bilder hingewiesen hat , die er mit einem System erhielt , dessen Frontlinse durch Canadabalsam mit dem Objectträger verbunden War. Dippel, L., Beiträge zur allgemeinen Mikroskopie. II. Die Objectivsysteme für homogene Immersion, in: Zeitschr. f. Mikrosk. p. 33. Kritische Bemerkungen zu Gunsten der Zeiss' sehen Öl-Immersionssysteme. Dippel, L., Einige weitere Flüssigkeiten für homogene Immersion, in: Zeitschr. f. Mikro- skopie, p. 58. Auf Grund einer Prüfung verschiedener von Abbe übersandter Flüssigkeiten zu homogener Immersion räth D. von der Anwendung der Salzlösungen i Zink- chlorid in Wasser , Cadmiumchlorid in Glycerin , Zinksulfocarbolat in Glycerin) ab und empfiehlt , bei den ätherischen Ölen , von welchen Copaivabalsamöl vor dem Cedernholzöl den Vorzug geringerer Dünnflüssigkeit hat, zu bleiben. Woodward, J. J., Observations suggested by the study of Amphipleura pellucida mounted in Canada-Balsam , by Lamplight and Sunlight with various objectives. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 6. p. 663. Auf Grund photographischer Aufnahme des im Titel genannten Objectes ver- gleicht W. die stärksten der bekannten Systeme ; er stellt in erste Linie 1/12 von Zeiss (Öl-Immersion), dann folgen '/lo von Tolles (Öl-Immersion), Ve «»d Vio von Spencer (Glycerin-Immersion) , und diesen nahestehend, wenn auch sie nicht A. Untersuchung'S- und Conservirungsmethoden. 17 erreichend , Zeiss Y^ (01-Immersion) . Insofern aber bei letzterem die Correc- tion für die Deckglasdicke wegfällt, gibt ihm W. für die Praxis gleichwohl un- bedingt den Vorzug. W. betont übrigens , dass gerade die Vereinfachung der Fassung durch Wegfall der Correctiou die Verbesserung des Mikroskopes auf dem Wege der homogenen Immersion wesentlich begünstige. Cutter, E., L'objectif ''75 de pouce de Tolles, in: Journ. de Microgr., Juin 1879. Empfehlung dieses sehr starken Systems, das indessen kaum zu allgemeinerer Anwendung kommen dürfte, wegen der Schwierigkeit seiner Handhabung, von C. indessen wegen seiner vorzüglichen Bilder, die sich auch photographisch ver- vielfältigen lassen (vgl. unter IV, 13), gerühmt wird. Tolles, R. B., An illuminating Traverse-lens. in; Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 4. p. 389. T. bezweckt mit dieser Vorrichtung die vollkommenste Ausnützung der schie- fen Beleuchtung ; zugleich kann sie als Apertometer dienen. Eine mit abwärts gekelirter Gradtheilung versehene Platte trägt die Vorrichtung der Art, dass das Centrum der Gradtheilung mit dem Präparat zusammenfällt. Die Vorrichtung besteht aus einer planconvexen Linse , deren Masse einer Halbkugel minus der Dicke des Objectträgers gleich ist und mit letzterem durch Immersions-Contact verbunden ist, so ein Ganzes mit ihm darstellend, dessen Krümmungscentrum der Stelle des Präparates entspricht. Eine zweite planconcave Linse ist 1 ebenfalls durch Immersions-Contact) mittels ihrer concaven Fläche , der couvexen der ersten, mit welcher sie gleiche Krümmung hat, aufgelagert. Sie ist zugleich mit der eventuell zu verwendenden Condeusorlinse an einem Metallarme um das Cen- trum der ersten Linse beweglich augebracht. Mittels der Gradtheilung kann man den Beleuchtungswinkel ablesen. Aus der äußersten Stellung dieser Linse, bei welcher man noch ein belichtetes Gesichtsfeld gewinnen kann , lässt sich der Öffnungswinkel des jeweils benutzten Objectivs entnehmen. Woodward, J. J., The oblique Illuminator. An apparatus for obtaining oblique Illumination at definite angle.s. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 4. p. 268. Der Apparat, bestimmt zur schiefen Beleuchtung mit monochromatischem Licht, ist speciell dem großen Stativ von Powell and Lealand angepasst. Er besteht im Wesentlichen aus einer, an einem querstehenden Charnier verstellbaren Sammel- linse (einem schwachen Objectiv;, deren Neigung an einem kleinen Quadranten abgelesen wird. Die Vorrichtung ist an einem horizontal verschiebbaren Messing- stab befestigt, an den mittels einer Hülse das Objectiv fixirt ist. Um noch unter größerem Winkel als 41" (wegen der Brechung des Lichtes an den Flächen des Objectträgers) untersuchen zu können , tritt eine besondere Vorrichtung an die Stelle des Objecttisches. Ein Stahlstab fderselbe ist vertical verschiebbar im Centrum der Hülse, die die Vorrichtung trägt, eingelassen hält auf seinem oberen Ende eine halbkugelige Crownglaslinse, auf deren oberer planer, mit Nelkenöl zu benetzender Fläche der Objectträger aufliegt; das monochromatische Licht, durch ein Prisma erzeugt und dem Condensor zugeführt, fällt jeweils in der Richtung des dem Neigungswinkel der Sammellinse entsprechenden Radius in die als Ob- jecttisch dienende Linse. W. selbst gibt zu, dass für die meisten Zwecke ein- fachere Vorrichtungen genügen. Edmunds, Jam., Note on a Revolver Immersion prism for Substage Illumination, in : Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 1. p. 32. E. nennt das Prisma ein »Revolverw-Prisma, weil mittels desselben Licht in vier Graden von Schrägheit auf das Object geleitet werden kann. Es ist Ys — Vs Zoll im Durchmesser , ist oben kreisrund und eben und unten in zwei rechtwink- lige Prismen geschliffen , deren untere Ränder rechtwinklig aufeinander stehen Zoolog. Jahresbericht 1»>7'J. 2 18 V. üntersuchiinj^s- und Beobachtungsmittel. und dessen Facetten mit der obern Fläche Winkel von ;}0" und üo" und von 41" und 49" bilden. Mayall, J., jr., Illumination Stage Illuminator, in: Journ. II. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. s;j7. Mayall's Vorrichtung bezweckt, auch bei den continentalen Stativen mit dreh- barem Objecttiscli , dessen Dicke die Anwendung schiefen Liclites nur in be- schränktem Grad gestattet , die Anwendung sehr schräger Beleuchtung möglich zu machen. Der Apparat ist ohne Abbildung nicht wohl zu beschreiben. * Siephenson, J. W., A catoptric immersion illuminator. in: Journ. R. Microsc. 8oc. Vol. 2. Nr. 1. p. Hü. Eine planconvexe Linse von 1,2 Zoll Durchmesser ist auf der obern convexen Seite in der Mitte eben geschliffen, um au dieser Vio Zoll im Durchmesser hal- tenden Stelle mittels Öls oder Wassers mit dem Objectträger verbunden zu wer- den. Der Rand ist ebenso wie die Mitte der untern Fläche in einer der obern flachen Stelle entsprechenden Ausdehnung versilbert. Lighton, Wm., A new device dark-tield illumination. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 1. p. 42. Man kann das Bild des Präparates hell im dunklen Grunde sehen, wenn man das Ocular mit einer Messingplatte , die von einer ganz kleinen Öffnung durch- bohrt ist , bedeckt und durch letztere in den Tubus sieht ; verbessert wird der Effect , wenn man ein Ocular benutzt , in welches statt der gewöhnlichen Linse ein achromatisches Triplet von etwa 1 Zoll Öflnung eingefügt ist. Smith, J. Edw., Verbesserung des verticalen Illuminator. (Amer. Naturalist. Vol. 13. p. 194.) in : Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 2. p. 194.; S. hat die Anwendungsfähigkeit der an anderer Stelle dieses Berichts erwähn- ten Vorrichtung (s. Stephenson, p. 13) gesteigert durch Anbringen eines stellbaren Schiebers vor dem Schlitz des Tubus. Tripp, H. L., On the theory of illuminating apparatus employed with the Microscope. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 5. p. 503. Physikalischen Inhaltes. Woodward, J. J., Note on Abbe' s Experiment on Pleurosigma angulatum. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 5. p. 075. Bemerkungen über die Vorzüge der Beleuchtung mit monochromatischem Son- nenlicht gegenüber dem Lampenlicht. Woiff, M., Über Blutuntersuchungen bei infect. Wundkrankheiten. (Ein neuer Condensor.) in: Verhandl. d. Berl. physiol. Ges. im Archiv f. Anat. u. Phys., phys. Abth. p. 570. W. hat mit Dr. Hartnack eine Beleuchtungslinse construirt, die an Hart- uack' sehen Mikroskopen , au welchen sich Abbe's Condensor niclit anbringen lässt, die Stelle des letzteren ersetzt. (Eine genauere Beschreibung liegt nicht vor.) 2. Neue Mikroskope und Nebenapparate. 1. Microscope nouveau; grand modele renverse de Nachet. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. ♦>. p. 765. 2. Transportables Demonstrations-Mikroskop von Nachet. Ibid. p. 766. 3. Microscopes Avith swinging Tailpiece von Zentmayer. Ibid. Nr. 3. p. 320. 4. Reisemikroskop von Zeiss. in: Zeitschr. f. Mikrosk. p. 17. (Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 955. fig.) 5. Contrivance for holding übjects bcneath the Stage. (nach: Monthly Journ. of Science. p. 392.) in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 4. p. 166. A. Untersuchung;«- und Conservirungsmethoden. 19 0. Rotating slips for cheap microscope. nach: Amor. Journ. ot'Microsc. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 5. p. (i2;i. 7. Bulloch, Size of Society Screw. (nach: Anier. Naturalist. Vul. 13. p. (Jü.) in : Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 2. p. 1(5:5. Microscope nouveau ; grand modele renverse de Nachet. in : Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. (). p. 7t)5. Der Tubus dieses (in England noch nicht abgebildeten) Mikroskops ist knie- förmig gebogen, die Kniekungsstelle abwärts, ein Schenkel, senkrecht, trägt das Objectiv ; über diesem Objecttisch , Hülfstisch und Spiegel , der andere geneigte Schenkel das Ocular. Ein Silberspiegel, geeignet aufgestellt, bewirkt die nöthige Strahlenbrechung. Transportables Demonstrations-Mikroskop von Nachet. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 6. p. 766. Ein Mikroskop mit stein>arem Objecttisch , an dessen unterer Fläche das Prä- parat fixirt wird , kann an einem Handgriff von dem Fuß , der den Spiegel trägt, abgenommen werden und direct als Deraonstrations-Mikroskop circuliren. Ein gabelförmiger, nach rückwärts gerichteter Ansatz bildet mit jenem (iriff einen Dreifuß, aufweichen in jedem Moment, ohne Schädigung der Einstellung, die Vorrichtung niedergelegt werden kann. Zum Wechseln der Einstellung braucht man das Ganze nur auf den Fuß aufzusetzen, um es wie ein gewöhnliches Mikro- skop benutzen zu können. Microscopes with swinging Tailpiece. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 3. p. 320. Vorrichtung an einem von Zentmayer in Philadelphia patentirten Mikroskop, wodurch Objecttisch und Hülfstisch (Substage) seitliche Drehungen ausführen kön- nen , um eine zur optischen Axe senkreclite , das Präparat von vorn nach hinten schneidende Linie , zum Zweck alle erdenklichen Modificationen der Beleuchtung herzustellen. ZeiSS, Reisemikroskop, in: Zeitschr. f. Mikrosk. p. 16. (auch: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 955. fig.) Sehr compendiöses Instrument ; namentlich zweckmässig, weil es zugleich eine aplanatische Loupe nach Herausnahme des Tubus behufs der Verwendung als Präparirmikroskop aufnehmen kann, so dass der kleine Kasten i21 : 10 : 11 cm) den gesammten optischen Apparat des Mikroskopikers (auch Zeichnenprisma und Präparirinstrumente) birgt. Contrivance for Holding übjects beneath the Stage. ('nach : Monthly Journ. of Science, p. 392. ! in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 4. p. 466. Um das Präparat behufs voller Ausnützung des schiefen Lichtes an die untere Fläche des Objecttisches fixiren zu können , ist eine dünne Metallplatte mittels einer Hülse von unten in den Blendungscylinder eingefügt ; an deren unterer Fläche wird mittels Federklammer das Präparat fixirt. Rotating slips for cheap microscope. (nach : Amer. Journ. of Microsc, in : Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 5. p. 623. Ein wohlfeiler Ersatz für den drehbaren Objecttisch ist an dem Mikroskop von George Wale angebracht. Der feststehende Objecttisch ist rund ; an seinem Rande gleitet in Rinnen und mittels einer Feder fixirt eine einem Radschuh ähnliche Platte , an welcher zwei gewöhnliche Federklammern befestigt sind ; durch Ver- schiebung der Platte kann man diesen Klammern und mit ihnen dem Präparat jede beliebige Stellung zur Axe des Mikroskops geben. Der Tisch hat dabei, im Gegensatz zu fast allen Drehtischen, die Dicke eines gewöhnlichen einfachen Tisches ; noch dazu kann man aber durch einfache Umkehr der Vorrichtung das 2* 20 V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. Präparat auch an die untere Fläclie des Tisches gleichfalls in beliebiger Stellung anheften. Bulloch, .., Size of Society Screw. (nach: Amer. Naturalist. Vol. 13. p. (JO.) in: Journ. K. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 2. p. 163. B. schlägt vor , das einheitliche Gewinde (society screw) der Amerikaner und Engländer durch ein noch weiteres zu ersetzen, da dasselbe schwachen Systemen mit großem Öffnungswinkel nicht ausreichenden Raum gewähre. 3. Handbücher. 1. Bachmann, Otto, Leitfaden zur Anfertigung mikroskopischer Dauerpräparate. München, Oldenbourg. VII. 196 p. 87 Holzschn. SO. 2. Beale, L. S., How to work with the Microscope. 5. Ed. London, Harrison, 1879. 80. 3. Davies, T., The preparation and mounting of microscope objects. New ed. by John Mat- thews. London, Bogue, 1879. 8«. 4. Marsh, S. , Section cutting. Guide to preparation and mounting of sections for Micro- scope. New York, 1879. 120. 5. Morel, C, Traite elementaire d'histologie humaine normale et pathologique, precede d'un expose des moyens d'observer au microscope. Paris, Bailiiere, 1879. 6. Vogel, Jul., Das Mikroskop und die Methoden der mikroskopischen Untersuchung in ihren verschiedenen Anwendungen. 3. Aufl. Berlin, Denicke, 1879. VII. 231 p. 116 Holzschn. 80. 4. Hülfsmittel der mikroskopischen Präparation. a) Mikrotome. 1. Loewe, L., Eine Modification des Ranvier'schen Mikrotome», in: Zeitschr. f. Mikrosk. p. 123. 2. Ward, F. H., Improved Microtome, in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 957. 3. Seiler, Carl, Practical hints on preparing and mounting animal tissues. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 134. 4. Roy, C. S., Microtome, (nach: Journ. of Physiology, ed. by Foster. p. 19.) in: Journ. K. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 6. p. 768. fig. 5. Flelcher, S. W., Ein neues Mikrotom, (nach: English Mechanic. XXIX. p. 108.) in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 4. p. 466. fig. Sämmtlich Schraubenbewegung des Präparates. 6. Spengel, J. W. , Einige neue Verbesserungen am Schlittenmikrotom. in: Zool. Anz. Nr. 44. p. 641. Abbild. 7. Körting, Einneues Mikrotom, in : Sitzungsber. d. Jen. Ges. f. Naturw. u. Med. 1879. p. 146. 8. Cornet, .., Note relative au microtome de Rivet. in: Bull. Soc. Beige Microsc. Proc. Verb. 1879. p. XCI. 9. Matthew's Section-cutting Machine. in: Mo nthly Journ. of Science, p. 823. b) PräparirMikroskop. 10. Schöbl, J., Ein neues Präparations-Mikroskop. in: Archiv f. mikrosk. Anat. 17. Bd. 2. Hft. p. 165 ff. c) BeleacbtuQgs- aad Zeichnenapparate. Mikrophotographie. 1 1 . Donnadieu, Organisation du Service de la Zoologie h la faculte libre de Lyon, in : Journ. de Microgr. p. 168. 12. Support for the head in drawing with the camera lucida. (nach : Hardwick's Science- Gossi]). Nr. 170.) in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 2. p. 187. A. Untersuchungs- und Conservirungsmethoden. 21 13. Cutter, E., Microphotography with Tolles 'V,^ inch Objectivc. in: Amor. .Tourn. of Sc. 'Silliman). Vol. 18. Aug. p. 93. fig. *14. Crisp, Frank, On some recent forms of Camera lucida. in : Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 1. p. 21. *15. Russell, J. Cunningham, Dcscription of a new form of Camera lucida. in Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 1. p. 25. fig. d) Feuchte Kammer. Ifi. Selenka, E., Keimblätter und Organanlage der Echiniden. in: Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 33. 1. Hft. p. 41. 17, Malassez, . ., Chambre ä air humide graduee. in: Gazette medicale. p. 632. e) Mikrometer. *18. Abbe , Über mikrometrische Messung mittels optischer Bilder, in : Jena. Zeitschr. 12. Bd. Suppl. p. XI— XVII. 19. Marley, Edw. W., On the probable error of micrometric measurements. in ; Araer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 93. 2(». Hitchcock, Rom., A Standard micrometer. Ibid. Nr. 1. p. 47. 21. Rogers, W. A., Standard measures of length. Ibid. Nr. 2. p. 97. 22. ■ On two forms of comparators for measures of length. Ibid. Nr. 3. p. 208. 23. Micrometry. Ibid. Nr. 3. p. 23.5. *24. Rogers, W. A., Limits of accuracy in measurements with the microscope. in; Amer. Naturalist. Vol. 13. Jan. p. 59. f) Drehtische zam Einkitten der Präparate. Gompressorien. 25. Rolfe, Spencer, Improved turntables. (nach: English Mechanic. XXIX. p. 365.1 in; Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 5. p. 617. 26. Mechanical turntable. inach: English Mechanic. p. 139.) ibid. p. 616. 27. Bulloch, . ., Tournette ä centrage automatique. in ; Journ. de Microgr. p. 142. 28. Rogers, F. M., Electrical mounting table, in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 4. p. 468. fig. 29. WiH's Compressorium, descr. by Bolton. (nach: English Mechanic. XXX. 1879. p. 360.) in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 3. Nr. 1. p. 148. g) Verschiedene Hülfsapparate. 30. Apparat zum Schneiden der Deckgläschen, in; Zeitschr. f. Mikrosk. p. 77. 31. Wedl, C, Über die Anwendung der Centrifugal-Maschine für histologische Studien, in : Arch. f. pathol. Anat. Bd. 77. p. 375. 32. Malassez, . ., Apparat zum Zählen kleiner mikroskopischer Formbestandtheile. in; Gaz. med. p. 633. 33. Hoggan, G. u. Eliz., Apparat zur Tinction von membranösen Gebilden, in; Etüde sur les lymphatiques de la peau. Journ. de l'Anat. et de la Physiol. XV. An. p. 54. (s. unter Tinctionen, 6, c. Nr. 3 . 34. Rezner, W. B., Mechanical Finger and Modification by Smith), (nach: Amer. Journ. of Microsc. p. 65, and Populär Science p. 102.) in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 951. fig. 35. Kurz, W., Ein einfaches Präparaten-Etui. in: Zool. Anz. Nr. 20. p. 70. *36. Hilgendorf, F., Anwendung kleiner Spiegelplättchen bei mikroskop. Untersuchungen, in: Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin. Nr. 1. p. 2 — 3. 22 V. Untersuchung'S- und Beobachtuiigsmittel. a) Mikrotome. Loewe, L., Eine Modification des Ranvier'schen Mikrotomes. aus: Beitr. z. Anat. u. Ent- Avickl. d. Nervensyst. d. Säug-eth.) in: Zeitschr. f. Mikrosk. p. 123. L. befestigt das Ranvier'sclie Mikrotom in einem Metallring, der mittels einer Klammer an den Tischrand angeschraubt wird. So behält er beide Hände zum Schneiden mit einem über 20U0 gr schweren Messer von 64 cm Länge, wovon 20 cm auf die bleiernen Handgriffe kommen, frei. Zwei weitere Modificationen rühren von den Verfertigern her ; von K a t s c h in München eine Vorrichtung zum schnelleren Heben und Senken des Bodens des Cylinders, von Rainer in Wien eine Befestigung dieses Bodens durch Bajonettverschluss. Ward, F. H., Improved Microtome, in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 957. Das Mikrotom schliesst sich dem Ranvier'schen an. Die Schnittdicke kann ermittelt werden durch Einspringen eines Sperrhakens in Kerben des Randes der Schraube. Der Haken ist an dem Boden des Cylinders angebracht. Der Boden selbst ist an dem Cylinder durch Bajonetverschluss befestigt, leicht abzunehmen und in zwei Hälften zerlegbar, so dass man die Abnutzung der Schraube und der Sperrfeder durch Zurückdrehen vermeidet , indem man nach dem Gebrauch die Zerlegbarkeit des als Schraubenmutter dienenden Bodens ausnutzt. Seiler, Carl, Practical Hints on preparing and mounting animal tissues. in ; Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 134. S. gibt ein Mikrotom an, welches vollständig vermeiden soll, dass das Messer gegen die zu schneidenden Gewebe gedrückt wird. Das Object Avird in der ge- wöhnlichen Weise von einem Cylinder durch Schraubenbewegung gehoben. Auf dem Teller gleitet das Messer in einer Führung ; letztere besteht aus zwei parallelen Metallarmen, die am Tisch, der das Mikrotom trägt oder an letzterem selbst dreh- bar befestigt sind. Die freien Enden der Stäbe tragen das Messer, dessen Länge dem Abstand der beiden Stäbe gleich ist. Die Vorrichtung bewegt sich also ähn- lich einem sog. Storchschnabel, indem das Messer, die es tragenden Arme und die Platte oder der Stab, welcher letztere trägt, ein bewegliches Parallelogramm bilden. Die Schneide des Messers ist einwärts, also gegen den innerhalb des Parallelogramms befindlichen Cylinder gerichtet; bei der Bewegung gleitet das Messer in der Längsseite des Parallelogrammes entsprechendem Zuge über den Teller des Mikrotomes. Die Vorrichtung ist construirt von Joseph Zentmayer, Philadelphia. Roy, C. S., Micvotome. (nach: Journ. of Physiology, Foster. 1879. p. 19.) in: Jonrn. K. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 6. p. 768. fig. Eine verticale Messingplatte trägt an ihrem oberen Ende ein horizontales Huf- eisen aus einer Glasröhre verfertigt, auf welchem das Messer geführt wird. Das Präparat wird aufwärts bewegt durch eine am unteren Ende der Platte angebrachte Schraube, zugleich mit einer Korkplatte, die in einer Vertiefung jener Platte be- weglich eingelassen ist. Beim Schneiden hält man die Vorrichtung so in der Hand, dass man das (eingebettete; Object gegen die Korkplatte zugleich anpresst. Ein Tropfrohr, welches mit einer Wulff'schen Flasche verbunden ist, an der Messing- platte fixirt, überragt das Hufeisen, damit man (durch Lufteinblasen) das Präparat benetzen kann. Will man uneingebettete Präparate schneiden, so ist zur Scho- nung des Messers zweckmäßig, eine Wachsplatte zwischen Präparat und Kork einzuschalten. — Die Vorrichtung ist zweckmäßig, wo man nur weniger Schnitte bedarf und rasch mit den Präparaten wechseln will. Fletcher, S. W., Ein neues Mikrotom, (nach: English Mechanic. XXIX. p. 108.) in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 4. p. 466. Ein complicirter Apparat, dessen Beschreibung ohne Abbildungen nicht mög- A. Untersuchungs- und Couservirungsmethoden. 23 lieh. Er besteht aus einer Hülse, in welcher das Object befestigt ist, mit einem Abflussrohr zum Ablassen des Alkohol, Hebeschraube und einer Schraubenvor- richtung zum Einstellen für verschieden große Objectc. Das Messer ist in einen dreieckigen Metall-Kahmeu gespannt, der mittels Elfenbeinstiften auf Glasplatten geführt wird. Das Instrument scheint leicht zu handhaben und soll Schnitte von ziemlicher Größe und Feinheit liefern. — Bezugsquelle nicht angegeben. Spengel, J. W., Einige neue Verbes.serungcu am Schlitten -Mikrotom, in: Zool. Anz. Nr. 44. p. 641. Die Klammer zum Halten des Objectes am Ri vet-Leiser'schen Mikrotom ist von Spengel in folgender Weise abgeändert. Das Präparat ist, statt in einer Zange eingeklemmt zwischen zwei parallelen Messingiilattcn , die mittels einer Druckschraube gegen einander gepresst werden. Diese Zwinge ist zunächst drehbar um eine zur Längsnchtung des Mikrotomes rechtwinklige Axe ; der Klotz, in welchen letztere eingelassen ist, kann wiederum um eine der Längsrichtung des In- strumentes parallele Axe rotiren. Mittels Schrauben lässt sich die Vorrichtiiug in jeder Stellung fixiren. Die Klemme mit sammt diesem Apparat in Zusammenhang kann aus dem Schlitten herausgenommen werden, indem nämlich ein von der letztgenannten Axe durchsetzter Klotz durch eine eigene Schraube an dem Schlitten fixirt ist : man ist so durch Besitz mehrerer Klemmen im Stande, abwechselnd mehrere Objecte zu bearbeiten. Der Messer-Schlitten ist ebenfalls abgeändert. Die Platte, welche das Messer trägt ist von unten her durchbohrt von einer Schraube, deren freies Ende das Messer von unten her hebt, so dass das vordere Ende der Schneide, statt wie gewöhnlich etwas abwärts, ein wenig aufwärts ge- richtet ist ; so ist verhindert, dass das Messer von dem zu schneidenden Object gehoben wird ohne zu fassen. Zwischen der Schraube, die das Messer fixirt und dem Messer ist eine ringförmige, auf der oberen Seite kugelig ausgeschliffene Platte eingeführt, in welche die entsprechend geformte ünterfläche des Schrauben- kopfes eingefasst ist ; der Druck der Schraube wirkt dann trotz der Neigung des Messers gleichmäßig, weil die Platte sich letzterer anpassen kann. — Die Schienen, in welchen Object-Schlitten und Messer-Schlitten laufen, bilden zur Mittelplatte des Mikrotomes einen spitzeren Winkel als bei anderen Constructionen. Die Steigung der Schienen ist eine geringere (1 : 20 statt 1 : 10) . Eine Erleichterung der Hand- habung bietet eine weitere Vorrichtung, durch welche der Objectschlitten mittels einer in der Länge des Apparates aufgestellten Schraube verschoben wird ; an dieser ist er mit einer keilförmigen in zwei Hälften zerlegbaren Mutter befestigt, so dass man durch eine grobe Einstellung schnell die gewünschte Stellung des Apparates erreicht. (Die Instrumente mit Sp eng eis Modificationen werden von dem opt. Institut von Adolph Wich mann, Hamburg, große Johannisstraße 17, geliefert.) Körting, . ., Ein neues Mikrotom, in; Sitzungsber. d. Jena. Ges. f. Med. u. Naturwiss. 1879. p. 146. Vorläufige Mittheilung. Das Messer wird mittels Sclditten geführt, zur Ein- stellung des Objectes dient eine getheilte Trommel mit Mikrometerschraube. Näheres ist aus der bisherigen Mittheilung nicht ersichtlich. Gefertigt wird das- selbe von Zeiß in Jena. Cornet, . ., Note relative an Microtöme de Kivet. in: Bull. Soc. Microsc. Beige, p. XCI. Nichts neues. Matthews Section-cutting Machine. nach: Monthly Journ. of Science, p. 823.) in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 9-57. Zur Herstellung von dünnen Abschnitten bis '/lood Zoll aus Hartgebilden ver- wendet M. eine mit einer Kurbel getriebene sorgfältig angespannte auf- und ab- 24 V. Untersuchungs- und Beobachtung.smittel. gehende Säge, gegen welche das Präparat, sei es durch einen Mechanismus, sei es mit der Hand, fixirt ist ; die Regulirung der Schnittdicke geschieht durch Mikrometerschraube. Es ist kaum ein Nachj)olireu der Schnitte nöthig (Verfertiger nicht genannt) . b) Präparir-Mikroskop, Schöbl, Jos., Ein neues Präparations-Mikroskop. Archiv f. mikrosk. Anat. 17. Bd. 2. Hft p. 165 ff. Auf einem schweren Metallfuß erheben sich drei Messingsäulen, zwei an den vorderen Ecken, eine, welche einen Beleuchtungsspiegel trägt, in der Mitte des hinteren Randes; diese tragen einen 22 cm langen, 12 cm breiten Messingtisch, der in der Mitte durchbohrt ist von einer 2 cm weiten, durch Scheibenblendung zu verengenden Öffnung ; er bietet hinlänglichen Raum zum Auflegen der Hände, für Klemmen zum Festhalten des Objectes u. s. f. Auf der linken vorderen Ecke des Tisches erhebt sich eine verticale Messingsäule ; sie trägt fünf übereinander- stehende drehbare und vertical verschiebbare , hohle Messingarme , die mit Schrauben festgestellt werden können ; in der Höhlung der Arme federnd sind Messingstiele angebracht, welche zum Theil, noch mittels Kugelgelenk bezw. Trieb, verstellbare Loupen von verschiedener Stärke, die stärksten an den unteren Armen und ein Dissectionsmikroskop (am mittleren) tragen. Der Hauptvortheil des Instrumentes beruht auf der Möglichkeit, die Vergrößerung sehr schnell zu wechseln und insbesondere auch das Mikroskop, ohne das Präparat zu berühren, ■ benutzen zu können. Das Gestell wird von Mechaniker Grund, Prag, Valentins- gasse 10 geliefert. c) Beleuchtungrs- und Zeichnenapparate. Mikrophotographie. Donnadieu, . ., Organisation du Service de la Zoologie ä la faculte libre de Lyon, in : Journ. de Microgr. p. 168. D. beschreibt die Einrichtung des histologischen Laboratoriums seines zoologi- schen Institutes mit manchen zweckmäßigen Einzelheiten. Bemerkenswerth daraus eine einfache Vorrichtung, um das Mikroskop verstellen, sowie beim Zeichnen mit der Camera dem Papiere beliebige Höhe auf zu diesem Zweck aus der Tisch- platte ausgeschnittenen beweglichen Stativen geben zu können, ohne dass dabei die Beleuchtung eine andere wird. Ferner die Beleuchtungsvorrichtung : eine ein- fache Gasflamme (Flachbrenner) auf flachem Fuß, der zugleich einen beweglichen Reflexspiegel und diesem gegenüber einen Rahmen trägt, in welchen Blendungs- scheiben aus mattem oder einfarbigem Glas eingeschoben werden können. Support for the head in Drawing with the Camera lucida. (nach : Hardwick's Science-Gossip. Nr. 170.) in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 2. p. 187. Es wird vorgeschlagen, beim Zeichnen mittels der Camera den Kopf auf einem verstellbaren gepolsterten Stativ zu fixiren. Cutter, Ephr., Microphotography with Tolles '/vs cni Objective. in: Amer. Journ. of Sc. (Silliman). Vol. 18. Aug. p. 93. C u 1 1 e r ' s Combination ist bestimmt als transportable Vorrichtung zur Auf- nahme von Photographien bei sehr starker Vergrößerung insbesondere zur Blut- untersuchung verwendet zu werden. Ein frei beweglicher Planspiegel, S" breit, [{}" lang, fängt das Licht auf. Zwischen dem horizontalen IVIikroskop und dem Spiegel ist ein 18 zölliges photographisches Objectiv von 3 Zoll Durchmesser ver- stellbar in einer Hülse eingeschaltet. Es dient als Condensor ; indem das Präparat nicht in dessen Focus selbst zu stehen kommt, ist die Einschaltung adiathermaner Medien tiberflüssig ; in der Möglichkeit , so ohne wesentliche Erwärmung des A. üntersuchungs- und Conserviruiigsinethoden. 25 Präparates directes Sonnenlicht benutzen zu können (?? Ref.) sieht C. den Haupt- vortheil seines Apparates. Der Tubus, selbstverständlich ohne Ocular. ist mit einer Camera verbunden. Sämmtliche Theile des Apparates sind auf einem Bret so in einer Rinne beweglich angebracht, dass sie in der Richtung des Mikroskopes einander genähert werden können. Die Vorrichtung ist zunächst für das neue starke System von Tolles verfertigt. Die Einzelheiten der Construction sind un- wesentlich. *Crisp, Frank, On some recent forms of camera lucida. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 1. p. 21—24. ^Russell, J. Ciinningham, üescription of a new form of camera lucida. in : Journ. K. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. J. p. 25. fig. d) Feuchte Kammer. Selenka, E., Keimblätter und Organ-Anlage der Echiniden. in: Zeitschr. f. ■wis.s. Zool. Bd. 3;i. 1. Hft. p. 41. Eine feuchte Kammer zur Beobachtung kleiner Seewasser-Organismen construirt Selenka aus ca. 3 mm dicken aus Spiegelglas (von Vogel in Gießen) gefertigten Glasringen 40 mm äußerem, 30 mm innerem Durchmesser. Dieselben haften auf dem Objecträger durch Capillaradhäsion nach Zusatz einer kleinen Menge Seewassers ; oben schließt sie das aufgelegte Deckglas, an dessen Unterfläche der das Beobachtungsobject enthaltende Wassertropfen haftet. Malassez, Chambre ä air humide graduee. in: Gaz. med. p. 632. (Societe de Biologie.) Ein dicker Objectträger trägt auf der oberen Fläche eine kreisförmige Rinne von 1,5 mm Breite, 1 mm Tiefe bei einem inneren Durchmesser von 7,5 mm. Außerhalb der Rinne durchbohren den Objectträger 3 — 4 Löcher, in welchen feine Schrauben, den Kopf abwärts (jedoch nicht die Unterfläche des Object- trägers überragend) , die vorstehenden Spitzen aufwärts gerichtet, der Art einge- bracht werden, dass auf die letzteren das Deckglas aufgelegt wird, während auf dem von der Rinne umschlossenen Theil des Objectträgers sich das zu untersu- chende Präparat befindet. Indem man etwas Wasser an den Raud des Deckglases bringt, erhält man den luftdichten Abschluß, ohne dass das Wasser mit dem Präparat in Berührung kommt, da es bei seinem Eindringen zwischen Object- träger und Deckglas die Rinne nicht überschreiten kann. Durch Verstellung der Schrauben kann man — mit Hülfe eines Tasters als Messapparat — dem Innen- raum der Kammer eine beliebige Höhe geben. Hierdurch hat man den Vortheil, die Kammer zu Zählungen (z. B. von Blutkörperchen) in bekannter Raumeinheit verwenden zu können, sei es, indem man eine Quadratur auf dem Objectträger, sei es, indem man eine solche des Oculars benutzt (vgl. u.). Der Apparat ist von Verick construirt. e) Mikrometer. *Abbe, E., Über micrometrische Messung mittelst optischer Bilder, in : Jen. Zeitschr. XII. Bd. Suppl. p. XI— XVII. Morley, Edw. W., On the probable Error of micrometric Measurements. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 93. Bestimmung des wahrscheinlichen Messungsfehlers bei mikrometrischen Messun- gen : — mehr von physikalischem Interesse. Hitchcock, Rom. , A Standard micrometer . in : Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1 . Nr. 1 . p. 47. H. spricht sich entschieden zu Gunsten der metrischen Messungseinheit aus gegen den Vorschlag Rogers, eine dem englischen Maßsystem entnommene Universal-Einheit zu creiren. 26 V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. Rogers, W. A., Standard measures of length. in; Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 97 ff. Nachweis der Variationen der Grundmaße und Methode der Bestimmung (vgl. u.) wesentlich von technischem Interesse. Rogers, ^^^ A., ün two forms of comparators for measures of length. in; Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. ."<. p. 208. Beschreibung von Messungsapparaten die mehr für die technische Ausführung von Mikrometertheilung als für histologische Zwecke bestimmt sind. Micrometry. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. .'i. p. 235. Bemerkungen über die mikrometrische Einheit (zu Gunsten des Viooo oam als Grundlage) . 'Rogers, W. A., Limits of accuracy on measurements with the microscope. in: Amer. Naturalist. Vol. 13. Jan. p. 59—60. f) Drehtische zum Einkitteu der Präparate. Compressorieii. Rolfe, Spencer, Improved turntables. mach: English Mechauic. XXIX. p. 3f)5.) in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 5. p. 617. Diese Verbesserung des Drehtisches besteht wesentlich in der Art wie der Objectträger fixirt wird. An einer Stelle nahe dem Umfang des Messingtisches ragen zwei Stifte aus demselben, um etwa den Betrag der Dicke des Objectträgers, hervor, auf verschiedenen Radien und in ungleicher Entfernung vom Rand an- gebracht, so dass eine Ecke des Objectträgers zwischen sie eingeschoben werden kann. Diesen diametral gegenüber ist ein rechtwinkliges Messingstück , die ÖfiFnung des Winkels gegen das Centrum des Tisches sehend, an einem Stifte angebracht, der durch einen Schlitz des Tisches gesteckt wird, und von unten durch ein, um die Säule gelegtes Gummiband gegen das Centrum gezogen wird. Der, in der Richtung einer Diagonale zwischen die Stifte und den Winkel federnd eingeklemmte Objectträger kann nun beliebig herausgenommen und wieder ein- gesetzt werden, wobei die genaue Centrirung leicht zu controlireu ist. (Eine Anzahl concentrischer Linien auf der Messingplatte macht für praktische Zwecke vollkommen ausreichend die gleiche Controle möglich. Ref.). Rolfe, Spencer, Mechanical turntables. (nach: English Mechanic. XXIX. p. 139.^ in; Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 5. p. 616. Die Drehscheibe zur Rotation des Objectträgers wird bewegt durch eine Feder, welche ein im Fuß der Vorrichtung angebrachtes in die Säule des Tisches ein- greifendes Zahnrad-Segment treibt. Zu Beginn hält ein Sperrhaken die Feder gespannt ; ist das Zahnrad-Segment abgelaufen, so bewegt sich der Tisch noch einige Zeit von selbst durch sein Beharrungsvermögen. Bulioch, . ., Tournette ä centrage automatique. in: Journ. de Microgr. p. 142. Die Platte dieses Tisches besteht aus zwei Theilen, einer oberen eigentlichen Tischplatte und einer unteren, etAvas größeren, die nur mit ilirem vorstehenden Rand das Niveau der ersten erreicht, im übrigen aber frei gegen diese verstellbar an der gemeinsamen Axe angebracht ist. In zwei radiären Einschnitten an den entgegengesetzten Enden eines Durchmessers der oberen Platte eingelassene Plätt- chen tragen an ihrem äußeren Ende an Stiften drehbare kleine Metallwinkel, deren Öffnung beim Gebrauch des Tisches zwei diagonale Ecken des Objectträgers um- fasst. Die untere Fläche der die Winkel tragenden Plättchen ist gezähnt: die Zähne greifen ein in einen Schneckengang, der in die obere Fläche der unteren Platte eingelassen ist ; durch Drehung der letzteren werden daher die Plättchen und die von ihnen getragenen Winkel gegen das Centrum des Tisches geführt und A. Uutersuchungs- und Consorvirungsmcthoden. 27 so die genaue Einstellung und Fixirung des Präparates vor dem Einkitten und bei jedesmaliger Verstärkung des Lackringes erreicht. Rogers, F. M., Electrical mounting'table. in; Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 4. p. 4(38. Im Fuß eines drehbaren Tisches zum Einlegen von Präparaten ist ein kleiner elektrischer Rotations- Apparat angebracht. Will's Compressorium. (nach: English Mechanic. 1879. Vol. XXX. p. ;5()0.) in; Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 3. Nr. 1. p. 148. Nicht zum Eeferat geeignet, nach dem vorliegenden nicht ganz deutl. Auzug. g) Verschiedene Hülfsapparate. Apparat zum Schneiden der Deckgläschen, in: Zeitschr. f. Mikrosk. p. 77. Der Diamant ist mittels eines Kugelgelenkes verstellbar an einem Stifte, der an einem horizontalen Arm in l)eliebigen Al)stand von der letzteren tragenden Hülse gebracht werden kann. Diese Hülse ist drehbar um einen Stempel, dessen unteres, gepolstertes Ende auf die Glasplatte aufgesetzt wird. Man schneidet durch ein- fache Drehung des horizontalen Armes um den Stempel, nachdem man dem Dia- mant eine dem gewünschten Durchmesser des Deckglases entsprechende Stellung gegeben hat. Wedl, C. O., über die Anwendung der Centrifugalmaschine für histologi.sche Studien, in; Archiv f. pathol. Anat. Bd. 77. p. 37.5. Zur Darstellung von Schüttel-Präparaten benutzt W. die Centrifugalmaschine in folgender Construction. Die Bewegung eines 15 cm im Durchmesser haltenden Schwungrades wird auf eine 1,3 cm im Durchmesser große, oben und unten auf 1 cm verjüngte 24 cm hohe Spindel, und zwar deren unteres Ende durch einen Schwungriemen übertragen. Auf das obere Ende können verschiedene Aufsätze befestigt werden, so eine Holzdose zur Aufnahme einer, die Präparate euthaltenden Glasdose, ein 30 cm langer Querbalken, an dessen beiden Enden Reagensgläscheu, letztere in einer um 2.=)° geneigten Stellung, angebracht werden können ; in letzterem Falle wird das Ausfließen von Wasser durch Aufsetzen eines Gummi-Däumlings auf das Reagens^^las verhindert. — W. empfiehlt in Weingeist gehärtete Objecto als am besten brauchbar. — Weitere Verwendung der kleinen Centrifugalmaschine durch Aufsetzen einer Kreissäge oder eines Schleifsteines ist natürlich möglich. (Fabrikant nicht angegeben.) Malassez, . ., Methode zur Zählung in mikroskopischen Präparaten (Chambre ä air humide graduee). in: Gaz. med. p. 633. (Soc. de Biol.) Um die in '/looo cmm eines Präparates enthaltenen Formelemente z. B. die Blutkörperchen dieser Blutmenge zu zählen, bringt M. das Blut in die oben re- ferirte feuchte Kammer, der er eine bestimmte Höhe z. B. von '/lo oder 7s oder V5 mm gibt. Die Oculartheilung ist ein Rechteck von 10:4 mm Seitenlänge, in 40 Quadrate (4 Reihen zu je 10) von je l mm Seitenlänge getheilt. Die Ver- größerung muss der Art gewählt sein, dass jedes Feld der Oculartheilung einem solchen im Präparat von 50 jx (0,05 mm) Seitenlänge entspricht. Bei einer Höhe der feuchten Kammer von Yio mm zählt man den Inhalt von sämmtlichen, bei '/s mm von 32, bei '/ö von 20 Quadraten; so erhält man, wie eine einfache Be- rechnung zeigt, jeweils den Inhalt von 0,01 cmm. (Construirt vonVerick.) Einen Vorzug gegenüber dem Apparat von Hayan-Nachet zu derartigen Zählungen sieht M. darin, dass man in der Hand habe, die Höhe der Kammer genau zu reguliren. Rezner, W. B., Mechanical Finger. (Mit Modificationen von E. Smith), (nach: Amer. Journ. of Microsc, p. 65 and Populär Science, p. 102.) in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 951. 28 V. Untersuchungs- und Bcobachtungsmittel. Der »mechanische Finger«, eine Vorrichtung, um sehr kleine Objecto, einzelne Diatomeen z. B., in beliebiger Weise legen zu können, besteht in einem Holzstift, der einii Borste trägt, oder einer langausgezogenen Glasspitze, welche mittels ge- eigneter Schrauben an Hebelarmen verstellbar, unter Controle des Mikroskopes in Berührung mit dem Object gebracht werden können. In der ursprünglichen Gestalt, wie sie Rezner angibt, die jedenfalls für die continentalen Mikroskope zweck- mäßiger erscheint, ist die Vorrichtung am Tubus mittels eines federnden Ringes befestigt; Smith hat direct ein Zwischenstück an den Tubus befestigt. Der Finger kann bei beiden Modificationen auf- und abwärts, bei R. mittels einer auf einen federnden rechtwinklig gebogenen Messingarm wirkenden Schraube, bei Sm. durch Verschiebung eines verticalen Stiftes in einer Hülse bewegt werden. Die hori- zontale Verschiebung beruht bei R. in der Verschiebung eines Stiftes, bei Sm. in einer Axendrehung des verticalen Stiftes sammt der den Finger tragenden Zange. Hinsichtlich der Einzelnheiten der Benutzung ist auf das Original zu verweisen. Kurz, W., Ein einfaches Präparaten-Etui. in; Zool. Anz. Nr. 20. p. 70. K. verwendet zum Transport größerer Mengen von Präparaten Pappkästen, deren Länge der Länge der Objectträger, deren Tiefe der Breite der letzteren bei beliebiger Höhe entspricht ; in diese Averden die Präparate, bis zur Füllung ge- schichtet, getrennt, statt durch je zwei Schutzleisten durch eine hufeisenförmige Pappleiste ; die kurzen Seiten des Hufeisens — zwei gewöhnlichen Schutzleisten entsprechend — verbindet ein schmaler, der einen Längskante des Objectträgers entsprechender Streif. *Hilgendorf, R., Anwendung kleiner Spiegelplättchen zu mikroskopischen Untersuchungen, in: Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde. Berlin. Nr. 1. p. 2 — 3. 5. Conservirungsmethoden. 1. Miall, L. C, Solid mounted Museum Preparations. Sep. Abdr. aus Nature. 1878, mit neueren Zusätzen. 2. Fredericq, Leon, Conservation a sec des tissus mous par la paraffine. in : Gaz. med. de Paris, p. 45. (Soc. de Biol.) 3. Osler, W., Note on Giacomini's Method of preserving the brain. in. Journ. of Anat. Vol. 14. p. 144. 4. Paulier, Arm., Nuovo metodo per studiare il midollo spinale, in: Giern, internaz. Sc. med. Napoli (Raffaele), Anno 1. Fase. 1. p. 16. 5. Rolleston, G., Note on the preservation of encephala bj' the Zinc Chloride, in: Journ. of Anat. Vol. 13. p. 232. 6. Wickersheimer, Conservirungs-Flüssigkeit. (verötientlicht im Zool. Anz. nach der Patent- publication im Deutschen Reichs - Anzeiger. Nr. 251; referirt nach einer späteren Publication, vgl. das Referat). Miall, L. C, Solid mounted Museum Preparations. (Sep. Abdr., früher veröffentlicht in Nature. July 18. 1878, doch seither verbessert.) Statt feuchter Aufbewahrung empfiehlt M. in geeigneten Fällen den Einschluß in Glycerin-Gelatine. In erster Linie verwendet er folgende Vorschrift : Gelatine 2'/2 Unzen ca. Gramm 75 (abgerundet). Glycerin 8 ■> >> " 24ü. Gesätt. Lösung von arseniger Säure 24 » » » 720. Alkohol 4 .. .. .. 120. Essigsäure 2 Drachm. » » 7,4. Mit Eiweiß zu klären. Schmelzpunkt 98° F. = 36,7 C. A. Untersuchungs- und Conservirungsmethoden. 29 Eine andere brauchbare Vorschrift ist : Gelatine 3 Unzen ca. Gramm 90. Zink-Chlorid 2 » .. » Gü. Wasser 30 » » » 1Ü80. Essigsäure 2 Drachmen » » 7,4. In gleicher Art zu klären. Schmelzpunkt 96" F. = 35,5 C. Die zu conservirenden Präparate werden zuerst gereinigt und falls schnelle Veränderung der Farbe nicht zu fürchten ist, einige Stunden in eine Thymol- lösung (0,5'J/q Thymol zu einer Mischung von 1 Theil Wasser mit 2 Theilen Gly- ceriui eingelegt; auch vorher in antiseptischen Flüssigkeiten Alkohol, Chlorzink, Pikrinsäure) gelegene Präparate müssen dieser Behandlung unterzogen werden. Das Präparat wird statt jeder anderen Befestigung auf dem Boden des es auf- nehmenden Gefässes — dem man durch Unterlegen von farbigen Gläsern, Wachs- tafeln u. s. f. eine geeignete Farbe geben kann — zuerst durch eine dünne Schicht der Gelatine angeklebt. Das Gefäß wird schließlich bis zum Rand mit der Gelatine gefüllt und unter Ausschluß aller Luft durch Aufschieben einer seinem Rande gut aufliegenden Glasplatte unter nachträglicher Verkittuug mit einem Firniss u. s. f. fest verschlossen. Das Eingießen der Gelatine muss bei möglichst dem Erstar- rungspunkt naher Temperatur geschehen ; ist sie zu flüssig , so schwimmen die Präparate leicht fort. Luftblasen dürfen erst nachträglich entfernt werden. Sehr große Präparate kommen zweckmäßig in Gefäße, bei welchen die deckende Glas- platte statt auf dem Rand selbst auf einem Vorspruug unterhalb desselben auf- liegt. (Verschluß zweckmäßig mit einem Gemisch von Canadabalsam mit Wachs. Die Gelatine wird zweckmäßig in kleineren (300 Gramm) Flaschen aufbewahrt, die man im heißen Wasser erwärmen kann. Fredericq, Leon, Conservation a sec des tissiis mous par la paraffine. in : Gaz. Med. de Paris, p. 45. (See. de Biolog.). Die Präparate werden in Alkohol vollständig entwässert, dann mit Terpentinöl vollständig durchtränkt, zuletzt je nach ihrer Größe 2 — 8 Stunden und länger in geschmolzenes Paraffin gelegt ; zu achten ist darauf, dass Letzteres nicht über 60" erwärmt wird. Nach Entfernung des oberflächlich anhaftenden Paraffin (durch Abwischen eventuell im Dampfstrom) ist das Präparat fertig ; es gleicht einem genauen Wachsabguss des Objectes. Osler, W., Note on Giacomini's Method of preserving the brain. in: Journ. ot' Anat. Vol. 14. p. 144. 0. bestätigt die Vortheile jener Methode (Giacomini, Nuovo processo per la conservazione del Cervello. Communicazione allo reale Academia di Medicina di Torino lb78). Paulier, Arm., Nuovo metodo per stud. il mid. spin. in : Giorn. internaz. Sc. med. T. J. p. 16. Mark in 2 dopp. chroms. Kali, 4 schwefeis. Kupfer, 100 Wasser; nach 8 — ^10 Tagen in 1% Schwefel- oder Salzsäure; nach 2 — 3 Tagen in 1"/^ Chlorallösung 12 Stunden lang. Zum Isoliren der grauen und weißen Substanz u. s. f. Rolleston, G., Note on the preservation of encephala by the Zinc Chloride, in: Journ. of Anat. Vol. 13. p. 232. Empfehlung der von Bischoff angewendeten Behandlung frischer Gehirne mit Chlorzink, dann Alkohol. Wickersheimer, Conservirungs-Methode. (Deutscher Reichs-Anzeiger. Nr. 251. v. 25. Oct. 1879.) in: Zool. Anz. Nr. 45. p. 669. Es werden über dem Feuer in 3000,0 Wasser gelöst: 100 Alaun, 25 Koch- salz, 12 Salpeter, 60 Pottasche, 20 Arsenik (arsenige Säure). Nach dem Er- kalten wird filtrirt und 10 Raumtlieile des neutralen Filtrates mit 1 Raum- 30 V. Untersuchungs- und Beobachtung'smittel. theilen Glycerin, 1 Holznapbta gemischt. (Die Vorschrift ist hier nach einer Mittlieilung von Dr. G. Broesicke, Centralblatt f. tl. med. Wissensch. ISSO. p. 1'.) wiedergegeben, da nach Br. sich in die ministerielle Bekanntmachung Druckfehler eingeschlichen haben ; derselben Quelle ist zu entnehmen, dass die Firma Pätz und Flohr in Berlin verschiedene Modificationen der Lösung unter Aufsicht des Erfinders herstellt. Ref.). Die Lösung eonservirt die Theile in ihren natürlichen Farben. Sollen dieselben trocken aufbewahrt werden, so müssen sie nach (5 — 12 Tage langem Liegen (je nach ihrem Volum) in der Lösung an der Luft getrocknet werden. Hohlorgane müssen, vor dem Einlegen in die Lösung mit ihr ausgefüllt, Därme vor dem Trocknen aufgeblasen werden. Die Organe behalten dabei ihre Beweglichkeit. Kleinere Thiere bewahrt man dauernd in der Flüssigkeit. — Größere Körper halten sich zum Zweck der Präparation Jalire lang, wenn einfach injicirt. (Die beiden letzten Erfahrungen kann Referent theilweise bestätigen ; bei der Trocken- aufljewahrung ebenso wie l)ei längerem Liegen von Präparaten in der Lösung ist Schimmelbildung zu fürchten. — Im Übrigen ist die Zusammensetzung der Lösung jedenfalls der Vereinfachung fähig ; da die Thonerde des Alauns naturgemäß bei . der Mischung ausfällt, (wie eine im hiesigen chemischen Laboratorium ausgeführte Analyse speciell bestätigt , so würde, wie Professor Wislicenus vorschlägt ver- mutlilich Alaun und Pottasche sich durch schwefelsaures Kali ersetzen lassen.') (Bei längerer Verwendung zu Präparationen wäre übrigens noch die Gefahr etwaiger ehronisclier Arsenik-Vergiftung zu berücksichtigen. An einer mit der Lösung behandelten Leiche — deren Erhaltung alle Erwartung übertraf — beschäftigte Präparanten klagten über Kopfschmerzen. Die Farbe der Organe wird übrigens nur insoweit erhalten, als sie nicht von deren Blutgehalt abhängt. Das Blut wird rasch ausgezogen, oder fließt beim Trocknen ab. Referent). 6. Histologische Untsrsuchungsmethoden. a) Allgemeines. 1. Valentin, G., Bestimmung tier Brechungsverhältnisse der Gewebe mittels des Abbe'schen Refractometers. (Ein Beitrag zur Kenntniss der Brechungsverhältnisse der Thier - gewebe in: Pflüger's Archiv f. d. ges. Phys. Bd. I!l. p. 7.5. — Fortgesetzte Unter- suchungen etc. Ibid. Bd. 20. p. 283. 2. Robertson, D., Renseignements sur la maniere de recolter les microzoaires marines, in : Journ. de Microgr. p. 33 L 3. Brandt, K., Mikrochemische Untersuchungen, in: Sitzungsber. d. Berl. phys. Ges. p. 54. 4. Seaman, W. H., The microscopical examination of fibres. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. L p. 32. 5. Johnson, C. B., Removal of Air from microscopic specimens. (nach: Amer. Naturalist Vol. 13. Jan. p. äl .) in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 2. p. 1.50. (i. Gage, S. H., Untersuch, lebender Wasserthiere. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. p.71. 7. Altmann, Rieh., Über die Verwendbarkeit der Corrosion in der mikroskopischen Ana- tomie, in: Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 16. p. 471. 8. Born, G., Technische Mittheilungen über die von ihm benutzten Methoden in »die Na- senhöhlen und der Thränennasengang der Wirbel thiere«. in: Morphol. Jahrb. Bd. 5. p. 64. 65. 1) Herr Prof. Wislicenus theilt mir mit, dass nach neueren Versuchen etwas Thon- erde gelöst bleibt durch das Glycerin, welches wenn auch in geringerem Grade als andere vielwerthige Alkohole die Ausfällung eines kleinen Theils der Thonerde, also auch deren Nachweis verhindert. A. Untersuchungs- und Conservirungsmethoden. 31 b) Einbettungsmethoden. 9. Strasser, H., Einbettung sehr kleiner Objecte in «Zur Entwicklung der Extremitäten- knür])el bei Salamandern und Tritonen«. in: Morphol. Jahrb. Bd. 5. p. 24."!. 10. Gage, S. H., Zur Paraffin-Einbettung, in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 100. 1 1 . Duval, M., De l'emploi du Collodion humide pour la pratique des coupes microscopiques. in: Journ. de l'Anat. et de la Physiol. XV. An. p. 1S5. ])a.sselbe noch wiederholt an anderen Stellen mit kleinen Erweiterungen publicirt., 12. Lacaze-Duthiers, H. de, Note sur un procede pour faire des coupes. in: Arch. Zool. experim. T. ü. p. XXXVIII. 13. Kadyi, Hnr., Seife als Einbettungsmasse beim Anfertigen mikrosko])ischer Schnitte, in : Zool. Anz. Nr. ;^7. p. 476. c) Tinction. Injection. 14. Grenacher, IL, Einige Notizen zur Tinctionstechnik, besonders zur Kernfärbung, in: Arch. f. mikrosk. Anat. lü. Bd. 3. Hft. ]). 4(J3. ;Carmin. Purpurin. 15. Lang, A., Eine neue Tinctionsmethodc. in: Zool. Anz. Nr. 19. p. 45. Picrocarmin. Eosin. ; If). Seiler, Carl, Practical hints on preparingand mounting animal tissues. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 3. p. 220. (Carmin. Indigschwefels. Natron. y .17. Cook, . ., Note on Logwood staining Solution, in: Journ. of Anat. Vol. 14. p. 140. Hämatoxylin. 1^. Renaut, J., Sur leosine hematoxyline et sur son emploi en histologie in: Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. 8S. Nr. 20. p. 1039. Eosin. Hämatoxylin.; 19. Parker, T. Jeffrey, On some applications of Osmic Aeid to microsc. purposes. in : Journ. K. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 4. p. 381. 20. Grenacher, H., Untersuchungen über das Sehorgan der Arthropoden, p. 24. Verwendung des eigenen Pigmentes der Organe als Farbstoff.) 21. Barrett, A. H., Staining Fluids for Vegetable Tissues. (nach: Hardwick's Science Gos- sip. p. 255.) in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 942. 22. Rawitz, Beruh. , Die Kanvier sehen Einschnürungen und Lautermann'schen Einkerbungen. in: Arch. f. Anat., anat. Abthl. 1. u. 2. Hft. p. 57. (Alkoholische Fuchsinlösung für frische Präparate.) 23. Hoggan, George and Francis Elizabeth, Etüde sur les lymphatiques de la peau. in : Journ. de l'Anat. et Physiol. XV. An. Nr. 1. p. 54. 24. , Etüde sur les lymphatiques des muscles stries. Ibid. p. 588. Gold-Silber-Behandlung. 25. Schäfer, H., Beiträge zur Injectionstechnik. in: Zeitschr. f. Mikrosk. p. 10. 2Ü. Brandt, K., Das Tingiren mikroskopischer Präparate. Ibid. p. 113. d) Maceriren. Entkalken. 27. Seiler, Carl, Practical hints on preparing and mounting animal tissues. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 131. 28. Caudereau, . ., Sur un procede nouv. de dissociation des glandes. in : Gaz. Medic. p. 577. 29. Rawitz, Beruh., Die Ranvier'schen Einschnürungen und die Lautermann'schen Einker- bungen, in: Arch. f. Anat., anat. Abthl. p. 72. (Javelle-Lauge als Macerations- mittel.) 30. Lavdowsky, .., Zum Nachweis der Axencylinder-Structurbestandtheile u. s. f. in: Centralbl. f. d. med. Wissensch. Carbolwasser als Macerationsmittel.) 32 ^ ■ Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. e) Erhärtungs- and ConservirungsFlüssigkeiten. ;n. Langerhans, P., Modification der Farrand'sehen Flüssigkeit, in : Zool. Anz. Nr. 41. p. 575. ;<2. Lang, A., Nachträge zu meiner Notiz über Conservation mittelst Sublimatlösung. in: Zool. Anz. Nr. 19. p. 46. 3Ü. Certes, . ., Sur une methode de conservation des infusoires. in; Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. 88. p. 433. — Journ. de Microgr. Mai 1879. 34. Henneguy, .., Procede technique pour l'etude des embryons des poissons. in; Journ.de Microgr. p. 72. 35. Gage, S. H., Conservirung rother Blutkörperchen von Amphibien, in; Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. IGU. 3t). Arndt, . ., Beobachtungen an rothen Blutkörperchen des Menschen, in : Arch. f. pathol. Anat. Bd. 78. p. 3. f) Einkitten. 37. Seiler, Carl, Practicalhintsonpreparing and mountinganimal tissues. in; Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 3. p. 223. a) Allgemeines. Valentin, G., Bestimmung der Brechimgsverhältnisse der Gewebe. (Ein Beitrag zur Kenntniss der Brechungsverhältnisse der Thiergew ehe.: in; Pflügers Arch. f. d. ges. Physiol. Bd. 19. p. 78. — Fortgesetzte Untersuchungen etc. Ibid. Bd. 2(J. p. 283). Die Bestimmung der Brecliungsverhältuisse thierisclier Gewebe ist für Flüssig- keiten und durchsiclitige Gewebe leicht mit dem Abbe'schen Refractometer aus- zuführen ; die zu untersuchende Substanz wird hierbei zwischen zwei mit der Hypoteuusenfläche einander zugekehrte rechtwinklige Flintglas -Prismen einge- schaltet ; soweit das von unten kommende Licht nicht total reflectirt wird an der die Zwischenschicht bildenden Substanz , dringt es durch das obere Prisma und die Hülfs- Apparate (Compensator und Fernrohr) in das Auge des Beobachters. Durch geeignete Einstellung der Grenzlinie der totalen Reflexion in einem Faden- kreuz und entsprechende Ablesung gewinnt man das nöthige Material für die Berechnung des Brechungs-Index. Indessen sind die meisten Gewebe nicht in hinreichender Durchsichtigkeit zu erhalten ; selbst die dünnsten Knochen- oder Zahn-schlitfe nicht. Zu deren Untersuchung verwendet daher Valentin eine neuere Vorrichtung Abbe's, eine von letzterem (Sitzungsber. d. Jenaischen Ges. f. Med. u. Naturw. 1879. 21. Febr.) vorgeschlagene Modification des ur- sprünglichen Apparates. In die untere Hälfte der Metallfassung des oberen Flint- glasprisma ist eine Lücke ausgeschnitten, auf welche eine planconvexe Linse auf- gesetzt wird ; durch letztere fällt das Licht von oben her durch das Prisma auf den der Hypotenusenfläche desselben mit möglichst glatter Fläche aufgepressten zu untersuchenden Körper ; das untere Prisma ist überflüssig. Hinsichtlich der Einzelnheiten der in Betracht kommenden Apparate muß auf die Original- Abhand- lungen von Valentin sowie auf Abbe's erste Beschreibung des Refractometers (Neue Apparate zur Bestimmung des Brechungs- und Zerstreuungsvermögens fester und flüssiger Körper, Jena 1874. Sep. Abdr. der Jenaisclien Zeitschrift) verwiesen werden. Robertson, l)av., Renseignements sur la maniere de recolter les microzoaires marines, in: Journal de microgr. p. 331., Compt. rend. Soc. Beige Microsc. Nr.VIII. p. CXCIX. (aus dem Engl, übers.; Zusammenstellung der zum Sammeln kleiner Seethiere zweckmässigen Methoden. A. Untersuchungs- und Conservirungsmethoden. 33 Brandt, K., Mikrochemische Untersuchungen, in: Sitzimgsber. d. Berl. physiol. Ges. p. 34. Ausgehend von der Thatsache, dass den Kernen ein besonderer Stoff, das Nu- deln, eigen ist, untersuchte B. eine Reihe von Organismen auf ilir mikrochemisches Verhalten. Das Nuclein ist in Kochsalz unlöslich. Da sich Protamoeba in 10% Kochsalzlösung vollständig auflöste, so enthält sie diese Substanz nicht ; während wie Hoppe-Seyler gezeigt hat, andere Organismen ohne morphologisch nach- weisbaren Kern, Nuclein enthalten. Eine Reihe von Protozoen zeigte nach Lo- sung des Eiweisses, Fettes und des Nucleins (durch successive Behandlung mit Chlornatrium lU^/o und Natriumcarbonat P/oi'esp. Ammoniak) einen Rückstand, der nach seinen Reactionen organischer Natur und zwar vermuthlich ein der Cel- lulose ähnliches Kohlenhydrat ist (wenn auch Jodschwefelsäure oder Chlorzink- reaction im Stich lassen) . Die Substanz färbt sich in Bismarckbraun in lebenden Organismen, so dass dessen Lösung (1 : 3000) zum Nachweis z. B. an einem le- benden Actiuosphaerium verwandt werden kann, da nur noch das Fett, nicht aber Eiweiß und Nuclein am lebenden Thiere jenen Farbstoff annehmen. Nach- träglicher Zusatz der genannten Salze löst die sämmtlichen Substanzen — auch das Fett — mit Ausnahme der braungefärbten Materie, Seaman, W. H. , The microscopical exaniination of fibres. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 1. p. 32. Kurze Darstellung der Diagnostik verschiedener Fasern mit besonderer Rück- sicht auf die Erkenntnis verschiedener Formen der Pflanzenfaser ; für letztere ist eine zweckmässige Übersichtstabelle beigefügt. Johnson, C. B., Removal of Air from microscopic specimens. nach: Amer. Natural. Vol. 13. Jan. p. 57. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 1. p. 150. Zur Entfernung von Luftblasen kommen die zum Einlegen fertigen Präparate in einer Glasflasche in einen Vulcanisirungsapparat, wie ihn die Zahnärzte brauchen, und wird dieser einige Minuten auf 300° Fahr, (160 Gels.) erwärmt. Das noch in der Flasche enthaltene Wasser wird nach dem Abkühlen durch Alkohol ersetzt. Das zunächst für pflanzliche Präparate, Holz u. s. f. bestimmte Verfahren dürfte nur bei wenigen Objecten der thierischen Histologie verwendbar sein, Gage, S. H. , Mittel zur Untersuchung im Wasser lebender Organismen, in: Americ. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 1. p. 71. Um die Bewegungen von Insecten, Amphibienlarven u. s. f. im Wasser auf- zuheben (zu Demonstrationszwecken), soll man dem Wasser einige Tropfen Äther zufügen; Herzcontraction, Blutbewegung u. a. m. sollen so vorzüglich leicht zu zeigen sein. Die Thiere werden wieder munter, sobald sie in frisches Wasser kommen. Altmann, Rieh., Ueber die Verwerthbarkeit der Corrosion in der mikroskopischen Anatomie, in: Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. IG. 3. Heft. p. 471 ff. Die Möglichkeit, thierische Gewebe durch Eau de Javelle (Lösung von unter- chlorigsaurem Natron mit überschüssigem Chlor) zu zerstören, unter Erhaltung des in jenen enthaltenen Fettes, namentlich, wenn es durch Osmiumwirkung ge- ronnen und erhärtet ist, benutzt A., indem er mit Fett imprägnirte oder injicirte Gewebe obiger Behandlung unterzieht, um Corrosionsbilder der kleinsten Hohl- räume in den Organen dem Mikroskope zugängig zu machen. Mit Öl (Olivenöl) injicirte Organe müssen in gefrornem Zustande (damit das Öl nicht ausfließt) in dünne Scheiben zerlegt werden, ehe man die Osmiumlösung (1 : 1001 einwirken lässt; dünne Häute können direct eingelegt werden. Die Osmiumbehandlung, durch welche das Öl erhärtet, soll 24 Stunden dauern ; die Einwirkungszeit der Lauge hängt von der Größe, Zartheit u. s. f. des Objectes ab. Die fertigen Prä- parate werden aus der Glasschale, in welcher man sie der Lauge aussetzt, um mit Zoolog. Jahre.sbericht 1879. 3 34 V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. dem Mikroskop den Fortschritt der Corrosion zu controliren, in Glycerin über- tragen. Ganz besonderen Vortheil bietet das Verfahren bei pigmentreichen Ge- weben, in welchen einfach injicirte Gefässe durch den eigenen FarbstotF des Or- ganes verdeckt werden. (Hüllen des Bulbus.) Fett-Injection von Lymphge- fässen 'Haut des Frosches) kann man durch Einspritzen der Blutgefässe bei über- mäßigem Druck, namentlich nach vorlierigem künstlichem Ödem, erhalten. Audi die Lücken der Cornea (Hornhautkörperchen) können (bei Triton cristatus) so gefüllt werden. Die Ölinjection geschieht bei Kaltblütern von der Aorta aus mit der Spritze, bei kleinern Säugern (Kaninchen) von der Carotis, nachdem das Thier verblutet ist, durch den directen Druck der injicirten Flüssigkeit, die man aus einer Höhe von ca. 3 m einströmen lässt. Man kann das Öl vorher roth färben, indem man es mit Alcanna-Wurzel kocht und colirt. Zur Imprägnation der Gewebe mit Fett werden ganz kleine Stücke derselben in eine Mischung eingelegt, die man erhält, indem man zu einem Gemenge von 1 Vol. Olivenöl mit '/^^^^l- Alkohol absolutus so lange Äther zusetzt, bis sich beim Schütteln eine klare Lösung bildet ; letztere vermag eine geringe Menge Wasser zu lösen ; sollte man zu wenig von der Mischung genommen haben, so daß sie sich trübt, so läßt sich mit Ätherzusatz doch nur in engen Grenzen naclihelfen. Die Art, wie sich die Gewebe imprägniren, ist übrigens fast mehr von deren Structur, als von ihrem Wassergehalt abhängig. Statt der Olivenölmischung kann auch ein Gemenge von 2 Theilen Ricinusöl mit 1 Theil Alkohol, ohne Zusatz von Äther in ganz gleicher Weise verwendet werden, die sogar noch schärfer sich in der Vertheilung in den Geweben differenzirt als jene. Sie hat außer ihrer Ein- fachheit den Vorzug mehr Wasser aufzunehmen, also auch größere Gewebestücke zu imprägniren, dagegen den Nachtheil der Dickflüssigkeit und grösseren Zähig- keit. Beide Flüssigkeiten müssen daher nebeneinander zur Anwendung kommen. Zur Imprägnation bleiben die Gewebestücke (frischen Präparaten entnommen) 5 — 8 Tage in der Ölmischung, kommen dann in Wasser und nachdem das Öl ausgefallen ist und sie womöglich durch Schütteln mit Wasser oberflächlich ge- reinigt sind, in Osmiumsäure ; größere Stücke sind auch hiebei vorher in gefror- nem Zustand in Scheiben zu zerlegen. Der Grad der Imprägnation der Gewebe- bestandtheile variirt nach deren Wassergehalt. Da hier ein Gegensatz zwischen absoluter Farblosigkeit und prononcirter Färbung nicht hervortritt, vielmelir Übergänge bestehen, so muß noch sorgfältiger der Grad der Wirkung der Corro- sion controlirt werden. Vorzüglich empfiehlt A. die Imprägnationsmethode zur Darstellung der Hornhautkörperchen, vor allen aber zur Darstellung der Lymph- lücken in Organen, in welchen sie sich wie in der Chorioidea und Retina, der Darstellung durch Injection entziehen. — In einzelnen Fällen kann man brauch- ■ bare Bilder erlangen, wenn man auf die Corrosion verzichtet und die imprägnirten Organe mit einem Gemische gleicher Theile Alkohol mit Alcannin behandelt, wonach sich die imprägnirten Theile roth gefärbt präsentiren. Die zahlreichen Einzelangaben A.'s für die Behandlung der verschiedensten Gewebe und Organe sind im Orginal einzusehen. Born, G., Die Nasenhöhlen und der Thränennasengang der amnioten Wirbelthiere. in: Morphol. Jahrb. Bd. 5. Hft. 1. p. 64. (55. B. gibt einige Ergänzungen zu früheren Mittheilungen über die von ihm zur Anfertigung von Schnitzereien und Modellen der Kopfform kleiner Thiere be- nutzten Methoden. Er entkalkt (nach Busch) mit Salpetersäure 2 — 4<'/q, nach- dem die Thiere , wenn möglich frisch , in absoluten Alkohol eingelegt waren ; dann färbt er die Präparate in toto in concentrirter Lösung von Bismarckbraun ; er bettet sie in die aucli bisher von ihm benutzte Wallrath - Ricinusölmasse ein, (wobei die vorher nicht zu lange in Bergamottöl getauchten Präparate nicht über A. Untersuchungs- und Conservirungsmethoden. 35 45 — 50" erwärmt werden dürfen) zu deren Lösung an den Schnitten ein Gemisch von 1 Terpentin auf 3 Kreosot dient. Zum Modelliren (Darstellung des Präpa- rats aus aufeinander geschichteten, die einzelnen Schnitte nachbildenden Wachs- platten) nimmt er jetzt fast reines, nur mit wenig Terpentin und Stearin versetztes Wachs, weil solches nicht so leicht bricht wie bei größerem Stearingehalt. b) Eiubettnugsmetliodeu. Strassen, H., Zur EnUvicklung der Extremitätenkuorpel bei Salamandern und Tritonen. in: Morphol. Jahrb. 5. Bd. 2. Hft. p. 243. Str. setzt der von Kleinenberg angegebenen Einbettungsmasse (Spermaceti 4, Ricinusöl 1) noch 3 — 4 Talg zu. Um sehr kleine Objecte auf bequeme Art in der gewünschten Richtung schnittgerecht sich orientiren zu können, legt er sie zwischen Glimmerplättchen in die warme Masse, deren Temperatur nie 45° überschreiten darf. Nach dem Erkalten lassen sich die Glimmerplättchen von der Masse leicht lösen, welche letztere dann als dünne Platte die das Object enthält in beliebiger Lage auf einen Block schwerer schmelzbarer Massen mit erhitzten Nadeln festgekittet werden kann. Gage, S. H., Zur Paraffin-Einbettung, in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. lüu. G. empfiehlt, falls man die fertigen Präparate in Glycerin einzuschließen vor- hat, die zu schneidenden Stücke vor der Paraffineinbettung in dicke Gummilösung zu tauchen, dann einige Minuten in Alkohol zu legen. Das erhärtende Gummi bildet eine schützende Hülle, welche verhindert, dass das Paraffin in die Höhlungen eindringt oder dem Präparate anhaften bleibt. Duval, Math., l^e l'emploi du Collodion humide pour la pratique des coupes microscopiques. in: Journ. de l'Anat. et Physiol. (Robin etPouchet). XV. An. Nr. 2. p. 185 ff. Das Verfahren bezweckt, sehr zarte- Objecte, namentlich solche, die reich an Hohlräumen oder Gewebslücken sind, in eine Masse einzubetten, welche durch- sichtig genug ist, dass sie von den fertigen Schnitten vor dem Einlegen nicht entfernt zu werden braucht. Die gehärteten, gefärbten und entwässerten Stücke (junge Keimanlagen, Embryonen, embryonale Gehirne u. a. m.) werden einige Minuten in Äther getaucht, dann auf 10 Minuten bis 24 Stunden, je nach ihrer Größe in flüssiges Collodium eingelegt ; danach werden dieselben (kleinere nach Befestigung auf Hollundermarkl in Alkohol eingelegt ; man kann dann nach be- liebiger Zeit die Schnitte anfertigen ; Präparat und Messer müssen stets mit Alkohol befeuchtet werden. Zarte Schnitte können unter Wasser auf den Objectträger übertragen werden ; die Untersuchung geschieht in Glycerin, worin die den Schnitt einhüllende dünne Collodiumschicht ganz unsichtbar wird. Färbt man die einzelnen Schnitte erst nachträglich, so nimmt das Collodium die Farbe fast nicht an und verliert sie eventuell beim Auswaschen. Will man die Präparate transparent einlegen, so muss man statt Dammarfirniß oder Canadabalsam Nelkenöl anwenden, weil das Collodium in dem Harz körnig wird. Das Einkitten geschieht alsdann mit in Chloroform gelöstem Canadabalsam. (Duval hat seine Methode mehrfach, so im Journ. de Microgr., der Gaz. med. u. a. a. 0. veröffentlicht.) Lacaze-Duthiers, H. de, Note sur un procede pour faire des coupes. in: Arch. Zool. experim. T. 6. p. XXXVIII. Um sehr schnell Schnitte zur ersten Untersuchung, namentlich kleiner Objecte zu erhalten, empfiehlt L., die Organe der Thiere in eine starke, dunkelgelbe, sehr heiße Chromsäurelösung zu werfen. Nach wenig Minuten ist das Stück so weit erhäi-tet, dass man die zu schneidende Stelle isoliren kann ; man bringt dann letztere (ein kleines Ganglion u. s. f.; in eine schwache, hellgelbe Chromsäure- lösung von gewöhnlicher Temperatur, in welcher sie bleiben, bis man etwaige 36 V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. weitere Präparationen des Thieres beendet hat. Als Einbettungsmaterial dient Mundleim, der von bester Qualität, namentlich ganz durchsichtig sein muss. Ihn hält man vorräthig in doppelter Form, als dünne Platten und als Lösung von Syrupconsistenz ; beide müssen in feuchter Luft (unter einer Glasdecke, falls nicht am Meeresstrand die Luft an sich Feuchtigkeit genug enthält) verwahrt werden ; die Platten bleiben dann weich, so dass sie die richtige Schnittconsistenz haben. Man klebt nun das einzubettende Stück mittels eines Tropfens der Lösung auf eine Tafel nahe einem Kande derselben ; ein Stückchen Pauspapier oder Gelatin- papier, mit der Lösung getränkt und erweicht wird darauf gelegt ; man kann auf letzteres kleine Notizen über Schnittrichtung u. s. f. aufzeichnen ; andere Objecte werden parallel dem ersten auf dieselbe Platte gelegt. Schließlich deckt eine zweite dünnere Leimtafel rasch mit der ersten verklebend das Ganze. Die Masse bleibt so durchsichtig, dass man Präparate und Notizen leicht sehen kann. Nun- mehr lässt man nur noch den, die Präparate ti*agendeu Theil der Platte unter der Glocke; der freie Theil trocknet so schnell und wird härter. Man kann bald schneiden ; die Schnittrichtung lässt sich wegen der Transparenz der Masse unter der Loupe controliren. Die Schnitte kommen in Wasser, worin sich der Mund- leim rasch löst ; und sind nunmehr zur Untersuchung fertig. — Die einzige Schwierigkeit ist, den Leim hinlänglich weich zu erhalten ; wird er zu hart, so ist das Schneiden unmöglich; leichte -Anfeuchtung kann hier helfen; sind die Stücke beim Eintrocknen des Leimes geschrumpft, so gleicht sich dies durch nachträgliches Aufquellen wieder aus. Kadyi, Hnr., Seife als Einbettungsmasse beim Anfertigen mikroskopischer Schnitte, in: Zool. Anz. Nr. '.il. p. 47G. 25 Gramm feingeschabte Natronseife (weiße Wachskernseife) [sapo domest. pulv. der meisten Apotheken, Ref.J werden über dem Wasserbad in 100 ccm 96 0/q Alkohol gelöst; beim Erkalten der anfangs mit weißer Farbe erhärteten Masse wird Wasser (5 — 10 ccm) tropfenweise zugesetzt, bis sie beim Erstarren durchscheinend bleibt. Die Masse schmilzt bei 60 — 70° C, erstarrt schnell, imbibirt das einzubettende Object und lässt sich leicht wieder extrahiren durch 90 'Yo Alkohol. Die Masse lässt sich in verschlossenen Kolben aufheben. Beim Schneiden wird das Messer mit Spiritus befeuchtet. (Nach Erfahrung des Re- ferenten ist ein, ihm durch Herrn B er mann mitgetheiltes, von Dr. Gasser in Hamburg, gelegentlich der Naturforscherversammlung vorgezeigtes Verfahren, wobei der Seifenlösung noch ca. ^3 Glycerin zugesetzt wird, vorzuziehen. Alle Seifenlösungen stossen übrigens beim Erwärmen im Glas so stark, dass ihre Ver- wendung nie ganz ungefährlich ist.) c) Tiuctiou. lujectiou. Grenacher, H., Einige Notizen zur Tinctionstechnik, besonders zur Kernfärbung, in: Arch. f. mikrosk. Anat. 16. Bd. 3. Hft. p. 463. Ein sehr einfaches und sicheres Kernfärbemittel erhält man, wenn man eine con- centrirte Alaunlösung (Kali oder Ammoniakalaun) mit 0,5 — 1 o/o Carmin 10 — 20 Minuten kocht und dann auf den gewünschten Alaungehalt verdünnt. In der filtrirten Lösung färben sich Schnitte in wenig Minuten. Überfärben ist auch bei langem Liegen ebenso wenig wie diffuse Tinction, ausgenommen allenfalls bei quergestreiften Muskeln zu fürchten. Zur Aufbewahrung setzt man der Lösung eine Spur Carbolsäure als Antisepticum zu. — Eine andere Methode zu sicherer Kernfärbung mit Carmin ist folgende : Zu einer klaren, nöthigenfalls filtrirten Lösung durch Kochen von 0,5 — 0,75 Carmin mit 1,0 — 2,0 Borax in 100 Wasser dargestellt, wird tropfenweise ver- A. Untersuchungs- und Conservirungsmethoden. 37 dünnte Essigsäure zugesetzt, bis sie die Farbe einer gewöhnlichen ammoniaka- lischen Lösung angenommen hat. Nachdem die entstehenden Niederschläge ab- filtrirt, oder bequemer durch Decantiren entfernt sind, lässt man diese Lösung Y2 — 3 Minuten auf Schnitte einwirken, die man dann, scheinbar diffus gefärbt, in 700/0 Alkohol einlegt, dem man auf ein Uhrschälchen 1 Tropfen Salzsäure, bei zarten Geweben noch weniger zusetzt ; dabei löst sich in wenig Minuten ein Theil des Farbstoffes auf, während ein anderer Theil von den Kernen aufgenommen wird. (In gleicher Weise kann man auch bei Anwendung der Carmin- Alaunlösung etwaige diffuse Färbung beseitigen) . — Will man größere Stücke vor dem Schnei- den durchfärben, so wird eine Lösung von 2 — 3 Carmin, 4 Borax zu 100 Wasser, die mit dem gleichen Volum 70% Alkohol (ohne Essigsäure-Zusatz) verdünnt ist, benutzt. Die hiemit durchtränkten Stücke kommen ohne vorheriges Abspülen in schwach angesäuerten Alkohol (4—6 Tropfen Salzsäure auf 100 ccm); nach dem Auswaschen werden sie in gewöhnlicher Weise verarbeitet. — Eine andere brauchbare Lösung erhält man durch Kochen von Carmin (je nach der Sorte ver- schiedene Menge) in schwach angesäuertem Alkohol von 60 — SO^/q (3 — 4 Tropfen Salzsäure auf 50 ccm). Falls diese Lösung diffus färben sollte, muss durch tropfenweisen Zusatz von Salzsäure, falls sie zu sauer, (was sich durch gelbröth- liche Farbe documentirt) durch Ammoniak nachgeholfen werden. Namentlich zweckmäßig ist diese Lösung zur Tinction von Schnitten in Alkohol erhärteter Objecto , da diese in wässeriger Lösung zuweilen durch Aufquellen Schaden leiden. Das Auswaschen, ebenso etwaiges Verdünnen der Lösung geschieht in Alkohol, weil bei Wasserzusatz der Carmin ausfällt. — Purpurin verwendet Gren acher in einer Lösung, die er durch Kochen von einer Messerspitze Purpurin in einer Solution von 1 — 3 Alaun in ca. 50 ccm reinem oder sehr wenig verdünntem Glycerin erhält ; nach mehrtägigem Stehen und Filtriren ist dieselbe brauchbar ; sie zeichnet sich durch Haltbarkeit vor der von Ran vi er angegebenen Lösung aus. Mit den genannten Lösungen tingirte Präparate müssen in Canada-Balsam oder angesäuertem Glycerin wegen ihrer Empfindlichkeit gegen Alkalien aufbewahrt werden. Lang, A., Eine neue Tinctionsmethode. in : Zool. Anz. Nr. 19. p. 45. L. empfiehlt eine Mischung von gleichen Mengen 1 ^j^ Pikrocarmin mit 2 % wässeriger Eosinlösung, um neben den durch Carminfärbung hervortretenden Gebilden auch den sonst farblos bleibenden protoplasmatischen und anderen Ge- webeth eilen Farbe zu verleihen. Extrahirt wird successive mit 70 %, dann 90 % Alkohol. Besonders empfohlen ist diese Behandlung für Dendrocoelen ; die Präparate sollen vorher in Alkohol gehärtet sein. Seiler, C, Practical Hints on preparing and mounting animal tissues. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 3. p. 220. Zur Carminfärbung benutzt S. eine von Wo od ward publicirte boraxhaltige Carminlösuug unter Nachbehandlung mit salzsäurehaltigem Alkohol. Auch be- dient er sich einer Doppelfärbung, erzielt durch Nachbehandlung der sorgfältig ausgewässerten Carmin-tingirten Schnitte mit Indigo. Die benutzten Lösungen sind : a. Carmin gr. 1.5 il,ü) Borax 3 1 (3,5) Wasser fl l 51/2 (150) Alkohol 950/0 fl l 11 (330) b. Salzsäure 1,0 Alkohol 4,0 c. Lösung von indigoschwefels. Natron 2 Tropfen Alkohol 950/0 1 Unze (30,0) 38 V. Unter suchungs- und Beobachtungsmittel. Das indigoschwefelsaure Natron bereitet S. indem er besten Bengal-Indigo mit rauchender Schwefelsäure digerirt, die überschüssige Säure auswäscht, mit Koch- salz ausfällt, das gut ausgewaschene Präcipitat in warmem destillirtem Wasser zur Sättigung löst. — Zum Autliellen verwendet S. Benzol ; zum Einlegen Canada- Balsam, der in warmem absolutem Alkohol gelöst ist. Cook, . ., Note on Logwood staining Solution, in : Journ. of Anat. Vol. 14. p. 140. Um Chromsäurepräparate mit derselben Leichtigkeit mit Hämatoxylin zu fär- ben wie frische oder in Alkohol gehärtete Präparate, bereitet C. seine Lösung in folgender Weise : 6 Theile Blauholzextract, 6 Theile Alaun und 1 Theil Kupfer- vitriolwerden gepulvert und allmählich mit 40 Theilen Wasser versetzt. Nach zwei- tägigem Stehen unter zeitweiligem Umrühren Avird die Masse filtrirt ; das Filtrat, dem man einen Thymolkiystall, um Schimmelbildung zu verhindern, beifügt, färbt genügend verdünnt frische und Alkoholpräparate direct. Für Chromsäurepräpa- rate mischt man unmittelbar vor dem Gebrauch 8 Theile jener Lösung mit 120 Wasser und 1 Theil Yio Vo Lösutig von doppeltchromsaurem Kali. Zum Aus- waschen dient Wasser. Renaut, J., Sur l'eosine hematoxyline et sur son emploi an histologie. in : Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. 88. Nr. 20. p. 1039. Um eine geeignete Flüssigkeit für Doppelfärbung mit Carmin und Hämatoxylin zu erhalten, fügt R. die Böhmer'sche Hämatoxylinlösung tropfenweise zu einem Gemenge von gleichen Volumina Glycerin mit wässriger oder alkoholischer Eosin- lösung, bis die Fluorescenz der letzteren eben verschwindet, und filtrirt. Die Lö- sung eignet sich besonders für in Osmium oder Chromsäure gehärtete Objecte, die sich in Pikrocarmin schlecht färben. Die Kerne werden violet, Bindegewebe perlgrau , elastische Fasern und Blutkörperchen dunkelroth , Protoplasma und Axencylinder rosa. Namentlich wichtig sind aber die Diflferenzirungen in Drü- senzellen, die sich durch dies Reagens erzielen lassen. Parker, T. Jeffrey, On some Applications of Osmic Acid to MicroscopicPurposes. in: Journ. R. microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 4. p. 383. P. empfiehlt die Anwendung der Osmiumsäure mit nachfolgender Alkohol- behandlung bei niederen Thieren, zarten Pflanzentheilen u. s.f. , für letztere auch Mischungen von Chromsäure und Osmiumsäure (Cr. 0^ 0,25^0? 9 Theile Os- miums. 10/0 1 Theil). Grenacher, H., Untersuchung über das Sehorgan der Arthropoden, p. 24. Zum Nachweis der Kerne in pigmentreichen Organen — Spinnenauge — be- dient sich G. eines Verfahrens, das unter ähnlichen Bedingungen vielleicht wei- tere Verwendung finden könnte , wenn nämlich die Behandlung des Präparates mit Salpetersäure der nachträglichen Färbung mit den gewöhnlichen Mitteln Schwierigkeit bereiten sollte. Wenn aucli G. keine diesbezügliche Andeutung macht, glaubt Referent doch im Hinblick auf die gegebene Möglichkeit jenes Ver- fahren hier erwähnen zu sollen : »Man färbt mit dem in Lösung übergeführten Pigmente selbst, indem man nur eine minimale Spur von Salpetersäure hinzufügt und dann das Präparat sich selbst überläßt. Die Lösung muss aber so langsam erfolgen, dass erst nach 12 — 24 Stunden der Hof um den Schnitt auftritt. Das Pigment wirkt hier wie ein von außen eingeführter Farbstofi"; es verschwindet von jenen Stellen, wo es sich vorher befand, um sich ganz in den Kernen nieder- zuschlagen, wobei die andern Gewebstheile nur unbedeutend daran participiren.« Barrett, A. H., Staining Fluids for Vegetable Tissues. (nach: HardM'icke, Science Gossip, p. 255.). in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 7. p. 942. Die Schnitte pflanzlicher Gewebe kommen zunächst in P/,^ Lösung von »Craw- shaw's aniline blue dye«, von da in starke Essigsäure, von da aus in eine schwache A. üntersuchuuf^s- und Con«ervirungsmethodeu. 39 Lösung von Mageuta (Judson's dye) , wieder in Essigsäure, um endlich in Glyce- ringelatin eingelegt zu werden. Es sollen durch diese Doppelfärbung mehrfache Ditlerenzirungen der Intensität und der Nuance der Farben erzielt werden. Rawitz, Beruh., Die Ranvier'schen Einschnürungen und Lautermann'schen Einkerbungen, in : Archiv f. Anat., anat. Abth. 1. u. 2. Hft. p. 62. Zur Darstellung der Kanvier' sehen Einschnürungen wird ein Stück des Ischia- dicus vom Frosch 4 — 24 Stunden in verdünnter alkoholischer Fuchsinlösung (6 — 7 Tropfen 4*yo Lösung auf ein Uhrschälchen Wasser) behandelt, dann in Liquor Kali acetici (50'^/q) untersucht. — Die Präparate lassen sich nicht con- serviren. Hoggan, Geo. et Frs. Elizab., Etüde sur les IjTnphatiques de la peau. in: Journ. de l'Anat. etPhys. XV. An. Nr. 1. p. 54. Etüde sur les lymphatiques des muscles stries. Ibid. p. 588. Zur histologischen Behandlung der Haut empfehlen Herr und Frau H. einen Ap- parat, bestehend aus einem cylindrischen Kautschukring, auf dessen eine Öffnung das Hautstück, die Cutisfläche einwärts aufgelegt, und dann gleich der Membran einer Trommel mit einem zweiten Gummiring fixirt wird. Die Darstellung der Lymphgefäßausbreitung geschieht, indem man successive eine halbprocentige Silbernitratlösung, dann eine ebenso starke Goldchloridlösung in die Höhlung des inneren Ringes, also auf die Cutisfläche aufgießt und hier je 30 Secunden ein- wirken lässt. Ebenso wie für die Haut combiniren dieselben Silber- und Goldbehandlung zur Darstellung der Lymphbahnen im quergestreiften Muskel ; platte Muskeln (transv. abdominis, diaphragma u. a. m.), auf die vorbeschriebene Trommel die Perito- nealfläche einwärts aufgespannt, werden einige Secunden mit l^o Silberlösung benetzt, 1 Minuten dem Licht exponirt, dann eine Minute mit Y2 % Goldlösung behandelt. Untersuchung nach der Reduction in Glycerin. Schäfer, H., Beiträge zur Injectionstechnik. in: Zeitschr. f. Mikrosk. p. 10. Kurze Übersicht der Injectionstechnik. Brandt, K., Das Tingiren mikroskopischer Präparate, in : Zeitschr. f. Mikrosk. p. 113. Zusammenstellung der bekannten Tinctionsmethoden. d) Macerireu. Entkalken. Seiler, Carl, Practica! Hints etc. in: Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 131. Zum Entkalken benutzt S. folgende Lösung : Chromsäure gr. 15 (0.75) Salpetersäure 3 1 (3.5.) Wasser 5 7 (210.0) Caudereau, . ., Sur un procede nouveau de dissociation des glandes. in: Gaz. med. p. 577. Societe de Biologie. Zum Isoliren speciell der Drüsen der Magenschleimhaut benützt C. Kochen in (Kali-) Salpeterlösungen. Die frischen Stücke werden nach kurzem Aufenthalt in Osmium längere Zeit (ca. 3 Stunden) in der Lösung gekocht ; solche Präparate haben den Nachtheil, sich schwer zu färben. Besser ist daher folgendes Verfah- ren : Zu einem Liter eines Gemenges von 1 Theil Müller scher Flüssigkeit mit 2 Theilen Wasser setzt C. 30 — 40 Gramm des Salzes; in dieser Lösung (die bei älteren Präparaten dahin abzuändern ist, dass mehr Müller sehe Flüssigkeit, we- niger Salpeter zu verwenden ist) kocht man gleichfalls 3 Stunden. Rawitz, Beruh., Die Ranvier'schen Einschnürungen etc. in: Arch. f. Anat., anat. Abth. 1. u. 2. Hft. p. 72. 40 V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. Zur Isolation der Nervenfasern raacerirt R. den Nerven 24 Stunden in ver- dünnter Javelle-Lauge (2 Tropfen der officinellen solutio natr. hypochlor. auf 25 com Wasser) und isolirt durch Schütteln. Lavdowsky, . . , Zum Nachweis der Axencylinder-Structurbestandtheile am markhaltigen Nerven, in; Centralbl. f. medic. Wiss. Nr. 48. ]). 804. Macerirt mit Osmium behandelte Nerven (Ischiadicus vom Frosch) 7 — 10 Tage in carbolisirtem Wasser (l : 100). e) Erhärtnng-s- und ConserTirungs-FlUsslgkeiten. Langerhans, P., Modification der Farrand'schen Flüssigkeit, in: Zool. Anz. Nr. 41. p. 575. Zur Conservirung kleiner Seewasserthiere als mikroskopische Dauerpräparate empfiehlt Langerhans folgende Modificationen der Farr and 'sehen Lösung: Man mischt Gummi arab. 5,0 mit Glycerin 5,0 ; dazu fügt man nach 12 Stunden Glycerin 5,0, Sol. aquosa acid. carbolici (5: 100) 10,0. Man gibt davon etwas an den Rand des Deckglases zu dem lebenden Thier und ersetzt das ver- dunstende. Die Schrumpfung ist sehr gering und selbst viele Farben halten sich. Lang, A., Nachträge zu meiner Notiz über Conservation vermittelst Sublimatlösung, in: Zool. Anz. Nr. 19. p. 46. L. empfiehlt für Conservation niederer Thiere (namentlich aus der Gruppe der Coelenteraten, Echinodermen, Würmer) Conservirung in Sublimat zur Vorbehand- lung für histologische Zwecke, manchmal als allein brauchbare Methode (Den- drocoelen). Einer früher (Zool. Anz. Nr. 1, für Planarien) von ihm angegebenen reiht er noch folgende Vorschriften an : a) Concentrirte Lösung von Quecksilberchlorid in Pikrinschwefelsäure. b) Concentrirte wässerige Lösung von Quecksilberchlorid. Certes, .., Sur une methode de conservation des infasoires. in: Compt. rend. Ac. Sc. Paris, T. 88. Nr. 9. p. 433—436. — Journ. de Microgr., Mai 1879. C. empfiehlt Infusorien zur Conservirung in Gestalt mikroskopischer Präparate durch Osmiumsäure zu tödten. Dies kann auf doppelte Weise geschehen ; ent- weder indem man sie einige Minuten den Dämpfen einer 2 % igen Lösung aus- setzt oder indem man den Wassertropfen, der das Thier enthält in einen kleinen Tropfen der Lösung auf den Objectträger fallen lässt. In beiden Fällen kommt es wesentlich darauf an, dass das intacte Thier plötz- lich mit der Säure in Berührung kommt. Nach dem das Deckglas aufgelegt ist, was mit größter Vorsicht geschehen muss, damit die Thiere nicht zerdrückt wer- den, kann man vor dem definitiven Einschluss noch Färbungen vornehmen ; am geeignetsten dazu ist nach C. eine Mischung von Glycerin, Wasser, Ranvier'schem Pikrocarmin zu gleichen Theilen. Zum Einschluss dient Glycerin. Damit diese Flüssigkeiten nur allmählich an das Präparat gelangen, verfährt man so, dass man zuerst das Deckglas an zwei Rändern z. B. durch Canadabalsam festlegt, dann an einem Rand 1 Tropfen Färbungsflüssigkeit, später verdünntes, zuletzt reines Glycerin zusetzt und das ganze Präparat in die feuchte Kammer bringt. Hier- durch verdunstet die ursprüngliche Flüssigkeit so langsam, dass nur ganz all- mählich das den Präparaten gefährliche Glycerin dieselben erreicht. Henneguy, . ., Procede technique pour l'etude des embryons des poissons. (Soc. Philomath.) in: Journ. de Microgr. p. 72. (Übers, in: Ann. of Nat. Hist. Vol. 3. p. 240.) Henneguy eröflfnet die einige Minuten mit Osmium behandelten Eier unter Müller' scher Flüssigkeit, färbt dann mit Methylgrün oder um Schnitte zu machen, nach mehrtägigem Liegen in Müller scher Flüssigkeit mit Pikrocarmin. Die Ein- bettung geschieht nach dem Duval'schen Collodion- Verfahren (vgl. p. 35). B. Zoologische Gärten. Aquarien. Terrarien. 41 Gage, S. H., Conservirung rother Blutkörperchen von Amphibien, in ; Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. 160. Man lässt das Blut direct in gesättigte Pikrinlösung fließen ; nach einigen Minuten ersetzt man diese durch Pikrocarmin. Nach ein bis zwei Tagen conser- virt man in angesäuertem Glyceriu. (Glycerin 100 Theile, Essigsäure 1 Theil.) Arndt, . ., Beobachtungen an rothen Blutkörperchen des Menschen, in: Arch. f. pathol. Anat. Bd. 78. p. 8. A. empfiehlt Lösung von chromsaurem Ammoniak in Serum (1 Theil Salz auf 100 Theile Serum) zur Untersuchung des Blutes, namentlich auch von Amphibien und Fischen, als äußerst schonende Zusatzflüssigkeit. f) Einkitten. Seiler, C, Practical Hints etc. in; Amer. Quart. Microsc. Journ. Vol. 1. Nr. 3. p. 223. Als ersten Verschluss für Glycerinpräparate empfiehlt S. folgenden Kitt : Cox's Gelatine 3 2 (7,0) Essigsäure 5 1 (30,0) Gummi Ammoniak gr. 10 (0,5). Nach Lösung auf dem Wasserbad durch ein Tuch zu filtriren. Ist der provi- sorische Einschluss mit dieser Flüssigkeit etwas erstarrt, so wird das ganze Präparat in eine wässerige Lösung von doppeltchromsaurem Kali (0,5 : 30 [gr. 10 : .5 l] ) auf eine Minute getaucht, dann zum Trocknen an das Licht ge- legt, wodurch vollkommene Erhärtung erreicht wird. B. Zoologisclie (xärten. Aquarien. Terrarien. (Referent: Dr. F. C. Noll in Frankfurt a. M.) Ein Bericht über die in dem Jahre 1879 in den zoologischen Gärten gemachten Leistungen und Fortschritte in Bezug auf Einrichtungen für die Thiere, auf die bei deren Haltung befolgten Principien, auf die dabei gewonnenen Erfahrungen u. s. w. muss leider sehr mager ausfallen. Nicht als ob es in Wirklichkeit an dem Material dazu fehlte ! Ist doch gerade der Fortschritt hinsichtlich der Haltung der Thiere ein deutlich wahrnehmbarer. Wie zweckmäßig gegen ältere Einrichtungen sind alle neueren Thierhäuser der zoologischen Gärten , wie ist da für Raum zur Bewegung, für Luft, Wärme und Sonnenlicht gesorgt, und wie danken dies auch die Bewohner dieser Räume durch gutes Aussehen, längeres Leben und durch ihre Vermehrung. Vielmehr fehlt es nur an der Mittheilsamkeit der betreflfenden Institute. Die meisten derselben sind zufrieden, wenn ihre Einrichtungen sich bewähren und vor allem, wenn der finanzielle Stand des Unternehmens ein befriedigender ist. Ihre litterari- sche Thätigkeit aber bleibt auf die Localpresse und auf die Tagesblätter beschränkt, so dass die Resultate ihrer Thätigkeit nicht in weiteren Kreisen bekannt werden. Auch die von den meisten zoologischen Gärten ausgegebenen Jahresberichte über den Stand derselben während des letzten Jahres enthalten nur statistisches , wenn auch oft schätzbares Material und gelangen nicht in den Buchhandel. Nur drei Gesellschaften lassen regelmäßig Publicationen erscheinen ; die Zoo- logical Society of London, die Soci^te d'Acclimatation zu Paris und die Neue zoolo- gische Gesellschaft zu Frankfurt a. M. Die Proceedings of the scientific meetings of the Zoological Society of London bilden jährlich einen stattlichen Band, ausgestattet mit guten Illustrationen. Aus 42 V. Untersuchuiif^«- und Beobachtungsmittel. den Gärten der zoologischen Gesellschaft bringen sie aber nur gelegentlich einen Report on the additions to the Society's Menagerie ; Berichte über Einrichtungen in den Gärten, über Thierhaltung u. s. w. geben sie niemals, wohl aber ein äußerst reiches Material zu allen Theilen der wissenschaftlichen Zoologie. Fast nur Acclimatisationszwecken dient das Bulletin mensuel de la Societe d'Acclimatation, das in Monatsheften erscheint und sowohl die Einführung und Hal- tung von Thieren wie von Pflanzen behandelt. Die Illustrationen sind von geringe- rer Bedeutung ; am Schlüsse wird ein kleiner Bericht über die neueren französischen Publicationen auf diesem Gebiete gegeben. Der »Zoologische Garten« , herausgegeben von der Neuen Zoologischen Gesell- schaft zu Frankfurt a. M., ist das einzige Blatt, das Beiträge zur Geschichte der zoologischen Gärten sammelt und Berichte über Einrichtungen der Thierbehälter und Häuser, über zweckdienliche Apparate etc. liefert. Beobachtungen über das Leben der Thiere in der Gefangenschaft, über ihre Fortpflanzung, ihr Lebensalter und alle einschlagenden Gebiete werden zahlreich mitgetheilt, und ebenso wird dem Freileben der höheren Thiere und ihrer Bedeutung für den Menschen Aufmerksam- keit gewidmet ; über Aquarien enthält die Zeitschrift ebenfalls reiches Material. Regelmäßige Berichte über Haltung der Thiere und über Beobachtungen an densel- ben liefern aber außer dem Frankfurter Garten nur wenige andere Institute, vor allem der Hamburger Garten, dann Cincinnati, Dresden u. a. In neuerer Zeit hat noch die russische Acclimatisations-Gesellschaft in Moskau Berichte aus dem dortigen zoologischen und Accliraatisations- Garten verötfentlicht (u. d. Tit: Arbeiten der russ. Acclim.-Gesellsch. in den Berichten der kais. Ges. der Freunde d. Naturw. etc. [HsnicTia hmh. oöiij;. .iioö. ecTeex. etc.] in Moskau), denen photographische Abbildungen und Grundrisse mehrerer der in den Antwerpe- ner, Breslauer, Berliner, Dresdener, Frankfurter, Hamburger zoologischen Gärten befindlichen Thierhäuser, sowie einzelner Häuser des Moskauer Gartens beigegeben sind. Die gegenwärtig bestehenden zoologischen Gärten. i) l. Deatschland. (Alphabetisch geordnet.) Berlin. Eröffnet 1844. Director: Dr. med. Bodinus. Bestand 1879: 113 Arten Säugethiere, 50 Arten Hühnervögel, 48 Arten Stelzvögel. (Das Übrige ist nicht angegeben.; Breslau. Eröffnet 1865. Director: Dr. med. F. Schlegel. Bestand 1875: 269 Säugethiere, 417 Vögel, 5 Reptilien. Summa 691 Thiere. Crefeld, »Handelsthiergarten«. Eröffnetl879. Director: Premierlieutnanta. D. Stechmann. Cöln. Eröffnet 1860. Director: N. Funck. Dresden. Eröffnet 1861. Director: Alwin Schöpff. Düsseldorf. Eröffnet 1876. Director: Joh. v. Fischer. Elberfeld. Projectirt, noch nicht in Angriff genommen ; der Thierarzt Maaß ist zum Direc- tor ausersehen. Frankfurt a. M. Eröffnet 1858. Director: Dr. vet. Max Schmidt. Bestand 1879: 293 Säuge- thiere in 105 Arten, 1159 Vögel in 197 Arten, 9 Reptilien in 4 Arten. Summa 1451 Thiere in 306 Arten. Hamburg. Eröffnet 1863. Director: Dr. phil. H. Bo lau. Bestand Ende 1878 : 321 Säuge- thiere in 146 Arten, 915 Vögel in 270 Arten. Summa 1236 Thiere in 416 Arten. ') Vgl. auch Dr. W. Stricker, Geschichte der Menagerien und zoologischen Gärten. Sammlung gemeinverständlicher Avissenschaftlicher Vorträge, herausgeg. v. R. Virchow und Fr. V. Holtzendorfl". 14. Serie. Heft 336. Berlin 1880. — Wo der Bestand an Thieren in un- eerem Verzeichnisse nicht angegeben ist, wurde derselbe nicht der Öffentlichkeit übergeben. B. Zoologische Gärten. Aquarien. Terrarien. 43 Hannover. Eröffnet 1865. Director; Thierarzt Ch. Kuckuck. Karlsruhe. Eröffnet 1866, ist seit 1877 Stadtgarten unter der Leitung der Stadtgarten-Com- mission und verfolgt den Zweck, durch Musikproductionen, Anlagen und Thierschau- stellung zu unterhalten und zu belehren. Bestand : 1 1 Arten Säugethiere, 40 Arten Vögel, 2 Arten Reptilien. Summa 53 Arten. Münster i. W. Eröffnet 1875. Pflegt besonders einheimische Thiere. Stuttgart. Privatgarten des Herrn Nill, verknüpft mit einer Restauration. 2. Frankreich. Bordeaux. (?) Lyon. (?) Paris, a) Jardin des plantes. Eröffnet 1794. Enthält eine große Menagerie von dem Charac- ter eines zoologischen Gartens. Vom Staate unterhalten. b) Jardin d'Acclimatation im Bois de Boulogne. Eigenthum der Societe d'Accli- matation. Eröffnet 1860. Director: Geoffroy St. Hilaire. Verfolgt den Zweck des Ac- climatisirens von Pflanzen und Thieren. Gibt letztere leihweise (en cheptel) an ihre Mitglieder ab. Veröffentlicht ein Bulletin mensuel (s. oben) . Tours (Beaujardin bei). Privatgarten des Herrn Cornely de St. Gerlach , hat mit gutem Er- folg fremde Thiere zur Fortpflanzung gebracht, zuletzt den Wasserhirsch, Hydropo- tes inermis Swinh. 3. England. Dublin. »Royal Zoological Gardens.« Eröffnet 1830. Superintendent: Mr. Carter. London. »Zoological Society of London.« Eröffnet 1828. Superintendent: Mr. Bartlett. Secretär der Gesellschaft: Dr. Ph. L. Sclater. Der älteste und reichste aller zoo- logischen Gärten. Veröffentlicht : Proceedings s. o.) und Transactions mit größeren Abhandlungen. Ferner: »List of Vertebrated Animals now or lately living in the Gar- dens of the Zool. Soc." 7. Ausgabe, 1S79. Dies ist ein schätzbares Verzeichnis aller der Thiere, welche von der Gründung des Gartens an in demselben gelebt haben, nebst der Angabe, ob sie durch Kauf, Tausch oder als Geschenk in den Garten gelangt oder dort geboren wurden. 4. Schweiz. Basel. Eröffnet 1874. Director: Hagmann. Stand Ende 1877: 83 Säugethiere in 36 Arten, 506 Vögel in 143 Arten, 8 Reptilien in 3 Arten. Summa 597 Thiere in 182 Arten. 5. Rolland. Amsterdam. «Kon. Zoologisch Genootschap Natura Artis Magistra.« Eröffnet 1838. Direc- tor: G. F. We stermann. Haag ;'s Gravenhage) . »Kon. Zoologisch-Botanisch Genootschap.« Eröffnet 1863. Director: R. T. Maitland. Rotterdam. »Rotterdamsche Diergaarde.« Eröffnet 1857. Director: A. A. v. Bemmelen. 6. Belgien. Antwerpen. Eröffnet 1843. Director: Dr. Vekemans. Veranstaltet jährlich große Thier- auctionen. Gent. Eröffnet 1851. Director: Prof. Ro digas. Hat vorzugsweise die Acclimatisation im Auge. Lüttich. Eröffnet ?. Director : Graf deRoberti. 7. Österreich. Pest. Eröffnet 1866. Director: J. Cimez. Schönbrunn. Kaiserliche Menagerie. Eröffnet 1752. Inspector : Alois Kraus. Prag. (Die Errichtung eines zoologischen Gartens ist projectirt.) 8. Rassland. Moskau. Eröffnet 1864. Acclimatisations- und zoologischer Garten (s. oben). 44 V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. 9. Dänemark. Kopenhagen Frederiksberg) . »Zoologiske Have.« Eröffnet 1858. Bestand Ende Septbr. 1875 : IH'.tSäugethiere in 75 Arten, 6;n Vögel in 173 Arten. Summa 806 Thiere in 248 Arten. 10. Spanien. Madrid. Eröffnet 1857. Hält besonders Hausthiere ; Hühner etc. 11. Italien. Mailand. (?) Turin. '?) 12. Amerika. Cincinnati. Eröffnet 1875. New-Yorl(. »Central Park Menagerie.« Eröffnet?. Director ; William A. Co nkl in. Be- stand 1879 : Säugethiere 423 in 98 Arten, Vögel 753 in 134 Arten, Reptilien 30 in 10 Arten. Summa 1206 Thiere in 242 Species. »New York Aquarium«. Manager : H. D o r n e r. Philadelphia. Eröffnet 1859. Superintendent: Arthur E. Brown. Bestand 1879 : Säuge- thiere 378, Vögel 327, Reptilien 69, Amphibien 52. Summa 826 Thiere. Blumenau in Brasilien. Privatgarten des Herrn Schlüter. Eröffnet 1870. 13. Ägypten. 14. Ostindien. 15. Australien. 16. Java. Gezireh. Garten des Khedive. Caicutta. Eröffnet 1875. Melbourne. Eröffnet 1857. Batavia. (7) Zimmerapparate zur Haltung von Thieren. 1. Terrarien. Exotische Reptilien sind in der letzten Zeit viel mehr als früher in Gefangen- schaft gehalten worden, wozu auch durch die Ausdehnung des Handels mit Thieren mehr Gelegenheit geboten ist. Manche wichtigen Erfahrungen sind dadurch bereits gewonnen. Zur Haltung dieser Thiere ist vor allem viel und gleichmäßige Wärme nöthig, und Reptilienbehälter haben dies in erster Linie zu beachten. Einen solchen, der neben der zweckmäßigen Einrichtung auch durch bequeme Bedienung und geringe Unterhaltungskosten sehr empfehlenswerth ist, hat Joh. V. Fischer, Director des Zoologischen Gartens in Düsseldorf construirt. (Mein neues heizbares Terrarium für Reptilien, in: Zool. Garten, 1879, Decbr. p. 353. Mit Abbildg.). Das aus starkem Schmiedeeisen gefertigte Terrarium hat ringsum Glaswände, von denen mindestens zwei als Thüren eingerichtet sein müssen ; der abhebbare Deckel besteht aus feiner Drahtgaze. Der Boden ist dreifach und aus starkem Eisenblech hergestellt. Der unterste Hohlraum nimmt die Heizung auf. Auf der einen kürzeren Seite ist eine Klappthüre mit Zuglöchern, die nach Art der Ventilationsklappen an Eisenbahnwagen durch einen seitlich beweglichen Eisenschieber geschlossen werden können ; an der entgegengesetzten Seite ist ein Abzugsrohr angebracht, das in einen Schornstein oder in das Freie geleitet wird. In diesen Hohlraum wird ein von den Seiten des Terrariums 1 — 2 cm ab- stehender Eisenblechkasten eingesetzt ; sein Boden ist mit Chamottesteinen von 2 — 2^1 2 cm Höhe belegt, darauf kommt eine 6 — 8 cm hohe Lage trockener Holz- B. Zoologische Gärten. Aquarien. Terrarien. 45 asche und darauf eine 5 — 6 cm dicke Schicht von Grude-Cook. An der Thüre bleibt eine etwa 10 cm breite Grube frei, diese wird mit Sägespänen, die stark mit Petro- leum getränkt sind, gefüllt, mit einem Hügel von Grude umgeben und das Ganze augezündet. Die Grude- Cook glimmt ununterbrochen und gleichmäßig ohne Rauch und Flamme, ist reinlich und gefahrlos und steht im Verbrauch im Terrarium nur auf etwa 1,5 Pfennig per Tag. Morgens und Abends wird mit einem Löffel die Asche entfernt und neue Grude aufgeschüttet. Durch die Zuglöcher in der Klapp thüre wird die Verbrennung regulirt. Der darüber befindliche, 8 — 10 cm hohe Hohlraum ist mit starken Zinkplatten wasserdicht ausgelegt und dient zur Aufnahme des zu erwärmenden Wassers. Auf der einen Seite kann durch ein nach außen führendes, am oberen Rande angebrachtes Rohr Wasser zugelassen, durch eiu auf der anderen Seite am Boden befindliches Rohr dasselbe wieder entfernt werden. Der dritte, obere Boden ist mit einer 8 — 10 cm hohen Sandschicht bedeckt, so dass die Temperatur in dem Behälter niemals eine zu holie werden kann. Reptilien aller Art haben sich in diesen Terrarien zwischen tropischen Pflanzen nicht nur vortrefflich gehalten, sondern empfindliche Arten wie Chumaeleo vulgaris und Cjimyylus ocellatus sich Sogar fortgepflanzt. 2. Aquarien. Bei der Handhabung von kleinen Aquarien, besonders von Seewasser-Zimmer- aquarien, die der steten Durchlüftung bedürfen, muss das Bestreben dahin gehen, mit möglichst wenig Arbeit möglichst viel Effect zu erreichen, mit anderen Worten, den Wechsel der das Druckwasser enthaltenden Süßwasserbehälter da, wo man eine Wasserleitung nicht zur Verfügung hat, möglichst einfach ausführen und doch dem Wasser das größtmögliche Luftquantum zukommen lassen zu können. Den leichten Wechsel der das süße Wasser enthaltenden Luftzuführungsreser- voire will F. Junge (Zur Luftspeisung der Aquarien, in: Zoolog. Garten, 1879, März, p. 72 — 74. Mit Abbildung) dadurch erreichen, dass er zwei Wassergefäße an einer über eine Rolle laufenden Schnur befestigt und durch einen Wasserleitungs- schlauch verbindet. Dieser Schlauch reicht bogenförmig bis auf die Unterlage der unteren Flasche und führt erst dann aufsteigend in dieselbe hinein. Wenn die obere Flasche leer geflossen ist, dann bleibt in den Schenkeln dieses Bogens so viel Wasser zurück, dass es nach dem Wechsel der Gefäße vermittels der über die Rolle laufenden Schnur vermöge seiner Schwerkraft im Stande ist, die Hebervorrichtung wieder in Gang zu setzen, ohne dass ein Ansaugen nöthig wäre. Um zu verhüten, dass die von dem Apparate erzeugten Luftblasen zu schnell durch das Seewasser entweichen, wodurch ihre Wirkung geschwächt wird , legt Junge (a. a. 0.) Glasstreifen dicht, aber in schräger Lage, mit einer Steigung von 1:10 an die Wand des Aquariums, so dass diese eine nach unten gerichtete Rinne bilden, in welcher die von unten in sie eintretenden Luftblasen gezwungen werden, länger mit dem Wasser in Berührung zu bleiben, indem sie z. B. in einem Aquarium von 50:30 cm einen Weg von 160 cm zurücklegen und dazu 11 — 14 Secunden gebrauchen. Es ist darauf zu achten, dass die Luftblasen auf ihrem Wege unter den Rinnen nicht durch rauhe Körper (etwa Cement- aufgehalten werden, weil sonst mehrere sich zu einer größeren vereinigen und ihre Oberfläche dadurch verhältnismäßig kleiner wird. Ebenso ist den Ecken besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden, wo eine Rinne die Blasen an die andere abgeben soll, da sie hier leicht stocken. H. Lenz theilt ferner die Erfindung von A. Sasse ndt (Verbesserung an den 46 V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. Durchlüftimgsapparaten der Seewasser-Aquarien, in: Zool. Anz. Nr. 18. p. 20 — 21), nach Avelcher es ihm gelungen ist, die in das Aquarium eingeführte Luftmenge mög- lichst zu zcrtheilen und dadurch einen größeren Nutzeftect zu erzielen. Statt die Ausströniungsöffnung der Glasröhre in eine feine Spitze auszuziehen, wird dieselbe auf 8 — 10 mm erweitert oder es wird ein ca. 25 mm langes, 6 — 8 mm weites Glasrohr auf den kurzen, nach oben gerichteten und jetzt nicht zu einer Spitze ausgezogenen Ausströmungsschenkel mittels Siegellack aufgekittet. In die weite Öftnung stopft man ziemlich fest ein Stück Badeschwamm. Die durch diesen hindurchtretende Luft wird nun in Hunderte kleiner Luftbläscheu zertheilt, die büschelförmig aus ihm hervorperlen, und je fester das Schwammstück ist, desto kleiner werden die Bläschen. Carl Vogt bringt den Schwamm in eine Pfeife aus gewöhnlicher Erde, die mit einem Stückchen Blei beschwert ist ; Hermann F o 1 (Perfectionnements relatifs aux aquariums d'eau salee. in: Zool. Anz. Nr. 26. p. 213 — 215i nimmt anstatt des Schwammes den Docht einer Spirituslampe oder einen Pfropf aus parallelen Cliarpiefasern und erreicht damit eine völlige Zerstäubung der Luft, die in möglichst großer Oberfläche mit dem Wasser in Berührung kommt und bei dem Zerplatzen der Blasen an der Oberfläche kein Seewasser umherschleudert. Fol beschreibt (ebendort) den von ihm auf Reisen benutzten und leicht her- stellbaren Durchlüftungsapparat. Das Wasser tropft dabei in ein Rohr, das so weit sein muss, dass die Tropfen darin keine Spur von Blasen (chapelet de buUes) bilden ; es muss länger sein als die Höhe des Wassers im Aquarium beträgt und setzt sich in ein enges Rohr (Bleirohr) fort, das in eine Schlinge gebogen und mindestens 3 — 4 m senkrecht hinabführt. Es mündet in eine weite Flasche, die in dem Hofe oder dem unteren Hausraume aufgestellt wird. Sie ist luftdicht von einem dreifach durchbohrten Kork ver- schlossen. In dessen eines Loch führt das Bleirohr, welches nur bis an den unteren Rand des Korkes reicht und Wasser und Luftblasen hinabbringt ; ein zweites Rohr, ebenfalls an dem Korke beginnend, führt in das Aquarium und liefert diesem die Luft. Das dritte Rohr, dessen Länge etwas mehr beträgt als die Höhe des Wassers im Aquarium, erhebt sich von dem Boden der Flasche und lässt das Wasser ab- fließen. Die Kosten dieses einfachen und sicher arbeitenden Apparates belaufen sich auf ca. 5 frs. Dabei werden täglich etwa 20 Liter Wasser verbraucht. Ein anderer Apparat, der kein Wasser verbraucht und ganz in ein Zimmer gestellt werden kann, wird aus zwei luftdicht verschlossenen Behältern (Flaschen oder Petroleum-Blechkannen) dargestellt, deren jeder mit zwei Hähnen versehen ist. Der eine derselben befindet sich oben, der andere unten an dem Behälter. Die beiden unteren Öffnungen sind durch einen engen Kautschukschlauch mit einander verbunden. Der eine der Behälter wird mit Wasser gefüllt und hoch, etwa auf ein erhöhtes Möbel gestellt, der andere, Luft enthaltende steht am Boden. Von dem oberen Hahn des letzteren führt ein Schlauch in das Aquarium, um diesem die Luft zu bringen. Alle Hähne werden bei Beginn der Arbeit geöflnet und durch sie wird die Thätig- keit des Apparates geregelt. Ist alles Wasser aus dem oberen Reservoir in das untere abgelaufen, dann wechselt man die Behälter, setzt den Luftschlauch auf den oberen Hahn des am Boden stehenden Reservoirs und lässt die Arbeit von neuem beginnen. Auch dieser Apparat ist für 5 frs. herzustellen. (Vgl. oben den Apparat von F. Junge) . Ein Zimmer-Bassin- Aquarium hat sich Emil Bück construirt. (Das Zimmer- Bassin- Aquarium und seine Apparate, in: Zool. Garten, 1879, Mai, p. 135 — 144. Mit 4 Abbildungen). Aus Stückchen Bimsstein und Cement hat er eine runde Schale von 75 cm Durchmesser und einer Tiefe von 20 cm hergestellt, wovon aber B. Zoologische Gärten. Aquarien. Terrarien. 47 nur 13 cm für das Wasser sind. Die Wände dieses Aquariums sind nicht senkrecht und fallen zu verschiedener Tiefe ab, um seinen Bewohnern verschiedene Bedingungen bieten zu können. Das Ufer des Beckens ist aus hohen Bimssteinstücken gebildet mit Nischen für Erde und Pflanzen. Da die Bimssteine Wasser saugen, eine herr- liche Flora von Moosen u. a. begünstigend, so kann es nicht fehlen, dass außen wenige Wassertropfen an dem Aquarium abrinnen und letzteres ist deshalb in eine flache Zinkschale gesetzt. Ein aus der Mitte der Wasserfläche emporragender Fels (Bimsstein) trägt ebenfalls Pflanzen und an seiner Seite einen kleinen Springbrunnen. Wasserpflanzen und Gewächse, die die Feuchtigkeit lieben, gedeihen in und an dem Aquarium in schönster Weise, Wasserthiere können von oben leicht beobachtet werden. Bück durchlüftet das Wasser seines Aquariums auf doppelte Weise, indem das Kraftwasser zunächst lierabtropfeud Bewegung und Luft iu das Wasser des Bassins bringt und dann abfließend noch einen eigenen Uurchlüftuugsapparat treibt. Ein Heber führt das Kraftwasser zunächst in ein Filtrirkästcheu, von wo aus es durch ein Stück Kautschukschlauch, das durch eine Klemmschraube gestellt werden kann, durch ein enges Glasröhrchen iu ein weiteres Glasrohr abfließt. Es kann nicht fehlen, dass, da letzteres oflen ist, Wassertropfen an seiner Außenfläche abrinnen, und diese gelangen zu einem über das Glasrohr gelegten Kautscliukring, von welcliem sie herunter tropfen. Der durch das weitere Glasrohr abfließende Theil des Kraft- wassers gelangt bis an das untere Ende des Rohrs, wo dieses mit seinem lose schließenden Kork dem in der Mitte des Bassins stehenden Felsen aufliegt, rinnt zwisclien dem Kork und der Röhre aus und erliält den Bimssteinfelsen mit seinen Farnen und Moosen feucht. In der Wasseroberfläche des Aquariums liegt ferner horizontal eine enge Glas- röhre, in welche eine Schlinge aus feinem Messingdraht so eingeschoben ist, dass sie zur Hälfte in das Wasser steht ; sie hält Schmutz zurück und veranlasst, dass das einströmende Wasser Luftblasen mit in die Röhre reisst. Die nun senkrecht hinab- führende Glasröhre reicht ein Stückchen frei in das obere Ende eines weiteren, senk- recht stehenden Glasrohres und nimmt dadurch nochmals Luftblasen mit abwärts, welche in den Zwischenraum zwischen den beiden Glasröhren einströmen. Am Boden des Zimmers steht in einem Wassergefäße, dessen Wassersäule so hoch sein muss wie der Stand des Wassers im Aquarium, ein glasirter, von einem doppelt durch- bohrten Korke verschlossener Pfeifenkopf, und in diesen fällt das von dem zuletzt erwähnten Glasrohr gebrachte Wasser, das zugleich Luft mit einführt. Letztere aber wird durch ein zweites Glasrohr, das in das Aquarium steigt, vor seinem Ein- tritt in das Acjuariumwasser aber ein ziemliches Stück über dessen Fläche empor- steigt und sich dann abwärts krümmt (damit es nicht als Heber das Wasser aus dem Aquarium ableiten kann) , nach dem Boden des Aquariums gebracht, während das Wasser aus der unteren engen Öffnung des Pfeifenkopfs in das umgebende Gefäß und von diesem in ein weiteres Sammelbecken abfließt. Soll eine ähnliche Vorrichtung bei Seewasseraquarien angebracht werden, so dürfen keine Metallgefäße genommen werden. Um das Spritzen des tropfenden Wassers zu vermeiden, lässt man die Tropfen durch einen weiten Lampency linder, welcher fast bis zum Wasserspiegel des Aquariums hinabreicht, fallen. Etwas complicirter ist ein zweiter, von Bück (siehe ebenda' hergestellter, in seinem Principe sich an vorigen anschließender Durchlüftungsapparat. Ein Heber führt das Wasser aus seinem Reservoir in eine Klärflasche, aus der ein zweiter enger und kleiner Heber das Wasser dann in die weitere, hier aber noch in eine Schlinge umgebogene Glasröhre fiilirt. Pfeifenkopf, Luftröhre u. s. w. sind die gleichen wie bei dem vorhin beschriebenen Apparate. 48 V. Unterßuchungs- und Beobachtungsmittel. Preise der TMere. Im Großhandel stellen sich die Preise der Thiere durchschnittlich wie folgt : Löwen und Tiger ... 1600 Mk. Polarbär 500 Mk. Panther, gefleckter . . . 600 - brauner Bär .... 200 - schwarzer . . . 3000 - syrischer Bär .... 240 - Leopard 400 - japanischer Bär . . . 300 - Jaguar 6U0— lOOO - Rhinoceros .... 8000—20,000 - Hyäne 240—600 - Elefant, afrikanischer . 1200 - Wolf 100—200 - .. indischer . . 3000—6000 - Waschbär 160 - Känguru, das Paar 200—1200 - Chimpanse und Orang Utan nicht unter 2000 Mk. (Zoologischer Garten, 1879. p. 320). Lebensdauer der Thiere. Nachdem Director Dr. Max Schmidt im XIX. Jahrgange des ))Zoolog. Gar- tens« über die Lebensdauer der in dem Frankfurter Zoologischen Garten gehal- tenen Thiere berichtet hat, ist Director Dr. Bolau mit ähnlichen Nachrichten aus dem Hamburger Zoologischen Garten gefolgt. (Zoolog. Garten, März, p. 65 — 71. Novbr. p. 326 — 331.) Der Hamburger Garten bestand bei Veröffent- lichung der Listen 16 Jahre. Nach den verschiedenen Familien war die Dauer des Aufenthaltes der Thiere im Garten bis zu deren Tod eine verschiedene. Bei den Aflfen der alten Welt erwiesen sich am dauerhaftesten der gemeine Makak, Macacus cynomolgus L. (5 — S Jahre), der Babuin, Cynocephalus bahttin Desm. (5 — 6 J.), während sich die Arten der Gattungen Semnopifhecus und Cer- copithecas als am meisten hinfällig erwiesen ( 1 Monat 1 2 Tage — 3 Jahre) . Ein Orang Utan, Shnia satyms L. lebte am 31. Decbr. 1878 bereits 3 Jahre 3 Mon. 29 Tg., ein Chimpanse, Iroylodyies 7)iyer Geoffr. 5 Jahre 5 Mon. 3 Tg. im Garten. Von den Aften der neuen Welt brachte es ein weißhalsiger Rollaffe, Cebus hypoleucus Humb. auf 4 Jahre 4 Mon. 25 Tg., während unter 14 Exemplaren 7 nicht 1 Jahrausdauerten, 6 andere zwischen 1 Jahr 4 Mon. 18 Tg. und 3 Jahre 9 Mon. schwankten. Krallenaffen lebten nur l Jahr 3 Mon. bis 2 Jahre 1 Mon. im Garten. Viel dauerhafter erwiesen sich die Nage thiere, von denen ein Greifstachler, Cercolabes insidiosus Lcht. Ende 1878 schon 10 Jahre 3 Monate, ein Murmelthier, Arctomys marmofta L. 9 Jahre 8 Mon. in dem Garten lebten. Bei den Halbaffen scheint etwa 4 Jahre das mittlere erreichte Alter gewesen zu sein, ein Lemur macaco L., wurde, nachdem er 8 Jahre in dem Garten gewesen, lebend verkauft. Ein langes Leben in der Gefangenschaft erreichen im Ganzen die Raub thiere. Tiger, FpUs tiyns L. haben 1 1 — 13 Jahre, Jaguar, F. owmL. 16 Jahre, Puma, F. concolor L. 16 Jahre, Wü,stenluchs 11 u. 12 Jlir. ausgedauert, Hyaena crocuta Erxl. 8 Jahre, der Wolf, Canis lupns L. 8 Jahre, der Eisfuchs, C.lagopus, 8 Jahre, der Schab rackenschakal, C. mesmielas Schreb. 10 u. 13 Jahre, der Savannenhund, C. caiicrivorus Desm. 11 Jahre. — Ebenso ertrugen Viverren, Marder und Bären die Gefangenschaft vortrefflich. Die Seehunde, PAoca vittiUna L., dagegen hielten meist nur wenige Wochen oder Monate aus und nur 2 Exemplare lebten 5 und 51/4 Jahr in dem Garten. Von den Hufthieren, Paarzehern und Unpaarzeliern, halten sich die meisten sehr gut, was sie auch durcli ihre verhältnismäßig häufige Fortpflanzung be- weisen; nur die Saigaantilope, Saiga tatarica Pall. und das Elenn, Alces palmattis B. Zoologische Gärten. Aquarien. Terrarien. 49 Gray nebst einigen zarteren Antilopen machen hiervon eine Ausnahme ; eine Erfahrung, die mit dem in anderen Gärten Erlebten übereinstimmt. Ein auffallendes Beispiel von Gewöhnung an völlig andere Ernährungsweise bei andauerndem Wohlbefinden gibt ein Ameisenbär, Mi/rmecophagujubata L., der 9 Jahre 5 Monate in dem Garten war (Ende 1878 . Fein gehacktes Fleisch, Ei und Brei von Maismehl bilden seine Hauptnahrung. Ein anderes Exemplar (Z. G. IX, 1868) hatte nur 2 Jahre 4 Mon. erreicht. Auch Faulthiere, Chohepus Hofmanni Pet., gewöhnen sich gegen Erwarten leicht ein (2 Jahre und 3 Jahre 5 Mon,). Beutelthiere einweisen sich im Ganzen als dankbare Bewohner der zoolog. Gärten, und es stehen von ihnen der Wombat, Phascolomys latifrons Owen, mit 11 und 12 Jahren, Bennett's Känguru, Halmaturm B e?meäi Waterh., mit 7 und 11 Jahren und das schwarzschwänzige Känguru, H.zmlabatus Lqss., mit 6 und 7 Jahren oben an. Von Vögeln erreichten viele ein gutes Alter in dem Hamburger Garten, na- mentlich Papageien, von denen Kakadus und Aras mit 17 Jahren bezeichnet sind. Unter den Singvögeln waren Stare iGlanzstar u. a.) mit 12 und 13 Jahren sowie Raben mit 11 Jahren 9 Mon. die dauerhaftesten. Auch unter den Raubvögeln sind viele sehr geeignet, die Gefangenschaft zu ertragen, obwohl ihnen die Gelegenheit zum Gebrauche ihrer Flügel nicht ge- boten werden kann. Eine Uhu-Eule, Nyctaetos lacteus Temm., starb nach 14 Jahren 3 Mon. durch Zufall, verschiedene Geierarten lebten über 16 Jahre, Falken und Adler fast ebensolang. Tauben erreichten ein Durchschnittsalter von 5 — 7 Jahren (eine Felsentaube, Columba livia L., war Ende 1878 bereits 15 Jahre 12 Tg. alt), Fasanen und Hüh- nerarten wurden durchschnittlich älter und es sind Fasanen mit 10 und 14 Jah- ren, Hokkos mit 12 — 14 Jahren verzeichnet. Straußartige Vögel hielten sich 5 — 6 Jahre, während bei den Sumpf- und Storchvögeln wieder eine größere Ausdauer angegeben wird, so bei Kranichen 6 — 12 Jahre, bei Nachtreiher, Ardea nycticorax L., 12 Jahre 6 Mon., Marabu, LeptopliluscrumeniferGviY., 1 1 Jahre 1 Mon., Ibis, Ibisreligiosa Lath., 1 3 u. 16 Jahre. Flamingos, Schwäne und Gänse gehörten mit zu den langlebigsten Thieren des Gartens, während die eigentlichen Enten kaum 4 Jahre überdauerten. Ein gemeiner Pelikan, Pelecanns onocrotalus L. war am 31. Dec. 1878, bis zu welchem Tage die gegebenen Notizen reichen, bereits 12 Jahre 11 Mon. 21 Tg. in dem Garten. Geburten in den zoologischen Gärten. Ein Zeichen guter Haltung und körperlichen Wohlbefindens ist es, wenn ge- fangene Thiere zur Fortpflanzung schreiten und ihre Jungen großziehen, und schon insofern sind die in den zoologischen Gärten vorkommenden Geburten bei den Thieren von Interesse. Die bis jetzt gemachte Erfahrung hat bewiesen , daß bei weitem die meisten der gefangenen Thiere, wenn neben den genannten Bedingungen auch die Indi- viduen nach Alter und Neigung zusammen passen, sich in der Gefangenschaft fortpflanzen. Raubthiere , Nager, Hufthiere und Beutelthiere thun dies am leichtesten. Unter den im Jahre 1879 verzeichneten Geburten (Zoolog. Garten XX, 1879) ist die interessanteste die eines Seelöwen (die Art ist nicht näher bezeichnet) in Cincinnati, die um so wichtiger ist, als auch die Paarung der Thiere in dem dortigen Garten stattfand. Die Prairiehunde haben sich daselbst sehr stark vermehrt. Junge Bären, Ursus arctos L., erwiesen sich nach der Geburt Zoolog. Jahresbericht 1879. 4 50 V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. 40 Tage blind ; an dem 40. Tage traf der Wärter die alte Bärin, wie sie einem der Jungen die Augen aufleckte . Die G r i z z 1 y b ä r i n , Ursus ferox , fraß ihre Jungen, als sie 2 Tage alt waren. Das künstliche Bebrüten der Straußeneier ist in Algier den Herren C r e p u t und u d o t gelungen Bull. mens. Soc. d'Acclimat. Nr. 7. Juillet 1879. Paris 1879,. Zwei weibliche Katzenhaie [ScylUnm catukis) , denen ein Männchen zugesellt ist, haben in dem Aquarium des zoologischen Gartens in Hamburg im Jahre 1878 42 Eier gelegt. Die Zeit der Entwickelung derselben schwankte zwischen 165 und 178 Tagen; doch starben die Jungen in den ersten Tagen ihres Lebens, in Frankfurt a. M. dann, wenn sie eine Länge von 15 — 24 cm erreicht hatten. Hundshai- Junge , die im Hamburger Aquarium am 1. 4. u. 17. Jan. 1878 ausschlüpften, blieben dagegen am Leben und wuchsen in 10 Monaten etwa um die Hälfte ihre Länge, von 22 auf 32 cm. Sie lebten noch im Januar 1879. Feinde der zoologischen Gärten. Als die schlimmsten Feinde der zoologischen Gärten erweisen sich die Ratten, die wegen des reichlichen, ihnen zugänglichen Futters sich außerordentlich ver- mehren und schließlich auch Eier, junge Vögel und kleine Säugethiere anfallen und autFressen. In dem neuen zoologischen Garten zu Frankfurt a. M. zeigten sich die Ratten ein Jahr nach Erötfnung desselben in wenigen Exemplaren. Bald aber vermehrten sie sich stark und lebten besonders in einigen Stallungen. In Fallen wurden ge- fangen 1876 — 30 Stück, 1877 — 35 Stück, 1878 — 67 Stück, 1879 — 468 Stück. Da alle angewandten Mittel zur Bekämpfung des Ungeziefers nicht ausreichten, so versuchte Director Max Schmidt das von dem Apotheker Heine rsdor ff in Culm hergestellte Gliricin, das nur für die Ratten tödtlich, für andere Thiere aber un- schädlich ist. Nachdem die Ratten durch gehacktes Fleisch an bestimmte Futter- stellen gewöhnt waren , wurde an Stelle des Fleisches Gliricin mit Talg gebracht, dagegen alles Futter aus Krippen und Ställen entfernt. Die Ratten sprachen tüchtig zu und die Wirkung des Mittels war eine geradezu überraschende , denn nach einer Gabe Gliricin wurden 37 todte Ratten gefunden ; während sicher eine nicht minder große Zahl in ihren Schlupfwinkeln gestorben sein mag. Ein Theil der aufgefun- denen Ratten war auf dem Ilintertheil völlig gelähmt und suchte sich mit Hülfe der Vorderbeine mühsam fortzuschleppen, so daß sie leicht getödtet werden konnten. (Wirksames Mittel zur Rattenvertilgung in: Zoolog. Gai'ten, 1879. Novbr. p. 321—325). C. Zoologische Stationen. (Referent: J. V. Carus.) Neapel. Mittheilungen etc., s. oben p. 6. Nachtrag, zweiter, zum Bibliothekscatalog der Zool. Station zu Neapel. Leipzig, Engelmann, 1879. Dohrn, A. , Preis -Verzeichnis der durch die zool. Station zu beziehenden conservirten Seethiere. in: Mittheil. d. zool. Stat. Neapel. 1. Bd. 2. Hft. p. 344—355. Schmidtlein, 11., Leitfaden für das Aquarium der Zool. Station in Neapel. Leipzig, Engclmann, 1879. 8*^. C. Zoologische Stationen. 51 Roseoff. Lacaze-Duthiers, H. de, Laboratoiie de Zoologie experimentale de Roseoff. Compte-rendu des ameliorations et des travaux de 1874 a 1878. in : Arcli. Zoolog, experiment. T. 6. Nr. 3. p. 311 — 362. Enthält den Bericht M. Leon Frederic q's über das transportable holländische zoologische Laboratorium und die Schilderung , welche derselbe von der Station in Roseoff gibt. Hieran reiht sich die Beschreibung der Einrichtung und des Dienstes in der Station vom Verf. und eine geschichtliche Übersicht über die seit 1874 in Ros- eoff angestellten Arbeiten. Wimereux. Die Station steht unter der Leitung des Prof. Alfr. Giard in Lille. Im Jahre 1879 erschien : Travaux de llnstitut zoologique de Lille et de la Station maritime de "Wimereux. Fase. IL Lille, 1879. 40. (H alle z, P., Contrib. äl'hist. nat. des Turbellaries). Ter-Schelling. Jaar verslag, derde, omtrent het zoologisch Station der nederlandsche dier- kundige Yereeniging. in: Tijdschr. nederl. dierk. Vereen. 4. D. 2.Afl. p.XXIV — XL. Die zoologische Station der niederländischen zoologischen Gesellschaft ist nicht an einem bestimmten Punkte der Küste dauernd errichtet , sondern kann , da das ganze Material transportabel ist, an jedem dazu ausgewählten Orte aufgeschlagen werden. "Wiederholt ist sie in West-Terschelling gewesen. Der vorliegende Jahres- bericht enthält die Darstellung der finanziellen Lage der Station und ein Verzeich- nis der Zoologen, welche in den Monaten Juli und August 1878 daselbst gearbeitet haben. Triest. Arbeiten aus dem zoolog. Institut der Universität "Wien und der zoolog. Station in Triest, s. oben p. Ü. Schottland. In Stonehaven , Cowie , fünfzehn Meilen südlich von Aberdeen wurde am 8. August durch G. J. Romanes die erste zoologische Station in Groß-Britannien eröffnet. Sie steht in Verbindung mit der Universität Aberdeen unter der Leitung des dortigen Professors der Naturgeschichte Coss. Ewart und dessen Assistenten Patrick Geddes. Auch das Gebäude dieser Station ist kein festes steinernes, son- dern ein transportables hölzernes, und es wird beabsichtigt, es in diesem Jahre in Cromarty Firth zu errichten. Da die Station durchaus auf privaten Beiträgen ruht, ist die erste Einrichtung in Bezug auf Boote noch nicht ganz vollständig und man geht damit um, einen kleinen Dampfer zu acquiriren. Grundriss, Abbildung des Hauses und eine summarische Liste der beobachteten Thierarten gibt T. Jeffrey Parker, in: Nature, Vol. 21. Nr. 529. p. 159— 161. Newport, Mass. — AI. Agassiz gibt in dem Annual Report of the Curator of the Museum of Comparative Zoology at Harvard College for 1877 — 78. p. 13 — 16, eine Schilderung des von ihm in Newport errichteten zoologischen Laboratorium (1878). Ein Auszug mit "Wiedergabe des Grundrisses findet sich in : Nature, Vol. 19. Nr. 484. p. 317 — 319. Chesapeake Zoological Laboratory. In Verbindung mit Johns Hopkins University ist auf dem Terrain der alten unvollendeten Befestigung »Fort "Wool« an der Mündung von Hampton Roads ein Haus als zoologische Station errichtet und im Laufe des Sommers (von 24. Juni bis 19. August] benutzt worden. In dem darüber erschienenen Bericht: Scientific Results of the Session of 1878. Baltimore, 1878. 8", gibt Prof. "W. K. Brooks (p. 1 — 14) eine geschichtliche Darstellung der Arbeit, ohne auf die Ein- richtung der Station näher einzugehen. Der Band enthält die einzelnen, dort aus- geführten Untersuchungen, welche an den betreffenden Stellen aufgeführt werden. Sydney, N. S. "Wales. Der von Miklucho-Maclay angeregte Plan, in Sydney eine zoo- logische Station zu errichten, ist insofern seiner Verwirklichung näher gerückt, als die Regierung den nothwendigen Grund und Boden in AA'atson s Bay (einem kleinen Badeorte, sechs englische iSIeilen von Sydney und dicht am Eingange in Port Jackson) bewilligt und ferner versprochen hat, M 3UÜ zu gewähren, sobald die gleiche Summe 4* 52 V. Untersuchungs- und Beobachtungsmittel. durch Privatsubscription innerhalb eines Jahres aufgebracht sein wird. Eine vor- läufige Schilderung der beabsichtigten Einrichtung gibt ein Artikel in : Nature, Vol. 20. Nr. 517. p. 506—507. I). Thierfaiig. — Dredgen, Tiefsee- und pelagisclie Fischerei. (Referenten: H. Schmidtlein und Prof. K. Möbius.) Carri^re, E., Nouveau piege pour petits Mammiferes, Reptiles, Mollusques et Insectes. in: Guide du Naturaliste, Ann. I. Nr. 2. Fevr. p. 28. Nach der Angabe des M. Pelletier. Capus, G., Guide du Naturaliste preparateur et du Naturaliste collectionneur pour la recherche, la chasse, l'empaillage, le montage et la conservation des animaux etc. Paris, J. A. Bailliere, 1879. 80. Hubrecht, A. A. W., Handleiding bij het opsporen en verzamelen van voorwerpen uit het dierenrijk, ook in Oost- en West-Indie. Leiden, Brill, 1879. 80. SigsbeCi C. D., Descript. of Sounding-Machine, Water-Bottle, and Detacher. Rep. on the Dredging Operations of the U. S. Coast Survey Str. »Blake«, in: Bull. Mus. Comp. Zool. Vol. V. Nr. 8. (Decbr. 14., 1878). Der mit fünf Tafeln ausgestattete Bericht enthält die Beschreibung eines verbesserten Tiefseelothes und eines Wasserschöpfapparates. Ersteres ist ein complicirt gebauter Mechanismus, welcher den Zweck hat, durch Compensations- vorrichtungen die Wirkung der Schiffsbewegung auf das Loth abzuschwächen und daher auch bei ungünstiger Witterung und hoher See sichere Lothungen auszu- führen erlaubt. Die Lothleine (Pianoforte-Saite Nr. 22, Birminghamer Maß, von welchem eine Seemeile 1 4 ^2 Pfund wiegt) ist zu diesem Ende zunächst über ein Rad geführt, das zwischen zwei verticalen Hohlpfeilern an einem Rahmengestell befestigt ist und mit demselben in einer Führung zwischen den Pfeilern auf und nieder bewegt werden kann. Das Gestell ist an zwei Ketten aufgehangen, die über Rollen in die beiden Pfeiler gehen und dort mit Feder-Accumulatoren ver- bunden sind. Es wird daher, sobald sich der Zug an der Leine verstärkt, der Rahmen herabgezogen und umgekehrt, beim Nachlassen der Spannung durch die Gegenwirkung der Accumulatoren wieder gehoben. Hinter diesem Apparat be- findet sich ein zweites größeres Rad zur Führung der Lothleine, mit Sperrvor- richtung und Zähler, das durch ein an zwei Federwagen befestigtes Tau, eine Frictionsleine festgehalten wird. Eine Transmission verbindet dieses Hauptrad mit einem dritten kleineren, das für Handbetrieb und Dampf eingerichtet ist. Der ganze Apparat soll in vorzüglicher Weise arbeiten, indem die bei dem Rollen und Stampfen des Schiffes unvermeidlichen Spannungen der Lothleine durch das Spiel der federnden Accumulatoren und »Scales« ausgeglichen werden. Das Sondirinstrument selbst , Sigsbee's Detacher , ist ein Hohlcylinder von Metall, welcher an seinem unteren Ende durch ein Ventil mit vorstehendem Knopf ge- schlossen ist ; dasselbe öffnet sich nach innen, wobei ein Rohr, das über einem cylindrischen Stabe gleitet, als Führung dient. Das Ventil wird durch eine Spiralfeder beim Heben des Apparates herabgedrückt. Die übrigen Bestandtheile sind ähnlich denen des Brooke'schen Lothes : eine schwere durchbohrte Eisen- kugel, welche mittels einer Schnur an einem beweglichen Haken des Trägers so aufgeliangen wird, dass der Cylinder unterhalb der Kugel mit seinem letzten Drittel vorragt, und der Träger selbst, bestehend aus vier beweglichen Stücken, dem D. Thierfang. — Dredgen, Tiefsee- und pelagische Fischerei. 53 Anfhängering zur Befestigung der Lothleine, einem damit verbundenen Stück, das in die darunter befindliche Aufliängenuss für die Kugel eingreift und endlich einer leicht gebogenen Schiene, welche die Nuss und eine Springfeder zum Zu- rückschnellen derselben trägt. Dieser Theil ist an seiner Basis noch von einer kegelförmigen durchlöcherten Metallkappe umgelien, welche beim Herabgehen des Lothes auf der Kugel ruht. Sobald nun das Loth den Grund erreicht, öffnet es durch sein Gewicht das Ventil und der Cylinder füllt sich mit Wasser und der Grundprobe, wobei die Luft durch die oberen Öffnungen des Cylinders und der Kappe entweicht. Gleichzeitig wird durch das Schlaffwerden der Lothleine der Mechanismus des Trägers in Thätigkeit gesetzt, indem die Nuss ausgelöst wird und die Kugel herabfällt, wobei auch die Kappe auf das Loth niedergleitet und dessen obere Löcher verschließt. Der Wasserschöpfapparat Sigsbee's ist darauf berechnet, Wasser aus jeder beliebigen Tiefe und zwar unvermischt mit dem Wasser anderer Schichten zu sammeln. Er besteht aus einem Cylinder, dessen Enden durch zwei mittels eines Stabes verbundene und gleichzeitig sich Öffnende Ventile verschlossen sind. An dem oberen Ende des Cylinders ist ein Rahmen befestigt, der an einer mittleren Axe eine leicht bewegliche Propellerschraube aus Neusilberblättern trägt. Lässt man das Instrument herab, so öffnen sich die Ventile und lassen das Wasser frei durch den Cylinder durchströmen. Beim Heraufholen aber schraubt sich der Propeller an seiner Axe herab , greift unten angelangt mit zwei stiftförmigen Fortsätzen unter den Flügeln in entsprechende Vertiefungen eines beweglichen Cylinderstückes und treibt dasselbe gegen die obere Ventilplatte, die herabgedrückt wird und damit den Cylinder abschließt. Außer den genannten Bestandtheilen enthält das Instrument noch eine Anzahl sehr sinnreicher Einzelnheiten, die seine Wirksamkeit sichern und es als einen der gelungensten Apparate zu obigem Zwecke erscheinen lassen. Refer. : R. Schmidt lein. St. John, Capt. H. C, beschreibt (Proceed. Zool. Soc. London. 1879. Part. I. p. 59) Avie er im Japanischen Meere dredschte. Sein Schleppnetz war 3' lang und 18" breit, der Beutel 3' 6" tief. 5 — 8 Faden vor dem Netz befestigte er ein 28 Pfd. schweres Bleiloth ; den Inhalt des Beutels ließ er durch drei Siebe von verschiedenen Maschenweiten gehen. Schnehagen, Capt., Über den Fang pelagischer Thiere. in: Nachrichtsbl. d. d. malakozool. Ges. 1879. Nr. 6/7. p. 69—71. (Aus d.Ver. f. naturwiss. Unterh. Hamburg, 1876.) Verf. bringt das Netz durch eine 8 Fuß lange Stange so weit hinaus, dass es vom Schiffe frei bleibt, lässt es mit dem Hintertheil des Schiffs in gleicher Linie und befestigt von diesem aus eine dünne Leine an das Netz, um es immer leicht aufheben zu können. Die meisten Thiere wurden in sehr dunklen Nächten ge- fangen ; gewisse Formen kommen zu bestimmten Zeiten an die Oberfläche und wechseln mit andern regelmäßig ab. Berthelin, L., Liste des Forami niferes recueillis dans la Baie Bourgneuf et ä Pornichet. Nantes, 1879. 8«. Angehängt sind ; Renseignements sur la m a n i e r e de r e c o 1 1 e r les Microzoaires mar ins, Auszug und Übersetzung von früheren Mittheilungen D. Robertsons, in: Transact. Geolog. Soc. of Glasgow. Vol.V. Part. I. 1875. (s. auch oben p . 3 2 . ) Es wird eine kleine Dragge und ein Oberflächennetz beschrieben und empfohlen, mit dem foraminiferenhaltigen Schlamm, ehe er getrocknet wird, Kochsalz zu mischen. Er wird dann leichter vom Wasser durchtränkt, schwimmt nicht klumpig an der Oberfläche desselben, und die lufthaltigen schwim- menden Foraminiferen sondern sich besser von den niedersinkenden Massen ab. 54 VI. Zoogeographie. VI. Zoogeographie. a) Allgemeines. (Referent: Dr. A. B. Meyer.) Milne-Edwards, Alph., Considerations generales sur la distribution geographique des ani- inaux. in: Compte rendu des seanc. du congres intern, des sc. geograph. tenu ä Paris 1875. Paris, 1878. I. p. 192—97. Verf. vertheidigt die alte Existenz localisirter zoogenetischer Heerde und die centrifugale Ausbreitung der Repräsentanten derselben, geknüpft an folgende vier Hauptbedingungen : 1) Die Art der Fortbewegung, welche den betr. Thieren zukommt, 2) die geographischen Beziehungen des zoogenetischen Heerdes zu den demselben benachbarten Theilen der Erde, 3) das Geeignetsein dieser Gegenden in Bezug auf Klima, Nahrung u. dgl. m. zum Wohnplatz für diese von außen kommenden Wanderer, 4) die geologische Epoche, bis zu welcher der zoologische Typus, den diese Wesen repräsentiren, zurückreicht. Die erste Säugethierfauna der Erde mag analog derjenigen gewesen sein, welche wir jetzt fast ausschließlich in Australien finden ; zur Secundärzeit bewohnten die Beutelthiere den alten und den neuen Continent ; während der Tertiärzeit haben sich die placentalen Säugethiere auf der nördlichen Erdhälfte gezeigt, und lebten dort zusammen mit den Beutelthieren ; diese gemischte Fauna findet sich heute noch in Neu-Guinea und einem Theile America's, während die Beutelthiere vom alten Continent mit dem Beginn der gegenwärtigen Periode verschwanden. Nur die für den Flug organisirten placentalen Säugethiere haben sich nach Au- stralien verbreitet. Also waren zur Zeit, als die auf der Erde lebenden placentalen Säugethiere sich in den benachbarten zu Asien gehörenden Gegenden nieder- ließen, diese wahrscheinlich schon von Australien durch die für Landbewohner unüberschreitbares Meer getrennt. Die noch lebenden sowie die ausgestorbenen Straussartigen Vögel legen die Frage nahe, ob nicht alle von Arten abstammen, welche ursprünglich ein und der- selben Localfauna angehörten, aber zu einer sehr weit zurückliegenden geologi- schen Periode auseinandergingen, während welcher noch zwischen America, Australien, Neu Seeland, Madagascar, Africa etc. Verbindungen existirten. Semper , Prof. C. , Über die Aufgabe der modernen Thiergeographie. (Samml. wiss. Vorträge 14. Ser. Heft 322). Berlin, 1879. 8. (32 p.) Die Thiergeographie muß auf Erforschung der Genealogie im Sinne der De- scendenztheorie hinauslaufen und mit der Paläontologie Hand in Hand gehen. Als Ursache der Neubildung von Arten wird der Hybridation ein Plat.. eingeräumt und auf die direct umbildende Einwirkung der äußeren Verhältnisse Gewicht ge- legt. Wasserasseln zwei Jahre hindurch in 4 — 5 Generationen in hermetisch verschlossenem Glase gezüchtet, wurden zuletzt nicht nur klein , sondern unter- schieden sich auch durch Behaarung der Beine und Größenverhältuisse der Kör- pertheile von den Stammeltern. Von Interesse ist der p. ;U) mitgetheilte Brief Darwin's über die physiologische Bedeutung von 4 früher für rein morphologisch gehaltenen Merkmalen, so wie die von Cartier an Reptilien (und von Braun an Krebsen) gemachte Entdeckung, daß die Häutung durch eine Schicht von »Hau- a) Allgemeines. 55 tiingshaarcna eingeleitet wird, die später zu den (früher für rein morphologische Merkmale gehaltenen) Leisten, Kippen , Stacheln etc. der Reptilienschuppen werden. Kef. G. Seidlitz. Allen, Joel Asapli, The geographica! distribution of the Mammalia, considered in relation to tlie principal ontological Regions of the earth, and the laws that govern the distri- bution of animal life. in : Bull. U. St. Geol. and geogr. Survey. IV. p. IH.'i — 77. 1878. Verbreitung des Säugethierlebens auf der nördlichen Hemisphäre in Bezug auf die Gesetze der geographischen Verbreitung. Säugethierregionen der Erde. Es werden hauptsächlich die Gesetze und Einflüsse discutirt, welche die Ver- breitung regeln, ob diese mit klimatischen Zonen coincidirt oder nicht und ob sie hervorragend vom Klima (Temperatur) abhängt. Dass letzteres bei dem marinen Thierleben der Fall, ist anerkannt ; dass es sich auf der Oberfläche der Erde etwas anders verhalten wird, kann man wegen der mannigfaltigen horizontalen und verticalen Gliederung derselben voraussehen. Es scheint jedoch eine ähn- liche Beziehung zwischen klimatischen Gürteln und Lebenszonen zu herrschen. Eine arctische oder Nordcircumpolarzone lässt sich leicht abtrennen, sie um- faßt die arctischen , subarctischen und kälteren gemäßigten Breiten der nörd- lichen Hemisphäre und ist durchgängig durch eine markante Gleichartigkeit des Säugethier- wie überhaupt des thierischen und pflanzlichen Lebens characterisirt. Nach Süden von dieser Zone findet sich ein breiter Gürtel über die gemäßigten und gemäßigt warmen Gegenden Beide Zonen zusammen gleichen sich in ihrem Säugethierleben weit mehr untereinander als dieses demjenigen in den intertro- pischen Regionen gleicht ; sie können daher zusammen als Arctogaea unter- schieden werden. Die Formen der tropischen und gemäßigten Regionen desselben Continentes differiren mehr von einander als die der correspondirenden Theile der gemäßigten und kälteren Gegenden der alten und neuen Welt. Das tropische America hat sehr wenig Gemeinsames mit dem tropischen Asien und Africa. Die südliche gemäßigte Zone differirt von den Tropen und hat noch weniger gemein mit der nördlichen gemäßigten Zone. Australasien und Madagascar mit benach- barten Inseln bilden je eine hoch specialisirte Region. Die antarctische und kalte gemäßigte südliche oceanische Region ähnelt mehr den entsprechenden Ge- genden der nördlichen Hemisphäre als irgend einem anderen Theile der Erde. Außer dem Einflüsse des Klima s aber hat die geologische Geschichte und Be- schaff'enheit der Erdoberfläche großen Einfluß auf die Verbreitung der Säugethiere gehabt, so daß die Verschiedenartigkeit der Lebeformen ebenso sehr abhängt von der Isolirung einzelner Theile der Erdoberfläche oder von ihrer Continuität. Die folgende Eintheilung ergibt sich aus des Verf. Betrachtungen : 1. Primäre Abtheilungen oder Reiche (Realms.) 1. Arctisches oder Nord-Circumpolares. H. Nördliches gemäßigtes mit 2 Regionen und 8 Provinzen, ni. Americanisches tropisches mit 3 Regionen ohne characterisirte Provinzen. IV. Indoafricanisches mit 2 Regionen und 5 Provinzen. V. Südamericanisches gemäßigtes mit 2 Provinzen. VI. Australisches mit 3 Regionen und 2 Provinzen. VII. Lemurisches. Vin. Antarctisches oder Südcircumpolares. 2. Secundäre Abtheilungen oder Regionen. II. Nördliches gemäßigtes Reich : 1) Americanische. 2) Europaeo-asiatische. III. Americanisches tropisches Reich: 1) Antillische. 2) Centralamerica- nische. 3) Brasilianische. 56 VI. Zoogeographie. IV. Indoafricanisches Reich : 1) Africanische. 2) Indische. VI. Australisches Reich: 1) Australische (Australien, Tasmanien und Neu Guinea). 2) Polynesische. 8) Neu Seeland. 3. Abtheilungen 3. Ranges oder Provinzen. II, 1. Americanische Region: a. Borealische, b. Östliche, c. Mittlere, d. Westliche. II. 2. Europaeo-asiatische Region : a. Europäische, b. Sibirische, c. Mittel- ländische, d. Manschurische. IV. 1. Africanische Region : a. östliche, b. westliche, c. südliche. IV. 2 . Indische Region : a. continentale, b. insulare. V. Südamericanisches gemäßigtes Reich : a. Andische, b. Pampas. VI. 1. Australische Region: a. Australische, b. Papuanische. Die Verwandtschaft der verschiedenen primären Region und ihrer Unterab- theilungen kann man durch folgende Diagramme veranschaulichen. II. I. a 1 1 1 a 2 b . d : 1 " c 1 b 1 c d II. III. 1 a a 2.. b D VII. IV. VI. VIII. b) Verbreitung wirbelloser Seethiere und Seefischerei. (Referent: Prof. KarlMöbius in Kiel.) Die äussern Lebensverhältnisse der Seethiere. Boguslawskl, G. von, Die Tiefsee und ihre Boden- und Temperaturverhältnisse. Berlin, Habel, 1878 (Febr. 1879). (Heft IHO/.'lll der Samml. gemeinverst. wiss. Vorträge. Hrsg. von R. Virchow und F. von Holtzendorff.) Die Schrift enthält Resultate der Untersuchungen der Expeditionen des eng- lischen »Challenger«, der deutschen i^Gazelle« und der nordamericanischen »Tus- carora« über Meerestiefen, Gestaltung und Beschafi"enheit des Meeresbodens, die b; Verbreitung wirbelloser Seethiere und Seefischerei. 57 Temperaturvertheihmg in den Oceanen und die allgemeine oceanische Circiilation. Auf einer beigefügten Karte der Erde sind die Tiefen in Metern in die Meere eingeschrieben und die Forschungsrouten der drei genannten Schiflfe eingetragen. Pagenstecher, H. Alex., Über die Thiere der Tiefsee. Berlin, Habel, 1879. (Samml. gcmein- verst. wiss. Vorträge von 11. Virchow u. v. HoltzendorÖ'. Heft 315 u. 316.) Diese Schrift enthält eine Geschichte der planmäßigen zoologischen Unter- suchungen des Meeres von Edward Forbes an bis zu den großartigen Tiefsee- forschungen unserer Zeit , sowie eine Zusammenstellung der in größeren Tiefen lebenden Formen der Fische und aller marinen Evertebraten . Meeresfaunen. Mittelatlantischer Ocean. Ostseite. Langerhans, P., Die Wurmfauna von Madeira, in: Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 32, 1879, p. 514. Bd. 33, 1879, p. 271 u. Bd. 34, 1880, p. 87. L. suchte nach Würmern im Oberflächenwasser, am Strande unter Steinen, zwischen an Felsen wachsenden Algen und mit dem Schleppnetz bis 40 Faden (73m) tief. 37 bis 73m tief besteht der Grund aus feinem Schlamm, in welchem viele Mollusken und Würmer wohnen. Er fand 153 Arten Chaetopoden, 4 Chaeto- gnathen !1 neue Art) und 18 Nemertinen. 57 Arten Chaetopoden sind neu; von den 96 schon bekannten Arten leben 72 im Mittelmeer. 33 Arten sind nicht nur im Mittelmeer, sondern auch noch an den europäischen Oceanküsten gefunden worden. Bis in das nördliche Eismeer sind verbreitet : Ehkrsia comuta, EusylUs Blomsirandi und monilicornis, Autolytns prolifer, Nephthys Homberyi, Eulalia viridis, Pomatilla rcniformis und Placoste.gus tricuspidatus. Leontis Dumerilii kommt auch in Westindien und bei Japan vor. Von den 24 Arten, welche in keinem europäi- schen Meere gefunden worden sind , gehören 3 der westindischen Fauna an : Amphinome carunculosa, Nereis ßoridana und i-ubiciinda . Vier andere, nämlich : Pionosyllis compacta, Staurocephalus erucaeformis, Prionospio Steetistrupi und Chone Duneri sind bisher nur weit entfernt von Madeira im Norden gefangen worden, werden aber wahrscheinlich auch in den Zwischenstationen leben. Drei Arten : Lumhriconereis fragilis , Brada inhabilis und Myriochele /fem erreichen den hohen Norden. Von den 18 angeführten Arten Nemertinen sind 3 Arten neu. 13 der schon bekannten Arten leben auch im Mittelmeer. Greeff, Kich., über pelagische Anneliden der Canarischen Inseln, in: Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 32, 1879, p. 237 u. 661. G. führt 7 Arten (6 neue Arten und 3 neue Gattungen) von Polychaeten an, unter diesen Typhloscolex Mülleri ^u^c\i {■= Acicularia Virchoivii Lgrhs.), welche auch im Mittelmeere und im rothen Meere beobachtet worden ist. Er nennt zu- gleich alle bekannten Arten von Tomopteris : 2 Arten T. Kefersteinii und levipes von den Canaren, T. EscfiscJwltzii aus der Südsee, T. helgolandica aus der Nordsee und vitrina aus der Adria. Mittelmeer. Marion, A. F., Draguages au large de Marseille, in: Ann. des Sc. Nat. (6.) T. 8. Art. 7. Es wurde bis 350m tief gedredscht, wo, 9 milles von dem Eingang in den Golf von Marseille, plötzlich große Tiefen auftreten. Unter der Strand- und der Zostera- Region, welche letztere bis 30m tief reicht, liegt die Corallinenregion, in welcher über 200 Arten (ohne die Spongien) gefunden wurden. M. zählt auf: Crustaceen 27 Arten, Chaetopoden 55, Gephyreen 4, Nemertinen 3, Ascidien 3, Bryozoen 16, Brachiopoden 1, Mollusken 82, Echinodermen 12, Coelenteraten 15 Arten. 58 VI. Zoogeographie. 80 bis 108m tief in sandigem Schlamm war die Fauna mannigfaltiger und reicher als 350m tief im klebrigen Mud. Manche Arten, welche nahe der Küste im flachen Wasser eine bedeutende Größe erreichen, bleiben klein in größeren Tiefen, z. B. Ci/therea rudis, Scaphander Ugnai-ius, Strongylocenlrotus lividns. Dagegen erreicht Echmus melo sein größtes Volumen 60 bis 108 m tief und bleibt klein an der Küste. Außerhalb der Inseln Maire und Planier wurden bis 350 m tief gefunden: Mol- lusken 33 Arten, Chaetopoden 13, Gephyreen 2, Bryozoen 3, Crustaceen 2, Echinodermen 5, Coelenteraten 3 Arten. Haller, G., Beitr. zur Kenntn. der Laemodipodes filiformes, in: Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 3;{. 1879. p. 395. Auf Crustaceen des Mittelmeeres fand H. Podophrya crustaceurum n. sp. Claus, C, Agalmopsis utricularia , eine neue Siphonophore des Mittelmeeres. Arbeit, d. zool. Inst. Wien etc. 2. Bd. 2. Heft. p. 199. Diese neue Siphonophore wurde im Hafen von Messina gefangen. Chun, C, Die im Golf von Neapel erscheinenden Rippenquallen, in : Mittheil, aus d. Zoolog. Stat. z. Neapel. 1. Bd. 2. Heft. 1879. p. ISO— 217. Die meisten Arten und Individuen erscheinen von Februar bis Mai. Ccstus veneris, Callianira hialata und Hormiphora plumosa bleiben im Sommer ganz aus. Im Herbst erscheinen zuerst Beroe und Cestusschwärme. Sciroccostürme verur- sachen große Schwankungen im Auftreten der Rippenquallen. Im August er- scheinen regelmäßig Cassiopea borhonica und Iwm flavüabris. Im Sommer 1877 wurden Beroe ovata und Larven von Cestus durch Schwebnetze in bedeutenden Tiefen gefangen. Am Grunde wurden im Sommer folgende Arten angetroffen: Tima ßaviVosiris , Oceania cruciata und Charybdea marsupialis. Die Larve von Cassiopea geht am Grunde auf Algen aus. Im Ganzen wurden 17 Arten (16 Gat- tungen) Rippenquallen gefunden und zwar : Pleurobrachiadae 4 Arten, Merten- sidae 4, Lobatae 5, Cestidae 2, Beroidae 2 Arten. Ludwig, H., Die Echinodermen des Mittelmeeres. Prodromus einer monograph. Bearbeitung derselben, in: Mittheil, aus d. Zoolog. Stat. z. Neapel. 1. Bd. 4. Heft. p. 523—580. Im Mittelmeere sind sicher beobachtet : unsicher: 2 Arten Crinoideen 19 » Asteriden 4 25 .. Ophiuriden 10 18 » Echinoideen 29 )> Holothurien 13 93 Arten 27 Seit der Eröffnung des Suezcanals ist Heterocentrotus mamillattis in das Mittel- meer eingewandert. Die Arten werden einzeln aufgeführt mit Angabe der Fund- orte, der Tiefen, wo sie leben und ihre Litteratur. Waters, Arth. W., Bryozoa (Polyzoa) of the Bay of Naples. in: Ann. Nat. Hist. Vol. 3. pp. 28, 114, 192, 267. Es werden aufgeführt Cheilostomata 78 Arten, Cyclostomata 33, Ctenostomata 2, Pedicellina 5 Arten, im Ganzen also 118 Arten. — Die Untersuchungen von W. erstrecken sich bis zu Tiefen von 170 Fd. (310 m). Viele Arten sind bis an die nordeuropäischen Küsten verbreitet und reichen zurück bis in die Tertiärzeit. Mehrere Arten leben auch im mittelatlantischen Ocean, einige im rothen Meere, einige kennt man vom Cap der guten Hoffnung und von Australien. Bis 40 Fd. (73 m) tief fand W. viele Hörnern, Idmonea, Entahphora und Eschara, welche anderwärts in großen Tiefen gefunden worden sind. Fossile Ablagerungen dieser Bryozoengattungen können sich also ebensowohl in flachen als in tiefen Meeres- gründen gebildet haben. b) Verbreitung wirbelloser Seethiere und Seefischerei. 59 Hubrecht, A. A. W., The Genera of European Nemerteans critically revised, with descriptions of several new species. in : Notes from the Leyden Museum. Vol. 1 . Note XLIV. Hub recht stellt für die europäischen Nemertinen 14 Gattungsbegriffe auf und beschreibt 50 Arten aus der Bucht von Neapel ; außer diesen führt er noch 7 wohlcharacterisirte andere europäische Arten an. Greeff, R., Über dieAlciopiden des Mittelmeeres und insbesondere des Golfs von Neapel, in: Mitth. aus d. Zoolog. Stat. z. Neapel. 1. Bd. p. 448. Es werden 3 Gattungen und 8 Arten angeführt. Haller, G., Beiträge zur Kenntniss der Laemodipodes filiformes, in: Zeitschr. f. Aviss. Zool. Bd. 33 1879. p. 350. H. beobachtete im Mittelmeer, vorzugsweise bei Messina und Villa franca 3 Arten der Gattung Proto, l Protella, 8 Caprella, 1 Podalirius. Die meisten fand er auf Bryozoenstöcken im flachen Wasser. Claus, C, Der Organismus der Phronimiden. in: Arbeit, d. zool. Inst. Wien etc. 2. Bd. 1. Heft. p. 59. C. fand im Frühjahr bei Messina 5 Arten aus 4 Gattungen. Sars, G. O., Nye Bidrag til Kundskaben om Middelhavets Invertebratfauna. II. Middel- havets Cumaceer. in: Arch. f. Math, og Naturvid. 3. og 4. Bind. Christiania. 1879. Med 60 Plancher. Sars sammelte im Winter 1876 im flachen Wasser bis 50 Faden (91 m) tief bei Goletta (Tunis), Syracus, Messina, Neapel und Spezzia im Ganzen 23 Arten (14 neuei. Er fand 8 Arten bei Goletta, 5 bei Syracus, 9 bei Messina, 9 bei Neapel und 13 Arten bei Spezzia. Von diesen Arten kommt eine in dem rothen Meere vor, ü Arten leben an der Westküste von Frankreich, 10 an den britischen Küsten, 2 bei Belgien, 3 bei Dänemark, 5 an der Südküste Norwegens, 5 an der Westküste Norwegens, 2 Arten bei den Lofoten. Er gibt folgende tabellarische Übersicht ihrer Verbreitung : Mare mediterran. E 3 .2-2 'o u oiü bc u s o « « .2 3 Ca 2 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. Cuma Edwardsii Goodsir gibba n. sp pulchella n. sp Cyclaspis cornigera n. sp Iphinoe gracilis Sp. Bäte tenella n. sp inermis n. sp Cumopsis Goodsiri v. Ben laevis n. sp Vaunthompsonia cristata Sp. Bäte . Leucon mediterraneus n. sp Eudorella truncatula Sp. Bäte . . . nana n. sp Diastylis rugosa G. O. Sars neapolitana n. sp Pseudocuma cercaria v. Ben ciliata n. sp Campylaspis glabra n. sp macrophthalma n. sp. Cumella pygmaea H. O. Sars .... limicola n. sp Nannastacus unguiculatus Sp. B. . . longirostris n. sp. . . . + + + + + + + + + + + + + + + + + + + 4- + + + 4- 60 VI. Zoogeographie. Haller, G., Zur Kcnntniss der Mittelmeerfauna der höheren Crustaceen. in: Zool. Anzeig. Nr. 2(>. p. 20.5. H. sammelte bei Villafranca, Nizza, Messina und Lipari bis 500 m Tiefe. Er führt an 10 Arten Brachyuren, 9 Macruren, 3 Cumaceen, 1 Nebalia und 1 Am- phipoden. Po7itonia ü/rrhe^m, Typton spongicoJa und LeucotJioe Qhnticulata fand er in der Atliemhöhle von Ascidien {Phallusia mamUlata) , Typton spongicola auch in Spongien. Mittelatlantischer Ocean. Westseite. Agassiz, Alex., ün the Dredging Operations carried on from l)ec. 1878 to March 10, 1879 by the U. St. Coast Survey Steamer »Blake«, in : Bull. Mus. Comp. Zool. Vol. 5. Nr. 14. 1879. p. 289. Es wurde hauptsächlich gedredscht zwischen St. Thomas und Trinidad, auf 200 Stationen über 230 mal, in Tiefen von 100—2412 Faden (180— 4450 m) . — Auf Felsengrund wurde mit einem Baum von 6 Fuß Länge gefischt, an welchem eine Kugel und 12 — 15 Ringe hängen, in denen Schwabber (große Quasten aus Faserwerk) befestigt waren. — In feinmaschigen Schwebnetzen wurden in großen Tiefen viel weniger schwimmende Crustaceen und Fische gefangen als im Kurr- netz, wenn dieses schnell (2 — 2^/2 miles in der Stunde) gezogen -wurde. Es wurde ein galvanisirtes Stahltau von P/jg Zoll Umfang verwendet. An diesem hingen zuweilen Tiefsee-Siphonophoren (Rhkophysa). Es wurde zweckmäßig gefunden, den Beutel des Tiefseekurrnetzes nicht länger als 12 Fuß zu nehmen, wenn der Baum desselben 10 Fuß Länge hatte. — Außer großen Massen kreideartigen Muds wurden in Tiefen von 994 Faden (1820 m) große Blöcke weißer Kreide gefunden. — Die Fauna im östlichen Theile des Caraibischen Meeres ist nicht wesentlich ver- schieden von der Fauna des Golfs von Mexico und der Straße von Florida ; doch ist sie in großen Tiefen weniger reich, als diese sind. In Tiefen von 300 — 1000 Faden (550 — 1830 m) wurden fast alle Arten, welche bis 2000 Faden (3700 m) leben, gefangen und zwar in großer Anzahl. Eine große Zahl von Arten sind mit den von der Challengerexpedition gefangenen identisch oder wenigstens sehr nahe verwandt. Es wurden keine Typen gefischt, welche nicht bereits die große eng- lische Expedition zu Tage gefördert hatte. Man kann annehmen, dass der Hauptsache nach die Tiefseefauna bekannt ist. Auf den tieferen Gründen treten immer wieder dieselben Gesellschaften wirbelloser Thiere auf. — Die monotone Tiefseefauna geht 300 — 350 Fd. (550 — 640 m) hoch. Die Littoralfauna reicht bis 100 oder 150 Faden (180— 275 m) hinunter. Zwischen 100 und 300 — 400 Faden (180 u. 550 — 730 m) leben Arten, welche weder littoral sind, noch die weite geographische Verbreitung der Tiefseearten haben. Da die obere Grenze der Tiefseefauna von der Temperatur ab- hängt, so ist ihre Lage sehr variabel . — Beiden Caraiben liegen 1 — 1500 Faden (1800 — 2740 m) tief zwischen den Tiefseethieren Massen von gesunkenen Baum- blättern, Bambus, Zuckerrohr und Schalen von Landschnecken, welche offenbar durch die Passatwinde von den Küsten in See getrieben werden. Diese gesunkenen Pflanzenmassen begünstigen die Vermehrung der Thiere. — Fänden Paläontologen eine derartige Vermischung fossiler See- und Landorganismen, so würden sie glauben, die sie einschließenden Schichten hätten sich in einem Astuarium ge- bildet, welches Wälder umsäumten. — Unter den gesammelten Thieren werden her- vorgehoben : Sandforaminiferen, Hyalonemen, eine Riesen-Euplectella, eine Reihe Entwicklungsstufen von Dactylocalyx (Spongie), Tiefsee-Holothurieu, Echiniden, viele Echinothurien, Comatulae und Pentacrinen. Die Peiitacrinen gehören zu zwei Arten , die sehr variiren. Sie ergreifen mit den Girren ihrer Stämme fremde Gegenstände und halten diese fest. Die Pentacrinen scheinen an manchen b^ Verbreitung Avirbelloser Seethiere und Seefischerei. 61 Stellen wahre Wälder zu bilden. — Ophiuren kommen in allen Tiefen vor, oft in unzähligen Individuen. Die meisten, vielleicht alle atlantischen Tiefsee-Ophiuren, welche der Challenger entdeckte, wurden zahlreich gefangen. Unter den vielen Corallen waren große einfache Formen (Flabellum, Trochocyathus, Ceratrochus) und Tiefsee-Actinien, welche auf Spongiennadeln, Gorgonien oder Umbellularien- stämmen saßen. — Zahlreich waren auch die Alcyonarien vertreten. Röhren- würmer wurden gefangen, deren Köhren aus Kieselnadeln oder Pteropodenschalen bestehen oder welche mit Corallen, Gorgonien, Spongien oder Mollusken associirt sind. — Ein B,iesen- Pi/cnoffotwm maß bei ausgestreckten Beinen 2 Fuß. Viele Einsiedlerkrebse, welche in Bambusröhren, in Höhlungen von Spongien oder ge- sunkenem Holze saßen, verschlossen die ZugangsöfFnungen mit einer Scheere, welche wie das Operculum einer Serpula abgeplattet war. — Unter den Mollusken waren viele Pleurotomarien, (ein Individuum 5 Zoll lang) und eine wohlerhaltene Spvntla von 950 Faden (1740 m). — Todte Pteropodenschalen tragen in allen Tiefen wesentlich bei zur Bildung des Grundes. — Unter den zahlreichen Fischen sind besonders viele Lophoidformeu. Manche der seltener gefangenen pelagischen Fische sind unzweifelhaft Tiefseefische oder deren Junge. — Im Caraibischen Meere verursachten zuweilen Massen von Ctenophoren [Mnemiopsis sp.) und ein Syllis verwandter Wurm prachtvolles Meerleuchten. — Unter den Tiefseethieren leucliteten mehrere Gorgonien und Antipathen prachtvoll blau und eine Ophiure an ihren Armen bläulichgrün. Schmidt, O., Die Spongien des Meerbusens von Mexico. 1879. (s. unten: Spongiae.) Sollas, W. J., On Pharetronema zingiberis, a new genus and species of Renierid Sponge. in: Ann. Nat. Hist. ;6.,i Vol. '6. June. p. 404. Eine Spongie von Jamaica, an die Pharetrospongia aus dem Cambridger Grttn- sand sich anschließend. Clarke, S. F., Report on the Hydroidea collected during the Exploration of the Gulf Streani andGulf of Mexico by AI. Agassiz. 1877—78. in ; Bull. Mus. Comp. Zool. Vol. 5. Nr. 10. AI. Agassiz sammelte 26 Arten, von denen bereits 13 als neu von Allman be- schrieben worden sind (Mem. Mus. Comp. Zool. Vol. 5. Nr. 2. 1877). Sie ge- hören zu 14 Gattungen. Reports on the dredging Operations of the U. S. Coast Survey Str-Blake. (Bull. Mus. Comp. Zool. Vol. 5. Nr. 9. Corals, by de Pourtales. W^. -Indien ist reicher an Tiefseecorallen als andere Meere. Nicht selten bringt ein Netz ein Dutzend verschiedener Arten empor. Die meisten fand man auf Fels- grund an der Küste von Cuba und an der Außenseite der Floridariffe, wenige im Globigerinen-Mud in großen Tiefen des Golfs von Mexico und in der Floridastraße. Die Corallenfauna an der Spitze von Florida ist ein Zweig der westindischen. Manche bei Florida sehr häufigen Thierspecies fehlen freilich bei Cuba z. B. Terebratula cubensis und Waldhelmia ßoridana, BalanophylUa floridana, Thecopsam- mm tmtmnabultcm. Rhizotrochus fragilis, Dtstichopora foliacea, Allopora miniacea. Madreporaria wurden 44 Species gefunden, Antipatharia 6, Hydroidea 12, im Ganzen also 62 Arten. Die Riffe der Bermudasinseln werden von wenigen Arten gebildet, von ca. 10 Anthozoen und 2 Hydrozoen. Besonders tragen 2 Sp. Mille- pora viel zur Bildung des Riffes bei. Diploria cerebriformis liebt Sonnenschein, Millepora ramosa und SympkylUa dip- sacea scheinen im Schatten am besten zu gedeihen. Mycedium fragile, welches aus sehr dünnen zerbrechlichen Platten besteht, bildet Colonien in kleinen Höh- lungen auf 1—6 Fuß Tiefe. (Moseley, Notes by a Naturalist on the Chal- lenger. 1879, p. 26—27.) 62 VI. Zoogeographie. Reports on the Kesults of Dredging under the Siqiervision of AI. Agassiz in the Gulf of Me- xico by the U. S. Coast Survey Steamer »Blake.» V. Nr. 9. 1878. II. Echini by A. Agassiz, Crinoids by L. F. de Pourtales, Ophiurids by Th. Lymän. Es wurden gefangen: Echinoidea 33 Arten 25 — 2865m tief, die meisten jedoch nicht unter 820 m; Crinoidea 9 Arten, darunter Rkkocrinus lofotensis 320 — 1750m tief; Ophiuridae 55 Arten, 60 — 1750m tief, Astropiiytidae 6 Arten 183— 745 m tief. Cuppy, Lechmere 11. J., First sketch of a Marine Invertebrate Fauna of the Gulf of Paria and its neigbourhood. Parti. Mollusca, in: Journ. of Conchol. Vol. 2. 1879. p. 151. Es werden aufgeführt : Cephalopoda 4 Gatt. 4 Arten, Solenoconchia 1 Gatt. 1 Art, Gastropoda 44 Gatt. 87 Arten, Lamellibranchiata 42 Gatt. 102 Arten, im Ganzen 91 Gattungen und 194 Arten. Bergh, 11., Die Doriopsen des atlantischen Meeres, in: Jahrb. d. Deutsch. Malakozool. Ges. 6. Jhg. 1. Hft. p. 42. Es sind im Ganzen 48 Arten der Gattungen Doriopsis bekannt. Die meisten gehören dem indischen und stillen Meere an. Im mittelatlantischen Meere (und Mittelmeere) sind nur folgende 4 Arten nachgewiesen: Doriopsis limba ia Cnv., Krebsii Mönch., atropos Bgh., subpellucida Abr. Bergh, R., Beitr. zur Kenntniss der Aeolidiaden VI. Verhdl. d. k. k. zool. bot. Ges. in Wien. Jahrgg. 1878 (1879). p. 553. P/iidiana Selencae Bergh, n. sp. Bei Eio Janeiro außerdem noch 5 Arten bek. laus d. atlant., stillen u. ind. Ocean). Ehlers, E., Preliminary report on the Worms, in: Reports on the Results of Dredging under Supervision of AI. Agassiz in the Gulf of Mexico (1878) by the Steamer- »Blake«. in: Bull. Mus. Comp. Zool. Vol. 5. Nr. 12. p. 269. (1879.) Bis 1568 Fd. tief wurden Würmer gefunden. Weniger als lüO Fd. (183 m) wurden gefangen: Chrysopetalidae, Hesionidae, Syllidae, Nereidae, Scalibreg- midae, Cirratulidae ; weniger als 300 Fd. (550 m) tief: Amphinomidae, Phyllo- docidae, Glyceridae, Ariciidae, Terebellidae , Sabellidae ; unter 600 Fd. (llOOm): Aphroditidae, Polynoidae, Eunicidae, Opheliidae, Ampharetidae, Serpu- lidae. Eunicidae wurden von der Strandgregion bis 955 Fd. (1750 m) gefunden ; sie sind durch 7 Genera vertreten und bilden in vielen Localitäten einen wesent- lichen Theil der Fauna. Serpulidae wurden bis 860 Fd. (1570 m) tief gefunden. Webster, H. E., On the Annelida Chaetopoda of the Virginian Coast. in advance of : Vol. 9. of Transact. of the Albany Institute. Jan. 9, 1879. Das untersuchte Gebiet ist die flache Region von der Küste bis zu den vorlie- genden Inseln. Der Grund ist schwarzer Mud, der bei Ebbe theils mit dem Spaten, an nicht entblößten Stellen mit dem Schleppnetz gehoben wurde. Bei niedrigem Wasser sind die Watten schwarz von Ili/a7mssa obsoleta, und zwei Arten Gelasimus treten in Scharen auf, welche jeder Schätzung spotten. Zwischen den Austern wohnen zahllose kleine Würmer und Mollusken. Amphitrite omata ist so häufig, dass sich an manchen Stellen die ausgestreckten Tentakel der Indi- viduen berühren. Im Ganzen werden 59 Arten aus 49 Gattungen Chaetopoden angeführt. Stimpson, V\\, Prelim. Report on the Crustacea dredged in the Gulf Stream in the Straits of Florida. I. Brachyura. in: Bull. Mus. Comp. Zool. Vol. 5. Nr. 2. 1879. Es wurden 81 Arten aus 47 Gattungen gefangen. Buthynomus (jiganteus Milne Edwards, ein riesiger Isopod von 23 cm Länge und 10cm Breite mit facettenreichen Augen wurde 955 Faden (1750mi tief nord- östlich von Yucatan gefangen. (Compt. rend. 6. Jan, 1879, Ann. Nat. Hist. Vol. 3. 1879. p. 241). b) Verbreitung wirbelloser Seethiere und Seefischerei. 63 Nordatlantischer Ocean. Ostseite. Berthelin, G., Liste des Foraminiferes recucillis dans la Baie de Bourgneuf et ä Pornichet (S. V. der Mündung der Loire, bei der Ins. Noirmoutiers) . Nantes, 1879. 8«. Es werden 31 Gatt, und 76 Species aufgeführt; die meisten kommen auch an andern Punkten der französischen Westküste vor, so wie an der belgischen und englischen Küste, wie der Verf. in einer tabellarischen Übersicht angibt. Siddali, J. 1). u. H. B. Brady, Catalogue of British recent Foraniinifera, 1879. Es werden aufgeführt : Gromida 3 Gattungen 4 Arten ; Miliolida 7 Gatt. 27 Arten; Lituolida 9 Gatt. 20 Arten; Lagenida 10 Gatt. 75 Arten; Gio- bigerinida 22 Gatt. 63 Arten; Nummulinida 4 Gatt. 11 Arten, im Ganzen 35 Gattungen und 210 Arten. Robin, Ch., Mem. sur la struct. et la reprod. de quelq. Infusoires tentacules , suceurs et flagelles. in: Journ. de l'Anat. et Physiol. 1879. p. 529. R. fand an der Westküste von Frankreich bei Concarneau das an der Küste von Norwegen von Claparede und Lachmann, an der schottischen Küste von Str. Wright beobachtete Ophryodendron abietimtm an Hydroidpolypen und Fucus ; ferner Achutopis rara Robin, Podophrya Lynghyei Ehb. '= Podophrya gemmipara Hertwig), Trichod'ma Scorpaenae Rob. Fischer, P., Essai sur la distribution geographique des Brachiopodes et des MoUusques du littoral oceanique de la France, in: Actes de la Soc. Linn. de Bordeaux. XXXII. 1878. F. theilt das Gebiet in folgende Regionen : 1) Region normande ou de la Manche. Bis C. de la Hague. 50 m t. 2) Reg. armoricaiue ou du massif bre- ton. — Mündung d. Loire, reich an Inseln. 100 m t. 3j Reg. aquitanique ou vasconienne. — Mündung d. Bidassao, Inseln. 200 — 4500 m. Arten von — 375m (tiefer lebende sind nicht angeführt). Frankreich Gr. Brit. Mittelmeer nach Jefl'reys. Brachiopoda 8 Arten 5 Arten 10 Arten Acephala 170 - 167 - 273 - Pteropoda 2 - 2 - 19 - Gastropoda 362 - 363 - 660 - Cephalopoda 21 - 12 - 53 - 569 Arten 549 Arten 1015 Arten (21 Art. zweifelhaft). Jeffreys , J. Gwynn, On the Mollusca procured during the »Lightning« and »Porcupine« Ex- peditions, 1868 — 70. (Part. II.) in: Proceed. Zool. Soc. London, 1879. Part. III. p. 553. Mit Angabe der horizontalen und bathymetrischen Verbreitung und des geolo- gischen Vorkommens werden 101 Arten Mollusken des nordatlantischen Gebietes angeführt. Dieselben gehören zu folgenden Familien: Anomidae 2 Species, Ostreidae 2, Spondylidae 1, Pectinidae 28, Aviculidae 2, Mytilidae 14, Arcidae 52, im Ganzen 101 Species. Norman, A. M., The Mollusca of the Fjords near Bergen, Norway. in: Journ. of Conchol. 1879, IL p. 8, 33, 65. N. dredschte im Oster- und Bukkefjord auf 27 Stationen. Im Osterfjord be- steht der Grund aus feinem grauen Mud, der viele Foraminiferen enthält, beson- ders BuUmma, VirguUna, Bolivina, Cassidulina, Pullenia. Globigerina und Orbu- litia fehlen fast gänzlich. 50 bis 200 Fd. (i)0 — 370 m) tief ist die Fauna sehr reich, besonders an Würmern und Mollusken. Der Grund des Korsfjord besteht auf 200 Fd. (370m) Tiefe ebenfalls aus feinem Mud. N. sammelte: Brachio- poda 4 Arten, Conchifera 105, Solenoconchia 7, Gastropoda 144, Pteropoda 1 Art, zusammen 261 Arten. Andere Zoologen fanden bei Bergen außer diesen 64 VI. Zoogeographie. noch 92 Arten. Es beträgt also die Summe aller bei Bergen gefundenen be- schälten Mollusken und Brachiopoden 353 Arten. Bergh, 11., Gattungen nordischer Doriden. in: Areh. f. Naturg. 45. Jahrg. 1879. p. 340. Die bekannten nordischen echten Doriden, welche zurückziehbare Kiemen tragen, gehören zu den Gattungen ArcMdoHs, Diaulula, Cadlina, Jorunna, Aldisca und Rostaj^ga ; sie sind mehr kosmopolitisch als die mit nicht zurückziehbaren Kiemen versehenen Gattungen Acanthodoris, Adalaria, Lamellidoris, Goniodoris und Doridunculus , welche fast ausschließlich auf kalte Meeresgegenden be- schränkt sind. I. Mit zurückzieh b aren Kiemen. Zu Archidoris gehören ."{ Arten nordisch (1 pacifisch). Diaulula 1 Art nordpacifisch. Cadlina 4 Arten nordatlant. und- pacifisch. Jorunna 1 Art nordatlant. Aldisca 1 » .« Rostanga 1 » atlant. und mediterr. 11 n. Mit nicht zurück ziehbaren Kiemen. Akiodoris 1 Art pacif. Acanthodoris 3 Arten nordatl. und nord-pacif. Adalaria 5 » » » » Lamellidoris 17 .. n » » Goniodoris 8 .. atl., medit., pacif., indisch 34 + 11 =45 Arten. Norman, A. M., On the Occurrence of Neomenia (Solenopus Kor. u. Dan.) in the Brit. Seas. in: Ann. Nat. Hist. Vol. 4. 1879. p. 164. Neomenia varinata TuUb. und N. Dalyelli 'Kox. u. Dan., beide von der norwe- gischen Küste bekannt, kommen auch bei den Shetlands-Ins. vor. Hincks, Th., On the Classif. of the Brit. Polyzoa. in: Ann. Nat. Hist. Vol. 3. 1879. p. 153. Es werden zwei neue Arten angeführt : Brei da tubaeformis n. sp. SO Küste und Sc/iizoporella cristata n. sp. Hastings auf Pecten maximus. Norman, A. M., On Loxosoma and Triticella, Genera of Semiparasitic Polyzoa in the British Seas. in: Ann. Nat. Hist. Vol. 3. 1879. p. 133. Loxosoma phascolosomatum C. Vogt. Triticella flava Dalyell. (auch bei Norwegen nach G. 0. Sars) . Tauber, P., Annulata danica I. En Revision af de i Danmark fundne Annulata Chaeto- gnatha, Gepliyrea, Balanoglossi, Discophorae, Oligochaeta og Polychaeta. Kjeben- havn, 1879. P. Tauber kennt 250 Arten in Dänemark und 37 an der schwedischen Kattegattküste gefundene Würmer. Die an den dänischen Küsten vorkommenden Polychaeten schlägt er an auf 220 Arten. Es werden aufgeführt : Chaetognatha 2 Arten, Gephyrea 7 Arten, Balanoglossi 1 Art, marine Discophoreae 17 Arten, marine Oligochaeta 9 Arten, Gymnocopa (Tomopterisj 1 Art, Polychaeta 202 Arten. Ridley, H. N., fand eine neue Species Copepoden : Doridicola antheae auf Anthea cereus an der Küste Englands, in: Ann. Nat. Hist. Vol. 4. 1879. p. 458. Hoek, P. P. C, Carcinologischcs. in:Tydschr. d. Nederl. Dierk. Vereen. 4. Deel, 3. en 4. Afl. 1879. p. 97. An der Kü.ste der Niederlande sind folgende 1 1 Arten Amphipoden gefunden : CorophitimlongicorneYah., Corop/iium crassicnrneBniz., Cerapus difformisM.. Edw., b) Verbreitung wirbelloser Seethiere und Seefischerei. 65 Orthopalame TerschelUngi Hoek (n. sp.) , Amphitoe liUorina Sp. Bäte, Pudocerus falcatus Mont. , Ati/lus Sivainmerdammii M. Edw., CalUopius lacvmsculus Kröy., Melita obtusataM.out., C/ieirocrahis brevicortiis Hook (n. sp.l, Ampelisca aeqiiicornis Bruz. Norman, A. M., Crustacea Cumacea of the »Lightning«, »Porcupine« and »Valorous« Expedi- tions, in: Ann. Nat. Hist. Vol. 3. 1879. p. 3 u. 54. Im Ganzen wurden 30 Arten gefangen, welche 10 Gattungen angehören. Die Gattung Diasti/lis ist durch 16 Arten vertreten. Die meisten Arten wurden in größeren Tiefen (900— 4800 m) gefangen. *Sars, G. O., Carcinologiske Bidrag til Norges Fauna. I. Monographi over de vid Norges Küster forkomede Mysider. 1879. Nordatlantischer Ocean. Westseite. Verrill, A. E. , Preliminary Check-list of the Marine Invertebrata of the Atlantic Coast from Cape Cod to the Gulf of Lawrence. New Haven, 1879. Es wurden über 1400 Arten gefunden, die meisten weniger tief als 370 m. Insecta 4, Pycnogonida 13, Acarina 1, Xiphosura (Merostomata) 1 , Podoph- thalma 45, Schizopoda 13, Cumacea 17, Phyllocarida (Nebalia) 1, Amphipoda über 100, Isopoda29, Cirripedia 15, Chaetopoda 210, Gephyrea 10, BdellodeaS, Chaetognatha 2, Enteropneusta 2, Nemertina 33, Turbellaria 19, Echinoder- mata 7S, Anthozoa 44, Acalephae 151, Cephalopoda 12, Gastropoda 187, Pte- ropoda 4, Solenoconcha 3, Lamellibranchiata 122, Tunicata 43, Brachiöpoda 5, Bryozoa 141, Spongiae über 100 Arten. Matthew, Jones J., (in Halifax, Nova Scotia) theilt in Nature, Feb. 20, 1879, p. 363 mit: Mit großen Massen Sargassum bacciferum bei Winterstürmen aus SO und SW werden verschiedene pelagische Thiere : Spinda prutotypus, Jonfhina communis, T'eleUa communis , Physalia pelayica, Nester von Antennarius marmoratus an die Bermudas, ja sogar bis an die Küsten von Neuschottland und Neufundland nord- wärts getrieben. Nordpolar- Meer. Sars, G. O., Indberetninger til Department for det Indre om de af ham i Aarene 1874 — 77 antstillede Undersögelser vedkommende Saltvandsfiskerierne. Christiania 1878. III. Uddrag af Prof. Sars' Indber. som Delfager i den norske Atlanterhavsexpedition i Aaret 1876, p. 28 — 41. IV. Forlöbig Beretning om de under den 2den norske Nord- havsexpedition i 1877 anstillede zoologiske Undersögelser. p. 42-59. An den Untersuchungen nahmen Theil : Danielssen und Koren (Echino- dermen, Gephyreen und Coralleu) , Hansen (Anneliden), Friele (Mollusken), 0. Sars (die übrigen Thiere, Diatomeen und Seefischerei). Die größte Tiefe, welche man (zwischen Norwegen und Island) erreichte, be- trug 2000 Faden (3700 m). Das Grundnetz wurde 1 6 mal ausgeworfen, das Kurrnetz 1 2 mal, beide zu- sammen 2 mal, Schwabber 1 mal. Außerdem wurde mit dem Oberflächennetz gefischt. Die Resultate waren meistens gut. Außerhalb der Barriere vor der norwegischen Küste wurde unter 300 Faden (550m) 1,()" bis 0*' C. gefunden. Bis Island und zu den Faröern besteht der Meeresboden bis gegen 1000 Faden (1830 ra) hauptsächlich aus klebrigem, kalkreichem grauweißem Schlick, der sehr viele Biloculina-Schalen enthält. Dieser Biloculinamud entspricht dem Globi- gerinenmud anderer Meerestiefen, ist jedoch kalkreicher als dieser. Durch Trocknen verwandelt er sich in kurzer Zeit in harten Kalkstein. In diesen Tiefen bildet sich also Kalkstein oder Kreide. Zoolog. Jahresbericht 187'J. 5 66 VI. Zoogeographie. Die Fauna trägt auch das Gepräge ihres gleichzeitigen Ursprunges mit den Fossilien des Endes der Secundärperiode. Im Ganzen ist sie einförmig und arm. Hauptformen derselben sind Crinoideen , große Pycnogoniden , Siphonodentalium vitreum. Auf ansteigendem Grunde, von 900 bis 400 Faden (1650 bis 730 m) ist das Thierleben reicher und mannigfaltiger. Da sind wahre Wälder von baumförmigen Spongien [Cladorhiza] ; an deren Ästen sitzen Euryale, Antedon, Crustaceen, große Pycnogoniden, Bryozoen und Hydroiden. Auf Plätzen zwischen den Spongienwäldern leben purpurrothe Astropecten, Ophiuren, Anneliden, Crustaeeen [Crangun, Erythrops, Parerythrops, Pseudomma, viele Amphipoden und Isopoden] . Die Riesen unter den Thieren dieser Tiefen sind die 4 Ellen erreichenden Umbellularien. Nach ihnen kann diese Region die U m b e 1 1 u 1 a r i e n r e g i n genannt werden . Fast alle Thiere derselben leuchten bläulich, grünlich oder röthlich. 200—100 Faden (370— ISO mj tief, 20 bis 10 Meilen von der Küste fängt die Barriere an, auf welcher Norwegen ruhet. Am Rande derselben ist harter Grund mit Rollsteinen, welche wahrscheinlich aus Eismassen niedergefallen sind. Die Fauna ist der Küstenfauna ähnlich. Man kann hiernach vor der norwegischen Küste zwei Regionen unter- scheiden: 1. eine wärmere, welche das Skagerak, die Nordsee iind das Nord- meer (10 — 20 Meilen von Norwegen bis Finmarkens Nordspitze) umfaßt; 2- eine kältere außerhalb der Barriere, deren Centrum der Nordpol ist und welche sich zwischen den Faröern und Shetlandsinseln keilförmig bis zum 60" N. B. nach Süden erstreckt. Die Fauna dieser kälteren Region ist arc tisch oder glacial. Sie steigt im N. bis an die Meeresoberfläche ; denn das Thierleben ist mehr abhängig von der Temperatur als von der Tiefe des Meeres. Einst reichte sie weiter nach Süden, wie die glacialen Petrefacten zeigen. In tiefen Fjorden leben noch verkümmerte Abkömmlinge dieser Fauna. An der äußersten Grenze der Barriere liegen mehrere Bänke mit steinigem Grunde auf 220 bis 70 Faden (407 — 128 m), die sich durch Fischreichthum auszeichnen. Der Häring ist ein pelagischer Fisch, welcher den Copepodeu nachgeht. Nur wenn er zum Laichen an die Küsten kommt, ist er von diesen unabhängig. Durch die Entwicklung der Geschlechtsdrüsen gegen die Küste getrieben, nähert er sich dieser bald mehr bald weniger, je nachdem er Nahrung findet. Für die Fischerei ist daher die Untersuchung der Oberflächenschichten auf Nährthiere wichtig. Zwischen Norwegen und den Faröern sind Calanus finmarchicus und Ponteila Paltersonii sehr häufig. Die letztere Art (welche das Meer blau färbt) wird auch von Makrelen viel verzehrt. Von den Faröern nach Island zu ver- schwinden die Copepoden. 1877 dauerte die Expedition vom 11. Juni bis zum 23. August: das Meer wurde zwischen 65" und 71I/2" NB. untersucht (um Jan Meyen) : 24 mal auf 200Faden (370m), 14 mal auf 500 Faden (910m), 6 mal auf 1000— 1600 Faden (1820 — 2930 m). Zwischen Jan Meyen und Norwegen beträgt die größte Tiefe 2000 Faden (3700m). Unterhalb 800 Faden (1460 m) besteht der Grund aus plastischem Biloculinamud. Die Fauna ist nicht reich, enthält aber eigenthümliche interes- sante Formen. Reicher ist sie an den Abhängen zwischen Bänken und größeren Tiefen, wo Mud mit Sand gemengt ist. Die riesige Umbellularia, die auch hier gefunden wurde, scheint nur local in großer Anzahl aufzutreten. Auf 400 Faden (730m) Tiefe wurden bei — 0,9" C. zwei Species Lycodes an- getroff'en (eine neue und eine schon aus dem Polarmeer bekannte) . In weichem bläulichen Thon wurden nur Lumbriconereis und ein großer Si- b) Verbreitung wirbelloser Seethiere und Seefischerei. 67 punculid angetroffen. Mit der Beschaffenheit des Grundes verändert sich stets auch die Fauna. Eine und dieselbe Thierform kann in verschiedenen Tiefen leben, wenn der Grund und die Temperatur dieselben sind. Die Grenze der kalten Region erhebt sich bis 300 Faden (550 m). Bei Jan Meyen reicht das eiskalte Wasser bis wenige Faden unter die Ober- fläche. Der warme Golfstrom übt seinen Einfluß also nicht bis dahin. Die Fauna ist daher bis an die Oberfläche arc tisch. 60 — SO Faden (110 — 146m) tief treten Formen auf, welche südlicher in der kalten Region in großen Tiefen leben. Das Thierleben ist reich, und es sind alle Typen repräsentirt. Die Echinodermen sind durch große, prächtig gefärbte Arten vertreten. Area gla- cialis tritt in Riesenexemplaren auf. Auch Fische fehlen nicht ; zahlreiche See- vögel beleben die Luft und das Meer. In der Oberflächenschicht wimmelt es von Thieren. Calanus ßmnarchirus ist hier drei bis viermal so groß wie bei Nor- wegen, Limarina helic'ma und CUone limacina sind häufig. So weit das kalte Oberflächenwasser nicht mit Eis bedeckt war, hatte es eine schmutzig graugrüne Farbe von einem formlosen organischen Schleime, welcher sehr bald die Maschen der Tüllnetze verstopfte. Mit dem Messer abgeschabt, erwies er sich bei 800 — 1000 maliger Vergrößerung als lebendes Proto- plasma von der einfachsten Zusammensetzung. In den unregelmäßigen Klumpen desselben lagen leere Diatomeen u. a. mikroskopische Körperchen , aber keine Coccolithen. Dieser Stoff bedingt den großen Individuenreichthum an Fischen im arctischen Meere. Das Vorkommen und die Vertheilung der Häringe hängt ab von der Nahrung und diese wieder von den Strömungen. Wo sich verschiedene Strömungen be- rühren, häufen sich die Nährtliiere der Häringe an und ziehen Häringszüge herbei. Der Dorsch nährt sich hauptsächlich vom Häring, der Häring von Copepoden, das formlose Jan Meyen-Protoplasma liefert Nahrung für unzählige kleine Fisch- Nährthiere. Bei Jan Meyen, wo die Temperatur fast immer unter 0" bleibt, leben weder Dorsche noch Häringe. Bessels, E., fand am 22. Juli 1871 (die americanische Nordpol-Expedition, Leip- zig 1879, p. 37) östlich von Labrador (53° 19' N.B., 53" 10' W.L.) das Meer schmutzig hellgrün. Es enthielt ungeheure Mengen von Melosim ardica (bis 12 Fuß unter der Oberfläche) und zahlreiche Copepoden, deren Darm mit dieser Diatomee angefüllt war. Sars, G. O., Nogle Bemaerkninger cm den marine Faunas Character ved Norges nordlige Kyster. (Med 2 Kartskitser). in: Tromsö Museums Aarshft. II. 1879. p. 58— 65. Die Grenze der arctischen Seethierfauna verläuft südlich vom Nordcap inner- halb der vor der Festlandsküste liegenden Inseln ; etwas nördlich vom Polarkreis biegt sie ostwärts von der Küste ab und wendet sich dann südöstlich zu den innersten Armen der tief einschneidenden Fjorde. In diesen sind die physica- lischen Verhältnisse denen des Polarmeeres ähnlich, weil sie weit von der warmen atlantischen Südwestströmung entfernt liegen, im Winter stark abgekühlt werden und im Frühjahr bei der Eis- und Schneeschmelze viel Süßwasser erhalten. Nördlich vom Nordcap biegt die Grenzlinie der arctischen Fauna nach Nord- west, wendet sich dann in südwestlicher Richtung gegen Island, wo sie den Polarkreis wieder schneidet, um endlich in der Höhe des Cape Cod unter 4 l" nörd- licher Breite die americanische Küste zu berühren. Nach den neuesten Untersuchungen scheinen die Halbinsel Alaschka, die Aleuten, Kamtschatka und der nördliche Theil des ochotskischen Meeres zoogeo- graphisch ebenfalls zur arctischen Region zu gehören, selbstverständlich auch die ganze Nordküste von Asien und Nordamerica. 68 VI. Zoogeographie. Alle echten arctischen Thiere sind circumpolare Thiere. Dies ist für verschie- dene Arten nachgewiesen, die an der nordeuropäischen und nordamericanischen Küste und im Behringsmeer aufgefunden worden sind, Nach einem Briefe Nordenskjölds v. Ceylon, d. lü. Dec. 1879, abgedruckt in Göteborgs Handels Tidning (Nature, Febr. 5, ISSü, p. 327) fand derselbe zwischen Hongkong, Labuan und Singapore und in der Straße von Malacca am Meeresboden viel weniger Thiere, als im Polarmeere auf 20 — 100 Faden Tiefe, in der Hinloopenstraße, an der Ostküste von Novaja Semlja, südöstlich von (Jap Chelyuskin und südlich von der Behringstraße, an Stellen also, wo die Temperatur stets nur — 2, 7" beträgt, während in jenen thierärmeren Meeresregionen eine Wärme von 15 bis 25° C. herrscht. Resultate der österreichisch -ungarischen Nordpol -Expeditionen 1872 — 1874. Denk- schriften d. Wien. Akad. Bd. 35. — E. v. Marenzeller, Die Coelenteraten, Echino- dermen und Würmer, p. .'i57. — C. Heller, Die Crustaceen, Pycnogoniden und Tunicaten. p. 25. Der nördlichste Punkt, wo Thiere gefangen wurden, war 75° 15' N.B., 59° 14' O.L. Man fischte in Tiefen von 36—510 m. Es wurden gefangen : Spongien 13 Arten, Hydroiden 5, Anthozoen 7, Crinoiden 2, Ophiuriden 6, Astrophytiden 1, Ästenden 5, Echiniden 1, Holothuriden 2, Turbellarien 1, Gephyreen 22, Chaeto- poden 26, Bryozoen 13, Tunicaten 5, Pycnogoniden 3, Cirripedien 1, Isopoden 3, Amphipoden 13, Cumaceen l, Cariden 5 Arten, im Ganzen 115 Arten. V. Marenzeller macht im Betreff der von ihm behandelten Classen folgende allgemeine Bemerkungen : Die meisten Arten waren schon von Spitzbergen und Grönland bekannt. Von den von ihm aufgezählten 84 Arten waren nur 22 dort noch nicht beobachtet. 17 Arten waren bis dahin an der norwegischen Küste nicht über Finmarken hinaus gefunden worden ; von diesen sind 1 6 Arten auch an der nordamericanischen Küste beobachtet. Das nördliche Eismeer kann nicht als abgegrenztes zoogeographisches Gebiet angesehen werden. Zu dem zoogeo- graphisch-arctischen Gebiet müssen alle Punkte, welche der Polarstrom berührt, gezogen werden. Im Robeson Canal unter 82° N.B. nördlich von Grönland fand Bessels mit dem Schleppnetz , welches er durch kleine Waken niederließ, Cranc/on boreas, Hippolytc, Mysis, 2 Arten Caprdla und Gammarus locusta. Der letztgenannte Krebs war sehr groß und so häufig, dass man ihn zu Hunderten aus dem Fluth- loche schöpfen konnte, wenn man die oberflächlich abgefleischten Körper von Robben oder Vögeln in dasselbe hinabließ. Eine Eiderente oder Lumme wurde von diesen Krebsen gewöhnlich in zwei oder drei Stunden auf das schönste skele- tirt ; ein Seehund im Laufe eines Tages. An Mollusken wurden gefunden : eine Modiolaria, Mya truncata wu^Saxicava rugosa. Der einzige Wurm , welcher gefischt wurde, war ein kleiner Priapulus. »Diese Formen geben jedoch keineswegs ein Bild der Meeresfauna ; denn die Localität, die mit dem Schleppnetze untersucht werden konnte, war überaus be- schränkt und nicht günstig für die Existenz thierischen Lebens. Dass die Fauna reicher ist, als dieselbe sich uns darstellte, mag daraus hervorgehn, dass bei stürmischer Witterung mitunter große Pycnogoniden ans Ufer gespült wurden, welche Nymphon grossipes sehr ähnlich waren.« Unter 79" N.B. fand Bessels im Kalkschlamm aus 90 — 95 Fd. (165— 175 m) Tiefe Probathybius, »oiweißartige Massen ohne Coccolithen, welche unverkennbare amöboide Bewegungen ausführten«.) (E. Bessels, Die amerikanische Nordpol-Expedition. 187'J. p. 310 u. 321.) b) Verbreitune; Avirbelloser Seethiere und Seefischerei. 69 Danielssen, D. C, og J. Koren, Echinodermer fra den norske Nordhavsexpedition. in: Nyt Magaz. for Naturvidensk. Bd. 25, Hft. 2. 1879. Es werden 8 Arten Holotliurioiden 4 neue) aufgeführt. IVoc/iosoma horeale M. Sars (= Moljjadia riolctcea Stmler) lebt auch bei Kerguelensland lOü Faden (183 m) tief. Sars, G. O., Bidrag til Kundskaben om Norges Arktiske Fauna. I. Mollusca regionis arcticae Norvegiae. Christiania Univ.-Progr.). 1878. (1879 ausgeg.). Es ist keine scharfe Grenze zwischen einer borealen und arctischen Region zu ziehen. An der ganzen südlichen, westlichen und nördlichen Küste von Norwegen ist überall in der Tiefe wärmeres Wasser {+ 5° C.) als außerhalb der Barriere und östlich vom Nordcap. Bei Vadsö beträgt die Temperatur auf 100 Fd. (183 m) nur 2° C. S. gibt die folgende tabellarische Übersicht der Verbreitung der verschiedenen Classen : < [3 3 [c3 o pH Regio arc- tica Nor- vegiae _ta "a M Ö.2 »H .7^ Brachiopoda . . 8 1 5 6 5 3 3 3 2 Conchifera . . . 174 31 92 132 128 119 45 56 25 Solenoconchia . 9 2 3 9 3 4 2 3 — Gastropoda . . 371 28 97 256 225 133 82 77 25 Pteropoda . . . — 1 4 2 2 3 4 — Cephalopoda . . 13 — — 8 8 1 1 1 580 62 198 412 371 269 136 144 53 55 Arten sind neu für die norwegische Meeresfauna, 31 Arten neu für die Wissenschaft, 407 Arten gehören der arctischen Zone an, 372 beschalte Mollusken leben nördlich vom Polarkreis, (Loven kannte 1846 nur 133 arctische beschalte Arten) . Bei den Lofoten kommen 321 Arten Mollusken vor. Bei den Lofoten undWest- finmarken sind boreale Arten mit arctischen gemischt. Östlich vom Nordcap leben 195 Arten, unter ihnen aber keine borealen Arten. Das Nordcap bildet daher eine Grenze zwischen zwei Regionen innerhalb der arctischen Zone. An der Nord- und Westküste von Norwegen leben 132 Arten, welche nur ausnahmsweise südlich vom Polarkreis vorkommen. Bis Spitzbergen gehen 67 Arten, bis Grönland und die Polarinseln 136 Arten, bis an die Ostküste von Nordamerica 137 Arten, bis ins Behringsmeer 54 Arten, bis ins japanische Meer 33 Arten. Schlussbemerkungen : 1) Es ist anzunehmen, dass alle Arten, welche in Ostfinraarken östlich vom Nordcap) vorkommen, arctisch sind. 2) Auch diejenigen Arten sind arctisch, welche gar nicht oder nur aus- nahmsweise südlich vom Polarkreis gefunden worden sind. 3) Eine Art, die in größerer Menge und in kräftigerer Ausbildung innerhalb der arctischen Zone auftritt als südlich vom Polarkreis, ist arctisch. 4) Arctisch sind Arten, welche in der arctischen Zone in verhältnismäßig flachem Wasser, aber weiter südlich in größeren Tiefen leben. 5) Arctisch sind solche Arten, welche in der arctischen Zone in verschie- denen Varietäten auftreten, während sie südlicher mehr constant sind. 70 VI. Zoogeographie. 6) Avctisch sind Arten, welche am Grunde tiefer Fjorden kräftiger ent- wickelt sind als an der offenen Küste. 7) Arctiscli sind Arten, welche in der kalten Area außerhalb der äußeren Bänke leben. 8) Arctisch sind die circumpolaren Arten. 9) Arctisch sind auch die an der nordamericanischen Küste bis Cape Cod gehenden Arten, weil sie durch den kalten Polarstrom zugeführt sind. 10) Die Mollusken des Behringsmeeres sind arctisch. 11) Alle in der Glacialformation vorkommenden Mollusken sind arctisch. 12) Arctisch sind Arten, die im fossilen Zustande kräftiger ausgebildet sind, als Individuen, welche in denselben Breiten noch leben. Hiernach sind 279 Arten arctisch und 128 Arten boreal. Friele, H., Catalog der auf der nonvegischen Nordmeerexpedition bei Spitzbergen gefundenen Mollusken, in: Jahrb. d. deutsch, malakoz. Gesellsch. 6. Jahrg. 1879. p. 264. Zwischen 74° 54' und 80° N.B. wurde auf 5—1333 Fd. (9 — 2440 mi ge- dredscht. Auf 2440 m Tiefe bestand der Grund aus Biloculinenmud. In allen Wasserschichten war das Wasser gegen 0° kalt ( — 1,4 bis + 1,9). So weit die Mollusken- (und Brachiopoden-) Fauna Spitzbergens bekannt ist , umfasst sie 167 Arten, nämlich: Brachiopoda 4 Arten, Conchifera 52, Solenoconchia 1, Gastropoda 105, Pteropoda 2, Cephalopoda 3 Arten. Auf der norwegischen Expedition wurden 138 Arten gesammelt. D'Urban, W. S. M., The Mollusca of Barents-Sea between Spitzbergen and Novaya Zemblia. in: Journ. of Conchol. Vol. 2. 1879. p. 88. Es werden aufgeführt: Brachiopoda 2 Arten, Conchifera 13, Solenoconchia 1, Gastropoda 1 1 Arten. Mereschkowsky, C, Über einige Turbellarien des Weißen Meeres, in: Arch. f. Naturgesch. 1879. I. p. 34. M. fand 14 Arten. Levinsen, G. M. R., Bidrag til Kundskab om Grönlands Turbellariefauna. in: Vidensk. Meddel. naturhist. Foren. Kjebenh., 1879 — 80. L. sammelte in den Jahren 1875 — 77 Turbellarien an der grönländischen Küste hauptsächlich zwischen abgestorbenen Laminarien und andern Algenmassen, welche bei niedrigem Wasserstande ans Land gezogen werden konnten. Er fand 41 Arten aus 20 Gattungen. Die Gattung Mesostomtim ist durch 8 Arten ver- treten, Vortex durch 5, Gyrator durch 4, Cylmdrostamum und Monocelis durch je 3 Arten, die übrigen Gattungen nur durch 2 oder 1 Art. Theel, Hj., Les Annelides polychetes des mers de la Nouvelle-Zemble. in: K. Svensk. Vet. Akad. Handl. B. 16. Nr. 3. Stockholm 1879. 4. Tabl. Bis 1875 waren aus dem Gebiet von Novaja-Semlja 37 Polychaeten bekannt. Die schwedischen Expeditionen von 1875 u. 76 sammelten 90 Arten (13 neu für die Wissenschaft) . Es sind überhaupt dort gefunden 102 Arten, 5 — 255 Fd. (9 — 470 mi tief (bei Grönland 122, bei Spitzbergen 93 Arten). 73 Arten haben Novaja-Semlja und Grönland gemeinschaftlich, 72 Arten Novaja-Semlja und Spitzbergen. Mittelpacifischer Ocean. Brazier, J., List of marine shells collect, on Fitzroy Island, N. Coast of Australia with notes on their geographica! ränge, in: Journ. of Conchol. Vol. 2. 1879. p. 186. B. fand im Jahre 1871 an der Westseite der Insel den Strand auf 60 Fuß Länge mit einer 6 — 7 Fuß breiten und eben so dicken Schicht Corallen und Muscheln b) Verbreitung wirbelloser Seethiere und Seefischerei. 71 bedeckt, aus der er in wenigen Stunden 73 Arten Gastropoden und 4 Arten Muscheln sammelte. Bei einem zweiten Besuch fand er an derselben Stelle nichts als feinen Aveißen Sand. Ein Sturm hatte die ganze Bank fortgewaschen. Garrett,.A., Annotated Catalogue of the Species of Cypraeidae collected in the South Sea Islands, in: Journ. of Conchol. Vol. 2. 1879. p. 105. G. führt an von W.-Polynesia : von den Viti-Inseln 44 Arten, Tonga-Inseln 36, Samoa-Inseln 41, Kingsmill-Inseln 43, Carolinen-Inseln 32; von O.-Polynesien : von den Cooks-Inseln 3(5, Gesellschaftsinseln 45, Pomotu-Inseln 43, Marquesas- Inseln 13, Sandwich-Inseln 31 Arten. In W. -Polynesien wurden 53 Arten ge- funden, von denen 18 in O.-Polynesien nicht zu Gesicht kamen. O.-Polynesien lieferte 56 Arten, von denen 20 in W. -Polynesien nicht beobachtet wurden. Die Gattung Cypraea ist durch 58 Arten vertreten, Cyj)raeovula durch l Art, Trivia durch 15 Arten. Chinesisch -japanisches Meer. Sladen, W. Percy, On the Asteroidea and Echinoidea of Korean Seas ; Duncan, P. Martin, On some Ophiurioidea from the Korean Seas. in: Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 14. Nr. 77. p. 424 u. 445. Asteroidea 4 Gattungen 6 Arten. Ecliinoidea 8 Gattungen 10 Arten, Ophiu- rioidea 7 Gattungen 16 Arten. 2 Arten Asteroidea und 13 Arten Ophiurioidea sind neu. Die übrigen 17 Arten leben auch in den benachbarten wärmeren Meeren; einige sind noch weiter verbreitet. Jeffreys, J. Gwyn, Notice on some shells dredged by Capt. St. John in Korea Strait. in: Journ. Linn. Soc. London. Zool. Vol. 14. Nr. 77. 1879. p. 418. Es werden 14 Arten angeführt, welche die Straße von Korea mit europäischen Meeren gemein hat oder welche fossil im Coral-Crag vorkommen. Von diesen wa- ren bisher aus dem nordpacifischen und nordatlantischen Ocean noch nicht be- kannt: Annmia ephippium, Pecten similis, Lepton sulcatulum, Axinus ßexiiosus, Panopaea plicata und Turbo sanguineiis. Von 6 anderen wusste man, dass sie im atlantischen und pacifischen Ocean eine weite Verbreitung haben, nämlich : Tere- hratula caput serpentis, Crenella decussata, Lasaea ruhra, Saxicava rugosa, Punctu- rella noachina und Embolus rostralis. Neun Arten sind fossil im Coral-Crag und eine Art [Nucinella ovalis) kannte man bisher nur aus dem Pliocen. Smith, A. Edg., On a Collection of Mollusca from Japan, in: Proc. Zool. Soc. London. 1879. Part. IL p. 181. Capt. St. John sammelte SS Arten (22 Gattungen) Gastropoden, die meisten bei den Goto-Inseln im Canal von Korea 18 bis 105 m tief. Collingwood, C, New Species of Nudibranohs from the Eastern Seas. in: Journ. Linn. Soc. London, Zool. Vol. 14. Nr. 8ü. p. 737. C. führt die Namen von 16 Arten auf, die meisten aus dem chinesischen Meere, einige aus dem indischen und stillen Ocean. Marenzeller, E. v., Südjapanische Anneliden. I. in: Uenkschr. der math.-naturwiss. Cl. d. Wien. Akad. Bd. 41, 1879. Es werden 30 Arten, darunter 24 neue angeführt. Sie wurden an der Ostküste Süd-Japans von Dr. Koerbl und Dr. v. Roretz meistens — 20 m tief ge- sammelt. Von den 6 bereits bekannten Arten kommen 4 in europäischen Meeren \0V [Poli/noe imbricatalj., Nereis pelagicah., Ä". Dumerilii Awd.FAw. u. N. dirersi- co^or Müll.) , 2 im rothen Meere [Pectlnaria aegi/ptiaca S)SiV. u. Lysidice collaris). Die letztgenannte Art lebt auch bei den Philippinen. 72 ^1- Zoogeographie. Miers, Echv., ün a Collection of Crustacea made by Capt. H. C. St. John, R. N. in the Corean and Japanese Seas. Parti. Podophthalmia. in: Procecd. Zool. Soc. London 1879. P. I., p. 18. 54 Species oder gut-characterisirte Variatäten werden aufgezählt, außer ost- asiatischen Formen manche weitverbreitete pacifische Arten, viele westamerica- nische und einige Mittelmeerformen. Slater, H. Henry, On a new Genus of Pycnogonidae and a Variety of Pycnogonum littorale from Japan, in: Ann. Nat. Hist. Vol. 3, 1879, p. 281. Die neue Form : Parazetes auchenimis wurde bei Cape Sima, Pycnogonum Uttorule Fab. var. temie an der Westseite Japans gefunden. Nordpacifischer Ocean. Bergh, R., On the NudibranchiateGastropod Mollusca of the North Pacific Ocean, with spec. reference to those of Alasca. Part. I. and II. in: Scient. Results of the Explor. of Alascaby W. H. Dali. Vol. I. Washington. 1879—80. Es wurden 27 Arten gefunden (14 neue). Folgende Arten leben auch im nord- atlantischen Meere : Aeolidia jmpillosa , Cadlina [Doris] repanda , Acanthodoris pilosa. Südpaciiischer Ocean. Thompson , DArcy W., On some new and rare Hydroid Zoophytes (Sertularidae and Thuja- riidae) from Australia and New Zealand. in: Ann. Nat. Hist. Vol. 3. 1879. p. 97. Th. führt an: 5 Arten Sertuhrella, 8 Arten Serttdaria, 4 Arten Thujaria, 1 Art Pericladium. Die Zahl der bekannten Sertulariden von Australien beträgt 15. Haswell, William A., Preliminary Report on the Australian Amphipoda. in ; Ann. Nat. Hist. Vol. 5. 1880. p. 30. Arten der Gattungen Talorchestia , Orchestoidea , Orchestia und Allorchestes sind zahlreich an der Küste von Tasmania, Neu-Süd-Wales und Queensland. Mehrere Species der Gattung Lysianassa kommen vor bei Port Jackson und Port Denison. Arten der Gattungen Melita , Megamaei-a , Maera , Gammariis und Amphitoe sind gemein an den Küsten Australiens. Thomson, George M., Additions to the Amphipodous Crustacea of New Sealand. in: Ann. Nat. Hist. Vol. 4. 1879. p. 329. Zu den nach seiner Angabe bereits bekannten 30 Arten Amphipoden fügt Th. die Beschreibung von 4 neuen Arten hinzu. Es sind also von den Küsten Neu- seelands jetzt 34 Species Amphipoden bekannt. Haswell, W. A., On 2 n. sp. of Crabs of the Genus Stenorhynchis (brevirostris and fissirostris). in: Proceed. Linn. Soc. N. S. Wales, III. P. 4, p. 408. Von Port Jackson und New Zealand. Thomson, G. M., besehreibt 2 neuelsopoden, Arctiirustuhcrculatiis und Tanuis novae-zealan- äiae und Nebalia longipes n. sp. von Neuseeland, in; Ann. Nat. Hist. Vol. 4. 1879. p. 415 und 418. Indischer Ocean. BrUggemann, F., CoralsfromRodriguez. in : Philos. Transact. London. Extra- Vol. 168. 1879. p. 509. Es werden 4 9 Arten aus geringen Tiefen angeführt. Die Corallenfauna von Rodriguez ist der von Mauritius , Madagascar und den Seychellen nahe verwandt. b) Verbreitung ■wirbelloser Seethiere und Seefischerei. 73 Viele Arten kommen auch im rothen Meere vor , manche leben auch im nordöst- lichen Theile des indischen Oceans und einige auch im stillen Oceau. Vertreten sind folgende Familien: Alcyonaria (2 Arten) , Milleporidae (3 A.) , Actinidae (2A.), Stylophora (1 A.), Astraeidae (15 A.), Fungidae (3 Art.), Eupsammidae (1 A.) , Madreporidae (12 A.) , Poritidae (2 A.) , Montiporidae (5 A.) , Pocillo- poridae (3 A) . Smith, Edg. A. , Echinodermata of Rodrig-uez. in : Philos. Transact. London. Extra-Vol. 168. 1871). p. 564. Es werden im Ganzen 12 Arten angeführt, welche größtentheils schon aus dem indischen Ocean bekannt waren, Crinoidea 1 Art, Ophiuridea 4 Arten, Asteridea 2 Arten, Echinoidea 5 Arten. Sladen, Percy, beschreibt eine neue Echinodermen-Gattung, Astrophiura permira von Mada- gascar. in; Ann. Nat. Hist. Vol. 4. 1879. p. 4(tl. Perrier, Pi., Les Stellerides de 1 ile Saint-Paul. in : Arch. Zool. experim. T. 8. 1879 — 80. p. 47. Die beiden dort gefundenen Arten sind Asterina extgna Lamck. (= A. minuta Blainv., A. Kraussii Gray, M. & T., Asteriscus pentagonus M. & T.,) und Culcita Vencris sp. n. Hilgendorf, F., Die von Herrn W. Peters in Mozambique gesammelten Crustaceen. in: , Monatsber. d. Akad. d. Wiss. z. Berlin. 25. Nov. 1878. Es werden angeführt: Brach yura 62 Arten, Anomura 26, Macrura 25, Stoma- topoda 2, Isopoda 5, Copepoda 1 , Cirripedia 7 Arten, zusammen 128 Arten. Von diesen kommen bei Mozambique vor 1 17 Arten, bei Zanzibar ausschließlich 6, am Cap der guten Hoffnung und bei Loanda 5 Arten. Smith, Edgar A., Mollusca ofRodriguez. in: Philos. Transact. London. Extra-Vol. 168. 1879. p. 473. 78 marine Arten, die meisten im indischen und stillen Ocean. Die arten- reicheren Genera sind : Conus 9 , Sistrum 4 , Strombus 4 , Nerita 3 , Cypraea 1 3 Arten. Grube, Ed., x\nnelida of Rodriguez. in: Philos. Transact. London. Extra-Vol. 168. 1879. p. 554. AmpMnome pocißca Kb . IVlierS, Edw., Crustacca ofRodriguez. in : Philos. Transact. London. Extra-Vol. 168. 1879. p. 485. Es wurden 35 Arten gefangen, welche im indischen und im stillen Ocean mit wenigen Ausnahmen weit verbreitet sind, Brachyuren 20 Arten, Macruren 11, Stomatopoden 2, Isopoden 1, Araphipoden 1 Art. Rothes Meer. Klunzinger, C. B., Die Korallthiere des rothen Meeres. 1. 1877, II. u. III. 1879. Berlin. 40. Mit 28 Tafeln. Es werden aufgeführt folgende Familien : Alcyonidae 29 Arten, Gorgonidae 6, Antipathidae 2, Zoanthidae 2, Actinidae 19, Ilyanthidae 3, Discosomidae 4, Thalassianthidae 9, Madreporidae 35, Poritidae 14, Turbinaridae 3, Eupsammi- dae 4. Stylophoridae 7, Pocilloporidae 7, Astrangidae 3, Stylinidae 4, Eusmilidae 1 , Astraeidae 52, Fungidae 1 1, Agaricidae 13, Milleporidae 3, Stylasteridae 1. Die Summe der aufgeführten Arten beträgt 237 in 85 Gattungen. Bewohner der oberen Klippenfläche der Corallenriffe sind : Mudrepnra vagahunda , Stylophora pistillata, Porites solkla. An dem der grossen Brandung ausgesetzten Klippenrande gedeihen : Madrepora pyramidalis, M. Haimea, M. corymhosa, Balanophyllia gemmifera, Coeno- psammia Ehrenhergiana , Stylophora palmata , Pocillopora favosa , P. Hentprichii, 74 VI. Zoogeographie. Cylicia cuticulata , Galaxea irregularis . Zu den Bewohnern des gegen das offene Meer gekehrten Riffabhanges gehören : Madrepora cytherea , M. variabilis , M. pallida , Montipora stilosa , M. tuhercidosa , M. verrucosa , Po7-iies lutea , P. colum- naris, Astraeopora myriophthalma, Coenopsammia micranthus. In der Tiefe vor dem Abhang leben : Madrepora Hemprichii , M. obtusata , M. eurystoma , M. sca?idens, Seriatopora angidata. Auffallende Färbung haben manche Madreporen (oft mit bläulichen oder rötlilichen Astspitzen) , Focillopora (pfirsichblüthroth) , Astraeopora (hellgelb), Coenopsammia Ehrenbergiana (zinnoberroth) u. C. micranthus (schwarz oder tief dunkelgrün) , Balanophyllia gemmifera (hellgelb) , Stylopihora digitata und palmata (röthlich) . Die Färbungen gehören nicht bloß den weichen Polj^jen an, sonderen auch dem Kalkgerüst, in dem sie sich auch noch lange nach dem Trocknen halten. Sehr weit verbreitet sind Madrepora cytherea , Porites lutea , Goniojwra liehen. Südsee. Studer, Th., Die Fauna von KerguelensLand. in: Archiv f . Naturgesch. Jahrg. Ab. 1879. I, p. 116. Carter, H. J., Spongiidae of Kerguelens Land, in: Philos. Transact. London. Extra- Vol. 168. 1879. p. 286. Allman, G. R., Hydroida of Kerguelen.s Land. Ibid. p. 282. Smith, E. A., Echinodermata of Kerguelens Land. Ibid. p. 270. Busk, G., Polyzoa from Kerguelens Land. Ibid. p. 193. Smith, E. A., Mollusca from Kerguelens Land. Ibid. p. 167. M'Intosh, W. C, Marine Annelida of Kerguelens Land. Ibid. p. 2.58. Miers, J., Crustacea from Kerguelens Land. Ibid. p. 200. Brady, G. St., Copepoda of Kerguelens Land. Ibid. 215. Studer, Th., Die Arten der Gattung Serolis von Kerguelens Land, in: Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 45. 1879. I. p. 20. Kerguelensland liegt zwischen 48" 50' und 50° S.B. und zwischen 6S° und 70° 50' O.L. — Studer fand 9m tief die Temperatur des Meerwassers durch- schnittlich nur 3,2° C warm. Das spec. Gewicht des Wassers betrug 1,027. Es hatte also oceanischen Salzgehalt. Die Fauna kann in drei Abtheilungen getheilt werden. 1 . Die Fauna des Ebbestrandes. In Rinnen und Vertiefungen zwischen Basaltblöcken bleibt zur Ebbezeit Wasser stehen, in welchem Conferven und Ulven wuchern. 2. Die Fauna der Florideenregion, 1,8 — 3, 7m tief. Hier wachsen viele Flo- rideen. 3. Die Fauna des Schlammgrundes, 9 — 37m tief. Der Grund besteht aus zähem schwarzen sandigen Schlamm, in welchem hin und wieder Basaltblöcke liegen. An diesen haftet oft der Riesentang Macrocystis gigantea. Außer in diesen Regionen dredschte Studer auch noch Thiere in Tiefen von 110 — 290m. Man kennt von Kerguelensland: Spongiadae 8 Arten, Hydroidea 9, An- thozoa 5, Ophiuridae 4, Asteridae 10, Echinoidea 3, Planariae 1, Nemertineae 1, Gephyreae 1, Polychaeta 22, Bryozoa 27, Tunicata 6, Brachiopoda 1, Lamelli- branchiata 13, Gastropoda 26, Cephalopoda 1, Copepoda 5. Isopoda 9, Amphi- poda 7, Decapoda 1, Pycnogonidae 3, zusammen 163 Arten marine Evertebrata. Die meisten Arten gehören Gattungen an, welche in den Meeren der nördlichen kalten und gemäßigten Zone leben. Mehrere Arten sind mit nordeuropäischen identisch [Mytilus edulis L., Trochosoma borealeM.. ^a,rs= Molpadia violacea Stud.), manche Arten sind hochnordischeu sehr ähnlich. Eine größere Anzahl stimmt mit Arten überein, welche bei Feuerland und Südpatagonien leben. b) Verbreitung wirbellüser Seethiere und Seefischerei. 75 Auffallend ist bei vielen Asteriden und Ophiuriden die häufige Ausbildung von 6 oder 7 Radien. Mehrere Echinoderraen Kerguelens haben keine freien Larven- formen, sondern die Jungen entwickeln sich in Bruthöhlen des mütterlichen Körpers. Yerbreitung einzelner Thiergruppen. Brady, Henry B., Notes on some of the Reticularian Rhizopoda of the Challenger Expe- dition, in: Quart. Journ. of Microsc. Sc. XIX. 1879, p. 1 und 47. Es werden 68 Arten aus allen Meeren, welche der Challenger untersuchte, an- geführt, viele Arten aus verschiedenen Meeren und verschiedenen Tiefen. Durch die häufige Anwendung des Oberflächennetzes sind folgende Arten als pe la- gische erkannt worden : Globigerina hullokles, inflata, rubra, sacculifera, conglo- bata, aequilateralis, universa, Hastigerhia pelagica, Fullenia obliqueloculata , Sphaeroi- dina dehiscens, Candeina nitida, Pulvinulina . Menardii, canariensis, crassa, Micheli- niana, Cymbalopora biilloides und Chilostomella ovoidea. B. nimmt an, dass Rhizopoden nicht bloß in den Oberflächenschichten, sondern auch am Grunde der Oceane leben. Viele Formen sind niemals schwimmend, sondern nur am Grunde gefangen worden. Carter, H. J., Contribution to cur knowledge of the Spongida. in : Ann. Nat. Hist. Vol. 3. 1879. p. 284 und 343. Es werden 21 Arten aufgeführt: 3 von Westindien, 2 von Westafrica, 1 vom Cap d. g. Hoffnung, 4 von Mauritius, 1 aus dem rothen Meere, 3 aus der Südsee und 7 von Australien. Haeckel, E., Das System der Medusen. I. System der Craspedoten. Jena, Fischer, 1879. gr. 40. I. Ordnung. Anthomedusae. 1. Fam. Codonidae. 44 Arten: 28 an den europäischen Küsten, 9 an der atlantischen Küste von Nordamerica, 1 bei Grönland, 2 bei den Canaren, 1 bei Brasilien, 2 im stillen Ocean, 1 im rothen Meere. 2. Fam. Tiaridae. 30 Arten: 14 an den europäischen Küsten, 2 bei den Canaren und Azoren. 3 bei Grönland, 5 an der atlantischen Küste von Nordame- rica, 2 im südatlantischen Ocean, 2 im nordpacifischen Ocean, 2 bei Australien. 3. Fam. Margelidae. 40 Arten. 24 an den europäischen Küsten , Sander atlantischen Küste von Nordamerica, 5 im stidatlantischen Ocean, 2 im indischen Ocean, 2 an den australischen Küsten, 2 im nordpacifischen Ocean. 4. Fam. Cladonemidae. 11 Arten. 4 an den europäischen Küsten, 1 bei den Canaren, 3 an der atlantischen Küste von Nordamerica, 3 im stillen Ocean. n. Ordnung. Leptom edusae. 1. Fam. Thaumantidae. 20 Arten: 6 an den europäischen Küsten, 2 bei Grönland, 4 an der atlantischen Küste von Nordamerica, 4 bei den Canaren und Azoren, 4 im pacifischen Ocean. 2. Fam. Cannotidae. 25 Arten: 5 an den atlantischen Küsten von Europa, 3 an der atlantischen Küste von Nordamerica, 8 an der Westküste des nördlichen Africa und bei den benachbarten Inseln, 9 im stillen Ocean. 3. Fam. Eucopidae. 60 Arten : 56 im atlantischen Ocean (20 bei Nordamer.), 4 im indo-pacifischen Gebiet. 4. Fam. Aequoreae. 35 Arten : 10 an den europäischen Küsten, 8 an der atlantischen Küste von Nordamerica , 1 bei den Falklandsinseln , 6 im stillen Ocean, 10 im indischen Ocean. 76 VI. Zoogeographie. III. Ordnung. Trachomedusae. 1. Fam. Petasidae. 10 Arten: 4 an den europäischen Küsten, i bei den Canaren, 2 an der brasilianischen Küste, 1 im rothen Meere , 1 im chinesischen Meere und 1 bei Kerguelensland. 2. Fam. Trachynemidae. 14 Arten: 11 Arten (der Subfamilie Marmane- midae) im Mittelmeer und bei den Canaren. Von den 3 Arten der Subfamilie Pectyllidae ! Tiefsee-Medusen ?) ist 1 Art im Mittelmeer , 1 bei Grönland , 1 bei Kerguelensland gefunden. 3. Fam. Aglauridae. 13 Arten: 7 im atlantischen Ocean , 4 im Mittelmeer, 3 im stillen Ocean. 4. Fam. Geryonidae. 23 Arten: 7 an den europäischen Küsten, 3 bei den Canaren und Azoren , 4 an der atlantischen Küste von Nordamerica , 4 im in- dischen Ocean, 5 im stillen Ocean. IV. Ordnung. Narcomedusae. 1. Fam. Cunanthidae. 22 Arten: 10 im Mittelmeer, 7 im atlantischen Meer, 2 im südpacifischen Ocean, 2 im indischen Ocean. 2. Fam. Peganthidae. 16 Arten: 2 im Mittelmeer , 6 im atlantischen Ocean, 5 im stillen Ocean, 3 im indischen Ocean. 3. Fam. Aeginidae. 16 Arten: 8 im atlantischen Ocean, 1 im Mittelmeer, 1 im indischen Ocean, 6 im stillen Ocean. 4. Fam. Solmaridae. 21 Arten: 7 im Mittelmeer , 6 im atlantischen Ocean, 6 im stillen Ocean, 1 im indischen, 1 im rothen Meer. Studer, Th., Übersicht der Anthozoa Alcyonaria, welche während der Reise S. M. S. Gazelle um die Erde gesammelt wurden, in: Monatsber. d. Berl. Akad. Oct. 1ST8. p. ri;52. Es werden 208 Arten angeführt; die meisten wurden im mittelpacifischen Ocean gesammelt. Carpenier, P. Herbert , Preliminary Report upon the Comatulae of the »Challenger« Exped. in: Proc.Roy. Soc.London.March6,Nr. 194. 1879.— Nature, March 13, 1879, p. 450. Com. wurden an 45 verschiedenen Stellen gesammelt, die meisten höher als 200 Faden (370m) ; 200—1000 Faden (370— 1830m) auf 13 Stationen, unter 1830 m tief nur an 7 Stellen. Die Zahl der gefundenen Arten beträgt 111. Die meisten sind neu. 59 Arten gehören zur Gattung Antedon, 48 zu Actinometra, 1 zu Ophiocrinus, 3 zu Promachocrinus g. n. : Promachocrinus Kerguelensis (mit 20 Armen) wurde bei Kerguelensland 37 — 137m tief gefunden ; P. ahyssorum. (mit 10 Armen) beidenPrinceEdwards-Ins. 2930 m tief; P. Naresii (mit 10 Armen) bei den Philippinen 910 m tief. Ophiocrhius wurde im nord- und südpacifischen Ocean aus Tiefen von 1110 — 1958 m heraufgeholt. Actinometra wurde nur zwischen 30° N.B. und 40° S.B. im mittelpacifischen Ocean, bei den Philippinen und den Molukken gefunden. Die meisten Actinometra- Arten leben höher als 20 Faden (37m) ; nur 3 Arten tiefer als 1830 m. Manche Antedon- Arten sind weit verbreitet, besonders A. rosacea und Eschrichtii. Lyman, Th., Ophiuridae and Astrophytidae of the »Challenger« Expedition. Parti. 1878. Part II. 1879. in: Bull. Mus. Comp. Zool. (Vol. 5. Nr. 7. p.65.) Vol. 6. P. 2. p. 17. Es sind 165 neue Arten und 15 neue Gattungen beschrieben. Am Schlüsse des 2 . Theiles gibt der Verfasser ein alphabetisches Verzeichnis von 2 1 1 Arten Ophiuriden und 12 Arten Astrophytiden, welche durch die neueren englischen und nordamericanischenTiefseeuutersucbungen aus größeren Meerestiefen zu Tage gefördert und von ihm beschrieben worden sind. Theel, Hj., Prelim. report on the Holothuridae of the explor. exped. of the »Challenger". in: Bih. tili Svenska Vet. Ak. Handl. B. 5. Nr. 19. 1879. Th. beschreibt 15 neue Arten aus 9 Gattungen aus Tiefen von 180 — 4750 m b) Verbreitunpr wirbelloser Seethiere und Seefischerei. 77 aus dem atlantischen, stillen und südindischen Ocean, In dem Vorwort führt er an, dass auf der Challenger-Expedition gegen 200 ( lOOn. sp.) Arten Holothuriden gefangen wurden, die meisten in großen Tiefen. Pfeffer, G., Übersicht der während der Reise um die Erde in den Jahren 1874 — 76 auf der Gazelle und von Dr. F. Jagor auf der Keise nach den Philippinen 1857 — 61 ge- sammelten Pteropo den. in: Monatsber. d. Akad. d. Wiss. Berlin. März 1879. p. 230. Pf. führt 22 Arten auf. Im indischen Ocean wurden 12 Arten gefangen, im atlantischen 11, im stillen Ocean 9 Arten. Koelbel, C, Über einige neue Cymothoiden. in : Sitzungsber. d. math.-naturw. Gl. d. Wiener Akad. d. Wiss. Bd. 78. Abth. I. 1879. p. 401. Es werden 8 neue Arten beschrieben : 1 aus dem Mittelmeer, 1 aus dem atlan- tischen Ocean, 1 aus dem Senegal, 3 aus dem indischen Ocean, 2 aus dem chinesisch- japanischen Meere. Claus, C, Die Gattungen und Arten der Platysceliden in systeraat. Übersicht, in: Arbeit, d. zool. Instit. Wien etc. 2. Bd. 2. Heft. 1879. p. 2. Von den 40 aufgeführten Arten wurden im indischen Ocean 19 Arten gefangen, im atlantischen Ocean 16, im Mittelmeer 10, im großen Ocean 3 und in der Süd- see 2 Arten. Seefischerei. ') Sars, G. 0., Indberetninger til Departement for det Indre om de af ham i Aarene 1874 — 1877 anstillede Undersögelser vedkommende Saltvandsfiskerierne. Christiania, 1878 (ver- sendet 1879). p. 1—25. Balaenoptera Sibbaldii nährt sich hauptsächlich von Thysanopoda inermts und verfolgt diese Schizopoden bis in die Fjorde hinein. Balaenoptera laticeps, B. muscuhis und Megaptera boops fressen hauptsächlich Lodden [Mallotus arcticus), welchen sie sowohl nach der Küste zu wie auch nach dem offenen Meere hinaus nachgehen. Nächst der Härings- und Dorschfischerei ist gegenwärtig an der norwegischen Küste die Makrelenfischerei wichtig, weil jetzt viele Makrelen nach England ver- schifft werden. Man betreibt sie an der Süd- und Westküste vom Mai bis Mitte Juli oft 6 bis S Meilen weit vom Lande mit Treibgarnen. Die Makrele ist wie der Häring ein pelagischer Fisch. Ihre Eier schwimmen. Hummer werden 1 bis 5 Faden (1,8 — 9 m) tief nordwärts bis zu den Lofoten gefangen und in großer Zahl nach England und Dänemark verschickt. Der Hummer wandert nicht. Er ist ein Bodenthier, welches steinigen Grund mit Schlupfwinkeln und Tangen liebt. Im Sommer und Herbst trifft man ihn in der Nähe der Küste auf Tanggrund oft höher als 1 Faden tief; im Winter lebt er tiefer. Er ist sehr vorsichtig und wird am besten durch kleine frische Fische geködert. Sein Geschmack ist am besten im Frühjahr und Vorsommer. Im Spät- sommer und Herbst ist er mager. Man trifft in allen Jahreszeiten Hummerweibchen mit Außenrogen an, doch sind Juli, August und September die Hauptlaichmonate. Die Jungen sinken, wenn sie ausschlüpfen, zu Grunde, häuten sich bald und schwimmen dann an der Oberfläche. Mit der fünften Häutung (die nach einigen Monaten stattfindet), ist ihre Metamorphose beendigt. Nach derselben bleiben sie am Grunde. Die Schon- zeit der Hummer sollte am 1 . Juli anfangen und bis Ende August dauern, weil in ', Dieser Bericht über die Seefischerei im Jahr 1879 ist sehr unvollkommen, da mir nur wenig Litteratur über diesen Gegenstand zu Händen gekommen ist. K. Möbius. 78 VI. Zoogeographie. dieser Zeit die Häutung stattfindet, während der sie in den Kästen und auf dem Transport leicht sterben. Innerhalb des Aufsichtsdistricts der L o f o t e n f i s c h e r e i wurden l S 7 9 gefischt : Stück Dorsch 187(j 1877 1878 1879 Millionen: 251/5, 288/4, 24^/4, 24^/4. 1879 fischten 25 556 Mann in 5 282 Böten. Der Fang der Finmarkenfi scher ei betrug : Stück Dorsch 1878 1879 Millionen: 11, I73/4. Die Bankfischerei auf der Storegge ergab 1879 : 1 302 970 Stück Dorscli. Der ganze Ertrag der großen nordischen Dorschfischereien im Jahre 1S79 beläuft sich auf 52 300 UDO Htilck. Westlich von Jan Mayen wurden ungeheure Schaaren der Klappmütze (Cysto- phora borealis) gefunden. Der Walfischfang in den Fjorden Finmarkens, bei Spitzbergen und Novaja- Semlja war 1879 gut. Svend Foyn hat 81 Wale gefangen und die Gesellschaft Jarfjord CO. (W. Finn, Deutsche Fischereizeitung 1880, p. 66.) Statistique des Peches maritimes 1878. Rapport au Ministre. in: Revue maritime et coloniale. T. 63. Paris. 1879. p. 59. Von französischen Fischern wurden im Jahre 1878 gefischt: Dorsch bei Neufundland 16 070 560 kg, Werth : 7 141 822 fres. Dorsch bei Island 12 951751 « .. 7 966 160 » Hering in der Nordsee 21 764 707 » » S 133 178 » Sardinen an der franz. Küste 1 919 302 829 Stück, » 14031667 » Anchovis » » Austern » » 169 397 046 Miesmuscheln » » 506 648 hl Andere Muscheln » » 145 536 » Crustaces » » 1 466 249 Stück Crevettes » » 1 319 741 kg Der Gesammtwerth des Ertrages der französischen Seefischerei erreiclite im Jahre 1878 die Höhe von 86 971 721 frcs. Andersen, B. , Udbyttet af Fiskeri i Limfjorden. in: Nordisk Tidsskrift for Fiskeri. 1879, p. 300. Die Aale, Plattfische, Häringe, Dorsche, Hummer, Garnelen und Wildenten, welche vom 1. April 1877 bis zum 31. März 187S im Limfjord gefangen wurden, hatten einen Bruttowerth von 318 959 dänischen Kronen (= 1 ,08 ^/j . 1878 — 79 lieferte die nämliche Limfjordfischerei einen Ertrag von 401 618 Kronen. Hoek, P. P. C, Über Austernzucht in den Niederlanden, in : Circulare des deutsch. Fischerei- vereins. 1879. p. 60. Im Jahre 1870 fing man an in der Ooster scheide Austern künstlich aufzu- ziehen. Man sammelt Aasternbrut, welche natürliche Bänke liefern, auf Dach- ziegeln, die mit einer mehrere Centimeter dicken Cementkruste überzogen sind. Sobald der Winter vorüber ist, werden diese Brutsammeikörper von der Bank genommen und die jungen Austern abgelöst. Für jeden Ziegel darf man durch- schnittlich auf zehn Austern rechnen. Die kräftigeren streuet man auf geeigneten Stellen aus, die zarteren bringt man in Kästen, welche mit Drahtgewebe über- sponnen sind, um sie vor Taschenkrebsen und andern Feinden zu schützen. Im zweiten Jahre erreichen sie schon Marktgröße. 1873 — 74 wurden von einem Züchter Fi'/i Millionen junge Austern auf Ziegeln gesammelt, von welchen aber c) Fauna der Binnenseen. 79 nur 2 — 3 Millionen Marktgröße erreichten. Es waren also ungefähr TO^/q zu Grunde gegangen. Die Gesammtzahl der Austern, welche im Jahre 1S75 von verpachteten holländischen Bänken auf den Markt gebracht wurden , betrug 30 Millionen. 187G lieferten die natürlichen Austernbänke und die künstliche Austernzucht zusammen 36 Millionen, 1&7 7 nicht ganz 10 Millionen. Bei St. Jage und St. Vincent (Cap Verden) fischen Spanier in 4 bis 5 Böten und 7 italienische Böte Edelcor allen 100 — 120 Faden tief mit Schwabbern wie im Mittelmeere üblich sind. Die Stränge des Schwabber sind zu einem Netz mit vierzöUigen Maschen verbunden. Für jedes kg Corallen zahlen die Fischer eine Abgabe von 1 Dollar an die Regierung. (Moseley , Notes by a naturalist on the »Challenger«, 1879, p. 65.) c) Fauna der Binnenseen. (Referent: 11. v. Ihering.) Pavesi, P., Ulteriori studj sulla fauna pelagica dei laghi italiani. in: Rendicont. R. Istit. Lombard. 2. Ser. Vol. 12. fasc. XVI. 21 p. Pavesi hat die pelagische Fauna einer sehr großen Anzahl italienischer Seen untersucht und ist dadurch hinsichtlich des Ursprunges derselben zu einer anderen Ansicht gekommen als P"' o r e 1 und W e i s m a n n , welche den Ursprung derselben auf die Verschleppung von Eiern, zumal Wintereiern von Cladoceren, zurück- führen. Pavesi nimmt für manche Fälle diese Erklärung als zulässig an, aber will im Wesentlichen die Herkunft der pelagischen Crustaceen der italienischen Seen zurückführen auf die marine Fauna, so zwar, dass es sich um eine umge- wandelte Relictenfauna handeln würde, und also die betr. Seen, von denen aber der Trasimeno ausgeschlossen ist , früher mit dem Pliocenmeere in Verbindung standen. Pavesi, P., Nuova serie di ricerche della fauna pelagica nei laghi italiani. Comm. di 5. giugno 1879. Rendicont. R. Istit. Lombard. 2. Ser. Vol. 12. fasc. XI— XII. 1879. 10 p. Enthält die Aufzählung der bisher von Pavesi aufgefundenen pelagischen Thiere der italienischen Seen. Außer dem als specie accidentale angeführten Atax crassipes 0. F. Müll, von Lago Albano sind es: Siila brachyura, Daphnia pulex, Daph. hyalina , Daph. galeata^ Bythotrephes longimanns, Leptodora hyalina, Cyclops tenuicornis, Cycl. hrevicornis, Cycl. serriilatus, Heterocope robusia, Diaptomus castor . von Ihering, IL, Die Thierwelt der Alpenseen und ihre Bedeutung für die Frage nach der Entstehung der Arten, in: Nord und Süd. Eine deutsche Monatsschrift. Bd. X. Heft29. (1879.) p. 242— 260. Der Verf. bespricht auf Grund der Untersuchungen von F o r e 1 , Cle s s i n u. a. die Thierwelt der Alpenseen , zumal ihre Tiefenfauna, nachdem zuvor im ein- leitenden Theile die physicalischen Bedingungen der Tiefsee überhaupt erörtert worden. Nach einer kurzen Schilderung der Thierwelt der verschiedenen Re- gionen des Sees und dem Hinweis auf die Art der Abhängigkeit der Organisation von den äußeren Lebensbedingungen wird dargethan, wie für die Arten der Tiefsee sich aus der Uferfauna die entsprechenden nahestehenden Arten nach- weisen lassen, aus denen sie sich entwickelt haben müssen. So entspricht im Genfersee die Lhnnaea profunda der L. stagnalis der Uferfauna, die Limn. abyssi- cola der L. palustris etc. für die drei Arten Lhnnaea^ eine Valvata und zahlreiche Pisidien. Es lässt sich aus den geologischen Verhältnissen der Seen erweisen, dass der Process der Bildung der Tiefseearten sich in jedem See selbständig voll- 80 VI. Zoogeographie. zogen hat. Es ist nun sehr bemerkeuswerth, tlass dabei in den verschiedenen Seen zum Tlieil gleiche Arten entstanden sind. >iPisidium Foreli z. B., welches sowohl im Bodensee als im Genfersee in der Tiefenregion lebt, hat sich in jedem See selbständig von Pisid'mm nitidum abgezweigt.« »Wir gelangen damit denn zu der Erkenntnis, dass die Anpassung an übereinstimmende äußere Lebensbedin- gungen auch zur Entstehung ähnlicher ja selbst gleicher Formen führen kann, so dass eine und dieselbe Art mehrmals und an verschiedenen Orten entstehen kann.« Verf. ist daher der Meinung , dass auch für die grösseren Gruppen des Systemes (wie z. B. die Mollusken) die Möglichkeit polyphyletischen Ursprunges nicht ab- gesprochen werden könne. Forel, F. A., Materiaux pour servir ä l'etude de la Faune profonde du lac Leman. IV. et V. Series. Lausanne 1879. Extr. d. Bullet, de la Soc. Vaud. des Sc. nat. Vol. XV. Nr. 80 et Vol. XVI. Nr. 8L sowie VI. Ser. Extr. ibid. Vol. XVI. Nr. 82. Lau- sanne 1879. Die beiden neuen Hefte der Materiaux bringen wieder reiches Material zur Kenntnis der Tiefenfauna des Genfersee. Wir werden im Folgenden ohne überall genauer auf den Inhalt eingehen zu können die einzelnen Artikel der Reihe nach aufführen . Die Serie IV. wird eröffnet durch einen einleitenden Artikel von Forel, in welchem er die Frage behandelt, auf welche Weise sich die Wanderungen der Thiere vollziehen. Dieselben sind passive (Transport durch Fische, Vögel, Wind und Strömungen) oder active. Die pelagische Fauna nun kann nur auf dem Wege der passiven Wanderung entstehen, weil die betreffenden Geschöpfe nicht gegen die Strömung einzuwandern befähigt sind. Zur Bildung der Ufer- fauna wirken beide Arten der Wanderung zusammen, wogegen der Ursprung der Tiefenfauna in der pelagischen und litoralen Fauna desselben Sees zu suchen ist. Die ganze Fauna der Alpenseen hat sich erst nach der Eiszeit durch Einwan- derung gebildet. Die nächste Nummer (§ 40) ist eine Abhandlung von Lebert über Hydrach- niden der Tiefenfauna, speciell über Campognatha Scknetzleri u. sp. — § 41 ist von Vernet über Acanthopus, ein gen. nov. von Ostracoden, und in § 42 behandelt derselbe Verf. die Entomostraken der Tiefenfauna, wobei Moma hathycolla als n. sp. beschrieben wird. Hierzu gehören zwei Tafeln. Die V. Serie enthält als § 43 die Analyse chimique du limon du Leman von Hochreutner, als § 44 die chemische Analyse des Wassers der Tiefe von Brandenburg. Aus letzterer Arbeit sei das Resultat hervorgehoben, dass das Wasser in der Tiefe weniger Sauerstoff und Stickstoff aber beträchtlich mehr Kohlensäure als das der Oberfläche enthält, was nach Forel mit den im Ocean erhaltenen Erfahrungen gut übereinstimmt. Der § 45 gibt die Beschreibung einiger neuen Turbellarien der Tiefenfauna von du Plessis ; in den nächsten §§ bespricht derselbe Verfasser die heterotrichen Infusorien sowie die Rhizopoden, woran sich endlich noch eine Aufzählung der von Lunel in den Fischen des Leman angetroffenen Parasiten anschließt. Die VI. Serie wird eingeleitet durch ein Vorwort von Forel, in welchem eine systematische Übersicht über sämmtliche bis dahin aufgefundenen Bewohner der Tiefenregion gegeben wird. Es sei daraus hervorgehoben, dass Lota vulgaris nicht erst in historischer Zeit in den See eingeschleppt worden, und dass Forel an den Tipuliden der Tiefenregion Paedogenesis constatirt hat. Es sind danach bis jetzt 7() Arten der Tiefseefauna bekannt, von welchen 17 noch nicht genau untersucht sind. Unter den genauer untersuchten 59 Arten befinden sich nur 4, für welche keine entspreclienden Arten aus der Uferfauna bis jetzt bekannt sind ; es sind diess 1 sp. Pachy gaster Lebert, 2 sp. Acanthopus sowie Mesostomum mor- VII. Descendenztheorie und Phylogenie. 81 gie7}so. Zieht man alle bis jetzt bekannten 76 Arten in Betracht, so ergibt sich dass iiur 6 von ihnen hinsichtlich ihres Ursprunges nicht mit Sicherheit zu ver- folgen sind , während die übrigen sich direct von den Bewohnern der oberfläch- lichen Wasserschichten ableiten lassen. Auf diese wichtige Abhandlung folgt als ein Opus posthumum von Lebert eine große mit zwei Tafeln ausgestattete Ab- handlung über die Hydrachniden des Genfer Sees. Unter 19 Arten, die bis jetzt aus diesem See bekannt sind, waren 17 neu, unter welchen 6 den von Lebert auf- gestellten neuen Gattungen Campi>gnatha, Neinnania, Pachyguster und Brachypuda angehören. Den Beschluß dieser Serie bildet als § 50 ein Artikel von Blanc, die Beschreibung eines blinden Isopoden der Tiefe, des Aselhis Forelii n. sp. enthaltend. Diese Art ist hinlänglich von As. cavaticus verschieden, um als eigene Art gelten zu können, hinsichtlich deren Ableitung von As. aquatmis nur der Umstand hindernd im Wege steht, dass die letztere Art in der Fauna der Uferregion vermisst wird. VII. Descendenztheorie nnd Phylogenie. (Referent: Dr. Georg Seidlitz, Privatdocent in Königsberg i. Pr.) A. Descendenztheorie. 1. Allgemeine Darstellungen, Betrachtungen, Erklärungen, Vertheidigung etc. Cattaneo, Giacomo, L'evoluzione degli organismi. in; Boll. scientif. (Maggi, Zoja et de Gio- vanni.) Ann. I. Nr. 5. p. 70- — 76. Die Selectionstheorie wird in kurzen Zügen dargestellt. *Dumont, Leon A., Haeckel et la theorie de l'evolution en Allemagne. Paris, 1879. 173 p. Vielleicht nicht hierher, sondern zu den Gegnern. *Ferriere, Emile, Le Darwinisme. Paris, 1879. 187 p. Nach früheren Arbeiten des Verf. zu urtheilen, hierher gehörig. *Fiske, J., Darwinism and other Essays. London, 1879. 288 p. Dürfte hierher gehören, vielleicht aber auch unter die Gegner. ^Guilland, A., La Theorie de la descendance et son enseignement dans les facultes. Mont- pellier, 1879. 39 p. Scheint hierher zu gehören. Haeckel, Ernst, Gesammelte populäre Vorträge aus dem Gebiete der Entwickelungslehre. 2. Hft. Bonn, 1879. 164 p. Dieses Heft enthält folgende früher erschienene Vorträge: 1) Über Entwicke- lungsgang und Aufgabe der Zoologie. 2) Über die Wellenzeugung der Lebens- theilchen oder die Perigenesis der Plastidule. 3) Über die Urkunden der Stam- mesgeschichte. 4) Über die heutige Entwickelungslehre im Verhältnisse zur Ge- sammtwissenschaft. 5) Über Ursprung und Entwickelung der Sinnesorgane. Das 1. Heft erschien 1878 und enthält die Vorträge: 1) Über die Entwickelungs- theorie Darwins. 2) Über die Entstehung des Menschengeschlechts. 3) Über den Stammbaum des Menschengeschlechts. 1) Über Arbeitstheilung in Natur- und Menschenleben. 5) Zellseelen und Seelenzellen. Zoolog. Jahresbprielit l**?!). 6 g2 VII. Deacendenztheorie und Phylogenie. *Haeckel, E., Les preuves du transformisme, reponse ä Virchow. Traduit et preced. d'une preface par Jul. Soury. Paris, 1879. 159 p. *Hahn, Dr. Otto, Die Urzelle, nebat dem Beweise, dass Granit, Serpentin, Talk, gewisse Sandsteine, auch Basalt, endlich Meteorsteine und Meteoreisen aus Pflanzen bestehen. Die Entwickelungslehre durch Thatsachen neu begründet. Tübing., 1879. Nach dem Schlußsatz des wundersamen Titels vielleicht hierher gehörig. Huxley's in Amerika gehaltene wissenschaftliche Vorträge. Nebst einer Vorlesung üb. d. Studium der Biologie. Autor, deutsche Ausg. v. Spengel. Braunschw., 1879. 141 p. Die alleinige Berechtigung der Descendenztheorie und namentlich der Selec- tionstheorie wird in gewohnter klarer Weise nachgewiesen. Im dritten Vortrag wird die Phylogenie der Pferde als »Beweis« der Descendenztheorie erörtert. Das versöhnende Element in der Darwinistischen W^eltanschauung. Ein Wort zum Frieden, in: Kosmos. 2. Jahrg. 4. Bd. p. 351 — 359. Die Wahrheiten der Descendenztheorie und ihre Verträglichkeit mit allen ver- nünftigen Richtungen der Religion und Pädagogik werden nachgewiesen. Müller, Fritz, Theorie und Erfahrung, von P. Kramer. in: Kosmos. 2. Jahrg. 4. Bd. p. 495—502. Die merkwürdigen und mit unnöthigem Apparat complicirter mathematischer Formeln angestellten Berechnungen des Herrn Kramer über die Richtigkeit der Voraussetzungen der Selectionstheorie werden als von ganz falschen Prämissen ausgehend nachgewiesen. Wo der Ansatz zur Rechnung falsch ist, muss auch unbeschadet der richtigen Ausführung das Resultat ein falsches sein. MUller, Dr. H., Über die Wechselbeziehungen zwischen den Blumen und den ihre Kreuzung vermittelnden Insecten. (Encyclopädie der Naturwiss. I. Abth. 1. Lief. p. 1 — 112.) Breslau, 1879. P. 9 u. 10 findet sich eine gedrängte Darstellung der Grundzüge der Selec- tionstheorie und p. lOl — 107 eine allgemeine Auseinandersetzung der Bedeutung der nachgewiesenen Anpassungen für die darwinistische Naturauffassung. Im Übrigen vergleiche unter »Beobachtungen« etc. Seidlitz, Dr. G., Die naturwissenschaftlichen Streitfragen Moritz Wagner's. in: Kosmos. 2. Jahrg. 4. Bd. p. .324—329. — Ausland. Nr. 7. Moritz Wagner's Angriffe auf die Darwin sehe Theorie werden zurückgewiesen. Soury, Jul., Les preuves du transformisme. — s. Haeckel. 2. Beobachtungen, im Sinne der Selectionstheorie oder der Descendenztheorie verwerthbar. Allen, B. A. Grant, The Colour-Sense : its origin and development. An essay in compara- tive psychology. London, 1879. 228 p. Nach dem ausführlichen Referat von H. Müller (Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 308 — 3 1 9) wird die Entstehung des Farbensinnes uud der Farben durch Natur- züchtung eingehend und anziehend geschildert, ohne indeß wesentlich neue Ge- sichtspunkte zu bringen, (vgl. Kosmos, ibid. p. 319 — 324.) *Berg, H., Die Lust an der Musik. Nebst einem Anhang; Die liust an den Farben, den Formen und der körperlichen Schönheit. Berlin, 1S79. In der Annonce des Werkes sagt die Verlagsliaudlung : »Vorstehende Schrift versucht eine Erklärung der Lust an der Musik, den Farben, Formen und der körperlichen Schönheit auf darwinistisch-physiologischer Grundlage A. Deseendenztheorie. 83 und ist für jeden Gebildeten, insbesondere aber den Musikfreund hochinteressant«, — daher vielleicht hierher gehörig. Clark, F. C, Instinct and Reason. in: Amer. Naturalist. Vol. 13. Febr. p. 96—108. Über die Entwickelung von Reflexbewegung, Lebensäußerung, Instinct und Vernunft. Der erste Artikel handelt nur von den Protisten und Pflanzen. Die Fortsetzung nicht zugänglich gewesen. Dodel-Port, Dr. Arnold, Infusorien als Befruchtungs- Vermittler bei Florideen. Ein Beitrag zur Kenntniss der Wechselbeziehungen zwischen Pflanzen- und Thierwelt. in : Kos- mos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 182—190. Die Vermittlung des Transportes der Spermatozoiden zu der Trichogyne der Florideen durch Infusorien wird wahrscheinlich gemacht. Emery, Carlo, Le Sembianze degli animali. Prelezione al corso di zoologia, anatomia et fisio- logia comparate, letta il 25. Nov. 1878. in: Giorn. Internaz. Sc. mediehe. Nov. Ser. Anno I. Gennaio. Napoli, 1879. Verf. behandelt die sympathische Färbung, analoge Anpassung, Mimicry, chro- matische Function und den geschlechtlichen Schmuck. Neu ist die Deutung der Farbenpracht vieler Meeresfische als Schutz des Auges, das dadurch weniger siclitbar und den Angriffen der Feinde entzogen wird. Hilgendorf, Dr. F., Zur Streitfrage des Planorbis multiformis. in: Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 10—22 u. 90—99. Die Umwandlungsnachweise von Planorbis multiformis in den Schichten von Steinheim werden klar dargelegt und Sandberger's Einwände zurückgewiesen. Folgende allgemeine Sätze können als sicheres Resultat der Untersuchung gelten, l ) In dem Steinheimer Becken sind an den Planorben eine grössere Zahl von Um- wandlungen nachweisbar (wenigstens 12 bemerkenswerthe) , d. h. es sind für jeden der Fälle die nöthigen , fein abgestuften Zwischenformen vorhanden, die auch die regelrechte Lagerung besitzen. 2j Die neuen Formen haben für eine längere Zeit eine verhältnismäßige Constanz erlangt. 3) Der Process der Umwandlung scheint im Vergleich zu der Epoche der Formbeständigkeit meist kurze Dauer zu haben. 5) Einige Formen sind ohne Descendeuz zu hinterlassen ausgestorben. 7) Die Zwischenformen zwischen dem Stamm und dem Zweig sterben in kurzer Zeit aus. Daher zerfallen die in einer einzelnen Schicht zusammen gefundenen Conchylien fast stets in scharf von einander geschiedene Typen, ähnlich , wie wir es in der jetzigen Epoche finden. 10) Keine Form tritt unvermittelt auf (Einwanderung, heterogene Zeugung) , jede steht mit früher lebenden durch Zwischenformen in Verbindung, 20) Die Umformungen können nicht als krankhafte Misbildungen betrachtet werden. 22) Die 19 in genetischem Zusammenhang stehenden Formen haben unter einander Unterschiede , welche zum Theil denen guter Arten , wahr- sclieinlich aber sogar denen der Subgenera nach heutigem Gebrauche wenigstens eben- bürtig sind. 24) Für die Richtigkeit der Deseendenztheorie bilden die zahlreichen Umwandlungen des Planorbis multiformis einen der klarsten Beweise. 25) Für die Selectionstheorie ist vielleicht das baldige Aussterben der Zwischenformen bei Zweigbildungen von Belang. 2()) Für einen einzelnen Fall (Bildung des costatus) lässt sich mit ziemlicher Sicherheit nachweisen, dass die Bildung der neuen Form ohne räumliche Abtrennung von der alten vor sich gegangen ist. Dass Isolirung eine conditio sine qua non für Ausbildung neuer Formen sei, kann danach nicht zugegeben werden , so förderlich dieselbe in der That in vielen Fällen wirken dürfte. 27) Ohne ein energisches und andauerndes Suchen eigens nach Über- gangsexemplaren und Schichten wird man sie ebenso wenig finden, als die meisten früher in Steinheim beobachtet wurden. (Das Übrige siehe unter Phylogenie.) 6* 84 VII. Descendenztheorie und Phylogenie. Jaeger, G., Zur Pangenesis. in: Kosmos. 2. Jahrg. 4. Bd. p. 377 — 385. An Stelle der „kleinsten Keimchen" in Darwin's Pangenesis werden die Duft- und Würzstoffe (Jaeger's ,,Seelenötoffe") gesetzt, und an der Hand der so ver- änderten Pangenesis die Vererbuugserscheinungen eingehend erklärt. * Jaeger, G., Die Entdeckung der Seele. 2. Aufl. Lehrb. d. allg. Zoologie. 3. Abth. Psycho- logie. Leipzig, 1879. p. 387. Wahrscheinlich sehr ähnlich dem Vorhergehenden. Kellicott, D. S., An example of protective Mimicry. in ; N. Amer. Entomol. Nr. 4. p. 30—31. Ein Fall von Mimicry mitgetheilt. Siehe „Entomol. Biol." Knauer, Dr. Fr., Schutzfärbungen bei europäischen Reptilien und Amphibien, in. Zool. Anz. Nr. 21. p. 84—86. Es wird in mehreren Fällen sympathische Färbung bei den genannten Thieren nachgewiesen. Knauer, Dr. Fr., Körperfärbung bei Reptilien und Amphibien im Sinne der geschlechtlichen Zuchtwahl, in ; Zool. An/,. Nr. 28. p. 253. Greller gefärbte Männchen sind zur geschlechtlichen Erregung der Weibchen, greller gefärbte Weibchen zur Anlockung der Männchen besser ausgerüstet. ''' Kriesch, Instinct und Vererbung, in: Eichstädter Bienenzeitung. Nr. 2. p. 21 — 22. 1879. Wahrscheinlich hierher. Landois, H., Monströse Fussbildung bei einem Kalbe, in: Jahresber. d. Zoolog. Sect. d. westf. Prov.-Ver. p. 17 — 20. Ein Kalb hatte an den Vorderfüßen je einen Huf und ganz verschmolzene Pha- langen , an den Hinterfüßen getrennte Hufe ; am linken waren die ersten und zweiten Phalangen in der Mittellinie theilweise verwachsen. Leider wurde das Kalb geschlachtet, so dass über die Erblichkeit dieser spontanen Variation nichts beobachtet werden konnte. Landois, H., Über die scheinbare Nutzlosigkeit langer Thierschwänze. ibid. p. 35 — 37. Die langen Schwanzborsten dienen den Ephemeren beim Ablegen der Eier , in- dem sie sich mit denselben auf die Oberfläche des Wassers stützen. Die langen Schwänze der Mause und Ratten dienen als Balancierstange bei raschen Sprüngen. Thiere, denen der Schwanz abgeschnitten wurde, zeigten sich ungeschickt. *Leinoigne, Aless., Delle cause e delle circonstanze che influiscono suUa trasmissione eredi- taria negli animali. in: Rendic. Ist. Lombard. 2. Ser. T. XI. pp. 419, 468, 516, 594, 632. Dürfte hierher gehören. Müller, Fritz, Epicalia Acontias. Ein ungleiches Ehepaar, in: Kosmos. 2. Jahrg. 10. Aufl. p. 285—292. (Abstr. by Meldola. in: Natura, Vol. 19. Nr. 495. p. 586.) Die verschiedene Färbung des Männchens und Weibchens ist als sexuelle Schmuckfärbung zu deuten , die wahrscheinlich zuerst vom Männchen erworben wurde , und dann auch auf das Weibchen überging. Die Duftvorrichtung dieser Art und eine ähnliche bei Antirrhuea archaea sind nicht homologe, sondern analoge Bildungen. Müller, Fritz, Ituna und Thyridia. Ein merkwürdiges Beispiel von Mimicry bei Schmetter- lingen, in: Kosmos. 3. Bd. p. Iü2 — 108. Es wird zwischen den beiden Arten ein Fall vom Mimicry nachgewiesen , bei dein sich nicht nachweisen lässt , welche Art die nachahmende und welche die nachgeahmte ist. Die nachahmende Art kann unter Umständen seltener werden al.s die nachgeahmte, letztere kann auch ganz aussterben. Die nachahmende Art kann auch das Schutzmittel des widrigen Geruchs besitzen. Es ist Mimicry dann für beide Arten von Nutzen, für die seltenere aber von grösserem. Ein nicht näher A. Descendenztheorie. 85 constatirter Fall von Mimicry einer Heuschrecke, die einer Spinne glich, wird er- wähnt. Müller. Fritz, Über Phryganiden. in:Zool. Anz. Nr. 25. p. 180— 182 u. Nr. 29. p. 283— 284. Das Rudimentärwerden nutzloser Organe wird durch Rückschlag erklärt. Vergl. auch unter ..Phylogenie". Müller, Fritz u. Hermann, Phryganiden-Stiulien. in ; Kosmos. 2. Jahrg. 4. Bd. p. 386 — 396. Die Abstammung der Lepidopteren von den Phrygauiden wird wahrscheinlich gemacht. P. 396 ein Beispiel eines jetzt nutzlos gewordenen, aber sich noch weiter vererbenden Instinctes einer Phryganidenlarve. Vergl. auch unter ,, Phylo- genie*'. Müller, H., Über die Wechselbeziehungen zwischen den Blumen und den ihre Kreuzung ver- mittelnden Insecten. in'; Encyclopädie d. Naturwiss. I. Abth., 1. Lief. p. 1 — 112. Breslau, 1879. Der durch seine schönen Beobachtungen und Arbeiten auf diesem Gebiete rühmlichst bekannte Verf. gibt eine gedrängte durch zahlreiche neue Beobach- tungen vervollständigte Darstellung aller bei den Wechselbeziehungen zwischen Blumen und Insecten in Betracht kommenden Verhältnisse. Während p. 11 — 17 und 31 — 93 den von den Blumen zur Kreuzbefruchtung durch Insecten erworbenen Ausrüstungen gewidmet ist, kommen p. 17 — 30 und p. 93 — 101 die an den Insecten hervorgerufenen und zur Gewinnung von Blumennahrung ausgebildeten Vorrichtungen zur Darstellung. Überall ist nachgewiesen, wie alle diese An- passungen allein durch Naturzüchtung geworden sind. Die Darstellung ist durch die vielen Holzschnitte klar und lehrreich, das Ganze eine Zierde unserer Litteratur, Müller, H., Bomhiis mastriicaius, ein Dysteleolog unter den alpinen Blumenbesuohern. in: Kosmos. 3. Jlirg. 5. Bd. p. 422—42.5. Die genannte Hummel raubt Honig durch Einbruch in die Blüthen , und ist wahrscheinlich Ursache, dass gewisse Alpenblumen durch Naturzüchtung Schutz- vorrichtungen gegen Räuberhummeln erworben haben. Reuter, O. M., Nagra blad ur Naturens bok. I. Ur djurens maskering, särskildt med hänsyn tili nordens fauna. Helsingfors, 1879. 46 p. Über sympathische Färbung und Mimicry mit besonderer Rücksicht auf die Fauna des Nordens. Ryder, John A., On the origin of bilateral symmetry and the numerous Segments of soft rays of Fishes. in: Amer. Naturalist. Vol. 13. Jan. p. 41 — 43. Im Verhältnis zur Dichtigkeit des Mediums haben die knöchernen Gerüsttheile der Extremitäten die Tendenz sich zu verkürzen und umgekehrt. Die bilaterale Symmetrie der aus zwei Hälften bestehenden knöchernen Flossenträger der Fische ist bedingt durch die Nothwendigkeit größter Haltbarkeit an der Stelle des größten Widerstandes, die Gliederung der Flossenstrahlen durch die nothwendige Bieg- samkeit. Taschenberg, O., Färbung derThiere als natürliches Schutzmittel gegen ihre Feinde. Vortrag, in; Zeitschr. f. ges. Naturwiss. 52. Bd. p. 408— 420. Die chromatische Function, sympathische Färbung und Mimicry besprochen. Weismann, Aug., Beiträge zur Naturgeschichte der Daphnoiden. Leipzig, 1879. 486 p. u. 15 Tafeln. Sieben successiv in der Zeitschrift für wiss. Zoologie veröffentlichte Abhand- lungen (1. Über die Bildung von Wintereiern bei Leptodora hyalina. 2. Die Ei- bildung bei den Daphnoiden. 3. Die Abhängigkeit der Embryonal-Entwickelung vom Fruchtwasser der Mutter. 4. Über den Einfluss der Begattung auf die Er- zeugung von Wintereiern. 5. Über die Schmuckfarben der Daphnoiden. 6. Samen- 86 Vn. Descendenztheorie und Phylogenie. bildung und Begattung bei den Daphnoiden. 7. Die Entstehung der cyclisclien Fortpflanzung bei den Daphnoiden.) liegen unter obigem Titel zu einem stattlichen Bande vereinigt vor. Während alle 7 Abhandlungen mehr oder weniger für die Descendenztheorie verwerthbares Material enthalten (so z. B. Abhandl. 6 den Nachweis, dass die Daphnoiden mit präciser Begattung nur ganz wenige Samen- elemente produciren und bisweilen nur ein einziges in das Weibchen entleeren, während diejenigen, bei welchen die Ejaculation mit möglichem Verlust von Sperma verbunden ist, sehr zahlreiche Samenelemente produciren und entleeren) , sind es doch vorzugsweise Abhandl. 5 und 7, über die hier zu referiren ist. In Nr. 5 wird mit der die Arbeiten des Verf. auszeichnenden und sicheren Schlussfolgerung nachgewiesen, dass die bunten Färbungen, welche bei einer kleinen Zahl von Daphnoiden selten dem einen, meist beiden Geschlechtern zu- kommen, als sexuelle Schmuckfärbungen anzusehen sind, die wahrscheinlich meist vom Männchen zuerst erworben, durch allmählich zurückrückende Vererbung zuletzt auch auf die parthenogenetischen weiblichen Generationen übertragen und so zu Artcharacteren wurden. In Nr. 7 wird, gestützt auf eingehende Beobachtungen und zahlreiche Experi- mente der Nachweis geführt, dass die rhythmische Abwechselung zwischen parthe- nogenetischer und geschlechtlicher Fortpflanzung bei den Daphnoiden nicht direct durch äußere Einflüsse hervorgerufen wird, sondern ein durch Naturzüchtung erworbenes Ausrüstungsmerkmal der verschiedenen Arten ist. Diese zerfallen in polycyclische, bei denen im Laufe des Jahres mehr als ein mal die Partheno- genesis mit Orthogenesis abwechselt, monocyclische, bei denen der Wechsel nur einmal im Jahr eintritt, und acyclische, bei denen der Wechsel ganz auf- gehört hat, d. h. nur parthenogenetische Fortpflanzung stattfindet. Gezeigt wird, dass die zweigeschlechtliche Production von Latenzeiern 'Dauereier, Wintereier, geschlechtlich befruchtete Eier) die ursprünglich alleinige Foitpflauzungsweise gebildet habe, und wie diese dann durch Naturzüchtung , den verschiedenen Lebensbedingungen der Colonien entsprechend, allmählich mit Production von Subitaneiern (Sommereier, parthenogenetische Eier, unbefruchtete Eier) abwech- selnd und endlich bei einigen Arten von dieser ganz verdrängt wurde. Bei diesem Vorgang bildete die allmählicheVergrößerung derLatenzeier (ver- bunden mit dem Verbrauch von 4 Zellen zu ihrer Bildung) im Laufe der phyle- tischen Entwickelung einen wichtigen Factor, dessen die Nachkommenzahl ein- schränkende Folge durch eingeschobene Parthenogenesis compensirt wurde. Die Vergrößerung derLatenzeier aber wurde bedingt durch das Schwinden der Metamorphose, die mit Ausnahme von Leptodora allen Daphnoiden verloren gegangen ist. Siehe auch unter »Phylogenie«. Werner, Eug., Die Ursachen der Vererbungskraft. Versuch zur Klärung thierzüchterischer Streitfragen. Leipzig, 1879. .32 p. Die Constanz der Vererbung hängt von dem Grade der »Angepasstheit« des betreffenden Organes des zeugenden Thieres an die Lebensbedingungen ab. Die verschiedene Vererbung der elterlichen Merkmale wird als Grund der individuellen Variation anerkannt. Von den Ursachen der Vererbungskraft ist eigentlich nicht die Rede, weder die Pangenesis noch sonst eine Theorie der Vererbung wird erwähnt. 3. Einfluss der Selectionstheorie oder der Descendenztheorie auf andere Wissenschaften. Graue, G., Darwinismus und Sittlichkeit, in: Deutsche Zeit- u. Streitfragen v. Holtzendorff. Heft 124 u. 125. Berlin, 1879. 88 p. A. Descendenztheorie. 87 Indem Verf. zwischen der Descendenztheorie, der Selectionstheorie nnd der monistischen Weltanschauung unterscheidet, spricht er sich unbedingt für die erstere, bedingt auch für die zweitgenannte Theorie aus, und schreibt derselben zwar weniger für die Artenbildung als namentlich für die Ausbildung der Moralität in der menschlichen Gesellschaft große Bedeutung und volle Gültigkeit zu. Hermann, L., Der Einfluss der Descendenzlehre auf die Physiologie. — Die Vorbildung für das Universitätsstudium, besond. für das medicinische. 2 Rectoratsreden. Leipzig, 1879. 61 p. In der erstgenannten Rede wird an der Hand von Beispielen gezeigt, dass die Descendenztheorie (oder richtiger die Selectionstheorie) für die Physiologie gerade so eine Lebensfrage geworden ist : durch Vorzeichnung der richtigen Forschungs- principien, durch Beseitigung teleologischer Auffassung und durch Herbeiführung richtiger Fragestellung. Nur das psychische Problem könne die Descendenztheorie nicht lösen. Hoernes, R., Die Veränderungen der Organismen als geologisches Zeitmaaß. in : Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 256—266. Die Classification der geologischen Perioden soll nach Mojsisovics Vorgang (Die Dolomitrifife von Südtirol und Venetien) mit Zugrundelegung der Phylogenie und der Veränderung der Organismen erfolgen. Lilienfeld, Paul von, Gedanken über die Socialwissenschaft der Zukunft. 4. Theil : Die sociale Physiologie. Mitau, 1879. Das Princip der Selectionstheorie ist mit allen seinen Consequenzen in folge- richtiger Durchführung auf die Socialwissenschaften angewandt. Besonders in den Capiteln »Das Gesetz der social-physiologischen Anpassung«, »Der social-physio- logische Kampf ums Dasein«, und »Das social -physiologische Gesetz der Ver- erbung« — tritt die naturhistorische Behandlung ganz im Sinne der Selections- theorie hervor. Maggi, Leop., Della primitiva origine degli organi. in : Sollet, scientif. (Maggi, Zoja et de Giovanni.) Anno I. Nr. 5. p. 76 — 78. Die Entstehung der Organe ist jetzt durch die Descendenztheorie begreiflich ge- worden, dadurch der wissenschaftlichen Medicin zugänglich und für die Beur- theilung vieler pathologischen Bildungen von Wichtigkeit. Mayer, A., Der Kampf um das Dasein der Seele. Mainz, 1879. Gelegentliche Aussprüche für die Richtigkeit der Descendenztheorie. Haupt- sächlich gegen Carriere, aber auch Haeckel's »Zellenseelen« und Jaeger's »Seelen- stoflfe« als unberechtigter Dualismus nachgewiesen und gut widerlegt. Schuster, P. Rob., weiland Prof. d. Philos. in Leipzig, Gibt es unbewusste und ererbte Vorstellungen? Akad. Antrittsvorlesung am 5. März 1877. Nach d. Tode d. Verf. mit 1 Bildniss u. einer Vorrede : herausgegeben von Prof. Zöllner. Leipzig, 1879. Es wird die Vererbungsfähigkeit von Instincten, Gewohnheiten und Vorstellungen nachgewiesen. Die aprioristischen Erkenntnisse sind ererbte Vorstellungen. "^Siciliani, Pietro, Socialismo, Darwinismo e Sociologia moderna. Bologna, 1879. Gehört entweder hierher oder zu den Gegnern. *Voit, C. V., Über die Entwicklung der Erkenntniss. Rede. München, 1879. 29 p. Wahrscheinlich hierher. ^Wimmer, J., Zur Frage über die Abstammung des Menschen. Erkenntnisstheoretisches und Psychologisches. Leipzig, 1879. 14 p. Gehört vielleicht nicht hierher, sondern zu Phylogenie oder zu den Gegnern. 88 \'1I. Descendenztheorie und Phylogenie. 4. Referate, Litteraturberichte, Biographien, Geschichte. Die Fortschritte des Uarwinismus Nr. ;i. 1875 — 1878. in: Vierteljahrsrevue, v. H. Klein 187!». I3() p. Eine dankenswertbe Übersicht über die Litteratur der letztverflossenen Jahre, die wenn auch nicht vollständig (was nie zu erreichen ist) so doch annähernd ein Bild der litterarischen Erzeugnisse der Jahre 1877 und 1878 gibt, während 1876 recht lückenhaft und 187 5 fast gar nicht (nur durch höchstens 10 Citate be- handelt ist. Übersichtlichkeit fehlt ganz. Kosmos. 2. Jahrg. 4. Bd. p. 481 — 484. Die Reptile der Primär zeit. Ref. über Gaudry's Entdeckung an Reptilien- Wirbeln. Siehe »Phylogenie«. Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 61 — ti2. Die Urtypen der Insecten. Ref. über Scudder. Siehe »Phylogenie«. Kosmos. :i Jahrg. 5. Bd. p. 406 — 408. Die Philosophie und die Anthropogenie des Prof. Dr. E. Haeckel von Dr. M. L. Stern. Das Buch wird als »potenzirte und eitel aufgeblasene Narrheit« bezeichnet. Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 463 — 465. Die Abstammung der Säugethiere. Referat über H u xl e y . Siehe »Phylogenie« . Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 486—488. Thomas Huxley's in Amerika gehaltene wissen- schaftliche Vorträge. Deutsch von Spengel. Referat über Huxley's Vorträge. Siehe »Descendenztheorie« 1, oben p. 82. Krause, Ernst, Erasmus Darwin , der Grossvater und Vorkämpfer Charles Darwin's. Ein Beitrag zur Geschichte der Descendenztheorie. in : Kosmos. 2. Jahrg. 4. Bd. p. 397—424. Ausführliche Analyse von Erasmus Darwins Werken und seiner Descen- denztheorie. Krause, Ernst, Der Darwinismus im 10. und 19. Jahrhundert von Dieterici. in: Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 80—81. Kritik und scharfe Zurechtweisung des allerdings sehr verfehlten Buches. Krause, Ernst, Evolution, Old and New etc. by Samuel Butler, in: Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 480—483. Referat und Kritik des mit großer Prätension auftretenden Buches. Vergl. »Descendenztheorie, Gegner«, s. unten p. 89. Müller, H., Samuel Butlers Gedanken über die Rolle der Gedächtniss-Übung in der Ent- wickelungsgeschichte. in: Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 23 — 38. Referat und allzu günstige Beurtheilung der Butler' sehen Ideen, die haupt- sächlich darauf hinauslaufen , die Vererbung als Gedächtnis zu erklären, etwa wie Hering es gethan hat. Müller, H., Grant Allen, der Farbensinn, sein Ursprung und seine Entwickelung. in: Kos- mos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 308—319. Referirt ausführlich über Allen »Colour- Sense.« Vergl. unter »Beobach- tungen«, s. oben p. 82. Potoni^, Henry, Alex. Brauns Stellung zur Descendenztheorie. Ein Beitrag zur Geschichte der Entwickelungslehre. in: Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 366— 370. Braun hat schon in seinem 1849 — 1850 erschienen Werk »Betrachtungen über die Erscheinung der Verjüngung in der Natur« transformistische Ideen aus- gesprochen, die ausführlich mitgetheilt werden. Preyer, W., Charles Darwin. Eine biographische Skizze, in: Kosmos. 2. Jahrg. 4. Bd. p. 339-350. Durch von Darwin selbst stammende Notizen und ein vollständiges Verzeichnis seiner Werke, wcrth volle biographische Mittheilung. A. Desceudenztheorie. 89 Zeller, Ed., Über die griecliischen Vorgänger Darwins, in; Abb. d. Akad. d. Wiss. Berlin, auch separat: Berlin, ISTi). 16 p. 40. Ein Beitrag zur philosophischen Vorgeschichte der Desceudenztheorie. 5. Gegner der Descendenz- oder der Selectionstheorie. "Butler, Samuel, Involution, üld and New ; or tlie Tlieories of Buflon, Dr. E. Darwin and Lamarck as compared with that of Charles Darwin. London, 1879. 38ü p. Nach dem Keferat im Kosmos 3. Jahrg. 5. Bd. p. 480 — 4 83 zu urtheilen, eine teleologische und zugleich stark an Lamarck erinnernde Desceudenztheorie, in der Absicht und Meinung publicirt, die Selectionstheorie zu widerlegen. *Darwinian Theory examined. London 1879. 126 p. Der Titel lässt einen Gegner vermuthen. *Gosselet, J., in: Kevue scientifique. 1879. Avril. p. 948. Nach Kosmos 3. Jahrg. 5. Bd. p. 3S5 eine Analyse von Barrand e's Cephalo- poden-Werk und seiner Einwände gegen die Desceudenztheorie. Hanne, J. 11., Pfarrer in Bad Elgersburg. Das Dogma vom Affenursprung des Menschen, ästhetisch und logisch beleuchtet, in: Hilgenfeld's Zeitschr. f. wiss. Theologie. 22. Jahrg. p. 312—350. Eine nicht ohne Witz geschriebene humoristische Verarbeitung der von einigen Naturforschern an Haeckel's »Anthropogenie« aufgedeckten kleinen Sünden. Desceudenztheorie und Selectionstheorie kaum berührt. *HertIing, G. Frh. von, Der Darwinismus, eine geistige Epidemie. Frankfurt a. M., 1879. 74 p. Nach dem Titel sicher hierher. Kühl, Joseph, Die Desceudenztheorie und der neue Glaube. München, 1879. 244 p. Verf. zeigt zunächst, dass die Desceudenztheorie unanfechtbar richtig sei (pag. 6 — 9} und gibt dann eine correcte verständnisvolle Darstellung der Dar- win sehen Selectionstheorie bis p. 24. Hier hört sein Verständnis auf. Darwin könne nicht nachweisen, dass aus einer Taube eine Ente geworden, und den ersten Vogel, das erste Säugethier etc. nicht vorzeigen. Dann stellt Verf. der Selectionstheorie seine »Cumulationstheorie« ent- gegen, nach der seit Entstehung des Menschen die Umbildung aller Arten auf der Erde, die von einem Umbildungscentrum ausging und auf heterogener Zeugung beruhte, aufgehört hat. — Der Darwin'schen angeblich polyphyletischen wird p. 43 eine monophyletische Descendenzannahme als richtiger entgegengesetzt. Darwin ordne die heutigen Thierformen zu einer aufsteigenden Linie von der Urform bis zum Menschen (sie!] und halte das für den Stammbaum. Darwin nehme an, dass die heutigen Formen sich aus und nach einander entwickelt haben (p. 89). Man müsse sich aber vielmehr den Stammbaum der Thiere gleich einem Baume vorstellen , dessen Zweigspitzen die jetzt lebenden Formen reprä- sentirten. (Als wenn Darwin oder seine Nachfolger es je anders gemacht hätten !) Das Endziel der Entwickelung sucht Verf. im Menschen, und der ganze Vor- gang ist nur teleologisch zu erklären. Der Dualismus ist dem Monismus gegen- über die einzig richtige Auffassung. Auch muss an der Unsterblichkeit der Seele des Menschen fest gehalten werden und an der christlichen Religion. Diesem Thema ist die zweite Hälfte des Buches gewidmet, die hauptsächlich gegen David Strauß gerichtet ist und außerhalb des Kalimens dieser Berichte liegt. Nathusius, W. von, Betrachtungen über die Selectionstheorie vom Standpunkt der Oologie aus. in: Journ. f. Ornithol. 27. Jahrg. 3. Heft p. 225—261. 90 VII. Descendenztheorie und Phylogenie. In der ganzen Selectionstheorie finde man nicht eine einzige Thatsache resp. Beobachtung sondern nur Verniuthungen. Sie geliöre daher nicht unter die Naturwissenschaften sondern unter die »Naturvermuthungen.« Wigand habe sie bereits vernichtet. Die Auffassung, dass beim Vogelei das Eiweiß und die Schale ein Product des Eileiters sei und den Dotter nur mechanisch um- hülle, wird aufs eifrigste bekämpft, und dagegen behauptet, alle diese Hüllen seien Wachsthumsproducte des Eierstockseies. Hauptsächlich Polemik gegen Dr. Kutter , der über die Bildung der Schale der Vogeleier vom Darwin'schen Standpunkt in derselben Zeitschrift geschrieben hatte. *Netter, A., De llntuition dans les decouvertes et inventions, ses rapports avec le Positi- visme et le Darwinisme. Strassbourg 1879. 116 p. Scheint hierher zu gehören. *Pfaff, Frdr., Über den Einfluß des Darwinismus auf unser staatliches Leben. Heidelberg, 1879. Nach den früheren Publicationen des Verf. zu schließen hierher gehörig. Schasler, Max, Über materialistische und idealistische Weltanschauung. Deutsche Zeit- und Streitfragen V. Holtzendorfi". Heft 113. Berlin, 1879. Verf. steht auf teleologischem Standpunkt, verehrt hauptsächlich Hartmann's »Wahrheit und Irrthum des Darwinismus« und Wigand's «Widerlegung« des Darwinismus. An einigen Stellen wird gegen die Selectionstheorie polemisirt. ^Schilde, Joh., Gegen pseudodoxische Transmutationslehren. EinEntomolog. Leipzig, 1879. 154 p. Nach dem Titel hierher gehörig. *Stern, M. L., Die Philosophie und Anthropologie des Prof. Dr. E. Haeckel. Berlin, 1879. 1.52 p. Nach dem Referat im Kosmos (3. Jahrg. 5. Bd. p. 406 — 408) hierher gehörig. Wagner, Moritz, Meine Antwort an Georg Seidlitz in einer Darwinistischen Streitfrage, in: Ausland Nr. 17. p. 325— 331. Eine mehr persönlich als sachlich gehaltene Entgegnung. Wigand, Alb., Der Darwinismus ein Zeichen der Zeit. Heilbronn, 1879. 122 p. Wohl hierher gehörig. *Zöckler, O., Geschichte der Beziehungen zAvischen Theologie und Naturwissenschaften, mit besonderer Rücksicht auf Schöpfungsgeschichte. II. Abth. Von Newton und Leibnitz bis zur Gegenwart. Gütersloh, 1879. 835 p. Nach dem bekannten Standpunkt des Verf. hierher. "^Zöckler, O., Die Lehre vom Urzustand des Menschen. Gütersloh, 1879. VIII, 337 p. Nach dem bekannten Standpunkt des Verf. hierher. ß. Phylogenie. Albrecht, P., Die morphologische Bedeutung der seitlichen Kieferspalte und die wahrschein- liche Existenz von 4 Zwischenkiefern bei den Säugethieren. in : Zool. Anz. Nr. 26. p. 207—213. Die nach dieser Entdeckung bis auf 8 gestiegenen Kiefer der Säugethiere werden auf die homologen Theile der Fische zurückgeführt. Cattaneo, Giacomo, Le individualita animali. Studio morfologico. in : Atti della Soc. Italiana di sc. nat. XXII. Milano, 1879. B. Phylogenie. 91 Morphologische Betrachtungen über die verschiedenen Individualitätsstufen der thierischen Formen , mit anderer Eintheilung und Benennung als die Haeckel's in seiner Generellen Morphologie. Gelegentlicher Ausspruch über die Richtigkeit der Selectionstheorie (p. 50 und 53) und Entwurf eines Stammbaumes des Thier- reiches (p. 67, . Fries, S., Mittheilunt>-en aus dem Gebiete der Dunkelfauna, in : Zool. Anz. Nr. 19. p. 33 — 38. Über die Entstehung des Gammarus puteanus. Gaudry, A., in: Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. 87. p. 956. Nach dem Referat in Kosmos , 2. Jahrg. 4. Bd. p. 482, erstattete Gaudry einen interessanten Bericht über die neuesten Entdeckungen fossiler Reptile. Acti- nodon und andere Reptile der permischen Schichten haben Wirbel , die auf der embryonalen Stufe der Entwicklung stehen , auf welcher die Verknöcherung des Centrums im Begriffe ist perfect zu werden. Pleuronura scheint eine Übergangs- form zwischen Tritonen und Fröschen. Giebel, C. G., Über geos2,Taphische Verbreitung der vorweltlichen Säugethiere im Allgemeinen und der Pferde im Besonderen, in: Zeitschr. f. ges. Naturw. 52. Bd. p. 488 — 494. Hauptsächlich über die fossilen pferdeähnlichen Vorfahren der Gattung Equus. Eohippus wird als U r a h n des Pf e r d e t y p u s bezeichnet, so dass es fast scheint, als ob wieder ein erbitterter Feind der Deseendenztheorie bekehrt sei. Haacke, W., Zur Blastologie der Korallen. Eine morphologische Studie, in: Jena. Zeitschr. 13. Bd. 2. Hft. p. 269—320. Es werden auf p. 305 — 314 einige phylogenetische Hypothesen entwickelt. Haacke, W., Über System und Stammbaum der Korallen-Classe. in: Zool. Anz. Nr. 28. p. 261. Es wird der Entwurf eines Stammbaumes als Resultat der in vorhergehender Arbeit enthaltenen Betrachtungen mitgetheilt. Haeckel, Ernst, Einstämmiger und vielstämmiger Ursprung, in: Kosmos. 2. Jahrg. 4. Bd. p. .360—376. Für die Protisten ist ein polyphyletischer Ursprung wahrscheinlich, ebenso für die aus ihnen hervorgegangenen Gasträaden und für die niederen Zoophyten und Würmer. Jeder einzelne aus diesen letzteren abzuleitende Stamm der höheren Thiere für sich ist monophyletischen Ursprungs. Organe, die einem ganzen Stamme ausschließlich eigenthümlich sind (..semontische" oder ,, typische" Organe) sind monophyletischen, Organe, die in mehreren Stämmen vorkommen !,,asemische'S ..atypische" Organe) sind polyphyle tischen Ursprungs. Haeckel, Ernst, Über die Stammverwandtschaft zwischen Schirmquallen und Kammquallen, begründet durch eine neue Übergangsform zwischen beiden, in: Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 348—356. , Ursprung und Stammverwandtschaft der Ctenophoren. in: Jena. Zeitschr. 13. Bd. Suppl. II. p. 70—79. Die Ctenophoren sind phylogenetisch von der Ordnung der Anthomedusen und speciell von der Familie der Cladonemiden abzuleiten. Hertwig, Ose, Das Hautskelet der Ganoiden Lepidosteus und Polypterus. in; Morphol. Jahrb. 5. Bd. I.Heft, p. 1— 21. Ursprünglich war die Haut der Ganoiden mit kleinen Zähnchen besetzt, wie bei den Selachiern. Hieraus ging allmählich ihr heutiger Zustand des Zahnbeleges hervor. Hertwig, O. u. R., Die Actinien, anatomisch und histologisch mit besonderer Berücksich- tigung des Nervensystems untersucht, in: Jena. Zeitschr. 13. Bd. p. 457 — 640 und 14. Bd. p. 39—89. Pag. 629 — 631 finden sich phylogenetische Betrachtungen. 92 ^'ll- Descendenztheorie und Phylogcnie. Hilgendorf, F., Zur Streitfrage des Planorbis multiformis. in: Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 10—22 und 90—99. Das Allgemeine wurde bereits unter, , Descendenztheorie' ' (p. 83) erwähnt. Für die Phylogenie können ausser dem p. 1 3 mitgetheilten Schema des Stammbaumes folgende Sätze als Resultat der Untersuchung für sicher gelten : l) »Die veränderten Formen sind zum Thoil weiteren Umformungen unterlegen ; als höchste Zahl wurden fünf aufeinander folgende bedeutendere Umwandlungen (in der Hauptreihe constatirt.« 61 «Ein Theil der Individuen einer Form kann in verhältnismäßigem Stillstande verharren, während der andere eine abweichende Gestalt annimmt: der Stamm kann einen Zweig erzeugen. Die Zweigbildungen können sich wiederholen.« 8) »Eine Auflösung der Stammform in zwei oder mehrere neue Formen mit gleichzeitigem Verschwinden der ersteren (Gabelbildung im engeren Sinne) kam nicht zur Beobachtung , auch eine gleichzeitige Abtrennung zweier Zweige vom Mutterstamm ist noch nicht sicher nachgewiesen.« 9) »Spätere Verschmelzungen früher getrennter Zweige (Bastardbildung) wurden nicht beobachtet« . 1 Ti »Keine Form hat sich unverändert erhalten, die längste Dauer einer Form geht kaum über die Hälfte des Zeitraumes hinaus.« 12] »Alle Charactere sind der Verände- rung unterworfen gewesen.« 1 5) »Ein einmal verschwundener Typus kehrt später nie in genau derselben Form wieder , wohl aber erscheinen einzelne Merkmale zum zweiten Mal in der Descendenz«. Huxley, Th. H. On the characters of the Pelvis in Mammalia, and the conclusions respecting the origin of Mammals wich may be based on them. in : Proc. Roy. Soc. London. Vol. 28. p. 395. Nature. Vol. 20 Nr. 496. p. 22—24. Das Becken der geschwänzten Amphibien enthält die Elemente aller so ver- schiedenartigen Beckenbildungen der Reptilien , Vögel und Säugethiere. Diese stammen durch eine bisher unbekannte Gruppe wahrscheinlich von Amphibien ab. Landois, Der Tonapparat des Ephippiger vitium. in: Jahresber. d. Zool. Sect. des westf. Prov.-Ver. p. 35—37. Der Tonapparat der Heuschrecken ist zuerst wahrscheinlich vom Männchen und Weibchen erworben worden und später beim Weibchen rudimentär geworden. Marsh, O. C, The Vertebrae of Recent Birds. in: Amer. Journ. of Sc. (Silliman). Vol. 17. p. 266 — 270. Übersetz, in: Naturforscher. Nr. 26. p. 245 — 246. Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 389—391. Die Wirbel von Ichlhi/orius sind meist biconcav wie bei Fischen und Amphibien, der 3 . Halswirbel aber bildet einen deutlichen Übergang zur ersten sattelförmigen Gelenkbildung der Vögel und zeigt wie durch fortschreitende Umbildung der ein- zelnen Wirbel die heutige Wirbelsäule der Vögel geworden. Bei einigen Gattungen ist dieser Proceß auch jetzt noch nicht ganz bis zum Kreuzbein vorgeschritten. Marsh, O. S., Polydactyle Horses, recent and extinct. in: Amer. Journ. of Sc. (Silliman). Vol. 17. p. 499— 503. Deutsch mit Holzschn. in: Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 432— 438. Auszug, in: Naturforscher. Nr. 32. Die bereits 1874 von Marsh publicirte Reihe der fossilen pferdeähnlichen Säuge- thier-Gattungen wird durch Eohipjnai noch weiter zurückgeführt, und durch Epi- kippus und Mesohippus, die sich zwischen Orohippus und Miohippus einschieben, vervollständigt. W^reschkowsky, K., Versuch einer Erklärung der Abwesenheit von Homologieen zwischen Thier- und Pflanzenwelt (russisch), in: »TpyÄti« der Petersb. naturwiss. Gesellsch. Bd. 9. p. 413—425. Dürfte hierher gehören. Moebius, K., Ist das Eozoon ein versteinerter Wurzelfüßler oder ein Mineralgemenge? in: »Die Natur". Nr. 7, 8 u. 10. Auch separat, Halle, 1879. 31 p. VIII. Thierzucht. Haus- und Jagdthiere. Anatomie der Hausthiere. 93 Der Aufsatz gibt im Wesentlichen den Inhalt der Abhandlung des Verf. »Der Bau des Eozoon canadense nach eigenen Untersuchungen verglichen mit dem Bau der Foraminiferen«. ^Palaeontographica, Bd. 25, 1878) wieder, und ist mit 21 erläuternden Holzschnitten ausgestattet. Darnach ist Eozoon kein thierisches Gebilde. Müller, Fritz, Über Phryganiden. in: Zool. Anz. Nr. 34. p. 405 — 407. Ein Stammbaum der Phryganiden entworfen. Vergl. auch oben p. 85. Müller, Fritz u. Hermann, Phryganidenstudien. in: Kosmos. 2. Jahrg. 4. Bd. p..S8(J — .'59(). Die Lepidopteren stammen von den Phryganiden ab. Vergl. auch oben p. 85. Parker, W. K. und G. T. Bettany, Die Morphologie des Schädels. Deutsch von Vetter. Stuttgart, 1879. Die Säugethiere sind, dem Schädel nach zu urtheilen, als directe Abkömmlinge der Amphibien zu betrachten. (Referat im Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 488.) Scudder, Samuel, in: Amer. Journ. of Sc. (Silliman). Vol. 17. p. 72. In den paläozoischen Schichten existireu mannigfache Zwischenformen, durch welche die heutigen Ordnungen der Orthoptera und Neuroptera verbunden werden. (Referat im Kosmos. 3. Jahrg. 5. Bd. p. 61 u. 62). Sladen, W. Percy, Astraphiura permira, an Echinoderm intermediate between Ophiuridea and Asteroidea. in: Zool. Anz. Nr. IS. p. 10 — 11. Eine Mittelform zwischen Ophiuriden und Asteroiden wird beschrieben. Weismann, Aug., Beiträge zur Naturgeschichte der Daphnoiden. Leipzig, 1879. Die Urdaphnoiden stammen wahrscheinlich von den Phyllopoden und zwar von den Estheriden ab (p. 435). Vergl. im Übrigen unter »Descendenztheorie« 2. p. 85. Wiedersheim, 11., Über den Kopf der Gymnophionen. in: Zool. Anz. Nr. 21. p. 87. Die Schädelbildung nähert diese Thiere den Microsauriern der Kohlenformation. Vni. Thierzucht. Haus- und Jagdthiere. Anatomie der Hausthiere. (Referent: Prof. Dr. F. A. Zürn in Leipzig.) Mortillet, G. de, The Origin of the Domestic Animals. in: Amer. Naturalist. 1879. Decbr. p. 747 — 753. Transl. from: Materiaux pour l'Hist. Primit. et Natur, de l'Homme. 1879. le et 5e Livr. Mit dem Beginn der neolithischen Periode treten plötzlich die Hausthiere : Pferd, Rind, Ziege, Schaf, Schwein auf, während der Hund vielleicht schon früher vorhanden war. Es hat also eine Einwanderung einer Rasse stattgefunden, welche außer der in der Politur der Steinwerkzeuge und den architectonischen Anfängen (Dolmen etc.) sich äußernden Cultur auch im Besitze von domesticir- ten Thieren waren. Aus den Beziehungen der Thierreste zu west- und mittel- asiatischen Formen , aus dem Mangel der Metalle , dem Fehlen von Thierzeich- nungen, dem Vorhandensein einfacher Linienoruamente und der Dolmen, Menhir u. a. schließt Verf., dass diese Einwanderung aus dem westlichen Asien vor der 94 VIII. Thierzucht. Haus- und Jagdthiere. Anatomie der Hausthiere. Entwickelung der ägyptischen Cultur stattgefunden hat , da Ägypten schon zur Zeit der ersten Dynastie im Besitze von Metallen war. Böhm, J., II. Settegast's Lehre von der Individualpotenz kritisch beleuchtet und deren Un- haltbarkeit nachgewiesen. Leipzig, Hugo Voigt. 187!). Böhm will Settegast's Lehre von der Individualpotenz bekämpfen und eine Lehre von der Züchtungscon stanz an deren Stelle gesetzt wissen. Vom Begriff »Racec sagt Böhm : »Race ist eine Gruppe von Hausthieren derselben Art, welche in irgend einem Landstriche vorkommen, der einen bestimmten Character hat, daher gleiche Lebensbedingungen bietet; also nur eine , geographisch begrenzte Gruppe*, in welcher die sämmtlichen Individuen sich einander ähnlich sind, ihnen ähnliche Nachkommen erzeugen, auch von ihnen ähnlichen Vorfahren abstammen, und die ihnen eigenthümlichen Eigenschaften bewahren, auch wenn sie aus ihrer ursprünglichen Heimath in andere Gegenden versetzt werden«. Nachdem Böhm versucht hat, die von Settegast in seiner Thierzucht (IV. Aufl.) aufgestellten Gründe für die Lehre von der Individualpotenz zu widerlegen, spricht er aus : 1) Ein unbedingtes, sich unter allen Umständen bewährendes Übergewicht in der Vererbung besitzt kein Individuum. 2) Macht sich ein solches Übergewicht in der Vererbung bei einzelnen bemerk- bar, so ist solches nur bedingt : a) durch das Nichtvorhandensein latenter, den erkennbaren widerstre- bender Eigenschaften ; b) durch eine richtige Paarung, d. h. durch eine bewusste oder unbewusste Auswahl solcher Thiere zur Ausübung des Fortpflanzungsgeschäftes mit denselben, die, wenn auch nur in latenter Form Eigenschaften besitzen, welche denen des scheinbar ein Übergewicht in der Vererbung aus- übenden Thieres entsprechen ; c) durch Vorhandensein von, der Entwicklung der hervortretenden Eigen- schaften günstigen Lebensbedingungen. IConstanz un d Atavismus; Thierfreund (Leipzig, H. Dege), 1879. Nr. 5. p. 53, unter Miscellen. Konstanz und Atavismus. Von einer deutschen, grau (getigert) und schwarz gefleckten Hühnerhündin und einem ))raunen englischen Pointer fiel eine braune Hündin, welche auf der linken Seite des Leibes eine Saugwarze weniger hatte, als auf der rechten. Zwei Saugwarzen waren gewissermaßen zusammen- gerutscht und bildeten eine, welche sich in der Mitte der Stelle befand, wo die beiden hätten sitzen sollen : 1 1 2 2 :i '''■'' 4 5 5 (i (I 6 Sämmtliche lünder, Enkel, Urenkel und Ur-Urenkel dieser Hündin zeigten dieselbe Abnormität, welche, wie ich vermuthe, weil aus mehrfacher Incest- Paarung hervorgegangen, jetzt constant geworden zu sein scheint. Da vorzugs- weise die braunen Thiere zur Zucht benutzt wurden, so ist auch die braune Farbe ziemlich constant geworden . Eine braune Ur-Urenkelin jener grau-schwarzen Hündin wurde jedoch zuletzt mit einem schwarzen englischen Hunde gepaart, welcher als einziger schwarzer in einem e r b s g e 1 b e n Stamme vom Besitzer weggegeben war. Die Hündin brachte 1 2 Junge, wovon 3 schwarz, 4 erbsgelb, 4 braun und 1 grau-schwarz waren . In 5 . Generation trat also der Atavismus plötzlich auf, das Zurückschlagen auf die Ur-Ürgroßmutter. Vin. Thierzucht. Haus- und Jagdthiere. Anatomie der Hausthiere. 95 Freytag, Prof. in Halle, Über Rindviehzüchtung in NorAvegen, besonders über die Telemarker Kace. in: Revue für Thierheilkunde u. Thierzucht von A. Koch. Wien, 1879. Nr. 1 — 3. Zunächst wird in diesem Artikel angegeben, dass nach einer Zählung von lb75 in Norwegen etwa 1016 595 Rinder gehalten werden. Die Kinderracen Nor- wegens lassen sich in Berglands- und Niederungsvieh gruppiren, wenn man ab- sehen will von dem an der Westküste Norwegens vorkommenden zwergartigen ungehörnten Rindvieh (Kyrtkvaeg ) . Den Niederungsschlag repräsentiren beson- ders die Smaalenrace und die Thorsoerace, während das Höheland- oder liergvieh am besten durch die Hedemarkrace, durch die Hallingdales und vor Allem durch die Telemarken vertreten wird. Diese Telemarker Rinder, daheim im Amt Brats- berg mit den Vogteien Ober- und Nieder-Telemarken und Bambel, zeichnen sich durch Schönheit und Nutzbarkeit bezüglich der Milchproduction aus, vererben ihre Eigenschaften auch so sicher auf ihre Nachkommen, dass — wie Frey tag hervorhebt — sie als Thiere einer reinen constanten Race bezeichnet werden dürfen . Werner, Eugen, Die Ursachen der Vererbungskraft. Leipzig, Fr. Thiel, 1879. 32 p. 8^. Der Kern dieser Arbeit gipfelt in den beiden Sätzen : Die Vererbungskraft eines Individuum ist abhängig: 1) von dem Grade der Angepasstheit seiner und des Mitzeugeuden Eigenschaften an die Lebensbedingungen (das am meisten angepasste Individuum zeigt Vererbungspräponderanz) und 2) von dem Grade , in welchem sich die Eigenschaften der beiden Zeugenden bei der Vereinigung im Gezeugten gegenseitig beeinflussen. Rohde, ()., Die Schafzucht. Berlin, Wiegandt, Hempel & Parey, 1879. 172 p. 80. In gedrängter Übersicht bringt der Verfasser dieses Werkchens, welches den 54. Bd. der Thaer-Bibliothek bildet, die zoologische Eintheilung der Schafe und deren Racen, die Zuchtprincipien, die Lehren von der Ernährung und Pflege der Schafe, sowie eine kurzgefassto Wollkunde. Müller und Schwarznecker, Die Pferdezucht, nach ihrem jetzigen rationellen Standpunct. Berlin, Wiegandt, Hempel & Parey. 1879. 2 Bände. Das ganze Werk ist nun vollendet ; sowohl der von Müller verfasste Theil über Anatomie und Physiologie des Pferdes, welcher 931 Seiten umfasst und 266 Holz- schnitte besitzt, als der zweite Band, welchen Schwarznecker schrieb und der über Racenzüchtung und Haltung des Pferdes handelt, 657 Seiten stark ist und 125 in den Text gedruckte Holzschnitte aufzeigt, liegen fertig vor. Kühn, Julius, Bericht aus dem Hausthiergarten des landwirthschaftlichen Institutes der Universität Halle. Halle, 1879. Als Manuscript gedruckt. Professor Julius Kühn acquirirte im Jahre 1875 für den landwirthschaftlich- zoologischen Garten zu Halle vier kalmückische Fettsteißschafe. 1878 wurden zwei Böcke geboren, die also von Eltern stammten, welche vor der Paarung zwei Jahr in Halle gelebt haben. Die Bocklämmer erhielten als Ammen zwei Marsch- mutterschafe, weil gewisse Verhältnisse verhinderten die jungen Thiere an den eigenen Müttern saugen zu lassen. Später wiirden sie mit Ackerproducten, nicht einmal mit Wiesenheu ernährt und mussten sich in beschränktem Bewegungsraume oder im Stall aufhalten. Beide Böcke entwickelten ihren Fettsteiß binnen Jahres- frist, wie ihn ein ausgewachsenes und ausgemästetes Ovis Aries steatopyga nicht besser aufzeigen kann. Pallas behauptete bekanntlich, dass der Aufenthalt in den Salzsteppen, der Genuss von Salzpflanzen von Wermuth und Beifuß, das Saufen von brakem oder sal.'Jiaftem Wasser, das Gehen auf ausgebreiteter Weide im Sommer wie im Winter bei dem kirgisischen Schafe den Fettsteiß erzeuge, und dass diese Schafe den Fettsteiß verlieren müssten, wenn sie von diesen Weiden zurückgenommen, im Stalle gehalten und ohne die salzhaltigen und gewürzhaften 96 \T^II. Thierzucht. Haus- und Jagdthiere. Anatomie der Hausthiere. Vegetabilien ernährt würden. Erman versichert, ilass das Fettsteißschaf den Fettsteiß verliere, wenn es nach Orenburg gebracht werde. Auf die Mitthei- hmgen von Pallas und Erman fußend sagt Darwin : «dass die Natur der Nahrung zuweilen definitiv gewisse Eigenthilmlichkeiten veranlasst«. Da die in Halle geborenen Fettsteißschafe ihr Racemerkmal bewahrt hatten und bei guter Ernährung in hoher Potenz entwickelten, auf der anderen Seite aber die Erfahrung lehrt, dass bei karger Ernährung der Fetti^teiß dieser »Schafe so reducirt werden kann, dass nur der Schwanzstunimel mit der Hautdecke zurück- bleibt, so hat Professor Kühn Recht, wenn er angibt : «Reiche Ernährung ist also hier die Bedingung zur Heranbildung des in der Anlage vererbten Raceumerkmales" . Eichbaum, F., Die Brusthöhle des Pferdes vom topographisch-anatomischen Standpunct und mit besonderer Berücksichtigung der physikalischen Diagnostik. Mit 2 Abbildungen. Vorträge für Thierärzte. 2. Serie. 1. Heft. Leipzig, H. Fese. 1879. Diese Schrift hat vorwiegend nur Interesse für Thierärzte. Ellenberger, Vergleichend anatomische Untersuchungen über die histologische Einrichtung des Uterus der Thiere. in: Archiv für wissenschaftliche und practische Thierheilkunde. 5. Bd. p. 89—149. Berlin. A. Hirschwald. 1879. Ellenberger untersuchte Fruchthälter von Affen, Fledermäusen, Maulwürfen, Katzen, Hunden, Kaninchen, Ratten, Mäusen, Pferden, Rindern, Schafen, Ziegen, und Schweinen. Hauptresultate : die Uteruswand besteht aus Mucosa, Muscu- laris, Serosa. Die Membrana mucosa zerfällt 1. in das Stratum pro- prium si ve glanduläre, welches folgende Unterschichten aufzeigt : das Stratum epitheliale, das Strat. cellulare, das Stratum reticulare (welche drei Schichten nur bei der Menstruation ausgestoßen werden) und das Stratum fibrillare ; 2. in das Stratum musculare s. Membrana muscularis mucosae; 3. in das Stratum submucosum. Die Membrana muscularis hat ein Stratum circulare und ein Stratum longitudinale als Unterschichten, die Membrana serosa aber zer- fällt in das Stratum subserosum und das Stratum serosum. Die innere Oberfläche der Uterusschleimhaut trägt ein flimmerndes, einer Basalmembran aufsitzendes Cylinderepithel, welches durch Einstülpungen in das Grundgewebe der Schleimhaut die Utriculardrüsen bildet. Diese sind bei ver- schiedenen Thieren verschieden gestaltet und verschieden gelagert. Das Stratum submucosum des Uterus ist ungemein gefäßreich ; die Gefäße sind sehr stark- wandig. Die Blutgefäße des Uterus sind derart angeordnet , dass die großen Arterienstämme mit dem Ligamentum latum, zwischen dessen Platten sie liegen, an die Uteruswand treten und mit ihren Ästen in der Submucosa in der Art sich vertheilen , dass die Mucosa von einem Gürtel von Adern umgeben erscheint, ie äi ßeren Lymphgefäße entspringen mit zierlichen Capillarnetzen in der Sub- ucosa, durchziehen die Muscularis und treten dann in die Submucosa, wo die größeren Stämme sich befinden ; die inneren Lymphgefäße haben ihre Wurzeln besonders in den Bindegewebelücken der Propria mucosae. In der Mucosa finden sich größere Lymphräume, welche mit dem übrigen Lückensystem communiciren. Fibrillare Züge oder Bälkchen des Bindegewebes der Mucosa bilden eine Art von Scheiden um Drüsen und Gefässe, dadurch entstehen periglanduläre und perivas- culäre Lymphräume , welche mit dem Lückensystem des Bindegewebes ein aus- gebildetes, zusammenhängendes Saftcanalsystem der Propria ausmachen. Ellenberger, die physiologische Bedeutung des Blinddarmes der Pferde, in: Archiv für wiss. u. praet. Thierheilkunde. h. Bd. p. 398 — 1-5.3. Berlin, 1879. Eine auf anatomisch - histologischer Untersuchung und auf Experimente ge- gi-ündete Arbeit, welche hauptsächlich beweist, dass das Coecum des Pferdes mit einer bedeutenden secernirenden Oberfläche ausgestattet ist , dass seine anato- IX. Biologie im Allgemeinen. 97 mische Bescliaffenheit nicht auf eine bedeutende resorbirende Thätigkeit, sondern mehr auf eine secretorische Function und auf ein mechanisches Verarbeiten des in ihm Befindlichen hindeutet, somit die AnsiclLt EUenberger's, dass das Coecum der Pferde für deren Ernährung , für die Verdauung der aufgenommenen Nah- rungsmittel sehr wichtig und dasselbe in seiner Bedeutung ähnlich wie die Vor- mägen der Wiederkäuer aufzufassen sei, berechtigt ist. Graff, Karl, vergleichend anatomische Untersuchungen über den Bau der Hautdrüsen der Haussäugethiere und des Menschen mit besonderer Berücksichtigung der Präputial- drüsen. Mit 4 Tafeln. Vorträge für Thierärzte, 2. Serie. 2. Heft. Leipzig, H. Dege, 1879. Dieser mit sehr schönen Abbildungen versehene sogen. Vortrag des Dr. Karl Graff zeigt, dass viele acinöse Drüsen der Haut kein Fett oder Talg absondern, ebenso dass tubulöse Drüsen nicht nur Schweißdrüsen sind. Aus der Form der Drüsen ist also nicht auf ihre physiologische Function zu schließen und Verfasser will, dass Ausdrücke wie Schweiß- und Talgdrüsen ersetzt werden durch Be- zeichnungen, welche bei den zusammengesetzten acinösen Drüsen sowohl wie bei den schlauchförmigen Drüsen der Form derselben entsprechen (traubenförmige, bläschenförmige Drüsen ; tubulöse Drüsen ; Knäueldrüsen) . Das Smegma prae- putii ist nach Graff das Product der acinösen und tubulösen Drüsen, welche sich an der äußeren und inneren Platte in der Nähe des Orificium praeputii befinden und zwar beim Menschen sowohl, als bei fast allen Haussäugethieren : somit ist die Ansicht He nie' s dass das Smegma abgeschilferte Epidermis sei, hinfällig. Graff beweist ferner , dass die seceruirenden Schläuche der tubulösen Drüsen glatte Muskulatur besitzen und zwar nur da , wo dies nöthig ist, wo zur Ent- leerung des Secretes contractile Fasern nothwendig sind ; da wo die Haut durch Spannung diese Secretentleerung ermöglicht z. B. an den Drüsen des Praeputium und der Sohlenhaut, fehlen die glatten Muskelfasern. Sehr interessant sind die Untersuchungen Graffs über die Brunftfeige der Gemse , welche zuerst von v. Hessling beschrieben wurde. Nach letztgenanntem Autor sollen die Brunftfeige- drüsen erweiterte Haarbalgdrüsen sein, was Graff widerlegt, indem er nachweist, dass die Brunftfeigen isolirte acinöse Drüsen enthalten, die sich periodisch ver- größern und Schleim absondern. Die Drüsen der Klauensäckchen der Schafe und die der Sohlenballen des Menschen , der Hunde und Katzen, die Fleischstrahldrtisen des Pferdes fanden besondere Berücksichtigung. IX. Biologie im Allgemeinen. Seelenleben. Sociales Leben. Färbung, Mimicry. (Referent: Dr. Aug. Gruber. j Jäger, Gustav, Die Entdeckung der Seele. Zweite Aufl.: enthaltend: A. Gesammelte ältere Aufsätze. B. Neue Bewci.se und Aufschlüsse. Zugleicli Lehrbuch der allge- meinen Zoologie. III. Abtheilung : Psj'chologie. Leipzig, 18S0. In Abtheilung A dieses Buches druckt Verfasser eine Reihe von Aufsätzen ab, welche schon früher an verschiedenen Orten erschienen sind ; so : I . Über die Bedeutung der Geschmacks- und Geruchsstoffe aus Zeitschr. f. wiss. Zoologie. Zoolog. Jahresbericht IslU. 7 98 IX. Biologie im Allgemeinen. Bd. XXVII. 1876. 2. Physiologische Briefe über Vererbung aus »Kosmos« l.Bd. 1877. p. 17 u. 306. 3. Der todte Punkt in der Zoologie aus »Deutsche Revuei 2. Jahrg. 1878. Juliheft. p. lOS. 4. Die Entdeckung der Seele aus »Kosmos« I. Bd. 1S78. p. 171. 5. Der Angststoff aus: G. Jäger, Seuchenfestigkeit und Constitutionskraft etc. Leipzig 1S7S. 6. Zur Pangenesis aus »Kosmos« 4. Bd. 1S7S. p. 377. 7. Seele und Geist aus : »Ausland« Jahrg. 1879. Nr. lö. Ferner zwei Aufsätze von Richard Andree. 8. Völkergeruch aus Correspondenz- blatt der Anthropolog. Gesellschaft. 1876. Nr. 5.9. Der Nasengruß aus »Globus« Jahrg. 1879. Nr. 10. Im zweiten Abschnitte wird zu diesen älteren Beobachtungen eine Menge neuer und genau ausgeführter hinzugebracht, welche die Theorie stützen sollen, wie die Überschrift sagt, als: Neue Aufschlüsse und Beweise. Die Capitel sind folgende : 10. Allgemeines über den Äff ect. 11. Sympathie. 12. Antipathie. 13. En- dogene Affecte. Allgeraeines. 14. Die cerebralen Aflfecte. 15. Die Sexual- AfFecte. 16. Trieb. 17. Instinct. 18. Gelüste. 19. Idiosynkrasie. 20. Sexuale Idiosynkrasie. Allgemeines. 21. Monosexuale Idiosynkrasie. 22. Hoiiiosexuale Idiosynkrasie. 23. Parasit und Seuche. 24. Dendorisation. 25. Seuchenfestigkeit. 26. Affect- imd Wetterfestigkeit. 27. Die Heilkunde. 28. Die Verwitterung. 29. Die Pflanzenseele. 30. Bildungstrieb. 31. Sprach- liches über die Seele. 32. Geist. 33. Körperregierung. Intellect in Brufes. in: Nature. Jahrg. 1879. In einer großen Reihe von Nummern dieses Jahrganges werden von den ver- schiedensten Seiten allerlei Anekdoten aus dem Leben der Thiere erzählt. Sie beziehen sich in den meisten Fällen natürlich auf Hausthiere, welche auch vom Laien täglich beobachtet werden können. Alle diese Erzählungen erscheinen unter dem Titel »Intellect in Brutes«, damit sie als ganzes einen Beitrag zur Thierpsychologie liefern können. ^Murphy, Jos. John, Habit and Intelligence : a Series of Essays on the Laws of Life and Mind. London, Macmillan &' Co. ISTI». *Figuier, Louis, La vic et les moeursdesanimaux. Zoophytes etMoUusques. Paris, Hachette. 1879. Schneider, G. H. , Zur Entwickelung der Willensäusserung im Thierreich. in: Viertel- jahrschr. f. wiss. Philosophie. Bd. '4. p. 17(i— 20.5, und 294—301;. Eine interessante durch zahlreiche Beobachtungen an Seethieren in Neapel ge- stützte Untersuchung, die den Nachweis führt, dass alle Triebe (und alles zweck- bewußte Wollen) zum Selbstschutz sich durch Naturzüchtung aus dem Trieb zur Contraction des ganzen Körpers entwickelt haben. »Die Contraction des ganzen Körpers und der Trieb hierzu findet sich von den Protozoen bis zum Menschen bei allen Thieren in irgend einer Form vor.« »Bei allen Wirbelthieren findet sich der ursprüngliche Contraclionstrieb differenzirt in ein zweckbewußtes Wollen zum Zusammenziehen und in ein unwillkürliches Zusammenfahren ; das letztere ist das Rudiment vom ursprünglichen (Jontractions trieb, welclier vom bewußten Willen nach und nach zurückgedrängt worden ist.« »Der Fluchttrieb differenzirt sich ebenfalls direct aus dem ursprünglichen Contraclionstrieb.« (p. 304 — 305). Zum Schluß ist eine bildliche Darstellung von der Entwickelung der Schutzbewe- gungen gegeben. (Referent: Dr. G. Seidlitz.) Clark, Xenos, Animal Music, its nature and origin. in: Amer. Naturalist. Vol. 13. April, p. 209—233. Verf. sucht eine wissenschaftliche Untersuchung über das Wesen und die Ent- stehung der thierischen Laute zu geben, wobei er den Gesang von 31 Vogelarten und die Laute eines Sängers graphisch darstellt. IX. Biologie im Allgemeinen. 99 Espinas, Alfred, Die thierischen Gesellschaften. Eine vergleichend-psychologische Unter- suchung. Übers, nach d. 2. Aufl. von W. Schlosser., Braunschweig, 1879. In dem umfangveicheu, 5G1 Druckseiten umfassenden Werke versucht der Ver- fasser die Lösung- des Problems : Was ist die thierisclie Ge -ellschaft ? Da ihm die menschliche Gesellschaft mit der thierischen vollständig analog erscheint, schickt E. eine ausführliche, die hauptsächlichsten social-philosophischeu Systeme um- fassende Einleitung voraus , um dann zum eigentlichen Thema überzugehen , der thierischen Sociologie, welche E. nicht als Theil der Biologie, sondern als selb- ständigen Zweig in der Wissenscliaft angesehen wissen möchte. Nachdem E. im ersten Abschnitt die Associationen oder zufällige Gesellschaf- ten unter Tliieren verschiedener Art als Parasitismus, Commensualismus und Mu- tualismus beschrieben , classificirt er die eigentlichen thierisclien Gesellschaften in solche der Ernährung (zweiter Abschnitt) als normale Gesellscliaften unter Thieren derselben Art (Infusorien, Coelenteraten, Tunicaten, Würmer) und zwei- tens der Fortpflanzung (dritter Abschnitt) . Bei letzteren unterscheidet er: Die Familie : Eheliche Gesellscliaft (erstes Capitel) , die häusliche mütterliche Gesell- schaft oder die Familie bei den Insecten (zweites Capitel) , endlich die häusliche väterliche Gesellschaft, d. i. die Familie bei den Fischen, Reptilien, Amphibien, Vögeln und Säugethieren (drittes Capitel). Im vierten Absclmitt gelangt E. zur dritten, nach ihm der höchsten Stufe des gesellschaftlichen Lebens im Thier- reiche, zur Völkerschaft, welche auf rein intellectuellen Functionen beruhen soll. Zum Schluss spricht E. von den Gesetzen der socialen Thatsachen in der Thier- welt, von der Natur der thierischen Gesellschaften, wonach die Gesellschaft »ein lebendiges Bewußtsein, ein Organismus von Ideen ist«, und endlich von der Mo- ral der Thiere. (Zu einfacheren und wohl auch richtigeren Schlüssen wäre Verfasser gekom- men, hätte er, statt sich auf rein psychologischen Standpunkt zu stellen, im Hin- ])lick auf die natürliche Zitchtwahl seine Untersuchungen unternommen. Ref . i Semper, Karl, Die natürlichen Existenzbedingungen der Thiere. 2 Bde. (Internat, wissen- schaftl. Bibliothek. 39. Bd.) Leipzig 1880. (I.) V^erfasser, überzeugt, dass die Zeit gekommen ist, wo die große Menge der in den vergangenen Jahren aufgestellten Hypothesen durch exacte Versuche gestützt werden müsse , sucht in seinem Buch durch Zusammenfassung theils bekannter, theils neuer Hypothesen und au der Hand fremder und eigener Versuche den Weg zu bahnen, der zur Erklärung der Variabilität der Thiere führen soll. In den verschiedenen Capiteln werden systematisch die verschiedenen Einflüsse durchgenommen, welche verändernd wirken können. Es können hier natürlich nur die Resultate angegeben werden. Die Nahrung und ihr Einfluss: »Wir sahen, dass in Bezug auf den direct umformenden Einfluss der Nahrung im Grunde noch alles zu thun übrig bleibt.« Der Einfluss des Lichtes: Es muss erst durch das Experiment erwiesen werden , ob im Thierleib echtes Chlorophyll vorkommt oder ob man es mit Para- sitismus niederer Organismen zu thun hat. »Weitaus die größte Zahl der Thiere hängen vom Licht nur ab durch Vermittlung des Auges.« Dies wird bewiesen durch die Versuche von Lister und Pouchet. Es ist nicht zu erklären, warum neben blinden auch sehende Höhlenthiere vorkommen. Auf dem Grunde des Meeres konnten sich nur entweder blinde und phosphorescirende oder mit grossen , das schwache durch jene erzeugte Licht auffangenden Augen versehene Thiere er- halten. Der Einfluss d e r T e m p e r a t u r : »Das Wohlleben der mit einander ver- gesellschafteten Thiere hängt viel mehr ab von den Extremen der Temperatur und 100 IX. Biologie im Allgemeinen. den Schwankungen zwischen ihnen , als von dem absoluten Wärmegrade , den sie zu irgend einer bestimmten Zeit gleichzeitig empfinden.« Der Einfluss des unbewegten Wassers: Jeder Wechsel in der Con- stitution des AVassers wirkt auf die darin befindlichen Thiere je nach deren Empfänglichkeit in verschiedener Weise. Er kann sogar umformend auf einige Arten wirken (Versuche von Beudant, Plateau und Schmankewitschi . Doch weiß man über letzteren Punkt sehr wenig. Eier verschiedener Formen können langes Austrocknen ertragen oder bedürfen desselben zur Weiterentwicklung. Der Einfluss der ruhenden Luft: Auch hier beruht der auszuübende Einfluss darauf, dass die Thiere gegen die Luft und die darin enthalteneu Theile verschieden reagiren. Ein direct umbildender Einfluss der Existenzbedingung kann nicht nachgewiesen werden. Der Einfluss des bewegten Wassers. Eine directe Einwirkung mehr oder minder constanter und entschieden starker Ströme auf die Form gewisser Thiere kann nachgewiesen werden. Ströme haben einen directen mechanischen Einfluss auf Structur und Wachsthum von Thieren. Beleg die Veränderungen, welche durch die an Corallen schmarotzenden Krebse hervorgerufen werden. Der Einfluss der Ströme auf das Wachsthum der CorallenrifFe veranlasst Verf. zur Aufstellung einer neuen Theorie über die Entstehung der Coralleninseln. Strömungen als Hülfsmittel und als Hindernisse für die Aus- breitung der T hier arten. Viele Beispiele für die wichtige Rolle , welche die Strömungen des Wassers und der Luft für geographische Verbreitung haben. Einige Bemerkungen über den Einfluss anderer Existenz- bedingungen: Der Einfluss der Schwere und des Drucks kann direct oder aus- wählend sein. Man weiß aber sehr wenig darüber. Ebensowenig über den Ein- fluss fester Körper bei bohrenden Thieren] , und des Erdmagnetismus oder der Electricität. Umformender Einfluss lebender Organismen auf Thiere: Es ist hauptsächlich der Parasitismus, welcher große Veränderungen an Thieren hervorruft. Ein zweiter noch zu wenig berücksichtigter Factor bei der Umformung von Arten ist die Hybridation. Auswählender Einfluss lebender Organismen auf Thiere: Es werden hier die bekannten Agentien besprochen, der Wettstreit um die gleichen Existenzbedingungen, die Beziehungen zwischen Verfolgern und Verfolgten, wobei Verf. das von ihm entdeckte schöne Beispiel der Beziehung der Schnecke 'Onchi- dium und des Fisches Periophthalmus ausführlich beschreibt , und endlich die Nachahmung der äußeren Umgebung, die Verf. mit neuen eigenen Entdeckungen zu belegen vermag. Semper, l'rof. C, Die natürlichen Existenzbedingungen der Thiere. (Internat, wiss. Biblio- thek. Bd. ;i9 u. 4(1.) 2 Bde. Leipzig 18S0. (Ausgegeben 1879.) 29« u. 299 p. (IL i Von dem umfassenden neuen Material, das hier dem früher bekannten über- sichtlich geordneten hinzugefügt wird, — und das theils von eignen Beobachtungen, theils von einer ausgedehnten Beherrschung namentlich der neueren americanischen Litteiatnr die leider nicht immer zu ausreichendem litterarischem Nachweis benutzt wurde herrührt , — sind folgende Beobachtungen für die Descendenztheorie be- sonders hervorzuheben : l . Die zur Gattung J)as7jpeUls gehörenden Schlangen haben fest an der Unter- seite der Wirbel (über der Vorderseite des Magens) angewachsene echte Zähne, welche die Magenwand durchbohren. Diese Schlangen nähren .sich ausschließlich von Vogeleiern, die heil verschluckt, im Magen also zermalmt werden müssen. Näheres Citat fehlt. ^ IX. Biologie im Allgemeinen. \Q\ "2. Das Phosphorescireu eini,s:er Beethiere in großen Meevestiefeii , in welche kein Sonnenliclit dringt , seheint dazu zu dienen . um Beute anzulocken ; denn es kommen in dieser dunklen Tiefe neben blinden auch seilende Formen mit besonders großen Augen vor. (Nähere Citate dieser von Dr. Coldstream, Mac Cul- loch und den Naturforschern der Porcupine gemachten Beobachtungen fehlen.) 3. Interessant ist die Hypothese, dass gewisse hirvenähnliche Thierarten ihre Entstehung habituell gewordener Paedogenesis verdanken, gleich wie der Axolotl. Indess dürfte dieselbe auf die namentlich angeführten flügellosen Orthopteren kaum anwendbar sein , da diese lusecten abgesehen vom Flügelmangel ganz er- heblich von ihren Larven abweichen. 4. Frösche sterben zwar in 5 procentiger und 3' ., procentiger Salzlösung, bleiben aber in 1 procentiger am Leben. 5. Cordylophora lacustris ist Seit 1S54 aus dem Meer ins süße Wasser gewandert und hat z. B. in Hamburg die Durchgängigkeit der Wasserleitungsröhren beein- trächtigt . 6. Li/mnaeus stagnalis wird unter sonst gleichen Bedingungen in geringem Wasser- volum nicht so groß als in großem. 7. Das ganze Capitel über die Respiration der im Wasser lebenden Thiere, Bd. I. p. 205 — 213 und Anmerkungen p. 290 — 291), ist von großem Interesse , be- sonders die Auffindung von Fischen, deren Schwimmblase als echte Lunge functio- nirt. Nach G. Wilder ^\\\i\. Aviia culca und Lepiclosteus osscm wahrscheinlich, nach Jober t Sudis gigas, Erythrhms taeniafiis und E. brasiliensis sicher in dieser Lage ; denn letztere starben nach Unterbindung des Luftgauges in kurzer Zeit ab. S. Reichhaltig ist auch das Capitel über die Respiration von Thieren, die eigentlich für Wasserathraung organisirt sind , in freier Luft. Die Kiemenhöhlen der Labyrinthfische nehmen kein Wasser auf), sondern führen nach Francis Day (Proc. Zool. Soc. 1868. IL p. 274) Luft, sind daher als Lungen zu bezeichnen. Die Deckelschnecke Ampullaria athmet rhythmisch abwechselnd mit einer Kieme Wasser und mit einer Lunge atmosphärische Luft. Bei einigen Neritiueu der Philii)pinen ist das Dach der Kiemenhöhle mit einem dichten Gefäßnetz ausgestattet und befähigt als Lunge zu fungiren. 9. Zur Rückbildung rudimentärer Organe bei Parasiten sind mannigfache Bei- träge Bd . II . p . 1 8 1 — 1 S S geliefert . 10. Das schönste Beispiel einer Ausrüstung einem bestimmten Feinde gegen- über sind die von Semper entdeckten Augen auf dem Rücken nur derjenigen zur Nacktschnecken-Gattung Onchidiiim gehörenden Arten , die mit bestimmten Fischen [PerlopJähalmus und Bolcopldhahnus zusammen vorkommen. Diese hüpfen nämlich mit großen Sätzen am Strande längs dem Wasser fort und fressen die um- herkriechenden Schnecken. Die Onchidien sind langsame Thiere, die nur dadin-ch Rettung finden können , dass sie sich rechtzeitig contrahiren und aus zahlreichen auf ihrem Rücken verbreiteten Drüsen eine Flüssigkeit ausspritzen. Die Gefahr rechtzeitig zu bemerken . dazu sind sie offenbar nur durch ihre Rüekenaugen be- fähigt. Auch die Entstehung dieser Augen, selbstverständlich keine Neu-, son- dern eine Umbildung, ist vom Verf. genau dargelegt: II. p. 220 — 224. 10. Ein Fall echter Mimicry bei Schnecken wird p. 239 — 242 beschrieben. Die Arten der Gattung Hclirarinn, ausgezeichnet durch einen dünnen Schwanz, der beim Fangen der Schnecken leicht abbricht resp. von den Thieren gewaltsam ' Diese frühere Annahme führte übrigens zur Ansicht, dass die Kiemen durch fort- dauernde Anfeuchtung befähigter würden den Sauerstoff der freien Luft aufzunehmen, — nicht, wie Prof. Semper p. 232 meint, dass der Sauerstoff des mitgenommenen Wassers zur Respiration hinreiche. Letztere Annahme wäre allerdings »absurd" gewesen. 1Q2 IX. Biologie im Allgemeinen. abgeschleudert wird (wodurch die Thiere einen Schutz genießen), werden copirt von der zu einer anderen Familie gehörenden Xesta Cumingü. 1 1 . Selir lehrreich ist auch der zum Schluss mitgetheilte Fall einer überraschen- den Ähnlichkeit eines Wurmes mit einem Polyp, der nicht als Mimicry angesprochen werden darf. In der Anmerkung p. 269 — "270 wird der polyphyletischenDescendenz- Annahme gegenüber der monophyletischen nicht nur für das ganze Thierreich, sondern so- gar für einzelne Gattungen die größere Wahrscheinlichkeit zugesprochen. Auch der Hybridation als einer nicht zurückzuweisenden Ursache neuer Form- bildung wird mehrfach das Wort geredet. (Referent; Dr. G. Seidlitz.) Färbung, Mimicry. Keller, Conr., Über Farbenschutz in der Thierwelt. in: Neujahrsblatt, hrsg. von der naturf. Ges. Zürich, 1870. 4. XXXI. In gesonderten Abschnitten erläutert Verfasser die Erscheinungen des Farben- wechsels , der sympathischen (dauernden) Färbungen , die eigenthtimliche Be- schaffenheit der »Glasthiere« , womit er die wasserklaren pelagischen Formen des Meers und des süßen Wassers bezeichnet , und endlich die Mimicry. Es werden meist nur die bekanntesten Beispiele erwähnt, zum Schluss aber noch einige neue Formen von Mimicry raitgetheilt , welche Schmetterlingspuppen in Südaustralien eingehen, von Prof. Rietmann gesammelt, aber vom Verf. nicht benannt) . Sie copiren Früchte verschiedener Pflanzen und ein Cocon ahmt in so auffallender Weise eine Orchideenfrucht nach, dass er von letzterer nicht zu unter- scheiden ist , folglich — unter den echten Früchten aufgehängt — den Insecten- fressern entgehen muss. (Wird aber der Cocon dann nicht um so sicherer von den Fruchtfressern ver- zehrt? Nein, denn diese werden durch ihre in dieser Richtung besonders ge- schärften Sinne wohl vor Täuschung bewahrt! Ref.) Hoffmann, W. J. , Molting of the horned Toad [Phrynosoma DougUissi Gray) . im Amer. Naturalist. Vol. 13. May. p. 326. Verf. beschreibt die Häutung des Phrynosoma Douglassi Gray und erwähnt den Umstand, dass dieses Thier sich in der Farbe dem Boden anpasst, auf dem es lebt. Lyman, Th., Üphiurans. in : Bull. Mus. Compar. Zool. Vol. 5. Nr. 9. p. 234. Verf. beschreibt eine Sigsheia (gen. nov.) murrhma (sp. nov.) von Havanna aus 175 Faden Tiefe, deren Arme um Stylaster filogranus gerollt ware'h , welche Art von Sigsbeia in ihrer porzellanartigen Hautbeschaffenheit nachgeahmt wird. X. AUaremeine Ontoerenie. Ei. Befruchtung. Geschlechter. 103 X. Allgemeine Ontogenie. Ei. Befi'uclitimg. Greschlechter. (Referent; Prof. Herrn. Fol.; Brandt, Alex., Commentare zur Keimbläschentheorie des Eies. I. Die Blastodermelemente und Dotterballen der Insecten. in: i\.rch. f. mikrosk. Auat. 17. Bd. 1. Heft. p. 43. August 1879. Ce memoire de AI. Brandt est consacre ä iine critique du travail de Bo- bretzky sur rorigine du blastoderme cLez les insectes et ä la defense de sa propre tlieorie. L'auteur, apres avoir examine les preparations de Bobretzky s'attache ä demoutrer que les blocs vitellins (Dotterballen) ne sont pas de simples cellules, que ce fractionneraent est independant de la formation du blastoderme, et que les amas protoplasmiques de ces blocs deviendront les noyaux des cellules du blastoderme. Les noyaux des blocs vitellins seraient les micleoles du blasto- derme, l'espace central deviendrait la cellule blastodermique elle-meme. L'auteur en conclut. conformement ä la theorie de Vi Hot et des auteurs anciens, que les cellules du blastoderme descendent directement de la v^sicule gerrainative par simple division et que les noyaux des preraieres derivent de la taclie germinative. II insiste beaucoup sflr les mouvements amiboides qu il attribue ä toutes ces par- ties, mais explique neanmoins la marche des elements histologiques du centre vers la Peripherie du vitellus et leur apparition a la surface par une contraction du vitellus. Brandt pense que chez les oeufs ä fractiounemeut total, le fractionne- raent n'est pas en relation necessaire avec la division progressive de la vesicule germiuative et attribue la Separation rapide du vitellus en fragments ä l'influence »d'une irritation, d'un chatouillement« produit par les mouvements amiboides plus actifs des pseudopodes de la vesicule germinative en voie de division rapide. D'apres celä, les blocs vitellins des oeufs d'insectes ne seraient pas des cellules biastodermiques (cyta^ , mais des elements d'un ordre plus eleve (metacyta) , pro- duits par le fait que la substance vitelline enveloppe chaque cellule sans etre absorbee par eile. L'auteur considere le travail de Grab er comme une confirmation de ses vues. Taschenberg, O., Unsere Kenntnisse von den Veränderungen im thierischen Ei zur Zeit der Reife und unmittelbar nach der Befruchtung, in : Leopoldina. 15. Heft. Nr. 11 — 12. p. 89. Juni 1879. Un travail de compilation, rendant compte des memoires recents relatifs ä la maturation de l'ovule et ä la fecondation, est du ä la plume du Dr. 0. Taschen- berg. Quoique bref, le compte rendu est assez complet, surtout en ce qui con- cerne les travaux des auteurs allemands. V. Bischoff, Th. L. W., Berichtigung, in: Leopoldina. 15. Heft. Nr. 15 — 16. p. 127. August 1879. Ä propos d'une phrase contenue dans Tarticle de 0. Tasclienberg, Th. L. W. V. Bischoff Proteste contre l'interpretation donnee de ses anciennes opinions d'apres laquelle il aurait ete partisan de la theorie d'une action catalytique du zoosperme sur l'oeuf pour produire la fdcondation et declare que son idde etait et reste que le röle du zoosperme est de »coramuniquer un mouveraent« au vitellus. Fol, Herrn., Recherches sur la Fecondation et le commencement de l'henogenie chez divers animaux. in: Mem. Soc. Phys. etHist. nat. deGeneve. T. 26, et tire äpart; 1 vol. 40. 310 p. et 10 pl. Geneve 1879. 104 X. Allgemeine Ontogenie. Ei Befruchtung. Geschlechter. Le volumineux memoire de H. Fol est divis6 eii trois chapitres relatifs ä la maturation de loviile, la fecondation et le fractionnement. Chacun de ces cha- pitres se subdivise en une partie descriptive et une partie bibliograpliique, que uons navons pas ä analyser ici. Enfin un quatrieme chapitre est cousacre ä des disciissions siir des questions generales. Les deux premiers chapitres ont d^jä . pani en extrait en 1877, soit dans les Archives des sciences de Geneve, soit dans les Comptes Rendus de l'Academie de Paris. L'auteur est partisan de la th^orie cellulaire de l'ovule et combat l'opinion de ceux qui considereut la vesicule germiuative comme une cellule veritable. Les Observation« de Fol ont porte surtout sur Asterias gladalis , puis sur loxo- pnettstes lividus, Sp/iaerechim/s brevispwosus, Sagitla Gegetihauri, Pterotrachaea mutica et Pt. Friclei-ici; elles ont öte faites comparativement sur des oeufs vivants on traites par les acide.s acetique, picrique ou osmique ou par le chlorure d'or. Chez Asttrias, l'ovule mur se compose dune tache et d'une vesicule germina- tives, d'un vitellus compose de protoplasme et de granules lecithiques et enfin d'une couche enveloppante moUe et visqueuse, ou sarcode-enveloppe qui n'a pas les caracteres d'une veritable membrane. Exterieurement l'ovule est encore en- toure d'une enveloppe muqueuse ä striures radiaires, ou ooleme pellucide, et enfin d'un 6pithelium pavimenteux. Place dans l'eau de mer cet ovule perd d'abord son epithelinm externe, puis il subit une metamorphose dans l'espace de quatre heures environ. La tache germinative pälit, disparait en partie, et le reste tombe en fragments. La vesicule germinative se ratatine et disparait, tandis que la pr^ten- due membrane de la vesicule, qui n est qu'une couche enveloppante, se dissout dans le vitellus. Le premier amphiaster de rebut (Richtungsspindel, Bütschli) prend naissance au bord des derniers restes de la vesicule, du cote pdriph^rique. Fol n'a pas elucidö la part que les restes de la tache germinative peuvent prendre ä la formation de l'amphiaster, mais il incline ä croire que cette part est nulle. Chez Sphaerechimis et Toxoptieiistes, cet amphiaster prend naissance dans le sein de l'ovaire, longtemps avant la ponte. Chez Pterotrachaea l'amphiaster de rebut se forme apres la ponte dans la vesicule germinative dans une position excen- trique et l'enveloppe de la vesicule ne disparait qu' apres la formation complöte de l'amphiaster. Chez Saffitta, l'amphiaster a une forme compacte et ramass^e, qui differe notablement de la forme la plus repandue. L'auteur insiste sur ce que l'amphiaster de rebut se divise de teile fa^on que sa moitie pöriphörique devient le premier globule polaire, tandis que sa moitie in- terne reste dans le vitellus. Celle-ci passe directement ä l'dtat d'amphiaster com- plet, par le fait qu'un nouvel aster peripherique prend naissance au point de con- tact du vitellus avcc le premier globule polaire. Ce second amphiaster de rebut se divise de meme que le premier et donne naissance d'une part au second globule polaire et d'autre part ä de petites taches nucleiformes. Ces jeunes noyaux se reunissent entre eux et avec d'autres taches serablables mais d'origine indepen- dante. La fusion de tous ces Clements nucleaires produit le noyau auquel Fol donne le nom de pro7iitc/ei/s ou noyau femelle Ce terme est synonyme de celui de noyau de l'cenf (Eikern) pro})Ose par 0. Hertwig, et de celui de prnnudeus central par E. V. Beneden. Ces phdnomenes sont, chez Asterias, independants de la fecondation et ne sont pas sensiblement modifies par cet acte. Chez Toxojmenstes et Sp/iaerec/nnus, ils paraissent avoir lieu dans le sein de l'ovaire, mais l'auteur n'a observe, chez ces animaux, qu'un seul globule polaire. Dans son quatrieme c]iai)itre, Fol revient sur les globulcs polaires auxquels il donne le nom de corjmscuks de rebut ä cause de leur signification physiologique, X. Allgemeine Üntogenie. Ei. Befruchtung. Geschlechter. 105 mais il leconnait en meme temps que leur procf^de de formation est le meme que celui de la division des cellules. L'aiitenr insiste aiissi sur les nieinbranes quil cherche ä definir. Les coiiches molles et plastiques qui peuvent servir d'enveloppe au protoplasme, mais que celui-ci peut repousser dans toutes les formes, traverser ou absorber saus digestion prealable , devraient etre , d'apres lui , completement exclues de la cat(?gorie des membranes ; Fol propose de donner ä ces couches, qui entourent par exemple la vesicule g-ermiuative et le vitellns ä' Asterias et des Ecbinides, le nom de couche enveloppaute ou de sarcode-enveloppe (Hautschicht) . Pour la piemiere fois , lauteur ä reussi ä observer directeraent la penetration du zoosperme daus le vitellus et celä chez Jsterias et chez les Echinides. Apres avoir traverse la plus grande partie de l'ooleme, le spermatozoide entre en com- munication avec le vitellus, par rinterraediaire d'un prolongement sarcodique en forme de cone qui est emis par le protoplasme vitellin. Le corps du zoosperme est alors attire dans le vitellns, tandis que le eil vibratile reste en dehors et se decompose. De l'endroit oü le corps de lelement male vient de penetrer sort une substance tres-päle qui atfecte d'abord la forme d'un cöne, puis change souvent de contours et enfiu disparait. Fol donne ä cette production le nom de cöne d'ex- sudation. Pendant ce temps la membrane vitelline se souleve, en commen9ant par le point de penetration ; Tauteur soutient qu il ne s'agit pas ici seulement du gon- flement d'uue membrane pröformee, mais dun durcissement de la snrface du vitel- lus qui donne naissance ä la membrane, au moment oü eile va se soulever. Lauteur s'accorde avec 0. Hertwig ä reconnaitre que le corps du zoosperme de- vient le promicUus male Spermakern de Hertwig, pronaclens peripherique de van Beneden) , seulement il pense que le sarcode vitellin entre pour une grande part dans la formation de ce pronucl^us. Chez Pterotrochaea les noyaux sexuös sont fort gros et egaux de dimensions. Ces noyaux se rencontrent et se fusionnent pour constituer le noyau feconde. L'auteur fait une description speciale de certains cas pathologiques obtenus par la f^condation doeufs älteres &' Asterias glacialis. Dans ce cas il penetre plusieurs zoospermes dans chaque vitellus, ce qui, d'apres Fol, n'aurait jamais lieu ä Tetat normal, et chaque zoosperme donne naissance ä un pronuclöus male. L'auteur attribue cette penetration multiple ä la lentem* avec laquelle la membrane vitel- line se forme chez des oeufs älteres. Diverses eventualites sont decrites qui toutes aboutissent ä la formation de monstruosites per excessnm, ce qui amene l'auteur ä proposer, ä titre de supposition, une nouvelle hypothese sur lorigine des monstres doubles ou multiples. Les diverses phases des premiers fractionnements ont ete etudines en compa- rant pour chaque phase, surtout chez les Echinides, les Images fournies par les differentes methodes de preparation. L'auteur arrive ä cet dgard aux resultats suivants ; La couche enveloppaute du noyau se dissout d'abord en deux points diametralement opposes, et ces deux points constituent les nouveaux centres d'at- traction. Le reseau sarcodique intranucleairc perd sa disposition reticulaire et les filaments s'arrangent en lignes qui tendent d'un pole ä lautre. Ce sont les filaments intranucleaires. En dehors du noyau, s'amasse une raasse de sarcode autour de chaque centre d'attraction. Ce sont les amas centraux. Autour de ces amas s'etendent enfin, dans des directions radiaires, les filaments extranucleaires. Les uns et les autres sont formes de sarcode et sont l'expression de courants de cette substance, semblables ä ceux qui constituent les pseudopodes des Rhizo- podes. Tout en cherchant ä dömontrer indirectement la justesse de cette theorie, l'auteur confesse quil n'a pas observe directement ces courants et ne sait si le courant ä lieu seulement dans une direction ou dans les deux scus ä la fois, comrae on le voit souvent dans les pseudopodes des protozoaires. Dans le premier cas, 106 X. Allgemeine Ontogenie. Ei. Befruchtung,-. Geschlechter. les courants seraient, d' apres Fol, probablement centrifuges au debut et centripetes ä la fin de chaque fractionnement. Dans le centre d'attraction ai)parait uii petit corpuscnle foncö. Ce corpuscule se gonfle ensuite comnie un jeune noyaii. D'autres petita uoyaux resultent du gonflemeut des varicosites intranucl^aires ou granules de Bütschli. Tous ces jeunes noyaux se fusionnent pour former Ic nouveau uucleus. Fol n'admet pas avec 0. Hertwig que les grauules de Biltscliii provieiment du nucleole de rancien noyau et fait obsevver que, s'il en etait ainsi, le noyau de cbaque cellule provien- drait du nucleole de la genöration precedente, ce quil considere comme absurde. L'auteur pense que rexistence de centres d'attraction est un fait r^el, et cherche ä muntrer que ces centres repondent au point de fnsion de deux especes diffe- rentes de sarcode. 11 cherche ä expliquer les pheuomenes vitaux que presente le protoplasme par la chaleur et l'electricite developpdes par les ri^actions chimiques qui ont lieu dans le sein de cette substauce. Fol insiste tout particulierement sur l'inegalite dans la distribution de la chaleur et de Telectrieite dans l'interieur de chaque cellule, comme cause possible des mouvements dits sarcodiques. Bergh, R. S., Studien über die erste Entwicklung des Eies von Gonotltyraea Loveni. in: Morphol. Jahrb. 5. Bd. 1. Heft. p. 22. R. S. Bergh nous donne une breve relation des ses recherches, sur le deve- loppement de l'oeuf, qui ont portö principalement sur un polype hydraire du genre Gonothyraea. Les ovules du G. Loveni prenuent naissance dans Tentoderme, tandis que le sperme derive de l'ectoderme. L'ovule jeune se compose d'un exoplasma sarcodique et hyalin et d'un eudoplasma tres-granuleux. La vesicule germinative est entouree d'une membrane ä d(»uble contour ; eile contient un nucleole rond ou de forme variable (ä mouvements amiboides) , muni dune ou de plusieurs vacuoles et suspendu dans un reseau sarcodique ou nucleoplasma. Ce reseau peut etre mis en vue par l'acide acetique tandis que l'acide osmique et le carmin le laissent incolore. L'ovule s'accroit par l'augmentation de son endoplasma, Toxoplasma restant stationnaire. En approchant de la maturite, les deux couches du vitellus de- viennent de moins en moins distinctes et la vesicule germinative se metamorphose. Le nucleoplasma se dissout, et le nucleole se separe en une quantite de fragments, soit par des divisious dichotomiques successives, soit par un emiettemeut rapide. Les fragments sont de grosseurs tres- diverses, contiennent une ou plusieurs vacuoles chacun, et se colorent tres-fortement dans l'acide osmique et le carmin. L'ovule est depourvu de tonte espece de membrane et reste tonjours nu. C'est en cet etat qu'il se detachc du gonophore pour se placer dans le gonozoide. Les derniers phenomenes de maturation qui ont lieu dans le gonozoide consistent dans la dissolution de la membrane de la vesicule germinative qui se trouve pres de la surface et la sortie d'un globule polaire. Le vitellus est tres-assombri par les globules lecithiques dont il est rempli ; mais l'acide acetique l'eclaircit et fait voir un amphiaster de direction (de rebut) . 11 ne se produit quun seul globule polaire. Le noyau femelle a ete aper^u. Tout ces phenomenes precedent la fe- condation. Clava squamata se comporte de meme que Gonothyraea. Chez Aurelia aurita , Psammechimis miliaris, Fichinocarditim cordatmn, Aphrodite aculeata et rhaUusia parallelocjramma , le nucleole se montre encore intact dans la vesicule germinative, au moment oü cette derniere atteint la surface du vitellus, et se dissout ensuite tres-rapidement. Chez les Echinides, le nucleoplasme se montre encore dans la vesicule germinative au moment oü le nucleole commence ä se dissoudre et Bergh remarque ä ce propos q'uil na observee aucune trace de cette dölimitation du vitellus en trois couches conccntriques dont parle Selenka. X. Allgemeine Ontogenie. Ei. Befruchtung. Geschlechter. 107 La tecondation na pu etre observ^e, mais B. a rencontre un oeuf renferuiant les deux uoyaux sexues et im autre ceuf avec six asters qii'il coiisidere comme ayant ete trop miir au moment de la feeuudation, et ä ce propos il remarqite que les anomalies dans le fractionnement sont frequentes chez Gonothyraea. Le fractionuement se produit ä la siiite! de la mt'tamorphose du uoyau en am- pliiaster. Ces phenouieues ne seiiiblent pas ditiVrer seusiblemeiit des cas dejä couuus. Pendant les deux i»remier.s fractionuenients, les filanients connectifs ne sont repr^sentes que par de simples lignes pointillees Le sillon de fractionnement se montre d'abord du cöte dont l'amphiaster est le plus rapproche, au moment oü les filaments unipolaires atteignent la peripherie. Le foud du sillon reste b^ant en forme de canal. Le sillon du second fractionnement part du bord interne de chaque spherule et les noyaux de seconde generatiou se cbangent en ampliiasters avant que le premier fractionnement soit completement aclieve. B. considere le fractionnement comme uu phenomene h^reditaire reproduisant l'histoire de l'origine des Metazoaires et non comme un processus acquis plus tard par adaptation. Perez, J., I-.echerches sur les phenomenes qui precedent la segmentation de l'oeuf chez Helix aspersa. in: Journ. de l'Anat. et de la Physiol. de Robin. ISTi). p. 329 (av. 2 PI.). J. Perez s'est attaclie ä suivre d'uue maniere complete le premier developpe- ment de l'oeuf d'une Heliv. L'ovule Ovarien se montre ä tont äge pourvu dune membraue vitelline ; ä la maturite seulement et dans l'oeuf complet, la couclie la plus exterieure du vitellus ne laisse voir qu'une zoue transparente, libre de granu- lations, oü il est impossible de discerner une membraue. Toutefois lauteur pense que la membrane existe, quoique invisible. Los enveloppes de l'oeuf prennent naissance avant son arrivee dans l'oviducte, dans un diverticule qui se trouve ä la base de la glande albumineuse. Ici, le vitellus est entoure d'abord d'une membrane qui n'est pas la membrane vitelline, membrane epaisse, lamelleuse, formee par d^pot autour du vitellus. L'albumen penetre ensuite par endosmose ä travers cette membrane qui forme ainsi l'enveloppe du blanc d'oeuf. Le vitellus, suspendu dans son albumen qui penetre ä travers cette membrane, est encore entoure d'une membrane vitelline tres-tenue. Cette derniere est rendue visible par les globules polaires qui la soulevent en sortant; eile se rompt avec la plus grande facilite, livrant souvent passage au globule polaire exterieur, ou bien eile se moule sur ce dernier si exactement quelle semble passer entre le premier et le second globule. La coque et la membrane de l'albumen adherent assez fortement et ne se b6- parent pas par gonflemeut dans l'eau, comme c'est le cas chez Limax agrestls. C'est dans le diverticule qui se trouve au sommet de l'oviducte qua lieu, d'apres J. Perez, la tecondation de l'oeuf. Les spermatozoides provenant de l'accouple- ment remontent jusque dans cette poche qu'ils remplissent. Les ovules y descen- dent vers le moment oü l'animal se met ä creuser son nid dans la terre. On peut en trouver jusqu'ä 40 et meme 50 dans cette poche, au milieu du fourmillement des spermatozoides. Apres la descente des oeufs dans l'oviducte, les spermatozoaires ont disparu et ue se retrouvent pas dans l'albumen des oeufs. L'auteur n'a jamais vu de zoosperme plus ou moins engage dans la sphere vitelline ; il a seulement ob- servd l'accolement immediat de quelques uns des filaments spermatiques ä la surface du vitellus, oü ils se tenaient immobiles. Perez a d'ailleurs la conviction que lä s'arrete le röle mdcanique du spermatozoide, qu'ä celä se reduisent ses rapports morphologiques avec l'ovule. L'auteur croit que la fecondation est simplement le resultat de la dissolution du spermatozoide, dont la substance serait ensuite absorbee par l'ovule, et etend cette croyance aux Nematodes et aux lusectes. II y aurait difierents degres dans la Parthenogenese, depuis la Parthenogenese 108 X. Allgemeine Ontogenie. Ei. Befruchtung. Geschlechter. v(5ritable, jiisquä ces oeufs qui non fecondes se segmentent et perissent apres la segmentation et ä ceux qui sans fecondation ne se developpent pas du tout. L'absorption d'un zoosperme decompose aurait pour effet de »suppleer ä l'insuffi- sance de l'^nergie vitale du vitellus ou plutöt de son noyau». L'ovule, au moment oii il arrive dans le diverticule, possede encore sa vesicule et sa taclie geiminative Pendant que la premiere se dissout dans le vitellus, ce dernier presente ä sa surface un assez graud nombre de saillies coniques tres- transparentes et composees d'une substauce pvotoplasmique extremement tenue, produite par une exsudation de la substance vitelline. Comme la base de ces cönes renferme souvent des granulations vitellines, l'auteur ne peut admettre qu'ils passeut ä travers la membrane vitelline et, pour ne pas abandonner Ihypo- these de l'existence de cette membrane, il en est reduit ä admettre que ces fila- ments , semblables »aux expansions pseudopodiques de certains Radiolairesi-, »soulevent la membrane vitelline en se formant, et sen coiffent en doigt de gaut«. Ces saillies se soulevent ä repoque oü la vesicule germinative est remplacee par un Systeme radiaire et rentrent dans les vitellus avaut la sortie du premier globule polaire. Pendant que l'oeuf comraence ä descendre dans l'oviducte, la tache germinative se desorganise et, ä sa place, ajjparaissent deux petits nucleoles. En meme temps se montrent deux figures radiaires dans l'espace clair qui reste apres la dissolution de la vesicule germinative. Ces figures seraient, d'apres Perez, produites par l'attraction des deux nucleoles qui proviennent de la tacbe germinative et auraient donc chacune un de ces nucl(?oles dans son centre. Au point de contact des deux etoiles, un certain nombre de rayons se rencontrant bout ä bout constituent le fuseau, qui na donc pas une existence independante. Les rayons du fuseau pre- sentent des nodosites eparses. La majeure partie de chaque etoile s'eteud ä travers une agglomöration spheri- que de substance protoplasmique. L'une de ces deux spheres est plus petite que l'autre. Le centre de chaque sphere est occupe par un ni»yau qui derive d^s nucleoles resultant de la dissolution de la tache germinative. Ce noyau grossit et s'entoure d'une membrane et en meme temps son action sur le protoplasma environnant s'efface. Ce dernier perd donc sa structure radiaire et il est expulse par le vitellus, tandis que le noyau correspondaut reste ä l'interieur. La substance de chaque etoile devient donc un globule polaire qui se montre ddpourvu de tout element nucl^iforme. Les globules polaires ne sont que les aureoles radiaires des deux noyaux, expulsees par le vitellus. Les deux noyaux, restes dans le vitellus, ne different que peu par leurs dimen- sions. Ils grossissent sensiblement et en meme temps leur nucleole se divise et se subdivise. Enfin Tun des deux noyaux disparait et l'autre devient le noyau de l'oeuf feconde. Perez n'a pas vu leur conjugaison et, sans la nier absoluraent. il la considere comme peu probable. Dans les amphiasters de fractionnement Perez admet la pr^existence dun jeune noyau dans chacun des centres d'attraction. Trinchese, Salv., Studi intorno ai primi momenti dell' cvolnzione nei molluschi. in: Atti R. Accad. dei Lincei. Transunti. Vol. III. Giugno, 1879. p. 230. I/ovule d'Am2)//orin(( ccvnilea a un protoplasme incolore qui verdit ensuite : puis vient s'ajouter une couche externe de protoplasme incolore tcnant en Suspension les granules lecithiques. Ä maturite, le protoplasme verdätre entoure immediate- ment la vösicule germinative. Apres la ponte le vitellus presente ä un pole une aire transparente. La vesicule germinative s'allonge en fuseau, le protoplasme verdätre se rassemble autour des X. Allgemeine Ontogenie. Ei. Befruchtung. Geschlechter. ] 09 deux extvemites pour former lamphiaster «de direction«. La tache germinative se divise eu morceaiix qui se placeiit eu ligne dans Taxe du fuseau. La moiti^ externe de cet amphiaster devieut le premier globule polaire, la moitie iuterne se coniplete cn ampliiaster dont un des asters sort encore du vitellus pour former le second globule polaire. La moitie interne du second amphiaster reste dans le vitellus ; le protoplasme verdätre qui lentoure se disperse et la partie interne, dernier reste du fuseau de direction devient le noyau femelle. Sauf pour le role de la tache germinative, tont ceci est absolument conforme ä ce que le rapporteur a döcrit chez les Heteropodes (Arch. de Zool. exp. 1S76). Les globules polaires sont de vraies cellules comprenant une partie du nucleole, une partie du noyau et une petite partie du protoplasme de l'ovule. Ces globules sont au nombre de deux , mais le premier globule peut se subdiviser apres sa sortie du vitellus et le second globule suit parfois cet exemple. Les globules sont rduuis entre eux et au vitellus par des fils protoplasmiques renfles au milieu ; ce renflement est designe par Tauteur sous le nom de point intermediaire. Le globule externe emet des pseudopodes pointus et souvent renfles au dessous de leur extre- mite effilee. Le second globule renferme des granules fonces. Trinchese pense que le premier globule avec ses pseudopodes a pour fonction d'absorber des sub- stances nutritives qu il amenerait au vitellus tandis que le second globule serait un Organe excretoire du vitellus. A cote du second globule polaire se forme parfois ä la surface du vitellus un bourgeon de protoplasme qui va se rdunir au globule. L'auteur pense quil ne penetre qu'un zoosperme par vitellus et que le noyau male derive seulement de la partie anterieure du zoosperme. Le vitellus non feconde ne se developpe que jusqu ä la troisieme segmentation. Le fractionnement, tel qu'il est decrit par Trinchese correspond assez exacte- ment avec ce que Ton sait des Gasteropodes pulmones et des Heteropodes. II ny a que des differences de detail dans la disposition des quatres premieres spherules. Trinchese, S., Studi sulla fecondazione. in: llendiconto Accad. d. Sc. di Bologna, 1878 — 7',l. p. 72. Les observations de Trinchese ont porte sur une seule espece, ä savoir Berghia coerulescens . Les ceufs de ce MoUusque, aussitot apres la ponte, presentent dejä les globules polaires, au nombre de deux ou trois, reunis entre eux et avec le vitelhis, par un ou deux filaments qui portent chacun un »point intermediaire«. Les globules et les points intermediaires sont herisses de pseudopodes excessive- ment fins. Dans la grande majorite des cas, le zoosperme touehe les globules polaires par quelque partie de son corps. Dans lalbumen de chaque ceuf penetre un seul zoosperme qui a perdu le pou- voir de locomotion au moment de la ponte, mais est agite de mouvements vibratoires semblables aux vibrations d'une corde tendue. Trois heures apres la ponte, le zoosperme a cesse de se mouvoir, mais le vitellus et les globules polaires presentent des changements de forme. Au pole du vitellus qui correspond aux globules, se remarque une tache claire, sans doute le noyau de Treuf ou pronucleus femelle qui dispaiait ä la 4*^ heure. Trinchese suppose que cette tache dchappe aux regards en se portant au centre du globe vitellaire. Puis survient une periode de repos qui dure deux heures, et fait place ä une nouvelle periode d'activite. Le vitellus pousse une quantite de pseudopodes egalant parfois en longueur le rayon du vitellus, gros ä lorigine, plus tard tenus, hyalins au sommet et obscurcis ä la base par les granules lecithiques. L'un de ces pseudopodes rencontre avec sa poiute le corps du zoosperme (|ui se resout en granules, ou bien plusieurs pseu- dopodes le saisissent et l'entrainent dans le vitellus. Le zoosperme devient tres- päle et disparait dans l'^corce vitelline. 110 X. Allgemeine Ontogenie. Ei. Befruchüing. Geschlechter. Le vitellus resto ensuite en repos pendant deux heures et se prepare ensuite an fractionnement. Salenski , B. , Histoire embryogenique de l'Esturgeon (Arripptiser ruthcims). — I . partie : Developpement cmbryonnaire. in: 'l'vavaux de la Soc. des Natural, de Kasan (TpyÄW ÜumccTBa ecrecT. KasaiicK. yauBepc.) T. 7. 3. Livr. ISTil (la couvertiire porte par erreur la date de 1878.) Salensky consacre un beau memoire ä rembryogenie de TEsturgeoii. La matiiration des oeufs ovariens de T Accipenser ruthmns a Heu bleutet apres la poute. Aussitüt apres cet acte, les poissons se refugient dans les eudroits les plus protbnds oü ils se forcent de nourriture. Les substances assimilees se transforment avec uue extreme rapidite en oeufs qui se trouveut presque raiirs peu de seniaines apres la ponte pröcedente, et restent dans cet etat jusqu'ä l'epoque du frai de l'annee suivante. Le developpement de Tovule presente les phenomenes suivants : 1) Le nucleole DU taclie germinative se divise en Fragments qui se dissolvent probablement dans le suc nucleaire. 2) La vesicule germinative grandit saus etre entouree dune membrane. Elle n'est limitee que par une couche plus compacte de protoplasme. ;^>) Le vitellus de formation ou protoplasme (auquel lauteur donne le nom de protolecithe) est amasse surtout ä la partie superieure du vitellus et correspond au »germe« des poissons osseux ; il s'etend en couche mince et pigmentee sur toute la Peripherie du vitellus. 4) Le lecithe (que l'auteur designe du nom de deutole- cithe) se compose de gouttelettes graisseuses et vitellines (jui deviennent de plus en plus petites et irregulieres de forme, ä mesure que l'on va du centre a la Peri- pherie du vitellus. L'oeuf pondu est recouvert de deux membranes : le chorion ä l'exterieur, et la membrane vitelline en dedans. Au moment de la ponte, le chorion est encore entoure dune membrane granuleuse et de l'epithelium folliculaire de l'ovaire. La granuleuse adhere fortement au chorion, lepithelium tombe en lambeaux. Ces enveloppes sont visqueuses et serveut ä fixer l'oeuf contre les corps immerges. Le chorion et la membrane vitelline sont perces de micropyles sous forme de plusieurs orifices en entonuoir, dont le nombre et la disposition varient d'un oeuf ä l'autre. Les coupes transversales d' oeufs durcis un quart d'heure on uue demi-lieure apres la ponte ne presentent plus de vesicule germinative. Sa place est occupee par une quantite de petits ilots formes dune sub.stance pareille ä Celle de la vi-sicule et uoyees dans la substance du germe ; d'oü Ton peut conclure que la vesicule se disperse dans le germe. Une heure apres la fecondation, se montre au pole superieur de l'oeuf une tache blanchätre aux contours indecis et correspondant parfaiteraent au »volle« de l'oeuf de Grenouille. Sous le »volle« se voit une couche de pigment qui occupe la Peri- pherie du vitellus et penetre en forme de traiuee jusqu'au fond du germe. L'origine du pronucleus mfile na pas ete directement observee, mais une heure et demie apres la fecondation, Salensky a observe ä l'extremite de la trainee pigmentaire un nucleus sans membrane, compose d'une masse transparente finement granuleuse iFig. 13 et 13 ^ Ptim). A son cöte se trouve un peu plus tard le pronucleus femelle Fig. 14 et 1") LcJ\ I'»/)- Ce dernier provient de Tun des ilots resultant de la dispersion de la vesicule germinative ([ui devient ovale et s'entoure de pigment. T^e pronucleus femelle provient done dune portion de la vesicule germinative et le pronucleus male renfermc parfois un petit corpuscule central qui represente peut-etre le reste du spermatozoide. Les deux pronucleus sont voisins et se confondent bientöt pour former le pre- X. Allgemeine Ontogenie. Ei. Befruchtung. Geschlechter. 111 mier noyau de fractiounemeut (Fig. 1 6; . Une ligne indique d'abord la limite des deiix pronucleus, mais cette ligne s'efface et 11 ne raste qii'un corps ovale dcpourvu de membraue et coraposö dune substance transparente finement granuleuse. Le fractionnement commence aussitOt apres la copulation des deux pronucleus. Le premier sillon passe par la trainee pigmentaire et ne divise que le germe. Le second sillon, perpendiculaire au premier divise le germe en trois parties, le troisieme sillon le divise en quatre. En ce moment le premier sillon s etend au reste du vitellus et le separe completement en deux portions. Quant ä la suite du fractionnement, Salensky remarque que: 1) le germe se divise beaucoup plus vite que le reste du vitellus , 2) les premiers sillons sont tous diriges suivant des meridiens , les sillons equatoriaux n'apparaissant qu'en seconde ligne , 3) les Premiers sillons ne produiseut qu'un fractionnement partiel et n entament que la surface du vitellus , 4) les segments ne se separent completement les uns des autres qn'apres l'apparition des sillons horizontaux, 5) les noyaux des segments resultent de la division da premier nucleus de fractionnement; les nucleoles ne fönt leur apparition dans ces noyaux qu ä un stade beaucoup plus avance, 6) Tceuf, ä la suite du fractionnement, se compose dejä de deux couches embryonnaires, ä savoir : l'ectoderme qui provient surtout du germe et comprend de petites cellules granuleuses et l'entoderme forme de grosses cellules cbargees de lecithe. La cavite de fractionnement se montre ä des Stades avances. Le fractionnement de TAccipenser presente une forme intermediaire entre le fractionnement partiel des poissons osseux et le fractionnement total des am- pliibiens. Canestrini, Giov., Produzione dei sessi e animali dicogami. in ; Bull. Soc. Ven. 'Prent, di Sc. Nat. Anno 1879. T. 1. Nr. 1. Maggie, p. 18—22. , Sulla produzione dei sessi. in : Gaz. Med. Ital. Provincie Venete. Anno XXII. Nr. 16. 1879. Dans deux notes presque simultanees, Canestrini chercbe ä rendre plausible une bypotbese, d'apres laquelle le sexe dependrait du nombre des zoospermes qui ont produit la fecondation de l'oeuf. L'auteur admet comme axiome que, chez les animaux superieurs tout au moins, la fecondation est produite par le concours de nombreux zoospermes. D'apres Ihypothese de Canestrini il faudrait un tres- grand nombre de zoospermes pour produire un male et un nombre moindre pour une femelle ; un nombre insuffisant produirait des arrets de developpement et Tabortion. Sans appuyer ces idees sur aucun fait nouveau d'observation et sans entrer dans aucun detail sur le processus meme de la penetration, l'auteur cherclie ä montrer que les faits statistiques connus sur la proportion des naissances mascu- lines et feminines dans diverses circonstances s'accordent avec son hypothese. XI. Einzelne Thiergrnppen. A. Protozoa. (Referent: Prof. Dr. O. Bütschli in Heidelberg.) (Protoplasma, Allgemeines.) 1. Frazer, Perzifor, jr., A speculation on Protoplasm. in; Amer. Naturalist. Vol. 13. July. p. 420—426. 2. Maggi, Leop., Sulla disposizione regolare del Protoplasma anteriormente alla formazione di Microrganismi. Con 1 tav. in: Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Vol. 21. (7 p.) — lAbgedr. in; Studi Laborat. Pavia. 1879.) 1. Allgemeines. .'{. Claus, C, Grundzüge der Zoologie. 4. Aufl. 1. Lief. Marburg, 1879. 4. Lankester, E. Ray, in: Quart. Journ. Microsc. Sc. Vol. 19. Oct. p. 484. (s. Rhizo- po da.) '.j. Maupas, E., Sur quelques Protorganismes animaux et vegetaux. in: Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. 89. Nr. 4. p. 2.5U— 253. <). Mereschkowsky, C. v., Studien über Protozoen des nördlichen Russlands, in; Arch. f. mikrosk. Anat. 16. Bd. 2. Heft. p. 153—248. Mit 2 Taf. 7. Norsa, Gius., Intorno ai Protisti del Mantovano. in ; Bollet. scientif . (Maggi eZoja;. Nr. 1. p. 13—15. 8. Leuckart, Rud., Die Parasiten des Menschen etc. 2. Aufl. l.Bd. l.Lief. Leipzig u. Heidelberg, 1879. 9. Grassi, Batt., Dei Protozoi parassiti e specialmente di quelli che sono nell' uomo. Sunto preventivo. in: Gazz. med. ital.-lomb. 1879. Nr. 45. (8 p.) 10. Cattaneo, Giov., Sulla produzione di microfiti nell' interno delle ova. in : Atti Soc. Ital. Sc. nat. T. 20. (14 p., 1 tav.) — (Abgedr. in: Studi Laborat. Pavia. 1879.) (Protoplasma.) Frazer, Perzifor, jr., A speculation on protoplasm in; Amer. Naturalist. Vol. 13. July. p. 420—426. Die Leser dieses Jahresberichtes, die sich für die Frazer' sehen Speculationen über Protoplasma und die Bedingungen des Lebens überhaupt interessiren, muss der Referent in der Hauptsaclie auf die Originalschrift verweisen, da sich die Ansichten des Verfassers hier in Kürze kaum entwickeln lassen. Der Referent beschränkt sich dalier darauf kurz mitzutheilen , was in der betreffenden Arbeit gefunden werden kann. Verfasser bespricht zunächst die chemisclie Zusammen- setzung des Protoplasmas, das er für eine structurlose oder amorphe, wie es A. Protozoa. 113 zuweilen vielleicht zu voreilig genannt wirdj Substanz erklärt und zwar legt er, als die chemische Zusammensetzung dieser wunderbaren Substanz erläuternd, die »Composition of the amniotic fluid of a fecuntaded ovum« nach Robin zu Grunde. In dieser Amniosflüssigkeit erkennt er zwar nicht das Protoplasma von den ein- fachsten Structuren. sondern »solches das in organischen Gebäuden von ziemlich hoher Complicirung verwerthet ist«. Er findet so, dass die wichtigsten Elemente der organisirteu Körper C, H, N u. seien, zu denen sich jedoch stets noch S und gewöhnlich auch P gesellen. Hierauf legt Verfasser sich die Frage vor, ob diese vier erstgenannten Elemente denn auch zu jeder Zeit nothwendig zum Aufbau lebender Wesen gewesen seien? Zu diesem Zweck sucht er zunächst die Frage zu beantworten : was Leben eigentlich sei ? und löst dieselbe dann durch den Ausspruch : Leben sei eine »manifestation of force«. Aber Krystallisation (»in- organic life« nach Frazerl ist nach ihm ebenso »manifestation of force« und er findet den Unterschied zwischen beiderlei Erscheinungen darin, dass bei dem Wachsthum des Krystalls das Endproduct seiner Gestalt nach ähnlich den es auf- bauenden Molekülen erscheine , wogegen bei dem organischen Wachsthum das Endproduct der Gestalt nach den constituirenden Molekülen unähnlich sei. Was die die organisirten Körper zusammensetzenden Moleküle selbst betrifft, so scheint es dem Verfasser sehr wahrscheinlich, dass sie eine regelmäßige geo- metrische Configuration besitzen wofür ihm die, organisirten Körpern gewöhnlich eigenen Polarisationserscheinungen hauptsächlich beweisend erscheinen) . Da chemische Veränderungen des Protoplasma's sich ohne Zweifel finden und bei der Entwicklungslehre eine Rolle spielen, so sieht Verfasser nicht ein, wes- halb solche Veränderungen nur unter den »jetzigen Bedingungen der Dinge« sich thätig erweisen sollen ; eine erhöhte Bildungsfähigkeit plasticity) könne auch wohl Menschen und Thiere erzeugen, denen ein arctisches Klima normal und gesund sei, ja er hält die Möglichkeit lebender Wesen »kälter wie gefrornes Quecksilber oder heißer wie geschmolzenes Piatina« nicht für ausgeschlossen. Natürlich er- scheint ihm auch unter diesen Umständen kein hinreichender Grund dafür auf- zustellen möglich, dass fühlende Wesen nur allein aus den vier oben genannten Elementen aufgebaut werden könnten, da ja nach ihm die einzige »manifestation of vitality, we can know. is the action of force upon matter«. Maggi, Leop., Sulla disposizione regolare del protoplasma anteriormente alla formazione di Microorganismi. in: Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Vol. 21. 7 pp. Tav. 16. fAbgedr. ih; Studi laborat. Pavia. 1S79.'' In einer Mischung von gleichen Theilen Phosphorsäure und Ölsäure, wozu noch etwas weniger als gleiche Theile Glycerin und Olivenöl zugesetzt wurden, worauf das Ganze durch mehr als das gleiche Volum ammoniakalischen Wassers verdünnt wurde, sah Maggi in einer in der feuchten Kammer aufbewahrten mikroskopischen Präparatiou im Laufe einiger Tage mycelartige Aneinanderreihungen von Körn- chen auftreten, die -er als protoplasmatische bezeichnet und die nach seiner Vor- stellung, da er sich von der Abwesenheit jeglicher Keime in der ursprünglichen Mischung überzeugt hatte, aus den in oben erwähnter Weise vermischten Stoffen sich hervorgebildet haben. Im weiteren Verlauf der Beobachtung treten dann noch weitere solche Mycelien auf, die sich in ihrer Bildung an den Sj^haerotilus natans Rabenh., den Hallier' sehen Cholerapilz Urocystis intestinalis und Botrio- sporitim diffitsum Cor. anschlössen. Die Abbildungen lassen erkennen, dass es sich hier ohne Zweifel um die Entwicklung von Pilzmycelien handelte. Die vermeintliche Entstehung dieser Mycelien durch lineare Aneinanderreihung ursprünglicher Protoplasmapartikelchen gibt dann fernerhin M. Veranlassung diesen Vorgang mit der Bildung strahliger Aneinanderreihungen der Protoplasma- Zoolog. Jahresbericlit 1879. § 114 A. Protozoa. körnchen im Zellprotoplasma während der Theilung etc. zu vergleichen und beides für correspondirende Vorgänge zu erklären. Er hält es daher auch für möglich, dass die karyolitischen Figuren oder die sogen. Molecularsterne , wie sie in der Entwicklungsgeschichte der thierischen Organismen auftreten, ein vegetabilisches Stadium repräsentiren i) . 1. Allgemeines. Claus, C, Grundzüge der Zoologie. 4. Aufl. 1. Lief. Marburg, 1879. Die neue (4.) Auflage der Grundzüge der Zoologie von Claus gibt, wie dies ja nach den vorhergehenden Auflagen zu erwarten war, eine sehr schätzbare, auf Grund der neueste^ Erfahrungen gewissenhaft gearbeitete kurze Darstellung der Protozoenwelt. Im Ganzen ist, wie gesagt, die Darstellung recht knapp gehalten, was vielleicht gerade für die hierhergehörigen, dem gewöhnlichen Verständnis so fern stehenden Organismen nicht von besonderem Vortheil erscheint, um so mehr, als in dem Claus'schen Lehrbuch die das Verständnis mehr als seitenlange Beschreibungen fördernden Abbildungen bekanntlich keine Verwerthuug finden. Ob die in ihrem Werthe für ein derartiges Handbuch sehr zweifelhaften syste- matischen Darstellungen, namentlich aber auch die Aufführung einzelner Species- namen, nicht vielleicht im Interesse des so werthvollen Lehrbuchs besser einer etwas gründlicheren Darstellung allgemeiner Organisations- und Lebensverhältnisse Platz machen dürften, scheint Referenten überlegenswerth, jedoch ist er sich der großen Verschiedenheit subjectiven Empfindens in dieser Richtung Avohl bewusst. Wie schon in den früheren Auflagen schickt Claus auch in dieser neuen der Betrachtung der drei eigentlichen Protozoeu-Classen die einer Anzahl zwischen den beiden organischen Reichen schwankender Formen voraus und zwar sind dies zunächst die Schkomyceten, die Myxomyceten und die Flagellaten. Bezüglich der beiden erstgenannten Abtheilungen wäre wohl kaum etwas zu erinnern, der Nach- weis der Geißelfäden für die Bacterienformen , der in neuerer Zeit bekanntlich von Dallinger und Drysdale erbracht ist, hat keine Berücksichtigung gefunden. Bezüglich der Stellung der Flagellaten dürfte jedoch die Meinung zahlreicher For- scher von der Claus'schen abweichen, denn wie innig auch die Verknüpfungen hierhergehöriger Formen mit solchen von entschieden pflanzlichem Character sein mögen, so wird es bei dem völlig thierischen Verhalten zahlreicher hierher- zurechnender Formen doch wohl nothwendig und naturgemäß sein, für diese eine besondere Classe der Flagellata unter den übrigen eigentlichen Protozoen zu er- richten und dies um so mehr, da ja auch Berührungspuncte mit der höchstent- wickelten Abtheilung der Protozoen, den Ciliaten, sich finden. Die Darstellung der Flagellaten ist ziemlich knapp gehalten und das neue Werk von Stein noch nicht mit aufgenommen. Die Noctilukeu werden im Anschluss an die Flagellaten besprochen. Die Darstellung der Zoosporenentwicklung derselben ist nicht gerade sehr durchsichtig und noch ohne Berücksichtigung der neueren Arbeit Robin' s. Hieran reiht sich die Darstellung des Hertwig'schen Leptodiscns , der nach der Auffassung des Referenten sehr zweifelhaften sog. Catallacten Häckel's, der Labyrinthiüen und schließlich der Gregarinen. Dass die Gregarinen hier, und nicht etwa unter den Rhizopoden ihre Stellung gefunden haben, hält auch Referent für sehr gerecht- fertigt, da sich über die Beziehungen dieser eigenthümlichen Formen doch bis jetzt kaum etwas gegründetes sagen lässt. In der Darstellung der Entwicklungs- ') Es widerstrebt dem Referenten auf die zum Theil auch recht unklar entwickelten 1. Allgemeines. 115 geschiclite der Gregarinen scheint dem Referenten die neuerdings durch Schneider nachgewiesene große Verbreitung der sog. sichelförmigen Körperchen in den Pseudonavicellen und namentlich die dadurch festgestellte nähere Beziehung zu den Psorospermien nicht genügend gewürdigt. In der 1. Classe der eigentlichen Protozoa. der Rhizopoda, werden die drei Ord- nungen der Foraminifera, Heliozoa und Radiolaria unterschieden. Eine systema- tische Gruppe der Monera hält Claus für unhaltbar und kann Referent hierin nur vollständig mit ihm übereinstimmen. In der Darstellung der Foraminifera ist die bei ihrer morphologischen Mannigfaltigkeit so interessante Schalenbildung etwas stiefmütterlich behandelt ; so findet namentlich auch Zwischenskelet und Canal- system kaum eine genügende Andeutung. Die Ordnung der Foraminifera wird in die zwei Unterordnungen der 1. Amoebaformes und 2. Reticularia getheilt. Die ersteren umfassen alle Süßwasserformen mit Ausnahme der Gattungen Lieber- kfi/mia und Groinia , die letztere hingegen die Meeresformen einschließlich der letztgenannten Gattungen. Einen Fortschritt gegenüber früheren Classifications- versuchen bietet diese Anordnung gewiss nicht. Die Heliozoa werden unterschieden in Actinophryidae , Acanthocystidae und Clathrulinidae. Bezüglich der Radiolaria dürfte Verwahrung einzulegen sein, gegen die auf p. 176 als hohl beschriebenen Stacheln der Acanthometra. Der neueren Unter- suchungen und Aufklärungen der Organisation und Entwicklungsgeschichte der Radiolarien durch R. Hertwig wird eingehend gedacht. Die systematische An- ordnung wird später nach dem von R. Hertwig entwickelten Grundsätzen umge- staltet werden müssen. Die sogen. Challengeridae der Challengerexpedition werden nicht erwähnt. Recht eingehende Berücksichtigung erfahren die Infusoria, sowohl in Bezug auf Organisation als Entwicklungs- und Lebensgeschichte und ist dieser Ab- schnitt namentlich durch eingehende Berücksichtigung der neueren Erfahrungen Wrzesniowski' s. Engelmann's, Balbiani's, Hertwig's und des Referenten bereichert. Wenn dem Referenten an dieser Stelle einige wenige Bemerkungen noch erlaubt sein dürften, so möchte er nur hervorheben, dass neben den Trichocysten durch G r e e f f und ihn auch wirkliche Nesselkapseln bei Infusorien nachgewiesen wurden ^ und dass nach dem Staude der heutigen Forschung die Bedeutung der contractilen Vacuolen als Flüssigkeit austreibende Organe füglich nicht mehr recht bezweifelt werden kann. In ihnen jedoch Excretionsorgane, welche die Producte des Stoff- wechsels nach außen befördern, zu erblicken, dürfte andererseits wohl wieder nur in beschränktem Sinne gültig sein, da sich bei zahlreichen Infusorien Endproducte des Stoffwechsels als feste Ablagerungen im Endoplasma nachweisen lassen. Die systematische Gruppirung der Infusoria ist die bekannte Stein'sche. Der von Wrzesniowski geführte Nachweis, dass sich unter den sogen, holotrichen Tracheliden auch liypotriche Formen verbergen, wie Loxodes, ist nicht weiter berücksichtigt. Gegen die Beschreibung der Hypotricha als bilateral muss Ein- spruch erhoben werden, da dieselben bekanntlich dui'chaus asymmetrisch sind. Lankester, E. Ray, in: Quart. Journ. Microsc. Sc. Vol. 19. Oct. p. 484. L. faßt alle Protozoen, die »das lebendige Protoplasma ihrer Körpersubstanz im nackten Zustand dem Medium, in welchem sie leben, in Gestalt von lappigen, fadenförmigen oder netzförmigen, als Pseudopodien bekannten Fortsätzen expo- •; Den von Greeff für Epistylis flavicans geführten Nachweis des Vorhandenseins zahlreicher kleiner Nesselkapseln kann Referent bestätigen. \\Q A. Protozoa. niren«, als Gymnomyxa zusammen. Gegenüber dieser Abtheilung ;die, soweit Ref. den Verf. verstellt, die heutigen Rhizopoda einschließlich der rhizopoden- artigen Moneren umfaßt) steht dann die Abtheilung der Corticata, bei welchen eine permanente Diflferenzirung der Körperoberfläche sich findet, wie bei den Gregarina, Flagellata und Infusoria. Maupas, E., Sur quelques Protorganismes animaux et vegetaux multinuclees. in: Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. S9. Nr. 4. p. 2.50—253. Durch die Fcärbung mit Pikrokarmin unter vorheriger Einwirkung von Alkohol und nachträglicher Behandlung mit krystallisirter Essigsäure (eine Methode , die sich in Comptes rendus 1879, p. 1274, näher beschrieben findet) hat sich Mau- pas von der Anwesenheit sehr zahlreicher Kerne bei gewissen Protophyten so- wohl als Protozoen überzeugt. Was die erstereu betrifft, so sei des allgemeinen Interesses wegen hier nur kurz erwähnt, dass vermittels des erwähnten Verfah- rens von ihm sehr zahlreiche kleine Kerne, zuerst bei einem Pilz Empusa musca- rina) , wie ferner bei zwei Algengattungen, nämlich Vaucheria und Cladophora, nachgewiesen wurden. i) Bei einer der drei untersuchten Arten von Cladophora schwankte die Zahl der Kerne jeder Zelle zwischen 50 und 200. Unter den Infusorien wurde diese Vielkernigkeit bei vier zu den Geschlechtern Enchelyodon, Enchelys, Uroleptus und Oxytricha gehörigen Arten festgestellt. Auch hier war die Zahl der vorhandenen Nuclei sehr beträchtlich und ihre Größe dem entsprechend gering. Verfasser theilt jedoch noch in einer Anmerkung die inter- essante Thatsache mit , dass ihm seine Methode auch den Nachweis der Nucleoli bei nachstehenden Infusorien ermöglicht habe: Stentor coeruleus, Condylostoma patens, Spirosiomtwi ambigimm und den meisten der von ihm in dieser Hinsicht un- tersuchten Vorticellinen.2) Bei den drei zuerst namhaft gemachten Arten, die be- kanntlich sämmtlich einen rosenkranzförmigen Nucleus besitzen, kommt fast stets nahezu auf jedes Glied dieses Nucleus ein sogen. Nucleolus, zuweilen übertrifft die Gesammtzahl der Nucleolen die der Nucleusglieder um 1 — 2 , ebenso oft bleibt sie jedoch auch um den gleichen Betrag geringer als die Zahl der Glieder. Bei einem vom Verfasser nicht eingehender characterisirten Süßwasserrhizopo- deu, der nach der kurzen Beschreibung große Ähnlichkeit mit dem Plasmodium eines Myxomyceten zu besitzen scheint 3), hat sich gleichfalls eine sehr große Zahl von Kernen nachweisen lassen , die durch das gesammte Körperprotoplasma vertheilt waren. Was die morphologische Seite dieser Erscheinung der Vielkernigkeit betrifi"t, die ja in letzterer Zeit mehrfach Gegenstand von ziemlich weit auseinandergehen- den Betrachtungen war, so glaubt Verf. zunächst der Ansicht E. van Beneden's, der in den zahlreichen Kernen einer Zelle die Bruchstücke eines zerfallenen pri- mitiven Kernes erkennen will, seine Zustimmung versagen zu müssen und dies hauptsächlich deshalb, weil jedes dieser vermeintlichen Bruchstücke sich bei der Theilung wie ein gewöhnlicher Kern verhalten könne. Ungewiss ist er jedoch auch, ob er der Häckel'schen Ansicht sich anschließen und in dem vielkernigen Zustand einen latent mehrzelligen erblicken soll. Im Ganzen scheint er sich die- ser letzteren Auflassung mehr zuzuneigen, und glaubt daher auch, dass die Un- tersuchung solcher mehrkerniger Zustände wohl zur Auffindung der vermitteln- den Zwischenglieder zwischen Protozoen und Metazoen beitragen dürfte. ') Neuerdings auch von einem deutschen Forscher, Schmitz. 2j Yüx Spirostommn amhiguum und zahlreiche Vorticellinen wurde die Anwesenheit der Nucleoli schon vom Refer. constatirt. (Vergl. Abhandl. d. Senkenberg. Ges. 10. Bd.) 3) Cienkowsky hat schon im Arch. f. mikr. Anat. 13. Bd. ein Süßwasserplasmodium beschrieben, das zahlreiche kernartige Gebilde aufAvies. Refer. 1. Allgemeines. 117 Mereschkowsky, C. v. , Studien über Protozoen des nördlichen Russlands, in : Arch. f. mikrosk. Anat. 16. Bd. p. 153—247, T. X u. XI. (Ausführliche Beschreibung sämmtlicher von dem Verf. gefundener Arten im 8. Bd. der Arbeiten der St. Petersburger Naturforscher-Gesellschaft.) M. fand im weißen Meer und dem nördlichen Russland überhaupt 150 i) Arten von Protozoen (ohne Berücksichtigung der Foramiuifereu) und zwar : Rhizopoda (mit Einschluss der Monera] im Ganzen 32, darunter: Monera 4 (Süsswasser 1, marine 3), Amoebina 11 (Sw. 7, m. 5), Monothalamia 8 (Sw. S, m. 0) und Heliozoa 5 (Sw. 5, m. 0). RcuUohrien wurden sowohl von ihm als Nie. Wagner im weißen Meer durch- aus keine angetroffen. Flagellata (mit Einschluss der Cilioflagellata) 30 (Sw. 25, m. 6). Suctoria 9 (Sw. 5, m. 5). Ciliata 82 (Sw. 54, m. 29). Norsa, G., Intorno ai Protist! del Mantovano. in: Bollet. scientif. Ann. 1. Nr. 1. p. 13 — 15. N. hat die Gewässer der Umgebung von Mantua nach Protozoen durchsucht, jedoch ist die Ausbeute bis jetzt eine sehr geringfügige geblieben. Abgesehen von einigen zweifelhaft gebliebenen Formen Hessen sich nachweisen : 1 Amöbe, 5 Flagellaten und 3 Ciliaten. Die Gewässer von Mantua dürften hiernach gewiss nicht zu den bestdurchforschten gehören. Leuckart, R., Die Parasiten des Menschen und die von ihnen herrührenden Krankheiten. Ein Hand- und Lehrbuch für Naturforscher und Ärzte. 2. Aufl. 1. Bd. 1. Lief. Leipzig u. Heidelberg, 1S79. In der zweiten Auflage des bekannten Parasitenwerkes von Leuckart finden wir eine ungemein vollständigere Darstellung der im Menschen schmarotzenden Protozoen, als sie die 1 . Auflage bot, verbunden mit einer treö'lichen Darstellung der allgemeinen Organisations- und Entwickelungsverhältnisse der Protozoa über- haupt und specieller deren parasitirender Formen, wofür ja der rühmlich bekannte Name des Verfassers im Voraus Gewähr leistet. Der die Protozoen umfassende Abschnitt nimmt nicht weniger als 113 Seiten ein und sind ihm zahlreiche eigene Beobachtungen des Verfassers einverleibt, bezüglich deren es jedoch dem Refer. nicht immer möglich ist, zu entscheiden, wie groß hieran der Anspruch des Verf., wie viel hingegen den von ihm benutzten Arbeiten anderer Autoren gutgeschrie- ben werden muss, so dass Refer. im Voraus um Entschuldigung bitten muss, wenn es ihm im Verlaufe seines Referats nicht vollständig gelingen dürfte, diesen ver- schiedenen Ansprüchen gerecht zu werden. Eine nur ganz kurze Berücksichtigung erfahren die Schizomyceten (p. 226 — 229), obwohl Verf. in den »ihnen selbst zukommenden Eigenschaften kaum ein Motiv erkennt, sie von den Protozoen abzutrennen«. Eingehende Berücksich- tigung erfahren dann als eigentliche Protozoen die Classen der Rhizopoda, Gre- garina und Infusoria, woraus gleichzeitig hervorgeht, dassL. den Gregarinen, einschließlich der Psorospermien, den Werth einer selbständigen Protozoenciasse gibt, für die er gleichzeitig die neue Bezeichnung Sporozoa vorschlägt. Wir werden uns im Folgenden auf einen kurzen Bericht über die den eigent- lichen Gegenstand des Werkes bildenden menschlichen Schmarotzer beschränken und nur gelegentlich eine Bemerkung über des Verfassers allgemeine Auffassung der betreffenden Abtheilungen beifügen. So sei uns zunächst hier eine derartige Bemerkung bezüglich der Rhizopoden gestattet, deren polythalame Formen dem Verf. ihren Ursprung einer ungeschlechtlichen Vermehrung zu verdanken schei- 1) Nach den in Klammern beigefügten Angaben einer zweiten Tabelle, welche die Ver- theilung auf Süsswasser und Meer darstellt, sind es jedoch 153 Arten. 118 -^- Protozoa. nen, so dass dieselben hiernach ähnlich den Colonien der Heliozoen und Radiola- rien zu beurtheilen sein möchten. Refer. glaubt, dass eine solche Auffassung keine natürliche ist, da mit ihr die Kernverhältnisse, wie sie durch R. Hert- wig und F. E. Schulze aufgeklärt wurden, sich nicht in Einklang setzen lassen. Die Rhizopoden sind als menschliche Schmarotzer nur durch das proteische Genus Amoeha vertreten und nur eine hierher gehörige Art ist näher bekannt, nämlich die A. coli Lösch , die sich massenhaft in den Stuhlgängen eines russi- schen, an Dickdarmentztindung leidenden Bauers fand. Weitere Beobachtungen machten es jedoch wahrscheinlich, dass das Vorkommen dieser Form nicht so ganz selten ist. Ob es sich hier um eine besondere parasitirende Art oder nur einen gelegentlichen Schmarotzer handle, was natürlich bei dem proteischen Cha- racter der meisten bis jetzt beschriebenen sogen. Amöbenarten kaum festzustel- len sein dürfte, lässt auch Leuckart unentschieden, macht jedoch auf die Ähn- lichkeit dieser Form mit der von v. Mereschkowsky beschriebenen A. Jelaginia 's. unten, p. 128) aufmerksam. Dass die vorliegende Amöbenform, wenn sie in größter Menge auf der Schleimhaut des Darmes vorhanden ist, eine Hyperämie und vermehrte Schleimbildung, ja sogar eiue intensive Entzündung hervorrufen kann, hält auch Leuckart durch die Versuche Lösch's an Hunden für erwiesen. Eine recht ausführliche Darstellung gibt Leuckart von den Gregarinen und Verwandten, seinen Sporozoa, die auch in allgemeiner Beziehung recht eingehend, sowohl nach ihrer Organisation als auch nach ihrer Entwicklung, soweit dieselbe durch die früheren und die neueren Untersuchungen von Aime Schneider, E. van Ben e den u. A. aufgeklärt worden ist, besprochen werden. Die Ansichten Gabriel's erfahren dabei keiner Erwähnung. Im speciellen sind es jedoch die sogen. Psorospermien und unter diesen wieder die sog. eiförmigen Psorospermien, die als nicht seltene Schmarotzer der Säuge- thiere und gelegentlich auch des Menschen, eine besonders eingehende Würdigung erfahren. Doch wird auch dasjenige was bis jetzt seit Joh. Müller von den sogen. Psorospermienschläuchen der Fische und Frösche bekannt wurde, ziemlich aus- führlich aufgeführt und ihre Differenzen, sowie die Vergleichspuncte mit den eigentlichen Gregarinen werden hervorgehoben. Die schon 1855 von Klo ss auch in wirbellosen Thieren (Gartenschnecke) nach- gewiesenen eiförmigen Psorospermien, die Aime Schneider auch in Tinten- fischen genauer studirte, bezeichnet L. als Coccidien und führt die hierhergehörigen bekannten Leberschmarotzer des Kaninchens und Menschen als Coccidmm oviforme Leuck. auf. Dem Referenten ist nicht ganz klar geworden, ob Verfasser unter dieser Gattungsbezeichnung CocckUum auch die erwähnten hierhergehörigen Para- siten der Wirbellosen und gewisser anderer Säugethiere begreift, die schon von A. Schneider die Bezeichnungen Klossia, Benedenia und Eimeria erhalten haben, da letztere Namen gelegentlich auch angeführt werden. Characterisirt werden die der Gattung Coccidmm angehörigen Formen als jugendlich hüllenlose Bewohner von Epithelzellen, die nach Abschluss des Wachsthums sich mit einer Schale um- kleiden. — In diesem Entwicklungszustand treten sie aus den Epithelzellen aus und verlassen zum Theil auch den zeitherigenWirth. Innerhalb der Schale bildet sich der Körper zu einer oder mehreren bis zahlreichen Sporen um, die ihrerseits Stäbchen- oder spiralförmige Embryonalformen in sich entwickeln, unter denen jedoch ein Rest des ursprünglichen körnigen Inhalts der Spore, als sogen. Körner- haufen, gewöhnlich zurückbleibt. Aus der ausführlichen Darstellung der Organisation und Entwicklungsgeschichte des Cocc. oviforme glauben wir hier folgende Puncto besonders hervorheben zu sollen. Die eingehender auseinandergesetzten mannigfach variirenden Ansichten früherer Beobachter über die Natur der in Frage stehenden Organismen übergehen 1. Allgemeines. 119 wir. Die zweierlei Formen von Coccidien, die man frei in den sogen. Psorospermien- knoten des Kaninchens trifft,, nämlich die schlankere Form mit einem die Schale vollständig erfüllenden Inhalt und dann die bauchigere Form mit kugelförmig contrahirtem Inhalt, werden als verschiedene Entwicklungszustände miteinander in Zusammenhang gebracht und zwar in der Weise, dass die erstere Form den früheren Zustand darstelle, der sich durch Hei'vorbildung einer neuen bauchigen Schale, unterhalb der ursprünglichen, späterhin verloren gehenden und durch kuglige Contraction des Inhalts zu der zweiten Form entwickle. Die bauchige Form zeichnet sich außerdem noch durch die Existenz einer mikropylartigen Öffnung am zugespitzten Schalenpol aus und durch die Anwesenheit eines hellen Ballens im kuglig contrahirten Inhalt, den jedoch Leuckart nicht als Nucleus an- erkennen kann. Was die Bildung der Psorospermienknoten im Großen und Ganzen betrifft, so gehen dieselben aus erweiterten und mit ihren Lumina zusammenfließenden Gallen- gängen hervor, in deren Umkreis das Bindegewebe einer beträchtlichen Wucherung unterworfen ist. Mannigfaltige Zwischenstufen deuten auf diese Entstehung der Knoten durch Zusammenfluss benachbarter Gallengänge hin. Die Entwicklung der Coccidien geht auch hier in den Epithelzellen der zu Knoten sich umbildenden Gallengängen vor sich, wie sich dies durch genaue Untersuchung von Schnitten constatiren lässt. Die frühesten in den Epithelzellen angetroffenen Entwicklungsstufen repräsentiren sich als rundliche hüllenlose Proto- plasmahaufen von 0,009 — 0,01 mm. Obgleich meist nur Ein Eindringling in den Epithelzellen zu beobachten ist, sind zwei nicht gar selten und auch 5 — G werden gelegentlich beobachtet. Durch die Entwicklung der Coccidieu wird jedoch unter lebhafter Zellvermehrung das Epithel sehr modificirt, indem sich die Zellen in rundliche körnerkugelartige Gebilde umwandeln, die in dicker Schicht der Binde- gewebswand des Knotenhohlraumes aufliegen. Noch innerhalb der Epithelzellen bilden sich die Coccidien zu der oben erwähnten umhüllten schlanken Form um, die, nachdem sie im Innern der Knoten frei ge- worden ist, die schon besprochene Umwandlung in die bauchige Form erfährt. Eine Weiterentwicklung des Cocc. oriforme innerhalb des Parasitenträgers ist nie beobachtet worden, dagegen ist wohl anzunehmen, dass ein Theil dieser Para- siten auf dem erwähnten Entwicklungsstadium durch die Gallenwege und den Darm seinen Ausweg nach außen findet. In Wasser im Freien aufbewahrt zeigen die Coccidien , wie seit Kauffmann bekannt ist , eine Weiterentwicklung , die wenigstens bei den Lebercoccidien mehrere Wochen bis Monate zu ihrer Voll- endung zu beanspruchen scheint. Diese Weiterentwicklung oder Sporenbildung (auch Psorospermienbildung, da diese Sporen allein sich mit den eigentlichen Psorospermien vergleichen lassen] vollzieht sich durch eine Theilung des Cocci- dieninhalts in vier Ballen, wobei es fraglich bleibt, ob dies durch successive Zwei- theilung oder gleichzeitige Viertheilung geschieht. Jede der vier so entstandenen Furchungskugeln scheidet eine zarte Hüllhaut aus und erzeugt ein peripherisch gelegenes, C förmiges Stäbchen , neben dem der Rest des Körnerhaufens (ver- gleichbar dem Schneider'schen Nucleus de reliquat zurückbleibt. Die auf dieser Entwicklungsstufe angelangten Coccidien hält Leuckart für fähig bei der Aufnahme durch einen entsprechenden Parasitenträger eine Infection zu erzeugen und erblickt in den C förmigen Stäbchen die eigentlichen Keime nach Analogie mit den verwandten Organismen, wogegen er die von Waidenburg und Eivolta beobachtete W^eiterentwicklung der Sporen auf Zerfallerscheinungen zu- rückzuführen sucht, die durch das Absterben der Sporen, bei zu langem Aufenthalt im Wasser, hervorgerufen werden. Ein Austreten der Sporen oder ihrer stäbchen- förmigen Keime im Freien wurde nie beobachtet. j^20 -^- Protozoa. Eine Betrachtung der von Eimer beschriebenen Darmcoccidien der Hausmaus [Eimeria A. Sehn.) führt L. zu dem Schluss, dass es sich hier wohl um eine von dem Coccidium oviformc specifisch verschiedene Form handle und dass auch die bei anderen Säugethieren beobachteten Darmcoccidien wohl mit dem Lebercocci- dium specifisch niclit übereinstimmten ; er schlägt daher für die Darmcoccidien den Namen Cocc. perforans vor. Den seither bekannt gewordenen Fällen vom Vorkommen des C. ovi/orme beim Menschen kann Leuckart durch eigene Untersuchung zwei weitere zufügen. Als Übermittler der Lebercoccidien fungirt ohne Zweifel das Kaninchen, während für die Darmcoccidien auch Hund und Katze in Betracht zu ziehen sind. Die von Lindemann in der Niere des Menschen angeblich aufgefundenen Psorospermien hält Leuckart für sehr zweifelhaft, wie auch die von demselben Beobachter beschriebenen Haargregarinen bekanntlich keine Ansprüche auf Be- rücksichtigung finden können. Der Betrachtung der Infusorien wird eine allgemeine Darstellung der Organi- sation und Fortpflauzungsgeschichte vorausgeschickt und die specielle Darstellung berücksichtigt zunächst die Flagellaten, welche von L. als 1. Ordnung der Infu- soria aufgefasst werden. Die von Steinberg beschriebenen 9 Arten aus den Geschlechtern Monas, Bodo und Cercomonas, die von ihm in der weißen Belegmasse der Zähne des Menschen gefunden wurden, konnte Leuckart, wegen ünzugänglichkeit der betreffenden Arbeit, nicht näher berücksichtigen ; unsicher erscheinen ferner die von W e d 1 auf unreinen Geschwüren gefundenen Bodo saltans und Morias crepnsculum, sowie der von Hassall beschriebene Bodo urinarms. Etwas sicherer erscheint hiergegen die Cercomonas intestinalis Lambl. Diese zuerst von Davaine in den Stuhlgängen Cholera- und Typhuskranker beobachtete Form wurde später auch in den Stuhlgängen bei diarrhoischen Zuständen auf- gefunden und sogar von Lambl in der Flüssigkeit einer großen Echinococcuscyste der Leber nachgewiesen. In wie weit dieser Parasit mit den Darmleiden, die er gewöhnlich begleitet, in ursächlichen Zusammenhang zu bringen ist, scheint frag- lich, wahrscheinlich wird auch er nicht als deren eigentlicher Urheber zu be- trachten sein, jedoch wenn er bei Vorhandensein dieser Leiden einen günstigen Boden für seine Entwicklung gefunden hat, durch sein massenhaftes Auftreten zur Steigerung der Krankheit beitragen. Betreffs der Organisation des Genus Trichomonas neigt sich L. zu der Auffassung, dass es sich (wenigstens für die Tr. hatrachorum] um einen wirklichen unduliren- den Hautsaum handle, im Gegensatz zu der Stein'schen Vorstellung über das Zu- Standekommen des Anscheins eines solchen Hautsaumes. Eine besondere Erweiterung unserer Kenntnisse von Trichomonas vaginalis ist nicht zu verzeichnen. Zu dem Genus Trichomonas zieht Leuckart auch die von Marchand und Z u n k e r als Cercomonas aus den Stuhlgängen Typhuskranker oder sonst schwer Darmkranker beschriebene Form. Dieselbe wird als Tr. intestinalis ht. bezeichnet. Die beiden vorderen Geißeln dürften von den erwähnten Beobachtern wohl über- sehen worden sein. In Bezug auf pathologische und klinische Bedeutung reilit sich diese Form an die Cercomonas intestinalis an. Von den Ciliaten scheinen einige Formen wie Colpoda Cucullus und Vorticella sich gelegentlich auf unreinen Wundflächen und Geschwüren zu entwickeln, die au gleichem Ort durch Wedl beschriebene Bursaria glaubt L. vielleicht auf das Glaucoma scintillans Ehbg. beziehen zu dürfen. Von genuinen parasitischen Ciliaten bleibt daher nur das bekannte Balantidium coli Malmst, übrig. In neuerer Zeit haben sich die Beobachtungen über das Vor- 1., Allgemeines. 121 kommen dieses Parasiten recht vermehrt, sämmtliche bekannt gewordenen Fälle beschränken sich jedoch auf Schweden und die russischen Ostseeprovinzen, so dass, bei der wohl unabweislichen Übertragung dieses Parasiten durch das Schwein, dessen constanter Einwohner er ist, L e u c k a r t wohl mit Recht das Auftreten des B. coli in den genannten Ländern auf gewisse Lebensgewohnheiten, die eine Übertragung des Parasiten von dem Schwein auf den Menschen erleichtern, zu- rückführt. Die Darstellung des Baues unseres Infusors gibt zunächst gegen früher eine verbesserte Schilderung des Peristom's, Mundes und Schlundes, des Nucleus einen Nucleolus konnte Leuckart im Gegensatz zu Wising nicht finden) . Die von Wising beobachtete Conjugatiou wird geschildert und der Theilungsvorgang berichtigt, der ähnlich wie ihn Stein für Balant. entozoon schildert, verläuft. Die Übertragung des Parasiten geschieht hier, wie wohl aus der Analogie mit den parasitirenden Opaliuen, wie auch der directen Beobachtung der Encystirung wenigstens bei den Insassen der Schweine, geschlossen werden darf, im encystirten Zustand, woraus sich dann auch der Gang der Infection des Menschen durch das Schwein leicht anschließen lässt. Was die pathogene Bedeutung des Balanti- dium betrifft, so ist dieselbe wohl ähnlich zu beurtheilen, wie dies schon oben für die Darmamöben und Monaden angezeigt wurde. Grassi, B., Dei Protozoi parassiti e specialmente quelli che sono iiell' uomo. in: Gazz. Med. Ital.-Lomb. 1879. Nr. 45. 8 p. Die von Grassi während einer gerade nicht sehr ausgedehnten Untersuchungs- dauer (Juli bis October 1879) beobachteten Protozoenschmarotzer führen wir nachstehend kurz auf. Der Beobachtungsort war hauptsächlich Rovellasca in der Lombardei. Die Rhizopoda waren vertreten durch ein zweifelhaftes Moner, das sehr selten im Blut (von ?) gefunden wurde und durch eine Reihe von Amöben. Dar- unter soll die interessante und nicht unwichtige Darmamöbe des Menschen, die^. coli Lösch in nicht weniger als 6 Fällen beobachtet worden sein. Eine ähnliche Form wurde ferner im Colon der Maus gefunden und A. miiris n. sp. getauft. Weiterhin wurde eine A. dentalis Grassi n. sp. (wahrscheinlich = A. buccalis Steinberg) in drei Fällen in der Mundhöhle des Menschen beobachtet, sie soll der A. coli sehr ähnlich sein. Auch die früherhin schon vielfach beobachteten Amöben des Froschdarms hat Gr. in den Bereich seiner Untersuchungen gezogen und tauft sie A. rananim n. sp. Im Dickdarm der Katze wurde ein neues Coccidiimi ange- troffen (C Rivolta n. sp.). Namentlich die Entwicklung soll die Berechtigung zur Aufstellung einer neuen Art erweisen ; zunächst soll der granulirte Inhalt (wohl eines encystirten Coccidiums, Ref.) zu zwei rundlichen Sporen zerfallen, von welchen jede vier halbmondförmige Mouerenkeime i) und einen Nucleus de reliquat erzeugt. Eine sehr ansehnliche Reihe von Flagellaten werden weiterhin aufgeführt, für welche Verfasser eine neue generische Eintheilung vorschlägt, da er die seither übliche, die sich hauptsächlich auf die Zahl und Bildung der Geißeln basirte, wegen der Schwierigkeit der Feststellung dieser Verhältnisse für nicht wohl durchführbar hält. Zunächst stellt er ein Genus Blonocercomonas auf, das durch Besitz eines ein- fachen Schwanzanhangs characterisirt und in vier Untergeschlechter zerlegt wird. 1. Untergeschlecht: Monocercomonas s. str. nackt. Hierher M. hominis (== Cercomonas hominis Dav.?; Cerconi. intestinalis Lamb. ? ; Trichomonas intestinalis [Lamb.] Leuck.) Diese Form wird zugleich ausführlich beschrieben und kam in nicht weniger als ca. 100 Fällen zur Beobachtung. Wir heben aus der Beschrei- sichelförmige Körperchen Schneiders. Refer. 122 A. Protozoa. bung hier hervor, dass Verfasser die wogende Bewegung, welche bei einer Anzahl von Individuen sichtbar ist, hier wie bei Trichomonas und Hexamitus im Gegen- satz zu der gewöhnlichen Darstellung auf eine am vorderen Körperende befestigte und nach hinten zurückgeschlagene Geißel zurückzuführen sucht. Die Normalzahl der Geißeln am vorderen Körperende soll vier betragen, die jedoch häufig in ihrer ganzen Länge verklebten. Eine Mundöffnung wird etwas seitwärts vom vorderen Körperende angegeben. Bezüglich der Fortpflanzungserscheiniingen hält es Ver- fasser nicht für wahrscheinlich, dass der Schwanzanbang zuweilen, nachdem er vorher besonders angeschwollen sei, sich loslöse und einem neuen Individuum den Ursprung gebe. Bei 55° C. sterben die Organismen ab. — Die mit den Parasiten behafteten Patienten boten die Erscheinungen (empirico-clinica) der acuten oder subacuten Diarrhoe dar. Als Krankheitserreger vermag Grassi die besprochene Monade nicht zu betrachten, sondern hält ihr Auftreten nur für eine Begleiter- scheinung der durch andere Ursachen hervorgerufenen Diarrhoe, wobei ihm be- sonders wichtig erscheint, dass die Flüssigkeit der Fäces eine der Entwicklungs- bedingungen der fraglichen Organismen bildet. Die Möglichkeit, dass sie auch im gesunden Körper zuweilen vorhanden sind, scheint ihm nicht von der Hand zu weisen zu sein. Die Behandlung geschah mit Infus von Ipecacuanha (IY2 gi"- in 100 aqu.), eine tödtende Wirkung übe jedoch die Ipecacuanha nicht auf die Monaden aus. Durch Übertragung der inficirten Fäces auf Hunde ließ sich keine Diarrhoe bei diesen erzeugen. Als weitere beobachtete Formen des Untergenus Monocorcomonas werden aufge- führt: M. cavkie Gr. sp. (== Trichom. caviae Dav. ?), M. coroiiellae n. sp. (= Cercom. cohihronmi Ham.?), M. anatis n. sp., M. batrachorum Gr. sp. (= Cercom. intestinalis Ehbg. ?, Trichom. batrach. Per.?), auch bei dieser Form soll die wogende Bewegung nicht von einem schwingenden Saum oder einer Wimperreihe, sondern von einer größeren Geißel des Vordereudes hervorgerufen worden. M. muris n. sp. mit nur einer großen Geißel des Vorderendes ; M. laccrtae viridis n. sp. Die Gattung Trichomonas wird von Grassi als Untergenus von Monocercomonas aufgefasst und als behaart characterisirt, sie ist demnach hier ganz anders aufge- fasst, wie dies gewöhnlich der Fall. Kurz beschrieben wird Trichomonas melolonthae n. sp., die wegen ihrer Bedeckung mit unbeweglichen, haarartigen Fortsätzen nach der Ansicht des Referenten wohl in näherer Beziehung zu der Gattung Mallomonas Perty's steht ^] . Retortomonas . ein drittes Subgenus \Q>Xi Monocercomonas wird durch die retorten- förmige Gestalt characterisirt und eine hierhergehörige Art aus Gryllotalpa (Ä. gryllotalpae kurz characterisirt) . Das vierte Subgenus Schcdoucercomonas (»gleichsam ohne Schwanzanhang«) wird mit vier Arten aufgeführt : Seh. gryllotalpae, melolonthae, caviae nn. spsp. und Seh. muscae domesticae [= Cercomonas m. d. Barnett] . Die Gattung Dicercotnonas wird durch zweispaltigen Schwanzanhang von Mono- cercomonas unterschieden und in zwei , sich durch nicht weiter erörterte Cha- ractere unterscheidende Untergeschlechter zerlegt : Monomorphes (»sich unter einer Gestaltung darbietend«) und Dimorphris (»sich unter doppelter Gestal- tung darbietend«) 2] . Monomorphes wird auf die bekannte Hexamita ranarum 1) Eigenthümlich ist, dass Verfasser bei der Untersuchung von "mehr als 100 Frauen die Trichomonas vacjinalis Denn, nicht angetroffen hat ; auch in der Mundhöhle wurden von ihm nur ein Mal Monaden angetroffen. 2] Aus der Beschreibung von D. mnris scheint hervorzugehen, dass mit dieser Doppel- gestaltung weiter nichts als die Verschiedenheit der Form bei Ansichten von verschiedenen Seiten ausgedrückt sein soll. I 2. Rhizopoda. 123 Diijd. gegründet, die wahrscheinlich sechs vordere Geißeln besitzen soll und bei welcher die von Stein beschriebenen zwei schwingenden Säume wohl gleichfalls von zwei Geißeln herrühren sollen. Dimorphns muris n. sp. wird etwas genauer beschrieben. Von parasitischen ciliaten Infusorien wurden beobachtet : Trichodma tritonis n. sp. (in den Eingeweiden von Triton) i), BalantkUum coli Stein (im Schwein), Plagiotoma cordiformis und Inmbrici, sowie Opalina ranarum, dimidiata und trigona Stein. j^nhang. Caitaneo, G., Sulla produzione di microfiti nelV interno delle ova. in: Atti Soc. Ital. Sc. Tat. 20. 14 p. 1 Tav. (Abgedr. in: Studi Laborat. Pavia. 1879). Cattaneo hat sich neuerdings mit der Lösung der Frage beschäftigt, ob die innerhalb der Vogeleier so häufig zur Entwicklung kommenden Pilze äußerlich dem Ei zugeführt werden oder ob sie, wie dies ja bezüglich der Schizomyceten von einer Reihe italienischer Forscher festgehalten wird, ihre Entstehung auch selbständig innerhalb des Eies, aus dessen eigenen Bestandtheilen nehmen können. Eine vorläufige Betrachtung der für das Eindringen der Sporen in das noch im Organismus befindliche Ei möglichen Wege, nämlich durch die Lunge und die Luftsäcke, durch den Darmcanal und schließlich durch die Cloake und den Ei- leiter, führt ihn zu dem Schluss, dass ein Eindringen der Sporen auf diesen Wegen zu dem in Entwicklung begriffenen Ei sehr unwahrscheinlich sei. Demnach sei auch die Entwicklung von Pilzen in den Eiern kurz nach ihrer Ablage wohl nicht auf von außen eingedrungene Sporen zurückzuführen, wenngleich auch ein Ein- dringen von Pilzen durch die Eischale sich finde. Seine eigenen Beobachtungen über die Pilzentwicklung auf und in Eiern, die in einer feuchten Kammer, theil- weise nachdem die Eier einen äußeren Überzug von Wachs oder Copallack er- halten hatten, vorgenommen wurden , führten ihn zu dem Ergebnis , dass die gewöhnlich auf den so aufbewahrten Eiern sich massenhaft entwickelnden Peni- cillium, Aspergillus etc. nur selten in das Innere des Eies eintreten und die Schalen- haut nicht zu durchdringen vermögen. Dass sich hingegen die, nur in nicht fau- lenden Eiern zur Entwicklung kommenden "Vegetationen von LepiotJmx und Lepto- mitus auf der Innenseite der Schalenhaut bilden und ein centrifugales Wachsthum durch die Porencanäle der Eischale nach außen zeigen, ohne dass sich ein An- zeigen für deren Eindringen von außen finden lasse. 2. Rhizopoda. a) Allgemeines, b) Amoebina. c) Foraminifera. 11. Caiianeo, G., Intorno ai Päzopodi. in: Boll. scientif. (Maggi, Zoja). Anno 1. p. 6— S, 25—29, 50—61. 12. Barnard, W. S., New Rhizopoda. in: Araer. Quart. Microse. Journ. Vol. 1. Nr. 2. p. S3 — So, 1 pl. i; Dürfte wohl identisch sein mit der bekannten Trichodinn der Harnblase der Tri- tonen. Refer. 124 -^^ Protozoa. *13. Berthelin, G., Liste des Foraminiferes recents de la baie de Bourgneuf. Nantes, 1879. (55 p.) 14. Brady, H. S., Notes on soiue of the Reticularian Ilhizopoda of the «Challenger«' Expe- dition, in: Quart. Journ. Microsc. Sc. Vol. 19. I. On new or little known arenaceous types. ib. Jan. p. 20 — 63, 3 pl. II. Additions to the knowledge of porcellanous and hyaline types. ibid. July. p. 261 — 299, 1 pl. 15. Carpenter, W. B., Eozoon Cunadense. in: Nature. Vol. 20. Nr. 509. p. 328—329. 16. Carter, H. J., On a new genus of Foraminifera (Apkrosina informis) and Spiculation of an unknown Sponge. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 5. p. 500 — 502. 17. , Notes on Foraminifera. in: Ann. Nat. Hist. (5.) Vol. 3. June. p. 407 — 414. 18. , On the structure of Stromatopora. in : Ann. of Nat. Hist. (5.) Vol. 4. p. 253 — 265. 19. Cattaneo, G., Intorno all' ontogenesi dell' Arcella vulgaris Ehbg. in: Atti Soc. Ital. Sc. nat. Vol. 21. (14 p., 1 tav.) — (Abgedr. in: Studi Laborator. Pavia, 1879.) 20. , Intorno all' anatomia e fisiologia dieX Podostonia filigerum G\^A.e. et Lachm. in: Atti Soc. Ital. Sc. nat. Vol. 21. (Abgedr. in: Studi Laborat. Pavia, 1879.) 21. Champernowne, A., Note on some Devonian Stromatoporidae from Darlington near Tot- nes. in: Quart. Journ. Geol. Soc. London. Vol. 35. P. 1. p. 67 — 68. 22. Dawson, G. M., On a new species of io/l;Ms«a from British Columbia. With 1 pl. in: Quart. Journ. Geol. Soc. London. Vol. 35. P. 1. p. 69 — 74. 23. , Prof. Möbius, on Eozoon catiadense. in: Amer. Journ. Sc. (Silliman). Vol. 17. March, p. 196—202. — Nature. Vol. 20. Nr. 509. p. 329—330. 24. , On the microscopic structure of Strotnatoporidae and on palaeozoic fossils minera- lized with Silicates in Illustration of Eozoon. With 3 pl. in : Quart. Journ. Geol. Soc. Vol. 35. P. 1. p. 48—66. 25. Du Plessis, G., Note sur les Rhizopodes observes dans le limon du fond du lac [Leman]. in: Bull. Soc. Vaud. Sc. nat. T. 16. p. 166—167. 26. Grassi, G., Dei Protozoi parassiti etc. in: Gazz.med. ital.-lomb. Nr. 45. (s. oben Nr. 9.) 27. Hahn, O., Die Urzelle. Mit 30 Taf. Tübingen, 1879. (71 p.) *28. De la Harpe, Phil., Les Nummulites du eomte de Nice. in: Bull. Soc. Vaud. Sc. nat. T. 16. Nr. 82. p. 201—243. 29. Hertwig, R., Der Organismus der Radiolarien. Jena, 1879. (Denkschr. d. Jen. Ges. II.) 30. Lankester, E. Ray, Lithamoeba discus n. g. et sp., one of the Gymnomyxa. "With 1 pl. in: Quart. Journ. Microsc. Sc. Vol. 19. Oct. p. 484—487. 31. , The structure of Haliphysema Tumanotoiczii. With 1 pl. in: Quart. Journ. Microsc. Sc. Vol. 19. Oct. p. 476—483. 32. Leidy, J., On Rhizopods occurring in Sphagnum. in: Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. p. 162—163. 33. Leuckart, Rud., Die Parasiten des Menschen. 2. Aufl. 1. Lief. (s. oben Nr. 8.) 34. Maggi, Leop., Contribuzione al Catalogo dei Rhizopodi d'acqua dolce di Lombardia etc. in: Atti Soc. Ital. Sc. Nat. T. 21. (7 p.) — (Abgedr. in: Studi Laborat. Pavia.) 35. Mereschkowsky, e.V., Studien über Protozoen des nördl. Russlands, in : Arch. f . mikrosk. Anat. 16. Bd. 2. Heft. p. 153. (s. oben Nr. 6.) 36. Möbius, K., Ist das -Eo;:oow ein versteinerter Wurzelfüßler oder ein Mineralgemenge ? in: Die Natur. 1879. Nr. 7, 8, 10. Mit 21 Holzschn. (Auch apart.) (Auszug aus der Originalarbeit : »Der Bau des Eozoon canadense nach eignen Untersuchungen ver- glichen mit dem Bau der Foraminiferen.« in: Palaeontograph. 25. Th. 1878.) 37. , On the Eozoon-question. in: Nature. Vol. 20. Nr. 507. p. 272— 275. Nr. 508. p. 297—301. 38. , Principal Dawson's criticism of my Memoir »On the Eozoon canadense compared with thatof Foraminifera«. in: Amer. Journ. Sc. (Silliman). Vol. 18. Sept. p. 177 — 185. 39. Siddall, J. D. (with the assistance of H. B. Brady), Catalogue of British recent Fora- minifera, for the use of collectors. Chester, Griffith, 1879. 2. Rhizopoda. 125 40. Simonelli, V., Nuovo o:enere di Rizopodi del Calcare a Nullipore della vicinanza di San Quirico d'Orcia. in: Atti Soc. Toscan., Proc. verb. p. LXXVI— LXXVII. 41. Wright, E. Perc, Fossil calcareous Algae. With cut. in: Nature. Vol. 19. Nr. 491. p. 4S5— 486. d) Heliozoa. 42. Mayer, P., Wagnerella borealis. in: Zool. Anz. Nr. 32. p. 357 — 358. 43. Schneider, Aime, Monohia conßuens, nouvelle Monere, in: Arch. Zool. experim. T. 7. p. 585 — 588, 1 pl. 6) Radiolaria. 44. Hertwig, R., Der Organismus der Radiolarien. Jena, 1879. 40. (Jen. Denkschr. II.) 45. Williamson, W. C, On the Organisation of the fossil plants of the coal measures. (Rov- Soc. London.) in: Nature. Vol. 19. Nr. 492. p. 521—522. a) Allgemeines. Cattaneo, G., Intorno ai Rizopodi. in: Boll. scientif. Anno 1. p. 6—8, 25—29, 50—61. Eine kurze Übersicht über den heutigen Stand unserer Kenntnisse der Rhizo- poda (mit Ausnahme der Monera) veröffentlicht Cattaneo. Die Natur dieser Pu- blication lässt uns hier nur zur Besprechung weniger Punkte Raum, nämlich sol- cher, die vom Verf. in eigenthümlicher , von der gewöhnlichen abweichender Weise behandelt werden. Die Übersicht beginnt mit einer systematischen Be- trachtung der hierher gehörigen Formen. C. theilt die Rhizopoda in 4 Ordnun- gen : Lobosa, Thalamophora, Heliozoa und Radiolaria. Die Lobosa werden zerfällt in die zwei Unterordnungen der Gymnolobosa (haupts. Amoela, Podostotna etc.) und Thecolobosa [Arcella, Difflugia, jedoch auch Microgromia und Euglypha! Refer.). Die Lobosa seien einzellig oder selten Aggregationen mehrerer Zellen. Die der 2. Ordnung, der Thalamophora , angehörigen Formen sollen im entwickel- ten Zustand ein Syncytium mit mehreren Kernen darstellen, selten hingegen ein- kernig und einzellig sein. (Verf. übersieht hierbei, dass die Mehrkernigkeit sehr gewöhnlich auch unter seinen Lobosa verbreitet ist. Im Gegensatz zu dieser Auf- fassung betrachtet er weiterhin im Verlaufe seiner Darstellung die Rhizopoda über- haupt als einzellige Wesen und dies auch ungeachtet der ganz an H ä c k e 1 sich anschließenden Darstellung' der Organisation der Radiolaria, die nach ihm sowohl in- als außerhalb der Centralkapsel zahlreiche Zellen enthalten sollen.) Die Tha- lamophora zerfallen sodann in die beiden Gruppen der Imperforata und Perforata, von welchen die ersteren in Monostegia und Polystegia, die letzteren in Monotha- lamia und Polythalamia untergetheilt werden, beides Gruppen, die nach der Auf- fassung des Refer. sehr wenig natürlich sind. Auch die Heliozoa sollen bald einzellig, bald in Form von Syncytien sich fin- den, und werden in die 3 Unterordnungen des Askelcta, C/ilamgdopAora uaä Ske- letophora eingetheilt. Die 4. Ordnung, die Radiolaria, werden in der gewöhnlichen Weise characte- risirt ; wir heben jedoch aus der Characteristik hervor : dass nach dem Verf. die Centralkapsel »voll von Zellen sei« ; auch die gelben Zellen rechnet Verf. ohne Zweifel zum eigentlichen Thierkörper. Die Eintheilung dieser Ordnung geschieht im Anschluss an Hacke l in Pancollae, Panacanthae, Pansoleniae, Plegmidae, Sphaerideae, Discideae und Cyrtideae. Nach dieser Übersicht wendet sich Verf. zu einer kurzen Darstellung der ver- gleichenden Anatomie und Physiologie der Rhizopoda, woraus wir hervorheben, 126 A. Protozoa, dass, wie schon oben angedeutet, die Häckelsche Auffassung vom Bau des Ra- diolarienorganismus und speciell der Centralkapsel noch völlig adoptirt wird, ob- gleich im Litteraturverzeichnis die erste Hertwig'sche Arbeit über diese Gruppe aufgeführt wird. Was die physiologischen Verhältnisse anbetrifft, erlauben wir uns hier hauptsächlich anzumerken, dass C. in den contractilen Vacuolen wie schon so viele seiner Vorgänger einen Circulationsapparat erkennen will. Mit ziemlicher Ausführlichkeit wird ferner die Fortpflanzung behandelt, die nach dem Verf. in dreierlei Art vor sich zu gehen vermag. 1] Durch Segmentation (Thei- lung), wobei der Kern sich zuerst theile, der daher als Fortpflanzungsorgan an- gesehen werden könne. 2) Durch Sprossung; als Beispiel wird die Fortpflanzung der Podophrya gemmipara Hertwig's aufgeführt, jedoch wohl ohne dass Verf. die- sen Organismus zu den Rhizopoden rechnete. Die von Gervais und Schnitze beob- achteten Fortpflanzungserscheinungen gewisser Thalamophoren sollen wahrschein- lich gleichfalls hierher gehören. Recht häufig soll die dritte Fortpflanzungsart anzutreffen sein, nämlich die durch Sporen, und diesem Act soll zuweilen eine Conjugation oder Copulation vorausgehen. Gewöhnlich gehe ferner der Sporenerzeugung eine Encystirung vor- aus. Zu dieser Categorie der Sporenerzeugung wird vom Verf. auch die Erzeu- gung amöbenförmiger Keime bei Arcella, die Zoosporenbildung der Heliozoen und Radiolarien gerechnet, in welchen Vorgängen Refer. jedoch entweder nur Thei- lungs- oder Knospungsvorgänge erkennen kann, die mit Ausnahme vielleicht der Zoosporenbildnng der Radiolarien sicherlich keine besondere Categorie von Fort- pflanzungserscheinungen im Gegensatz zu den zwei ersterwähnten bilden. Ein letztes Capitel bespricht schließlich die Ontogenie der Rhizopoda. Hier werden vom Verf. die bei der Knospung erzeugten Keime stets für kernlose Mo- nerenformen erklärt (oben wurde dagegen als Beispiel der Knospung die Podo- phrya aufgeführt, wo doch die Knospen keineswegs kernlos sind) . Die weiterhin mitgetheilten ontogenetischen Thatsachen über die Rhizopoden beziehen sich auf die Beobachtungen Balsam o-Crivelli's und Maggi's über die Entwickelung der Amöben, des letzteren Forschers Untersuchungen über die Entwickelung von Podostoma (s. unten p. 130) und die eigenen Studien des Verf. über die Entwicke- lung der amöbenartigen Keime der Arcella (s. unten p. 131). Schließlich folgt noch der wahrscheinliche Stammbaum der Rhizopoda nach der Darstellung von F. E. Schulze (Arch. f. mikr. Anat. 13. Bd.) und eine bibliographische Über- sicht der wichtigsten Litteratur über diesen Zweig des zoologischen Wissens. Hertwig, R., Der Organismus der Radiolarien. (Denkschr. d. Jen. Ges. 11.) (s. unten.) R. Hertwig theilt am Schlüsse der Darstellung seiner Radiolarienunter- suchungen seine jetzige Auffassung des Systemes der Rhizopoda, wie es sich auf Grundlage seiner zahlreichen Untersuchungen über Angehörige dieser Abtheilung ergibt, mit. Die Zusammengehörigkeit aller Rhizopodenabtheilungen zu einer größeren Gruppe , die als Subphylum des Stammes der Protozoen zu betrachten ist, erscheint natürlich. Unter diesen Rhizopoda treten sofort als weitere natürliche Abtheilungen, gegen die kaum Bedenken erhoben werden könnte, hervor: die kalkschaligen Thalamophoren (Foraminiferen) und die Radiolarien. Fraglicher dagegen erscheinen die verwandtschaftlichen Beziehungen der restirenden Rhizopoden- gruppen : der chitinschaligen Thalamophoren, der Amöbinen, Mo- neren und Heliozoen zu den beiden ersterwähnten Gruppen . Was die Heliozoen betrifft, so erscheinen diese «mit den Radiolarien zwar verwandt, aber sehr früh von ihnen abgezweigt«. — Hinsichtlich der Beziehungen der kalkschaligen Thala- mophoren zu den noch restirenden Rhizopoden beharrt R. Hertwig wie früher 2. llhizopoda. 127 auf der Zurückweisung des hauptsächlich von Carpenter auf die Beschaffenheit der Pseudopodien basirten Eintheilungspriucipes (Unterscheidung von Lobosa und Reticulata) . Auch die Vereinigung sämratlicher hierhergehöriger Formen als Foraminifera, wie Claus gethan, kann er nicht acceptiren. — Gegen erstere Eintheilungsweise liegen namentlich auch practische Bedenken vor, die bei den Schwierigkeiten, die einem natürlichen System der Protozoen im Wege stehen, von um so größerer Bedeutung erscheinen. — Auf diese Gründe hin schließt er wie schon früher in eine Gruppe der Thalamophora die kalkschaligen Polythala- mien und die chitinschaligen Formen Monothalamien) ein und errichtet daneben noch zwei künstliche Gruppen für kernhaltige Amöben und kernlose Moneren. Das System der Rhizopoden erhält daher nach Hertwig nachstehenden Aufbau. (Die Bezeichnung der Abtheilungen als Classen etc. sind vom Referenten bei- gefügt worden.) Rhizopoda (Subphylnm), characterisirt durch Bewegung und Ernährung. I. Classe iTibne/-es, kernlos von unbestimmt wechselnder Form. 1. Ordn. Gymno- moneres, skeletlos ; 2. Ordn. Lepomoneres, mit Skelet. II. Classe A m e b i n a , ein oder mehrere Kerne, Form unbestimmt, wechselnd, wenn mit Skelet, dieses unregelmäßig. 1. Ordn. Gymnamoehae, skeletlos; 2. Ordn. Lepamoebae , mit Skelet. in. Classe Thalamophora, kernhaltig, Schale chitinös (meist verkalkt i , in der Anlage stets monaxon und stets mit 1 — 2 Hauptöffnuugen zum Durchtritt der Pseudopodien. 1. Ordn. Monothalamia. Schale unverkalkt eiukammrig. a. Unter- Ordn. Amphistoniata, Schale an beiden Polen geöffnet; b. Unter-Ordn. Monosto- mata, nur an einen Pol geöffnet. 2. Ordn. Polythahmia, Schale verkalkt, meist vielkammrig. a. Unter-Ordn. Imperfurata, Schalenwand solid ; b. Unter-Ordn. Perforata^ Schalenwand von zahlreichen Porencanälen durchsetzt. (Von nahezu gleicher Berechtigung erscheint jedoch Hertwig die Carpenter'sche Theilung der Thalamophora in zwei Ordnungen der Imperforata [also mit Ein- schluss seiner sämmtlichen Monothalamien] und der Perforata . IV. Classe Heliozoa, Gestalt kuglig, kernhaltig, Pseudopodien allseitig. spitz und fadenförmig. 1. Ordn. Aphrothoraca, skeletlos; 2. Ordn. Chalaro- thoraca, Skelet aus getrennten Stücken ; 3. Ordn. Desmothoraca, Skelet: Gitter- kugel. V. Classe Radiolaria, Gestalt kuglig, kernhaltig mit Centralkapsel, Gallert- hülle, Pseudopodien spitz fadenartig, von Körperoberfläche ausstrahlend. 1. Ordn. TJialassicolleae ; 2. Ordn. Sphaerozoeae ; 3. Ordn. Tripyleae; 4. Ordn. Peripyleae ; 5. Ordn. Monopyleae; 6. Ordn. AcanthomeU-ae ^) . (Für gleichfalls berechtigt erachtet H. die Zusammenfassung der eigentlichen Radiolarien mit den Heliozoen zu einer Classe der Radiolaria, die dann auf Grund des Vorhandenseins oder Fehlens einer Centralkapsel in die beiden Ordnungen der 1. Heliozoa und 2. Cytophora zerfiele. Entz, Geza s. unten) hält !p. 11) die dunkeln Körnchen im Plasma zahlreicher Rhizopoden für Zersetzungsproducte des Stoffwechsels (harnsaure Verbindungen nach ihm) . (Über den Kerngehalt von Prntamoeha s. oben p. 33. K.. Brandt. Mereschkowsky, C. von, Studien über die Protozoen des nördlichen Russlands, in : Areh. f. mikrosk. Anat. 16. Bd. 2. Heft. p. 153. Bezüglich der Fortpflanzung der Moneren und der kernhaltigen Protisten glaubt M. einen tiefgreifenden Unterschied darin gefunden zu haben, dass die erstereu sich nie durch eine regelmäßige successive Theilung (Segmentationj wie die kern- 1) Die Characteristik dieser Ordnungen vergleiche bei dem Referat über Radiolarien. I2S • ■^- Protozoa. haltigen Protisten, sondern durch gleichzeitigen Zerfall in eine größere oder ge- ringere Zahl von Theilstücken vermehren. Als zu den Moneren gehörig beschreibt M. zunächst eine neue Gattung : Hächelina. Protoplasmakörper rundlich (Durchm. = 0,021 mm) mit allseitig ausstrahlenden feinen, nicht anastomosirenden Pseudopodien ; ohne Kern und Vacuolen; getragen von langem dünnem Stiel, der eine Ausscheidung darstellt. — Fortpflanzung? — H. horealis n. sp. W. M., Protamoeba Grhnmi n. sp. W. M. Die näheren Beziehungen dieses Organismus dürften nach der Ansicht des Referenten bei dem von F. E. Schulze, Arch. f. mikr. Anat. Bd. 11. p. 392 be- schriebenen Actinolophus pectunculatus zu suchen sein, dessen Kernhaltigkeit zwar durch Seh. nachgewiesen worden ist. Wie für letztere Form schon durch Seh. hervorgehoben, so ist auch für die Mereschkowsky'sche H. borealis noch die eventuelle Beziehung zu der von St. Wright, Quart. Journ.Microsc. Sc. Vol. 2. beschriebenen Zooteira religata aufzuhellen. Genauere Angaben werden über folgende Rhizopoden geliefert ; Amoebina. Amoeba verrucosa Ehrbg., Petersburg, Onega-See, Wologda. Soll sich durch Abschnürung kleiner Knospen fortpflanzen. Am. crassa Duj. W. M., Theilung angeblich beobachtet. Am. minuia n. sp. W. M., Theilung beobachtet. Am. papillata n. sp., nördliche Duina. Am. angulata n. sp., Petersburg. Am. Jelaginia n. sp., Petersburg. Am. emittens n. sp., Petersburg und Archangelsk. Eigenthümliche Entleerung der contractilen Vacuole, die am Hinterende als Höcker aus dem Körper hervortritt und hierauf platzt. Im Anschluss hieran Be- merkungen über contractile Vacuolen überhaupt, ohne wirklich Neues. Atn. alveolata n. sp. Brakisches Wasser, Solosutzky-Inseln. Die vacuoläre (alveoläre) Beschaffen- heit des Plasmas dieser Amöbe gibt M. Veranlassung zu der Vermuthung, dass diese Eigenthümlichkeit in den besonderen Lebensbedingungen derselben ihre Ursache habe. Dieselbe soll nämlich während der Fluth ihre Vacuolen mit Meer- wasser füllen, das ihr während der Ebbe zu gute komme. Am. ßlifera n. sp. W. M. Hyahdiscus Hocotnexoi n. sp. Der unter diesem Namen beschriebene Organismus des weißen Meeres schließt sich seiner Bauweise nach, hauptsächlich wegen der Bildung hautartiger Pseudo- podienplatten der Gattung Placopus Fr. E. Schulze nahe an, wird jedoch von M. als Hyahdiscus bezeichnet, da M. die beiden Gattungen Hyalodiscus Hertwig & Less. und Placopris Fr. E. Seh. vereinigen zu dürfen glaubt. Der Organismus vermag sowohl kurze, stumpfe, als lange zugespitzte Pseudopodien auszusenden, zwischen welchen letzteren dann und, zwar, wie es scheint, immer in einer Ebene, hautförmige Plasmaplatten vorgeschoben werden können, die jedoch auch ohne Mitwirkung der eigentlichen Pseudopodien sich zu bilden vermögen. Thalamophora. Bifflugki spiralls Ehrbg., Onega-See. Die eigentliche von Sandkörnern nicht incrustirte Schalensubstauz soll structurlos und glatt sein. Difßugia Soloivetzkii n. sp. Pleurophrys angulata n. sp., Onega-See. 2. Rhizopoda. 129 Heliozoa. Clathrulina Cienkoivskii n. sp., Onega-See. HauptsäcUich ausgezeichnet durch bedeutendere Länge des Stiels und den Besitz kleiner Dörnchen in den Kreuzungspunkten der Bälkchen des Kieselgitters. Theilung bei ausgestreckten Pseudopodien beobachtet. Von Foraminiferen wiirden im weißen Meer beobachtet : Miliola seminuhmilj.; Tnmcatulma hbatida ; Textularxa sp. ; Spirillina hyalina n. sp. ; Rotalma mßata (?); Rotalina nitida; Nonionina Jeffreysii ; Polystomella umbilicatula . b) Amoebina. Lankesier, E. Ray., Lithamoeha discus nov. gen. et sp., one of the Gymnomyxa. in: Quart. Journ. Microsc. Sc. Vol. 19. Oct. p. 484—87. PL 23. L. beschreibt unter dem Namen Lithamoeha discus nov. gen. et sp. eine Amöbe, die er in mehreren Exemplaren aus einem Sumpf bei Birmingham erhalten hat. Sie besitzt eine scheibenförmige, im ruhenden Zustand nahezu kreisförmige Ge- staltung und bewegt sich durch Hervorbrechen bruchsackartiger und nach dem Hervortreten allmählich wieder mit dem Amöbenleib verschmelzender Pseudo- podien, die Verfasser an das ähnliche bruchsackartige Hervorbrechen des Proto- plasma s bei Felomyxa erinnern. Dagegen ward die gleichzeitige Bildung feiner, fadenförmiger Pseudopodien, wie sie sich außerdem noch bei Felomyxa findet, nicht beobachtet. Die Bildung solcher bruchsackartiger Pseudopodien erklärt sich Verfasser durch die Anwesenheit einer zarten, die Oberfläche des körner- freien Außenplasma's überziehenden Cuticula, die bei der Bildung eines Pseudo- podium's von dem hervordrängenden Plasma durchbrochen werde, sich jedoch bald wieder auf den hervorgetretenen Plasmatheilen neu bilde. In der Annahme einer solchen zarten Cuticula wird er noch durch die Beobachtung der Ein- wirkung von Jodtinctur auf die fragliche Amöbe bestärkt. Hierbei tritt nämlich dicht unter der Oberfläche der Amöbe eine Zeichnung hervor, die sich wie eine Lage äußerst feiner dicht gestellter Körnchen repräsentirt. (Referent muss ge- stehen, dass ihm der Schluss aus dieser Zeichnuug auf die Gegenwart eine Cu- ticula nicht ganz verständlich ist.) Das gesammte Protoplasma besitzt eine durchaus alveoläre oder vacuoläre characteristische Structur, jedoch kann Referent mit dem Verfasser hierin nicht einen von den übrigen Amöben diff'erirenden Character erkennen, da auch bei zahlreichen anderen Amöben sich eine derartige Beschafi"enheit dauernd oder vor- übergehend findet. Besonders characteristisch sollen die zahlreichen stark licht- brechenden Concretionen sein, welche das Protoplasma der untersuchten Exemplare stets enthielt. Wie jedoch Verfasser selbst am Schlüsse seiner Arbeit bemerkt, sind dieselben wohl nichts anderes als die auch bei zahlreichen anderen Amöben beobachteten dunklen Körnchen in etwas ansehnlicherer Ausbildung, obgleich die Mehrzahl der abgebildeten Concretionen in ihrer Größe die ähnlichen Einschlüsse, wie sie Referent von Amoeba princeps und anderen Formen bekannt sind, nicht überschreitet. Der Xucleus war nur in Einzahl vorhanden, von ansehnlicher Größe und eckigen Umrissen. Eine Membran ließ sich an ihm wohl nachweisen, die eigentliche Nucleusmasse schien aus einer großen Zahl feiner Körnchen ge- bildet, die durch eine Verbindungssubstanz vereinigt wurden. Außerdem fand sich eine nahezu central gelegene contractile und recht ansehnliche Vacuole, Zoolog. Jahresbericht 1S79. 9 130 A. Piotozoa. deren Inhalt bei ihrer Contraction nach Außen befördert werden soll, jedoch soll die Vacuole sich bei einer Contraction nur theilweise entleeren. Von Fortpflanzungserscheinungen wurde nichts beobachtet i) . Catianeo, G., Interno alla anatomia e fisiologia del Podostoma ßligerwn Clap. & Lachm. in; Atti Soc. Ital. Sc. nat. Vol. 21. (Abgedr. in: Studi Labarat. Pavia.j Cattaneo wendet sich gegen die vom Referenten gelegentlich (Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 30. p. 272) ausgesprochene Ansicht, dass das Claparede-Lach- mannsche Podostoma ßligerum, wahrscheinlich ein durch besonders energische geisselnde Bewegung seiner langen feinen Pseudopodien ausgezeichnetes Stadium der Amoeba radiosa (Ehbg.) Dujd. sei. Nach Cattaneo, der sich bei seinen Be- trachtungen hauptsächlich auf die im Jahre 1876 von L. Maggi^) veröffentlichten Beobachtungen über das Podostoma stützt, die er durch eigene Untersuchungen zu bestätigen vermag , ist dagegen die Bauweise obiger beiden , vom Referenten für nahe verwandt erklärten Organismen so verschieden von einander , dass an eine Identificirung derselben im Sinne des Referenten nicht gedacht werden darf. Gegen- über den meisten Amöben soll sich die Gattung Podostoina durch eine viel höhere Differenzirung ihres Protoplasmaleibes auszeichnen , der hier nicht nur ein Ecto- und Endoplasma , sondern zwischen diesen beiden noch ein Mesoplasma unter- scheiden lasse. (Vergl. auch diesen Bericht über die C a 1 1 a n e o ' sehen Unter- suchungen der Entwicklung von Arcella) . Von allen eigentlichen Amöben ab- weichend besitze jedoch fernerhin Podostoma zweierlei Arten von Pseudopodien, indem die gewöhnlichen stumpfen und kurzen zur Bewegung dienenden Pseudo- podien allein von dem Ectoplasma gebildet werden, wogegen die langen, geisseln- den und zur Ergreifung der Nahrung verwendeten Pseudopodien, welche das Hauptcharacteristicum dieser Gattung bilden, ihren Ursprung von dem Mesoplasma nehmen. Letztere Pseudopodien sollen sich beständig in der Zweizahl finden und nicht immer kurz sein und zugespitzt endigen , sondern manchmal sehr lang und von gleicher Dicke bis zum Ende sein. Fernerliin soll das Ende derselben noch mit einer kleinen becherförmigen Öffnung versehen sein. Die contractile Vacuole soll ihren Sitz im Mesoplasma haben, wogegen das Endoplasma den Nucleus um- 1) Referent erlaubt sich hier noch zu bemerken, dass ihm die aufgezählten Charactere der von Lankester beobachteten Amöbe keineswegs zur Aufstellung eines neuen Genus zu nöthigen scheinen, ganz abgesehen von der für alle diese proteischen Wesen so schwierig zu eruirenden Frage nach der Artselbständigkeit. Überhaupt dürfte es an der Zeit sein, der in unseren Tagen bei den Süßwasserrhizopoden in so ausgiebiger "Weise geübten Schaffung neuer Genera etwas Einhalt zu thun, und nicht für jede neu beobachtete Form auch sogleich ein neues Genus zu errichten. '-) Rendic. Istit. Lomb. 2 Sei. Vol. IX. Verfasser macht dem Referenten einen beson- deren Vorwurf daraus, dass er diese 1876 erschienene Arbeit von Maggi übersehen habe und schließt seine Abhandlung mit einer Lobrede auf die größere Gewissenhaftigkeit der italie- nischen Forscher , bezüglich der Berücksichtigung fremder Arbeiten. Was letzteren Punkt anlangt, scheint demRefer. kaum eine Vertheidigung der deutschen Forschung nothwendig zu sein; was dagegen den ihm persönlich gemachten Vorwurf betrifft , so kann er nur hervor- heben, dass es für einen ausländischen Forscher, der nicht am Ort einer großen Bibliothek seinen Wohnsitz hat , der reine Zufall ist, wenn er von einer der in den zahlreichen italieni- schen Journalen zerstreuten Arbeiten frühzeitig Kenntnis erhält. Die italienischen Forscher hingegen sollten, wenn es ihnen um eine Abwendung dieses Übelstandes zu thun ist, dafür Sorge tragen, dass ihre Arbeiten nicht in zahlreichen Gesellschaftsschriften sich zerstreuen, sondern ein geeignetes zoolog. Journal als Sammelpunkt für dieselben gründen , welches womöglich auch über die sonstigen Leistungen der italienischen Litteratur auf zoolog. Gebiet zur rich- tigen Zeit Kenntnis verbreitete. 2. Rhizopoda. 131 schliesse. Die hervorgehobene Diflferenzirung des Protoplasmas des Podostonm in die drei erwähnten Schichten soll schon von den frühesten Entwickelungsstadien ab erkennbar sein. Cattaneo, G., Intemo all' ontogenesi dell' Arcella vulgaris Ehbg. Con 1 tav. (14p.) in: Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Vol. 21. (Abgdr. in: Studi Labarator. Pavia, 1878.) Cattaneo sucht die vom Referenten (vgl. Arch. f. mikorosk. Anatomie. Bd. 11. 1874) nachgewiesene Bildung kleiner amöbenartiger Keime bei Arcella vulgaris durch die Verfolgung der weiteren Entwicklung dieser Keime bis zur Erlangung aller Charactere der ausgebildeten reifen Form zu vervollständigen. Das gleiche wurde auch schon früher durch Busk versucht ^vergl. Zeitschr. f. wiss. Zool. 30. Bd.), dessen Untersuchungen dem italienischen Forscher unbekannt geblieben sind. Der Referent muss jedoch gestehen, dass die hier zu besprechenden Unter- suchungen Cattaneo's ihm nicht die bei entwicklungs-geschichtlichen Beobach- tungen über Protozoen nothwendige Sicherheit zu bieten scheinen und dies haupt- sächlich aus zwei Gründen. Einmal weil der Verfasser die den Ausgangspunkt seiner Untersuchungen bildenden kleinen amöbenähnlichen Keime nicht selbst als Abkömmlinge der Arcella vulgaris direct erkannt hat und dann weil die Weiter- bildungsgeschichte dieser Keime zur entwickelten Arcella wohl hauptsächlich aus einer Vergleichung verschiedenartiger, nebeneinander getroffener Formen, jedoch nicht durch directe Verfolgung der allmählichen Entwicklung geschöpft ist. Wie gesagt, sind es kleine amöbenartige, nackte Organismen, welche Verfasser als die erste von ihm beobachtete Entwicklungsstufe der Arcella vulgaris schil- dert, und die er frei zwischen den ausgebildeten Arcellen angetroffen hat. Er leitet dieselben von den durch Referenten erkannten amöbenartigen Sprösslingen der Arcella her, findet jedoch bei dieser, seiner ersten Entwicklungsstufe noch keine contractile Vacuole, während Referent schon eine solche an den noch in der Mutter- schale eingeschlossenen amöboiden Sprößlingen bemerkte. Eine Unterscheidung von Exo- und Endoplasma ist schon möglich und es findet sich im Letzteren ein kernartiges Körperchen, das Verfasser jedoch im Gegensatz zum Referenten nicht als Nucleus bezeichnen möchte, sondern als Nucleolus , in- dem sich erst auf einem späteren Stadium durch Auftreten eines hellen Hofes um dieses dunkle Körperchen der eigentliche Nucleus bilden soll. Es soll demnach hier die Kernbildung in derselben Weise sich vollziehen, die E. van Beneden bei der Entwicklung der Gregariim gigantea beobachtet haben will , und die ähnlich auch Maggi für die Entwicklung der Amöben festgestellt haben will. Ungefähr gleichzeitig mit der Ausbildung dieses Nucleus erhält das Exoplasma eine sehr characteristische , feine , radiäre Streifung. Das Wachsthum schreitet constant fort, dagegen nimmt jetzt die früher recht lebhafte Beweglichkeit der jungen Arcella allmählich sehr ab und geht dieselbe schließlich in einen nahezu unbeweg- lichen Zustand über. Ein weiterer Fortschritt in der Entwicklung soll nun durch die Ausbildung eines besonderen, zwischen Exo- und Endoplasma zur Ausbildung gelangenden Mesoplasma's gegeben sein (den Abbildungen nach zu urtheilen ist dies eine helle körnchenfreie Zone zwischen dem gestreiften Exo- und dem körni- gen Endoplasma) . Mit dem Auftreten dieses Mesoplasma zeigt sich auch die erste contractile Vacuole, die innerhalb desselben zur Entwicklung kommt. Mit dem weiteren Wachsthum tritt die radiäre Streifung des Exoplasma s immer deutlicher hervor und setzt sich dieses gleichzeitig durch eine ziemlich scharfe Grenze gegen das Mesoplasma ab, was namentlich dadurch noch besonders hervortritt, dass das Exoplasma nun eine hellgelbe Färbung annimmt , die allmählich bis zum orange- gelblichen sich steigert. Die weitere Entwicklung führt zunächst zu einer Ver- mehrung der contractilen Vacuolen , worauf dann auch die Bildung der Schale 9* 132 A. Pyotozoa. beginnt , die zuerst als ein sehr zartes , imgefärbtes Schalenhäutchen auftritt , mit deutlich ausgesprochener hexagonaler Feklerung. Auch die Kerne vermehren sich jetzt und die junge Arcella erhält den characteristischen genau kreisförmigen ümriss. Das Exoplasma nimmt eine gelbrothe Färbung an, auch die Schale färbt sich gelblich und ihre hexagonale Feklerung wird deutlicher , wie auch auf der Oralseite die kreisrunde Eingangsöffnung deutlich hervortritt. Hiermit wäre denn der ursprüngliche amöbenförmige Keim bis zur Entwicklung aller wesentlichen Charactere der fertigen Arcella gelangt. ^] Barnard, W. S., New Rhizopod. With 1 pl. in: Amer. Quart. Microsc. Joiirn. Vol.l. Nr. 2. p. 83—85. Barnard beschreibt einige von ihm in Nordamerica beobachtete Arten des Genus Echinopyxis Clap. u. Lachm., und zwar außer der schon lange bekannten E. aculeata Ehbg. noch 2 neue als E. tentorium und hemisphaerica bezeichnete Arten. Wir heben aus der Schilderung dieser Formen hier hervor , dass Verfasser die bei aculeata und hemhphaerka in grösserer Anzahl (4 — 6 u. 3 — 7) sich findenden horn- artigen Fortsätze, von denen bei tentorium dagegen nur ein einziger auf der Spitze der etwas kegelförmigen Schale sich findet , wie Claparede und Lachmann an ihren Enden geöffnet fand und zuweilen auch Pseudopodien aus diesen Öffnungen hervortreten sah. Die diese hornartigen Fortsätze bildende Substanz soll ein diatominartiges Aus- sehen haben und die Hörner eine directe Fortsetzung der das Schaleninnere aus- kleidenden Lage sein , auf welche die die Schale incrustirenden Sandkörner auf- gelagert seien. Bei hemisphaerica mit nahezu halbkugliger und bei tentorium mit kegelförmiger Schalengestalt ist die Mündung nahezu central gelagert im Gegen- satz zu aculeata. Verfasser beschreibt ferner noch eine neue als Euglypha tegulifera bezeichnete Form, die Referent jedoch wegen des aus crystallinischen Körnern gebildeten äußeren Überzugs der Schale eher für eine Angehörige der Gattung Pleurophrys Clap. & Lachm. (= Pseuäodifßugia Schlumb.) halten möchte. Über das Fehlen von Nuclein in Pi-otamoeba. s. oben Brandt, p. 33. c) Foraminifera. Du Plessis, G. Note sur les Rhizopodes observes dans le limon du fond du lac [Leman]. in; Bull. Soc. Vaud. Sc. Nat. 2. ser. T. 10. p. 16G— 67. Auffallend ist die große Armuth des Tiefschlammes des Genfersees an Rhizo- poden, wie sich dies durch die Untersuchungen von du Plessis ergeben hat. Eine Erklärung für diese Erscheinung wurde noch nicht gefunden. Bis jetzt wurden nur 3 hiehergehörige Formen beobachtet, nämlich Amoeha princeps Ehbg., Amoeba terricola Greeff und Difflugia proteiformis Ehbg. Bei der letztgenannten Form wurde häufig wie dies für Verwandte schon mehrfach geschah, die Ent- wickelung einer großen Gasblase im Protoplasmakörper beobachtet, mittels deren 1) Der Referent kann seine Zweifel über die von C. geschilderte Schalenentmcklung der Arcella hier nicht unterdrücken. Ihm scheint es sehr möglich, dass die Schalenbildung schon viel früher anhebt und dass das sogenannte Exoplasma Cattaneo's, das sich intensiv gelb färben und durch eine radiäre Streifung auszeichnen soll , wohl die in Bildung begriffene Schale darstellt. Ich werde zu dieser Vermuthung um so mehr veranlasst , als ja bei der ausgebildeten Arcella von einem gelbgefärbten Exoplasma durchaus nichts bekannt ist und dieses vermeintliche Exoplasma auf den Abbildungen durch eine ganz scharfe Linie gegen den inneren Plasmakörper abgegrenzt gezeichnet ist , eine Eigcnthümlichkeit , die ebenfalls gegen dessen Deutung als Exoplasma spricht. 2. Rhizopoda. 133 die Individuen an die Oberfläche des Wassers, in dem sie gehalten wurden, em- porstiegen ; jedoch ließ sich bis jetzt nicht constatiren, ob sie auch in ihren na- türlichen Verhältnissen im See von diesem Mittel Gebrauch machen, um in höhere Wasserschichten emporzusteigen. Maggi, Leop., Contribuz. al Catalogo dei Rizopodi d'acqua dolce di Lombardia. in; Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Vol. 21. (Abgedr. in: Studi Laborator. Pavia, 1878.) 7 p. Maggi theilt mit, dass jetzt die Zahl der von ihm an verschiedenen Orten der Lombardei beobachteten Rhizopoden sich bis zu 30 Arten vermehrt habe, die sich auf 16 Genera vertheilen. Die neuerdings von ihm aufgefundenen und zu dem schon früher gegebenen Verzeichnis (s. Rendiconti d. R. Istit. Lomb. di Milano , Ser. 11. Vol. IX) sich hinzugesellenden Arten sind: Hyalodiscus rubi- cwidus Hertw. u. L., Actinosphaerium Eichhorni Ehbg., Hedriocystis jjellucida H. U. L., Clathrulina elegans Cienk., Heterophrys spinifera H. u. L. und Arcella viridis Perty, die er entgegen den Einwendungen anderer Forscher (so haupt- sächlich Claparede u. Lachmann; bis auf weiteres für eine von A. vulgaris Ehbg. verschiedene Art zu halten geneigt ist. Leidy, J., On Rhizopods occuring in Sphagnum. in: Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia, 1879. p. 162— 03. Leidy macht auf den großen Reichthum, in welchem sich Rhizopoden zwischen Sphagnen in gewissen Sümpfen finden, aufmerksam. So konnte er in dem Wasser, das sich aus einem kleinen Sphagnumbüschel aus einem Sumpf bei Malaga, Gloucester County N. J. auspressen ließ, nicht weniger als 40 verschiedene Arten nachweisen. 37 hierunter waren Amöben oder Thalamophoren, 3 hingegen Heliozoen. Im Speciellen waren vertreten 6 Arten von Difflugia, 7 von Nebela, einem von Leidy vor einigen Jahren gegründeten Geschlecht, das sich zunächst an Quadrida auschliesst , darunter eine neue Art N. contorta, von welcher eine kurze Diagnose gegeben wird. Von Arcella fanden sich 3 Arten vor, neben A. vulgaris noch A . discoides und mitrata , von welchen Referent sich nicht zu erinnern vermag, wo sie beschrieben sein sollen. Ferner zwei Arten eines Ge- schlechtes Heleopera, das gleichfalls Referent bis jetzt unbekannt geblieben ist ; 1 Quadrida, 2 Centropyxis, 2 Hyalosphaeria, 4 Euglypha, l Assulina, ein Geschlecht, das wie die angegebene Synonymie besagt, auf Euglypha bi-unnea und tincta sich gründet. Sphenoderia lenta Schlmb., die gleich Euglypha globosa Gart, sein soll und eine zweite neue Art des Geschlechtes Sphenoderia [Sph. macrolepis, die auf jeder Breitseite der birnförmigen Schale nur je 1 Paar großer hexagonaler Platten besitzen soll). Ferner Cyphoderia ampulla'^] = C. margaritacea Schlmb., 1 Tri- nema, 1 Pkicocista spinosa~j [=^ Euglypha spinosa, , Pseudodifflugia gracilis Schlmb. (== Pleurophrys sphaei-ica H. u. L.). Von Heliozoen waren vertreten: 1 Hyah- lampe, 1 Clathrulina und 1 Acanthocystis ; von amöbenartigeu Formen die Am- phizonella violacea Greeff? und zwei eigentliche Amöben. Referent hat diese Mittheilung etwas ausführlicher wiedergegeben, weil die- selbe über die systematischen Anschauungen des Verf. mehrfachen Aufschluss gibt, er kann jedoch bei dieser Gelegenheit nicht unterlassen zu bemerken, dass die von Leidy seit einer Reihe von Jahren fortgesetzten kurzen Mittheilungen über nordamericanische Rhizopoden ohne ausreichende Beschreibung der neu er- richteten Genera und Arten und bei dem gänzlichen Mangel der zum Verständnis durchaus nothwendigen Abbildungen sehr viel von ihrem Werth einbüßen, ja ge- 1) Aut.? Referent. 2j Dies Geschlecht Placocista, sowie das weiter oben erwähnte Assulina schienen hier zum ersten Mal aufgestellt zu sein. 134 ^- Protozoa. eignet sind, in mancher Hinsicht die schon hinreichend complicirte Synonymie nur noch mehr zu verwirren. Siddalt, J. D. (with the assistance of H. B. Brady), Catalogue of british recentForaminifera. ehester, 1879. Das von S i d d a 1 1 zusammengestellte Verzeichnis hritischer lebender Foramini- feren umschließt nur die marinen Formen, da aus der Fam. Gromida Carp. nur Lieherkühnia Wagneri Clap. (von Siddall in Colwyn Bay, North Wales beob- achtet), 2 Arten von Gromia und 1 Art von Cyphoderia [Lagyiiis] aufgeführt werden. Die Fam. der MilioUda Carp. ist vertreten durch 27 Arten und zwar Cornuspira 2, Nubecularta 1, Biloculina 5, Milolina [Triloctilina und Quinque- loculina) 14, Spiroloculina 4 und Hauermal. Yon f'Lüuolidae, im Carpent ersehen Sinne, finden sich : 20 Arten und zwar Psammosp/iaera 1, Jacullela 1 , Astrorhiza 1 , Haliphysema 2, Reophax 3, Halojyhragmiuni 3, Ammodiscus 4, Trochammina 3, Valvulina 2.1). Die Fam. der Lagenida Carp. hat 65 Vertreter, darunter Lagena 27, Glandulina 1, Lingulina 1, Nodosaria %, Dentalina A, Vaginultna 2, Marginidina 3, Cristellaria 5, Polymorphina 13 und Uvigerina 3. Die Fam. Glo- bigerinida weist 63 Arten auf und zwar Sjjirillina 3, Orbulina 1 , Globigerina 1 , Sphaeroidina 1 , Pullental, Texttdaria 8, Bigenerina 2, Gaudryina 1, Verneuilina 2, Bulimina 7, Virguliiia 1, Bolivina 3, Chilostomella 1, Cassidulina 4, Disco7-hina 7, Planorbiilina 3, Truncatulina 2, Anomalina 1, Pulvinulina 9 , Polalia 3, Tinoporus2. Fam . Nummulinida mit 1 1 Arten und zwar : Patellina 1 , Operculina 1 , Poly- stomella 3 ud Nonionina 6. Carter, H. J. Notes on Foraminifera. Ann. Nat. Hist. (5.) Vol. 3. June. p. 407 — 414. Carter nimmt Gelegenheit, einige Gedanken, die er sich über verschiedene Verhältnisse der Foraminiferen gebildet hat auszusprechen. Die besondere Art der Carter'schen Publicationen, die allen Lesern derselben wohl bekannt sein wird, macht es dem Referenten nicht wohl möglich,, dem Verfasser in seinen Ge- dankengängen gleichmäßig zu folgen , sondern er muß sich darauf beschränken, die ihm wichtigst scheinenden Punkte hervorzuheben. Die durch Schulze und Hertwig nachgewiesene Kernhaltigkeit der marinen Foraminiferen im Zu- sammenhang mit den von Carter 1861 nachgewiesenen sog. Fortpflanzungs- kugeln gewisser Foraminiferen^) macht es dem Verfasser sehr wahrscheinlich, dass zwischen den marinen Foraminiferen und den Stißwasserformen, wie Amoeba und Euglypha sehr innige Beziehungen beständen, so dass er auch das Vorkommen von contractilen Vacuolen bei den ersteren nicht für unwahrscheinlich hält. Auch die Fortpflanzungsverhältnisse beider Formenkreise hält er für sehr ähn- liche und glaubt daher , «dass die Fortpflanzungskugel der Foraminiferen, nach- dem sie abgelegt worden sei, den Wandlungen folgen möge, die bei Euglypha alveolata (von ihm) beobachtet worden sind, d. h. sie mag amöbiform werden oder Cilien extemporisiren zum Zweck der Fortbewegung.« Aus einer folgenden Stelle, die jedoch dem Referenten nicht durchaus verständ- lich ist, scheint hervorzugehen , dass Verfasser geneigt ist, den polythalamen Foraminiferen für jede Kammer einen Nucleus zuzuschreiben, wenn sich ein solcher auch nur in einer Kammer demonstriren ließe. Für die einfachste Fora- ') Die von Wright beschriebene DendropJirya fehlt dem Verzeichnis. Referent. 2) Referent braucht wohl kaum besonders zu betonen, dass die Bedeutung dieser soge- nannten "Spherules" als Fortpflanzungskörper der marinen Foraminiferen in noch viel höherem Grade zweifelhaft ist, als dies bezüglich der von Carter von dem Kern der Süß- wasserformen hergeleiteten sogenannten Eier oder Sporen der Fall ist. 2. Rhizopoda. 135 miniferenform hält er sein Genus Gypsina^ da hier die Kammern keine Mündungen besitzen und ein Canalsystem nicht entwickelt ist. Squamulina sei nicht so ein- fach gebaut wegen des Besitzes einer Mündungsöflfnung. Bei Gelegenheit der Er- wähnung dieses bekanntlich von M. Schultze für eine festsitzende imperforate und monothalame Form errichteten Genus, spricht sich Verfasser dahin aus, dass er die Schalenstructur, ob perforirt oder nicht, kalkig oder sandig nicht für maßgebend zur Errichtung verschiedener Geschlechter für sonst in ihren Ge- staltsverhältnissen übereinstimmende Formen erachte und dass er daher die früher von ihm zu der Gattung Squamulina gezogenen sandschaligen Formen auch fernerhin für hiehergehörig halte. In einem folgenden Abschnitt beschäftigt sich C. mit den apical verzweigten Formen der Foraminiferen, nämlich den Gattungen Polytrema und Carpenteria so- wie seiner Squamulina scopula (= HaUphysema Tmnanowiczü Bbk) var. 7-acemosa, ohne dass jedoch über die Bauweise dieser vom Verfasser bei früheren Gelegen- heiten schon mehrfach beschriebenen Formen Neues erwähnt würde. Norman wird wegen der Aufstellung einer besonderen Ordnung der Schwämme für die Gattung HaUphysema und ihre Verwandten getadelt, wie auch wegen der von ihm ausgesprochenen Zweifel über die wahre Stellung seiner Ge- nera Technitella und Marsipella , die nach Carter, der Technitella legumen auch selbst untersucht hat, unzweifelhaft zu den Foraminiferen zu rechnen sind. Durch seine früheren Untersuchungen der von ihm unter dem Namen Bdelloi- dina aygregata beschriebenen sandschaligen Foraminifere glaubt C. die gewöhn- liche Ansicht, dass die sandschaligen Formen imperforirt seien widerlegt zu haben, aber auch für die eigentlichen Imperforaten mit porcellanartiger Kalk- schale hält er den Mangel der Porosität für nicht erwiesen, sondern glaubt eher, dass die Feinheit der Poren unsere optischen Hülfsmittel überschreite. An den Kieselsteinkernen einer Miliola hat er auf verschiedenen Theilen, hauptsächlich »about the angle« Fortsätze beobachtet, die von der Ausfüllung die Schale durch- setzender Poren herrühren sollen. Bezüglich der von ihm früher beschriebenen (Ann. Nat. Hist. (4.) Vol. 20.) Rotalia spiculotesta , deren Schale sich aus durch Chitin verkitteten, von dem Organismus selbst erzeugten Spicula aufbaute, wird hier noch auf die Ähnlichkeit i ? Referent) hingewiesen, die zwischen diesen Spicula und den Schalenplättchen von Euglyplm bestehen soll, sowie mitgetheilt, dass nach der Beobachtung Brady's diese Spicula aus Kalk bestehen. Brady, H. B., Notes on some of the Retieularian Rhizopoda of the »Challenger" Expedition. I. On new or little known arenaeeous tyjies. in: Quart. Journ. Microse. Sc. Vol. 19. Jan. p. 20—63. 3 pl. Brady, dem die reiche Sammlung von Grundproben (von 354 Stellen), welche die »Challenger«-Expedition auf ihrer großen Reise zusammengebracht hat, zur Untersuchung anvertraut ist, wird einstweilen, bis zum Erscheinen der Gesammt- arbeiten über die zoologische Ausbeute dieser Expedition, die besonders inter- essanten, bis jetzt von ihm gefundenen Formen vorläufig beschreiben. Er beginnt mit einer Darstellung der sandschaligen Meeresformen, über die in letzterer Zeit hauptsächlich von englischen Forschern viel geredet wurde, ohne dass dieselben jedoch eine entsprechende Schilderung gefunden hätten. In der Einleitung wird ein Abriss der geschichtlichen Entwickelung unserer Kenntnis hauptsächlich der größeren Sandforaminiferen gegeben. — Durch zwei chemische Analysen der Gehäuse solcher Sandformen wird hauptsächlich die Frage nach der Natur des die Sandkörner und sonstigen fremden Bestandtheile, die die Schale aufbauen, zusammenkittenden Cements aufzuklären versucht. Hyperammina elongata ergab folgende Resultate : 136 A. Protozoa. Glühverlust (organische Substanz 4- COo) ... 2,9 SiO.2 -92,5 FejOa 4- etwas AI2O3 2,0 CaO + MgO 2,2 99,6 Cyclammina cancellata dagegen : Glühverlust 7,4 SiOo -80,5 FeaOg + etwas KhO^ 8,9 CaO -2,9 99,7 Das Eisen ist als '^Q'fi.i in den Schalen vorhanden, nicht als Silicat oder Phos- phat. Phosphorsäiire fehlt überhaupt bei ersterer Form, bei letzterer war sie in nicht bestimmbaren Spuren vorhanden. — Die braune Färbung der Schalen ist jedenfalls durch das Fe203 verursacht, ob jedoch immer bei Foraminiferen, bleibt fraglich. Aus obigen beiden Analysen, die nur einen sehr geringen Gehalt an CaO er- gaben, sowie aus dem Umstand, dass die Schalen gewisser von dem Verfasser beobachteter Sandforaminiferen eine Behandlung mit Salpetersäure ohne Schaden ertragen, dass er ferner später näher zu beschreibende Miliolae gefunden hat, deren Schalensubstanz Kieselsäure sein soll, während andererseits die sandige Bedeckung gewisser Trochamminae und Miliolae von einer chitinigen Hüllmasse zusammengehalten wird, ergibt sich, dass weder CaCOs noch Fe203 nothwendig das Cement der Schale der Sandforaminiferen bilden, sondern dass sowohl eine Chitinhülle den Sandkörnern zur Befestigung dienen kann, als andererseits wahr- scheinlich auch Si02 diese häufig verkittet. Bezüglich des feineren Schalenbaues ist Verf. der Ansicht, dass sich unter den Sandforaminiferen auch solche mit per- forirter Schale finden. Die beschriebenen Formen sind; Psammosphaera fusca F. E. Schulze. Nord- u. Südatlant. Ocean, nördl. stiller Ocean. 250—2740 Faden. Sorosphaera n. gen. Charact. Schale frei und unregelmäßig, aus einer An- zahl unregelmäßig zusammengewachsener convexer oder sphärischer Kammern aufgebaut, die sich nicht oder mehr oder weniger umfassen. Ohne größere Kam- meröfi'nung. Größter Durchmesser der bis jetzt allein beobachteten Art S. con- ßisa n. sp. 4,5 mm. N. Atl., S. Atl., N. Pacif. 900—2900 Fd. Pelosina n. g. Schale frei, einkammerig [P. rottmdata n. sp.) oder auch melir- kammerig [P. variabilis n. sp.); Schalenwand aus dicker Schlammlage gebildet ; terminale Kammeröffnung in chitinöse Röhre ausgezogen. (Zweifelhaft, ob nicht nur etwas alterirt hervorgetretene Sarcode.) Kammerlänge bis 8 mm. (P. varia- bilis). Bis 1675 Fad. Hyperammina Brady. Schale frei (a) oder angewachsen (b, c), röhrenförmig verlängert. Apicalende seitlich geschlossen und zum Theil kuglig angeschwollen (b, c ) , Oralende nicht eingeschnürt, zum Theil verästelt (b) oder vielfach liin- und hergewunden (c) . Sandig, Schaleninneres glatt. a) H. elongata Brady. Verbreitung sehr weit, bis 2600 Fd. b) H. ramosa n. sp. von ähnlicher Verbreitung. c) H. vagans n. sp. N.- u. S. Atl., N. Pacif., haupts. 2000 Fd.: steht sehr nahe einer Form aus paläozoischen Kalken (haupts. silur. Kalk von Girvan in Ayrshire) . Jaculella n. g. Schale langgestreckt und meist ganz gerade, Apicalende zuge- spitzt und nach Oralende kegelförmig sich erweiternd. Sandig, sehr compact und 2. Rhizopoda. 137 hart. Äußere und innere Oberfläche rauh (letztere etwas weniger) , tiefbraun, nach Oralende lichter. (L. S,5 mm.) /. acuta n. sp. Es blieben einige Zweifel über die Natur dieser Formen, ob nämlich nicht vielleicht Annelidengehäuse vorliegen. Mac' Intosh hat sich gegen ihre Zugehörigkeit zu Anneliden ausgesprochen. Marsipella Norman. Schale frei, spindelförmig nach den beiden geöffneten En- den sich gleichmäßig zuspitzend; feinsandig. M. (/ranulosa n. sp. Rhabdammina Sars. Rh. abyssroum. Sehr häufig auch auf südl. Hemisphäre. Rh. linearis n. Sp. Rhizammina n. gen. Schale frei (?) , fein röhrenförmig , vielfach verzweigt und biegsam, verstrickte, algenartige Büschel von unbestimmter Größe bildend. Chitinig sandig, äußerlich schwach rauh. Rh. algaeformis n. sp. bis 2160 Fd. Sagenella u. gen. Schale auf Muschelschalen oder anderen Objecten aufge- wachsen, wird von feinsandigen Röhrchen gebildet, die sich vielfach dichotomisch verzweigen und anastomosiren. Endzweige mit runder Öffnung. Länge unbe- stimmt. S. frondescens n. sp. Seichtes Wasser (16 — 35 Fd.), Süd-Pacif., unter NuUi- poren. Astrorhiza Sandahl. A. catenata Norm. N., Atl., S. Pacif. 290—2760 Fd. A. cornuta n. sp. S. u. N. Atl., S. Pacif., 350 — 1100 Fd. Aschemonelh n. gen. Schale frei ein- oder mehrkammerig. Kammern aufge- bläht, von sehr ungleichmäßiger Gestalt und Größe. Mit zwei oder mehr Öffnun- nungen, von jeder derselben kann die Bildung einer neuen Kammer ausgehen. Wände dünn und compact. A. scahra n. sp. N. u. S. Atl., N. Pacif., 1000 — 2000 Fd. Thurammina n. g. Schale frei oder angewachsen (a zuweilen), einfaches rund- liches, monothalames Gehäuse (zuweilen einige Individuen bei a äußerlich auf- einandergewachsen) . Mehr oder weniger zahlreiche verschieden angeordnete Öffnungen, die auf zitzenförmigen Papillen liegen oder daneben noch eine röhren- förmig ausgezogene Hauptöffnung (a) . Schalenwand dünn, sandig oder chitinös- sandig. a) Th. papillata n. sp. N. u. S. Atl. u. N. u. S. Pacif. Tiefsee. b) Th. albicans n. sp. Tiefsee. C^ Th. compressn n. sp. Die Gattung Lituola der Carpenter'schen »Introduction« oder die damit etwa gleichbedeutende Familie der Litnolidae von Renß, schlägt der Verfasser vor, in nachstehender Weise in Gattungen zu zerlegen, wobei er betont, dass die Unter- scheidung dieser Gattungen, in eben dem Sinne wie dies die Auffassung Carpenter's und der englischen Foraminiferologen im allgemeinen ist, eine künstliche Aus- zeichnung von Haupttypen bedeute. Allgemeiner Character der Gruppe LittioUdae : Äußere Oberfläche mehr oder weniger rauhsandig; Septenbildung bei den poly thalamischen Formen rudimentär oder unvollständig. A) Kammerhöhlungen nicht durch Einwüchse von Seiten der Schale labyrinthisch. a) Angewachsen mit der Flachseite Placopsilina d'Orb. b) Säulig, an einem Ende angewachsen Haliphysema Bowb. (?)i). Die Rhizopodennatur von Haliphnsema erachtet Br. jetzt für sicher gestellt. 138 A. Protozoa. c) Frei, monothalam oder polythalam, und dann einreihig nicht Spiral Reophax Montf. d) Frei, theilweise oder gänzlich Spiral, nautiloid oder bischoffstabähnlich Haplophragmmm Rss, B) Kammer höhl ungen untergetheilt, labyrinthisch. a) Angewachsen mit der Flachseite Bdelloidina Cart. b) subcylindrisch , säulig an einem Ende ange- wachsen Polyphragma Rss. c) Frei, einreihig, gestreckt od. gebogen, nie spiral Haplostiche Rss. d) Frei, theilweise oder vollständig spiral Liiuoh Lmrck, Beschrieben werden : Placopsilina vesictdaris n. sp. N. Atl., 1215 Fd. Reophax Montf. Schale frei, entweder von einer lagenaartigen Kammer ge- bildet (a) oder eine Anzahl Kammern nodosariaartig zusammengereiht in gerader, gebogener oder unregelmäßiger Linie. Kammerhöhlungen nicht labyrinthisch. Textur rauhsandig (au. b) chitinössandig (c) oder aus Kieselspicula gebildet (d). a) R. difflugiformis n. sp. Tiefsee, N. u. S. Atl., S. Pacif. ' b) R. nodulosa n. sp. Weite Verbreitung, 1400 — 2000 Fd. c) R. membranacea n. sp. Tiefsee, S. Atl. d) R. spiculifera n. sp. S. Pacif., 256 — 2300 Fd. In ähnlicher Weise wie für LHuola wird auch die Untertheilung des Genus Trochammina P. & J. vorgeschlagen und zwar in die vier folgenden Genera : Ammodiscus Reuß. Schale frei, röhrig und in verschiedener Weise aufgerollt, zuweilen eingeschnürt, jedoch nicht wirklich durch Scheidewände getheilt. Trochammina V .&. ^ . (s. Str.). Schale rotaloid, nautiloid oder trochoid, meist frei, mehr oder weniger deutlich septirt. Hormosina n. gen. Typischer Schalenbau nodosariaartig. Wird die primäre Kammer sehr groß, so unterbleibt weitere Kammerbildung fa zuweilen) . Webbina d'Orb. Ganz oder theilweise angewachsen, entweder einfache halb- kuglige, ovale oder subsphärische Kammer mit oder ohne anhängenden Hals ; oder Reihe vonzeltähnlichen durch stolonenartige Röhren zusammenhängendenKammern. Zu Trochammina gehörig werden beschrieben : Tr. trullissata n. sp. Weit verbreitet, bis 2200 Fd. Tr. ringens n. sp. Selten, jedoch weit verbreitet, bis 1900 Fd. Tr. jKiuciloctdata n. sp. Tr. coronata n. sp. N. u. S. Atl. bis 1900 Fd. Tr. lituiformis n. sp. N. u. S. Atl. bis 900 Fd. Hormosina n. g. (siehe oben). a) H. globulifera n. sp. N. u. S. Atl. u. N. u. S. Pacif., bis über 2000 Fd. H. ovicuh n. sp. 1900—2600 Fd., S. Atl., N. u. S. Pacif. Cyelammina n. gen. Schale frei nautiloid, mit 2 — 3 sich gänzlich oder fast gänzlich umschließenden Umgängen und sehr zahlreichen Kammern. Höhlungen derselben meist mit feinen saudig-röhrigen Auswüchsen erfüllt. Öfinung normal ein halbmondförmiger Schlitz, daneben häufig noch eine Anzahl Poren auf der letzten Scheidewand. C. cancellata n. sp. = Lituola canariensis Carter, sehr weit verbreitet. 350 — 1900 Fd. Brady, H. B., Notes on some of the Reticularian Rhizopoda of the »Challenger« Expedition. II. Adclitions to the knowledge of porcellanous and hyaline types. in: Quart. Journ. Microsc. Sc. Vol. 19. Oct. p. 261— 299. Taf.VIII. In einer zweiten Mittheilung bespricht Brady die hervorragendsten Resultate, 2. Rhizopoda. 139 welche das Studium der während der Challengerexpedition gesammelten Fora- miniferen aus den Abtheilungen der porzellanschaligen (Farn. Miliolidae Carp.) und der hyalinsehaligeu Perforata Carp. ergeben hat. Was zunächst die Familie der Miliolidae Carp. betriift, so hat diese Gruppe verhältnismäßig die geringste Ausbeute, sowohl an neuen Formen als auch an sonstigen interessanten Beobachtungen geliefert. Interessant ist zunächst der Nachweis der seither nur in fossilem Zustande be- kannten Nribecularia tibia Park. u. J. auch in den jetzigen Meeren. Durch Parker und Jones wurde diese Form zuerst in gewissen triasischen oder rhaetischen Schichten Englands nachgewiesen, jedoch vonBrady auch im Lias gefunden. Die Challengerexpedition brachte dieselbe mit von den Philippinen (95 Faden) und der Humboldbai, Papua (37 Faden). Von der Gattung Hatterina d'Orb. wurden zwei interessante neue Arten auf- gefunden, von denen die eine, H. exigna n. sp., sich als eine Mittelstufe zwischen der ungekammerten Gattung Comuspira und den sehr deutlich gekammerten übrigen Arten der Gattung Hauerina darstellt, die andere hingegen, H. inconstatis n. sp., sich durch die interessante Umbildung der aufeinanderfolgenden Win- dungen an einem und demselben Individuum auszeichnet. Es beginnt nämlich diese Form ihr Wachsthum als eine symmetrische ungekammerte Spiralröhre wie Comuspira, geht hierauf nach einigen Umläufen in die Gestaltung der Gattung Spiroloculina über, um schließlich in den letzten Umgängen die Charactere der Gattung Hauerina anzunehmen, indem die Zahl der Kammern dieser Umgänge sich auf 3 — 4 erhöht. Bezüglich der eigentlichen Miliolae Gattung Miliola Carp.) hat sich Brady durch das Studium der Challengerbefunde von neuem überzeugt, dass die Unter- scheidung der d'Orbigny 'sehen Gattungen Triloculina und QuinquelocuUna nicht aufrecht erhalten werden kann. Die Gründe hierfür sind: die relative Seltenheit der rein nach dem für Triloculina von d'Orbigny aufgestellten Schema gebauten Formen, wogegen die meisten QuinqneiocuUnen ein Triloculina- artiges Wachsthumsstadium durchlaufen. Als weiterer Einwurf wird hervorge- hoben, dass die Zahl der äußerlich sichtbaren Kammern keineswegs stets drei oder fünf betrage (wie dies jedoch für QuinquelocuUna schon von Carpenter früher hinreichend betont wurde ; Refer.), so wird eine neue Form MilioUna alveo- liniformis kurz beschrieben, bei der zuweilen 7 — S Kammern äußerlich sichtbar sind (es ist dies eine im Alter feinsandige Form; . Eine weitere neue Form wird unter dem Namen Miliolina triquetra beschrieben und soll deren Bauweise gleich- falls für die oben berührte Frage von Bedeutung sein (Referent ist jedoch nicht im Stande sich aus der gegebenen Beschreibung eine deutliche Vorstellung dieser Form zu bilden) . Für die vereinigten Gattungen Tri- und QuinquelocuUna wird die schon von Williamson gebrauchte Bezeichnung Miliolina wieder in Vorschlag gebracht. Mit einigen Worten wird des Umstandes gedacht , dass sehr junge Exemplare der Genera PeneropUs und OrbicuUna eine punktförmige Zeichnung ihrer Schalen zeigen, die sehr den Eindruck von Perforirung mache , jedoch scheint Verfasser geneigt zu sein , dennoch die Richtigkeit der Carpenter' sehen Ansicht festzu- halten , dass diese Zeichnung nur von oberflächlichen Grübchen herrühre. Auf alten Schalen einer MiUoli7ia wurden häufig in regelmäßigen Linien geordnete Poren beobachtet, die jedoch durch Abreibung der Schalenwände an verdünnten und über die Oberfläche erhobenen Punkten hervorgerufen worden sein sollen. Eine kurze Erwähnung findet auch die ziemlich häufig getroffene Dactylopora eruca (bekanntlich nach Carpenter, Parker und Jones eine Angehörige der Familie der Milioüden) . Obgleich Verfasser auf eine nähere Besprechung des 140 A. Protozoa. neuerdings von Munier-Chalmas ^vergl. diesen Jahresbericht p. 153) ver- suchten Nachweises, dass diese Form, wie die Dactyloporiden überhaupt, zu den Algen gehörten , nicht eingeht , kann er dennoch seine Zweifel an der Richtigkeit der Muni er' sehen Ansicht nicht unterdrücken und kann in der Stellung, welche dieser Form von Parker und Jones unter den Milioliden angewiesen wurde, keine Anomalie erkennen. Unter den hyalin- oder glasschaligen Perforaten hat die Kenntnis der Familie der Nummuliniden nur sehr geringe Erweiterung durch die Untersuchungen der Challengersammlungen erfahren , wogegen die Familien der Lagenida und Globigerinida eine reichere Ausbeute ergeben haben. Einen sehr großen Reichthum von neuen Formen hat das Genus Lagena geliefert, deren ausführliche Schilderung dem späteren Hauptwerk aufgespart bleibt. Die Lagenen haben sich bis zu den größten Tiefen hinab, in zum Theil sehr characte- ristischen und schönen Vertretern gefunden. Unter den A'ofZoso?-/a-artigen Formen sind hauptsächlich die in ziemlicher Zahl angetroffenen Arten des Genus FroncUcnlaria und des sehr nahe verwandten Ge- schlechts Flabellina von Interesse. Beschrieben und abgebildet sind in dem vor- liegenden Bericht zwei neue Arten von Fründicuhria, nämlich Fr. spathulata (Ki- insel, 129 Faden) und compta (Baßstraße, 3S Faden). Von dem seither nur fossil bekannten Genus (Untergenus ? Refer.) Flabellina dOrb. werden recente Arten beschrieben , die erstere soll identisch sein mit der von Münster'schen Art Fl. cuneata (Ki-Insel, 129 Faden), die zweite Art Fl. foliacea steht der von C. Schwager beschriebenen fossilen Frondicularia foliacea sehr nahe und unterscheidet sich von dieser nur durch den Character, der überhaupt die Genera Frondicularia und Flabellina unterscheidet, nämlich die unregelmäßige oder cristellariaartige Anordnung der Anfangskammern bei dem letzteren Geschlecht. In die Nähe der Nodosarien wird auch eine sehr interessante neue Form gestellt, die mit gewissen von Rup. Jones unter dem Gattungsnamen Ramulinu aus der Kreideformation von Nord-Island sehr unvollständig beschriebenen Resten identi- ficirt wird. Brady , der auch diese Kreideformen durch eigene Untersuchungen kennt , ist überzeugt von der generischen Identität der recent gefundenen Ramu- lina globulifera n. sp. mit den Resten der Kreide. Die Gattungseigenthümlichkeiten dieser interessanten Formen bestehen kurz in Folgendem : Schale frei, hyalin und perforirt , aus einer Anzahl bis S und mehr) kugliger Kammern bestehend , die durch ziemlich lange Röhren in Verbindung stehen, außerdem entspringen jedoch von den Kammern noch 2 — 6 ähnliche ziemlich lange Röhrchen, die entweder mit einer Mündungsöflfnung endigen oder zum Theil wieder in neue Kammern an- schwellen, die ähnlich gebaut sind wie die beschriebenen. (Referenten scheint namentlich von besonderem Interesse die Ähnlichkeit , welche die kalkschalige Form in ihrer Bauweise mit gewissen Sandforaminiferen besitzt , weshalb auch der von Brady versuchte Anschluß an die Nodosarien ihm bis jetzt noch etwas zweifelhaft erscheint.) Aus dem Genus Uvigerina werden zwei neue Arten beschrieben , die sich durch den Übergang der jüngeren Kammern zu einreihigem Wachsthum auszeichnen und daher zu dem Genus Sagrina d'Orb. überführen. Es sind Uv. porrccta und Uv. inter- rupta 1) . Auch das Genus (? Untergenus , Referent) Sagrina wird durch die Be- schreibung und Abbildung zweier neuen Arten vermehrt, nämlich S. virgula und eine sandige Form S. divaricala. Nicht uninteressant sind die Beiträge zur Kenntnis der Familie der Globigeri- 'j Referent erlaubt sich zu bemerken, dass er nach den bisher als wesentlich für die Gattung Sagrina d'Orb. festgehaltenen Characteren, nicht einzusehen vermag, warum die be- schriebenen 2 Uvigerina-Yoxm.Gxv nicht direct der Gattung Sagrina einverleibt worden sind- 2. Rhizopoda. J41 nida. Aus der Gattung Spirillina werden 4 neue Arten bekannt gemacht, nämlich Sp. inaequalis (1), Ihnhaia (2), obcoju'ca (3) und tuberculata ;4), von denen die erste und dritte sich durch ziemlich ausgeprägte Asymmetrie auszeichnen (von der er- steren ist es Br ady sogar wahrscheinlich, dass sie mit der einen Seite festgeheftet war) ; die vierte Art zeichnet sich durch die Auflagerung exogener Schalenmasse aus, die die Nähte bis auf die des letzten Umgangs verdeckt. Bei der zweiten Art sind die Nähte durch ein erhabenes Band solcher äußerer Auflagerungsmasse gekennzeichnet. Das erst vor wenigen Jahren durch Norman recent angetroffene Genus Chilo- stmiella Reuß hat sich auch in den von der Challengerexpedition gesammelten Proben aus dem nörlidchen und südlichen stillen und dem nordatlantischen Ocean mehrfach gefunden. Die von Reuß unterschiedenen beiden Arten [ovoidea ww^ Czjzeki] hält Brady für identisch. Die Characteristik des Genus lässt sich nach der Brady sehen Beschreibung und Abbildung dahin zusammenfassen : Kammern eiförmig bis läng- lich , die Jiächstjüngere die ältere stets nahezu völlig einhüllend , so dass nur ein verhältnismäßig kleines und schief zur Längsaxe umschnittenes Segment des einen Poles der älteren Kammer frei bleibt : Kammeröffnung ein querer Schlitz an jenem Pol. Anwachsstelle und Mündung der aufeinanderfolgenden Kammern alternirend bald am einen , bald am andern Pol. Brady hält dies Genus für nahe verwandt mit Ellipsoidina Segu. Das ganz nahe mit Chilostomella verwandte, gleichfalls Reuss'sche Geschlecht Allomorp/iina ist jetzt zum ersten Mal auch recent ange- troffen worden und hält Brady die gefundenen , • sehr seltenen Exemplare Japan 345 Faden und Tahiti 620 Faden) für identisch mit der fossilen Reuss' sehen A. triff ona. Die bis jetzt seit d'Orbigny nur einmal bei den Seychellen wiedergefundene Gattung Pavonina ist von der Challengerexpedition auf 3 Stationen angetroffen worden, nämlich einer westindischen, bei den Admiralitätsinseln und bei Hono- lulu. Die genauere Untersuchung der bis jetzt allein bekannten Art P. ßabelli- fomiis d'Orb. ergab zunächst, dass es sich hier um eine entschieden perforate Foraminifere handle, die sich in ihren Bauverhältnissen wohl zunächst an die Texhdarien anschließt, d. d. ihre Anfangskammern sind nicht spiralig, wie früher vermuthet wurde, sondern zweizeilig alternirend, nach Art der Textularien ge- ordnet, die jüngeren Kammern jedoch, die sehr rasch in die Breite wachsen, wo- durch die Gesammtgestaltung der Art eine fächerförmige wird, gehen in die ein- zeilige Anordnung über. Statt einer einfachen Mündungsöffnung findet sich be- kanntlich eine Reihe größerer Poren auf der Endfläche der letzten Kammer. Aus der sehr großen Zahl der gesammelten Rotalinen wird in dem vorlie- genden Bericht nur eine abweichende neue Art der Gattung Planorbulma be- schrieben und abgebildet. Sehr wichtig sind ferner die Beiträge, welche durch die Challengerexpedition zur näheren Kenntnis der Gattung Glcbigerina geliefert wurden und zwar trug hierzu hauptsächlich die methodische Untersuchung der Meeresoberfläche mit dem feinen Netz bei, wodurch zahlreiche hiehergehörige und z. Th. neue Formen in ihrer Bedeutung als pelagische Organismen erkannt wurden. Das Interesse, welches dieses Genus, hauptsächlich wegen der letzterwähnten Eigenthümlichkeit in Anspruch nimmt, gibt Br. Veranlassung schon jetzt etwas genauer auf dasselbe auch in morphologischer und systematischer Beziehung ein- zugehen, namentlich auch deshalb , weil die Charactere desselben in ihrer Ma- nigfaltigkeit bis jetzt keineswegs hinreichend gewürdigt worden sind. Durch eine Vergleichung der bekannten und neu gefundenen G lob ifferina- Arten kommt Brady zu dem Resultat, dass dieselben sich in 3 Gruppen sondern, von denen die erste sich durch asymmetrischen trochoiden) Bau mit ausgehöhlter Unterfläche 142 A. Protozoa. (sog. Nabelhöhle; auszeichnet, in welche Aushöhlung sich die Mündungen sämmt- licher Kammern getrennt von einander öffnen. Den Tj'pus dieser Gruppe bildet die bekannte Gl. bnlloides d'Orb. ; außer dieser gehören jedoch noch hierher Gl. dubia Egger, Gl. cretacea d'Orb ; Gl. digitata n. sp. und Gl. marginata Reuß (mög- licherweise identisch mit der recenten Rosalina Linnei d'Orb. von Cuba'i. Die zweite Gruppe umschließt die Formen mit nur einer einzigen freien Mündungs- öffnung auf der letzten Kammer, die typische Form dieser Gruppe ist die Gl. inflata d'Orb., an die sich noch die Gl. Dtdertrei d'Orb. anschließt. In der dritten Gruppe schließlich treten Formen auf. die gleichfalls auf der Unterseite nur an der letzten Kammer eine kleine freie Mündung zeigen, dagegen auf der Oberseite noch accessorische, ansehnliche Mündungsöffnungen an zahlreichen Kammern wahrnehmen lassen, die sich sogar in Zweizahl an einer Kammer finden können. Als typischer Vertreter dieser Gruppe fungirt die Gl. rubra d'Orb., jedoch ge- hören noch hierher die Gl. conglobata n. sp.. Gl. sacculifera Brsiäy und Gl. helicina d'Orb. Es scheint, dass alle die aufgezählten Formen, mit Ausnahme der Gl. marginata, Reuß , in den Proben der Challengerexpedition sich gefunden haben. Die noch als neue Art aufgeführte Gl aequilateralis die in Anschluß an die Btd- fo?V/es-Gruppe besprochen wird, scheint Referent jedoch zu keiner der drei aufge- führten Gruppen gehören zu können , da sie wie Hastigerina eine symmetrisch spiralige Entwicklung zeigt und in ihren Mündungsverhältnissen (über die jedoch nichts bemerkt wird) sich wohl an die Bulloides-^r^x\)^^Q anschließen dürfte. Auf die Bestachelung glaubt B r a d y keinen Werth in systematischer Hinsicht legen zu sollen , da fast sämmtliche Arten von Zeit zu Zeit sich bestachelt gefunden hätten. Die vielbesprochene Orbuliiia hält Brady für einen subgenerischen Typus von Globigerina, der sich entwickle, indem die letzte Kammer einer G lobiger inaavtig sich aufljauenden Form zu bedeutender Größe anschwelle und den Globigeritiaartig gebauten Anfangs theil der Schale völlig umschließe. Mit der Bildung einer solchen abnorm großen Kammer soll bei den Foraminiferen das Wachsthum si- stiren, wie sich solches auch bei Cymbalopora bulloides und gewissen Modifica- tionen von Discorbina und Pulvinulina zeige, auch sollen alle diese durch die Bil- dung einer solchen großen Endkammer sich auszeichnenden Formen auch noch darin übereinstimmen, dass diese Großkammer eine zweifache Art der Perfori- rung besitze , nämlich neben den zahlreichen feinen Poren noch eine geringere Anzahl von grösseren zeige, wie dies ja von Orbulina allgemein bekannt ist. Bezüglich der Orbulina universa wird noch bemerkt, dass wenn überhaupt je eine größere Schalenöffnung an der ümhüUungskammer dieser Form existire, dies doch ein sehr seltener Fall sei. Die nicht selten gefundenen Öffnungen seien entweder durch Bruch oder durch Abreibung entstanden. Auch bei der erwähnten Cymbalopora soll die grosse Endkammer keine größere Hauptmündung mehr zeigen. Neben der Orbulina universa wird noch die O. ncojurensis Kammer unterschieden, die sich im Globigerinenschlamm recent gefunden hat. Die von d'Orbigny beschriebene Globigerina bilobata soll nur eine Doppelbil- dung von Orbulina sein. — Die Hastigerina Murrayana Wy. Thoms. wird gewiss mit Recht mit der schon von d'Orbigny beschriebenen Nonionina pelagica identificirt (oder doch höchstens für eine Varietät derselben erklärt; und auch hervorgehoben, dass schon d'O rb i g n y dieselbe im stillen Ocean pelagisch gefischt habe. Die seither nur von Norman wiedergefundene Gattung Candeina d'Orb. hat sich bei der Challengerexpedition sowohl pelagisch als auch in den Gruudproben aus dem südlichen atlantischen und stillen Ocean wiedergefunden. Sie soll sich 2. Rhizopoda. 143 nach Brady am nächsten an Globigenna anschließen. (Wie dies auch schon vor d'Orbigny angegeben wurde. Referent.) Hauptcharactere : Schale spiralig- trochoid, Kammern kuglig und gewöhnlich drei auf einen Umgang. Schalenwände sehr dünn und ungemein fein perforirt. An Stelle einer Hauptkammeröffnung findet sich eine Reihe kleiner Offnungen , die in ihrem Verlauf den Septallinien folgt. Nach Brady's Beschreibung scheint es , dass sich solche Reihen von Öffnungen auf einer größeren Zahl von Kammern bemerken lassen, nicht nur auf der letzten, wie die d"Orbigny"sche Diagnose der Gattung besagt. Referent.) Ein letzter Abschnitt der Arbeit ist der Besprechung der so interessanten pelagi- schen Foraminiferen im allgemeinen gewidmet und gibt zunächst einen kurzen geschichtlichen Abriss unseres Wissens vom pelagischen Leben dieser Organismen überhaupt, worin die Verdienste d'Orbigny's, Macdonald 's und des Major Owen um diesen Gegenstand gewürdigt werden. Die Untersuchung der von der Challengerexpedition mitgebrachten Oberflächenproben hat eine ganze Anzahl weiterer Formen als pelagisch auftretend nachgewiesen. Wir geben nachstehend das Verzeichnis dieser pelagisch beobachteten Formen, wobei wir diejenigen Arten, die nur sehr selten angetroffen worden sind, durch ein * bezeichnen, diejenigen von nur sehr localer Verbreitung durch ein f. G lobig erina bulloides d'Orb. » inflata d'Orb. » rubra dOrb. » sacculifera Brady. » conglobata Brady. » aequilateralis Brady. Orbidina universa d'Orb. •\Hastigerina pelagica d'Orb. sp. f » » var. Murrayana W. Th. Pullenia obliqueloculata P. & J. Sphaeroklina dehiscens P. & J. *Candeina nitida d'Orb. Pulvinulina Menardii d'Orb. » » var. tiimida. » canariensis d'Orb. » crassa d'Orb. » Micheliniana d'Orb. ^Cymbalopora bulloides d'Orb. * Chilostomella ovoidea Reuß. Brady unterwirft hierauf die Frage einer näheren Discussion, ob die erwähnten pelagischen Foraminiferen ausschließlich zu dieser Lebensweise bestimmt seien, oder ober sie sowohl pelagisch als in der Tiefe zu leben vermögen. Er entscheidet sich für die letztere Lösung und zwar aus einer Reihe von Gründen, die am Schlüsse der Abhandlung kurz zusammengefasst werden und die wir hier in ihren Hauptpunkten wiedergeben. 1) Unterliegt es keinem Zweifel, dass Foraminiferen wirklich bis zu bedeutender Tiefe auf dem Meeresgrund leben, da dies einmal durch die Formen mit sandiger Schale, dann aber auch dadurch bewiesen wird, dass zahlreiche Formen sich eben nur auf dem Meeresboden finden. 2) In den Genera Globigerina und Pulvinulina (hauptsächlich jedoch in letzterem) finden sich Formen, die zu den Gemeinsten im Schlamm des Bodens gehören, obgleich sie niemals an der Oberfläche des Meeres gefunden worden sind. 3) Die Vergleichung der pelagisch gefischten Exemplare mit den vom Boden 144 A. Protozoa. heraufgeholten derselben Arten ergibt im Durchschnitt eine geringere Größe für die ersteren und eine beträchtlichere Dicke der Schalenwandungen für die letzteren. 4) Auf dem Boden finden sich gewisse dickschalige Orbulinen und solche, die statt einer einfachen Schalenhülle eine aus mehreren durch Zwischenräume ge- trennten Lagen bestehende zeigen, von welchen Formen bis jetzt an der Ober- fläche durchaus nichts gefunden wurde. 5) Obgleich die Globigerinen auf dem Meeresboden der englischen Küsten sich finden, sind sie jetzt an solchen Stellen doch noch niemals pelagisch gefischt worden. 6) Die von Wallich constatirteThatsache, dass aus sehr großer Tiefe herauf- geholte Ophiuren in ihrem Mageninhalt zahlreiche Globigerinen aufwiesen. 7) Schließlich die übereinstimmenden Beobachtungen von Ehrenberg, Parker und Jones, Wallich und des Verfassers selbst, dass die aus der Tiefe heraufgeholten Globigerinen noch einen frisch aussehenden Sarkodekörper ent- hielten. (Die von Brady in dieser Hinsicht untersuchten Exemplare waren in der Weise erlangt, dass ein feines Netz an dem Schleppnetz (trawl?) befestigt war, dazu bestimmt, die von der Oberfläche des Bodens aufgewühlten feinen Formen aufzunehmen ; eine Vorsicht, die nicht ohne Bedeutung ist, da sich ja jedenfalls lebende Foraminiferen nur in der oberflächlichsten Schicht des Meeres- bodens finden) . Dem Einwand, dass die aus großen Tiefen heraufgeholten Foraminiferen bis jetzt noch niemals mit entwickelten Pseudopodien beobachtet worden sind, sucht Brady durch die plötzliche und so tiefgreifende Veränderung der Lebensbe- dingungen zu erklären, welcher dieselben durch die Heraufbeförderung an die Meeresoberfläche unterworfen wurden i) . Simonelli, V., Nuovo genere di Rizopodi del Calcare a Nullipore delle vicinanze di S. Quirico d'Orcia. in: Atti Soc.Tosc. Sc. Nat. Proc. verb. 1S79. p. LXXVI— LXXVII. Simone 11 i hat in dem Nulliporenkalk des Poggio die Sant' Ansano bei S. Quirico d'Orcia (den er für Miocfen hält) ein von ihm als Foraminifere gedeutetes ') Referent erlaubt sich zu den hier von Brady in 7 Punkten entwickelten Gründen einige kurze Bemerkungen zu machen. Gegen die Punkte 1 und 2 lässt sich natürlich nichts einwenden, sie sind jedoch auch nicht beweisend. Am gewichtigsten erscheinen die Punkte 3 und 7. Gegen 3 kann vielleicht geltend gemacht werden, dass sowohl die bedeutendere Größe, als auch die stärkeren Schalenwände der Individuen des Grundes sich daraus er- klären lasse, dass es eben einmal vorzugsweise die ältesten und größten Exemplare sein müssen die bei ihrem Absterben allmählich auf den Meeresboden hinabsinken, andererseits jedoch auch wohl denkbar ist, dass schon bei Lebzeiten die besonders schwerer gewordenen Exemplare sich nicht mehr an der Oberfläche halten können und allmählich hinabzusinken beginnen, wobei aber als die wahre Heimat dieser Formen dennoch die Oberfläche des Meeres zu betrachten sein dürfte. Der Punkt 5 ist wohl auch so zu erklären, dass die auf dem Meeresboden gefundenen Globigerinen dieser Stellen nicht hier gelebt haben, sondern durch Meeresströmungen hingeführt worden sind, die ja ohne Zweifel die minutiösen Schalen dieser pelagischen Foraminiferen weit verbreiten müssen. Der wichtigste Punkt 7 scheint mir gleichfalls nicht ohne begründete Zweifel passiren zu können. Abgesehen davon, dass bis jetzt wirkliche Lebenserscheinungen an solchen Tiefseeglobigerinen noch nie mit Sicher- heit constatirt wurden, ist es auch gar nicht absolut nothwendig, dass die noch mit Sarkode- inhalt in jenen Tiefen gefundenen Globigerinen lebendig gewesen seien, da M. Schnitze darauf aufmerksam gemacht hat, dass sich abgestorbene Polystomellen sehr lange erhalten und der Fäulnis widerstehen können (Org. d. Polyth. p. 21). Hierdurch wird dann auch gleichzeitig der Punkt zweifelhaft, da sich die vielbesprochene Ophiocoma ebensogut von solchen abgestorbenen, jedoch noch mit mehr oder weniger intactem Sarkodekörper versehenen Globigerinen, als wie von lebenden ernähren kann. 2. Bhizopoda. 145' ansehnliches Fossil gefunden. Dasselbe besitzt eine etwa pyramidenförmige Ge- stalt mit trapezoidalem Durchschnitt, und wird aus einer großen Anzahl rund- licher, in mehreren Ebenen übereinandergeschichteter und in linksgewundener Spirale geordneter Kämmer chen gebildet. Beziehungen glaubt S. zu den Genera Xubecularia, Carpentcria und Tinoporus aufzufinden, ohne dass jedoch die neue Form einem dieser Geschlechter angehöre. Er schlägt daher für sie die Bezeich- nung Kiibeculospira Sanguiricensis vor. Carter, H. J., On a new genus of Foraminifera f ^jjä/'os//;« informisj etc. in; Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 5, p. 500—502. PI. XVII a. Carter hat auf einer Coralle (Amphilielia octdaia), die im nordatlantischen Ocean, zwischen Schottland und den Faröern gesammelt worden war, eine Fora- minifere entdeckt, die er für den Vertreter eines neuen Geschlechtes hält und unter dem Namen ^/j//rosme infonnis beschreibt. Es bildet diese Form, die zu den polythalamen Perforaten und sonder Zweifel in die Familie Globigerinidae Carp. gehört, eine unregelmäßige ringförmige ümwachsung einer ca. ^^4" engl, messen- den Höhle in einem Stämmchen der erwähnten Coralle, einer Höhle, die durch Wiederverwachsung zweier Theiläste gebildet wurde. Die fragliche Foraminifere selbst wird aus unregelmäßig nebeneinanderge- häuften, flachen Kammern, von recht verschiedener Gestalt und Größe gebildet ; selten lagern sich auch einige aufeinander. Unter sich stehen diese Kammern durch eine oder auch mehrere Coramuuicationsöffnungen in Verbindung und am peripherischen Eande trägt jede der Randkammern eine größere Zahl umwallter, porenartiger Mündungen gewöhnlich etwa drei nach den Abbildungen) . Die Perforation der Kammerwände ist ziemlich fein und jedes Porenröhrchen durch- setzt ein mikroskopisches prismatisches Pfeilercheu, durch deren Zusammenlagerung die Kammerwände gebildet werden und die auf der freien Oberfläche der Kam- mern um jede Porenötfnung eine polygonale Umrandung hervorrufen. (Die ganze Bildung erinnert daher sehr an die ähnliche Beschaffenheit der Tubulirung bei Operculina. Refer.). Außerdem ist die Kammeroberfläche noch mit zahlreichen, unregelmäßig zerstreuten halbkugligen Tuberkeln übersät. Über die verwandtschaftlichen Beziehungen seiner neuen Form spricht sich Verfasser nicht eingehender aus, jedoch erinnert er an eine gewisse Ähnlichkeit mit Carpentcria . Referent glaubt, dass mit dieser Gattung sicher keine näheren Beziehungen vorhanden sind, dagegen hält er es nicht für unwahrscheinlich, dass die Carter'sche Aphros'ma in nächster Beziehung zu jenen unregelmäßigen, sog. acervulinen Formen des Genus Phnorhulina steht, ja wahrscheinlich letzterem Ge- schlecht geradezu eingereiht werden kann. Lankesfer, E. Ray, The structure oi Haliphysema Tumanowiczii. in: Quart. Journ. Microsc. Sc. Vol. 19. Oct. p. 476— 4S:3. PL 22. Lankester hat sich bemüht , die eigenthümliche Streitfrage über die Natur des Haliphysema = Squaniulina scopula Carter) durch eigene Beobachtungen zu controliren und ist hierbei durch Savile Kent unterstützt worden, der ihm zahl- reiche Exemplare dieses interessanten Organismus sowohl im lebenden, als auch durch Chromsäure und Alkohol wohl conservirten Zustand zur Verfügung stellte. Bekanntlich hat Kent vor kurzer Zeit durch eigene Untersuchung lebender Exemplare sich von der schon von Carter behaupteten Foraminiferennatur dieses Organismus überzeugt und namentlich die Bildung reich verästelter Pseudopodien- netze nachgewiesen. Eine gleiche Beobachtung an seinen Exemplaren zu wiederholen ist L . nicht ge- lungen , wohl deshalb , wie er mit Recht vermuthet , weil dieselben durch die Überführung in ihren Lebensbedingungen gestört waren. Was die äußere Gestal- Zoolog. Jahresbericht 1S79. 10 146 A. Protozoa. tung und die Schalenbeschaffenheit der untersuchten Exemplare anbetrifft, so boten dieselben nichts Neues von Bedeutung dar ; wir heben hier nur hervor, dass sie zum Theil in vieler Hinsicht den von H a e c k e 1 in seiner bekannten Abhand- lung abgebildeten Haliphyscma nahe kamen und in ihren allgemeinen Gestaltungs- verhältuissen einen recht beträchtlichen Grad von Variabilität darboten. An lebenden Exemplaren ließ sich nur wenig von dem Weichkörper erkennen, jedoch war es möglich Partien von feinkörnigem Protoplasma zu isoliren, die ge- wöhnlich bis zu 1 und 4 bläschenförmige, echte Nuclei enthielten. Es gelang hingegen an den mit Chromsäure und Alkohol conservirten Exemplaren, die in der bekann- ten Weise nach vorhergegangener Färbung in Balsam eingelegt wurden , durch vorsichtige Zertrümmerung und Entfernung der Schale einen vollständigen Ein- blick in den protoplasmatischen Weichkörper zu erhalten. Derselbe füllt die Schale völlig aus und zeigt, wie hier kaum besonders hervorgehoben zu werden braucht, ebensowenig eine Spur von zelliger Structur, als das Vorhandensein eines inneren Hohlraumes ; auch die Differenzirung einer Kindeuschicht ist nicht deutlich, wenn auch die oberflächliche Schicht etwas ärmer an Körnern ist als die tieferen Partien. Die Zahl der im Protoplasmaleib eingeschlossenen Nuclei ist ungemein groß ; sie sind , wie schon erwähnt, bläschenförmig gebaut, färben sich, namentlich ihre Membran leicht und intensiv ; der eigentliche Nucleuskörper ist fein granulirt bis hyalin. Der ungefähre Durchmesser dieser Kerne beti'ägt etwa ^/noo engl. Zoll. Die Hauptmenge der Nuclei soll in dem basalen Theile des Thierkörpers sich finden, wogegen in der Mündungsregion ihre Zahl stets sehr vermindert ist. Da- gegen wurden in dieser Gegend beieiner Anzahl Exemplaren ansehnliche Körper im Protoplasma aufgefunden, die in vieler Beziehung an die von H a e c k e l bei seinem Haliphyssema aufgefundenen Eier erinnern. Die Größe dieser eiähnlichen Gebilde schwankt von Y1500 — Vöoo"! ^ie kleinsten zeigten keine Spur eines Nucleus, die größeren hingegen ließen einen solchen deutlich erkennen , dagegen besitzen sie keine äußere Hülle und ihr Protoplasma hat eine ziemlich grobkörnige Beschaffen- heit. Auch die Quertheiluug eines derartigen Körpers wurde beobachtet. Lan- kester betrachtet diese Gebilde für eiähuliche Keime und sieht in ihrem Nach- weis bei Haliphysema eine Übereinstimmung mit den übrigen Foraminiferen sowohl, als auch mit den Radiolarien. Das eigentliche Protoplasma hat ein feinmaschig fibrilläres Aussehen, oder wohl besser ausgedrückt, eine fein vacuoläre Beschaffenheit. Einige dichtere Körnchen und Körperchen finden sich hier und da darin, bleiben jedoch an Größe hinter den Kernen zurück. 3 Wie gesagt , wurde das Pseudopodienspiel nicht beobachtet , dagegen hie und da auf den die Schale zusammensetzenden Spicula der conservirten Exemplare noch Reste von Protoplasma wahrgenommen, die ohne Zweifel von aus der Schale hervorgetretenem Protoplasma herrühren. Da sich in solchen Protoplasmaresteu gelegentlich auch noch Körner zeigten, so unterliegt es keinem Zweifel, dass auch diese zum Theil mit dem hervortretenden Protoplasma ihren Weg aus der Schale nach außen finden. Gelegentlich spricht L. noch die Ansicht aus, dass die eigenthüralichen spindel- förmigen Körperchen von Lubijrinthula und Chlamydomyxa sehr wahrscheinlich nur zahlreiche Kerne seien , ähnlich wie bei dem Haliphysema , was jedoch dem Refe- renten sehr unwahrscheinlich vorkommt, da die Zellennatur dieser Gebilde bei La- byrintJiula durch Cienkowsky hinreichend sicher gestellt scheint, während bei Chlamydomyxa Archer , der sich bekanntlich gerade um den Nachweis der Kerne zahlreicher Süßwasserrhizopoden recht verdient gemacht hat, die Abwesenheit von Kernen mit Bestimmtheit angibt. 2. Rhizopoda. 147 Dawson, G. M., On a new species of Loftiisia from British Columbia, in ; Quart. Journ. Geol. Soc. London. Vol. 35. P. 1. p. 69—74. PI. \l. Das von Brady aufgestellte, seither nur durch eine wahrscheinlich tertiäre Art vertretene Genus Loftusia hat durch die Entdeckung einer zweiten und zwar höchst wahrscheinlich der Kohlenformation angehörigen Form eine recht interessante Be- reicherung erfahren. Der Fundort dieser neuen Art ist Britisch Columbien, wo sie sich hauptsächlich in einem ausgedehnten Kalksteinlager des Thaies von Marble Canon findet. Das gleichzeitige, wie wohl spärliche Vorkommen von Fusulinen in diesen Schichten macht die auch aus stratigraphischen und petrographischen Gründen sehr wahrscheinliche Zugehörigkeit dieser Ablagerungen zur Kohlen- formation noch bedeutend sicherer. Die Häufigkeit des zu besprechenden Fossils in den erwähnten Kalksteinschichten ist zum Theil so beträchtlich , dass gewisse Lagen derselben geradezu ausschließlich von der Loftusia gebildet werden, wogegen andere Schichten nur spärlichere Einschlüsse derselben in eine aus den Schalen zahlreichei-er kleiner Foraminiferen gebildete Grundmasse zeigen. Das häufigste Vorkommen jedoch bildet ein kryptokrystallinischer Kalkstein mit zahlreichen von der Grundmasse nicht trennbaren Loftusiaeinschlüssen, welche Grundmasse hier vorzugsweise von körnigen Kalkpartikeln gebildet zu werden scheint , die den- jenigen, welche die Schale der Loftusien selbst zusammensetzen, sehr ähnlich sind. (Bekanntlich ist die Loftusia nach den Untersuchungen B r a d y ' s eine sandschalige Foraminifere, gegen welche Ansicht jedoch Carter aufgetreten ist, ein Umstand, der wie die Carter'sche Auffassung der Parkeria und Loftusia überhaupt von Seiten D a w s n' s nicht weiter berücksichtigt wird. Referent.) Bezüglich ihrer allgemeinen Gestalts- und Bauverhältnisse steht die neue Art der schon früher bekannten Loftusia persica Brady sehr nahe, bleibt jedoch in der Größe hinter derselben beträchtlich zurück. Die allgemeine Gestalt ist eine ei- bis spindelförmige und schwankt der Längedurchmesser gewöhnlich um ^'^/loo eng'i- Zoll, wogegen der Querdurchmesser er. ^'Yioo — ^Vuio Zoll beträgt (jedoch sind auch Exemplare bis zu ^"/iqo" Länge beobachtet worden). Der gewöhnlich regu- läre kreisförmige Querdurchschnitt der Schale zeigt , wie bei der L. persica zu- weilen mannigfache Unregelmäßigkeiten und Abweichungen , die wie dies von Brady für die letztgenannte Form schon hervorgehoben wurde, wohl auf erst nach dem Tode des Thieres hervorgerufene Abnormitäten und Zerstörungsformen oder aber auch zum Theil auf, mit dem Fossilisationsproceß in Verbindung stehende Vorgänge wie Zusammendrückung und dergleichen) zurückgeführt werden können. Wie bei Loftusia persica soll sich auch hier keine Embryonalkammer finden, sondern statt deren ein netzförmig-labyrinthischer centraler Nucleus. ^) Die all- gemeinen Bauverhältnisse der sich hieraus entwickelnden zahlreichen Umgänge sind ganz ähnlich der Loftusia persica , und da sich eine kurze Schilderung dieser Verhältnisse hier nicht wohl geben lässt, so muß Referent auf das Original oder die Bradysche Darstellung derselben bei der persischen Art verweisen. Die höchstbeobachtete Zahl der Umgänge betrug 17. Wie h&i Loftusia persica ^mii 1) Referent kann sowohl für die Loftusia persica, als auch für die neue Dawson' sehe Art, den Mangel einer Central- oder Embryonalkammer nicht anerkennen. Sowohl die Brady'schen Abbildungen als die, wenngleich mangelhafteren Daw sons zeigen deutlich eine kuglige bis ellipsoidische Embryonalkammer , die sich von den gewöhnlichen Embryo- nalkammern der Foraminiferen nur dadurch unterscheidet, dass ihr wohl ursprünglich weiter Binnenraum durch labyrinthische Einwüchse der Schalenwandung mehr oder weniger erfüllt ist, eine Eigenthümlichkeit, die ja bei einer nach Brady und Dajwson sandschaligen Fo- raminifere nicht besonders auffallen kann, da ja auch bei monothalamen Sandforaminiferen diese labyrinthische Erfüllung des Schaleninnern sich sehr häufig findet. 10* •[48 '^- Protozoa. die Umgangsräume wieder untergetheilt durch sehr schief zu den Umgangswän- den verlaufende Septen, die parallel der Windungsaxe ziehen. (Nach den beige- fügten Abbildungen zu urtheilen ist jedoch die Entwicklung dieser Septen und die dadurch bewirkte Kammerung der Umgänge hier bei weitem nicht so regel- mäßig wie bei Loftusia persica ; im Ganzen ist von diesen Septen auf den Abbil- dungen überhaupt sehr wenig zusehen. Referent.) Hierzugesellen sich jedoch noch zahlreiche säulchenartige Bildungen , die von der Innenfläche der Umgangs- wandungen durch die Hohlräume der Umgänge wachsen und entweder mit ihren centralen Enden frei endigen oder mit den erwähnten Septen, auf die sie treffen, oder aber der Außenfläche der Wandung des vorhergehenden Umgangs zusam- menwachsen. Ihrer Lage nach halten diese Säulchen auf Querschnitten eine ziemlich streng radiale Richtung ein, außerdem sind sie jedoch sowohl in Längsreihen parallel der Windungsaxe als auch in Querreihen oder vielmehr circulären Reihen parallel dem Aequator der Schale gruppirt. Interessant ist fernerhin die Art des Ursprungs dieser Säulchen auf der Innenfläche der Umgangswandungen : die Basis jedes Säulchens geht hier in eine kreuzförmige Verdickung dieser Wand über und zwar so, dass die Arme des Kreuzes parallel der Längs- und Querrichtung der Schale orientirt sind. Indem nun die entsprechenden Kreuzarme der benachbarten Säulchen in einanderfließen, entsteht so auf der Innenfläche der Umgangswandun- gen eine Art von aus viereckigen Maschen gebildeten Netzwerks, dessen Maschen gewissermassen eine Art von unvollständiger Kämmerchenbildung hervorrufen. Fernerhin sind jedoch die Zwischenräume zwischen den peripheren Abschnitten der Säulchen noch durch eine lockere netzartige (cancellatedj Schalenmasse aus- gefüllt, die mehr als die peripherische Hälfte der Umgangshöhlungen erfüllen kann. Eine deutliche Trennung zwischen der äußern primären Lamelle der Umgangs- wandungen von den soeben erwähnten Innern Auswüchsen in die Umgangshöh- lungen wurde bei dieser Art nicht beobachtet, während bei der grösseren L. per- sica nach Brady eine solche Sonderung deutlich sichtbar ist. Die Zusammen- setzung der Säulchen aus verhältnismäßig großen Partikeln ist sehr deutlich, und ist, wie schon oben hervorgehoben, Dawson in Bezug auf die Zugehörigkeit dieser Gattung zu den sandschaligen Foraminiferen mit Carpenter und Brady nicht im Zweifel. Abweichend von den Verhältnissen bei der persischen Form zeigen zahlreiche Exemplare der L. columbiana äußerlich eine Lage ganz un- regelmäßiger Kämmerchen ohne deutliche äußere Schalenlamelle. Zuweilen geht auch diese Schichte über in eine netzförmige oder schwammige Masse von Kalk- partikeln, äußerlich von einer festern und dunklern Lage begrenzt. Die Anordnung der erwähnten Säulchen zwischen den Umgangswandungen und die schwammigen Einwüchse in die Umgangshöhlungen erinnern Dawson sehr an gewisse Formen der Stromatopora. Möbius, K., Ist das Eozoon ein versteinerter Wurzelfüßler oder ein Mineralgemenge, in: »Die Natur« Jahrg. 1S79. Nr. 7, S und lo. Mit 21 Holzschnitten. ;auch separat.) — (Auszug aus : »Der Bau des Eozoon canadense, nach eignen Untersuchungen ver- glichen mit dem Bau der Foraminiferen" in Palaeontographica. Bd. 25. 1S78. p. 175—192. Tf. 23—40.) Der Umstand, dass K. Möbius in der populären Zeitschrift »Die Natur« die Resultate seiner schon 1878 in den Palaeontographica publicirten Untersuchungen über das Eozoon auch weiteren Kreisen in einem Auszug ', zugänglich macht, 1) In denselben sind einige Abschnitte der Originalarbeit unverändert aufgenommen ■worden und es kann derselbe in Anbetracht der Kürze der Darstellung in der Originalarbeit den Text dieser letzteren wohl ersetzen. 2 Rhizopoda. 149 gibt uns noch Gelegenheit , die so wichtige Arbeit über das in letzterer Zeit na- mentlich so vielfach wieder besprochene Fossil hier näher zu erörtern. M ö b i u s wurde zuerst im Jahre 1 S 7 5 zu dem Studium des Eozom durch eine eigenthümliche marine Rhizopodenform geführt , die er 1 S 7 4 auf den Corallen- riffen von Mauritius aufgefunden hatte. Es ist dies eine neue Form des Genus Carpenteria, deren CentralöfFnung ähnlich der von Carter beschrieben Carpen- teriamonticularis sich in einen baumartig verzweigten ansehnlichen Fortsatz erhebt^ . Die basalen Theile dieser Form zeigten auf Schliffen große Ähnlichkeit mit dem Bau des Eozoon, was wie bemerkt, zunächst die Veranlassung zu den vorliegen- den neuen Untersuchungen über Eozoon gab. Bei Durchführung dieser erneuten Untersuchungen konnte Möbius über ein reiches, ihm von verschiedenen Seiten, namentlich auch von Dawson und Car- penter direct zugegaugnes Material verfügen , wie letztgenannte beide Forscher ihm auch eine Reihe trefflicher, von ihnen selbst hergestellter Präparate zur Untersuchung anvertrauten . Wie aus der Veranlassung der Arbeit schon hervorgeht , begann Verfasser dieselbe mit der entschiedenen Hoffnung , die organische und speciell die Rhizo- podennatur der Eoozonreste nachweisen zu können, um im weiteren Fortschreiten in der Erkenntnis von dessen Structur schließlich [ähnlich wie King und Rowney) zu der Schaar der Gegner, die wie bekannt namentlich von King und Rowney, Carter, 0. Hahn und einer großen Reihe von Mineralogen gebildet wird, über- zutreten. Die Richtigkeit der Auffassung jener genannten Forscher glaubt er durch seine Untersuchungen zum Überzeugen darthun zu können und es ist nicht zu leugnen, dass er die Zahl der schon von seinen Vorgängern, hauptsächlich King und Rowney, gegen die organische Natur des Eozoon hervorgehobenen Gründe um einige sehr wesentliche vermehrt und dadurch die Natur der Eozoon- vorkommnisse als rein mineralische Producte höchst wahrscheinlich gemacht hat. Wir müssen es uns an dieser Stelle natürlich versagen, die Schilderung, welche Verfasser auf Grund seiner Untersuchungen von dem Bau des Eozoon entwirft eingehender wiederzugeben, dagegen müssen wir die Gründe, auf welche er sein schon hervorgehobenes Urtheil über die Natur des Eozoon basirt , in Kürze etwas näher betrachten. Die zwischen den Serpentinkörnern und dem Kalk sich findenden fasrigen Lagen , welche von den Vertheidigern der Rhizopodennatur des Eozoon als die von Nummuliniden ähnlichen Poreucanälen durchsetzte eigentliche Schalenwand betrachtet werden, besteht nach Möbius, wie dies auch schon früher von King und Rowney hervorgehoben wurde, aus fasrig - krystallinischem Chrysotil, und zwischen den einzelnen bei starker Vergrößerung als deutlich prismatische Kry- stallnadeln erscheinenden Fasern findet sich keinerlei Zwischensubstanz, so dass die Deutung dieser Chrysotilnadeln als Ausfüllungen ehemaliger Porencanäle der Schalenwandung einer Foraminifere nicht haltbar erscheint. Hierfür spricht ferner noch die Richtung der Faserung, die ohne directen Bezug zu den von ihr verhüllten Serpentinkörnern, der vermeintlichen Kammerräumen ist, dagegen halten die Fasern häufig durch größere Partien des JS'o;:oo?«-körpers und ohne Rücksicht auf ihre Lagerung zu den benachbarten Elementen eine parallele Ri'ch- tung ein, eine Erscheinung die wie Möbius mit Recht geltend macht, wohl auf 1) Diese neue Art wird jetzt als Carpenteria Raphidodendron bezeichnet und ist wohl ohne ZM-eifel identisch mit der von Ca rp enter (Ann. Mag. Nat. Hist. (4) Vol. 18. p. 422) erwähnten, neuen Gattung und Art Raphidodendron album, die Möbius auf Mauritius gefunden habe und die sich in ihrer Bauweise nahe an Eozoon anschließe. 150 A. Protozoa. eine unorganische Ursache hinweist , dagegen mit dem Bau der uns bekannten Foraminiferenschalen sich nicht vergleichen lässt. 2 Die eigenthtimlichen ästig stengligen oder dendritischen Gebilde, welche die Kalkmasse zwischen den Serpentinlagen mehr oder weniger wohl ausgebildet durchziehen und die von Dawson und Carp enter als die Ausfüllungen eines die Kalkmasse (das sog. Zwischenskelet) durchsetzenden Canalsystems gedeutet werden — besitzen nach Möbius, der sie vielfach isolirte, einen Bau, welcher die ebenerwähnte Deutung nicht zulässt. Es haben diese Gebilde nach ihm die Ge- stalt schmaler, ebner oder gebogner Platten oder flacher Stengel mit zuge- schärften Rändern. Abweichend hiervon zeigt dagegen das Canalsystem der Fo- raminiferen stets Canäle von cylindrischer Bildung. 3) Die einzelnen die £'o;:oow-bildungen zusammensetzenden Theile, nämlich die die Kammerhöhlungen repräsentirenden Serpentinkörner, die als Kammerwände gedeuteten Faserlagen und die Kalkzwischenmasse mit ihren stengligen Einlage- rungen zeigen unter einander weder genetische noch physiologische feste Be- ziehungen. So vermißt man zunächst an den Eozoonbildungen einen Ausgangs- punct des Wachsthums, eine Centralkammer, wie sie bei den echten Foramini- feren sich stets findet. Ebenso zeigen jedoch auch die oben angeführten einzelnen Bestandtheile des Eozoons keine festen Beziehungen zu einander, bald fehlt an einer Stelle der eine, bald der andere, ohne dass sich hierin eine organische Regelmäßigkeit verriethe. Wollte man das Eozoon als einen Organismus be- trachten, so müsste man nach Möbius denselben wegen der mangelnden orga- nischen Regelmäßigkeit allen übrigen bekannten Organismen gegenüberstellen. Auf diese Gründe wesentlich gestützt, gelangt demnach Möbius zu dem schon von seinen Vorgängern King und Rowney sowie 0. Hahn gezogenen Schluß, dass das Eozoon ein Mineralgemenge darstelle, zusammengesetzt aus Ser- pentin und Chrysotil, die aus Olivin hervorgiengen, sowie aus Kalk, in welchem Kieselsalze, als sie erstarrten, verschiedene Stengel- und plattenartige Formen an- nahmen. Neben dem etwas knapp gehaltenen Text, in welchem auf eine genauere und eingehendere Besprechung der früheren Streitschriften über die Natur des Eozoon, wie wir glauben, zum Nachtheil der Arbeit verzichtet worden ist, (denn es sind damit eine Reihe von Punkten unerörtert geblieben, die gelegentlich gegen die Resultate der Arbeit geltend gemacht werden können, so z. B. der von Car- p e n t e r behauptete Nachweis noch hohler Poreucanäle in der vermeintlichen Kammerwand) bietet die Möbius 'sehe Arbeit auf ihren 1 7 Tafeln noch Dar- stellungen' vom Bau einer ganzen Anzahl Perforaten, so der schon erwähnten Carpenteria raphidodendron, ferner von Polytrema, Cycloclypens Nummvlites, Cal- carina und Tinoporus und werden wir in nächster Zeit eine eingehendere Dar- stellung der vom Verfasser auf Mauritius gesammelten Foraminiferen zu erwarten haben. Möbius, K., On the Eozoon question. in: Nature. Vol. 20. Nr. 507. p. 272 — 275. Nr. 508. p. 297— :joi. Die »Nature« gibt einen ziemlich ausführlichen Bericht über die Möbius'sche Eozoonarbeit von einem nicht genannten Verfasser. Der Bericht hat namentlich deshalb noch erhöhtes Interesse für solche , denen die Originalarbeit nicht zu- gänglich ist, dass er mit einer ziemlichen Anzahl guter Holzschnitte ausgestattet ist, die dem von uns oben erwähnten Auszug der Mob ins' sehen Arbeit in der Zeitschrift »Die Natur« entnommen sind. Der Verfasser des Berichtes in der »Na- ture» ist offenbar durch die M ö b i u s'sche Arbeit von der unorganischen Natur des Eozoon überzeugt worden. 2. Rhizopoda. 151 Dawson, J. W., Prof. Möbius on Eoznon cauadense. in; Amer. Journ. Sc. (Silliman). (3.) Vol. 17. p. 196—202. (Mit 5 Holzschnitten.) Die in unserm Bericht über die Möbius'sche Untersuchung und Deutung des Eozoon ausgesprochene Vermuthung, dass die Anhänger und Vertheidiger der Organismennatur dieses vielbesprochenen Fossils sich durch die M ö b i u s'sche Arbeit nicht für geschlagen erklären würden, hat rasch ihre Bestätigung gefun- den, indem einer der ältesten und anhaltendsten Erforscher des Eozoun und war- mer Vertheidiger von dessen organischer Herkunft. Dawson, eine Reihe von Einwänden gegen Möbius erhoben hat, dessen Untersuchungen er überhaupt die Beweiskraft gegen die organische Natur abspricht. Wir können hier nur kurz die hauptsächlichsten Punkte, auf die Dawson ge- genüber Möbius aufmerksam macht, berühren und dies um so mehr, als in die- sem anhaltenden Streit über die Natur des Eozoon kaum das Studium der Ori- ginalarbeiten zur Bildung eines selbständigen Urtheils zu führen vermag, noch viel weniger ein kurzer Bericht hierzu dienlich sein kann. Dawson wirft M. zunächst vor, dass er keinen genügenden Einblick in das geologische Vorkommen des Eozoon besitze, das nach D. schon auf die organische Natur desselben hinwiese ; in gleicher Weise fehle ihm auch die hinreichende Kenntnis von dem sehr verschiedenen Erhaltungszustand dieses Fossils, nament- lich solcher Vorkommnisse, in welchen die Erfüllung der Hohlräume nicht durch Serpentin, sondern durch verschiedenartige andere Mineralien geschehen sei. Den Mangel scharf bestimmter Form theilt nach Dawson Eozoon mit einigen Stromn- toporen, die nach dem americanischen Beobachter gleichfalls den Foraminiferen zuzurechnen sind'y, und denen zum Theil, wie auch der Foraminiferengattung Lnftusia, eine Embryonalkammer fehle. Was die fein tubulirte eigentliche Kammerwand anbetreffe , so habe Möbius sich einer Verwechslung derselben mit Chrysotil-Adern, die viele Exemplare durchsetzen, schuldig gemacht. Es sei jedoch bei dem mangelhaften Erhaltungs- zustand dieses uralten Fossils nur zu natürlich, dass die feinere Structur der Kammerwand häufig nicht mehr deutlich erkennbar sei und ganz dasselbe sei häufig auch der Fall bei tertiären Nummuliten. Auch die von Möbius gegen die Natur des sogen. Canalsystems ausgesproche- nen Einwände sucht Dawson zurückzuweisen ; wir können jedoch auf diese De- tailfragen hier nicht näher eingehen. Unberechtigt scheint uns der Vorwurf, den Verf. schließlich noch M. macht, dass er jedes der Structurverhältnisse des Eozoon gesondert betrachte und ihre cumulative Tragweite bei gemeinsamer Betrachtung nicht gehörig berücksichtige. Unter Verwahrung gegen den Vorwurf, dass er und Carpenter die Structur- verhältnisse des Eozoon einer idealisirten Darstellung unterworfen hätten, kommt Dawson zu dem Schluss, »dass die M ö b i u s'sche Arbeit eine interessante und nützliche Darstellung der Structurverhältuisse des Eozoon biete, jedoch von einem etwas zu beschränkten Standpunkt, um ganz zufriedenstellend zu sein.« Carpenter, W. B., The Eozoon canaäense. in: Nature. Vol. 20. Nr. 509. p. 32S — 329. Wie Dawson hat auch der zweite Hauptvertreter der Rhizopodennatur der Eozoonreste die Feder ergriffen, um gegenüber den Möbius'schen Resultaten seiner nicht erschütterten Überzeugung von der Richtigkeit oder besser hohen Wahrscheinlichkeit der von ihm schon früher stets mit großer Wärme vertretenen Ansicht Ausdruck zu verleihen. Wir erfahren aus dieser kurzen Entgegnung gleichzeitig, dass Carpenter und Dawson mit den Vorbereitungen zu einer größeren Publication über die Eozoonfrage beschäftigt sind und dass das Erschei- ') Vg;!. Journ. of London Geolog. Soc. Jan. 1878. •152 ^- Protozoa. nen dieser ohne Zweifel höchst wichtigen Arbeit hauptsächlich durch die schwie- rige Herstellung der Abbildungen sich noch für eiiiige Zeit verzögern dürfte. Die hier zu besprechende kurze Bemerkung Carpenter's gegen Mob ins be- zieht sich hauptsächlich auf das sogen. Canalsystem, dessen tj'pische Anordnung nach Carpenter in keiner der Möbius'schen Abbildungen dargestellt sei. Dass es sich hier um ein wirkliches ursprüngliches Canalsystem, das erst später- hin durch mineralische Substanzen ausgefüllt wurde, handle, sucht Carpenter hauptsächlich durch das höchst interessante Verhalten desselben in zum Theil dolomitisirten Exemplaren des Eozoon zu erweisen. Hier zeigt sich, dass das Ca- nalsystem in der Nachbarschaft eines die Calcitlage durchsetzenden Dolomitbandes 1) zum Theil mit Dolomit erfüllt ist, während dasselbe bekanntlich gewöhnlich von Serpentin gebildet wird; 2) dass sogar die Zweige eines und desselben Ab- schnittes des Canalsystems zum Theil mit Dolomit, zum Theil hingegen mit Ser- pentin gefüllt sein können, ja sogar 3) ein und derselbe Zweig zum Theil mit dem einen, zum Theil mit dem andern Mineral erfüllt sein kann. Auch Petrographen von Fach, wie die Prof. Geikie und Bonney, sollen hierdurch überzeugt worden sein, dass es sich um Erfüllung wirklicher Canäle durch die oben erwähnten Mineralien handle. In den mannigfachen Abweichungen, welche das Canalsystem und andere Orga- nisationseigenthümlichkeiten des Eozoon von den entsprechenden Verhältnissen der übrigen Foraminiferen zeigen, kann Carpenter keine hinreichenden Gründe finden, das Eozoon von den Foraminiferen zu trennen und dessen organische Na- tur überhaupt zu leugnen. Er zieht es vor, in diesen Besonderheiten die Natur eines sehr alten Typus zu erkennen, der in sich noch eine Reihe von Characteren combinirt zeige, die späterhin als solche besonderer Gruppen specialisirter ent- wickelt wurden. Möbius, K., Principal Dawson's criticism of my Memoir on the structure of Eoznon Cana- (Ze«se compared with that of Foraminifera. in: Amer. Journ. Sc. (Silliman). Vol. 1". 1879. p. 177—185. Mit 2 Holzschnitten. Auf Veranlassung der Redaction des American Journal hat Möbius eine Ent- gegnung auf die von D a w s o n gegen seine ^o;:oon- Arbeit erhobenen Einwände veröffentlicht, worin er diese der Reihe nach zu widerlegen oder ihre Nichtbedeu- tung für die Frage nach der Natur des Eozoon darzulegen sucht. Die Natur der- artiger polemischer Schriften macht es unmöglich oder lässt es doch nicht ge- rechtfertigt erscheinen, sie hier einer eingehenden Analyse zu unterwerfen und dem Verfasser auf allen seinen Bemerkungen ilber misverständliche Auffassung seitens seines Kritikers oder seinen Einwänden gegen ungerechte Beurtheilung und dergleichen zu folgen. Man kann jedoch gewiss nur mit dem Verfasser ein- verstanden sein, wenn er seine Arbeit gegen die D awson'schen Einreden ver- theidigt, dass Unkenntnis des geologischen Vorkommens des Eozoon oder gar eine vorgefasste Meinung über die Wahrscheinlichkeit organischen Lebens in jenen tiefsten, ^o~oon-führenden Schichten einen Einfluss auf seine Beurtheilung dieses Fossils ausgeübt hätten. Ebenso gerechtfertigt wird er erscheinen, wenn er die von ihm untersuchten £'o;:oo??-proben für durchaus typische Stücke hält, da sie sämmtlich von D a w s o n oder Carpenter selbst herrühren. Auch der Vorwurf, dass er den möglichen Abweichungen und Vereinfachungen im Bau des Eozoon gegenüber den heutigen Rhizopodeu nicht Rechnung getragen habe, lässt sich ge- gen ihn nicht erheben. DievonDawson gegen die Mob ins" sehe Bemerkung über das Nichtvorkommen einer Embryonalkammer und überhaupt das Fehlen eines deutlichen Ausgangspunktes des Wachsthums gegebene Hinweisung auf Stromatoj)ora und Loftusia wird von Möbius mit Recht auf ihn zurückgeschoben, 2. Rhizopoda. 153 da sich bei diesen beiden letztgenannten Fossilien ein solcher Ausgangspunkt sehr wohl findet. Gegenüber den Dawsonschen Bemerkungen über die Porencanäle des sogen. Kammerwalls hält Mob ins seine Deutung aufrecht und stützt sich hierbei hauptsächlich darauf, dass er bei seinen Untersuchungen und Abbildungen sich häufig solcher Präparate bedient habe, die von Carpenter selbst als Beleg- stücke für die Perforirung des Kammerwalls bezeichnet seien. Dasselbe gilt auch von dem sogen. Canalsystem, das gleichfalls nur an typischen, von Carpenter und D a w s n herrührenden Exemplaren untersucht wurde und dennoch die ab-^ weichenden Structur- und Anordnungsverhältnisse zeigte , die bei Besprechung der Möbius'schen Arbeit schon Erwähnung fanden. M. betont bei dieser Gele- genheit nochmals die Wichtigkeit der von ihm bei der Untersuchung dieses Struc- turverhältuisses angewandten Methode. Mit Recht weist ferner M. den Vorwurf zurück, dass er die einzelnen Structur- eigenthümlichkeiten des Eozoon zwar gesondert für sich genau behandelt hätte, dagegen ihnen im Zusammenhang nicht die hinreichende Würdigung bei der Beur- theilung der Natur dieses Fossils habe augedeihen lassen ; auch dürfen wir ihm gewiss zustimmen, wenn er nochmals eine directe Ähnlichkeit des Eozoon mit Stromatopora, Carpenteria \\\i([ Poh/(rcma in Abrede stellt. Möchte der von M ö - bius ausgesprochene Wunsch, durch Dawsou in den Besitz der von Seiten die- ses Forschers so vielfach erwähnten typischen und beweisenden Exemplare des Eozoon zu gelangen, um an diesen eine nochmalige genaue Prüfung vorzunehmen, in Erfüllung gehen, damit hierdurch endlich eine befriedigende Entscheidung über diese so lauge schwebende Frage herbeigeführt werde — eine Frage, die, wie wir glauben, schon lauge einer befriedigenden Lösung hätte entgegengeführt wer- den können, wenn die araericauischeu und englischen Forscher, die sich angeb- lich im Besitz so entscheidenden Materials befinden , durch umfassendere Unter- suchungen und Publicationen hierzu in ausreichenderer Weise beigetragen hätten. Hahn, O., Die Urzelle. Tübingen, 1879. (71 p.: Mit 30 Taf. Nur ganz kurz glauben wir hier darauf hinweisen zu sollen, dass der Rechts- anwalt und Dr. philos. h. c. 0. Hahn die ^ozoon-Frage in keiner Weise in ganz neue überraschende Bahnen gelenkt hat, indem er in den £'o;:oo??-Kalken und Ser- pentinen ganze Algenlager entdeckt zu haben glaubt. Die in den Serpentinlagern enthaltenen und schon mit bloßem Auge sichtbaren großen, nach ihm sogar fu- eusartigen Algen, mit Brutzellen und dergleichen, nennt er Eophyllum, wogegen er nun in dem Canalsystem Carpenters eine ganze Reihe verschiedenartiger, mikroskopischer Algeuformen erkannt haben will. Leser, die sich für diese merk- würdigen neuen Entdeckungen iuteressiren, müssen wir auf das Originalwerk ver- weisen, dessen Leetüre ihnen ohne Zweifel eine genussreiche Stunde bereiten wird. Wright, E. Perc, Fossil calcareous Algae. in: Nature. Vol. 19. Nr. 491. p. 485 — 48G. Mit 1 Holzschnitt. Perciv. Wright bringt in der »Nature« einen Bericht über die schon 187 7 er- schienene kurze, jedoch hochinteressante Mittheilung von Muni er-Chalmas (Compt. rend. Acad. Sc. Paris. Bd. S5. p. 814 — 817) , in der nachgewiesen wurde, dass die bis jetzt von den größten Autoritäten auf dem Gebiet der Fora- miniferologie (wie Carpenter. R e u ß , Parker und Jones, sowie G ü m b e 1) für Foraminiferen erklärten Dactyloporiden mit Unrecht zu den thierischen Orga- nismen gerechnet worden sind , dagegen ihre wahre Stellung bei den Algen und zwar den Dasycladeen H a r v e y ' s finden, mit denen sie von M.-Ch. (mit Einschluß der Gattung Uteria zn einer Ai)theilung der Siphoniata verticillata vereinigt wer- den. Es würde hier zu weit führen, die sehr einleuchtenden Gründe , welche M.-Ch. für seine Auffassung der Dactyloporiden entwickelt hat . näher zu be- 154 A. Protozoa. leuchten, da ja die Mittheilung Munier's selbst nicht mehr Gegenstand dieses Jahresberichtes sein kann. Dagegen sei hier noch hervorgehoben, dass, wie aus dem Referat Wright's hervorgeht, Muni er auch neuerdings seine Untersuchungen auf die Gattung Ovu- lites Lmck. ausgedehnt hat und in derselben einzelne Gliederstücke einer Alge er- kannte , die der Gattung Pe^iicellns sehr nahe verwandt ist. ^Eine hierauf bezüg- liche Mittheilung ist im Februar 1S79 der Societe geologique de France gemacht worden.) Bisher wurde Ovulites gleichfalls als Foraminifere aufgefasst und von Carpenter (Introduction) neben Orbulma in seine Familie der Globlgerinkla gestellt, während Parker und Jones neuerdings diese Gattung, wie schon früher d'Orbigny, zu den Dactyloporiden zogen. (Ann. Mag. Nat. Hist. [4.] Vol. 20.) P e r c i V. W r i g h t hat sich durch eigene Untersuchung der Munier -Chal- m a s ' sehen Präparate von der Richtigkeit der Auffassung der Dactyloporiden als Algen überzeugt. Dasselbe gilt von Zittel, der sich schon 1878 in einem von Toula (Verhandl. derk. k. geolog. Reichsanstalt 1878. Nr. 13) veröffentlichten Briefe für die Algennatur von Dacfylopora nach eigenen Untersuchungen der ganz nahe verwandten Algengattung Cyonopola ausgesprochen hat. In der, der 1879 erschienen 2. Lieferung seines Lehrbuchs der Palaeontologie beigelegten »Erklä- rung« hebt er gleichfalls seine Zustimmung zur Muni er' sehen Ansicht hervor. Dawson , J. W. , On the microscopic structure of Stromatüporidae and on palaeozoic fossils mineralized with Silicates in illustration of Eoznnn. in: Quart. Journ. Geol. Soc. Vol. 35. P. 1. p. 4S— 66. PI. III— V. J. W. Dawson hat die zahlreichen Vorkommnisse nordamericanischer Stroma- toporiden einer mikroskopischen und makroskopischen Untersuchung unterworfen und spricht sich hierauf gestützt mit großer Entschiedenheit für die Zugehörigkeit dieser so vielen, verschiedenen Deutungen unterworfenen Reste zu den Foramini- feren aus. Die nächsten Beziehungen derselben in Bezug auf die allgemeine Bau- weise glaubt er mit den bekannten Gattungen Parkeria und Loßtisia gefunden zu haben , geringer hingegen , wenngleich nicht ganz ohne Bedeutung sei auch die Ähnlichkeit mit der G?d,im\^ Receptamlitcs. Dagegen hält er die von Carter be- tonte Ähnlichkeit dieser Fossilien mit den basalen Skeleten der Hydractinia für eine ganze oberflächliche (wobei jedoch keine Erwähniing geschieht , dass nach Carter auch die von Dawson hauptächlich zum Vergleiche mit den Stromato- poriden herbeigezogenen Genera Parkeria und Loftusia keine Foramiuiferen , son- dern gleichfalls Skelete von Hydractinia ähnlichen Hydroidpolypen sein sollen. Referent.). Auch mit Eozoon glaubt D. eine nicht geringe Ähnlichkeit des Baues feststellen zu können , wenn auch die Stromatoporiden gegenüber diesem fraglichen Fossil einen mehr specialisirten Bildungstypus darstellen sollen. Wir glauben in Betracht der immer noch nicht hinreichend aufgeklärten Frage nach der Natur der Stromatoporiden, die wir auch durch die vorliegende Daw- son' sehe Arbeit für noch keineswegs endgültig entschieden erachten können, uns hierauf eine kurze Wiedergabe der Bauverhältnisse beschränken zu sollen, wie sie durch des Verfassers Untersuchungen für die verschiedenen hiehergerechneten Gattungen sich ergeben haben. Was zunächst das eigentliche Genus Stromatopora Goldf. betrifft , auf welches sich die oben hervorgehobenen Vergleichungen mit anderen Foraminiferen- geschlechtern hauptsächlich beziehen, so wird dies characterisirt durch zahlreiche, ziemlich parallel übereinander geschichtete dünne Kalklamellen , an welchen sich von einer Zusammensetzung aus Spicula durchaus nichts wahrnehmen lässt. Zwi- 2. Rhizopoda. 155 sehen den Lamellen sind zahlreiche, theils solide, theils hohle säulenartige Pfeiler ausgespannt, senkrecht auf den Lamellarebnen. Die Lamellen selbst werden von zahlreichen runden Poren durchsetzt, welche die benachbarten Interlamellarräume in Communication setzen. Außerdem stehen jedoch je zwei Interlamellarräume, mit Überspringuug des zwischenliegenden, durch die Vermittelung der erwähnten hohlen Pfeiler, die sich zwischen ihnen ausspannen, in Communication. In den Lamellen selbst beobachtet man hie und da Canäle , die in sehr schiefer Richtung von einem Interlamellarranm zu dem benachbarten hinziehen , oder von einem Interlamellarraum in die Höhlung der erwähnten hohlen Pfeiler führen. Stromato- cerium Hall soll synonym mit Stromatopora sein. Die röhrenartigen Bildungen, welche man in einigen Exemplaren vertical durch eine Reihe voninterlamellarräumen hindurch verfolgen kann, sollen keine normalen Bildungen sein , sondern Avalirscheinlich durch Einbohrungen eines parasitischen Thieres, zum Theil jedoch auch durch Einschluß und Überwachsungen von Äst- chen von Syringopora oc'er ähnlichen Corallen hervorgerufen worden sein. Bezüglich der Dicke der Lamellen herrscht ziemliche Variabilität , so dass bei relativ ansehnlicher Dicke derselben die sie durchsetzenden Poren sich auch in der Gestalt von Röhrchen reprä^entiren können. Bei der Gattung Cannopora Phill. ;1&41) und Coenostroma Winchell (1867) sollen die ursprünglich dünneu Lamellen durch eine secundäre die Interlamellar- räume mehr oder weniger erfüllende Ablagerung supplementäres Skelet D a w s o n) sehr verdickt sein. Diese secundäre Auflagerung wird von zahlreichen , horizon- talen und zum Theil auch anastomosir enden Canälchen durchzogen, die ihrerseits von je einer [Caunnpora] oder Gruppen von verticalen Röhren [Coenostroma] radiär ausstrahlen, welche Verticalröhren die Gesammtmasse der geschichteten Lamellen durchsetzen und auf der Oberfläche der jüngsten Lamelle ;oder des ganzen Orga- nismus in osculaartigen Offnungen münden. Eine neue Art von Caimopora wird als C. Imdsonica beschrieben und einer schon früher (»Life's Dawn on the Earth« p. 160) beschriebnen Art von Coenostroma der Name C. galtense zugetheilt. Außerdem soll zu diesem letzteren Genus auch die Stromatopora nodulata Nichols. und die Syringostroma densa Nichols. gehören. Das Genus Syrinyostroma Nichols. (1875), characterisirt durch die typische Form S. cohonmiris Nichols., zeichnet sich aus durch verticale Säulen, welche die ganze Masse durchsetzen und die dadurch entstehen sollen, dass sich die Lamellen längs gewisser Verticalliuieu aufwärts biegen und mit einander verschmelzen. Da- gegen sollen die Verticalröhren hier anscheinend fehlen, obgleich an anderer Stelle bemerkt wird, dass sich die Syringostroma bezüglich der Entwicklung der Vertical- röhren und der davon in die Laraellen ausstrahlenden Radialcanälen ganz ent- sprechend Coenostroma verhalte. Bei Dictyostroma Nichols. (1875) finden sich an Stelle von Pfeilern spitzconische Erhebungen der Oberfläche der Lamellen, welche die überliegende Lamelle stützen. Die typische Art dieser Gattung ist D. undu- lata Nichols. Möglicherweise gehört auch zu einem der zwei letztgenannten Ge- schlechter die Lahbecheia conferta Edw. u. H.'). Die Characteristik der Geschlechter wird durch eine Tabelle über die Verthei- lung der nordamericanischen Arten auf die verschiedenen Abtheilungen der dortigen palaeozoischen Formationen vervollständigt. ' Mit den Stromatoporiden scheint nach des Verfassers Untersuchungen auch der Ar- chaencyatlius Bill, der Cambrischen Formation verwandt zu sein. Das von Billing's beob- achtete Vorkommen von Kieselnadeln in der Matrix dieser Formen soll sich durch die ge- legentliche Vergesellschaftung mit einem zu dem Hexactinelliden gehörigen Schwamm er- klären. 15G ^- i*rotozoa. Über den folgenden Abschnitt der Abhandlung, der sich auf die ziemlich häufige Mitwirkung von wasserhaltigen Silicaten (so zum Theil Serpentin, PoUyt, Fahlu- nitetc.) bei der Fossilisation palaeozoischer Reste bezieht, namentlich im Hinblick auf das gewöhnliche Vorkommen des Eozoon , glauben wir hier nicht näher ein- gehen zu sollen. Ein letzter Abschnitt bespricht eine Anzahl von Structurerscheinungen an Ge- steinen und Mineralien, die einer Verwechslung mit Stromatopora oder Eozoon mög- lich machen. Gelegentlich macht Verfasser noch darauf aufmerksam , dass die Stromatopora concentrica des Coruiferous Limestone von Ohio häufig mit einer kalkschaligen Saccammina e7-iana Daws. vergesellschaftet sei, sowie dass sich in den obersilurischen Schichten von Neuschottlaud häufig ähnliche Steinkerne von Rotalia- oder Textu- ^«•»■«-artigen Foraminiferen finden, wie sie Ehrenberg aus untersilurischen Schichten Rußlands beschrieben hat. Champernowne , A. , Note on soine Devonian Stromatoporidae from Dartington near Totnes. in; Quart. Journ. Geol. Soc. London. Vol. 35. P. 1. p. 67 — 68. Champernowne legt der geologischen Gesellschaft von London seine Stro- matopora-iunäe von Dartington bei Totnes vor und knüpft hieran einige Bemer- kungen über die Beziehungen dieser Formen , die ihm die meiste Ähnlichkeit mit den Milleporiden zu besitzen scheinen. Auch über die Structur der diese Formen durchsetzenden Röhren findet sich eine Bemerkung. d) Heliozoa. Mayer, Paul, JVagnerella borealis. in: Zool. Anz. Nr. 32. p. 357 — 358. Paul Mayer macht in einer kurzen Notiz darauf aufmerksam, dass die von Mereschkowsky (siehe Mem. Acad. Imp. d. St. Petersbourg, 1879. Nr. 7) aus dem weißem Meer beschriebene Wagnerella borealis sich auch häufig in Neapel finde, jedoch kein Kalkschwamm sei, wofür sie M. hält, sondern eine skeletophore Heliozoe, deren Nucleus seine gewöhnliche Lage in der verbreiterten Stielbasis finde, aus der er zur Fortpflanzungszeit ins Köpfchen aufsteige und hier in acht, für ebensoviele Knospen bestimmte Theilstücke zerfalle. Schneider, Aime, Monohia conßuens, nouvelle Monere, in: Arch. Zool. experim. T. 7. p. 585—588. PI. 31. Aime Schneider beschreibt eine neue Monere, welche er im süßen Wasser angetroffen hat, von der er jedoch vermuthet, dass sie sich möglicherweise auch in feuchter Erde finden dürfte. Diese als Monobia confluens nov. gen. et sp. be- zeichnete Form erscheint in ihrer einfachsten Gestalt als ein sphärisches, fein granulirtes Protoplasmaklümpchen ohne Kern und contractile Vacuole, das all- seitig äußerst feine, strahlenartige Pseudopodien von mehr als vierfacher Länge des Körperdurchmessers aussendet, welche hauptsächlich durch zahlreiche auf ihnen vertheilte, stärker lichtbrechende, knötchenartige Verdickungen sichtbar werden. (Größenverhältnisse sind nicht angegeben). Die Bewegung der Pseu- dopodien ist langsam und sie können verschmelzen. Wenn sich die Monobia in Bewegung setzt, nimmt sie gewöhnlich eine bisquitförmige Gestalt an, seltener eine dreieckige oder ganz unregelmäßige. Die Art der Nahrungsaufnahme wurde nicht beobachtet, obgleich aufgenommene und von Vacuolen umschlossene Nahrungs- partikel vielfach gesehen wurden. — Von besonderem Interesse sind die beobach- teten Fortpflanzungserscheinungen. Die Fortpflanzung geschieht durch einfache Theilung, wobei die zwischen den beiden Theilhälften befindliche, eingeschnürte Strecke sich bis zu einem feinen Verbindungsfaden auszieht, durch dessen Zer- 2. Rhizopoda. 157 reißen schließlich die beiden Sprösslinge sich trennen können. Gewöhnlich erfolgt jedoch keine Trennung der beiden Sprösslinge, sondern dieselben bleiben vermittels des Verbindungsfadens in colonialem Verband, ja es kann sich durch Ver- schmelzung von Pseudopodien eine zweite Verbindungsbrücke bilden. Derartige Verschmelzung von Pseudopodien der beiden Sprösslinge einer solchen Colonie oder der zahlreichen Sprösslinge, welche die gleich zu besprechenden daraus hervor- gehenden Colonien zusammensetzen, scheinen sich sehr häufig zu ereignen. Durch fortgesetzte Theilung der beiden Individuen einer solchen Colonie gehen dann Vereinigungen von 4 — 8 Sprösslingen hervor, die zusammen einen colonialen Verband herstellen, der sich durch stetig wechselnde gegenseitige Stellung der Individuen auszeichnet. Durch die fortdauernde Bildung neuer Verbindungs- brücken zwischen den Individuen unter gleichzeitiger Lösung früherer Verbin- dungen vollzieht sich eine beständige Änderung in der gegenseitigen Stellung der Individuen und in der Gesammtgestaltung der Colonie, zu welchem Wechsel noch die gelegentliche Trennung einzelner Individuen und die Theilung anderer beiträgt. Ob die Monobia neben der geschilderten Fortpflanzungsweise nicht noch eine andere zeige, wagt Verfasser nicht zu entscheiden, dagegen scheint es ihm un- zweifelhaft, dass es sich hier um einen selbständigen Organismus und nicht etwa um eine Entwicklungsstufe einer höhereu Form handle. Gegenüber Claus (siehe oben S. 115, im Referat über die 4. Aufl. seines Lehrbuchs) scheint es ihm noth- wendig, die Ordnung der Movera, wie sie Häckel errichtet hat, aufrecht zu er- halten, bis unsere Kenntnisse von den gegenseitigen Beziehungen der Protozoen eine größere Vollständigkeit erreicht haben. e) Eadiolaria. Hertwig, R., Der Organismus der Radiolarien. Jena, 1879. 40. (Jena. Denkschr. 2 Bd. p. 129—277. Mit lOTaf.). — (Vorläufige Mittheilung in: Jena. Zeitschr. 12. Bd. Suppl. Heft). Die Arbeit Hertwig's bietet auf Grund früherer und erneuter Untersuchungen, die in Ajaccio, Villafranca und Messina angestellt wurden, eine vollständige Dar- stellung der Organisation der Radiolarien und ist seit Joh. Mülle r's und Häckel' s grundlegenden Arbeiten der bedeutendste Fortschritt auf diesem For- schungsgebiet, ja ist, was den Bau der Weichtheile betrifft, ebenso als grund- legend zu bezeichnen. Sie zerfällt in zwei Theile ; der erste, oder analytische Theil gibt eine eingehende Darstellung der Beobachtungen des Verfassers nach den zum Theil neuumgrenzten Familien geordnet, der zweite oder synthetische Theil entwirft, auf Grundlage des vorhergehenden, ein Gesammtbild von der Organisation und Fortpflanzung, morphologischen Auffassung und Systematik der Abtheilung. Der Referent glaubt den Bericht am besten in der Weise einleiten zu können, dass er znächst die vom Verfasser entworfene systematische Gruppirung der Ra- diolarien gibt, da dieses System in vieler Hinsicht einen Abriss der durch Hertwig besser ergründeten Puncte der Radiolarienorganisation darstellt. H. zerfällt die Radiolarien (vergl. oben p. 127 bei allgemeiner Systematik der Rhizopoda) in 6 Ordnungen, die hier ihrer Folge nach zu betrachten sind. I.Ordnung. Thalassicolleae. Charact. Monozoe einkernige Radiolarien mit allseitig von Porencanälen durchsetzter Centralkapselmembran. Skelet fehlend oder unregelmäßig, kieselig. Nur Familie Collidae. — Hierher die Gattungen Tlmlassolampe und Thalassicolla, die genauer geschildert werden ; dagegen wurde Physematium nicht gefunden. — Auszuschließen sind die von Häckel zu seiner 158 A. Protozoa. Familie der Collidae gezogenen Gattungen Aulacantha und Thalassoplamla. — Von Interesse ist die Mittheilung, dass das Häckersebe Genus Myxobrachia nichts weiter, als ein durch Anhäufungen von Coccolithen und Coccosphaeren in der extracapsulären Sarcode erzeugte Deformität der Thalassicolla sanguinolmta Hack. ; darstellt. Als nov. sp. wird beschrieben Thahssolampe primordialis von Messina. 2. Ordnung. Sphaerozoeae. Coloniebildende, vielkernige Radiolarien mit all- seitig durchbohrter Kapselmembran, Skelet kieselig, unregelmäßig oder fehlend. — Hierher nur die Familie der Sphaerozokleae ^also sowohl Sphaerozoida J. Müll, als Collosphaerida Hack.). — Die Darstellung dieser Ordnung gibt die schon in der früheren Arbeit des Verfassers Zur Histologie der Radiolarien, Leipzig, 1876) niedergelegten Resultate wieder. 3. Ordnung. Peripyleae (Sphaeroideae) . Monozoe einkernige Radiolarien mit allseitig durchbohrter Kapselmembran ; Skelet kieselig , aus Gitterkugeln oder modificirten Gitterkugeln bestehend. a. Unter-Ordnung. Sphaerideae. Mit regelmäßig kugligem Skelet, ebenso Cen- tralkapsel und Kern. (Schon von Häckel neuerdings in ähnlichem Sinn vereinigt . 1. Familie. Efhmosphaerklae . Mit einer Gitterkugel, die extra- oder intracap- sulär ; meistens mit radialen Stacheln auf derselben, die noch durch Kieselfäden verbunden sein können. — Zu der Iläckel'schen Familie der Ethmosphaerkla ist hier noch die Familie der Cladix-occida Häck. zugezogen, da sich herausgestellt hat, dass der vermeintliche Character der Cladococciden, die intracapsuläre Lage der Gitterkugel kein con- stanter ist, und sich hier bei zunehmendem Alter wahrscheinlich ein allmählicher Durchwachsungs- und schließlich Umwachsungsprocess der Gitterkugel von Seiten der Centralkapsel einstellt, wie er sich für verwandte Formen sicher constatiren ließ. Als neue Arten werden beschrieben : Heliosphaera insigiiis n. sp. und Diplo- sphaera spinosa n. sp. 2. Familie. Otmnatidae. Mit zwei oder mehr Gitterkugeln, die durch Radial- stäbe verbunden sind, welche .^ich aber nie im Centrum des Skelets vereinigen. — Hierher die Häckelschen Ommatklen, mit Ausschluss der Durataspkla und der Gattungen Aspklomma sowie Tetrapyle. 3. Familie. Spongosjjhaerklae. Mit 2 bis 3 Gitterkugeln, deren Gitterwerk zu spongiösem Gerüst ausgebildet. Hertwig wird durch seine Radiolarienstudien zur Auflösung der Häckel- schen Familie Spongnrkla geführt, von denen dann die Unterfamilie der Spotigo- sphaerklu jedoch nur die Gattungen Rhizosphaera und Spongospkaera einschließend) als Familie zu den Sphaerideen gezogen wird, denen sie sich auch bezüglich der Bildung des Weichkörpers anschließt. b. Unter-Ordnung. Dyssphaerkleae. Das, von dem allgemeinen Bauplan der Sphaerideen ableitbare Skelet zeigt beträchtliche Abweichungen von der sphäri- schen Grundgestalt, in verschiedenem Sinn. 1 . Familie. Dyssphaerklae. Mit zwei Gitterkugeln, einer Markschale und einer Rindenschale, welch letztere unregelmäßig wird, entweder noch mehr oder weniger sphärisch geschlossen bleibt, wie bei den als Echinosphaera nov. gen. datura n. sp.) beschriebenen Formen, oder die äußere Gitterkugel schließt sich nicht gleich- mäßig und zwar in verschiedenartiger Bildung. Bei der Gattung Tetrapyle Job. M. ist sie abgeplattet, im Aequator eingeschnürt und an den dadurch erzeugten Breit- seiten von vier großen Löchern durchbrochen. Von den Rändern dieser Löcher aus vermag sie weiter zu wachsen , so dass dadurch eine Brücke über denselben gebildet wird und die Ränder dieser Brücke können dann ebenso weiter wachsen und zwei neue Brücken schlafen und so fort. 2. Rhizopoda. 159 Bei der Gattung Lithelius hingegen bleibt die Rindenschale an einer Stelle von einer Öffnung durchbrochen, indem hier ein stärker und ein schwächer gekrümmter Schalentheil nicht mehr aufeinander treffen. Der schwächer gekrümmte, weiter vom Centrum abgelegene Theil wächst in spiraliger Krümmung, die älteren Schalentheile allmählich ganz umhüllend, weiter fort. Neue Art Lithelius jjrimordialis . Hinsichtlich ihrer Weichtheile sind die hier- hergerechneten Gattungen sehr übereinstimmend gebaut. 2. Familie. Discidae. Ausgezeichnet durch scheibenförmige Abplattung des Skelets. Gegenüber Häckel wird hervorgehoben, dass die Schalenbildung sämmtlicher Disciden von einem spiraligen Wachsthum der Rindenschale abzuleiten sei (für die Unterfamilie der Coccodisciden Hack., die nicht beobachtet wurde, ist dies nur Vermuthung) . Die beiden Unterfamilien der Discuspirideji und der Tremato- disciden unterscheiden sich in der Weise, dass bei den ersteren die Abplattungs- ebene der Schale zusammenfällt (oder doch nahezu) mit der Ebene in der die Rindenschale spiral aufgerollt ist, bei den letzteren hingegen diese Aufrollungs- ebene senkrecht zur Abplattungsebene steht ; daher zeigen die Schalen der Tre- matodisciden den spiralen Bau nur in einer bestimmten Kantenansicht. Als Ver- treter einer neuen Gattung Stylospira werden aufgeführt : St. arachnia und St. quadrispina ; die Gattung nimmt eine Mittelstellung zwischen Discospiriden und Trematodisciden ein. Neue Gattung und Art ferner : Amphibrachium rhopalum, von Euchitonia durch die Entwicklung nur je eines Armes auf jeder Seite der Schale unterschieden. 3. Familie. Spongodiscidae. Die hierhergestellte Häckel'sche Unterfamilie der Spongodiscidae soll höchst wahrscheinlich in demselben Verhältnis zu den Disciden stehen wie die Spongosphaeriden zu den Ommatiden. 4. Ordnung. Acanthometreae. Monozoe vielkernige Radiolarien mit allseitig durchbohrter Kapselmembran; Skelet nicht kieselig, aus 20 nach Müllers Gesetz gestellten Stacheln bestehend. 1. Familie. Acanthometridae. Skelet aus einfachen, nicht mit Gittertafeln ver- sehenen Stacheln gebildet. Gallerthülle um die Austrittsstelle der Stacheln mit sogen. Gallertcilien ausgerüstet. Diese Familie ist in dem ihr schon von Häckel gegebenen Umfang beibehalten worden. — Der Skeletbau ist von Häckel durchaus richtig dargestellt worden, dagegen gilt die Löslichkeit der Skelettheile in selbst schwachen Säuren und Alkalien nach Hertwig für sämmtliche Mitglieder dieser Familie, nicht nur für einen Theil, wie Häckel glaubte. Die nichtkieselige Bildung der Skelettheile der Acanthometriden wie der Acanthoraetreen überhaupt wird auch durch ihr von den Skeleten der übrigen Radiolarien verschiedenes Lichtbrechungsvermögen erwiesen. Sie treten in Glycerin scharf hervor, wogegen die kieseligen Skelete darin ihre scharfen Contouren verlieren. 2. Familie. Acanthophractidae . Ausgezeichnet durch Bildung sich zu Gitter- tafeln entwickelnder seitlicher Fort^:ätze der 20 Stacheln, welche Gittertafeln sogar sich zu einer Gitterkugel zuweilen vereinigen können. In gleicher Weise kann sich (Aspidomma) noch eine zweite innere Gitterkugel entwickeln. Diese Familie wird gebildet durch die früher von Häckel zu den Ommatiden gestellte Unterfamilie der Domtaspiden , einschließlich der Gattung Aspidomma. Gegenüber Häckel wird auch für diese Familie die nichtkieselige und daher lös- liche Natur des Skelets betont. 3. Familie. Diphconidae. Hier sind die sog. Tropenstacheln und das, durch ansehnliche Verlängerung zum Hauptstrahl gewordene Eine Paar Äquatorial- lOQ . A- Protozoa". stacheln zu zwei Kegelmänteln verbreitert und verwacliseu. Hierher nur die Gattung Diploconus, deren Skelet gleichfalls als nichtkieselig erkannt wurde. 5. Ordnung. Mnnopi/leae. Monozoe einkernige Radiolarien, Kapselmembran einseitig geöffnet mit einem Porenfeld, Skelet kieselig. Die hier vereinigten Formen sind auf Grund ihres übereinstimmenden Central- kapselbaues zusammengestellt worden. Derselbe wird weiter unten noch kurz besprochen werden. Die Skeletbildung zeigt sich in den drei Familien nach drei wahrscheinlich ganz verschiedenen Typen gebaut. 1. Familie. Acanthodesmidae . Grund- und einfachste Form des Skelets ein Kieselring (Lithocirctis), der jedoch nicht ganz regulär und daher zwei Pole unter- scheiden lässt ; hierzu tritt noch ein zweiter auf der Ebene des ersten senkrecht stehender und durch die Hauptaxe gelegter Ring {Zygostephanus und Acaniho- desmta). Bei den gleichfalls hierher und nicht wie Häckel wollte, zu den Cyrti- den gehörigen Zygocyrtiden geht vom Ring eine Gitterbildung aus, wodurch ein helmförmiges Skelet entsteht. Als neue Arten werden beschrieben: Lithocircus prodtictus und Ceratospyris acuminata. 2. Familie. Plagiacanthidae . Skelet aus drei an ihrem Vereinigungspunct ver- schmolzenen Stacheln bestehend , die entsprechend den Kanten einer flachen Pyramide geordnet sind und in deren Spitzenwinkel der Weichkörper getragen wird. Hierher nur die Gattung Phgiacantha J. M., von der eine neue Art PI. abietina beschrieben wird. 3. Familie. Cyrtidae. Skelet monaxon, käfigartig, oberer Pol geschlossen, der untere hingegen weit geöffnet. Im Bau spricht sich ein triradialer Typus aus, woraus vielleicht gewisse Beziehungen zu der Familie der Plagiacanthidae sich herleiten lassen. Entweder ist eine einfache Kammer vorhanden [Monocyrtidae] oder durch Weiterwachsthum des unteren Randes hat sich noch eine zweite Kammer gebildet [Dicyrtidae] , die von der ersten gewöhnlich durch eine Ein- schnürung geschieden wird. Zwischen diesen beiden Kammern hat sich eine aus drei, in der Axedes Gehäuses zusammenstoßenden Radialstäben gebildete Scheide- wand entwickelt, die jedoch häufig noch durch einen vierten Stab, der sich zwischen zwei der in gleichen Winkeln zusammenstoßenden drei Hauptstäbe einschiebt. Bei den Stichocyrtidae schließlich wächst der freie Rand der zweiten Kammer noch weiter fort und bildet weitere secundäre Kammern, die jedoch nicht durch voll- ständige Querscheidewände geschieden werden, so dass die Gesammtkammerzahl sich hier bis zu 8 erheben kann. Von neuen Arten dieser Familie werden beschrieben : Tridictyojms elegans, Eu- cecryphalus laevis und die neue Gattung und Art Cyrtidhim inerme, die höchst eigen- thümlich ist durch ihre völlige Skeletlosigkeit, sich jedoch hinsichtlich des Cen- tralkapselbaues den Monopyleae anschließt. Besonders interessant erscheint diese Form noch durch ihre große Monothalamienähnlichkeit. 6. Ordnung. Tripyleae. Monozoe einkernige Radiolarien; Kapselmembran doppelt, mit einer Hauptöffnung und zwei Nebenöffnungen ; Skelet kieselig ; von hohlen, röhrenförmigen Stücken gebildet, deren Lumen jedoch nach Außen völlig geschlossen erscheint. Der morphologische Aufbau der Skelete sehr verschieden. 1. Familie. Atilacanthidne. Skelet aus discreten Stücken von sehr verschie- dener Gestalt aufgebaut. Diese, vom Verfasser noch etwas zweifelhaft gelassene Familie wird gebildet von den von Häckel früher den CoUiden zugerechneten Gattungen Thalassoplancta und Anlucantha , wozu noch die von Häckel zu den Acanthodesmiden gerechnete Gattung Dictyocha sich gesellt. 2. Familie. Aulosphneridae . Skeletröhren zu einem zusammenhängenden Ske- let verschmolzen. Hierher die Gattung Aidosphaera Hack., von der eine neue Art A. gracilis beschrieben wird ; ferner Coelodendrtim Hack, und die neue Gatt- 2. Rhizopoda. 161 tung Coelacantha, die dadurch characterisirt wird, dass sich außer der Gitterkugel der Gattung Auhsphaera noch eine innere kugelige Schale findet, die durch Ra- dialstäbe mit der äussern verbunden ist. Die Art wird als C. cmchomta bezeichnet. Im Anschluss an den zweiten oder synthetischen Theil der Arbeit, soll nun hier noch versucht werden, einen Überblick über die noch nicht erörterten Punete der Radiolarienorganisation, wie sie sich auf Grundlage der Her twig'schen Unter- suchungen ergeben, vorzulegen, ebenso wie über die allgemeine morphologische Auffassung dieser Classe von Seiten des Verfassers. 1 . D e r W e i c h k ö r p e r. a) Die Cent ralkap sei. Die Gestaltung der Centralkapsel lässt sich wie der gesammte Organismus der Radiolarien von der Kugelgestalt ableiten. Die Abweichungen von dieser Grund- form, die Längsstreckung, Abplattung etc. lassen sich in Berücksichtigung der Skeletbildung leicht von der Kugelform ableiten ; auch die lappige Gestalt der Centralkapsel zahlreicher Cyrtiden erklärt sich durch das von den Stäben der Querscheidewand beengte Wachsthum der Kapsel, wodurch dieselbe gezwungen wird in 3, respective 4 lappigen Fortsätzen durch die zwischen diesen Stäben gebliebenen Öffnungen hindurch zu wachsen. Die intracapsuläre Lagerung von Skelettheilen der Peripyleen ;Disciden und Ethmosphaeriden zum Theil) erklärt sich durch einen Durchwachsungsprocess der Centralkapsel durch die Maschen der Markschale, respective weiterer Gitter- kugeln und eine Verschmelzung der über diese hinausgetretenen Fortsätze der Centralkapsel. — Damit erscheint denn auch die Unterscheidung von Ectolithia und Entolithia hinfällig. Die poröse Beschaffenheit der Kapselmembran bei den Thalassicollen, Sphaero- zoeen, Peripyleen und Acanthometreen ist auch bis jetzt nur in wenigen Fällen bei den beiden erstgenannten Ordnungen direct constatirt worden , doch macht die directe Beobachtung der Wanderung von Protoplasmakörnchen aus der intra- capsulären Sarcode in die extracapsuläre und umgekehrt, das gleiche Verhalten für die gesammten Ordnungen sehr wahrscheinlich. Bei den Monopyleen finden sieh Poren nur auf einem beschränkten polaren Bezirk der Centralkapsel. Hier finden sich zu einem oder mehreren Kreisen zu- sammengestellte feine, in Carmin sich stark imbibirende Stäbchen auf der Kapsel- membrau, die wahrscheinlich durchbohrt sind und den Pseudopodien den Durch- tritt gestatten. Über diesem Porenfeld erhebt sich ein sogenannter Pseudopodien- kegel in die intracapsuläre Sarcode hinein, der eine von seiner Spitze nach den Stäbchen zu verlaufende strahlige Zeichnung zeigt, welche auf zarte den Pseudo- podienkegel durchsetzende Röhrchen zum Durchtritt der Pseudopodien zurückge- führt wird. Über die Natur des sogenannten Pseudopodieukegels selbst fehlen genauere Angaben, wie überhaupt die ganze Deutung dieser Einrichtungen der Centralkapsel der Monopyleen in vieler Hinsicht noch unsicher erscheint. Bei den Tripyleen schließlich finden sich nur 3 Öffnungen in der Centralkapsel, eine Hauptöffnung, die den sogenannten oralen Pol bezeichnet und 2 zu den Seiten des apicalen Pols symmetrisch gelegene Nebenöffnungen, wodurch die Cen- tralkapsel bilateral symmetrisch sich gestaltet. Die Kapsel' wird hier durch zwei Häute gebildet , eine äußere festere und dickere und eine innere sehr zarte, die sich beide in eigenthümlicher Weise an dem Bau der Öffnungen betheiligen. Was die Beziehungen der hervorgehobenen verschiedenen Formen der Cen- tralkapseln unter einander betrifft, so ist Hertwig der Ansicht, dass die Peri- pyleenform die ursprünglichere sei , von der sich die der Mono- und Tripyleen durch locale Beschränkung der Poren herleite. Zoolog. Jahresbericht 1879. \\ 162 A. Protozon. b) Kerne Haben sich durcliaus bei den untersuchten Radiolarien nachweisen lassen und finden sich stets in der intracapsulären Sarcode innerhalb der Centralkapsel. — Die jugendlichen Formen sind stets einkernig , bei gewissen, oben namhaft ge- machten Ordnungen macht jedoch dieser einkernige Zustand sehr bald einem viel- kernigen Platz , während bei den übrigen die Vermehrung der Kerne erst kurz vor der Fortpflanzungsperiode stattfindet. Der Bau und die Größe der Kerne sind hier mannigfaltiger als sonst irgendwie. Kleine homogene Kerne sind die von Häckel als wasserhelle Bläschen be- schriebenen Gebilde (doch hat H. auch intracapsuläre Vacuolen in dieser Weise bezeichnet). Sehr groß wird der Kern der einkernigen Radiolarien. Besonders merkwürdige Formen zeigen die Thalassicollen zum Theil, so verästelte oder wurmförmig aufgerollte Kerukörper und blindsackförmige Auswüchse der Ober- fläche (die jedoch auch, wiewohl durch andere Verhältnisse verursacht, bei den Cyrtideen sich finden können) . Besonders eigenthümliche Kernformen sind auch bei einkernigen jungen Acauthometren beobachtet worden, wo sich eine bis zum großen Nucleolus nach innen reichende blindsackförmige Einstülpung der Keru- membran findet. Bei den Ommatideu kann der Kern die Markschale umwachsen , bei den Spongosphaeren sogar noch die nächste Gitterkugel, die dadurch ins Kerninnere sich einlagert ; noch weiter getrieben ist dieser Process bei den Disciden. Die Umbildung des primären Kerns in den vielkernigen Zustand soll sich nicht durch einfache Kerntheilung vollziehen , sondern , wie es scheint, auf dreierlei verschiedenen Wegen geschehen. 1) Bei den Sphaerozoideen durch wiederholte Zweitheilung. 2) Bei den Acanthometreen durch Sprossenbildung nach Auflösung des Nucleolus und durch weiteren Zerfall der abgelösten Knospen in kleine homogene Kerne. 3) Bei ThalassicoUa durch Zerfall des verästelten Nucleolus in zahlreiche kleine Stücke , die aus dem Kern in die intracapsuläre Sarcode treten, sich hier zu selbständigen Kernen entwickeln und weiter vermehren. c) Intracapsuläre Sarcode. Zeigt sehr gewöhnlich im einkernigen Zustand eine radiäre Strahlung, die bei CoUiden nur auf die äußere Zone beschränkt ist und den Cyrtiden, Acanthome- triden und Tripyleen fehlt. Bei letzteren läuft jedoch eine strahlige Zeichnung zu jeder der 3 Öfl"nungen. Als wahrscheinlich wird hervorgehoben, dass diese strah- ligen Zeichnungen der anatomische Ausdruck der in dem Protoplasma stattfinden- den Strömungen seien. Von Einschlüssen im intracapsulären Protoplasma sind hervorzuheben: Vacuolen hauptsächlich bei größeren Formen) , Eiweißkugeln, die ihrerseits wieder weitere Einschlüsse, wie Concretionen (Kalksalz ?) und Öl- kugeln einschließen können. Ob sämmtliche der bei Radiolarien so häufigen Öl- kugeln eine solche Eiweißhülle besitzen, bleibt fraglich. Die Bedeutung der Öl- kugeln scheint nur nebenbei eine hydrostatische zu sein, hauptsächlich dagegen die von Reservenahrung. Über die Bedeutung der sich nicht selten frei im Protoplasma findenden Kry- stalle oder Concretionen ist nichts sicheres ermittelt worden. Die gelben intracapsulären Pigmentkörperchen der Acanthometriden sind echte Zellen , die sich in der Kapsel durch Ansammlung von Pigment um einen Kern zu bilden scheinen. 2. Rhizopoda. 163 d) Der extracapsuläre Weichkörper. Der Nachweis einer mehr oder weniger entwickelten Gallerthttlle wird für sämmtliche untersuchten Radiolarien geführt , und dieselbe ist in keiner Weise eine postmortale Erscheinung, wie Joh. Müller und Häckel annahmen. Die so- genannten Gallertcilien oder contractilen Fäden der Acanthometriden umstehen in Kränzen von 5 — 80 Stück die Austrittsstellen der Stacheln aus den Gallert- scheiden und befestigen sich mit ihrer breiteren Basis auf letzteren, mit ihren zugespitzten Enden an den Stacheln ; sie sind contractu ähnlich Muskelfibrillen und ziehen die Gallertscheide nach dem Stachelende vor. Bei Acanthochiasma findet sich statt ihrer eine contractile Membran. Die extracapsuläre Sarcode ist in die Gallerte eingebettet, der Haupttheil überzieht als Pseudopodienmutterboden die Obei'fläche der Centralkapsel und ist in seiner Ausbildung abhängig von den Verhältnissen der Comraunicationsöffnungen in der Kapsel. Vom Mutterboden ausgehende Sarcodenetze durchsetzen die Gallerte und lassen von deren Ober- fläche die Pseudopodien entspringen. In der Sarcode dieser Netze bilden sich (bei CoUiden, Tripyleen und Sphaerozoideen) gewöhnlich extracapsuläre Vacuolen (Al- veolen) . Bei den coloniebildenden Sphaerozoideen ist die Gallerte und die extra- capsuläre Sarcode Gemeingut der gesammten Colonie. Die Pseudopodien anastomosiren nur selten mit einander und für die der Acan- thometriden wird der Nachweis besonderer Axenfäden geführt, die in die Cen- tralkapsel eintreten und bis zum Stachelncentrum zu verfolgen sind. Wenn auch noch weitere Radiolariengruppen ähnliche Axenfäden besitzen mögen, so sind dieselben bei zahlreichen anderen dagegen sicher abwesend. Die sogenannte Sar Codegeißel der Disciden ist kein Flagellum, sondern ein Bündel theilweis verschmolzener Pseudopodien. Bezüglich der gelben Zellen ist Verfasser gegenüber seiner früheren Auffassung wankend geworden und scheint jetzt mehr die parasitische Natur derselben für wahrscheinlich zu halten. Die Verbreitung der gelben Zellen sei durchaus nicht so allgemein, wie gewöhnlich angenommen. 2. Die Morphologie des Skelets. Da die wichtigsten Beobachtungen des Verfassers über den Skeletbau schon oben bei Besprechung seines Systems hervorgehoben wurden, so sei hier nur be- merkt, dass er bezüglich der allgemeinen morphologischen Autfassung desselben zu dem Schluss geführt wird, dass die Skeletbildungen der Radiolarien sich in mehrfacher und unabhängiger Weise von einander entwickelt haben. Dies gilt sicher für die 4 nachstehenden Skelettypen der: 1) Acanthin- oder Sta- chelskelete (Acanthometreae) , 2) Sphaeroidskelete (Perip3'leae) , 3. Cyrtoidskelete (Cyrtidae), und 4. Cricoidskelete (Acanthodosmidae) . 3. Die Fortpflanzung. Über die Fortpflanzung der Radiolarien hat Verfasser wenig neue Untersuchungen angestellt. Er gibt eine Besprechung der früheren Untersuchungen von ihm und anderen Forschern , als deren Resultat hervorgeht , dass die Radiolarien sich 1; durch Zweitheilung, 2) durch Schwärmerbildung fortpflanzen. Über den durch Theilung der Centralkapsel eingeleiteten Zweitheilungsproceß bringt er neue Be- obachtungen an Tripyleen bei. Über die Theilung der Centralkapsel kann hier- nach kein Zweifel mehr sein, dagegen ist bis jetzt die hieraus vermuthete Zweithei- lung des gesammten Radiolarienkörpers noch nie beobachtet worden. Bezüglich der Schwärmerbildung kommt Verfasser zu dem Schluß, dass dieselbe sämmtlichen Radiolarien zukommt. 11* 16-1 A. Protozoa. 4. Allgemeine morphologische Auffassung. Die allgemeine Grundgestalt der Radiolarien hält Verfasser für eine sphärische oder homaxone , von der sich auch die abweichenden monaxonen Formen (haupt- sächlich in Beriiclcsichtigung der schon oben hervorgehobenen Auffassung über die Entstehung des Centralkapselbaues; herleiten ließen. Der Centralkapsel glaubt er gegenüber H ä c k e 1 nicht den Werth eines Sporan- giums zuschreiben zu sollen, sondern betrachtet sie als ein Stütz- oder Schutzorgan und für vergleichbar der Schale der Thalamophora i) . Das Verhältnis der Radiolarien zur Zellentheorie klärt sich dahin , dass die- selben, auch die vielkernigen, als einer Zelle gleichwerthig zu erachten sind 2). In ganz ähnlicher Weise, wie dies früher schon Referent Studien über erste Entwicklungsvorgänge etc. p. 160) gethan, spricht er sich für die Auffassung der vielkernigen Piastiden und Protisten als einfache Zellen aus. Williamson, W. C, On the Organisation of the fossil plants of the coal measures. Part. X. (Roy. See. London.) in: Nature. Vol. 19. Nr. 492. p. 521— 522. Williamson hat schon 1874 (Philosoph. Transact. 1874. p. 56) seine Zweifel über die von Carruthers aus der Kohlenformation von Oldham und Halifax be- schriebenen und Traquairia benannten Radiolarienreste ausgesprochen. Seine weite- ren Untersuchungen dieser Reste haben ihn in diesen Zweifeln nur noch mehr bestärkt und die Deutung derselben als Sporen pflanzlicher Natur sehr wahr- scheinlich gemacht. Er hat dieselben zur näheren Untersuchung auch an Häckel und Strasburger in Jena gesendet , von welchen der erstere ihre Radiolariennatur entschieden in Abrede stellt , während der letztzere es für sehr wahrscheinlich hält, dass sie sich zunächst an die Macrosporen der Rhizocarpeen anschließen. 3. Sporozoa. 46. Claus, C, Der Organismus der Phronimiden. in: Arb. zool. Instit. Wien. 2. Bd. l.Hft. 47. Gabriel, B., Über primitives Protoplasma, in: Jahresber. Schles. Ges. vat. Cult. 1&T&. p. 120—125. 48. Hallez, P., Contributions ä l'histoire naturelle des Turbellaries. (Travaux de linstit. zoolog. Lille. 2. Fase.) Lille, 1879. 40. 49. Vejdowsky, Fr., Beiträge zur vergleichenden Morphologie der Anneliden. I. Monogra- phie der Enchytraeiden. Prag, 1879. 40. Gabriel, B., Über primitives Protoplasma, in: Jahresber. d. schles. Ges. f. vaterl. Cult. 1878. p. 120—125. Gabriel berichtete in einem Vortrag über seine fortgesetzten Untersuchungen der Entwicklung.^geschichte der Gregarinen ; bis jetzt liegt nur ein Referat hier- über vor , das , wie Referent gestehen muß , ihm vielfach nicht ganz verständlich 1) Referent glaubt auf diesen , ihm sehr wichtig scheinenden Vergleich , der durch Hertwig nicht näher ausgeführt wird, hier noch besonders aufmerksam machen zu sollen, namentlich in Anbetracht des soThalamophoren-ähnlichenCyrtidiums und der in neuerer Zeit bei einzelnen pelagischen Foraminiferen bekannt gcAvordenen Gallert- und Vacuolenhülle. 2) Bei dieser Betrachtung ist jedoch auf die Acanthometriden und ihre gelben Pig- mentzellen vom Verfasser keine Rücksicht genommen wordon. 3. Sporozoa. 165 wurde , so dass er sich kaum in der Lage glaubt , in Kürze ein getreues Abbild von den Darstellungen und Ansichten des Verfassers entwerfen zu können. Verfasser hat schon früher (Jahresb. d. schles. Ges. 1S77. p. 72) von ihm ge- schilderte protoplasmatische Gebilde, die sich in den Hoden und der Leibesflüssig- keit der Lumbriciden finden — jedoch jetzt von ihm auch bei zahlreichen marineu Wirbellosen (Dendrocoelen, Anneliden und Crustaceen) angetroffen worden sind — eingehender studirt , und bezieht sich vorliegende Arbeit hauptsächlich auf diese nach G. in den Entwicklungscyclus der Gregarinen gehörigen Gebilde. Dieselben stellen sich dar als »homogene, jeder Differenzirung entbehrende, granulations- und kernlose , Scheiben- , platten- und spindelförmige , äußerst umbildungsfahige Plasmastücke von sehr schwankenden Größenverhältuissen und ungemein wechseln- dem Lichtbrechungsvermögen«, was von sehr verschiedenem Quellungszustand her- rühren soll. Zu gewissen Zeiten sind sie ganz bewegungslos, zu anderen Zeiten hingegen zeigen sie sehr eigenthümliche Bewegungsphänomene, die Verfasser keiner der drei bekannten Arten der Protoplasmabewegung , der amöboiden , Flimmer- und Contractionsbewegung anreihen kann. Diese eigenthttmlichen Beweguugs- phänomene sollen sich noch am besten als Zuckungen bezeichnen lassen. Ihre Intensität und Zeitdauer soll sehr verschieden sein und sollen sie bald die ganze Masse eines der Körper durchsetzen , «bald nur innerhalb der Straten desselben« auftreten. Volumeuveränderungen sollen damit nicht verbunden sein. Eine sichere Ursache für dies wechselnde Verhalten der fraglichen Körper, bezüglich ihrer Be- weglichkeit oder Unbeweglichkeit aufzufinden, gelang Verfasser nicht, jedoch scheinen ihm gewisse Mischungsverhältnisse, der »prävisceralen Flüssigkeit«^) der Lumbriciden in dieser Hinsicht von Einfluß zu sein. Die gesammte Organisation der geschilderten Gebilde scheint Verfasser die denkbar einfachste zu sein, daher die Bezeichnung »primitives Plasma«. Was nun aber die eigentliche Natur dieser Gebilde betrifft, so hat Verfasser er- mittelt, dass dieselben »die in die Außenwelt (? Referent) gelangten, ihrer schützen- den Hülle entkleideten , von Lieberkühn als Batonnets bezeichneten , protoplas- matischen Inhaltsportionen der Pseudonavicellen« sind , »welche noch in einem socialen Verbände mit einander geblieben sind und es entweder — je nach den nun divergirend auseinanderlaufenden Entwicklungsbahnen — für immer bleiben oder sich von einander loslösen«. Weiter wird bemerkt, »dass aus den im socialen Verbände bleibenden Syn- amöbien , aus den einzelnen , vom socialen Verbände losgelösten gewisse Gregari- nenformen direct (mit Überspringuug des amöboiden Zustandes) hervorgehen«. Letztere Beobachtung hält Verfasser für sehr wichtig und hierdurch die noch ofi"ene Pseudonavicellenfrage für entschieden. Während sich eines Theils die so verschiedenen Form- und Größenverhältnisse der besprochenen Gebilde aus ihrer soeben erwähnten Natur und Bedeutung er- klären , sollen doch auch »auf ungleichen individuellen Nährzuständen basirende Wachsthumserscheinungeu« in dieser Beziehung von großem Einfluß sein. Aus weiteren Bemerkungen glaubt Referent schließen zu dürfen, dass Verfasser eine fortdauernde Neuerzeugung von Gregarinen in dem von Gregarinen inficirten Wirth nachzuweisen glaubt, hingegen soll nach ihm die Art und Weise der ersten Einwanderung dieser Parasiten noch ganz unbekannt sein. Aus einer weiteren Bemerkung geht hervor , dass die Fortpflanzung durch En- cystirung und Pseudonavicellenbildung nicht allen Gregarinen eigenthümlich sei, ij Der in der Abhandlung mehrfach wiederkehrende Ausdruck »präviscerale Flüssig- keit« dürfte wohl ein auf Rechnung des Setzers zu bringender Irrthum sein und wohl perivi- scerale Flüssigkeit bedeuten sollen. 166 A. Protozoa. sondern dass sich Gattungen finden , »welche in Folge besonderer , schwer zu eruirender Anpassungen in einer weniger complicirten Weise überschüssige Wachs- thumsproducte liefern«. Claus, C. , Der Organismus der Phronimiden in: Arbeiten des zool. Institutes zu Wien, 2. Bd. 1. Heft. Claus theilt gelegentlich seiner Untersuchungen über Phronimiden (p. 78 des Separatabdrucks) mit, dass der Magendarm von Phronima und Phronimella nahezu constant von einer kleinen ovalen Gregarine, sowohl im freien als encystirten Zu- stand, bewohnt sei. Dieselbe gehört zu der Abtheilung der eigentlichen Gregari- niden mit durch Scheidewand getrenntem vorderen Körperabschnitt Protomerit Schneiders) und läuft dieser Kopfabschnitt in einen kurzen conischen Zapfen aus , der auf der Abbildung (Taf. VIII. Figur 66) eine radiäre Streifung er- kennen lässt. Hallez, P., Contributions a l'histoire naturelle des Turbellaries. (Travaux del'instit. zoolog. de Lille. 2. Fase.) Lille, 1879. 4«. Hallez hatte Gelegenheit während seiner Untersuchungen der Turbellarien das sehr gewöhnliche Vorkommen von Gregarinen bei der Planaria fusca in ähn- licher Weise wie schon früher M. Schnitze zu constatiren. Gewisse von ihm be- obachtete Zusammenlagerungen zweier dieser Gregarinen glaubt er als Copula- tionszustände deuten zu dürfen. Abbildungen dieser Formen begleiten die kurze Darstellung. Seltner hingegen beherbergt dieselbe Planarie größere kuglige , dickwandige Cysten, die dicht mit kleinen ovalen, hüllenlosen Körperchen angefüllt sind. In- wiefern die Deutung dieser sehr gregarinen-ähnlichen Cysten als Psorospermien gerechtfertigt ist, die ihnen von H. gegeben wird , scheint Referent sehr zweifel- haft. Weiterhin haben sich schließlich noch kleine amöboid bewegliche Körper- chen an dem gleichen Orte gefunden , in welchen Verfasser möglicherweise eine Entwicklungsstufe der Gregarinen erblicken zu dürfen glaubt. VejdOWSky, Fr., Beiträge zur vergleichenden Morphologie der Anneliden. I. Monographie der Enchytraeiden. Prag, 1879. 40. Gelegentlich seiner Studien über die Enchytraeiden hat Vejdowsky auch zwei Gregarinenformen sowohl in den Hoden als auch der Leibesflüssigkeit beob- achtet (p. 39 — 40, T. XIV, Fig. 13 — 15) . Eine dieser Formen ist die auch schon von Kölliker beobachtete Gregarina Enchytraei, die im Enchytraeus hegemon und galha angetroffen wurde ; die zweite Form hingegen, welche den Hoden von Packy- drilus Pagenstecheri bewohnt, ist neu und wird von V. dem Schneid ersehen Ge- nus Gonospora, unter dem Namen G. Packydrili, zugetheilt. Indem wir bezüglich der näheren Beschreibung auf das Original verweisen, wo sich auch Abbildungen finden, heben wir noch hervor, dass auch Conjugationszustände beobachtet wur- den, die jedoch (ob immer? Ref.) eine Pseudoconjugation nach A. Schneider) darzubieten scheinen, da die aus ihnen hervorgehende Cyste (wie wenigstens aus der Abbildung zu schließen) durch eine mittlere Scheidewand getheilt ist, wie dies auch bei ähnlichen von Schneider beobachteten Fällen sich zeigte. 4. Flagellata. 167 4. Flagellata. 50. BUtschli, 0., Researches on the Flagellate Infusoria and allied organisms. in: Quart. Joiirn. Microsc. Sc. Vol. 19. Jan. p. 63 — 109, 1 pl. .Ausfiihrl. Auszug aus der in : Zeitschr. f. Aviss. Zool. 30. Bd. p. 205 erschienenen Arbeit des Referenten von d'Arcy Power.) *51. Eyfferth, B., Schizophyten und Flagellaten. Supplement-Heft zu der »Systemat. Natur- gesch. der microscop. Süßwasserbewohner«. Mit 2 Taf. Braunschweig, 1879. 52. Henneguy,.., Germination of the spores of Fo/yoa; (^«Wcj«. in: Ann. of Nat)>. Hist. (5.) Vol. 3. p. 93—94. (Nach: Bull. Soc. Philom., Juillet 27, 1878.) 53. Joseph, G., Über Grotten-Infusorien, in: Zool. Anz. Nr. 22. p. 114 — 118. (Jahresber. Schles. Ges. vaterl. Cult. 1879.) 54. Lewis, T. R., Flagellated organisms in the blood of healthy rats. With cut. in : Quart. Journ. Microsc. Sc. Vol. 19. Jan. p. 109—114. *55. , The microscopic Organisms found in the blood of Man andAnimals and their re- lations to disease. Calcutta, 1879. (Bezüglich Protozoen wahrscheinlich nur das im vorstehenden Aufsatz, Nr. 54, enthaltene mittheilend.) 56. Maupas, E., Sur la position systematique des Volvocinees et sur les limites du regne vegetal et animal. in: Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. 88. (Extr. auch in: Ann. of Nat. Hist. (5.) Vol. 4. p. 170—172.) Mereschkowsky, C. von, Studien über Protozoen des nördl. Russlands, s. oben Nr. 6. p. 112 . 57. Schmankewitsch, "Wl., Über einige Abweichungen bei der Entwickelung der niedersten Organismen, in: Zool. Anz. Nr. 21. p. 91—94. Nr. 22. p. 110—114. 58. , 06^ OTHOiueHiu HinoTop. öeguBicni. Flagellata etc. Odessa, 1879. (Aus den Berich- ten der Neuruss. naturf. Ges. T. 6.) — (Weitere Ausführung des Vorstehenden.) 59. Stein, Fr. Ritter von. Der Organismus der Infusionsthiere. 3. Abth. Der Organismus der Flagellaten. 1. Hälfte. Mit 24 Kpf. Leipzig, Engelmann, 1878. Fol. Stein, Friedr. Ritter von, Der Organismus der Infusionsthiere. 3. Abth. Der Organismus der Flagellaten. 1. Hälfte. Leipzig, Engelmann, 1878. Fol. (154 p. mit 24 Kpfrtaf.) Der hervorragenden Bedeutung des Stein'schen Werkes über die Flagellaten entsprechend, muss dasselbe hier mit einigen Worten Erwähnung finden, obgleich das Erscheinen desselben noch in das Ende des Jahres IS 78 fällt. Die vorliegende erste Hälfte des Werkes enthält nur den noch nicht ganz ab- geschlossenen allgemeinen Theil, bestehend in einer sehr eingehenden Besprechung der geschichtlichen Entwickelung unserer Kenntnisse von den Flagellaten seit Ehrenberg bis zum Beginn der sechziger Jahre. Die Besprechung erstreckt sich ebenso eingehend wie auf die eigentlichen Flagellaten selbst, auch auf die Darstellung des Entwickelungsganges der Beobachtungen und Vorstellungen über die formverwandten Schwärmsporen und Spermatozoidien des vegetabilischen Reichs und der Einflüsse, welche die letzterwähnten Forschungen auf die Ent- wickelung der Flagellatenstudien ausgeübt haben. Unterwebt damit sind dann auch schon eigene Beobachtungen und Ansichten über Natur und Systematik der Flagellaten. Auf den 24 Kupfertafeln sind die von Stein beobachteten Formen nahezu vollständig dargestellt und mit ziemlich ausführlichen Beschreibungen ver- sehen, so dass ihre Benutzung schon jetzt wohl möglich ist. Der Refer. glaubt am besten zu handeln , wenn er einstweilen auf eine Besprechung der in dem bis jetzt vorliegenden Theil aufgeführten neuen Beobachtungen und Ansichten nicht Ißg A. Protozoa. eingeht, sondern über das Werk späterhin in seiner vollständigen Gestalt ein eingehendes Referat liefert. Lewis, T. K., Flagellated organisms in the blood of healthy rats. in : Quart. Journ. Microsc. Sc. Vol. 19. Jan. p. 109—114. Mit 1 Holzschn. (Theil einer demnächst in »14. An- nual Report of the Sanitary Commissioner with the government of India« zu publici- renden Arbeit : «The microscopic organisms found in the blood of man and animals.") Lewis hatte bei seinen auf Veranlassung der Regierung unternommenen Un- tersuchungen über das Spirillmn des Bombayfiebers Gelegenheit, das Blut zahl- reicher Thiere zu untersuchen. Er entdeckte dabei im Blut einer Anzahl ost- indischer Ratten [Mus decmnamis und J/. ru/cscens und zwar in 2ü'yo der unter- suchten Thiere einen in großer Menge vorhandenen flagellatenartigen Organismus, der trotz seiner Häufigkeit die Gesundheit der betreffenden Thiere nicht im ge- ringsten zu alteriren schien. Dies gibt ihm Gelegenheit, sich gegen den P a s t e u r- schen Satz auszusprechen, dass bei gesunden Thieren niemals mikroskopische Organismen oder ihre Keime im Blut angetrofi'en werden sollen. Der betreffende Organismus ähnelt in seiner Gestalt sehr einem Samenfaden mit langgestrecktem Kopf. Dieser Kopf oder Körper besteht aus einem hier und da Gestaltveränderungen zeigenden Plasma, indem dasselbe zuweilen an einer oder zwei und drei Stellen plötzlich anschwillt ; für gewöhnlich besitzt der Körper jedoch eine fadenförmig langgestreckte Gestalt und eine Länge von etwa 0,02 — 0,03 mm auf eine Breite von 0,0008 — 0,001 mm. Nach hinten läuft der Körper in eine Geißel aus von einer, soweit deutlich sichtbar, etwa dem Körper gleichen Länge, jedoch dürfte die wirkliche Länge derselben bedeutender sein. — Die Bewegung des Organismus soll mit dem Geißelende voran vor sich gehen. Der Tod der fraglichen Flagellaten erfolgt gewöhnlich schon 12 — 24 Stunden nach der Herausnahme aus ihrer Wohnstätte, sie können jedoch auch zuweilen bis zu drei Tagen andauern. Sowohl die Einwirkung verschiedener Reagentien als der Electricität auf diese Organismen werden geschildert und dann noch bezüglich ihrer verwandtschaft- lichen Beziehungen bemerkt, dass sie sich wohl am nächsten an die vom Refer. aus einem freilebenden Nematoden beschriebene Form (s. Zeitschr. f. wiss. Zool. 30. Bd. p. 216) anschließen 1) ; und dass wohl auch die von Dr. Gros in dem Blut einer Feldmaus aufgefundeneu kleinen Würmcheu als ähnliche Organismen zu betrachten seien. Mereschkowsky, C. von, Studien über Protozoen des nördl. Russlands. (s. oben p. 117. 127.) Von Cilioflagellateu beschreibt M. eine neue Art der Gattung Dinophysis (D. arctica n. sp.) des weißen Meeres. Von eigentlichen Flagellaten wurden zahlreiche neue und zum Theil schon bekannte Arten beschrieben. Eine Familie UveUina wird für solche colo- niale Flagellaten aufgestellt, die gehäuselos zu kugelförmigen, freischwimmen- den Colonien vereinigt sind (oder vorübergehend wie Antophjm auf Stielen sitzen) . Geißeln in Ein- oder Mehrzahl. Genauer beschrieben wird zunächst Polytoma Uvella Ehbg. Petersburg, Heu- infusion. — Die schon früher von Perty genauer beschriebene Fortpflanzung, wobei die Organismen durch rasche successive Theilung in uvellaartige Colonien von bis 8 Theilungssprösslingen übergehen, wird genauer dargestellt. Da diese Colonien sich späterhin in Einzelindividuen auflösen, so wird vermuthet. dass diese Flagellate sich phylogenetisch von einer mehrzelligen uvelliuenartigen Form her- 1) Letztere Form ist wohl identisch mit Cercomonas miiscae domesticae, Stein, Org. d. Flagell. T. I. fig. II. 4. Flagellata. 169 leite, was noch für eine größere Zahl einzelliger Monadineu wahrscheinlich sein soll. Encystirung gleichfalls beschrieben. Von Astasia werden A. guttuh n. sp. und A. deformis From. näher beschrieben, Merotricha n. g, Ovale Gestalt, einzige Geißel aus Grübchen nahe am Vorder- ende hervortretend; Vorderende mit einer Anzahl (trichocystenartiger ?) glän- zender Stäbchen. Tiefgrüne, zahlreiche Paramylonköruchen. Wohl identisch mit Steins Raphidomonas, Org. d. Flagell. T. XIII. Fig. 6 — 12). M. bacillata n. sp. Onega-See. Euglena viridis Müll. Angaben über Encystirung und Ausstossung der soge- nannten Paramylonkörner innerhalb der Cyste. Urceolus n. g. Körper flaschenförmig, contractu ; Hals mit weiter Mundöffnung, an die sich canalartiger Schlund anschließt , aus dem die einfache lauge Geißel hervortritt. Nucleus imd Vacuole? (Identisch mit Stein's Phialoiwma, Org. d. Flag. T. 23, Fig. 42 — 48). Urceolus Alenizini n. sp. W. M. Heteromita sulcata n. sp. Süßwasser N. Drina, Küste des W. M.'s. Heteromita cylindrica n. sp. W. M. Heteromita adunca n. sp. W. M. Schmankewitsch, "\V1. Über einige Abweichungen bei der Entwickeln ng der niedersten Or- ganismen, in: Zool. Anz. ISTy. p. 91 — 94. Nr. 22. p. 110— 114. Schmankewitsch glaubt durch seine Züchtungsversuche mit Pilzsporen und Flagellaten [hauptsächlich Anisonema acinus Tiw] . (Bütschli)] den Nachweis führen zu könuen, dass Aiiisonema acinus, eine hoch entwickelte Flagellatenform mit 2 Geißeln, einer Schluudröhre und sicher constatirter Nahrungsaufnahme, durch Veränderungen des umgebenden Elementes ausartet, wobei ihre in der Entwicke- lung zurückgehaltenen Generationen sowohl zu Wandersporen eines Pilzes als auch Embryonen einer Alge werden können.« Indem wir von den uns an dieser Stelle nicht weiter interessirenden Versuchen mit Pilzsporen absehen, bemerken wir noch einige Worte über die an A. arinns angestellten Untersiichungen. Echte A. acimis sollen am Sonnenlicht im hängenden Tropfen einer geschlosse- nen feuchten Kammer zunächst unbeweglich geworden seien, worauf die dunklen Körnchen ihres Plasma's (die sogenannten Secretkörnchen des Refer.) sich an- sehnlich vergrößerten, ergrünten und zum Theil langsam ausschlüpften. Ein sol- ches Anisoiiema, mit grünen Kugeln im Innern, soll nun der Alge Chlor ococ- cum Rabenh., während ihrer Vermehrung durch unbewegliche Gonidien sehr ähneln. Schm. hält daher auch die sogenannten Secretkörnchen der Anisone^na für homolog mit den unbeweglichen Gonidien des Chlor ococcum. Im Dunkeln sol- len hingegen die grün gewordenen Secretkörnchen des Anisonema farblos und den Sporen eines Pilzes ähnlich werden. Kleine Flagellaten, die Schm. für in der Entwickelung zurückgehaltene Gene- rationen des Afiisonema acinus hält, sollen in der feuchten Kammer zu verästelten Mycelien auswachsen. Aspergillus- (Pilz- ■ Sporen sah er in echte Amöben sich umwandeln , die hie- rauf zu grünen Kugeln sich zusammenzogen ; letztere theilten sich und gingen in Chlamydnmonas über. Auch Pandorina und die oben erwähnte zurückge- bliebene An iso7ie7na gener nüon soll aus Aspergillussporen erzogen worden sein. Die Mittheilung bietet an manchen Stellen viel Unklares, wie dies z. B. auch aus folgendem wörtlich mitzutheilenden Satz erhellt, durch welchen der Verf. seinen Anschauungen über die Beziehungen der niedersten Organismen zu dem sie beeinflussenden umgebeudeu Element Ausdruck zu verleihen sucht : »so sehe ich, dass jede Form der niedersten Organismen zum Entwickelungsstadium der auf sie folgenden Form in demjenigen Theile ihrer Generationen wird, welcher 170 ^- Protozoa. sich in der Richtung des diese neue Form umgebenden Elements hin verbreitet ^) oder welcher sich uothwendigerweise bei der allmählichen Veränderung des ihn umgebenden Elements verändert.« Oö-B OTHOuieiiiu utKoroptixT, öcsuBtiHLixT. Flagellata kt. BOAopoe^iaM'L h rpuöaMi.. BjiaauMipa UlMaHKCBuqa. Ojiccca 1879. Nach einer freundlichen Mittheilung des Hrn. Dr. von David off (Assisten- ten des Ref.), der die Güte hatte, die russisch geschriebene HauiDtarbeit Schmankewitsch's mit dem vorläufigen Bericht im zoologischen Anzeiger zu vergleichen, finden sich in der ersteren keinerlei bemerkenswerthe Abwei- chungen von dem Bericht, so dass die obige Angabe der wichtigsten Resultate Schmankewitsch's (soweit sie die Protozoen berühren) , auf Grund der vorläufigen Mittheilung, wohl genügen dürfte. Maupas, M. E., Sur la position systematique des Volvocinees, et sur les limites du regne vegetal et animal. in : Compt. rend. Ac. Sc. Paris, T. 88. 16. Juni. M a u p a s , der sich schon früher mit der genaueren Untersuchung gewisser Eigeuthümlichkeiten der Algenzoosporen beschäftigt hat, Eigenthümlichkeiten, die man früher häufig für Beweise thierischer Natur hielt so speciell der con- tractilen Vacuolen) , erhebt sich nun mit Recht gegen die von Stein in dem kürz- lich erschienenen 1. Band seines Organismus der Flagellaten unternommenen Versuch eine scharfe Grenze zwischen thierischen und pflanzlichen einzelligen Organismen auf Grund gewisser Organisationseigenthümlichkeiten zu ziehen. Die gleichzeitige Ausrüstung eines solchen einzelligen Organismus mit Geißeln oder Cilien, einem Kern und einer contractileu Vacuole gilt Stein für ein entschie- denes Kriterium von dessen thierischer Natur. Stein ging bei dieser Aufstellung von dem Vergleich der Flagellaten mit den ihnen in so vieler Hinsicht ähnlichen Schwärmsporen der Algen aus, denen er sowohl die contractile Vacuole als den Kern durchaus absprach. Was nun die erstere betrifft, so hebt Maupas mit Recht her- vor, dass ihm sehr erstaunlich sei, wie Stein zu der Leugnung des Vorkommens contractiler Vacuolen bei echten Zoosporen von Algen geführt werden konnte, da doch der Nachweis solcher durch eine ganze Reihe von Forschern bei einer ziemlichen Zahl von Zoosporen geführt wurde. Anders hingegen steht es um den Nucleus der Algenzoosporen, dessen Nach- weis im Schwärmstadium nach Maupas bis jetzt noch nirgends erbracht worden sein soll. Ihm selbst ist es jedoch neuerdings geglückt durch Anwendung der schon früher erwähnten Färbungsmethode mit Pikrocarmin die Existenz eines un- zweifelhaften Kernes bei den schwärmenden Zoosporen von Microspora floccosa und einer Oedogoniumart zu erweisen. Nach der Überzeugung des Verfassers dürfte die Anwesenheit eines Kernes wohl den Algenzoosporen im allgemeinen eigenthtimlich sein. Was die Grenzbeziehuugen der beiden organischen Reiche betrifft, so hält Vei- fasser die Feststellung einer bestimmten Grenzscheide weder auf morphologischem noch auf physiologischem Wege für möglich, dagegen hält er es wohl für aus- führbar bei Berücksichtigung der Gesammtheit der Charactere eines fraglichen Organismus dessen Beziehungen zu in ihrer Stellung schärfer fixirten Formen festzustellen. Im Speciellen glaubt er hiernach auch, bei Berücksichtigung des Gesammtcharacters der Volvocinen, an deren Anschluß an die Algen im Gegen- satz zu Stein und in Übereinstimmung mit Cohn festhalten zu müssen. 2) 1) Man wird hier unwillkürlich an die »Richtung des kleinsten Raumes« von Chr. G. Ehrenberg erinnert. Ref. 2) Referent erlaubt sich, indem er seine völlige Übereinstimmung mit Maupasbe- 4. Flagellata. 171 Henneguy, M., Germination of the spores of Volvox dioicus. Ann. of Nat. Hist. (5). Vol. 3. p. 93-94. (Nach: Bull. Soc. Philomath. Juillet. 27. 1878). Es ist Heuneguy geglückt, die Entwickelung der befruchteten Oosporen von Volvox dioicus zu verfolgen und zunächst, wenigstens für diese Art, festzustellen, dass die Vermuthung Cohns, es bedürfen diese Sporen zu ihrer Entwickelung einer vorhergehenden Austrocknung, nicht gerechtfertigt ist , indem die in Ent- wickelung begrilfenen Sporen im Schlamme eines Bassins gesammelt wurden, das nie einer Austrocknung unterworfen ist. Die Sporen besitzen zwei Hüllhäute, ein dickeres Exosporium und ein sehr zartes Endosporium ; ersteres wird bei der beginnenden Keimung (Furchung Ref. gesprengt und das gequollene Endospo- rium tritt aus den Rissstellen hervor. Der orangefarbene Sporeninhalt wird einer ganz regulären Furchung unterworfen , wobei die Färbung der Furchungszellen allmählich aus dem Orangegelben durch das Braune ins Grüne übergeht. Nach vollendeter Furchung bilden die Furchungszellen eine reguläre Blastosphaera. Jede der Zellen entwickelt hierauf 2 Cilien ; das Endosporium schwindet und der junge Volvox schwimmt fort. Allmählich trennen sich die Zellen desselben dann, durch Ausscheidung einer gelatinösen Masse von einander. Schon innerhalb des Endosporiums haben sich jedoch diejenigen Zellen diffe^- renzirt, die dazu bestimmt sind, sich zu den Partheuogonidieu zu entwickeln; sie zeichnen sich jetzt schon durch hervorragende Größe aus. Die Entwickelung der Volvox-QiQlomQ aus den befruchteten Oosporen verläuft demnach im wesent- lichen genau so wie die der Parthenogonidien. Joseph, G., Über Grotteninfusorien, in: Zool. Anz. Nr. 22. p. 114 — HS fs. auch Jahresber. d. Schles. Ges. f. vaterl. Cult.). Aus seinen seit längerer Zeit fortgesetzten Untersuchungen der Fauna der Krainer Tropfsteingrotten theilt Joseph einige Beobachtungen über Protozoen und zwar zunächst die Cilioflagellaten mit. Was die allgemeinen Verhältnisse der Protozoenfauna der Grotten anbetrifft, so scheinen nach dem Mitgetheilten die eigentlichen Grottenba>sins sehr arm an Infusorien zu sein, während sich eine eigenthümliche Fauna in der feuchten Erde entwickeln soll, die von den Excremeuten der zahlreich in den Höhlen überwin- ternden Fledermäuse geschwängert wird. Au dieser Stelle entwickeln sich auch die beiden Cilioflagellatenformen , die im besonderen den Gegenstand der Mit- theilung bilden. Hirer Bildung nach würden diese beiden Formen den beiden Gattungen Gymno- dinium und Peridiniuni angehören, indem die erstere einen glatten, durchsichtigen Panzer besitzt und kleiner ist, während die zweite sich durch einen getäfelten Panzer bei beträchtlicherer Größe auszeichnet. Verfasser glaubt sich mit Sicher- heit überzeugt zu haben, dass die erstgenannte Form nur ein jugendlicher, unent- wickelter Zustand der zweiten ist und reiht daher auch beide unter die Bezeichnung Peridinivm stygium n. sp. in eine Art ein. Die Entstehung der Panzertäfelung im entwickelteren Zustand erklärt sich nach J. in der Weise, dass bei fortschreitendem Wachsthum der Panzer in eine Anzahl von Tafeln zerspringe, die durch eine untergelagerte Ausscheidung neuer chitinöser Panzermasse verbunden werden. Auch diese letztere Ausscheidung kann bei besonders weit fortschreitendem Wachs- thum nochmals in gleicher Weise in Platten zertheilt werden. Die weiteren Or- züglich der vermeintlichen Stein' sehen Unterscheidungscharactere betont, noch zu be- merken, dass ar sich auch über die Beurtheilung der Natur eines fraglichen einzelligen Or- ganismus in ganz ähnlicher Weise ausgesprochen hat fVergl. Zeitschr. f. wiss. Zoologie Bd. 30) . 172 ^- Protozoa. gamsationseigenthümliclikeiten lassen wir hier imerörtert, da dieselben nichts wesentlich Neues darbieten. In dem zweiten getäfelten Zustand sollen die Thiere »geschlechtsreif« werden und sich conjugiren. Es ist eine wirkliche Conjugation ohne Verschmelzung, wobei sich die Thiere in entgegengesetzter Stellung, also das Hinterende des einen nach vorn, des anderen nach hinten gerichtet, mit ihren MundöfFuungen auf- einanderlagern. Über das Verhalten der Kerne während der Conjugation kam Verfasser nicht ins Reine. Nach der Trennung verlieren die aus der Conjugation hervorgegangenen Individuen die Geißel und den Wimperkranz und demnach die Bewegungsfähigkeit. Die in weiterer Folge nach der Beschreibung des Verfassers eintretenden Fortpflanzungserscheinungen hält Referent für sehr unwahrscheinlich, wie er hier vorgreifend sich zu bemerken erlaubt. Es soll nämlich der Kern sich sehr vergrößern, Kugelgestalt annehmen, bis er schließlich den Thierkörper völlig ausfülle; zuweilen soll jedoch zuvor der Kern sich zweitheilen und jedes der Theilstücke zur Kugel sich umbilden. Durch Aufbersten des Panzers werden die eine, respect. die beiden Kugeln frei, nachdem sie auf ihrer Oberfläche eine Hülle ausgeschieden haben. Die beiden Kugeln sollen sich einfach zu zwei Indivi- duen von Peridinmm (respect. zunächst Gymnodminm) entwickeln, während bei Bildung von nur einer Kugel 'sog. Keimkugel) eine Entwicklung von Bläschen im Innern derselben eintreten soll, die die Kugel schließlich völlig erfüllen, durch Auf bersten ins Freie gelangen und sich zu jungen Gymnodinien entwickeln sollen, ohne dass jedoch der Gang der Entwicklung genauer angegeben wäre. 5. Infusoria. 60. Certes, A., Sur une methode de conservation des Infusoires. in: Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. SS. p. 433 — 436. (Les tirages ä part av. 1 pl.) 61. Davis, J., On a new speeies of Cothurnia. With 1 pl. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol. 2. Nr. 6. p. 653—655. 62. Dodel-Port, A., Infusorien als Befruchtungsvermittler bei Florideen. Mit Illustr. in: Kosmos, von E. Krause. 3. Jahrg. 3. Heft. p. 1S2 — 190. 63. Duncker, H. C, Über Blepharisma lateritia. in: Zool. x\nz. Nr. 28. p. 260. 64. Du Plessis, G., Premiere note sur les Infusoires cilies heterotriques des faunes littorale et profonde du Leman. in: Bull. Soc. Vaud. Sc. nat. T. 16. p. 160 — 165. 65. Entz, G., Über einige Infusorien des Salzteiches zu Szamosfalva. in: Termeszetrazii Füzetek. 3. Vol. P. 1. (Sep.-Abdr. 40 p. u. 3 Taf.) 66. Everts, Ed., Bijdrag tot de kennis der Opalinen uit het Darmkanaal van Batrachiers. in: Tijdschr. Nederl. Dierk. Vereen. 4. D. p. 92 — 96, 1 Taf. 67. Gruber, Aug., Kleine Beiträge zur Kenntniss der Protozoen, in: Berichte naturforsch. Ges. Freiburg. 7. Bd. p. 533 — 555, 1 Taf. 68. , Neue Infusorien, in: Zeitschr. f. wiss. Zool. 33. Bd. 3. Heft. p. 439—466, 2 Taf. 69. , Berichtigung, in: Zool. Anz. Nr. 45. p. 668 — 669. 70. Haller, G., Beiträge z\x^ 'K.cvmimss Aex Laemodipodcs ßliforities. in: Zeitschr. f. wiss. Zool. 33. Bd. 3. Heft. p. 350—422, 3 Taf. (Hallez, P., Turbellaries. s. Nr. 48, oben p. 160.) 71. Maggi, Leop., I Plastiduli nei Ciliati cd iPlastiduli liberamenteviventi (mit2Holzschn.). in; Atti Soc. Ital. Sc. Nat. T. 21. (Abgedr. in: Studi Laborator. Pavia, 1S7S. Nr. 3.) 72. , Intorno alle Cothurnie parassite delle branchie dei Gamberi nostrali. in : Boll. scient. (Maggi, Zoja). Anno 1. Nr. 3. p. 33 — 35. 5. Infusoria. 173 73. Maggi, Leoj)., Sopra una varietä della Cothurnia pijxidiformis. in: Boll. scient. Anno 1. Nr. 5. p. 69—70. 74. Maupas, E., Haptophrya (jigantea, Opaline nouvelle de lintestin des Batraciens anoures d'Algerie. in: Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. SS. Nr. 18. p. 921 — 923. (Les Mondes, T. 49. Nr. 3. p. 131—132; Ann. Nat. Hist. Vol. 4. June. p. 97—99.) MereschkowsKy, C. von, Studien über Protozoen des nördl. Russl. s.Nr.6, oben p. 168.) 75. Sterki, V., Tiiitinnus semiciliatus, eine neue Infusorienart. Mit Fig. in: Zeitschr. f. Aviss. Zool. 32. Bd. 3. Heft. p. 460—465. (Vejdowsky, Fr., Enchytraeiden. s. Nr. 49, oben p. 164.) Certes, A., Sur une methode de conservation desinfusoires. in : Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. 88. p. 433—436. (Les tirages ä part. av. 1 pl.). C. beschreibt kurz seine Methode zur Herstellung dauernder Präparate von Infusorien. Ciliaten und Flagellaten ; jedoch soll dieselbe auch zur Conservirung von Rotatorien und kleinen Nematoden gute Dienste leisten) . Dieselbe beruht auf der bekannten Anwendung der Überosmiumsäure in Dampfform ; bei sehr con- tractilen Infusorien hingegen der directen Application der gelösten Säure. Certes verwendet gewöhnlich eine 2 "/(, Lösung und setzt die Präparate ca. 10 — 30 Mi- nuten der Einwirkung der Säuredämpfe aus. Als Färbungsmittel hat ihm nament- lich das Ran vi ersehe Pikrocarmin gute Dienste geleistet, das er jedoch in Mischung mit 1 Theil Wasser und 1 Theil Glycerin empfiehlt. Der Einschluss der so erhaltenen Präparate geschah in Glycerin, das jedoch um Schrumpfung zu vermeiden in der von Ran vi er iTraite d'Histologie) em- pfohlenen Weise vorsichtig applicirt wurde, indem nach einstweiliger Aufkittung des Deckgläschens an zwei gegenüberliegenden Seiten ein Tropfen des mit Pikro- carmin gemischten oder später des reinen Glycerins, auf den freien Rand des Deckgläschens aufgesetzt wurde und die Ersetzung des Wassers durch das Glycerin in einer feuchten Kammer ohne weiteres Zuthun abgewartet wurde. Ob alle Infusorien sich zu einer derartigen Präparationsweise eignen, will Verfasser zwar nicht behaupten ; alle bis jetzt von ihm gefundenen Formen ließen sich jedoch in dieser Weise fixiren und es blieben Cilien, Flagellum, Mundbewaffnung, Kerne etc. durchaus deutlich. Dass jedoch diese Glycerinpräparate eine unbegränzte Er- haltungsdauer besitzen sollten, wie Verfasser hofft, scheint Referenten sehr un- wahrscheinlich ; es dürfte jedoch bei hinreichend vorsichtigen Manipulationen wohl auch gelingen, die durch Osmium fixirten Thiere in Harze einzuschließen'). Auf der die Mittheilung begleitenden Tafel hat Verfasser eine Anzahl nach seiner Methode präparirter Formen abgebildet (Parmnaecmm , Chüodon , Oxytricha, Euplotes und Euglena). Entz, G., Über einige Infusorien des Salzteiches zu Szamosfalva. in: Termeszetrazii Füzetek. Vol. 3. P. 1. (Sep.-Abdr. 40 p., 3 Taf.). G. Entz hat seine, früher schon den Rhizopoden gewidmeten Studien der Protozoenfauna des Salzteiches zu Szamosfalva bei Klausenburg nun auch auf die Infusorien im engeren Sinne ausgedehnt und das schon in den Jalirbüchern der Wanderversammlung ungarischer Ärzte und Naturforscher (15. Versammlung zu 1) Von der trefflichen Fixirung der Ciliaten und Flagellaten durch Osmiumdämpfe hat sich Referent schon vor längerer Zeit überzeugt, auch Glycerinpräparate von seinen Schülern herstellen sehen, die als sehr gut gelungen bezeichnet werden mussten. Dennoch hielt es schwer, manche Formen in dieser Weise zu fixiren, wegen der großen Neigung zum Zer- fließen, welche sie hierbei zeigten. Immerhin scheint jedoch die von Certes beschriebene Methode die beste der bis jetzt bekannten Infusorienpräparationen zu sein. 1 74 A. Protozoa. Elöpatak 1S75: gegebene Verzeichnis der Infusorienfauna dieses Teiches um 11 theils schon früher bekannte, theils neue Arten vermehrt. Von den schon be- kannten Arten sind 4 bis jetzt nur im Meer angetroöene Formen, 2 leben sowohl marin, als im Süßwasser, 2 sind Süßwasserformen, jedoch zu auch marin ver- tretenen Gattungen gehörend. Auch die 3 neuen Arten haben marine Verwandte, so dass durch diese neuen Ergebnisse das Resultat seiner früheren Untersuchungen: dass die Infusorienfauna des Salzteiches sich näher an die der Meere als die der Süßwasser anschließe, eine weitere Bestätigung erhält ' ) . Doch auch Fragen allgemeiner Natur hat der Verfasser bei seinen Studien be- rücksichtigt und macht hierüber einige Mittheilungen, die hier zunächst kurz erörtert werden sollen. Der Conjugationsprocess der Ciliaten wird von Litonotus fasciola näher geschil- dert (vergl. weiter unten), doch hat Verfasser die Conjugationsvorgänge vieler anderer Infusorien noch untersucht, ohne darüber jedoch genaueres mitzutheilen und entwirft auf Grund dieser Beobachtungen ein allgemeines Bild von dem Ver- lauf und der Bedeutung der Conjugation der Ciliaten. das sich nahe an die vom Referenten gegebene Schilderung dieser Erscheinung anschließt, jedoch in einigen, nicht unwichtigen Puncten abweicht, auf welche daher hier allein aufmerksam gemacht werden soll. Die aus dem Zerfall des Kernes (sog. Hauptkern oder secundärer Kern) während oder nach der Conjugation hervorgehenden Bruchstücke sollen wesentlich durch Verschmelzung mit dem Protoplasma des Infusors, dem sie als »Material vorrath bei der Verjüngung« dienen, verschwinden, obgleich auch oft einzelne Bruchstücke ausgestoßen werden. Die Embryonalkugeln und acinetenartigen Embryonen S t e i n ' s sollen schwer- lich (?) in den regelmäßigen Verlauf des Conjugationsprocesses gehören. — Die aus dem Nucleolus hervorgegangenen Zerfallsproducte (sie sollen zuweilen auch durch Sprosseubildung des oder der ursprünglichen Nucleoli entstehen) verschmelzen gleichfalls zum Theil mit dem Protoplasma des Thieres, der Rest entwickelt sich zum neuen Kern. Der neue Nucleolus soll sich durch Sprossung (»äußere oder innere Abschntirung«) aus dem Kern »differenziren«. — Doch sollen die Conjuga- tionsvorgänge bei nucleolusloseu Ciliaten (hauptsächlich Vorticellinen, Stentoren etc.; in etwas anderer Weise verlaufen, indem sich hier der neue Kern aus einer Anzahl Bruchstücken des alten bilde, während die übrigen Bruchstücke mit dem Protoplasma des Thieres verschmelzen "^) . Die bekannte Reorganisation der con- jugirten Infusorien gegen Ende oder nach der Conjugation, soll sich auch darin aussprechen, dass verschieden große conjugirte Individuen gegen Ende des Con- jugationsprocesses au Größe gleich werden. In allgemein systematischer Beziehung knüpft Verfasser an die Besprechung des weiter unten noch zu erwähnenden Genus Sparotricha die Bemerkung an (wie dies zum Theil auch schon von frühereu Forschern geschehen), dass die von Stein 1) Dies Ergebnis erscheint auch im Hinblick auf die von M eres chkow sky (vergl. diesen Bericht) angenommene Verschiedenheit in den Verbreitungsmitteln der Infusorien- welt der Meere und SüßAvasser von Interesse, da es darauf hinzuweisen scheint, dass auch die Meeresinfusorien ähnliche Verbreitungsmittel besitzen , wie die des süßen \Vassers ; anderenfalls müsste man wohl diesen Salzteich als Rest eines früheren Meeres betrachten. (Anm. des Refer.). 2) Der Nucleolus der Vorticellinen ist so leicht nachweisbar, dass ich mich wundere, dass Eutz dessen Nachweis nicht glückte. Natürlich kann ich auch die vom Verfasser für die sogen, nucleolusloseu Ciliaten statuirten Abweichungen nicht als zutreffend anerkennen. vAnm. des Refer.). 5. Infusoria. 175 zur Unterscheidung seiner bekannten Ordnungen hervorgehobenen Charactere der Bewimperung nicht durchaus natürliche seien. Dies gehe einmal aus der Existenz von entschieden zu den Hypotricha zu stellenden Formen hervor, (wie die unten noch erwähnten Gattungen Sparofricha und Stichutrirha die keineswegs der Wim- pern auf der Rückentläche entbehren, andererseits besitze die hypotriche Familie der Chlamydodonten ihre nächsten Verwandten unter den Holotrichen. Verfasser betont daher die Nothwendigkeit, die gesammten Organisationsverhältnisse bei der Feststellung der VerwandtschaTtsbeziehungen gleichwerthig zu berücksichtigen. Wir lassen jetzt hier die Aufzählung der vom Verfasser mehr oder minder ein- gehend geschilderten 1 1 Ciliatenarten folgen mit kurzen Bemerkungen über die in allgemeiner Beziehung wichtigeren Beobachtungen an denselben. Litonotus grancUs n. sp. Länge bis 0,4 mm (nahe verwandt mit Loxophyllum rostratum Cohn - . Gelegentlich der Besprechung der Körperstreifung spricht sich Verfasser dahin aus, dass zwischen der sogen, cuticularen Streifung zahlreicher Infusorien und den Myophanstreifen eine scharfe Grenze nicht zu ziehen sei. Den Sitz der Contractilität findet Verfasser mit Li eberkühn, Greeff und Simrock in den hyalinen, körncheufreieu Bändern nicht in den körnigen Streifen wie Stein und andere und wird darin hauptsächlich auch durch den so überaus contractilen und ganz hyalinen Rüssel des Litonotus bestärkt. Überhaupt scheint ihm festzustehen, dass allein das homogene, hyaline Protoplasma der Protozoen der Sitz der Contractilität sowohl als der Irritabilität sei. Die Claparede- Lach- manu- und Greeffsche Auffassung des mit Nahrungsresteu gefüllten Endoplasma als Chymus hält Verfasser nicht für gauz unrichtig. Lito7iotus fasciola Ehbg. Für diese Form erhalten wir eine genaue Darstellung der Conjugationsvorgänge. Eigenthümlich erscheint die Angabe, dass, abweichend von Stein, Entz hier den Nucleolus bei den gewöhnlichen, durch Theilung sich vermehrenden Generationen vermisste, dagegen bei den zur Conjugation sich an- schickenden stets an jedem der zwei Kerne einen Nucleolus fand , der jedoch im Innern der Kerne befindlich erschien (!) . Die im Innern der conjugirten Thiere ver- laufenden Processe werden folgendermaßen angegeben : Die Nuclei schwellen etwas an und legen sich daher inniger aneinander ; die beiden Nucleoli verschmelzen zu einer unpaaren, sogenannten Samenkapsel an der jedoch keine Streifung beob- achtet wurde". Hierauf zerfallen die Nuclei zu je 3 — 4 Kapseln, die allmählich mit dem Endoplasma verschmelzen. Auch die sogenannte Samenkapsel wird all- mählich undeutlicher , ohne jedoch zu verschwinden und aus ihr sollen in einer nicht näher geschilderten Weise die beiden neuen Kerne hervorgehen. Unter Verlust der früher das Endoplasma erfüllenden fettglänzenden Körnchen treten im Verlaufe der Conjugation stark lichtbrechende, dunkle Körnchen auf isoge- nannte Secretkörnchen des Referenten) dieEntz für Harnconcremente (harnsaures Natron?) erklärt. Placus striatus Cohn (?) . Auf die große Ähnlichkeit dieser Form mit gewissen Acinetenschwärmern wird hingewiesen , worüber auch weiter unten bei dem Re- ferat über des Verfassers Beobachtungen an Ac'meta tuherosa zu vergleichen ist. Lacrymaria lagenula Clp. & Lachm. Bei Gelegenheit der Besprechung dieser Form gibt Verfasser eine Übersicht der Schlundformen der Familie der Enrhely- neen überhaupt, die sich bald als sehr dünnhäutiger ungefalteter, bald als gefalteter Trichter darstellt , oder aber noch durch von der Mundöffnung ausgehende keulenförmige Stäbchen in verschiedener Zahl) gestützt wird , die als contractile oder elastische Gebilde angesprochen werden , deren Aufgabe es sei , »den aus- gespannten Schlund auf die Beute zu ziehen« . Verfasser hält diese verschiedenen Schlundformen für Entwicklungszustände einer und derselben Grundform und so- gar bei einer und derselben Art in den verschiedenen Generationen für wechselnd. J 76 '^^ Protozoa. Enchelys nebulosa (0. F. Müller) Ehbg. Die Betrachtung dieser Art leitet Ver- fasser ein mit einer Diagnose des Genus Enchelys , das auf die 5 nachstehen- den Arten beschränkt wird , für welche die hier wiedergegebene Synopsis auf- gestellt wird : 1 Mit 1 Vacuole ^ sackförmig . . . E. farcimen Ehbg. I. Mit l Kern < ' \ eiförmig . . . . E. nebulosa Ehbg. [ Mit mehreren Vacuolen, eiförmig . E. arcuata Clp. & Lachm. n. Mit 2 Kernen, 1 Vacuole, sackförmig . . . . E. hhmcleata n. sp. i) III. Mit rosenkranzförmigem Kern , mit l in den After sich öffnenden Vacuole und mehreren zerstreuten, kleineren Vacuolen , sackförmig E. ffiyas Stein. (Die Synonymik dieser letzteren Art wird näher erörtert, woraus hervorgeht, dass dieselbe richtiger E. spathda 0. F. Müller zu nennen sei.) E. nebulosa des Salzteiches besitzt einen stäbchenlosen Schlund , dagegen die Formen des Süßwassers stets Stäbchen. Die Encystirung dieser Form in den Ge- häusen der von ihr gefressenen Vaginicolen wird häufig beobachtet ; in der Cyste theilt sich das Thier in 2 — 4 Theile. Ervilia salina n. sp. nähert sich den marinen Erv. monostyla Stein und Erv. (Argyria) pusilla Clp. & Lachm. Sparotricha n. g. vexillifer n. sp. Diese Gattung ist am nächsten verwandt mit Stichotricha Perty, gehört daher zur Familie der Oxytrychinen und weicht wie Sti- chotricha von den Hypotrichen Stein's durch den Besitz von Eückenwimpern ab. Gestalt langgestreckt, spindelförmig , Körper biegsam , jedoch nicht contractu. Unregelmäßig zerstreute borstenförmige Wimpern über Bauch- und Rückseite, so- wie längs der Seitenränder des Körpers. Adorale Wimperzone vertreten durch eine von der Mundöffnung bis zur Mitte zwischen dieser und der vorderen Kör- perspitze linkerseits hinziehende Reihe von untereinander zu einer Art unduli- render Membran verbundenen ansehnlichen Wimpern. 2 Kerne , 1 contractile Vacuole dem linken Seitenrand genähert, dicht hinter der Mundöffnung. Stichotricha Mü lleri hachm. sp. Entz hat sowohl die Chaetospira Müllen, als die Ch. mucicola Lachmann's näher untersucht und sich wie Stein überzeugt, dass dieselben dem Genus Stichotricha angehören. Sie unterscheiden sich von der Stichotricha secundaF Gl' tj hauptsächlich durch ihren sehr dehnbaren Rüssel. Die Rückenwimpern der St. Mülleri findet er im Gegensatz zu Stein's Beobachtungen von St. secunda ganz regellos vertheilt. Suctoria. Einer genaueren Schilderung wird eine als Acijieta tuberosa Ehbg. beschriebene Form des Salzteiches unterworfen '-^i . ') Ohne weitere Beschreibung. 2) Verfasser hält, wie Referent früher gleichfalls, die A. tuberosa Ehbg. und die unter gleichem Namen von Stein (Die Infus, auf ihre Entw. untersucht) beschriebene Form für identisch. Durch die Untersuchungen von Fraipont 'Bull. Ac. Belg. 1S77 und 1878) , die E. unbekannt blieben, erscheint es dagegen j etzt wahrscheinlich, dass die Ehrenberg' sehe und St ein' sehe Form, wenn auch sehr nahe verwandt , doch constante Verschiedenheiten zeigen. Es sei daher hier bemerkt, dass die von Entz beschriebene Form identisch ist mit der Stein' sehen. Verfasser macht dem Referenten den Vorw^urf, dass er »ganz irrig« die Podophrya quady-ipartita Clp. & Lachm. mit der Vorticella tuberosa O. Fr. Müller, identi- ficirt habe. Dieser Vorwurf richtet sich zunächst auch an die Adresse von Clp. &• Lachm. und Referent verbleibt auch trotz dieser Einwendung bei seiner und der Clp. & Lachmann- schen Ansicht, muss jedoch, da hier nicht der Ort zu derartigen, an und für sich nicht gerade bedeutungsvollen Erörterunc^en ist, auf eine nähere Begründung Verzicht leisten. 5. InfuRoria. 177 Der im jugendlichen Znstand von einer farblosen homogenen Substanz erfüllte Stiel wird später röhrig und soll zuweilen noch von einem Axenfaden durchzogen sein. Der Panzer (Gehäuse) geht an den beiden den Tentakeln zum Austritt die- nenden Hockern direct in eine dem Protoplasma dicht aufliegende zarte Cuticula über. Die Frage nach der Existenz einer besonderen cuticularen Membran des eigent- lichen Acinetenkörpers hält E. für eine sterile, da zwischen einer bloßen Grenz- schicht des Protoplasmas und einer wirklichen Membran nur ein gradueller Unter- schied bestehe. Die vonHertwig beschriebene DifFerenzirung der Tentakeln von Podophri/a gemmlpara in sogenannte Fangfäden und eigentliche Saugfäden fand E. auch bei fraglicher A. tuberosa und Anderen, glaubt jedoch gefunden zu haben, dass diese Verschiedenheit keine constante sei, sondern die eine Form in die andere übergehen könne. Auch sollen die Fangfäden gleichfalls zum Saugen dienlich sein. Von der Basis der Tentakeln sah E. , wie Hertwig, feine Fäden durch das Protoplasma gegen den Kern hinziehen und möchte dieselben den Axenfaden der Heliozoen vergleichen. Interessant ist die Beobachtung, dass die fragliche Aci- nete auch Chlorophyllkörnchen mit der Endscheibe ihrer Tentakeln aufzunehmen vermag. Die contractile Vacuole mündet durch einen feinen Canal auf dem vorderen Körperpol aus und soll dieser Canal gleichzeitig als Geburtsgang für die Schwärm- sprößlinge dienen. Was nun die Schilderung dieser endogenen Schwärmsprößlinge, sowohl bei der fraglichen A. tuherosa als bei anderen von dem Verfasser unter- suchten, jedoch nicht namhaft gemachten Acinetinen betrifft , so glaubt Verfasser der neuerdings im Gegensatz zu Stein auf Grund der Untersuchungen von Engelmann, Hertwig, Fraipont und des Referenten mehr und mehr zur allgemeinen Annahme gelangten Auffassung der Bildung dieser Schwärmer ent- gegentreten zu müssen und sucht die vorzugsweise von Stein, sowie C 1 a p a - rede & Lach mann vertretene Herleitung derselben wesentlich von dem Kern zu vertheidigen. — Soweit Referent sich ein Bild von den Ansichten des Ver- fassers zu machen vermag , geschieht die Bildung der endogenen Sprößlinge nach ihm in der Weise , dass entweder der Kern in zwei gleiche Theile zerfällt , von denen der eine auf Kosten des mütterlichen Protoplasmas zum Sprößling auswächst, oder aber sich nur ein kleiner Theil des mütterlichen Protoplasmas ausschält, jedoch diese ausgeschälte Partie von diesem Kernsproß keineswegs direct zum Leib des Embryo wird, sondern nur das Material liefert, aus welchem der Spröß- lingsleib sich aufbaut. Der genauere Vorgang dieser Bildung wird vom Verfasser jedoch nicht dargestellt, sondern durch eine Anzahl Vergleiche versinnlicht, so soll derselbe ähnlich sein : der Bildung der Eizelle unter Mithülfe der Zellen der Membrana granulosa bei den Wirbelthieren, oder den Dotterbildungszellen bei den Insecten. Die theoretischen Bedenken, die von R. Hertwig und dem Referenten, auf Grund unserer allgemeinen Kenntnisse vom Verhalten der Zelle, geg'en eine solche Bildungsweise der Acinetensprößlinge geltend gemacht wurden , hält Verfasser für bedeutungslos , »auch wenn dadurch unsere ganze Erfahrung über das Wesen der Zelle auf den Kopf gestellt würde« M . Man dürfte wohl erwarten , dass Ver- fasser, der so allen gesicherten Untersuchungen über die Fortpflanzung der Ge- webszellen und der einzelligen Organismen mit einer tiefgreifenden Neuerung ent- gegentritt , sich auch bemüht hätte , diese Bildungsgeschichte der endogenen Aci- netensprößlinge durch Wort und Bild möglichst getreu nachzuweisen. Statt dessen erhalten wir nur die oben schon wiedergegebenen Behauptungen über die Ent- •) Eine Wendung, deren sich der Referent früher bedient hatte. Zoolog. Jaliresbericlit IST'J. 12 178 '■'^- Protozoa. stehung derselben, keineswegs jedoch den Versuch einer völligen Bildungs- geschiclile derselben , und unter den Abbildungen ist keine , die nicht auch nuf Grundlage der entgegenstehenden Auffassung völlig verständlich wäre. Die fragliche A. tubemsa soll zwei Schwärmerforraeu besitzen , eine ganz be- wimperte und eine mit 4 — 5 Cilienkräuzen vesehene. Auch Podophrya fixa soll zwei Sprößlingsformen besitzen , eine langgestreckt cylindrische und eine flach- gedrückte, jede mit einem Cilienkranz versehen. Bei Podophrya quadripartUa wachse die Zahl der Wimperkränze bei gewissen Generationen so , dass die Schwärmer nahezu liolotrich werden. Bei der Umwandlung der Schwärmer der fraglichen A. tuherosa in die Acincten- form sollen die hervorsprossenden Tentakeln, die anfänglich zerstreut über die ganze Oberfläche entstehen, die Bewimperung sammt einer feinen Cuticula abheben. Diese erstentstehenden Tentakeln sollen wieder eingezogen werden , worauf erst die beiden Seitenhöcker mit den bleibenden Tentakeln sich bilden. Da die oben erwähnten holotrichen Schwärmer der fraglichen A. hiherosa eine sehr große Ähnlichkeit mit dem oben erwähnten Placus striutus Cohn besitzen , so hält E. es für höchst wahrscheinlich, dass dieser Placus nur »eine im Schwärraer- zustand verbliebene und mit einer Mundöffnung versehene Acinete sei«. Die Rich- tigkeit dieser V^ermuthung vorausgesetzt, hält er es für wahrscheinlich , dass auch viele Repräsentanten der Euch ely neu, Trachelinen (und vielleicht auch Opaliniuen) selbständig gewordene Acinetenschwärmer seien. Unter diesen Umständen sei denn auch die alte (von ihrem Begründer längst aufgegebene, Referent] Acinetentheorie Stein s in gewissem Sinne möglicherweise doch richtig , und auch die sogenannten acinetenartigen Embryonen gehörten möglicherweise dennoch in den Generations- cyclus der betreffenden Ciliaten. Durch diese Betrachtungen lässt sich denn schließlich der Verfasser »zu jener höchst wichtigen Schlußfolgerung führen, dass bei den Infusorien keine constanten Species existiren, sondern nur periodisch wiederkehrende Formen, welche je nach den Nahrungsverhältnissen in veränderter Organisation ihr Leben fortsetzen« Mereschkowsky , C von, Studien über die Protozoen des nördlichen Russlands, in: Arch. f. micr. Anat. 1(J. Bd. 2. Heft. p. 153. Von M. stellt naturphilosophische Betrachtungen über die fast durchaus asym- metrische Gestaltung der Infusorien (wohl hauptsächlich der Ciliaten) an , und wird hierbei zu dem Schluß geführt, dass, da die Infusorien aus den Amöben hervorgegangen seien, (durch stärkere Verdichtung des Ectoplasma's) sich dem- nach die asymmetrische Bildung derselben aus »der jeweiligen unsymmetrischen Gestalt, welche die Amöbe angenommen hatte« erkläre. Auch die Bekleidung des Ciliatenkörpers mit Cilien scheint ihm durch diese Vorstellung über die ursprüngliche Entstehung der Ciliaten erklärlich. Da sich sowohl bei Flagellaten als Ciliaten die Nahrungsaufnahme im Vergleich mit den Verhältnissen der Amöben und anderer Rhizopoden auf eine Mundstelle von be- schränkter Ausdehnung localisirt hat , so sei das Bedürfnis rascher Bewegung, um diesen Ausfall zu decken , eingetreten. Da nun gleichzeitig ein stark ver- dichtetes Plasma, wie das Ectoplasma der Infusorien, nur sehr feine pseudopo- dienartige Bewegungsorgane ausbilden konnte und ein principieller Unterschied zwischen Pseudopodien und Cilien nicht existire, so erkläre sich hieraus das Auftreten der Wimperbekleidung der Ciliaten. — Ein genaueres Studium der Infusorien des nördlichen Russlands, und haupt- sächlich der des weißen Meeres, gibt M. auch Veranlassung die Frage nacli der geographischen Verbreitung dieser Organismen von neuem zu betracliten. Hin- sichtlich der Süßwasserformen gelangt auch er zu dem Resultat, daß die Unter- 5. Infusoria. 179 schiede der Infusorienfaiina selbst weit entlegener Gegenden nur sehr geringe sind. Von 54 in den Küstengegenden des weißen Meeres anfgefnndenen Infu- sorien waren 52 identiscli mit bekannten westeuropäischen Formen, die beiden restirenden neu. Ganz anders soll sich jedoch die Meeresfauna hinsichtlich ihrer Verbreitung verhalten, wie dies aus einer Vergleichuug der von Mereschkowsky beobachteten Infnsorienfauna des weißen Meeres mit der durch Claparede und Lachmann ziem- lich eingeheiul erforschten der norwegischen Süd- und Westküste hervorgehen soll. — Was zunächst das gegenseitige Verhältnis der marinen und der Süßwasserfauna betrifli't, so ergibt sich auch durch Vergleichuug der Formen des weißen Meeres und der der angrenzenden Küstenlande, dass, wie ja aucli durch frühere Unter- suchungen wohl bekannt, beiderlei Faunen fast durchaus verschieden sind. Von den 34 gefundenen marineu Arten (Ciliata und Aciuetina) gehören nur zwei gleichzeitig der Süßwasserfauna an. Von diesen 34 Arten (Ciliaten) sind nur 10 identisch mit an den norwe- gischen Küsten beobachteten Arten (62). — Da sich ferner unter den dem weißen Meer demnach eigenthümlichen 1 8 Arten zum Theil dort sehr gemeine finden, so glaubt M. hieraus den Schluß ziehen zu dürfen, dass die Infusorienfauna verscliiedener Meere ähnlich wie dies auch be- züglich der höheren Thiere Regel ist, eine eigenthümliclie und wohl unterschie- dene sei. (Zur Benrtheilung dieses Resultats verdient jedoch hier noch her- vorgehoben zu werden, dass die 8 unter den 18 dem weißen Meer eigenthümlichen Arten, die als sehr gemein aufgeführt werden, sämmtlich neu sind, worunter sogar 2 parasitische.) Auch die Erklärung dieser eigenthümlichen Verschieden- heit in der geographischen Verbreitung der Süßwasser- und Meeresformen glaubt M. gefunden zu haben. Die weite gleichmäßige Verbreitung der ersteren erkläre sich durch ihre Ausstreuung in encystirtem Zustand nach Eintrocknung der sie beherbergenden Sümpfe etc., wogegen den Meeresformen ein derartiges Ver- breitungsmittel fehleu soll. (Strömungen werden zwar in einer Anmerkung erwähnt, jedoch nicht weiter berücksichtigt) . Auch über die bathymetrische Verbreitung von 12 Infusorienformen des weißen Meeres (Peritricha und Acinetina) finden sich Angaben. — Der specielle Theil der Arbeit gibt die Beschreibung zahlreicher neuer und auch Bemerkungen über schon früher beschriebene Arten. Im allgemeinen darf hier hervorgehoben werden, dass die Beschreibung der neuen Arten zum großen Theil wenig vollständig ist und namentlich das Verhalten der Kerne nur geringe Berücksichtigung gefunden hat. Von Ciliata werden beschrieben : Cothurnia nodosa Clp. & Lchm. Weißes Meer. C. arcuata u. sp. W. M. Vorticella Pyrum n. sp. W. M, Zoothamnium marmum n. sp. W. M. Epistijlis Balanorpn n. sp. W. M. au sogenannten Kiemen von Balanen. Tintinnus Usoicii n. sp. W. M. Oxi/tricha Wrzesniowskii n. sp. W. M. O. oculala n. sp. W. M. EpicUnthes auricularis Clp. & Lchm. sp. W. M. Urostyla Weissei Stein nv. var. Onega-See. Aspidisca Andreewi n. sp. W. M. Bakmfidiitm (?) Medusarum n. sp. W. M. Gastro vascularsystem kleiner Cras- pedota und Eingeweide eines Anneliden (Brada) . 12* 180 A. Protozoa. Glaucomn Wrzrsniowshü n. sp. Oiiega See und nördl. Dwina. Der helle Hof um die Mundlippen wird als eine Art Sphineter bildendes contractiles Plasma (zur Bewegung der Lippen) gedeutet. — Holophrya Kesslerin. sp. Onega See. Wologda. Suctoria : Podophrya ci/lhidnca Perty Petersburg (Süßwasser) . Podphrya conipes n. sp. W. M. Die feine Querstreifung des Stiels wird auf periodisches, durch Tag- und Nachtwechsel bedingtes, Wachsthum zurückge- führt, so dass durch diese Streifung sowie die gelegentlichen plötzlichen An- schwellungen des Stiels , die auf besonders günstigen Ernährungsverhältnissen beruhen sollen, eine völlige Lebensgeschichte des Individuums gegeben sei. Acineta mystacina Ehbg. n. var. Petersburg etc. Maggi, Leop., I Plastiduli nei Ciliati ed i plastiduli liberamente viventi. (Mit 2 Holzschn.) in: Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Vol. 21. (Abgedr. in: Studi Laborator. Pavia, N. 3.) Maggi beschreibt von den Hauptkernen der Oxytricha (speciell wird abge- bildet 0. gibba Clap. & Lehm.) das in neuerer Zeit bei so mannigfachen Ge- webezellen nachgewiesene Kernnetz. Zu dessen Darstellung ließ er die betreffenden Infusorien durch Zusatz einer 2'Vo Lösung von doppelt chromsaurem Kali theilweis zerfließen und gerinnen, worauf durch Behandlung mit 5"J/f, Lösung von salpeter- saurem Silberoxyd eine schwarze Färbung des Kernnetzes erzeugt wurde. In den Knotenpuncten der netzförmig geordneten Kernfasern treten dann- körnerartige Anschwellungen deutlich hervor, und zwar in ziemlich regelmäßiger gegenseitiger Stellung, so dass je 4 benachbarte die Ecken eines Rhombus einnehmen, durch Kernfasern, die entsprechend den Seiten zum Theil jedoch auch gleichzeitig einer Diagonale des Rhombus umlaufen, unter einander verbunden. Diese bekannten Verdickungen in den Knotenpuncten des Kernfasernetzes und ähnliche Verdickungen in den von manchen Seiten auch im Zellprotoplasma be- schriebenen netzförmigen Differenzirungen bezeichnet Maggi als Plastidulen, wohl im Anschluss an die bekannte Plastidultheorie Häckel's, und sollen diese Ge- bilde nach ihm , ähnlich wie die Zellen die Formelemente der Gewebe zelliger Thiere bilden, ihrerseits die Formelemente der Piastiden constituiren. Ähnlich wie wir jedoch auch die Piastiden als actuelle für sich allein existi- rende Organismen in der Gestalt der einzelligen Pflanzen und Thiere kennen ge- lernt haben, so sollen auch diese Plastidulen in entsprechender Weise noch als Wesen für sich anzutreffen sein , es seien nämlich dfe Schizomyceten in dieser Weise aufzufassen. Zum Unterschied von den übrigen Moneren möchte M. diese auf dem Stadium einfacher Plastidulen verharrenden Formen als Protomoneri bezeichnen. Die hier in Kürze wiedergegebene Plastidulentheorie Maggi' s dürfte nach ihrem Begründer eine ähnliche Bedeutung für die Erklärung der morphologischen Organisation der Lebewesen beanspruchen , wie sie der Zellentheorie im Laufe der Jahre allgemein zuerkannt wurde. Dodel-Port, A., Infusorien als Befruchtungsvermittler bei Florideen. Mitlllustr. in: Kos- mos von E. Krause, .'i. Jhg. 3. Hft. p. 182— l'JO. Bei dem Befruchtungsvorgang der marinen Florideen (speciell Polysiphonia su- bulata J. Ag.), deren Spermatozoidien bekanntlich nicht activ beweglich sind, glaubt Dodel-Port sich von der thätigen Mitwirkung gewisser Vorticellen über- zeugt zu haben. Die betreffenden Vorticellen sind zahlreich auf den weiblichen Individuen angesiedelt und zwar vorzugsweise an den die weiblichen Fortpflan- . Zungsorgane tragenden Zweigenden. Durch ihre lebhaften Wimper- und Con- 5. Infusoria. 181 tractionsbewegungen setzen sie die iu die Nähe der weiblichen Organe gelangten Spermatozoidien iu lebhafte Bewegungen , wodurch Verfasser die Wahrschein- lichkeit der Befruchtung, d. h. des Hiuzutrcteus einer solchen Sperraatozoidie zu einer Trichogyne und ihre Verschmelzung mit derselben sehr vermehrt erachtet. Referent glaubt, dass dies wohl unter den vom Verfasser gesetzten Untersu- chungsbedingungen, d. h. bei directem Zusammenthun weiblicher und männlicher Pflanzen der Fall sein mag, dass jedoch unter den natürliclien Verhältnissen die Mitwirkung der betreffenden Infusorien jedenfalls sehr secundärer Natur sein dürfte, da nach des Verfassers eigenen Angaben, männliche und weibliche Pflanzen weit von einander entfernt gefunden werden. Unter diesen Umständen kann natürlich die Wirksamkeit der Vorticellen erst secundär eintreten und dürfte die durch die Wasserbewegung vermittelte Zufuhr der Spermatozoidien zu den weiblichen Pflanzen wohl auch schon an und für sich die Befruchtung genügend sichern. — Fernerhin ist weiterhin noch zu berücksichtigen, dass die betreffenden Vorticellen die Spermatozoidien gerne fressen, ein Umstand, den Verfasser jedoch gegenüber seiner geschilderten Auffassung nicht für bedeutungsvoll hält , da die große Zahl der Spermatozoidien den hierdurch erzeugten Verlust als unerheblich erscheinen lasse. — Maupas, ^I. E., Haptojjhrt/a gigantcct, Opaline nouvelle de l'intestiii des Batraciens anoures dAlgerie. in: Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. 88. 1879. Nr. 18. p. 921— 23. Die Untersuchung des Darmiuhalts der Batrachier der Umgebung von Algier ließ M a u p a s außer den auch in Europa aufgefundenen Schmarotzern ans der Abtheilung der Ciliaten noch eine sehr interessante neue Form des St einsehen Genus Ilaptophryu entdecken, die ihrer sehr beträchtlichen Große wegen (sie erreicht mehr als 1 mm. Länge, nachEverts, s. w. unten, 1 — 2 Mm.) unter dem Namen H. gigantea n. sp. ziemlich eingehend beschrieben wird. Besonders häufig wurde dieselbe gefunden in Bufo punthcnmis und Discoglossm pictus, selte- ner hingegen in Rana esculcnta. Die Form dieser Opaline ist eine sehr langgestreckt cylindrisch- kegelförmige, nach hinten sich verschmälernd. Das Vorderende ist sehr abgeplattet und doppelt so breit als die hintere Region. Auf der Unterfläche dieses abgeplatteten Vorder- endes findet sich eine runde , saugnapfartige Vertiefung , mittels derer sich die Thiere anzuheften vermögen. Sarcodefäden , die von der Saugnapffläche zur oberen Seite (Dorsalfläche) des Vorderendes hinziehen, scheinen die Wirkung des Saugnapfes (durch ihre Contraction? Referent.) zu sichern. Während die reihen- weis geordneten Cilien auf dem Leibe des Thieres sehr dicht stehen, sind sie auf dem Saugnapfe weiter gestellt. Das Ectosark lässt zwei Schichten deutlich unterscheiden, eine äußere (soge- nannte Cuticula? Referent), durch welche die Cilien stäbchenartig nach Innen hindurchsetzend zu verfolgen sind, und darunter eine Lage durchsichtiger, ganz structurloser Sarcode. Das Ectosark ist ganz contractionsunfähig, dagegen sehr elastisch. Das Endosark besteht aus klarer, flüssiger Sarcode, enthält jedoch peripherisch eine Lage großer undurchsichtiger Körner. Der Nueleus hat die Ge- stalt einer sehr langgestreckten und etwas abgeflachten Spindel und liegt frei im Endosark, so dass er bei den Bewegungen des Thieres sich von einen Körper- ende bis zum andern verschieben kann; er enthält zahlreiche nucleolusartige Körperchen. An der Rückfläche des Körpers verläuft ein langer canalartiger , contractiler Behälter, etwas unregelmäßig nach den Seiten sich vielfach ausbuclitend. Es soll dieser Behälter hier distincte Wandungen besitzen, welche namentlich nach Zusatz coagulirender Reagentieu deutlich hervortreten sollen. Außerdem finden sich 182 -•^- Protozoa. deutliche porenartige Aiisführiingsöffnungen des Behälters uud zwar zu 7 — S in einer geraden Linie und in unregelmäßigen Abständen über die Ausdehnung des Behälters sich hinziehend. Die Form der Poren ist eine ovale. Die Fortpflan- zung geschieht durch Quertheilung in der eigenthümlichen Weise, dass die Thei- lung bis zur Bildung von aus S Sprößlingen gebildeten Ketten fortschreitet, bevor die Trennung in die einzelnen Theilsprößlinge sich vollzieht. Everts, Ed., Bijdrag tot de kennis der Opalinen uit het Darmkanaal van Batrachiers. in: Tijdschr. Nederl. Dierk. Vercen. 4. D. p. 92— 9G. T. 4. Eigenthümlicher Weise ist fast genau zu derselben Zeit, in welcher die oben besprochenen Untersuchungen von M a u p a s über die neue interessante Opalimi erschienen, auch von Everts die Beschreibung und Abbildung einer neuen Opaline aus dem Enddarm von Discoghssus pictus (die er in Neapel und Palermo zu beobachten Gelegenheit hatte) mitgetheilt worden und es unterliegt keinem Zweifel, dass es dasselbe Thier war, welches den beiden Forschern zu ihren Untersuchungen Gelegenheit bot. Everts bezeichnet die Form als Opnlina Dinco- (jlussi n. sp., hebt jedoch ihre nahe Verwandtschaft mit der Opaline der Süß- w^asserplanarien hervor, wie dies auch schon durch Maupas geschah, der eben deshalb die beobachtete Form dem Stein'schen Genus Haptuphrya zugesellte, das für die Opaline der Süßwasserplanarien errichtet wurde. Was die Priuritäts- frage bezüglich der Namengebung betrifft, so scheint dem Referenten wohl die Maupas'sche Bezeichnung rpcjantca das Vorrecht zu haben, da dessen Mitthei- lung in den Comptes rendus in der Sitzung vom 5. Mai zur Sprache kam, wogegen die Everts'sche Mittheilung am 29. Juui bei der Redaction des Jahresberichtes eingetroffen ist (jedoch Avill Referent mit dieser Bemerkung keineswegs die Ent- scheidung dieser chronologischen Frage beanspruclien) . Die Everts'schen Ab- bildungen fördern im Allgemeinen nicht sehr erheblich das bessere Verständnis dieser interessanten Form, wogegen die Angaben über Bau und Fortpflanzung in den meisten Punkten sich sehr nahe an die Maupas'sche Beschreibung an- schließen und sich die Untersuchungen beider Forscher in einigen Punkten niclit unerwünscht ergänzen. In der Erkenntnis der Organisation scheint im Allge- meinen Maupas etwas weiter gekommen zu sein, namentlich, was die schon oben besprochenen Verhältnisse des Saugnapfes und des contractilen Behälters betrifft. Dagegen erfahren wir durch Everts noch einiges weitere über de Fortpflanzungsgeschichte. Was zunächst die Fortpflanzung durch Theilung be- trifft, so hebt Everts hervor, dass, wie dies auch durch die Mau pas' sehen Untersuchungen erhellt, sich bei dieser Form nur Quertheilung findet, während bei den von Engel mann und Zeller beobachteten Opalinen der Batrachier Längs- und Quertheilung miteinander abwechseln. Wie Maupas erwähnt auch Everts, dass die Theilungsgrenzc stets durch das Auftreten einer «chmaleu körner- losen Querzone im Endosark angedeutet werde, dagegen scheint mir aus seiner Beschreibung hervorzugehen, dass er die Ketten von zahlreichen Theilungsspröß- lingen (von denen er in Fig. 7 ein aus sechs Individuen bestehendes Exemplar abbildet) sich nicht durch successive , sondern durch simultane Tlieilung eines großen Exemplares entstanden denkt. Der Nucleus soll hierliei eine perlschnur- artige Gestaltung annehmen und durch seinen Zerfall für jedes der Tlieilungs- individuen ein Bruchstück liefern. Während sich die großen Individuen fast ausschließlich im Enddarm finden, begeben sich die aus der fortgesetzten Theilung hervorgegangenen kleineren, die ungefähr eine Länge von 0, 1 mm besitzen in das Rectum (Clonke Refer.) und encystiren sich hier. Die in der Cloake in großer Anzahl anzutreffenden Cysten haben gewöhnlicli 0,07 — 0,0ü mm Durchmesser und dicke glashelle Hüllen. Die 5. Infusoria. 183 Vermuthimg, dass sich die jungen Dtscoglossiislarveii durch Aufnahme der mit den Excrcmenten nach außen beförderten Cysten inficiren, konnte liis jetzt nicht durch Untersucliung' geprüft werden. Dagegen kann Verfasser die Vermutliung auch nicht zurückweisen, dass sehr kleine mit Cilien bedeckte Ktigelchen, die er in den Cysten enthaltenden Excrcmenten fand, möglicherweise eine Art von Schwärm- sporen darstellten, die aus dem Nucleus der Cysten hervorgegangen seien, und durch deren Aufnahme möglicherweise die Infection der Discofflosstisla-Yven sich voUzielie (Verfasser folgt hier seinen über die Fortpflanzung der Vorticellinen entwickelten Ansichten. Kefer.). Es werden dann noch einige Bemerkungen über eine zweite Opalinenart der Untersuchungsthiere mitgetheilt, die sich viel häufiger als die erstgenannte finde und die mit den bereits bekannten Opalinen der Batrachier übereinstimmen soll (jedoch ist nicht angegeben mit welcher Form, da bekanntlich mehrere Arten unterschieden werden) . Die Theilung dieser Form geht abwechselnd nach der Länge und Breite. In einer Anmerkung wendet sich Verfasser gegen die Untersuchungen des Referenten über die Conjugation der Ciliaten und bemerkt: dass er die Existenz der sogen. Nucleoli der Infusorien stark bezweifeln müsse. Seine Untersuchungen über Vorticellinen haben ihm bewiesen, dass die Fortpflanzung geschlechtslos sei. Die Conjugationserscheinungen haben nach seinem Urtheil nichts mit dem Ge- schlechtsleben zu tliun und »misleiten dazu, statt die wahre Entwicklung zu ver- folgen, da nachzusuchen, wo nichts von derselben zu finden ist«. Vejdovsky, Fr., Beiträge zur vergleichenden Morphologie der Anneliden etc. (s. obenp. 1(54). Vejdovsky bestätigt (p. 16 Anmerk.) das schon von Buchholz coustatirte ziemlich häufige Vorkommen einer Opaline in der Leibeshöhle und dem Darmcanal gewisser Enchytraeiden, und zwar sollen sich in dieser Hinsicht besonders Enchy- fracns galba und hegcmon auszeichnen. Er gibt bei dieser Gelegenheit eine etwas genauere, von einer Abbildung begleitete Darstellung dieser Form, die von Buch- liolz als Opalina linnbriculi bezeichnet wurde, jedoch nach unserem Verfasser identisch ist mit der schon früher von Claparede aus ClitdUo arenarins be- schriebenen Op. filum. Aus der kurzen Beschreibung heben wir hier hervor, dass es dem Verfasser geglückt ist, durch die Behandlung mit Osmiumsäure und Pikro- carmin den Nucleus als ein sehr langes, fast den gesammten Körper der sehr lang- gestreckten Opaline durchziehendes schmales Band nachzuweisen. Ferner wurde die Vermehrung durch Theilung constatirt und nicht selten »ganze Ketten von ;') — 1 sich theilenden Individuen« beobachtet. (Vergl. die Berichte über die Mit- theilungen von M a u p a s und E v e r t s) . Du Plessis, G., Premiere note sur les Infusoircs cilies heterotriques des faunes littorale et profonde du Leman. in: Bull. Soc.Vaud. Sc. Nat. 2. Ser. Vol. IG. p. lOd— 15.5. Nach den Untersuchungen von Du Plessis, an denen sich auch F o r e 1 viel- fach betheiligt hat, scheint die Entwicklung der Infusorienfauna in der Tiefe des Genfersees keine sehr reichhaltige zu sein. Aus der Familie der Iletcrotn'clm, über die bis jetzt allein genauere Angaben vorliegen, wurden in der Litoralzone des Sees, d. h. im Sümpfen, die dem Hochwasser des Sees ihre Entstehung ver- danken und die während des Sommers noch in Communication mit demselben bleiben, nachstehende Formen gefunden, von denen die mit einem * bezeichneten auch in den Tiefen des Sees (ca. 45 — 60 m) angetrofi'en wurden. Spirostotmmi amhigimm* , Stentor coeruleus* , polymorjihus* und Röselii* (letztere Form in der Littoralzone bis jetzt noch nicht beobachtet i , schließlich Bursaria truncutella. In den Gewässern des Wadtlandes wurden dagegen sämmtliche bis jetzt be- 184 ^■^- Protozoa. kannten Mitglieder der Familie der Heterotricha, abgesehen von den marinen und parasitisclien, gefunden ^) . Duncker, H. C. J., \jher ]SlepIians7na latcritium. in: Zool. Anz. Nr. 28. p. 2G0. Duncker macht einige Mittheilungen über von ihm beobachtete Conjugations- zustände des Blepharisma lateritium, die jedoch, in Anbetracht ihrer Kürze und da sie kaum etwas Neues von Bedeutung darbieten, keinen Anspruch auf eingehendere Berücksichtigung in diesem Jahresbericht machen können. Gruber, A., Kleine Beiträge zur Kenntnis« der Protozoen, in: Berichte naturforsch. Ges. Freiburg. 7. Bd. p. 533—555. Taf. X. Über einige besondere Vorgänge bei der Nahrungsaufnahme und Defäcation des Chilodon cucullidus macht A. Gruber Mittheilungen. Es handelt sicli um die Auf- nahme sehr langer Oscillatorienfäden, wie sie zuweilen jenem Infusor zur Nahrung dienen. Die Aufnahme solcher Fäden geschieht in der Weise, dass der Chilodon an einem Faden bis zu einem seiner freien Enden hinschwimmt, hierauf den bekannten reusenartigen Schlund etwas vor- und über das Ende des Fadens stülpt, der hierauf rasch durch den Schlund in den Körper eindringt. Diesen Act des Eindringens vermag sich Verfasser nur durch einen Saugprocess zu erklären, ohne jedoch eine Erklärung für dessen Zustandekommen geben zu können. — Den Schlund glaubt er wie als Schluckorgan so auch als Tastorgau ansprechen zu dürfen. Der eingedrungene Oscillatorienfäden stößt bei bedeutender Länge auf die hintere Körperwand und wird, wenn es nicht gelingt, diesem Hinterende des Fadens eine Biegung zu geben, so dass er längs einem Seitenrand nach vorn ab- gleiten kann, nach einiger Zeit wieder ausgestossen. Der Faden kann nun in dieser Weise mehrfach im Körper aufgerollt werden, und bringt durch seine Elasticität und den Druck auf die Körperwandungen viel- fach Verzerrungen und Deformitäten hervor. Verfasser glaubt aus dem Verhalten der aufgenommenen Fäden schließen zu dürfen , dass keine Grenze zwischen Körperparenchym und Rindenschicht existire, dagegen die äußerste Grenzschicht des Körpers eine bedeutende Widerstandskraft besitzen müsse. Sehr eigenthümlich ist die Art der Ausstoßung dieser Fäden und noch bemerkens- werther, dass sie meist , ohne irgend welche Veränderung erfahren zu haben, wieder entfernt werden. Ihre Entleerung geschieht nicht etwa, was auch unmög- lich erscheint, durch den After, sondern sie platzen plötzlich an einem der Seiten- ränder hervor. Das durch eine solche Ausstoßung sehr deformirte Infusor scheint sich von dieser schwierigen Operation jedoch bald wieder zu erholen. Das weiterhin unter dem Namen Calcaria n. g. contorta n. sp. beschriebene Infusionsthier ist nicht, wie Verf. meinte, eine bis jetzt noch unbekannte Form, sondern wurde schon 1860 von Stein unter dem Namen Gyrocorys oxyura be- schrieben (wie Verf. selbst im Zool. Anz. Nr. 45. p. 668 berichtigt). Leider hat auch die Untersuchung, die Verf. diesem hochinteressanten Thierchen wid- men konnte, nicht zu einer hinreichenden Aufklärung des sehr cigenthünüichcn Baues geführt, da er nur wenig Exemplare zur Verfügung hatte und die wich- tige Erkenntnis dieser Form große Schwierigkeiten bietet, wie Referent aus eigener Erfahrung weiß. Immerhin dürften die beiden Abbildungen, die Verf. von unserm Wesen gibt, im Zusammenhang mit der Stein'schen und seiner eigenen Beschreibung dazu beitragen, den aus der Beschreibung allein kaum ') Referent glaubt, dass bei der bekannten Ubiquität der Infusorien der scheinbare Gegensatz zwischen den Sümpfen der Litoralzone und dem Binnenland sich durch fortge- setzte Untersuchunü'cn wohl ausgleichen dürfte. 5. Infusoria. 185 verstäiullicheu Bau deutlicher zu machen. Aus dem erwähnten Grund und da es sich nicht um eine neue Form handelt, glaubt Referent liier nicht auf eine nähere Beschreibung- des Baues eingehen zu sollen, die wie bemerkt, auch kaum eine richtige Vorstellung des betreffenden Organismus geben würde. Er hebt nur her- vor, dass Verfasser mit Stein bezüglich der Lage der Muudöffnung nicht über- einstimmt. Während Stein dieselbe am vorderen Ende der schraubenförmig den Körper umziehenden Wimperspirale sucht, verlegt sie Verfasser au das hintere Ende dieser Spirale, und wie Referent nach seinen eigenen Beobachtungen angeben kann, wohl mit Recht. Auch bezüglich der Zahl und Lage der Nuclei stimmen die Angaben des Ver- fassers mehr mit den Erfahrungen des Referenten überein, als mit denen Stein's. Verfasser hat nämlich zwei Kerne, wie Referent, im vorderen Körperende beob- achtet, ist jedoch etwas zweifelhaft über die richtige Deutung dieser Gebilde ge- blieben. Die Reihe großer, langer Wimpern, die vom Scheitel nach hinten ziehen (und bezüglich deren Stellung die Angaben des Verfassers etwas von denen Stein's abweichen) , deutet er als Homologa der Bauchwimpern der Hypotricha und möchte daher unsere Form deshalb der Abtheilung der Hypotricha zuweisen ; Stein hat dieselben hingegen im Zusammenhang mit seiner abweichenden Ansicht von der Lage des Mundes für eine adorale Wimperzone gehalten und stellt die Gattung Gyrocorys als Vertreter einer besonderen Familie unter i&^ Pcritrwha. zwischen die Urceolarina und die Cycladmca, und zwar, wie Referent glaubt, mit Recht. Bezüglich dieser Reihe großer Wimpern erlaubt sich Referent jedoch noch die Bemerkung, dass dieselben seiner Meinung nach keinen auszeichnenden Cliaracter der Gattung bilden, da er bei früherer Gelegenheit einmal, wie schon oben her- vorgehoben, zahlreiche G'yrocojv/sindividuen in einem Tümpel bei Frankfurt beob- achtet hat, die in jeder Beziehung mit der von Stein und dem Verfasser beschrie- benen Form übereinstimmten, jedoch keine Spur jener Wimpern zeigten. Wahr- scheinlich dürfte es sich demnach hieraus ergeben, dass noch eine zweite Art von Gyrocorys zu unterscheiden ist, die jener Wimpern entbehrt und für die Referent eventuell den Namen G. Steinii in Vorschlag bringen möchte. Davis, J., On a iieAV species of Cothiirnia. in: Journ. R. Microsc. See. Vol. 2. P. 6. p. G53— 55. PI. XX. J. Davis beschreibt eine angeblich neue Art von Cothumia (cornigata), die er in einem Behälter des Aquariums zu Brighton gefunden hat. Die Beschreibung ist jedoch so unvollständig und der Verfasser so wenig orientirt über die ersten Anfangsgründe der Zoologie — er betrachtet nämlich bald seine neue Art als zu den Räderthieren gehörig, bald hingegen vergleicht er sie mit den Vorticelleu, — dass wir hier auf seine Darstellung nicht näher eingehen können. Soweit sich aus der Configuration des Gehäuses urtheilen lässt , scheint es sich thatsächlich um eine neue Art zu handeln, die sich durch ca. 4 — 5 ringförmige Einschnürun- gen ihres etwa becherförmigen Gehäuses, einen recht ansehnlichen Stiel und zwei am Hinterende des Gehäuses zu beiden Seiten der Ansatzstelle des Stiels ent- springende hornartige Fortsätze auszeichnet. Maggi, L., Intorno alle Cothurnie parassite delle branchie dei Gamberi nostrali. in; Boll. scientif. 'Maggi, Zoja) Ann. 1. Nr. .'3. p. 33 — 35. Über eine Mittheilung, die Maggi an das Istituto Lombarde di Milano gemacht hat, veröffentlicht derselbe auch in dem Bellet, scientifico einen kurzen Bericht, dem wir Nachstehendes entnehmen. Zunächst beschäftigt sich der Verfasser mit der Untersuchung der von Panceri und Ninni beschriebenen Cot/mrtiiaSormen, welche auf den Kiemen italienischer Flußkrebse schmarotzend getroffen werden. Die von Ninni als Vagmivola Pancerü bezeichnete Form ist seinen Unter- 1S6 A. Protozoa. sucliungen zu Folge eine Angehörige des Geschlechtes Cothurnia nnd wird daher von Maggl als CoMwy?//» AV?;«// bezeichnet. (Weshalb in diesem Fall der Spe- cicsname geändert wurde, ist Referent unverständlich). Von dieser C. Ninnii folgt eine Diagnose, in der jedoch die Beschaffenheit des eigentlichen Thierkörpers nur wenig berührt wird. Zwei weitere von Panceri und Ninni erwähnte Co- thurnia-AxiQU des gleichen Wohnortes werden als C. curva St. und Sieboldü St. erkannt. Hierzu gesellt sich sodann eine neue von Maggi zuerst beobachtete Form, die dem Fromen tel'schen Geschlecht riumiola zugerechnet und als PL Patucrii durch eine Diagnose näher characterisirt wird (jedoch bezieht sich dieselbe aus- schließlich auf den Bau der Hülle) . Auch die Cothuniia Astaci St. hat Maggi als Bewohner der Kiemen der italie- nischen Krebse gefunden. Während die erwähnten Cothurnia- Ari^n mit Ausnahme der C. Ninnn Maggi häufige Ansiedler auf den Kiemen gesunder Krebse sind, werden dagegen die C. Ninnii und die Plumiolu Pancerii Maggi nur bei erkrankten Thieren gefunden, wenngleich es bis jetzt noch sehr zweifelhaft erscheint, in wiefern die Erkrankung der Krebse mit der Gegenwart dieser Infusorien in Zusammenhang gebracht werden darf. Maggi, L. , Sopra una varietä clella Cothurnia ^iyxidiformis D'Udek. in: Boll. scientif. Anno 1. Nr. 5. p. 69 — 70. Auch L. Maggi theilt seine Beobachtungen über eine mit Deckel versehene Cu f hw-nia \mt, die der von D'Udekem (Mera. de TAcad. roy. de Belgique T. XXIV, ISGl) beschriebenen C. pi/xidifonnis so nahe steht, dass sie als varietas /rtm6Ym' dieser zvigerechnet wird, im Hinblick auf ihren Fundort, denLago di Brinzio in Valcuvia. Besondere hervorhebenswerthe Eigenthümlichkeiten hat Verfasser an seiner Form nicht beobachtet. Sterki, V., Tintinnus snniciliatus. Eine neue Infusoricnart. Mit Abbild, in. Zeitschr. f. wiss. Zool. 3:1 Bd. ;5. Hft. p. 460—465. Die Beobachtungen Sterki' s über Tintinnus semiciliatus, eine neue Süßwasser- form, und Tintinnus ßtiviatilis St. machen uns nicht nur mit einer neuen Art dieses interessanten Genus bekannt, sondern geben auch Aufschluß über eine Reihe wichtiger Organisationseigenthümlichkeiten dieser beiden Formen, hauptsächlich deren Bcwimperung. T. semiciliatus besitzt außer der dem T. ßuviatilis allein zu- kommenden adoralen Wimperspirale noch eine zerstreute Bekleidung kurzer, feiner Wimpern über ca. '/s bis 1/2 hre neben- einander Platz, und indem nun jedes eine besondere Fortsetzung der Gehäuse- 5. Infusoria. 189 röhre weiter baut, spaltet sich dieselbe cliehotomisch ; (liirch weitere Wiederholung dieses Vorganges entstehen sodann die vielfach verzweigten banmförmigen Ge- häuse. Bei heftiger Beunruhigung verlassen sämmtliche Thiere das Gehäus, um sich an geeigneter Stelle ein neues zu bauen. Die besprochene interessante In- fusorienform entwickelt sich aus seit 187() aufl)ewahrtem Schlamm, der von Wien stammte. Die zweite Hypotriche, bei welcher die Bildung eines Gehäuses beobachtet wurde, ist eine Oxytricha [O. tubicola n. sp.), eine eingehende Untersuchung des Thieres selbst konnte nicht vorgenommen werden. Dasselbe baut älmliclie Köhrcn wie die Stichotricha , deren Masse jedoch ziemlich resistent ist, nicht weich und klebrig und die nicht zu verzweigten Gesellschaftsgehäusen auswachsen, sondern einfach bleiben. Wie die Stichotricha hat auch diese Form die Gewohnheit , in dem Ende ihrer Gehäuseröhren fortwährend hin und her zu schlüpfen. Eine ganz ähnliche verzweigte Gehäusebildung wie bei Stichotricha wurde aus dem gleichen Schlamme weiterhin gezüchtet. Sie gehört nach Grub er zu den Holotrichen, zu den Enchelyden und zwar soll ihr die Gattung Pkialina Ehbg. zu- nächst kommen. Grub er errichtet für sie ein neues Genus Mnryna und nennt die Art M. sodalis. Die Charactere dieser neuen Gattung lassen sich in Kürze etwa folgendermaßen angeben. Körper etwa in Gestalt eines Fingerhuts , jedoch mit nur schwach concaver Aushöhlung , so tief als diese Aushöhlung sich in den Körper einsenkt ist die Wand des fingerhutartigen Körpers durch einen axialen Schlitz gespalten. Vom Boden der Aushöhlung erhebt sich ein centraler trichter- förmiger Zapfen , der gegenüber dem erwähnten Schlitz gleichfalls ziemlich weit schlitzartig geötfnet ist. Der fingerhutartige Körper ist auf seiner äußeren Ober- fläche gleichmäßig dicht und fein bewimpert (jedoch sind die des freien Randes etwas größer) , während der Trichterzapfen nur auf seinem freien Rande einen Kranz langer zarter Borsten trägt. Der Mund liegt an der Basis des Trichter- zapfens , etwa zwischen den beiden geschilderten Schlitzen , so dass die von den langen Wimpern des Trichterrandes herbeigestrudelten Nahrungsbestandtheile längs dem Schlitz in den Mund hinabgleiten , an dem sich ein ziemlich langer Schlund anschließt. Eine contractile Vacuole und ein Hauptkern wurde beobachtet. Die Gehäusebildung ist recht ähnlich der Stichotricha , dennoch unterscheiden sich die Gehäuse in ihren Gestalts- und Größenverhältnissen sehr merklich. Die Theilung einzelner Thiere in den Enden der Gehäuseröhren wurde auch hier beob- achtet, ebenso jedoch auch nicht selten an gleicher Stelle encystirte Individuen. Eine weitere Form vom gleichen Fundort und ebenfalls zu den Holotrichen, etwa zwischen Paramaecium und Colpoda gehörig , wird zu einer neuen Gattung Tillina erhoben. — Da diese Form keine besonders interessanten neuen Organisations- eigenthümlichkeiten zeigt und Beschreibung ohne Abbildung daher wenig ersprieß- lich ist, so verzichten wir hier auf eine nähere Characteristik des neuen Genus und heben nur hervor, dass Grub er bei dieser Form einen ähnlichen Fortpflanzungs- proceß , wie er durch Stein für Colpoda cucidlm schon vor langer Zeit fest- gestellt wurde , beobachtet hat i) . Es erfolgt nämlich hier wie bei Colpoda suc- cessive Theilung im encystirten Zustand ^j bis zu 4 (bei Colpoda auch bis zu 8) Spröß- lingen. Bei diesen Theilungszuständen ist häufig die Entleerung der contractilen ') Referent erlaubt sich nur die Bemerkung, dass ihm die fein radiäre Strichelung des Ectosarks, die Gr. auf Trichocysten bezieht, etwas fraglich erscheint. Bei gewissen Infuso- rien (so Bursaria z. B.; findet sich eine solche Bildung, die einer eigenthümlichen Diff"cren- zirung des Ectosarks ihren Ursiirung verdankt. '-) Grub er will den Zustand nicht als wirkliche Cyste gelten lassen, da die Hülle sehr zart sei; Referent glaubt nicht, dass eine solche Unterscheidung gerechtfertigt ist. lOO A. Protozoa. Vacuole nach Außen sehr deutlich zu constatiren , da man die aneinanderge- IH'cssten Lei1)er zAveier Thoilsprößlinge durch die ausgetretene Flüssigkeit sich von einander entfernen sieht. Von Interesse sind ferner die beiden neuen Cot/mmia- Arten, deren Beschreibung den Beschluß der Abhandlung bildet. Beide Formen wurden in einem kleinen Seewasseraquarium mit Wasser aus dem Frankfurter Aquarium gefunden. Die erste derselben scheint sich der von Davis erwähnten C. corrugata sehr nahe anzuschließen (vergl. oben p. 185) durch die Entwicklung eines sehr an- sehnlich langen, das eigentliche Gehäuse tragenden Stiels, wie durch die mehr- fachen ringförmigen Einschnürungen des Gehäuses, sowie die Neigung sich mehr- fach aufeinander zu befestigen , indem der Stiel jüngerer Individuen auf dem Ge- häuse der älteren sicli befestigt. Derart werden dann Gesellschaften ziemlicli zahlreicher Individuen gebildet , welche Eigenthümlichkeit zu dem Speciesnamen soc?'a//s Veranlassung gab. Was den thierischen Weichkörper betrifft, so ist an demselben besonders bemerkenswerth die Bildung einer läppen- oder Avulstartigen Verdickung des Peristomrandes an der Stelle , wo sich der Mund einsenkt. Bei der Zurückziehung des Thieres legt sich dieser sogenannte Deckel über das ge- sammte Peristom hinüber und gleichzeitig zieht sich das Thier soweit in das Ge- häuse zurück , dass der Deckel sich genau in eine etwas verengte Stelle des Ge- häuses einpasst. Recht verschieden von der eben erwähnten Einrichtung zum Verschluß des Gehäuses bei Zurückziehung des Thieres ist eine zum gleichen Zweck dienliche Deckelbildung bei der weiterhin beschriebenen C. operculata n. sp. Bei dieser mit langgestreckter , ungestielter Hülle versehenen Form findet sich eine chitinöse Deckelbildung etwas hinter der Gehäusemüudung im Innern der Gelläuseröhre an einer etwas erweiterten Stelle befestigt. Sehr eigenthümlich ist der zur Schließung des Deckels hier vorhandene Mechanismus, der in einem chiti- nösen Bande besteht, das von der Gegend der Gelenkstelle des Deckels an der Ge- häusewand bis zur Basis des Thieres hinzieht und diese völlig trichterförmig um- scheidet. Dieses Band, das morphologisch einem nur unvollständig zur Ausbildung gekommenen , inneren Gehäuse entsprechend betrachtet werden kann , überträgt nur die Bewegung des hinteren Körperendes auf den Deckel, bei der Ausstreckung wird daher der Deckel gehoben , bei der Zurückziehung zurückgezogen. Bei beiden untersuchten Cothurnien, namentlich bei der letzterwähnten, ebenso jedoch auch an anderen Vorticelliden hat sich Verfasser überzeugt , dass die viel- fach beschriebene große Borste, die aus dem Vestibulum der Vorticelliden hervor- ragt, eigentlich eine Membran sei , die den Außenrand des Peristoms in der Gegend der Mundöffnung umsäumt , und die dazu diene , die Nahruugspartikel in den Schlund hinabzuleiten. Referent erlaubt sich hier nur die Bemerkung , dass die richtige Deutung dieser vermeintlichen Borste keineswegs so lange unklar blieb, wie Verfasser meint, da er schon 187 7 die betreffende Einrichtung in entsprechen- der Weise geschildert hat (vergl. Zeitschr. f. wiss. Zoologie. Bd. 28, p. 67). Gruber, A., Kleine Beiträge zur Kenntniss der Protozoen (s. oben p. 184). in: Berichte über die Vcrhandl. d. natiirf. Gesellsch. Freiburg i. B. 7. Bd. p. 533 — .555. Taf. X. Über den Bau und namentlich die Fortpflanzung der Acineta mystacina Ehbg. theiltGruber (s. oben p. IS 4) Einiges mit. Die von ihm zahlreich zu Genua auf (?«?TÄesmm-Colonien getroffenen Acineten unterscheiden sich etwas von den von früheren Beobachtern beschriebenen und zwar hauptsächlich dadurch , dass die langen Saugtentakel nicht aus sechs regelmäßig gestellten Spalten der Schale, sondern nur aus drei auf der einen Hälfte des Umfangs placirten Spalten hervor- treten. Verfasser schlägt daher für seine Form die Bezeichnung var. Carchcm vor. Die Thierchen ernährten sich räuberisch von den Carchesien und glaubt B. Spongiae. 191 Verfasser , dass die Enden der Saugtentakel einen sehr klebrigen Stoff enthalten müssten , der gleichzeitig ein starkes Gift sei , da die Wirkung der Füßchen eine lähmende und sehr energische sei. Bezüglich der Fortpflanzung hat Verfasser die interessante Beobachtung ge- macht, dass bei seinen Thieren nicht die Umbildung eines der Theilstücke zu einem Schwärmsprößling erfolgte, wie dies nach den Untersuchungen von Stein, C 1 ap a rede und Lach m a n n , sowie des Referenten, die Verfasser nicht kennt, gewöhnlich der Fall ist. Die Theilung wird durch die des Kernes eingeleitet, und die beiden jungen Kerne rücken ziemlich weit auseinander, bevor die Theilung des Acinetenkörpers erfolgt (ein Vorgang, der mit den Erfahrungen des Referenten nicht übereinstimmt, nach denen die Kern- und Körpertheilung ziemlich Hand in Hand gehn) . Das nach der Schalenmündung zu gelegene Theilstück ist stets kleiner, wie das im Grund des Gehäuses gelagerte und es erfolgt somit eine nochmalige Theilung dieses letzteren. Während der Theilung blieben die Tentakeln ausgestreckt. Die Ansichten des Verfassers über das Verhalten der Hülle bei der Theilung sind Re-, ferenten nicht recht klar geworden , einmal sucht er durch seine Beobachtungen wahrscheinlich zu machen , dass unter Umständen die Hülle gleichfalls getheilt werde, andererseits jedoch scheint es, dass er für gewisse Fälle auch die Neu- bildung einer Hülle für den einen , austretenden Theilsprößling annimmt. Haller, G., Beiträge zur Kenntniss der Laemodipodesßliformes. in: Zeitschr. f. \vif3s. Zool. ;{;}. Bd. 3. Heft. p. 350—422. Taf. 21—23. Gelegentlich seiner Untersuchungen über Laemodlpoden berichtet Haller auch über zwei von ihm auf diesen Formen und verwandten marinen Crustaceen mehr- fach getroffene Protozoen. Zunächst kurz über eine Form , die er der Tetrabaena Dujardinn From., in an- deren Stücken auch wieder der Anthopkysa Mülleri vergleicht. Referent vermag sich jedoch aus der kurzen Beschreibung kein einigermaßen klares Bild dieser Form zu machen und verzichtet daher an dieser Stelle auf weitere Bemerkungen über dieselbe. Die zweite Form ist eine Podophrya [crustaceorum n. sp.), mit sehr langem, ge- ringeltem Stiel und kugeligem Köpfchen , das zweierlei Fortsätze trägt , nämlich kurze geknöpfte Saugtentakel und lange zugespitzte Fangfäden. Die Fortpflanzung geschieht durch Bildung zahlreicher äußerer Knospen. Häufig enthält diese Podo- phrija mehrere ovale Kerne. (Vergl. 1. c. p. 395 u. Taf. 23. Fig. 40 A. u. B.) B. Spongiae. (Referent : Dr. Carl CJ li u n in Leipzig.) Litteratur : Balfour, F.M., On the Morphology and Systematic Position of the Spongidae. in; Quart. Journ. Microse. Sc. Jan. Nr. 73. p. 103 — 109. Carter, H. J., On Holasterella, a fossil sponge of the Carboniferous Era, and on Hc- miasterella, a new genus of recent sponges. in; Ann. Nat. Hist. Vol. 3. Febr. p. 141—150. Taf. XXI. , Contributions to our knowledge of the Spongida. in: Ann. Nat. Hist. (5.) Vol. 3. p. 284—304. Fortsetzung p. 343— 3ÜÜ. Taf. XXV— XXIX. 192 B- Spongiae. 4. Carter, II. J., On a new specics of excavating sponge [Alectona Milien) ; and on a new species oi lt(q)hidothecu {R.afßnis). in: Joiirn. R. Micr. Soc. Vol. 2. Aug. p. 493—499. Taf. XVII u. XVIIa. 5. , [On a new genus of Foraminifera (Aphrosina informis) and] Spiculation of a un- known Sponge. in: Journ. R. Micr. Soc. Vol. 2. Aug. p. 502. Taf. XVII^. 0. , On the nutritive and reproductive processes of Sponges. in : Ann. Nat. Hist. Vol. 4. Nov. p. 374—386. 7. , Spongiidae of Kerguelen's Land, in: Philos. Trans. London. Vol. 168. Extra- Vol. p. 286—288. 8. , Note on the so called »Farringdon (Coral Rag) Sponges« [Calcisponyiae Zittel). in : Ann. Nat. Hist. Vol. 4. Dec. p. 431—437. 9. Czerniavski, "Wl., Die littoralen Schwämme des schwarzen u. kaspischen Meeres. Vor- läufige Untersuchung, in: Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou. 1878. Nr. 4. p. 375 — 397. Taf. V— VIII. 10. Dezsö, Bela, Die Histologie und Sprossenentwicklung der Tethyen. in : Arch. f. mikrosk. Anat. 16. Bd. p. 626—651. Taf. XXX— XXXIII. 1 1 . , Fortsetzung der Untersuchungen über Tethya lyyicurium Auct. in : Arch. f. mi- krosk. Anat. 17. Bd. p. 151—164. Taf. 12. Duncan, Martin, On some spheroidal Lithistid Spongida from the Upper-Silurian For- mation of New-Brunswick. in: Ann. Nat. Hist. Vol. 4. July. p. 84 — 91. Taf. IX. 13. Ganin, M. S., Materialien zur Kenntniss des Baues und der Entwicklung der Spongien. Mit 7 Taf. Warschau, 1879. 80. (Tit., 88 p., IV p., Taf.-Erkl.) russisch. 14. Keller, C, Studien über die Organisation und Entwicklung der Chalineen. in : Zeitschr. f. wiss. Zool. 33. Bd. p. 329—349. Taf. XVIII— XX. 15. Krukenberg, C. Fr. 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Schulze, F.E., Untersuchungen über den Bau und die Entwicklung der Spongien. VIII. Mittheilung. Die Gattung Hirciniu Nardo und Olif/nceras n. g. in; Zcitschr. f. wiss. Zool. 33. Bd. 1. Heft. p. 1— 3S. Taf. I-IV. 21). , Über die Bildung freisclwebcnder Brutknospen bei einer Spongie, Halimrca lohii- laris. in: Zool. Anz. Nr. 44. p. (136 — 641. 30. Selenka, E., Über einen Kieselschwamm von achtstrahligem Bau, und über Entwicklung der Schwammknospen, in: Zcitschr. f. wiss. Zool. 33. Bd. p. 407 — 475. Taf. XXMI— XXVIII. 31. Sinzow, J., Über Kreideschwämme des Saratow'schen Gouvernements, in: Denkschr. d. ncuruss. naturf. Ges. 6. Bd. 1. Heft. p. 1—40. Taf. I— VI. (russisch.) 32. Sollas, W. J., On Plectronella papulosa, a new genus and species of Echinonematous Sponge. in: Ann. Nat. Hist. Vol. 3. Jan. p. 17—27. Taf. IV— VII. •^3. , On the geima Catar/ma (Correction). in: Ann. Nat. Hist. Vol. 3. Febr. p. 1(19-170. •^•l- , Observations on Dactylocuhjx pumiceus Stutchbury, with a description of a new variety, Dactylocalyx Stutchburyi. in: Journ. R. Microsc. Soc. Vol.- 2. Nr. 2. April, p. 122—133. Taf. V— VIII. 35. , On Pharetronema zingiberis, a new genus and species of Renierid Sponge. in : Ann. Nat. Hist. Vol. 3. Juni. p. 404—407. Taf. XXX. •^^- , On Plocamia jjlena, a new species of Echinonematous Sponge. in : Ann. Nat. Hist. Vol. 4. Juli. p. 44—53. Taf. 37. Toula, Fr., Remarks on Munier-Chalmas's Classification of the Dactylnporidae. in: Ann. Nat. Hist. Vol. 3. Febr. p. 151—153. (Übers, aus d. Verhandl. d. k. k. Geol. Reichsanstalt.) 38. Verrill, A. E., Notice of recent additions to the marine Invertcbrates of the N. E. Coast of America. Part 1. Porifera. in: Proc. U. S. Nat. Museum, p. 204—205. 39. Zittel, Karl A., Beiträge zur Systematik der fossilen Spongien. 3. Tbl. in : Neues Jahrb. f. Mineralogie. 1879. 1. Heft. p. 1—40. Taf. I u. II. ^0. ,i Beiträge zur Systematik der fossilen Spongien. Mit lU lith. Taf. Stuttgart, E. Schweizerbart (E. Koch), 1879. 80. (132 p.) IJ- , Studies on Fossil Sponges. III. IV. V. Monactinelluhic , TetractinellUlac and Cnlcispmif/iae. in: Ann. Nat. Hist. Vol. 3. p. 304— 313. p. 364— 379. Vol. 4. p. 61—73. p. 120—135. 1. Allgemeines. Balfour, F. M., On the Morphology and Systematic Position of the Spongida. in: Quart. Journ. Microsc. Sc. Jan. p. 103 — 109. Anknüpfend au die Beobaclitungen F. E. S chul z e' s über die Entwicklung von Sycandra rap/mnus (Zeitschr. f. wiss. Zool. 31. Bd.) betrachtet Balfour die freischwimmende Spongienlarve als eine Protozoencolonie, deren eine Hälfte von Individuen sich zu Nährthiereu, deren andere sich zu Locomotious- und Respira- tionsthieren umbildete. Ersterc werden durch die körnigen amöboiden Zellen, letztere durch die Wimper tragenden Zellen repräsentirt. Während man nun nach allen Analogieen erwarten sollte, dass die körnigen Zellen sich einstülpen und die Gastrulahöhle begrenzen, so findet bekanntlich das Gegentheil statt. Diesen Widerspruch sucht B. folgendermaßen zu erklären : Als die freischwimmenden Vorfahren der Schwämme sich festsetzten, wurden die Cilien tragenden Zellen größtentheils functionslos, indess zugleich die amöboiden Nährzellen durch Um- Zoolog. Jaliresbericht ls79. 13 194 B- Spongidae. wachsen ersterer eine größtmögliche Oberfläche zu gewinnen suchten, Für Fort- setzung der respiratorischen Thätigkeit der Wimperzellen wurde durch Bildung von Osculum und Poren gesorgt. Du die Kragenzellen der Wimperkammern bei dem erwachseneu Schwamm ofl'enbar von den eingestülpten Zellen abstammen, so müssen sie der Respiration vorstehen, indess die gewöhnlichen Epithelzellen, wie sie die Außenfläche und meist auch den größten Theil des inneren Hohlraura- systemes auskleiden, die Verdauung besorgen. Fände das Gegentheil statt, so wäre die Theorie B.'s hinfällig, wie andererseits bei einer Bestätigung seiner An- sichten sich ein fundamentaler Unterschied der Keimblätter zwischen den Spongieu und den übrigen Metazoen ergeben würde, insofern bei ersteren das Entoderm ein respiratorisches und das Ectoderm ein verdauendes und sensitives Keimblatt repräsentirte ; (die Sensibilität würde hauptsächlich auf das Oberflächenepithel und die Verdauung auf das die Hohlräume auskleidende Epithel beschränkt sein) . Carter, H. C, On the nutritive and rcproductive processes of Sponges. ,in : Ann. Nat. Hist. Vol. 4. Nov. p. 374—386. Carter bespricht die Versuche Lieber külin's &Metschnikoff's über die Nahrungsaufnahme von Spongieu und hebt hervor, dass er ebenfalls im Jahre 1857 die Aufnahme von Farbepartikeln von Seiten der Geißelepithelien der Wimperkörbe beobachtet habe. Weiterhin erörtert er die Angaben über ge- schlechtliche Verhältnisse, Befruchtung und über die Fortpflanzung durch Gem- tnulac. Krukenberg, C. Fr.W., Vergl. physiol. Studien an d. Küsten d. Adria. p. 64 — 75. Ver- dauung der Spongien. Während bisher nur Schwämme zur Untersuchung gelangt waren, deren Gly- cerinauszüge lediglich peptische Wirkung auf Eiweißstoff"e lieferten, so wird nun nachgewiesen, dass Suberites massa und lohatus eine trypsinähnliche Natur ihres Enzymes erkennen lassen. Suherites flavus , Tethya Lyncureuin und Aplysina aerophoba ließen keine tryptische Wirkung auf rohes Fibrin erkennen, wohl aber der Glycerinauszug von Syconen, Renicra porosa und Tedania dicßtata. Bei Rinden- schwämmen konnte eine auffällige Diß'erenz in der Verdauungsfähigkeit von Rinde und Centraltheil nicht nachgewiesen werden. Eine saure Reaction des lebenden Gewebes bei Bohrschwämmen (Vioa) und anderen Arten war nicht zu bemerken. Trotzdem vermutliet K. aus Versuchen, die natürliche Farbe von manchen durcli Alkalien misgefärbten Schwämmen vermittels Säurezusatzes wieder herzustellen, dass eine saure Reaction die Gewebe vieler Schwämme auszeichnen möge. Aus Versuchen über die Verdauungsfähigkeit von rohem Fibrin ergab sicli, dass die Rindenschicht von Sube?'ites domimmla und Chondrosia reniformis binnen 24 — 36 Stunden dasselbe resorbirt hatte, indessen in das Körperparenchym ein- gesenkte Stücke nach 48 Stunden keine Veränderungen erfuhren. Eine Ver- dauung roher Fibrinfäden an der Oberfläche von Hircinia variabilis , Spongelia elegans und Euspongia adriatica konnte nicht beobachtet werden, wohl aber eine solche an den in das Osculum von Stiberiies domuncula eingebrachten Fibrinstücken. Der Nachweis von Diastase gelang weiterhin bei Sycon raphanns, Tethya Lyn- cureum, Tedania digitata, Geodia gigas, Suberites ßaviis, Reniera porosa undi m di&v Rindensubstanz von Ancorina verrucosa und Stenetta Wagtieri. Krukenberg, C. Fr.W., Tetronerythrin in Schwämmen, in: Centralbl. f. d. med. Wissensch. 1879. Nr. 40. Das orangerothe Pigment, welches durcli Äther aus Suberites domuncula, massa und lobatus gewonnen wurde und bei Spongien eine große Verbreitung zu haben scheint, stimmt, wie durch die Reactionen nachgewiesen wird, mit dem durch seine Lichtempfindlichkeit bemerkenswerthen Tetronerythrin überein. 1. Allgemeines. 195 Mereschkowsky, C, Etudcf? sur les Eponges de la mer blanche, in : Mem. Acad. St. Petersb. 7. Ser. T. 20. Nr. 17. p. 30—41. (Sep.). M, gelangt zu einer Auffassung des Schwammovganismus, welche sich ziemlich an diejenige von S. Kent, wonach je eine Geißelkammer ein Individuum reprä- sentiren soll, anschließt. Er betrachtet die Hydroiden sowold, wie die Schwämme als eine Colonie von Einzelindividuen, welche sich durch Knospung aus einem Mutterthier entwickelten. So soll z. B. ein Hydranth, der vier Tentakel besitzt, aus fünf Individuen bestehen, welche durch Arbeitstheiluug verschiedenen Leistungen sich anpassten : das Mutterthier (der Magenschlauch) knospte die vier Fangthiere (die Tentakeln) . Während jedoch bei den Hydroiden die Eiuzelindividuen relativ getrennt bleiben und nach strengen Gesetzen um das Mutterthier sich gruppiren, wird der Schwamm von einer Colonie unregelmäßig angeordneter und zu einer compacten Masse verschmolzener Individuen gebildet. MetSChnikoff, E., Spongiologische Studien, in: Zeitschr. f. wiss. Zool. 32. Bd. p. 374 — 384. Auf Grund seiner Beobachtungen über die Entwicklungsgeschichte und Nahrungs- aufnahme der Spongien gelangt Metschnikoffzu der Ansicht, dass die Gastrula invagmafa durchaus nicht eine primäre Larvenform, eine Archigastrula, repräsen- tirt, sondern dass sie aus der Gnsimla dclammaia, der y>Parenehymellarmige Gestalt der Magenhöhle. Die freischwimmende Larve besteht demgemäß aus drei Keimblättern : dem flimmernden ectodermalen Cylinderepithel, den Mesodermzellen mit ihren Spicula und den pelluciden flachen und polygonalen Entodermzellen. Einen zwischen Ectoderm und Mesoderm wahr- nehmbaren Zwischenraum versucht G. als Leibeshöhle zu deuten. Bald beginnt die Larve vermittelst der hinteren Ectodermzellen sich festzusetzen und sich scheibenförmig abzuplatten , während gleichzeitig die Cilien eingezogen werden und die Mesodermzellen durch starke Vermehrung das Lumen der Magenhöhle verringern. Sie verschwindet indessen nicht, sondern geht in definitive Ento- dermhöhlen über und gibt zunächst durch zahlreiche Ausstülpungen zur Bildung von Geißelkammern Veranlassung. Durch Auseinanderweichen der Mesoderm- uud Entodermzellen an der oberen Wand der Magenhöhle bildet sich die Mund- öftnung, welche in den als Leibeshöhle (nach außen noch vom Ectoderm über- kleideten) Hohlraum einmünden soll. Bald darauf entstehen durch Auseinander- weichen der Ectodermzellen die ersten Poren. Das von Mesoderm und Ectoderm gebildete Osculum ist einem Dermalporus homolog. Die erwachsene Spongilla baut sich aus den drei Keimblättern der Larve auf und zwar gliedert sich das Ectoderm in zwei Schichten , während das Mesoderm eine nur geringe hyaline Grundsubstanz difFerenzirt und das Entoderm als einschichtige Epithellage die Auskleidung der Höhlungen , Wassercanäle , Mesodermsepten und Balken mit Ausnahme der sogenannten Leibeshöhle liefert. Auf die embryologischen Thatsachen hin erklärt sich G. für die Coelenteraten- natur der Spongien , namentlich insofern nicht bloß die Auskleidung der Geißel- kammern, sondern auch diejenige des inneren Hohlraumsystemes als Entoderm aufzufassen sei. Keller, C, Studien über die Organisation und Entwickelung der Chalineen. Mit 3 Taf . in: Zeitschr. f. wiss. Zool. 33. Bd. p. 329-349. Die geschlechtliche Entwickelung der Chalinula fertilis Keller findet wahr- scheinlich nur im Frühjahr statt. Sie ist getrennten Geschlechts und lässt einen augenfälligen sexuellen Dimorphismus erkennen, insofern die männlichen Indivi- duen einen gracilen , die weiblichen dagegen einen massigen, zur Zeit der Ge- schlechtsreife rosa gefärbten Körper von doppelter bis dreifacher Größe besitzen. Die Spermatozoen und reifen Eier sind in eine von Plattenepithel ausgekleidete Kapsel eingeschlossen. Die Eikapsel ist von wahrscheinlich nutritiven körnchen- reichen Mesodermzellen umgeben ; die jüngsten Eier sind amöboid beweglich und durchsichtig. Die Furchung ist eine totale, aber inaequale ; von den ersten beiden Furchungs- zellen übertrifft die eine um ein Beträchtliches die andere an Größe. Senkrecht zu der ersten Theilungsebene wird der Keim in vier Zellen zerlegt, von denen drei kleinere als Ectodermzellen von einer größeren Entodermzelle zu unter- scheiden sind. Letztere theilt sich träger als die kleinen Zellen ; es folgen Sta- dien mit 7 (6 Ecto-, eine Entodermzelle) und 14 (12 Ecto-, 2 Entodermzellen) Zellen. Eine Furchungshöhle wird nie gebildet, sondern es zerfällt durch wieder- holte Theilung der Keim in einen soliden Zellhaufen, der insofern eine wahre Gastrula darstellt, als die centralen größeren Entodermzellen au einer distincten Stelle nicht von den kleineren Ectodermzellen umwachsen sind. Dieses an der Oberfläche deutlich umgrenzte Feld wird zum hinteren Pol der Larve und ist als 4. Entwicklungsgeschichte. 213 ein durch einen "Dotterpfropf« verschlossener Urmund aufzufassen. Die Ecto- dermzellen werden cylindrisch und differenziren je eine Geißel, welche später auch an den peripheren Zellen des Entoderms wahrgenommen wird. Das primäre Entoderm zerfällt in eine periphere zuerst in der Umgebung des Urmundrandes in das Mesoderm sich umbildende und in eine centrale zum defini- tiven Entoderm sich differenzirende Lage. Die ovale Larve schwärmt durch die Dermalostien der größeren Radialcanäle aus. Nach dem Ausschwärmen aller Larven zerfällt der Mutterkörper. Die frei- schwimmende Larve , deren Dotterpfropf braun pigmeutirt ist und deren Meso- dermzellen die Spicula absondern, zeigt eine napfförmige (der basalen Area der Euspongialarve vielleicht homologe) Vertiefung am Entodermpol. Nach zwei bis drei Tagen plattet sie sich senkrecht zur Hauptaxe stark ab und beginnt sich festzusetzen, indem sie sich auf die Breitseite legt. Das Pigment vertheilt sich gleichmäßig, die Geißeln schwinden und die Ectodermzellen bilden sich zu einem platten contractilen Epitliellager um geschlossene Gruppen von Entodermzellen, erscheinen am vierten Tag wieder intensiver gefärbt und bilden die Anlage der Wimperkörbe. Bald weichen die centralen Entodermzellen auseinander, um zur Entstehung des Magens Veranlassung zu geben, in welchen die braunen Ento- dermzellgruppen als Geißelkammern sich öffnen, indessen die restirenden blassen Entodermzellen als flache Epithelien die übrige Auskleidung des Magens dar- stellen. Am fünften Tage erfolgt auf der Oberseite ein Durchbruch; es wii-d das Osculum und gleichzeitig in ähnlicher Weise die Hautporen gebildet. Die Bil- dung eines von Ganin bei Spmgüla als Leibeshöhle gedeuteten Cavität konnte nicht beobachtet werden. Die Entwickelung der ChaUnula bestätigt also die Auffassung, dass die Spon- gien dreiblättrige Metazoen repräsentiren. Ihr Mesoderm entsteht gleichzeitig mit Ecto- und Entoderm radiär im Umkreise des Urmundes. Indem Keller weiterhin der Auffassung entgegentritt, dass die Geißelkammern die eigentlichen Individuen des Spongienkörpers repräsentiren (Kent, Me- r e s c h k w s k y I erklärt er sich mit Entschiedenheit für die Coelenteratennatur der Spongien. Metschnikoff, E., Spongiologische Studien. Mit 4 Taf. in: Zeitschr. f. wiss. Zool. 32. Bd. p. ;U9— 387. 1 '( Entwicklung der Halisarca Dujardinii. Die Halisarca Dujardinn — ihre Ge- schlechtsproducte gelangten nur bei einer kleinen , schleimartige Krusten bilden- den Varietät von Santa Lucia zur Beobachtung — ist Hermaphrodit. Die Samenballen und reifen Eier sind von einer endothelartigen Membran um- hüllt. Die jüngsten Eier gleichen so völlig den feinkörnigen Elementen des Meso- derms, dass eine scharfe Grenze zwischen beiden Elementen nicht zu ziehen ist. Die Furchung ist eine totale ; die ersten vier Zellen besitzen gleiche Größe, erst späterhin bemerkt man größere und kleinere radienartig um eine kleine Segmenta- tionshöhle gestellte P^lemente. Letztere verkleinert sich erst bis zu einem Spalt, um sich dann wieder ansehnlich zu vergrößern. In ihrem Innern nimmt man wahr- scheinlich aus dem Blastoderm eingewanderte und rosettenförmig sich aneinander- reihende Zellen wahr. Die ausschwärmende Larve ist völlig mit den Kosetten- zellen erfüllt und besitzt einen Überzug von flimmernden Cylinderzelleu. Während die Körnchen im Zellplasma letzterer nur an der unterhalb des Kernes gelegenen Hälfte auftreten . so bemerkt man an dem einen etwas abgeplatteten Pol dickere Geißelzellen mit gleichmäßig im Inhalt vertheilten Körnchen. Die Larven erlangen eine compresse Form und setzen sich dann wahrschein- lich mit dem abgeflachten Pole fest. Der Unterschied zwischen den beiden Geißel- 2j4 B- Spongidae. epithelformen wird nach dem Festsetzen verwischt und die Rosettenzellen weichen auseinander. Zwischen sie drängen sich feinkörnige aus dem Ectoderm einwan- dernde Zellen. Die Geißeln verwandeln sich unterdessen in amöboide Fortsätze, welche schließlich eingezogen werden. Durch Silbernitrat lassen sich indessen stets die Grenzen der äußeren ectodermalen Zellen nachweisen. Von den Zellen der unter dem Ectoderm liegenden Schichte , dem Mesoderm , wird reichlich eine wasserhelle Intercellularsubstanz ausgeschieden. Bald gruppiren sich die fein- körnigen Mesodermzellen zu Canälen, welche, ursprünglich isolirt entstanden, erst späterhin zu einem gemeinsamen System mit centralem Hohlraum sich vereinigen. Die feinkörnigen Elemente , welche bald weit zahlreicher als die Rosettenzellen auftreten , ähneln den Zellen der Canäle , nur sind letztere mehr cylindrisch ge- worden und differenzirten einen Geißelfaden. Ein weiter entwickeltes Stadium mit Osculum wurde nicht beobachtet. Hervorzuheben ist noch der Umstand , dass Metschnikotf gemeinschaftlich mit Kowalevsky bei einer Halimrca aus dem schwarzen Meere [H. ponüca) die Zygose zweier und mehrerer freischwimmender Larven beobachtete , welche zur Bildung einer von den übrigen Larven nur durch ihre Größe verschiedenen Zygo- planula hinführte. 2) Entwicklung der Kalk schwämme. Bei Ascetta primcrdialis bildet sich während der Dotterklüftung eine zu ansehnlicher Größe heranwachsende Furchungshöhle. Noch innerhalb der Eikapsel wandern aus dem einschichtigen, Geißeln differenzirenden Blastoderm Zellen in die Furchungshöhle. An dem unteren Körperpol trifft man große körnchenreiche eingewanderte Zellen, indessen kleinere körnchenarme Zellen gleichmäßig durch die Furchungshöhle vertheilt sind. Er- stere sind als die Elemente des Mesoderms , letztere als die des Entoderms aufzu- fassen. Beiderlei Zellformen entstehen bisweilen nicht gleichzeitig und füllen die gesammte Furchungshöhle aus. Später treten körnchenreiche Zellen gegenüber den körnchenarmen an Zahl zurück, wie denn überhaupt der Unterschied zwischen beiden Zellformeu sich verwischt. Bei den sich festsetzenden Larven schwinden die Geißeln und die Körnchen vertheilen sich gleichmäßig im Zellinhalt. Die Ecto- dermzellen platten sich in ihrer Totalität oder partiell ab und die inneren Zellen gruppiren sich enger zusammen. Letztere verlängern sich in dem zuletzt beob- achteten Stadium und zeigen radienartig angeordnete Coutouren. In dem zwischen den verlängerten Entodermzellen und den kugeligen Ectodermzellen befindlichen Raum konnten mehrere Mesodermzellen wahrgenommen Averden. Die Entwicklung der Ascetta hlanca verläuft ganz analog ; nur sind an den in die Furchungshöhle eingewanderten Zellen keine Formunterschiede wahrzunehmen. Die Entwicklung der Sycandra wird im Wesentlichen übereinstimmend mit F. E. Schulze geschildert. Metschnikoff bestätigt sein frühere Ansicht, dass die geißeltragende Cylinderepithelschicht eingestülpt und zum definitiven Ento- derm wird. Li dem hinteren geißellosen Abschnitt der körnigen Zellen gewahrt man einen mehr oder minder großen Hohlraum , der fast gänzlich von kleinen Zellen aus- gefüllt sein kann. Nach verfrühten Anlagen von Nadeln in diesen Zellen zu schließen repräsentirt der centrale Haufen die Anlage des Mesoderms , wie denn überhaupt ein Vergleich mit früheren Stadien lehrt, dass von beiden Schichten des geißellosen Abschnittes der vordere die Anlage des Mesoderms , der hintere die- jenige des Ectoderms repräsentirt. Nach dem EinstiUpen der die Geißeln ver- lierenden Cylinderzellen verschwinden Blastoporus und Livaginationshöhle , so dass der juuge Schwamm einen compacten Körper repräsentirt , der vermittelst pseudopodienartiger Fortsätze des Ectoderms sich bewegt. Die Nadeln entstehen innerhalb der Mesodermzellen. 4. Entwicklungsgeschichte. 215 Fast identisch mit der Entwicklung der Si/mndra verläuft diejenige vcn Lcu- candra aspera. Auf Grund dieser ontogenetisclien Thatsachen gelangt auch Metschnikof t zu der Ansicht, dass die Spongien Triblasterien repräsentiren, deren Keimblätter allerdings nicht scharf abgesondert erscheinen , sondern leicht ineinander über- gehen. So ist namentlich das Mesoderm geradezu als Matrix des Entoderms auf- aufzufassen. Schulze, F. E., Unters, üb. Bau u. Entw. der Spongien. VI. Mitth. Die Gattung Spongelia. in: Zeitschr. f. wiss. Zool. 32. Bd. p. 145 — 147. Schulze fand bei Spongelia pallescens Eier in verschiedenen Furchungsstadien, sowie zum Ausschwärmen reife Flimmerlarven. Die Furchung ist eine totale und gleichmäßige. Eine Furchungshöhle war nicht zu bemerken. Die Flimmerlarve ist cylindrisch und an dem einen Pol convex abgerundet , an dem anderen flach eingezogen. Auf Schnitten erwies sie sich als von einer Lage schmaler prismatischer Geißel- zellen umkleidet , welche an dem concav eingezogenen Pol braun pigmentirt sind. Ihre Kerne liegen nicht in gleicher Höhe ; jede Zelle — auch diejenigen des con- caveu Poles — differeuzirt ein Geißelhaar. Die Geißelzellen umschließen eine centrale Bindegewebsmasse mit gallertiger Grandsubstanz. Eine scharfe Grenze zwischen beiden Gewebelagen existirt nicht. Von den Zellen der inneren Binde- substanz sind die dem GeiHelepithel zunächst gelegenen sanduhrförmig mit media- nem Kern. Sie sind mit ihrer Längsaxe rechtwinklig zur Oberfläche gestellt und strahlen an beiden Enden in ein Bündel feiner Fasern aus , welche sowohl in die fadenförmigen Enden der Geißelzellen , wie in die Ausläufer der centralen stern- förmig verästelten Bindegewebszellen übergehen. Schulze, F. E. , Unters, üb. d. Bau u. d. EntAV. d. Spongien. VII. Mitth. Die Familie der Spomjidae. in : Zeitschr. f. wiss. Zool. 32. Bd. p^ 642—648. Taf. XXXVIII. Schulze macht über die Entwicklung der Enspovgia ofßcinalis folgende Mit- theilungen. Die Euspongia ist das ganze Jahr hindurch geschlechtsreif. Neben reifen Eiern finden sich in den einem Ovarium ähnelnden distincten Partien der Bindesubstanzschicht verschiedene Stadien einer nach dem zweitheiligen Typus verlaufenden aequalen Furchung, welche schließlich zur Bildung eines compacten maulbeerförmigen Zellhaufeus, einer wahren Morula, hinführen. Auf Durchschnitten sind keine differenten Regionen an letzterer zu gewahren. Erst später differenziren sich unter reger Theilung die peripherischen Zellen zu Cylinderepithelzellen, indessen aus dem centralen Haufen ohne beträchtliche Ver- mehrung eine dem Zellknorpel ähnliche Bindesubstanzmasse hervorgeht. An dem einen Pole findet eine flache Einsenkung des Cylinderepithellagers statt. Schwarzes Pigment tritt intensiv in den die basale Einsenkung umgebenden Cylinderzellen, sowie in denen des gegenüberliegenden Poles auf, indessen die abgeflachte Grube braun pigmentirt erscheint. Die Kerne der je eine Geißel tragenden Cylinderzellen liegen in verschiedener Höhe. In den centralen Bindesubstanzzellen erhalten sich noch länger die Dotterkörner ; mit ihrer Resorption wird das Zellplasma feinkörnig und scheint strahlig von dem Kern zur Zelhvand verästelt. Wahrscheinlich wer- den später die Scheidewände der Zellen verflüssigt , so dass in einer gallertigen Grundsubstanz sternförmig verästelte Bindegewebszellen als directe Abkömmlinge der centralen Morulazellen liegen. Spätere Stadien gelangten nicht zur Beobach- tung , doch steht zur vermuthen , dass die äußeren Geißelzellen sich zum Platten- zellenlager (Ectoderm), die eingestülpten Zellen zu den Kragenzellen (Entoderm) und die Bindegewebsmasse der Larve zum Bindegewebe des Schwammes (Meso- derm sich diff"erenziren werde. Es würden sich dann drei Keimblätter fast gleich- zeitig aus den gleichartigen Furchungszelleu der Morula differenziren. 216 B. Spongidae. Schulze, F. E., Über die Bildung freischwebender Brutknospen bei einer Spongie , Hali- surca lohularis. in: Zool. Anz. Nr. 44. p. 636 — 641. Krusten von Halisarca lobiilaris zeigen sich bisweilen in der Weise gelockert und aufgebläht, dassjede der handschuhfingerförmigen Erhebungen, welche die in den Hohlraum einmündenden Geißelkammern enthalten, ballonartig aufgetrieben und hervorgedrängt erscheint. Endlich lösen sich die kugelig abgerundeten Erhebun- gen völlig von der mütterlichen Kruste und schweben als geschlossene Blase frei von dannen. Die blaue Färbung der Kruste verblaßt und die abgeschnürten Blasen sind farblos. Zwei bis vier enge rundliche Poren führen in das wahrscheinlich mit Seewasser gefüllte Lumen der Blase , welche von einem einschichtigen poly- gonalen, bisweilen pseudopodienartige Ausläufer entsendenden Epithellager äußer- lich umgeben ist. Dass die Bildung solcher transportabeler Brutknospen für die Erhaltung und Verbreitung der Art sehr vortheilhaft ist, geht aus dem Umstand hervor, dass nach einigem Umhertreiben die Blasen an festen Gegenständen nach Art der Spongien- larven anhaften, sich abplatten und nach Verlauf von acht Tagen zu kleinen Krusten der Halisarca hbularis coeriilea heranwachsen. Selenka E., Über einen Kieselschwamm von achtstrahligem Bau und über die Entwickelung der Schwammknospen. Mit 2 Taf. in : Zeitschr. f. wiss. Zool. 33. Bd. p. 472 — 475. Bei den meisten Individuen (sowohl (^ wie Q. ) der Tetilla radiata und euplo- canms konnte Selenka eine Vermehrung durch Knospen beobachten. Ihre erste Anlage tritt als eine Zellvermehrung unter der Oberfläche im Bezirk eines oder mehrer Nadelbüschel hervor. Eine sphärische, mehrere Hundert großkernige Zellen umfassende Zellenmasse wird abgegrenzt, in deren Mitte 12 — 20 Geißel- kammern eingeschlossen sind. Auf den Nadelbüscheln fortgleitend emancipirt sich die Knospe von dem Mutterthier unter Mitnahme einiger letzterem angehö- riger Nadelstücke. An der reifen Knospe werden unterschieden : 1) Ein ein- schichtiges polygonales Ectoderm ; 2j Ein Mesoderm bestehend aus dicht anein- ander gedrängten keine Zwischensubstanz und Membran erkennen lassenden Zellen; 3) Eine geringe Anzahl von Geißelkammern. Bei einer zweiten Gattung von Kieselschwämmen, der Tethya muza n. sp. war ebenfalls eine ausgiebige Vermehrung durch Knospen während des Winters zu beobachten. Sie erfolgt derart, dass in der Rinde um jeden der 200 — 400 Na- delfascikel die sternförmigen Zellen sich zu kleinen großkeruigen Zellen meta- morphosiren , welche unter reger Vermehrung die benachbarten Hohlräume ver- engen. In diese Knospenanlagen wuchert eine größere Anzahl von Geißelkam- mern in Gestalt vielbeeriger Trauben. Durch Kuospung vermehren sich letztere bis auf viele Hunderte, indeß unter allmählichem Hervorwachsen der Knospe das Canalsystem der Kammern sich von demjenigen des Mutterthieres abschnürt. Mesodermzellenzüge , welche im Centrum der Knospe zusammenstoßen, theilen das unter sich zusammenhängende, mit der Außenwelt nicht communicirende System der Geißelkammern in Partieen. Die auf einem Nadelfascikel des Mutter- thieres fortgleitende Knospe erscheint vor ihrer Loslösung lang gestielt. Ein ectodermales Plattenepithel überkleidet sie , indeß durch Auseinauderweichen der Mesodermzelleu die subcorticalen Hohlräume entstehen und zwar ohne Communi- cation mit dem Canalsystem der Geißelkammern. Letztere sind von endothelar- tigen Mesodermzellen ausgekleidet, wohingegen die größte Summe der Meso- dermzelleu zu sternförmigen oder Spindelzellen sich umbildet. Oscula und sub- dermale Höhlen treten erst nach Ablösung vom Mutterthier auf. Die Entstehung der subcorticalen Hohlräume vergleicht S. mit der Bildung der Leibeshöhle höherer Thiere. 5. Palaeontologie. 217 5. Palaeontologie. Carter, H. J., On the Mode of Growth of Stromaiopora includ. the Commensalism of Cau- ' twpora. in: Ann. of. Nat. Hist. Vol. 4. Aug. p. 101 — 106. Carter ist mit Roemer der Ansicht, dass Caunopora durch den Commensalis- mus einer Coralle mit der sie überziehenden Stromatopora entsteht. Carter, H. J. , Note on the so-called »Farringdon (Coral-Rag Sponges" (Calcispongiae, Zittel). in: Ann. of Nat. Hist. Vol. 4. Decbr. p. 431— 437. Carter ist der Ansicht, dass das Vorkommen verkalkter Dreistrahler bei den Zittel'schen fossilen Calcispongien noch kein Beweis dafür sei, dass die Nadeln ursprünglich aus Kalk bestanden, und äußert die Vermuthung, es möchten die von Zittel beschriebenen Calcispongiae zum Theil — wenn nicht alle — zu den übrigen Spongienordnungen gehören. Carter, H. J., On Holasterella . s. oben : Anatomie und Systematik. ]). 196. Duncan, Martin : On some Spher. Lithistid Spong. from the Upper-Silurian Form, of New- Brunswick. in: Ann. of Nat. Hist. Vol. 4. Nr. 19. July. p. 84— 91. Taf. IX. Die neuere Litteratur , besonders Zittel's Monographie, ist nicht berück- sichtigt. Als neues Genus wird Hindia mit H. sphaeroklalh aufgestellt. Körper frei, ohne Einschlüsse im Gewebe; er besteht aus Spicula, welche Reihen von ge- gabelten, langen, geraden auf der Oberflä,che ausmündenden Radiärcanälen bilden. Die Spicula sind verkalkt und repräsentiren mehr oder weniger stämmige vier- kantige Dreifüßer, deren Enden da, wo sie mit den anderen in Verbindung treten, angeschwollen sind. Mazzetti e Manzoni : Le spugne fossili di Montese. Con 2 tav. in : Atti Soc. Tose. Sc. nat. Pisa. Vol. IV. fasc. I. p. 57—65. Sämmtliche fossilen Schwämme von Montese gehören zu den Hexactinelliden und Lithistiden. Allerdings bestehen sie aus kohlensaurem Kalk ; durch welche Pseudomorphosen jedoch die Kieselsäure in kohlensauren Kalk verwandelt wurde, vermögen die Verfasser nicht anzugeben. Es werden zwei Vertreter der Gattun- gen Crat'mdaria und Chenendopora beschrieben, denen eine Speciesbenennung nicht beigefügt ist. Sinzow, J., Über Kreideschwämme des Saratow' sehen Gouvernements. Mit 6 Taf. in: Denkschr. (OaniiCKu) d. neuruss. naturf. Ges. 6. Bd. 1. Heft. p. 1 — 40. (russisch). Die Saratoff'schen Kreideschwämme sind sämmtlich bis auf Plocoscypkia, Mae- androptychium, Coeloptychmm, Zittelisponyia und Ventriculites verkalkt. Es werden 29 Arten aufgezählt, darunter von neuen Arten : Maeandmptychium ovale. Plocosoyphia grandis, Zittelispongia plicata, Ventriculites subradtatus und plt- cato-punctatus, Hillirhoa Peskowi und Isoraphinia cavata. Von neuen Genera wer- den genannt : Labyrintholites , Polyscyphia und Zittelispongia. Labyrintholites. Gestalt kuglig, eiförmig oder knollig. Sitzt entweder ver- mittelst eines wurzeiförmigen Ansatzes oder unmittelbar mit dem Körper auf. Zahlreiche labj'rinthförmige Röhrchen münden durch eine Menge von Ausfuhr- öffnungen nach außen , welch' letztere in unregelmäßig verzweigten radiären Falten der Schwammoberfläche bemerkbar sind. Spitze abgerundet oder mit einer tiefen Einsenkung versehen. Skelet besteht aus einem dünnen gitterför- migen Gewebe mit undurchbohrten octaedrischen Verdickungen. Äußere Skelet- schichte verdickt und von zahlreichen Poren durchsetzt. Labyrintholites ähnelt äußerlich Plocoscypkia, von der sie jedoch durch den Bau des verkieselten Gewebes leicht zu unterscheiden ist. Arten : L. [Plocoscypkia ranaws Sinz., L. Plocoscypkia) maxiina Sinz., L. [PorospoJigia] Fakrenko/ilii Kichw , 218 C. Coelenterata. Polyscyphia. Gestalt eiförmig, verkehrt conisch oder knollig. Besteht aus zahl- reichen sich verzweigenden Röhrchen, welche mit breiten Ausfuhrgängen auf der Oberfläche ausmünden. Die Intercanäle haben sowohl auf der oberen als auch auf der unteren (Seiten-) Fläche Öffnungen. Letztere ist stets mit radiären Falten besetzt. Skelet unregelmäßig mit undurchbohrten octaedrischen Verdickungen und mit breiten inneren Canälen. Zwischenräume des Skeletgewebes dreieckig oder unregelmäßig polygonal. Äußeres Skelet ähnlich dem von Labyrintholites . Arten: P. [Plocoscyphia] pseudocoeloptychium Sinz. und P. plicata n. sp. Zittelispongia . Eine der größten Formen von Saratow'schen Schwämmen. Bil- det unregelmäßig sphärische Massen und besteht aus dünnwandigen, geräumigen, verzweigten , manchmal seitlich abgeplatteten Röhrchen. Meist sind dieselben sehr verlängert und durcli unregelmäßig polygonale Zwischenräume getrennt. Die einzige Art, Z. [Plocuscyphia] alcyonoides Sinz., besitzt ein baumförmiges oder hirschgeweihartiges Aussehen. Zittel, Karl A. Beiträge zur Systematik der fossilen Spongien. 3. Theil. in; Neues Jahrb. Miner. Geol. u. Palaeont. 1. Heft. p. 1—40. Taf. I und II. Ausführlicher Auszug der in den Abhandlungen der k. bayr. Akad. der W. 11. Cl. 13. Bd. 11. Abth. erschieneneu jStudien über fossile Spongien 111. Abth. Monactinellidae, Tetractinellidae & Calcispongiae.« Dasselbe apart u. d. T. : Zittel, Karl A. : Beiträge zur Systematik der fossilen Spongien. Mit 10 lith. Taf. Stuttgart. E. Schweizerbart (E. Koch) 1S79. 80. (132 p.) K. A. : Studies on Fossil Spongcs III. IV. V. Monactinellidae, Tetractinellidae and Calcispongiae. in: Ann. of Nat. Hist. Vol. 3. p. 304—313, p. 364— 379. Vol. 4. p. 61—73, p. 120—135. Übersetzung der in den Abhandlungen d. k. bayr. Akad. d. W, 11. Cl. 13. Bd. erschienenen »Studien über fossile Spongien. 111. Abth.« C. Coelenterata. (Referenten; Dr. C. Chun in Leipzig und Prof. l)r. G. von Koch in Darmstadt.! Litteratar. (Allgemeines; Hydrozoa; Acalephae; Ctenophora.) 1. Asper, Gib., Über die Hydra der Limmat. in: Vierteljahrschr. d. nat. Ges. Zürich. 24. Jahrg. I.Heft, p. 115—220. 2. Chun, C, Histiologische Bemerkungen über Rippenquallen, in: Zool. Anz. Nr. 31. p. 329—332. 3. , Das Nervensystem und die Muskulatur der Rippenquallen, in ; Abli. d. Senckenb. nat. Ges. Frankf. a. M. 11. Bd. p. 181—230. 2 Taf. 4. Ciamician, J., Über den feineren Bau und die Entwicklung von Tnbularia 3Iesembryan- thenmni KWmiM. in; Zeitschr. f. wiss. Zool. 32. Bd. p. 323— 347. Taf. XVIII— XIX. 5. Clarke, S. F., Report on the Hydroida coUected during the FiXploration of the Gulf Stream of Mexico by A. Agassiz 1877 — 78. in : Bull. Mus. Comp. Zool. Cambr. Vol. 5. Nr. 10. p. 239—252. Taf. I— V. 6. Claus, C, Agalmopsis £/^(!r/c?o/vnA-. in: Arch. f. mikrosk. Anat. 17. Bd. p. 342—346. Fig. 11. Haacke, W., Zur Specicsunterscheidung in der Gattung Ilydru. in: Zool. Anz. Nr. 43. p. 622—623. 12. Haeckel, E., Das System der Medusen, in: Sitzungsber. d. Jen. naturf. Ges. f. d. Jahr 1S78 (1879). p. LXXVIII— LXXX. 13. , Ursprung und Stammverwandtschaft derCtenophoreu. ibid. f. 1879. p.70 — 79. 14. , Das System der Medusen. 1. Hälfte des 1. Theils: System der Craspcdoten. Jena, Fischer. 40. 360 p., 20 Taf. 15. Hartmann, R., Einige Verhältnisse in der Organisation von Flciimhrachia pileas. in; Sitzungsber. d. Ges. naturf. Freunde Berlin. Febr. 1879. 16. Hertwig, Ose. und Rieh., Die Actinien anatomisch und histologisch mit besonderer Be- rücksichtigung des Nervensystems untersucht. Mit 10 Taf. in: Jena. Zeitsehr. f. Nat. 13. Bd. 3. u. 4. Heft. p. 457—640. Auch apart: Jena, Fischer, 1879. p. 140—141 : Gesehlechtsorg. d. Ctenojjhoren ; p. 141 — 145: Geschlechtsorg. d. Charybdeen; p. 145—151: Geschlechtsorg. d. Discophoren ; p. 154- — 166: Geschlechtsorg. d. Calyco- zoen ; p. 166 — 173 : Schlussfolgerungen f. d. System d. Coelenteraten. 17. Jentink, F. A., Über Trembley's Umkehrungsversuche an Hydra, in: Tijdschr. nederl. dierk. Ver. 4. D. 2. Afl. Versl p. LI— LIII. 18. Kling, O., Über Crateralophas Tethi/s. in: Morph. Jahrb. 5. Bd. p. 141 — 166. Taf. IX— XL 19. Korotneff.A.. Entwicklung d. 3Iyriothelu. in; Zool. Anz. Nr. 25. p. 187—190. 20. Mereschkowsky, C, On an anomaly among the Ilydromedusac and on their mode of nu- trition by means of the Eetoderm. in; Ann. Nat. Hist. Vol. 3. p. 177 — 181. Taf. XX. 21. Lapworth, Ch., On the geological distribution of the Rhabduphora. in; Ann. Nat. Hist. Vol. 3. p. 245—257, 449—455. Vol. 4. p. 333—341, 423—431. 22. Linnarson, G., Om Gotlands Graptoliter. in: Öfvers. af Kongl. Vet. Akad. Förh. 36te Arg. p. 3—11. Taf. X. 23. Moseley, H. N., On the structure of the Stylit steridae, a family of the Hydroid Stony Corals. in; Philos. Trans. Roy. Soc. London. Part II. 1878(1879). p. 425— 503. Taf. 34—44. 24 Nicholson, H. A., On the structure and affinities of the Tabulate Corals of the Palaeozoic Period. London, 1878. (342 p.) 15 Taf. 44 Holzschn. 25. Pouriales, F. de, Reports on the dredging operat. of the U. S. Coast survey Str. »Blake« Corals and Crinoids. in; Bull. Mus. Comp. Zool. Cambr. Vol. 5. Nr. 9. Hydroids. p. 210—211. 26. Romanos, G. J., Concluding remarks on the loeomotor system of l/crffAsae. in; Proceed. Roy. Soc. Lond. Vol. 28. Nr. 192. p. 266—267. 27. Studer, Th., Sur les Siphonophores des profondeurs de la mer. in: Arch. Zool. Exper. T. 7. Nr. 2. p. XIII— XV. 28. Thompson, d'A. W., On some new and rare Hydroid Zoophytes [Sertalariidae and Thu- iariidue) from Australia and New Zealand. in: Ann. Nat. Hist. Vol. 3. p. 97 — 114. Taf. XVI— XVII. 29. Verrill, A. E., Notice of recent additions to the marine fauna of the eastern coast of North America, Nr. 4. in: Amer. Journ. of Sc. (Silliman). Vol. 17. Apr. p. 309 — 310, 220 C. Coelenterata. 30. Winther, G., Fortegnelse over de i Danmark og dets nordlige Bilande fundne Hydroide Zoophyter. in: Naturhist. Tidsskr. 3. R. 12. Bd. p. 223—278. 31. , Om Internodies Bygning og Sammensaetning hos Sertularierne. ibid. p. 303 — 320. Taf. VI. 1. Allgemeines über Coelenteraten. (Referent: Dr. C. Chun in Leipzig.) Hertwig, O. u. R., Die Actinien. Sep. p. 166 — 173; Schlussfolgerungen für das System der Coelenteraten. Auf Grund ihrer Untersuchungen über die Entwicklung der Geschleclitsproducte bei den Hydroraedusen, Acalephen und Anthozoen versuchen die Verfasser die Coelenteraten (excl. der Schwämme) in die zwei Abtheilungen der Entocarpen (Anthozoen und Acraspedoten incl. Lucernarien und Charybdeen) und der Ecto- carpen (Hydromedusen incl. Siphonophnren und Ctenophoren) zu scheiden. Die Entocarpen sind Coelenteraten, deren Geschlechtszellen im Entoderm ent- stehen und bei der Reife ins Mesoderm rücken und welche mit besonderen secre- torischen Fäden, dea Mesenterialfilamenten, ausgestattet sind. Die Ectocarpen sind Coelenteraten, deren Geschlechtszellen im Ectoderm ent- stehen und bei denen die Mesenterialfäden fehlen. 2. Hydrozoa. (Referent: Dr. C. Chun in Leipzig.) a) Anatomie und Systematik. Eimer, Th., Die Medusen physiol. u. morphol. auf ihr Nervensystem untersucht. Tübin- gen, 1879. Die Untersuchung zerfällt in einen physiologischen und morphologischen Theil. In ersterem werden sowohl die früher publicirten Theilungsversuche , als auch zahlreiche neuere Versuche mitgetheilt, deren wesentliches Endresultat dahin zu- sammenzufassen ist, dass das centrale Nervensystem der Acraspedoten seine Hauptausbildung in den acht Randlappen hat , welche nicht durch einen im Schirmrand verlaufenden Nervenring in Verbindung gesetzt sind, indessen bei den Craspedoten ein centrales Nei-vensystem am Schirmrande existiren muss, wel- ches nur in den als Ganglien früherhin bezeichneten Anschwellungen eine größere Anzahl von Nervenzellen angehäuft zeigt. Mit Rücksicht auf die durch das Ex- periment erschlossenen und durch die morphologische Untersuchung bestätigten Verhältnisse werden die Acraspedoten als toponeure, die Craspedoten als cyclo- neure Medusen bezeichnet. Die Experimente sowohl wie die aus ihnen gezogenen Schlüsse stimmen im Princip mit den später und unabhängig von E. angestellten Untersuchungen von R o m a n e s überein . Die neueren Versuche beziehen sicli liauptsächlich auf die Thatsache, dass viele Medusen, welche der coutractilen Zonen (der Randkörperchen mit der in der Ausdehnung weniger Millimeter sie umgebenden Gewebszone) beraubt worden waren, nach einiger Zeit auf kurze Dauer sich erholen. Übrigens folgt dieser Erholung bald vollkommene Bewegungslosigkeit, welche zu raschem Absterben hinführt. Mechanische Reize vermögen an derartig gelähmten Aurelien (an ihnen 2. Hydrozoa. 221 wurden vorwiegend die Versuche angestellt) rhythmische, über den ganzen Schirm sich erstreckende Contractionen hervorzurufen. Dass auch im freien_Meere Indi- viduen, welche aller contractilen Zonen bar sind, schnell zu Grunde gehen, wird aus der Thatsache geschlossen, dass verkrüppelte Aurelien nur dann lebenskräf- tig waren, wenn wenigstens ein Randkörper noch existirte. Bedeutende indivi- duelle Schwankungen konnten in Betrefl" der Erholung wahrgenommen werden ; junge Thiere ließen sie sogar oft ganz vermissen. Es bedarf jedoch nicht des Durchschneidens der ganzen Dicke der Umbrella bis auf eine Verbindungsbrücke von einer gewissen Breite, um die Fortpflanzung der Contractionen von Seiten der contractilen Zonen auf den jenseits der Brücke gelegenen Abschnitt zu ver- hindern, sondern es genügen wenig tiefgehende Einschnitte in die untere , die Muskulatur tragende Fläche. Ist die Verbindungsbrücke zu schmal oder wird sie ganz durchschnitten, so bleiben die Contractionen auf den mit der contractilen Zone versehenen Abschnitt beschränkt. Aus diesen Thatsachen wird geschlossen, dass das Centralnervensystem der Toponeuren nicht auf die Randlappen allein beschränkt ist, sondern dass Nerven- centren auch über die Subumbrella — wenngleich in relativ geringer Zahl — ver- breitet sind. Sie werden als Ersatz-Contractionscentren bezeichnet, insofern die Erholung sichtlich von einzelnen localisirten Funkten ausgeht. Diese Anschauung erhält eine Stütze in den Versuchen über das Absterben von Theilstücken der Aurelia. Solche beginnen etwas oberhalb der Mitte quer durch sich aufzulösen, worauf zunächst der obere, den Randkörper nicht enthaltende Theil zerfällt, in- dessen allmählich in dem restirenden Stücke die Auflösung gegen den Randkörper zu fortschreitet, bis dieser mitsammt der contractilen Zone noch verhältnismäßig sehr lange intact ei-halten bleibt. Ein auffällig langsames Absterben lassen in Jodserum aufbewahrte Stücke erkennen. Seine früheren Anschauungen über die Beherrschung der vegetativen Thätigkeit durch die contractilen Zonen schränkt E. dahin ein, dass, wenn auch im weiteren Sinne das ganze Thier als eine Er- nähi'ungspumpe anzusehen sei, so doch nur die im Bereiche der contractilen Zo- nen gelegenen Muskelbezirke unmittelbar als Ernährungspumpen wirken. Die Angaben Ehrenberg's, wonach die acht gerade gestreckt und interradial ver- laufenden Gefäße durch je eine Öffnung am Schirmrande ausmilnden (Eimer be- zeichnet sie als Aftergefäße), werden bestätigt. Sogar junge Larven der Aurelia wurden in großer Zahl an jenen Stellen mit den Fäces austretend gesehen — eine Beobachtung, die Veranlassung gibt, das Pumpwerk auch mit der Fortpflanzungs- thätigkeit in Beziehung zu setzen. Betrefifs der Versuche an Toponeuren wird schließlich noch auf ein gewisses proportionales Verhältnis zwischen der Größe des weggenommenen Gewebestückes und der Zahl der in der Zeiteinheit ausge- führten Contractionen durch neuere Versuche hingewiesen. Was die Experimente an Cycloneuren, von denen Sarsien als Material dienten, anlangt, so bestätigen dieselben durchweg die Resultate von Romanos. In dem morphologischen Theile der Abhandlung wird zunächst das Nerven- system der Toponeuren geschildert. Die gröberen Bauverhältnisse der Randlappen mit der von Claus entdeckten Sinnesgrube werden ausführlich von Aurelia aurita, Cyanea capilluta, Rhizostoma, Pelagia und Cassiopea beschrieben. Zwei unmittelbar über dem Randkörperstiel gelegene Gruben (die inneren »Riech- kappen«) repräsentiren die von Claus als Ganglien gedeuteten Bildungen. Der feinere Bau der Randkörper wurde vorwiegend an Aurelia aurita studirt. An dem Randkörper ist ein oberer Theil, der Stiel und das untere blindsackartige Ende mit dem Krystallsack zu unterscheiden. Die Wandung des hohlen Stieles zeigt vier Schichten, von denen die innerste (vierte Schichte) dem Entodermepithel angehört. Zwischen letzterer und den beiden äußeren Schichten liegt ein schmales 222 tl. Coelenterata. Stützblatt als Fortsetzung der Umbrellavgallerte. Die äußerste Schichte setzt sich aus cyliudrischen Geißelzellen und aus Sehspiudeln zusammen. Beide Zellformen laufen in feine nervöse Fädchen aus, welche sich auf dem Stützblatt durchflechten und einen dichten Nervenfilz (zweite Schichte) herstellen. Das nervö.se Fädchen durchsetzt jede Zelle, um hier in den Geißelfaden überzugehen, dort einen Central- faden in dem Stäbchen der Sehspindeln zu bilden. Die Geißelzellen sind an manchen Stellen pigmentirt, so dass ein innerer und ein äußerer Pigmentfleck zu consta- tiren ist. Unterhalb der Nervenfilzschicht trifft man auf eine Schiclite von Ganglienzellen (dritte Schichte) , welche von den gewöhnlichen Bindegewebszelleu sich dadurch unterscheiden, dass sie nach Einwirkung von Reagentien nicht wie jene kugelig erscheinen, sondern ihre Ausläufer ausgestreckt beibehalten. Auf dem Hörsäckchen verdünnen sich die einzelnen Schichten. Die in ihm enthaltenen Krystalle entstehen in amöboiden Zellen, deren Plasma und Kern zum Aufbau des Krystalles verwendet wird. Was den histiologischeu Bau der Randlappen anbelangt , so sind die acht polsterförmigen Erhebungen des Schirmrandes, unter denen die Randkörper liegen mitsammt den Riechgruben von Nervenepithelium überkleidet. Sie repräsentiren den wesentlichsten Theil des Ceutralnervenapparates und sind gewis-^ermaßen Gehirnen zu vergleichen. Nesselkapseln fehlen in ihrem Bereiche ; da, wo letztere auftreten gehen sie in das gewöhnliche Oberflächenepithel über. Wie am Rand- körperstiel, so treten auch in den Polstern die Geißelzellen, Spindeln und in be- sonderer Mächtigkeit die Nervenfilzschichte auf. In der ihnen unterliegenden Gallertschichte sind zahlreiche Nervenzellen wahrzunehmen, welche allerdings von den gewöhnlichen Bindegewebszellen (sie werden als amöboide Zellen be- zeichnet) sich so wenig unterscheiden, dass sie augenscheinlich eine Modification letzterer darstellen. Bei Cassiopea findet sich auch an der aboralen Schirmfläche gegenüber der Randkörperwurzel in einem knöpfchenförmigen Gebilde eine stärkere Ansamm- lung von Nervenzellen. Sie stehen bei den Toponeuren durch feine Fäden in Verbindung, wie denn auch zahlreiche als nervös anzusprechende, jedoch von Bindegewebsfasern nicht zu unterscheidene Fäden schräg oder quer die Gallerte (in ungeheurer Menge an den contractilen Zonen) durchsetzen. Mehrfach abweichende und auf eine niedere Organisationsstufe hindeutende Verhältnisse lässt Cyanea capillata erkennen. Ihr fehlen die zelligen Einlagerungen der Gallerte, die gesammte Körperoberfläche ist von cylindrischem Geißelepithel bedeckt, dessen Elemente meist mit breitem Fuß einem langen Faden aufsitzen. An den Randlappen, wo das Ectoderm als Nerveuepithel aufzufassen ist, kommen jedoch auch zugespitzte in feine sich verfilzende Nervenfädchen auslaufende Zellen vor. An der Grenze des muskelfreien Bezirkes der Randlappen bildet sich die Basis der in ein Nervenfädchen auslaufenden Zelle zu einem contractilen Faden aus (Neuromuskelzelle) . Sämmtlich die Gallerte durchsetzenden Fäden, von denen diejenigen der Randlappen vielleicht als nervöse in Anspruch zu nehmen sind, entspringen oft büschelförmig von Ectodermzellen. Unter denselben waren bei Cyanea nicht nur am Schirmrande, sondern auch an der aboralen Körperfläche noch Zellen wahrnehmbar, welche E. als Nervenzellen anzunehmen geneigt ist. Die Subumbrella ist von Neuromuskelzellen im Sinne Kleinenberg's mit quer- gestreiften contractilen Elementen überkleidet. Steht die Muskelfaser durch ein feines Fädchen mit dem Zellkörper in Verbindung, so wird dasselbe als nervös beurtheilt. Schließlich wird auch in Kürze des Bindegewebegerüstes der Toponeuren und eigenthümlicher Blätter gedacht, welche die Gefäße in Verbindung setzen und 2. Hydrozoa. 223 stellenweise auch in das Ectoderm übergehen sollen (E. hat offenbar die von Claus und Hertwig- ihrer Bedeutung nach aufgeklärten »Gefäßplatten« vor Augen gehabt . Das jServeusy stem der cycloneuren Medusen, von denen vorwiegend (hnnarlna untersucht wurde, wird in vieler Beziehung übereinstimmend mit den durch die Gebrüder Hertwig erzielten Resultaten geschildert. E. beschreibt den (oberen! Nervenring und bestätigt späterhin die Existenz des von den H.'s entdeckten unteren Nervenriuges. Das dem oberen Nervenring auf- liegende ectodermale Gewebe wird als ein Füllgewebe bezeichnet, welches weder knorpeliger Natur ist (Häckel), noch auch wegen seiner lockeren Beschaffenheit dem Körper einen Halt zu geben vermag. Die Topographie des Schirmrandes und des Velum wird auf Querschnitten im Wesentlichen übereinstimmend mit H.'s dar- gestellt. Entfernt von dem Ringnerven liegt distal eine von den gewöhnlichen Be- legzellen des Schirmrandstützblattes unterschiedne Lage plasmareicher Zellen : das Ringgangliou. Unter und auf jedem der in die Gallerte eingebetteten Hörbläschen verdickt sich diese Zellenlage zu einem Radialganglion, von dem ein Zellenband, das Spangengauglion , radiär an der Außenfläche des Schirmes über das Hör- bläscheu wegzieht, um spitz zulaufend zu endigen. Mit den Zellenbändern stehen Fasern in Verbindung, welche wahrscheinlich als Spangennerven aufzufassen sind. Als characteristisch für die Cycloneiiren wird die Anordnung der Nervenzellen zu Strang- oder bandförmigen Ganglien hervorgehoben. Die Histiologie der einzelnen Gebilde anlangend, so ist vor Allem der unzweifelhafte Zusammenhang des Nervenringes mit den ihm direct aufliegenden Ectodermzellen zu betonen. E. befindet sich hier in Widerspruch mit den Angaben von H.'s, insofern er die von ihnen als Stützzellen bezeichneten Bildungen dem Nervensystem zurechnet und geradezu den Nervenriug als aus der Zerfaserung dieser »Besenzellen« hervor- gegangen betrachtet. Dagegen schildert er tibereinstimmend das Eingehen der übrigen zwischen den Besenzelleu gelegenen Elemente in den Nervenring. Für diese vom Ectoderm aus eingewanderten Ganglienzellen wird eine fibrilläre Strei- fung des Plasma als characteristisch hervorgehoben. Er bezeichnet daher den Inhalt der Nervenzellen als neurofibrilläre Substanz oder Neuroplasma und legt diesem Character einen so holien Werth bei, dass er nicht nur in der durch chrom- saures Kali hervortretenden fibrillären Beschaffenheit des äußeren plasmatischen Theiles der Subumbrellarmuskeln einen Beweis für die Richtigkeit der Auffassung als Neuromuskelzelleu erblickt und ferner auf denselben Character hin alle Ecto- dermzellen, welche den Radiärmuskelzügen und den der Muskulatur entbehrenden Bezirken der oralen Schirmfläche aufliegen, sondern sogar auch die centralen meist als Knorpelzellen gedeuteten Tentakelaxen der Craspedoten in das Bereich des Nervensystemes zieht und das Hervorgehen letzterer aus Entodermzellen in Frage zu stellen sucht ! Dieselbe neurofibrilläre Beschaft'enheit des Zellinhaltes weisen auch die Zellen des Ringgauglions, der Radial- und Spangenganglien auf. Für die Hörzellen des mit einem feinen Plattenepithel ausgekleideten Hör- bläschens wird ein Ausstrahlen in Nervenfasern, welche die beiden von Häckel beschriebenen Hörnerven zusammensetzen, nachgewiesen. Der lange feine Geißel- faden der Hörzellen war bisweilen noch innerhalb der Zelle , selbst bis in den Kern zu verfolgen. Ein Basalganglion (Häckel) am Grunde des Hörbläschens war nicht nachzmveisen, vielmehr besitzt dasselbe au seiner Basis eine Öffnung, durch welche die beiden Nervenschenkel eintreten. An der Subumbrella der Carmarma ist das Nervensystem gewissermaßen blatt- artig ausgebreitet und in weniger concentrirter Form entwickelt, als an dem Schirmrande. Die Deckzelleu mit der neurofibrillären Beschaffenheit ihres Inhaltes lassen Übergänge zu Ganglienzellen erkennen, wie denn auch unter ihnen typische 224 C. Coelenterata. verästelte Ganglienzellen liegen, deren Ausläufer einen Nervenplexus herstellen. In der Nähe der Radiärgefäße ordnen sich Nervenfäden zu radialen Zügen an. Bei den übrigen untersucliten Craspedoten (Sarsia, Bnugahwillpa , Aeghieta, Rhopohinema, Eucope, Lhzia ) ist das Nervensystem nicht so ausgeprägt differenzirt, wie bei Oirmarhia, doch konnte fast bei allen der Ringnerv zur Anschauung ge- bracht werden. In einem Schlußcapitel wird ein Resume über die phylogenetische Bedeutung des Decknervensystemes gegeben, indem namentlich das Hervorgehen der nervösen Apparate aus modificirten Ectodermzellen , die allmähliche Concentration und Localisirung der Centralapparate, sowie der Einfluß der Function auf die morpho- logische Gestaltung der Gewebe betont wird. Indem E. weiterhin durch die über die Muskulatur mitgetlieilten Thatsachen die Neuromu.skellehre als durchaus be- rechtigte Theorie darzustellen sucht, hebt er schließlich noch die hohe Bedeu- tung der Zellkerne hervor und erblickt in ihnen das nervöse Centralorgan, das )^Lebensorgan« der Zelle. Die hohe Übereinstimmung, welche das Nervensystem der Medusen mit dem von ihm geschilderten der Beme erkennen lassen soll, wird, wie vielfach im Texte, so zum Schlüsse noch nachdrücklich betont. Mereschkowsky, C, On an Anomaly among the Hydromedusae and on their Mode of Nutrition by Means of the Ectoderm. in: Ann. of Nat. Hist. Vol. 3. p. 177 — 181. pl. XX. Zwei Species von Medusen aus dem weißen Meere zum Genus Bougainvillea ge- hörig (die eine derselben wird B. paradoxa geuanut) zeigen ziemlich häufig eine Anomalie, insofern ihnen vollständig Manubrium und Mundo ftnung fehlt und keine Communication zwischen Gastrovascularsystem und dem umgebenden Medium be- steht. Da trotzdem diese anormalen Individuen fast dieselbe Größe (1 cm) wie die mit Manubrium versehenen erreichen, so erklärt M. dies dahin, dass die Ecto- dermzellen die Verdauung übernehmen, indem sie im Seewasser gelöste (?y orga- nische Materie absorbiren. Häckel, E., Das System der Medusen, in: Sitzungsber. d. Jena. Ges. f. 1878. p. 78 — 80. Häckel unterscheidet folgende 8 Ordnungen: Erste Hauptgruppe. Craspedotae (Gegenbaur), oder Cryptocarpae (Esch- scholz), Gymnophthalmae (Forbes). Schirm mit Velum. Am Schirmrand ein zu- sammenhängender Nervenring , durch die Velum-Insertion in zwei Ringe ge- schieden. Magenhöhle stets ohne Gastral-Filameute. Geschlechtsorgane stets per- radial (in den Radien erster Ordnung). Abstammung (ursprünglich) von Hydra- Polypen (ohne Gastral-Filamente) . Zerfallen in 4 Ordnungen. I.Ordnung. Anthomedusae (Familien: Sarsiadae, Tiaridae, Cytaeidae, Hip- pocrenidae, WilUadae, Cladonemidae] . Keine Sinnesbläschen. Stets Ocelleu an der Tentakelbasis. Geschlechtsorgaue in der Magenwand, entweder (Sarsiadae) gleich- mäßig in der ganzen Wand vertheilt , oder in vier perradiale Gruppen gesondert, letztere oft durch die perradialen Längsmuskeln in 8 adradiale Paare getheilt. Abstammung von Tubularien. II. Ordnung. Leptomedusae (Familien: Thaumantiadae, Berenicidae, Melicer- tidae, Polyorchidae, Eucojndae, Mitrocomidae, Olindidae, Geryonopsidae, Octorchidae] . Sinneszellen an der Unterseite des Velum oder der Velum-Insertion am Schirmrand, entweder zerstreut oder in Hörgrübchen oder Hörbläschen von verschiedener Zalü vereinigt. Otolithenzellen aus dem Ectoderm stammend. Ocellen bald fehlend, bald vorhanden. Sinnesbläschen nicht Tentakeln homolog. Geschlechtsorgane bandförmige oder krausenförmige Wülste im Verlauf der Radialcanäle (4, 8 oder zahlreiche) . Abstammung von Campanularien. III. Ordnung. Trachymedusae (Familien: Trackynemidae, Petasidae, Aghuri- dae, Geryonidae). Sinnesbläschen aus Tentakeln entstanden, 8 oder mehr. Otolithen- 2. Hydroaoa. 225 Zeilen aus dem Entoderm stammend. Ocellen meist fehlend, bisweilen vorhanden. Geschlechtsorgane weite Aussackungen oder blattförmige Ausbreitungen im Ver- laufe der Radialcanäle. Abstammung von Hydroid-Polypen wahrscheinlich, aber unbekannt. IV. Ordnung. Narcomedusae (Familien: CamjmnelUdae, FoveoUdae, Aeginidae) . Siunesbläschen aus Tentakeln entstanden, 8 oder mehr. Otolithenzellen aus dem Ectoderm stammend. Ocellen meist fehlend , bisweilen vorhanden. Geschlechts- organe in der oralen Magenwand oder in taschcnförmigen radialen Ausbuchtungen derselben. Eigenthümliche Tentakelwurzeln. Abstammung von Hydroid-Polypen wahrscheinlich, aber unbekannt. Zweite Hauptgruppe. Acraspedae (Gegenbaur), oder Phanerocarpae (Esch- scholtz) , oder Steganophthalmae (Forbes) . Schirm ohne Velum (oder mit Pseudo- velum) . Am Schirmrand kein zusammenhängender Nervenring , sondern mehrere (4, 8, Iß) getrennte Nervencentra (Hertwig). Magenhöhle stets mit vier oder acht interradialen Gruppen von Gastral- Filamenten. Geschlechtsorgane interradial (in den Radien zweiter Ordnung) . Abstammung (ursprünglich) von Scyphistoma- Polypen (mit Gastral-Filamenten) . Die Acraspeden zerfallen in vier Ordnungen. V. Ordnung. S c y p h o m e d u s a e (Familien : Scyph.ellidae, Depastridae, Lucer- naridae). Keine Sinnesbläschen. Kein Pseudovelum. Geschlechtsorgane 4 Paar bandförmige Wülste , welche neben den 4 schmalen (interradialen) Septen paar- weise au der Oralwand der 4 breiten (perradialen) Gastrocanaltaschen be- festigt sind. VI. Ordnung. Conomedusae (Familien: Charybdaeidae, Bursaridae, Chiropsal- midae) . Ein breites Pseudovelum. Geschlechtsorgane 4 Paar blattförmige Wülste, welche von den 4 schmalen (interradialen) Septen frei in die 4 breiten (perradia- len) Gastrocanaltaschen hineinragen. VII. Ordnung. Per ome du sae (Familie : Per?);%//ra n. g. abgestorben. Antip)atJies 7 ) 15) Ponap^. (Brüggemaun. in: Journ. Mus. Godeffroy. 14. Heft.) Stylopora palmata Blainv. Seriatopora gracilis Dana. PoecillojJora pulcltella Brügg. P. Dimae Yerv. Galaxea tenella Brügg. Coeloria daedalea Ell. & Sol. Astraea delicatida Brügg. Goniastraea Quoyi M. E. Fungia confertifolia Dana. JP. papillosa Verr. Pavoiiia foliosaYeTT. P. divaricata Ijam.. P. Senate Brügg. P. »mwor Brügg. P. lata Dana. Pachyseris carinata Brügg. 3Iontipora poritiformis\exx. M. limitata'E)\.8i^o\. 31. lima'La.m.. 31. prolifera Brügg. Turhinaria cinerascens Ell. & Sol. Porites decipiens Brügg. P. tumida Brügg. P. Gaimardi M. E. Synuraea monticulosa Dana. Psammocora exesa Dana. 16) Bonham Island. (Brüggemann, in: Journ. Mus. Godeffroy. 14. Heft.) Pavoniu prismatica Brügg. 17) Magelhaenstraße. 42 Faden. Felsen. Primnoella magelhanica Stud. UI. Indischer Ocean. 1) Kerguelen. BlightsCape. 120 Faden. Felsen. (S tu der. in: Berlin. Monats- berichte 1878.) Boloccra Kerguelcnsis Stud. Actinopsis rosea Stud. 2) Nördlich von Kerguelen. B.47°35'S.— L.66"42'0. 100 Faden. Schwarzer Schlamm. (Stud er, ibid.) Halcampa purpurca Stud. 3) Nördlich von Kerguelen. 60 Faden. Basaltsand und Gerolle. Isis antarctica Stud. Clavularia rosea Stud. 4) Küste von Kerguelen. Edwardsia Kerguelensis Stud. 2ß6 C. Coelenterata. Halcampa jmrpurea Stud. Bwwdcs Kerguelensis Stud. 5] Zwischen Mauritius und Fiat Island. 25 Faden. Corallinen. Echinogorgia sasapj)o Esp. var. pinnata Stud. Gnrgonia miniacea Esp. Juncella ßcxilis Stud. Gorgonella verriculata Val. 3Iadrepora ? 6) Südkttste von Mauritius. 60 Faden. Corallensand. Heteropsammia MicheliniM.. E. 7) Rodriguez. (Brüggemann, Corals of Rodriguez. in: Philos. Transact. Vol. 168.) Alcyonium sphaerophorum Ehbg. Sarcophi/tum latum Dana. Pahjthoa argiis Ehbg. P. violacea Brügg. Stylophora palmata Blainv. Galaxea laevis Brügg. G. fascicularis L. G. laperotiseana M. E. 3Iiissa umhellata Brügg. Leptoria tenuis Dana. Flatygyra Esperi M. E. Hydnophora microcona Lam. Astraea denticulata Ell. & Sol. A. afßnis M. E. & H. A. lohata M. E. Plesiastraea quatrefagesana M. E. Acanthastraea angidosa Brügg. Frionastraea rodericatia Brügg. P. scahra Brügg. Echinopora spinulosa Brügg. Fungia Haimei Verrill. c Lohactis dentigera Leuk. Pavonia cristata Ell. & Sol. Dendrophyllia Ehrenhergiana M. E. 3Iadrepora pharaonis M. E. M. pustulosa M. E. 31. plantaginea Lam. JSI. Haimei M. E. M. gonagralA.'E. 3/. senato Ehbg. 31. coryinhosa'Lvaw. 3I.ßabelli- formis M. E. 31. microclados Ehbg. 31. monticulosa Brügg. 31. alces Dana. Turbinaria tnesenterina Lam. Porites lutea M. E. P. arenosa Linn. 3Io7itipora divaricata Brügg. 31. foliosa Pallas. 31. incrustans Brügg. 31. expla- nata Brügg. 31. liehen Dana. Pocillopora hrevicornis Lam. P. favosa Ehbg. P. grandis Dana. 8) Rothes Meer. (Klunzinger, Corallenth. d. Rotten Meeres i) . Aleyonitmi sphaero2)Iiorum Ehbb. A. glohuliferum Klz. A. digitulatum Klz. Gemein bei Koseir. A. pachy ciados ELlz. Nicht häufig. A. brachy ciados Ehbg. A. polydactylum. Ehbg. Gemein. A. leptoclados Ehbg. Gemein. A. gyrosum Klz. Nicht häufig. Sarcophytum pulmo Esii. Bankweise. S. pauci/lorum'Eh.hg. S. Savignyi Klz. Ammothea thyrsoides Ehbg. A. arborca Forsk. Nephthya Chahrolii^. E. Gemein. Spongodes Savignyi Ehbg. Selten. S. Hemprichi Klz. S. ramulosa Gray. Nicht selten. Xenia umbellata Sav. Sehr häufig an der Brandungszone. X. fuscescetis Ehbg. Vorkommen wie vorige. 1) Es sind hier auch die, von Klunzinger nicht gefundenen, aber von ihm sicher als im rothen Meer lebend angegeben Arten mit aufgenommen. 5. Anthozoa. 267 Sympodium coeruleum Ehbg. S. fulvtmi Forsk. S. fuliginosum Ehbg. S. pur- pur ascens Ehbg. Anthelia glauca Savig. A. strumosa Ehbg. 3Ionoxenia Darici7iii Haeckel. Tuhipora Hemprichi Ehbg. Sehr häufig. T. jmrpttrea Fall. Seltener. Siphonogoryia mirabilis Klz. Ph'xaura antipathes L. P. torta Klz. Verucella ßcxuosa Laink. Juncella hejiatica Klz. 3fopsea erythraea Ehbg. Häufig oben am Corallenabhang. Antipathes anguina Dana. In tiefen Corallenbrunnen. A. isiclis placomiis Ehbg. Zoanthus Bertholletii Aud. Häufig oben am Abhang. Z. Peru Aud. Selten. Puhjthoa Lesueuri Aud. Häufig in der Brandungszone. P. tuherculosa Esp. Brandungszone . Cer actis clavata Valenc. Paractis enjthrosoma M. E. Häufig bei Tor. P. adhaerens Ehbg. Südlicher Theil des rothen Meeres. P. heliantlms Ehbg. P. olivacea Ehbg. Nicht häufig. P. pulchella Ehbg. Bei Tor. P. suhfusca Ehbg. P. erythraea Ehbg. P. 7nedusula Klz. Bei Koseir. P. Hemprichi Klz A). P. euchlora Klz. Corynactis globulifera Ehbg. Brandungszone. C. quadricolor Leuck. Phellia decora Ehbg. ^Sehr gemein. Calliactis polypits Forsk. Ziemlich häufig. Sunodes crispa Ehbg. B. koseirensis Klz. Sehr häufig bei Koseir in sandigen Tümpeln. P. steüula Ehbg. Häufig an Steinen. Thelactis simp)lex Klz. Selten an Algen und Seegras in Tümpeln. Edioardsia jmdica Klz. In engen Klippenspalten. E. arenosa Klz. Am Strand unter Steinen im Sand. Peachia taeniata Klz. Discosoma nummiforme'LQVLcli. D.tapetum'E\\\>^. D. giga7iteu7n¥oTsk. In Klüften und zwischen Steinen. Heteraiühus ver7-ucidatiis Klz. Nicht häufig, in Seegrastümpeln zwischen Steinen. Phyllactis cichoracea Haeck. Triactts producta Klz. Selten an Steinen und Corallen. C7-yptodendru77i adhaesivum Klz. Zwischen Corallenblöcken tief eingegraben. Phy7na7ithus loligo Ehbg. In sandigen Tümpeln. Rhodactis 7-hodnsto7na Ehbg. Cramhuctis arahica Haeck. Bei Tor. Thalassianthus aster Leuck. Brandungszone, gesellig am Rande von Klüften. Heteroductyla Hemprichi Ehbg. Actineria Hemp7'ichi Ehbg. Mudrepora Heiiiprichi Ehbg. Aus der Tiefe am Corallenabhang. 31. obtusuta Klz. Tief am Corallenabhang , Bänke bildend. 31. variolosaKXz. Selten tief am Corallenabhang. 31. pustulosa Klz. Corallabhang. 31. Scherzeriana Brügg. Tor. 31. ocellata Klz. 31. pallida Klz. 31. pyramidalis Klz. 3f. canali- culata Klz. 31. squa7-7-osa Ehbg. 31. erythraea Klz. 31. vagahu7ida Klz. Oben auf der Klippe. M. eurystoma Klz. In der Tiefe. 31. Forshali Ehbg. 31. variabilis Klz. In der Tiefe. 31. Haimei M. E. Obere Region am Abhang häufig. 31. 7)ncrocyathns Klz. 31. spinulosa Klz. 31. co7-ymhosa Lamk. Sehr gemein am Klippenrand. 31. cytherea Dana. 31. 8cande7is Klz. In der Tiefe des Abhanges. 31. suhtilisKXz. In der Tiefe, selten. 31. capillarisKXz. 'j Von Ehrenberg für Acti7iia inesembryatitheniioii gehalten. Diese kommt im rothen Meer nicht vor. 268 C. Coelenterata. 3Iontipora siüosa Ehbg. Incrustirend, am Corallenabhang. M. villnsa Klz. 31. tuherosa Klz. 31. tiihercidosa Lara. 31. nudiceps Dana. 31. crista galli Ehbg. 31. monasteriata Forsk. 31. verrucosa Larn. 3£. rus Forsk. 31. gracilis Klz. Brandungszone. 31. spnngiosa Ehbg. Porites lutea M. E. Sehr häufig wesentlich Klippe bildend. P. noäifera Klz. P. columnaris Klz. P. solida Forsk. Oben auf der Klippe. P. alveolata M. E. P. arenosa Esp. P. eclünulata Klz. Auf alten Corallenzweigen bei Koseir. Stylaraea punctata L. Gonwpora pilanulata Ehbg. G. Savigiiyi Dana. G. liehen Dana. In engen Spalten nahe der Brandungszone. Alveopora daeda/ea Forsk. Synaraea imduluta Klz. Tiefe. S. lutea Verrill. Tuj-binaria mesenterina Lamk. T. conica Klz. Astraeopora myriophthalma Lam. Balanophyllia gemmifera Klz. Gesellig. Coenopsammia Ehrenhergiana M. E. C. coccinea Ehbg. C. inicranthus Ehbg. Styloplwra digitata Pall. S. prostrata Klz. S. 2}istillata Esp. S. jJalmata Blainv. S. elongata Lam. S. sinaitica Brüggm. »S. suhseriata Ehbg. S. armata Ehbg. Pocillopora favosa Ehbg. P. Hemprichi Ehbg. Seriatopora octoptera Ehbg. S. caliendrum Ehbg. S. Imeata L. S. spinosaM.. E. S. angulata Klz. « Cylicia cuticulata Klz. Phyllangia fuscomarginata Klz. Corallenabhang. Ph. pallida Klz. Nicht häufig. Galaxea irregularis M. E. Gyrosmilia interrupta Ehbg. Cynarina Savignyi Brügg. Scleroplnjllia margariticola Klz. 3It{ssa corymbosaFoxsk. 3f. distansl{.\z. 31. C7'istata 'Es'p . 3f. Hemprichi TShhg. Isophyllia erythraea Klz. 1 — 4 Faden. Atitillia Geoffroyi Aud. Golf von Suez. Leptoria gracilis Dana. Gemein bei Koseir. Coeloria jmchychila'Eh.hg. C. arabicalilz. C. Esperi^l. E. C. leptoticha Klz. Ilydnophora microconus Lam. H. contignatio Forsk. Favia cavernosa Forsk. F. denticulata Ell. & Sol. F. tuhulifera Klz. C. Clouei M. E. F. Ehrenherqi Klz. Häufig in der Brandungszone oben auf Klippen. F. lobata M. E. Corallenabhang. Goniastraea halicora Ehbg. Corallbrunnen der Brandungszone. G. seychellensis M. E. G. pectinata'EÄvhg. G. fuvus'For^'k. G. retiformis'Lemk. Abhang. Prionastraea tesserifera Ehbg. Pr. vasta Klz. Auf der Klippe, in Brunnen der Brandungszone. Pr. spinosa Klz. Pr. gibbosu Klz. Klippenrand. Pr. pen- tagona Esjj. Acanthastraea Mrsuta M. E. Leptastraea Bottailsi.'F,. Brandungszone, Klüfte und Höhlen. L. inaecpialis'KXz. L. Ehrenbergana M. E. Brandungszone, sehr gemein. L. transversa Klz. Brandungszone, sehr gemein. L. immersa Klz. Orbice.lla mamillosa Klz. Corallenabhang. O. laxa Klz. In Brunnen auf der Klippe. Cyphastraea Savignyi M..^. C. serailia Forsk. Auf der Corallenklippe. C. chal- cidicmn Forsk. Häufigste Art bei Koseir. C. incrustans Forsk. Echinnpora fruticulosa Ehbg. E. Ehrenbergi M. E. Häufig in Brunnen auf der Klippe. E. concamerata Forsk. E. Carduus Klz. Fungia patella FW. Sc ^ol. Tiefe des Corallenabhanges, gemein. F. validaYerv. Tiefe des Abhanges. F. scrujDosaXlz. Tiefe des Abhanges. F'. placunariaEAz. F. dentigera Leuck. F. granulosa Klz. 5. Anthozoa. 269 Haliglossa pectinata Ehbg. Sehr häufig in der Tiefe des Abhanges. Herpolitha foliosa Ehbg. Echinojjhyllia asiiera Ell. & Sol. Pavonia angularis Klz. Auf der Klippe. P. cactus Forsk. P. explamilata Lam. P. repens Brügg. Siderastraea lilacca Klz. Coscinarae.a monile Forsk. Auf der Klippe bei Koseir. Psammocora gonagra Klz. Auf der Klippe. Ps. Haimeana M. E. 9) Westküste von Australien bei Dirk Hartog. 45 und 60 Faden. Sand und Sand- steinknauer. (Studer. in: Berlin. Monatsber. 1878.) 3Ielitella elongata Gr. 31. retifera Lam. Ellisella calamus Stud. Juncella juncea Fall. Gorgonella miniacea Stud." Muricea ujnhraticoides Stud. Echinogorgia furfuracea Esp. Anthogorgia divaricata Verr. Antipathes foeniculuin iNI. E. Dendropliyllia granosa Stud. 10) Nordwestküste von Australien, vor den Dampier Inseln. 50 Faden. Sand. Pteroides Lacazii Köll. Spongodes divaricata Gr. Lobularia viridis Qu. & G. Siphonogorgia squärrosa Köll. Solenocaulon tortuosurn Gr. S. Grayi Stud. Sclerogorgia suberosa L. S. vcrriculata L. 3Ielitella atroruhens Lam. 3Iopsca encrinula Lam. JEllisella maculata Stud. Juncella juncea Fall. Gorgonella distans Stud. Ctenocella pectinata Y&M. Von Ferlmuschelbänken. 3 — 4 Faden. Leptogorgia diverge?is Stud. Echinogorgia intermedia Stud. E. cerea Esp. Paramuricea cancellata Dana. Siphonogorgia squärrosa Köll. Cyphastraea microphthalma Lam. Dendrophyllia aurea Qu. & G. Ferlmuschelbänke. 3—4 Faden. Euphyllia rugosa Dana. Uferzone. Turhinaria cinerasccns. An der Küste. Antipathes pinnatifida Lamx. Calliactis marmorata Stud. Seichtes Wasser. Sfhenopus marsupialis Steenstr. Seichtes Wasser. 1 1) Ambon. Corallenriff der inneren Bay. Porites sacharata Brügg. 12) MacCluer-Golf. Neu-Guinea. Corallen, welche in 3 Faden Tiefe die Küste um- säumen. S^iongodes spitiosa Gray. 3Iussa cactus Dana. Lophoseris cristata Lam. 3fadrepora suhulata Dana. 270 C, Coelenterata. 13) Galevostraße , zwischen Salwatti imd Nord-Neu-Giünea , vou Corallenriffen, welche eine Küstenterrasse , 1 — 3 Faden unter Wasser, bedecken. Telesto Smitlii Gray. 3Iussa tetiuiclentata ^I. E. Coeloria lahyrinthiformis L. C. stricta M. E. C. sinensis M. E. Hydnophora polygonatu Lam. Prionastraeu seychellensis M. E. P. rohusta Dana. J^chinojjo7-a rosularia Lam. E. flexuosa Verr. Pachyseris involuta Stud. Phyllastraea explanata Ag. Podohucia C7'ustacea Fall. Funyia Ehreiihergi Dana. F. dentata Dana. F. echinata Fall. F. actiniformis Qu. & G. Madrepora sptcifera Dana. 31. pkintcif/inea Lam. 31. digitifera Dana. 31. tu- hulosa Ehbg. Isopoi'a lahrosa Dana. /. securis Dana. Porites conferta Dana. Synaraea convexa Verr. 3Iontipora erosa Dana. 31. patinaeformis Esp. Poecillopo7'averrucosa'M..Fi. P. favosa'Eh.hg. P. bulbosa'Esi^. P.ramiculosaYexr. Se7'iatopora pacifica Brügg. S. elegans M. E. S. lineata L. *S'. Jeschkei Stud. S. ocellata Ehbg. Cryptode7idrmn adhacsivnm Klz. b) Fossile Formen. I. Italien : Monte Primo. (D'Achiardi. in : Atti. Soc. Toscan. Vol. 4. Fasel.) Trochocyathus Canavarii D'Achiardi. II. Australien. (Nicholson, H. A., and Ether idge jr., K. in: Ann. of Nat. Hist. (5.) Vol. 4. p. 283.) 1) Coral Creek. Bowen River. Coalfield. Ste7wpora ovata Lonsdale. S. JackiiWiQh.. & Eth. jr. 2) Fanning ßiver. Limestone. Heliolites po7-osus Goldf . Pachypo7'a 7neridionalis Nich. & Eth. jr. 3) Gympie goldfield, green chloritic rock. Ste7iopora ? 4) Broken River. Limestone. Favosites gothlandicus Lam. var. Heliolites poi'osus Goklf. H. plasmo^yoroides Nich. & Eth. jr. H. Dcmitreei Nich. & Eth. jr. H. — ? Araeopora aust7-alis Nich. & Eth. jr. 5) Arthurs Creek Limestone , Burdekin Downs. Cau7i02J07'a. St7-o7natopo7-a. Aheolites ? (sp. near .^4. 7-ohustus IVom..) . A. ? (lobate form) . Aulopo7-a 7'epens E. & H. Heliolites po7'osus Goldf. H. po7'osus var. Lithost7'otio7i — ? Pachypo7'a 7neridionalis Nich. & Eth. jr. 2Vaeliypo7'a — ? D. Echinodermata. 271 D. Echinodermata. (Referent ; Dr. Hiil)ert Lud w i g in Bremen. Litteratur. 1. Agassiz, A., Letter Nr. 3 on the Dredging Operations of the U. S. Coast Survey Str. »Blake», in: Bull. Mus. Comp. Zool. Cambridge. Vol. 5. Nr. 14. p. 289—302. 2. , Preliminary Report on the »Challenger« Echini. in: Proc. Amer. Acad. of Arts and Science. Vol. 14. 1S79. p. 190—212. Agassiz, A., s. Reports etc. Nr. 63. *3. Barrois, Gh., et J. Cotteau, Memoire sur le terrain cretace du bassin d'Oviedo (Espagne) par Ch. Barrois, suivi dune notice sur les Echinides urgoniens reeueillis par M. Barrois dans la province d'Oviedo par M. Cotteau. Paris, 1879. 4. Bell, F. Jeffrey, Observations on the Characters of the Echinoidea. — I. On the Species of the Genus Brissus, and on the allied forms Meoma and Metalia. in: Proc. Zool. Soc. London. 1879. p. 249—255. 5. , Note of the Number of Anal Plates in Echinocidaris. in : Proc. Zool. Soc. Lon- don. 1879. p. 436—437. 6. , Observations on the Characters of the Echinoidea. II. On the Species of the genus Tri2}neustes KgVifiSYZ. in: Proc. Zool. Soc. London. 1879. p. 655 — 662. PI. XLIX. *7. Benoist, Em., Couches ä EchinolaDq^as hcmisphaericus du sud-ouest. in: Actes delaSoc. Linneenne de Bordeaux. T. 2. p. 95. 8. Beyrich, E., Über Pürocri«iet Ha])Iodactyla mediterranea. in: Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss. 1879. p: 319. 81. Theel, Hj., Preliminary Report on the Holotkuridae of the exploring expedition of H. M. S. «Challenger«. Part 1. With 2 pl. Stockholm, 1879. (Bihang tili K. Svenska Vet. Akad. Handlingar. 5, Bd. Nr. 19.) 82. Trautschold, H., Über den Jura von Jsjum. Mit 1 Taf. in: Bull. Soc. Imp. Natural. Moscou. 1878. Nr. 4. p. 249—264. 83. Trenl(ner, IV., Die Urfauna des Weser- u. Emsgebietes. Systemat. Zusammenstellung aller bislang in dem Gebiete zwischen Weser und Ems gefundenen fossilen Thier- reste. p. 83 — 172. in: 3. Jahresber. d. naturwiss. Vereins zu Osnabrück f. 1874 — 75. Osnabrück, 1877 (ausgeg. 1879). 84. Verrill, A. F., Notice of recent Additions to the Marine Fauna of the Eastern coast of North America. Nr. 5. Brief Contributions to Zoology from the Museum of Yale Col- lege. Nr. 42. in: Amer. Journ. Sc. (Silliman). 3. Ser. Vol. 17. June 1879. p. 472— 474. 2 n. sp. Echinodermen. 85. , Notice of Recent Additions to the Marine Invertebrata of the Northeastern Coast of America, with Descriptions of New Genera and Species and Critical Remarks on others. Part. 1. in: Proc. U. S. Nation. Museum. 1879. p. 165—205. — Echinoder- mata. p. 201—204. 1. Arbeiten von allgemeinerem Character über Anatomie etc. 275 86. Viguier, C, Anatomie comparee du squelette des Stellerides, in: Arch. Zool. experim. T. 7. Nr. 1. p. 32—250. PI. V— XVI. 87. Wachsmuth, Charl., and Frank Springer, Transition forms in Crinoids and description of five new species. in: Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia. 1878. P. 2. p. 224—266. 88. , üewision oi the Palaeocrmoidea. ibid. 1879. p. 226— ... Schluss noch nicht er- schienen. Referat darüber im nächstjährigen Bericht. 89. White, C. A., Description of new species of Invertebrate Fossils from the Carboniferous and Upper Silurian rocks of Illinois and Indiana, in: Proc. Acad. Nat. Sc. Philadel- phia. 1878. P. 1. p. 29— 37. (erschien 1879.) (Yarrow, s. Coues, Nr. 23.) 90. Zittel, K. A., Handbuch der Palaeontologie. l.Bd. 3. Lief. München, 1879. p. 308— 560. £chinnder7nata. I. Arbeiten von allgemeinerem Character über Anatomie, Physiologie, Entwicklungsgeschichte und Systematik. Fol, Hrm., Recherches sur la Fecondation etc. in: Mem. Soc. Phys. Geneve. T. 26. Die Beobachtungen des Verfassers über die Reifung , die Befruchtung und die ersten Entwickelungsstadien des Eies, über welche dieser Jahresbericht an anderer Stelle genauer berichtet, sind zum großen Theile an Echinodermen angestellt, namentlich an Asterias glacialis, Sphaerechinus brevispinosus, Toxopneustes lividus und Echinocidaris aequitubercnlata . Wir verweisen an dieser Stelle auf den erwähnten Bericht (s. oben p. 103). Wartens, E. von, Selbsttheilung bei Seesternen, in: Naturforscher. Nr. 11. p. 103. Verf. gibt einen kurzen Bericht über Kowalevsky's Beobachtungen der Theilung von Asierias tenuispina und Si mro th 's Untersuchungen der Theilung von Ophiactis viretis, ferner über die Ergänzung eines einzelnen Armes zum ganzen Tliiere bei Linckia miiltiforis und L. omithopiis. Weist auf die Schwierigkeiten der Häckel' sehen Cormustheorie der Echinodermen hin , hebt besonders hervor, dass überall bei der Stockbildung durch Knospung gerade der Mund das dem Ein- zelthiere Besondere ist. Carpenter, P. H., On the Apical and Oral Systems of Echinoderms. Part 2. in: Quart. Journ. Microsc. Sc. Vol. 19. Apr. p. 176—206. P. H. Carpenter behandelt in dem zweiten Theile seiner Abhandlung, deren erster Theil schon im Vorjahre erschienen ist , namentlich das »Oralsystem« des Echinodermenskeletes. Auch hier wie im ersten Theile von einer kurzen Schil- derung der bekannten Verhältnisse der pentacrinoiden Antedon-\Si\'\Q ausgehend, bespricht Verf. das Verhalten der Oralia bei verschiedenen Crinoideen. Bei Hyo- crinus werden dieselben ebenso wie bei Rhizocrinus durch das ganze Leben hindurch erhalten , bei den meisten recenten Crinoideen aber werden sie völlig resorbirt. Namentlich im Anschlüsse an die Untersuchungen von Wachsmuth werden die betreffenden Verhältnisse der Palaeocrinoideen besprochen; der subtegminale Mund derselben wird, mit Götte, durch das Verhalten der jungen pentracrinoiden Larve zu erklären versucht , deren Tentakelvorraum sich noch nicht nach außen geöffnet hat. Beiläufig oppoiiirt Verf. gegen die von dem Ref. vertretene Auf- fassung der Steincanäle der Crinoideen. Ferner wendet sich der Verf. in ausführ- licher Erörterung, auf die wir hier nur verweisen können, gegen die von Billings über das Wassergefäßsystem der paläozoischen Crinoideen geäußerten Ansichten. Am Skelet der Crinoideen unterscheidet er drei verschiedene Systeme 1) das apicale, 2) das orale und 3) das intermediäre. Er bespricht dann die Homologa der 18* 276 I^- Echinodermata. Skelettheile derCrinoideenbei den übrigen Echinodermen ; Oralia seien bei Asterien und Ophiurcn nicht nachweisbar, wohl aber bei den Ilolothurien ; unter den Echi- noideen .seien Oralia bei Lcskia mirabiUs vorhanden. Bezüglich der Skeletstücke, welche sich in Umgebung der Wassergefäßäste befinden , glaubt Verf. bei Peii- (acrinus sowohl die Homologa der Wirbelstücke und der Adambulacralplatten der Asterien als auch diejenigen der Ambulacralplatten der Echinoideen nachweisen zu können. Weiterhin werden die von Götte über die Morphologie des Skeletes der Echinodermen geäußerten Ansichten bekämpft. Schließlich erläutert der Verf. an einigen Diagrammen seine Ansichten über die verschiedene Entwickelung der intermediären Skeletzone der Larve bei den verschiedenen Echinodermengruppen. Ludwig, H., Echinodermenstudien. in: Zool. Anz. Nr. 40. p. 540 — 542. In einer vorläufigen Mittheilung des Hauptinhaltes des 4. Heftes seiner »mor- phologischen Studien an Echinodermen« beschreibt Verfasser den primären Stein- canal der gestiölten Antedoti -ha-rxe und dessen constante Lagebeziehung zum Darme, welche mit den entsprechenden Lage-Verhältnissen der Asterien überein- stimmt. Der primäre Kelchporus der Crinoideen liegt in einer Oralplatte ; die Oralplatten der Crinoideen stehen also zum Wassergefäßsystem in derselben Be- ziehung wie die Genitalplatten der Asterien und Echinoideen. Die Darmwindung ist bei allen Echinodermen mit Ausnahme der Ophiuren, wo sie bekanntlich fehlt, die gleiche, von der Mundseite des Thieres aus gesehen verläuft der Darm immer von links nach rechts. Die rückläufige zweite Windung des Darmes bei den Echinoideen ist eine nur ihnen zukommende Eigeuthümlichkeit. Der Verlauf des Darmes bei Echinen, verglichen mit dem der Spatangen, liefert ein neues Beweis- mittel für die Richtigkeit der Loven'schen Orientirungsweise dieser Gruppen. Die Radien des Triviums und Biviums sind bei Holothurien und Spatangen nicht die gleichen. Bei den Ophiuren sind das Blutgefäßsystem und die Perihämalräume desselben in derselben typischen Weise aiisgebildet wie bei den Asterien , doch ist der Verlauf des aboralen, bis jetzt unbekannt gebliebenen Blutgefäßringes ein complicirterer als bei den Asterien. Die Mundschilder der Ophiuren erweisen sich durch ihre Lagebeziehung zum aboralen (dorsalen) Blutgefäßringe und zum Stein- canal als Homologa der Genitalplatten der Ästenden und Echinoideen. Die früher vertretene Ansicht, dass die Mundschilder der Ophiuren den ersten intermediären Skeletplatten der Asterien homolog seien, wird aufgegeben. Das perianale Feld der Echiniden ist dem gesammten Perisom der Ophiurenscheibe mit Ausnahme der Arme und der Mundschilder homolog. Studer, Th., Die Fauna von Kerguelenland. in: Arch. f. Naturgesch. p. 104 sq. Auffallend ist bei den Asteriden und Ophiuriden von Kerguelensland die bei vielen Arten auftretende Vermehrung der Radien (p. 137); 6 Arme bei OpMoglypha hexactis Sm., Othilia sexradiata Stud., Asterias meridionaUs Perr., A. Perrieri Sm., A. mollis Stud. nou Hutton; 7 Arme bei Ophiacantha vivipara Ljgm. Diese Arten kommen meist in großer Individueuzahl vor. Ophiacantha vivipara Ljgm. , Ophioc/Iypha hexactis Sm. , Abattis cordatus Verr., Cidaris memhranijmra Stud. haben besondere Brutpflege ; ein analoges Verhalten an der Südspitze America's, wo auf 30 Echinodermenarten 8 mit Brutpflege kom- men. »Ähnliche Fälle finden sich im Norden und sind wohl in der Tiefenfauna Regel« (p. 137). Claus, C, Grundzüge der Zoologie. 4. Aufl. 2. Lief. Gl. behandelt die Echinodermen weit ausführlicher als in der dritten Auflage. Wir heben hier nur die wesentlichen Änderungen , welche die systematische An- ordnung erfahren hat, hervor, und bemerken in Bezug auf den .-inatom isch - ent- wicklungsgeschichtlichen Theil , dass die neueren Untersuchungen auf diesem I. Arbeiten von allgemeinerem Character über Anatomie etc. 277 Gebiete sorgfältig berücksichtigt wurden sind. Während der Verf. früher die Cystideen und Blastoideen als Ordnungen in die Classe der G-inotdea stellte, wer- den sie jetzt als besondere Classen aufgeführt. Die Crinoidea werden weiter ge- theilt in die l'essellata nnä Ariiculaia. Die Tesselktia in: 1. Pcntamera, Fam. 1. Cupressocrinidae , 2. Cyathocrinidae) ; 2. Tetramera (Fam. 3. Eiicalyptocrinidue, 4. Melocrijiidae] ; 3. Trimera (Fam. 5. Plati/crinidae, 6. Poteriocrmidae , 7. Eucri- nidae). D\Q Articidatahx ^\QYa.m. : 1. Encrinidae , 2. Apiocrmidae, 3. Pentacrini- dae , 4. Comatulidae. Die Asteroidea werden wie früher in die eigentlichen See- sterne und die Ophiuridea getheilt; für erstere acceptirt Cl. jetzt den Namen Stelleridea. Als Fam. der AS'/'p//mr/eö werden aufgeführt : \ . Asferiadae , 2. Sola- steridae, 3. Ophidiastridae, 4. Aster inidae, 5. Culcitidae, 6. Goniastridae, 7. Oreas- teridae , 8. Astropectinidae , 9. Brisingidae. Die Unterordnungen der Ophiuriden werden gegen früher in umgekehrter Reihenfolge aufgeführt : I. Euryaleae (Fam. 1. Aslrophytidae, 2. Astronychidae] \ IL Ophinreae (Fam. 1. Ophiodermatidae, 2. Ophiolepididae, 3. Ophiaranthidae, 4. Amphhiridae, 5. Ophiocomidae , 6. Ophio- tkrickidae, 7. Ophiomyxidar . Bei den Echinoidea werden wie früher drei Ordnungen unterschieden : Regu- lai-ia, Clypeastroideae, Spatmigoideae. Die Regularia werden in drei Unterordnun- gen zerlegt : I. EckmotJmrideae (Fam. 1. Echinothiiridae) ; IL Cidurideae (Fam. 2. Saleniadae , 3. Cidaridae) ; III. Echinidcae (Fam. 4. Arbaciadae, 5. Diadematidae, tl. Ecliinidae, 7. Echinometradae] . Die Eintheilung der Clypeastroideae ist die frühere geblieben (Fam. 1. Clypeastridae, 2. Scutellidae) . Die Spatangoideae wer- den in zwei Unterordnungen getheilt: I. Cassidulideae (Fam. 1. Echinoneidae, 2. Cassidulidae) , IL Spatangideae (Fam. 3. Collyritidae, 4. Ananchytidae , 5. aS^j«- tangidae.) Unter den Holothurioidea werden wie früher als zwei Ordnungen auf- geführt: I. Pedata (Fam. 1. Aspidochirotae, 2. Dendrochirotae , hier jetzt auch : 3. Rhopalodinidae) ; IL Apoda. Unterordnungen 1. PneumonopJwra (Fam. Molpa- didae) ; 2. Apneumona (Fam. Synaptidae) . Zittel, K. A., Handbuch der Palaeontologie. 1. Bd. 3. Lief. München, 1879. Zittel gibt eine umfassende Darstellung unserer heutigen Kenntnisse der fossilen Echinodermen. Der Bau, die Systematik, die räumliche und zeitliche Verbreitung und die Stammesgeschichte werden ausführlich behandelt. Auch die wichtigste Litteratur wird überall aufgeführt. Zahlreiche Abbildungen, die zum großen Theile neu sind, verleihen der Arbeit einen besonderen Werth. Über den reichen Inhalt vergleiche man die Referate bei den einzelnen Gruppen. Krukenberg, C. F. W., Über die Enzymbildung in den Geweben und Gefäßen derEvertebraten. in: Untersuch, physiol. Inst. Heidelb. 2. Bd. 3. Heft. p. 338 und Nachtrag. Ibid. Von Krukenberg wurden auf das Vorkommen der Enzyme untersucht Synapta digitata, Holothuria tiibulosa, Cucumaria Planci, Astropecten aurnntiacris , Asteracan- thioH glaciale , Solaster papposus , Toxopneustes lividus und brevispinosus , Comatiila mcditerranea. Bei Holothuria tubulosa wurde tryptisches Enzym constatirt im Darminhalt, peptisches in der linken Wasserlunge. Bei Cttcumaria Planci erwiesen sich die Genitalschläuche welche Verf. irrthümlich als «lange, dottergelbe Darmanhänge» beschreibt, Ref.) als enzymbildcnd ; bei den Ästenden die Radialanhänge des Darmes, sowie die Tiedemann'schen Körperchen; bei Toxopneustes der Darm. Die Reaction des Blutes der Holothurien ist nach Untersuchung von Seiten E. Gr äffe's meist neutral. Dem Darm der Holothuria tubulosa werden nach Untersuchungen an Querschnitten secretorische Organe abgesprochen. Soweit die Echinodermen dabei in Betracht kommen , sind die Resultate des Verf. folgende : Die Enzymbildung ist bei vielen Echinodermen nicht vollständig localisirt. Es 278 ^- Echinodermata. ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass bei ihnen die resorbirten Stoffe noch extraintestinal enzymatisch verändert werden. »Die Tiedemann sehen Kör- perchen von Astrupecten aurantiacus sind enzym -(Pepsin und Diastase) bildende Organe und können den pepsiubildenden Drüsen im Wasser- und Blutgefäßge- flecht der Hulothuria (tibulosa analogisirt werden.« »Die Asteridenlebern sind voll- kommen analog den Lebern der Arthropoden und Mollusken ; functionell gleich- werthige Drüsen finden sich im Darme von Toxopneusks lividus und brevisjnnosus. Krukenberg, C. F. W., Weitere Studien über die Verdauungsvorgänge bei den Wirbellosen. in: Vergl.-physiol. Studien a. d. Küsten d. Adria. 1. Abth. p. .57. Derselbe Forscher versucht (Anmerkung p. 6U) die von ihm früher erwähnten Darmanhänge von Cucumaria, die Ref. als die misverstandenen Geschlechtsorgane gedeutet hatte , auf eine Misbildung zurückzufuhren , die durch abnorme Ver- heilung eines zerrissenen Darmes entstanden sei. Krukenberg, C. F. W., Vergl.-toxicolog. Untersuchungen etc. Ibid. p. 77 sq. Kr. untersuchte ferner die Einwirkung verschiedener Gifte auf Syimpta digitata. In einer Curarelösung von 1/3% wurde die Synapta binnen 20 Minuten gelähmt. Wiederbelebungsversuche mislangen stets. Kampher bewirkte nach 30 Minuten Bewegungslosigkeit, das Thier erholte sich in frischem Seewasser im Verlaufe einer Stunde. Strychninnitratlösung von VsVo lähmte in etwa 25 Minuten; die Thiere starben am zweiten oder dritten Tage. Auch ätherisirtes und chloroformirtes Wasser lähmte in 15 Minuten; Wiederbe- lebungsversuche gelangen nicht. Ebenso wirkte destillirtes Wasser binnen 30 Mi- nuten. Ähnlich auch eine Mcotinlösung von '/g — VtVo- ^^ einer Atropinsulfat- lösung von VsVo ti'at Selbstzerstückelung nach krampfartigen Krümmungen ein. Fredericq, Leon, La digestion des matieres albuminoides etc. in: Arch. Zool. experim. T. 7. p. 391 sq. Verf. constatirt das Vorkommen eines pancreatischen und eines diastatischen Fermentes in den Blinddärmen von Asteracantkion rubens. IL Arbeiten von speciellerem Character über Anatomie, Physiologie, Entwicklungsgeschiclite und Systematik. 1. Crinoidea (incl. Cystoidea und Blastoidea). Zittel, K. A., (Handb. der Palaeontologie. 1. Bd. 3. Lief.) gibt eine neue sy- stematische Anordnung der Crinoideen, mit Diagnosen der Gattungen, die wir ihrer Wichtigkeit halber hier auszugsweise mittheilen : 1. Ordnung. Eucrinoidea. Übersicht der Unterordnungen und Familien der Eucrinoideen. Abkürzungen: K Kelch; A Arme; St Stiel; W Wurzel; Pinn., Pinnulae ; B Ba- salia ; JB Infrabasalia ; PB Parabasalia ; R Radialia ; R' Radialia primaria ; Bß Radialia secundaria etc. ; Dist. Radialia Distichalia ; Interdist. Interdistichalia ; Br Bracbialia ; JR Interradialia ; JRA Interradialia analia; Oralia. l . Unterordnung : Tessellata Job. Müll. Kelchtäfelchen dünn, unbeweglich durch einfache Nähte verbunden. Meist JR vorhanden. B 5 oder durch Ver- wachsung 1, 2, 3 und 4. Basis häufig dicyclisch. Kelchdecke solid getäfelt, seltener durch 5 gebildet. Mund subtegminal. Afteröffnuug subcentral oder excentrisch, oft Proboscis entwickelt. A. Kelchdecke ausschließlich aus 5 großen oder aus letzteren und einer kleinen Zahl Decktäfelchen über dem Mund und den Ambulacralfurchen be- 1. Crinoidea. 279 stehend ; die bilden entweder eine Pyramide oder einen sogenannten Consoli- dationsapparat. A einfach, einzeilig. 1. Farn. Haplocrinidae F. Rom. K irregulär, aus 2 — 3 Täfeichenzonen be- stehend. Kelchdeclce aus 5 großen gebildet. A schwach entwickelt. 2. Farn. Fisoc, i?iidae Ang. K irregulär; Täfelchen dick. Kelchdecke theils aus den breiten Gelenkflächen der Ri, theils aus den gebildet. Mund subteg- minal. A lang, dünn, einzeilig, einfach. 3. Farn. Cupressocrinidae F. Rom. K schüsseiförmig, meist regulär aus 2 — 3 Täfeichenkreisen bestehend. einen ringförmigen oder pyramidalen »Con- solidationsapparata bildend. Mundöffnung groß , central, übertäfelt ; After ex- centrisch. A einfach, sehr dick und breit, einzeilig. B. Kelchdecke getäfelt : Täfelchen leicht auseinanderfallend ; Mund zuweilen mit 5 0, die entweder an der Zusammensetzung der Kelchdecke Theil nehmen und ganz oder theilweise sichtbar sind oder unter derselben liegen. After excen- trisch. Häufig Proboscis vorhanden. K aus 3 (selten 2) Täfeichenzonen be- stehend; Basis meist dicyclisch. JRA vorhanden. A stark entwickelt, ästig (sehr selten ungetheilt ; Ambulacralfurchen der Arme mit 2 oder 4 Täfeichen- reihen bedeckt. Pinn. fehlen. 4. Farn. Hybocrinidae TAH. K irregulär. Basis monocyclisch. B 5. R 5. JRA 1 — 2. A dünn, einzeilig. 5. Farn. Cyathocrinidae Ang. K unregelmäßig. Basis dicyclisch. K aus 5 JB, 5 B, 5 R und 1 — 3 JRA bestehend. A stark entwickelt, einzeilig, lang, gabelig. vorhanden. 6. Fam. Taxocrim'dae Ang. K unregelmäßig aus 3 JB, 5 PB, 5 R und einer verschiedenen Zahl JR bestehend. (Basis bei 2 Gattungen monocyclisch) . A ga- belig verästelt. Kelchdecke wie bei voriger Familie. 7. Fam. Ichth/ocrinidae Wachsmuth. K irregulär aus 3 JB, 5 PB, 5 R und mehreren JRA bestehend. A dicht aneinander gedrängt, gegen oben in parallele Zweige getheilt. Kelchdecke fein getäfelt, die Täfelchen schuppenartig, etwas beweglich. 8. Fam. Crotahcrinidae Zitt. K irregulär. 5 JB, 5 PB, 5 R und 1 JRA. A stark vergabelt, seitlich theilweise oder vollständig verwachsen, im letzteren Fall blattförmig. 9. Fam. Cheirocrinidae Ang. K irregulär , seitwärts nach unten geneigt. A ungleich entwickelt, der dem Stiel gegenüber liegende äußere und obere am stärksten. C. Kelchdecke gewölbt oder ballonförmig aufgetrieben, aus zahlreichen, dün- nen, leicht auseinander fallenden Täf eichen bestehend, selten erhalten. After- röhre lang und dick, daneben an ihrer Basis die Afteröffnung. Mund subtegmi- nal. A stark entwickelt, mit langen Pinn. besetzt. H). Fam. Heterocrinidae Zitt. K regulär. Basis monocyclisch oder dicyclisch. K aus 5 B (oder 5 JB und 5 PB) und 5 R bestehend. A lang, schwach vergabelt oder einfach. 11. Fam. Poteriocrinidae F. Rom. (emend. Zitt.) K irregulär. Basis dicyc- lisch. JB 5, PB 5, R 5, JRA 1 — 5 oder mehr. A stark vergabelt, Pinn. lang. 12. Fam. Marsupitidae F. Rom. K regulär, ungestielt, statt des Stieles eine große Centrodorsalplatte. Basis dicyclisch. R 5, JR fehlen. A vergabelt. D. Kelchdecke aus dicken, häufig höckerigen, unbeweglich verbundenen Täfelchen gebildet, mit einer einzigen excentrischen oder subcentralen Afteröff- nung, die häufig am oberen Ende einer rtisselförmigen Röhre liegt. Mund sub- tegminal, durch getäfelte Ambulacralröhren mit den Armen verbunden. Tafel- 280 ^- Echinodermata. chen der Kelchdecke mehr oder weniger deutlich radiär geordnet, in der Mitte des Scheitels meist 7 größere Centralplatten. 13. Fam. Gasterocomidae Y. Rom. K irregulär. Basis dicyclisch (selten mo- nocyclisch). JB l oder 5, PB 5, R 5, JRA 1 oder mehr. Stiel meist vierkantig. 14. Fam. Platycrinidae F. Rom. (emend. Zitt.) K irregulär. Basis monocyc- lisch. B 3 oder 2, R 5, JRA 1 — 5. A 10 oder mehr. Pinn. lang. 15. Fam. Carpocrinidae Ang. K irregulär. B 3, R 5X3, JR in allen In- terradien. JRA^ zwischen R'. A einzeilig. 16. Fam. Bnarocr'midae Ang. K wie bei voriger Familie, aber JRA' zwi- schen R2 u. 3. A einzeilig. 17. Fam. Dimerocrinidae Zitt. K irregulär. B 3, R 5X3, Dist. 5X1— 3, JR in verschiedener Zahl. JRA* zwischen R2 u. R^^ A zweizeilig. 18. Fam. Barrandeocrinidae Ang. B 3, R 5X3 , JR mehrfach vorhanden. A zweizeilig, zurückgebogen, seitlich verwachsen, mit ihrer Dorsalseite dem K aufliegend. 19. Fam. Acthwcrintdae F. Rom. K irregulär. B 3, R 5X3, Dist. 5X1 — 3, JR zahlreich. JRA' zwischen' R' und wie R' gestaltet, so dass über der Basis ein Kranz von 6 Täfelchen steht. Täfelchen der Kelchdecke radiär geordnet, die Reihen der Zahl der Arme entsprechend. A zweizeilig (sehr selten einzeilig) . 20. Fam. Stelidiocrinidae Ang. B 5, R 5X3, Dist. 5X1 — 3, JR mehrfach vorhanden, JR' zwischen R' ^ u. 3. 21. Fam. Mehcrinidae Zitt. K irregulär. B 4, R 5X3, Dist. 5X2 — 3, JR zahlreich. Täfelchen der Kelchdecke klein, zahlreich. 22. Fam. Polypeltidae Ang. Basis dicyclisch. JB 8, PB 16, R 10X2, JR zahlreich. 23. Fam. Uintacrinidae Zitt. K ungestielt, frei, irregulär. St. durch eine kleine Ceutrodorsalplatte ersetzt. B 5, R 5X3, Dist. 5X2 oder mehr, JR zahl- reich JR' zwischen R^. A 5X2 lang, einzeilig, undeutlich vom K geschieden, durch Interbrachialia verbunden. 24. Fam. Glyptocrinidae Zitt. Basis dicyclisch. JB 5 (oder 3) , PB 5, R 5X3 — 4, Dist. 5X1 — 3, JR zahlreich, JR' zwischen R' u. 2. 25. Fam. Rhodocrinidae F. Rom. (emend. Beyrich) . JB 5, PB 5, R 5x3, Dist. 5X1 — 3, JR zahlreich, JR' zwischen R', bilden mit letzteren einen Kranz von 10 Täfelchen. 26. Farn. Cahjptocrinidae Ang. B 4, R 5X3, Dist 5X2, JR 5X3. 2. Unterordnung: Articulata Joh. Müll. Kelchtäfelchen meist sehr dick, durch gelenkartig ausgehöhlte und gewölbte oder ebene Nahtflächen verbunden. JR sehr selten vorhanden. Basis meist monocyclisch. Kelchdecke mit offenen Ambulacralfurchen , centraler Mundöffnung und excentrischem After , häutig, seltener getäfelt. in den Mundwinkeln vorhanden oder fehlend. Im Inneren der Kelchtäfelchen verlaufen vom dorsalen Organ entspringende Cauäle in ra- dialer Richtung nach den Armen und setzen im dorsalen Theil der Armglieder bis in die äußersten Armspitzen fort. 1. Fam. Enerinidae F. Rom. Basis dicyclisch. JB 5 sehr klein, unter dem obersten Stielglied versteckt, PB 5 groß, R 5. A 5X2 — 4 kräftig, ungetheilt, dicht neben einander liegend, zweizeilig oder wechselzeilig. St rund. 2. Fam. Eugeniacrinidae Zitt. K aus 5 dicken, seitlich innig verbundenen R bestehend. B rudimentär, wahrscheinlich im oberen Theil der R eingeschlossen. Über R2 einfache Br. A 5x2 einzeilig , dick, ungetheilt. St kurz, rund. W dick. 3. Fam. Ilolonidae F. Rom. (emend. Zitt.). K ungestielt, mit breiter Basis 1. Crinoidea. 281 festgewachsen. B, häufig auch K, zu einem ungetheilten Becher oder Schüssel verwachsen. A dick, wechselzeilig, einfach. 4. Farn. Plicatocrinidae Zitt. K aus dünnen Täfelchen bestehend. B fehlen, R5, 6, 7, 8X2. Kelchdecke getäfelt mit 5 großen 0. A lang, gabelig, einzeilig. St rund. 5. Farn. Apiocrinidaeiy Orh . Kelchtafeln sehr dick, gelenkartig verbunden, allmäh- lich in den oberen Theil des Stieles übergehend. B 5, R 5X1 — 3. JR ausnahms- weise vorhanden. Abweichungen von der Ftinfzahl häufig. A kräftig, einzellig. G. Fam. Pcniacrinidac Rom. K klein. B 5 , R 5. A ungemein stark ver- gabelt. St fünfkantig, meist mit Ranken besetzt, Gelenkflächen der Stielglieder mit fünfblättriger Zeichnung. 7. Fam. ComatuUdae D'Orb. Nur in der Jugend gestielt, später ungestielt, frei. Centrodorsalplatte mit Ranken besetzt. B 5 mehr oder weniger verküm- mert, R 5. A 5 — 20 oder mehr, einfach, wechselzeilig. 3. Unterordnung. Co st ata Joh. Müll. Ungestielt. K aus 5 dünnen innig verbundenen R und einem winzigen B bestehend, mit 10 radialen Rippen. A 5X2 dünn, entfernt stehend, mit feinen Seitenästen, an den Enden eingerollt, Armglieder lang, abwechselnd mit ungegliederten, dornförmigen Fortsätzen be- setzt. Ganzes Skelet von grobmaschiger Beschaffenheit. 2. Ordnung. Cystoidea. Nach J. Müllers Vorgang werden drei Gruppen unterschieden! 1. Gruppe Aporitidae J. Müll. Kelchtäfelchen ohne Doppelporen oder ge- streifte Rauten. 2. Gruppe. Diphporitidae J. Müll. Kelch mit Doppelporen, wovon stets meh- rere ein und demselben Täfelchen angehören. 3. Gruppe. Rhomhiferi J. Müll. Kelchtäfelchen mit Porenrauten oder ge- streiften Rhomben. a) Porenrauten in sehr großer Zahl, nahezu auf sämmtlichen Kelchtäfelchen. b) Porenrauten nur auf den Seiten tafeln des Kelches, auf der Decke fehlend. c) Gestreifte Rhomben in geringer Zahl vorhanden, meist durch ansehnliche Zwischenräume getrennt. 3. Ordnung. Blastoidea. Von besonders bemerkenswerthen Einzelnheiteu der ZitteTschen Arbeit, welche überall die neueren Untersuchungen auch der lebenden Formen sorgfältig berücksichtigt, führen wir hier noch an : Tiaracrinus Schnitze wird von Z. umgekehrt orientirt. — Der Basalknopf von Rhizocrimis lo/o/etisk wird anders aufgefasst als von Sars und Ludwig. — Die Platten des sogenannten Consolidationsapparates der Cupressocrinklae werden als Homologa der Oralplatten betrachtet. — In der Auffassung der Skeletstücke der Basis schliesst sich Z. den neuerdings von P. H. Carpcnter vorgetragenen Anschauungen an ; den unteren Plattenkreis der dicyclischen Basis (»underbasals« P. H. Carpenter) bezeichnet Z. als Infrabasalia. Carpenter, P. H., Preliminary Report iipon the Comatulae of the »Challenger« Expedition, in: Proc. Roy. Soc. London. Nr. 194. p. 3S;3— .39.t. Carpenter veröffentlicht den vorläufigen Bericht über die auf der Fahrt des Challenger erbeuteten Comatulen. Comatulen wurden an 45 Stellen gefunden, darunter nur 7mal in Tiefen von über 1000 Faden (einmal in 2,G00 und einmal in 2,900 Faden) . An 13 Stationen kamen Comatulen aus einer Tiefe von 200 — 1000 Faden. Am häufigsten fanden sich Comatulen in einer Tiefe von viel weniger als 200 Faden. Verfasser gibt eine Zusammenstellung der gesammten Comatulen nach Station , Tiefe und Zahl 282 D- Echinodermata. der Arten. Einstweilen glaubt Verfasser 1 1 1 verschiedene Species vor sich zu haben, die sich auf vier Genera vertheilen: 59 Antedon^ 48 Actinomctra, 1 Ophio- crinus, 3 Promac hocrimts . Promachocrinus unterscheidet sich von Antedon und Actinotnetra (die 5 getheilte Arme haben) und von Ophiocrimis (der 5 ungetheilte Arme hat) durch den Besitz von 10 Armen, die unmittelbar an das Centradorsale anstoßen. In 2 von den 3 Species von Promachocrhms sind die 1 Arme ungetheilt , in der dritten Art aber getheilt. Er unterscheidet die 3 Arten als Promachocrinus Kerguelemis (20 Arme) ; P. ahj§sorum und P. Naresü, beide zehnarmig. Unter allen von ihm untersuchten Comatulen fanden sich (incl. der Sammlung des British Museums und des Pariser Museums) 2 Exemplare , die nicht die nor- male Armzalil hatten. Ein Exemplar mit 4 Armen, ein Exemplar mit 6 Armen. Es wird die geographische Verbreitung von Antedon und Actinometra vergleichs- weise besprochen ; Actinometra hat eine beschränktere horizontale und verticale Verbreitung. Das eigentliche Heim von Actinometra sind die Philippinen und Mo- lukken. Fast alle Actinometren des Challeuger kamen aus weniger als 20 Faden, nur 3 Species (unter 48) aus einer Tiefe von über 100 Faden. Fast jede Localität hat ihre besondere Art. Antedon hingegen geht in größere Tiefen und ist hori- zontal weiter verbreitet. In der eigentlichen Tiefseefauna aber verschwinden die Comatulen fast ganz und gestielte Crinoideen treten an ihrer Stelle auf: Pentacri- nus, Bathycrimis , Rhizocrinus. Hypoiwyne Sarsii Loven stellt sich heraus als eine ihres Skeletes beraubte Scheibe einer Comatula. Die Täfelung der anambulacralen Bezirke ist stark entwickelt wie bei manchen Pentacrinen. Die Ambulacra sind fast ganz geschlossen durch die Annäherung der Randläppchen ; in Folge dessen sind Ambulacralrinnen zu Röhren («tunnels«) umgewandelt. Der centrale Mund stellt Htjponome zur Gattung Antedon. Der theilweise Verschluß der Ambulacra findet sich übrigens fast nur an der Scheibe, während sie an den Armen in der gewöhnlichen Weise offen sind. Auch bei Arten der Gattung Actinometra kommt ein mehr oder weniger vollstän- diger Verschluß der Ambulacralrinnen auf der Scheibe vor. In diesen Fällen können aber Randläppchen durch ihre Beweglichkeit vorübergehend die Rinne öffnen und schließen. Wahre Ambulacralröhren (»tunnels«) , wie man sie bei palae- ozoischen Crinoideen annehmen muss . kommen hier also nicht vor. Phanogenia typica. Die Loven' sehe Gattung wurde aufgestellt auf Grund der eigenthümlichen Gestalt des Centrodorsalstückes (sternförmig, in fast gleichem Niveau mit den Radialia und nur mit Avenigen rudimentären Cirrhen versehen) . Carpenter zeigt, dass ein ähnliches Verhalten auch bei anderen Comatulen vor- kommt, so bei Actinometra stellata Lütken und Actinometra Jitkesiin. sp. Bei letzterer Art konnten an jungen Exemplaren die allmählichen Umbildungsstadien, wodurch jene aberranten Verhältnisse des Centrodrosale erreicht werden, verfolgt werden. Verfasser kommt dann zur Besprechung des Unterschiedes in dem Verhalten der ersten Radialia zum Centrodorsale bei den Gattungen Antedon und Actinometra und gibt darin eine ergänzende Bestätigung zu dem von ihm in seiner im Druck be- findlichen Arbeit über Actinometra Gesagten. In Bezug auf die Abgrenzung der beiden Gattungen Antedon und Actinometra schließt er sich auch hier an Lütken an. Bezüglich der Deutung der dorsalen Faserstränge (axial cords of the skeleton) betont er aufs Neue , dass bei etwa der Hälfte aller untersuchten Actinometra- Species die Arme mehr oder weniger ohne Ambulacralrinne und subepitheliales Nervenband sind , während die Faserstränge in Mitten eines jeden Armgliedes Zweige abgeben. Er meint, aus diesem negativen Befunde hinsichtlich des sub- epithelialen Faserbandes gehe hervor, dass das letztere nicht der einzige nervöse Apparat der Crinoideen sei. 1. Crinoidea. 283 Greeff, Kich. , Über den Bau der Echinodermen. (5. Mitth. in; iSitzung-8ber. Marburg. Ges. Nr. 4. p. 47. Greeff bemerkt, dass ihm und nicht W. B. Carpenter die Priorität für die Beobachtung , dass das sogenannte Herz der Crinoideen in fünf Kammern getheilt sei, gebühre, da seine Mittheilung am 13. Jan. 1876, also 7 Tage früher als die Carpenter 'sehe vom 20. Jan. 1876, veröffentlicht sei, auch habe er zuerst auf die Übereinstimmung im Baue der Kelchbasis derComatulen mit fossilen Crinoideen hingewiesen. Carpenter, P. H., The ehanibered organ of Comatula. in: Zool. Anz. Nr. 41. p. 5(j(). Carpenter weist nach , dass Ludwig trotz des Einspruches von Greeff, der für sich die Priorität in Anspruch nimmt , durchaus im Rechte ist , wenn er W. B. Carpenter als Entdecker des fünfkammerigen Organs der Crinoideen be- trachtet. Carpenter , P. H., ün the Nomenclature of the Plates of the Crinoidal Calyx. in : Rep. Brit. Assoc. Sheffield, p. 333. Es wird gezeigt , dass bei Crinoideen mit doppeltem basalem Plattenkreise nur der obere Kreis , dessen Platten interradial angeordnet sind , mit den Basalia der übrigen Crinoideen zu vergleichen ist; vergl. auch Carpenter, On the apical and oral Systems etc. s. oben p. 275. Carpenter, P. H., The nervous System of Comatula. ibid. p. 418. Verfasser betont aufs Neue mit Zugrundelegung der Experimente seines Vaters und seiner eigenen anatomischen Untersuchungen die nervöse Natur der axialen Faserstränge, führt aber keine neuen Beobachtungen an. Ferner behandelt P. H. Carpenter (Apical and oral System etc. S. oben p. 275) das orale und apicale Skeletsystem der Crinoiden. Referat darüber siehe oben. Ludwig (Echinodermenstudien. Zool. Anz. Nr. 40. p. 540) beschreibt den pri- mären Steincanal der Antedon-\j2iV\Q. de Pourtalös, L. F., Report on the Dredging Operations etc. in ; Bull. Mus. Comp. Zool. Vol. 5. Nr. 9. p. 181 sq. Pourtales fand in einer Tiefe von 100 Faden im Golf von Mexico ein junges Exemplar von Holojms (p. 213). Er gibt Abbildungen des 3 mm breiten und wenig mehr als 1 mm hohen, trockenen Exemplares, das einem Stein aufsitzt, von oben und von der Seite, sowie eine kurze Beschreibung. Dem nicht weiter getheilten Basalstücke sitzen zwei Kreise von je 5 radialen Stücken auf, welche die Arme gänzlich verdecken. Die 5 Platten des unteren Kreises sind pentagonal, die des oberen dreiseitig. Derselbe beschreibt ebendort ;p. 215) 3 neue Arten aus dem Golf von Mexico : Antedon akita, A. grunulifera, A. puk/iella; und stellt die bis jetzt in dem mexica- nischen Golfe gefundenen Crinoideen zusammen : 4 Gattungen, 10 Arten. Beschreibung von Comatula /W/w Smith (Echinodermata ofRodriguez. in: Philos. Transact. Vol. 168). Carpenter, P. H., On some undescribed Comatulae from the British Secondary Rocks, in: Proc. Geol. Soc. London. Nr. 376. 3. Dec, 1879. p. 4. Carpenter beschreibt kurz sieben neue fossile Comatulen aus Süd-England und bespricht den eigenthümlichen Bau des Centrodorsalstückes bei Glenotremites paradoxus Goldf . Oehlert, D., Descr. de deux nouveaux genres de Crinoides etc. in: Bull. Soc. geol. France. T. 7. p. 6—11. Oehlert stellt 2 neue Gattungen fossiler Crinoideen auf : Thylacocrivus nov. gen. »CaljT: amplus , globosus , saociformis , assulis plurimis compositus ; assulae basa- 284 ^- Echinodermata. les quinque parvae , regulariter pentagonae ; parabasales quinque hexagonae ; ra- diales 3X5, addita una anali ; interradiales numerosae; brachia 24 gracilia, longissima, assulae fornicis ad brachia ascendentes«. Die neue Gattung gehört zu den Cyathocrinen. Die einzige Art benennt Oehlert Th. Vanmoti (p. 7—8. PI. I. ; PI. IL , Fig. 1). Clonocrintis nov. gen. wCalyx cupuliformis , assulis parvis ornatisque composi- tus ; assulae basales ignotae ; parabasales nullae ; radiales 3X5; brachiales (2 + 2) X 5 ; suprabrachiales (3 -j- 3) X lü ; brachiorum species duae : alterae simplices , pinnulas gereutes ; alterae caule gemino compositae, ramos pinnigeros gignentes«. Zu dieser neuen Gattung will er auch Melocrinus spectabilis Angelin ziehen. Die einzige Art ist Clonocrinus Bigsbyi (p. 9 — 10. PI. II. Fig. 2 — 4). Beyrich, E., Über Poroa-imis radiatus. in: Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde. Berlin, 1879. Nr. 4. p. 60—63. Beyrich beschreibt ein Exemplar einer neuen Art Porocrinus radiatus aus russischen Silurschichten und vergleicht dasselbe mit der B i 1 1 i n g s ' sehen Species P. conicus. Beyi'ich bezeichnet die Gattung Porocrinus, im Allgemeinen mit Bil- lings übereinstimmend, als ein Bindeglied zwischen Cystideen und Crinoideen. Neu ist bei Beyrich, dass jedes Porenfeld von Porocriims eigentlich aus einer Gruppe von drei Porenrauten besteht. Die einzelnen Porenrauten unterscheiden sich in ihrem Baue nicht von denjenigen gewöhnlicher Cystideen. Holzschnitt p. 62. Besonders characteristisch für die neue Art ist die wohl entwickelte Radial- sculptur der Kelchglieder. Bölsche, W., Beitr. zur Palaeontologie der Juraformation etc. 1. Th. (Osnabrück. Naturwiss. Ver.) p. 41. Bölsche beschreibt ein Exemplar von Pentacrinus Quenstedti Oppel. Eck, H, Über einige Triasversteinerungen, in: Zeitsch. d. deutsch, geol. Ges. 31. Bd. p. 254. Eck bespricht die Beziehungen der Encrinus-Arten des Muschelkalkes zu ein- ander ; insbesondere werden E. lilUformis , E. Brahli und E. Camalli berück- sichtigt. Koenen,A. V., Die Kulmfauna vonHcrborn. in: Neu. Jahrb. f. Mineral., Geol. etc. p.309 — 345. K e n e n beschreibt ein unvollständiges Exemplar von Poieriocrinus regtilaris H. von Meyer (Taf. VII, Fig. 5) von Aprath bei Elberfeld; ferner nach einer größeren Anzahl von Exemplaren vom Weinberge bei Herborn den Lophocrinus speciosus H. v. Meyer (Taf. VII, Fig. 6). Für die Gattung Lophocrinus gibt der Verfasser folgende Diagnose des Kelches : »Kelch subregulär, 5 Basalia, 3 -|- 2 Para- X basalia (Subradialia) , 5 (4 -1- l) X 4 Radialia, 1 ? Interradialia« . White, C. A., Descr. of n. sp. of Invertebrate Fossils etc. in: Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. 1878. P. 1. p. 29—37. White beschreibt drei neue fossile Crinoideen: Platycrinus Boiwevsis n. sp.. verwandt mit PL aequalis Hall und PI. laevis Viller. Fundort : Bono Indiana) . Subcarboniferous Limestone . Scaphiocrinus Gibsoni n . sp . . verwandt mit Sc . aequalis Hall. Fundorte: Crawfordsville (Indiana) und Bono (Indiana). Subcarboniferous Strata. Scaphiocrinus Gurleyi n, sp. Fundort: Crawfordsville (Indiana). Sub- carboniferous Strata. Wachsmuth, Chls. , and Frank Springer, Transition forms of Crinoids etc. in: Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. 1878. P. 2. p. 224—266. Die Verfasser schildern interessante Übergangsformen zwischen den Crinoideen der oberen Burlington- und den Keokuk-Schichten (untere Kohlenformation des Missis- sippithaies) und zwar hauptsächlich aus den Gattungen: Batocrinus Casseday, Ere(- 1. Crinoidea. 2. Asteroidea. 285 mocrinus Lyon ausCasseday, Affaricocn'mis Troo&t, Actinocrinus, Pkti/rrinus Miller, Ichthyocrinus Conrad, Cyathocr'mus Miller, Ollacrinus Cumberlaud und Bort/crim/s. Von Eucladocrhms (Untergattung von Plali/crimis. wird eine Art : Encl. mille- brachiatus ausführlich beschrieben , ebenso die gleichfalls neue Art : Platycriims praenunthts. Die Gattung Ichthyocrinus wird durch die neue Art /. nobiUs und die Gattung Cyathocrinus durch die beiden neuen Arten C. harydactylus und C. Gilesii bereichert; auch diese neuen Arten werden ausführlicli beschrieben. Aus der Gattung Ollacrmus erfahren die Ilairschen Arten O. typus und 0. iuberculosus eine genaue Schilderung. Schmidt, Fr., Über Cyathocystis rimiünae. in: Neu. Jahrb. f. Mineral., Geol. etc. p. 1001. Nach dem von W. Dames gegebenen Referate (die Orginalabhandlung war dem Referenten nicht zugänglichj ist die neue Gattung Cyathocystis , in welcher zwei Arten C. Plautinae und C. rhizophoi-a unterschieden werden , mit stumpf-pentago- nalem Kelche aufgewachsen. Auf diesem aus einem Stücke bestehenden Kelche ist ein Deckel befindlich, welcher aus fünf Ambulacralstrahlen (jeder von diesen aus zwei alternirendeu Plättchenreihen bestehend; und aus fünf Interambulacralplatten besteht, welche mit den ersteren alternirend gestellt sind und nur aus einem ein- zigen dreieckigen Stück bestehen. Im Centrum des Deckels sind fünf unregel- mäßig-pentagonale Plättchen den Spitzen der Interambulacraltafeln aufgesetzt, welche in der Mitte unregelmäßig zusammenschließen. Der Rand des Deckels be- steht aus einer continuirlichen Reihe von Marginalplättchen. Auf einer Inter- ambulacralplatte erhebt sich die wohl bekannte fünfplattige Pyramide der Cystideen. Von regelmäßigen Poren ist nichts wahrnehmbar. Die Oberfläche der einzelnen Plättchen ist fein gekörnelt. Auch eine innere Doppelreihe von Plättchen ist wahr- scheinlich vorhanden. — Auffallend ist , dass manchmal mehrere Kelche anein- andergewachsen sind. Cyathocystis gehört zu den Edrioasterideu [Agehcrinus, Edrioaster, Hemicystis und Cystastes) . Sladen, W. Percy, On Lepidodiscus Lehourii etc. in : Quart. Journ. Geol. Sog. London. 35. Vol. p. 744—751. Auf Grund einer genauen Untersuchung des von Lebour (Ann. Soc. Geol. de Belg. T. m. p. 21 j als identisch mit Lepidodiscus squamosus Meek & Worthen be- trachteten Exemplares begründet Verfasser die neue Art L. Lebouri und gibt von derselben eine ausführliche Beschreibung. Das Exemplar stammt aus der unteren Kohlenformation Northumberlands. Der Verfasser gibt schließlich eine Übersicht über die bis jetzt bekannten Agelacrinitidae , wozu er die Gattungen Agelacrinns Vanuxem (5 -}- 2 ? Arten) , Lepidodiscus Meek & Worthen (4 Arten) und Hemi- cystites Hall (4 -f- 1 ? Arten) rechnet. 2. Asteroidea. Greeff, Rieh., Über den Bau der Echiuren. in; Sitzungsber. d. Marburg. Ges. Nr. 4. p. 4L Es werden die Athraungsorgane der Asterien vorübergehend besprochen ; be- merkenswerth ist, dass dabei die von demselben Autor früher beschriebene »Kieme« (die in Wirklichkeit das von Tiedemann beschriebene Herz ist) , nicht mehr als Respirationsorgan aufgeführt wird. Haacke, W., Über eine Abnormität am Darme von Asteracanthion rubens. in: Zool. Anz. Nr. 44. p. 641. Die radiären Blindsäcke eines Asteracanthion rubens fanden 'sich in vier Armen normal entwickelt, im fünften Arme aber fehlten ihnen die leberartigen Anhänge fast vollständig. Viguier, C, Anatomie comparee du squelette des Stellerides, in: Arch. Zool. experim. T. 7. Nr. 1 u. 2. p. 32—250. 286 D. Echinodermata. In dieser sich eng an die Arbeiten E. Perrier's anschließenden Abhandlung werden die Skelettheile der Asterien einer genauen Schilderung unterworfen und dabei ein besonderes Gewicht auf die Skelettheile der Mundumranduug , nament- lich auch im Hinblick auf die S3'stematik, gelegt. Zur Isolirung der Skelettheile wurde Ätzkali angewandt. Nach einer längeren historischen Einleitung folgt eine allgemeine Schilderung der Skelettheile. Zunächst wird der bekannte histiologische Bau der Skelettheile besprochen, da- bei wird erwähnt, dass auch im Grunde der Tentakelrinnen, entlang dem Nerven, sich bei einigen Gattungen Kalkkörperchen finden. Die Ambulacralstücke und Adambulacralstücke werden nach ihrer typischen Form und Verbindungsweise ausführlich geschildert. An jedem Segmente des am- bulacralen Skeletsystemes unterscheidet V. zehn Muskeln : 1) vier verticale Muskeln, zwei jederseits zur Verbindung der Ambulacralstücke mit den Adambulacralstücken. 2) vier longitudiuale Muskeln, zwei jederseits, ein oberer zwischen den Ambula- cralstückeu und ein unterer zwischen den Adambulacralstücken. 3) zwei transversale Muskeln, ein oberer und ein unterer zur Verbindung der beiden Ambulacralstücke desselben Paares. Die Function dieser Muskelgruppen wird eingehend geschildert. Bezüglich der Ocellarplatte des Armes werden die bekannten Thatsachen zu- sammengestellt und constatirt , dass diesem Skeletstücke keine größere systema- tische Bedeutung zukommt. Auch über die Madreporenplatte und ihre Function wird eine Zusammen- stellung der älteren Angaben gegeben. Nach dem Vorgange Jourdain's nennt er den Steincanal »tube ou canal hydrophore«. Die Angaben v. Siebold's über den Bau des Steincanals scheinen dem Verf. nicht bekannt geworden zu sein. Interessant ist die Angabe , dass bei HeUaster die Madreporenplatte sich aus einer größeren Anzahl einzelner Stücke zusammensetzt. Bei Asterien mit mehrfachen Madre- porenplatten fand Verfasser stets jeder Platte entsprechend nur einen Steincanal. (A. Giard hatte einen Fall hQiAsierias mbens beschrieben, in dem zu einer aller- dings aus zwei dicht mit einander vereinten Madreporenplatte zwei Steincanäle gingen) . Die Form der Madreporenplatte ist von nur geringem Werthe für die Classification. — Bezüglich der Pedicellarien verweist Verf. auf die Arbeiten Perrier's. Bei der Beschreibung der Füßchen wird das Vorkommen von Kalkrosetten in zwei verschiedenen Hauptformen erwähnt: Die eine Form findet sich bei Ophidiaster und Linckia, die andere bei Peniaceros und Culcita. Die systematische Bedeutung derselben ist aber eine geringe. — Das System der interbrachialen Skeletstücke (interbrachial partition A. Agassiz) hält Verf. für eine besondere Gruppe von Skeletstücken , die bei den »adambula- cralen Asterien« des Verfassers nicht ohne Weiteres als eine Fortsetzung des Skeletes der Arme betrachtet werden können , wohl aber bei den »ambulacralen Asterien«. Die interbrachialen Skeletsysteme lassen sich nach Vorkommen, Form, Zusammensetzung systematisch verwerthen. — Beschreibung des Mundskeletes. An Pentaceros turritus als Paradigma für die Abtheilung der »adambulacralen Asterien« wird der Bau des Mundskeletes aus- führlich erläutert, nicht nur die Anordnung der Skeletstücken, sondern auch die- jenige der Muskeln. Mit dem Namen Odontophore wird die erste intermediäre Skeletplatte belegt und ihr eine ganz besondere Bedeutung für die Systematik zu- geschrieben (sie ist identisch mit der »basal plate of the interbrachial partition« A. Agassiz's). 2. Asteroldea. 287 Als Paradigma für die »ainbulacralen Asterien« dient Astenas glacialis. Das Mimd- skelet dieser Form wird gleichfalls geuaii beschrieben und mit dem der vorigen ver- glichen, wobei sich herausstellt, dass dieselben Theile hier, wenn auch in modifi- cirter Gestalt, wiederkehren ; sodass das Mundskelet aller Asterien sieh auf einen einheitlichen Plan zurückführen lässt. V. versucht das Mundskelet auf das Arm- skelet zurückzuführen und nimmt zu diesem Zwecke au, dass je einem Arme entspre- chend vier Paare von Skeletstücken in das Mundskelet eingehen : zwei ambulacrale und zwei adambulacrale ; dagegen sollen einzelne Muskelgruppen des Mundskeletes ohne Homologen im Armskelete sein. Welche Theile des Mundskeletes aber im Einzelnen auf die angenommenen vier Paare von Skeletstücken des Armes zu- rückgeführt werden können, vermag V. nicht mit Bestimmtheit nachzuweisen. — Die ambulacralen und adambulacralen Stücke , welche in das Mundskelet ein- treten, sind so angeordnet, dass bald die ersteren nach dem Centrum des Mundes weiter vorspringen, bald die letzteren. Die Asterien , welche das erstere Ver- halten zeigen , nennt Verf. Asteries, dont la bouche est formee k type ambula- craire, oder einfach Astdries ambulacraires, und diejenigen, deren Mundskelet das letzterwähnte Verhalten zeigt, Asteries , dont la bouche est formee ä type adam- bulacraire, oder einfach Astt^ries adambulacraires. Diese beiden Gruppen fallen zusammen mit den beiden Hauptgruppen Perrier's. Mit besonderer Verwerthung des Mundskeletes, insbesondere der Form des Odontophors , der «Zähne« und des dorsalen Skeletes wird ein neues System der Asterien aufgestellt, das im Großen und Ganzen mit demjenigen Perrier's über- einstimmt, wenn auch im Einzelnen manche Abweichungen vorhanden sind, ins- besondere werden die Guniasteridae anders abgegrenzt als von Perrier. Im Folgenden ist ein Auszug des Systems des Verf. gegeben : Classe der Stellerides. Premiere sous-classe. — Asteries ambula- craires. Bouche du type ambulacraire. — Pedicellaires pedoncules droits ou croi- sds. Ambulacres le plus ordinairement quadriseries. I. Odontophore simple, ambulacres quadriseries. Fam. I. Asteriadae. Insbeson- dere nach der Gestaltung des dorsalen Skeletes werden fünf Gattungen unterschie- den : Asterias L. , Aiiastcrias Perrier, Stichaster M. &. Tr. , Calvasterias Perrier, Pycnopodia Stimpson. II. Odontophore resultant de la coalescence de deux pieces : A. Ambulacres quadriseries. Fam. II. Heliasteridae ; umfasst nur die Gattung Heliaster Gray. B. Ambulacres biserids. Fam. III. Brisingidae umfasst die drei Gattungen LabidiasterlAM^QVi., Brisinga Sars, Pedicellaster Sars. (Bei Brisinga wird Sars als Autor der Gattung angeführt, unrichtig!) Deuxieme sous-classe. — Asteries adambulacraires. Bouche du type adambulacraire. — Pedicellaires sessiles, en pince ou valvulaires — Ambulacres presque toujours biserids. I. Squelette dorsal forme de pieces reticulees , minces , ötroites et imbriquöes, et laissant entre elles des mailles au moins aussi grandes que les ossicules consti- tutifs du reseau ; pas de soutiens ambulaöraires. Fam. IV. Echinasteridae wird nach der Form der Zähne, des Odontophors etc. in 4 Tribus getheilt. Tr. 1. Echinasterinae (Gattungen: EcJmiaster 'Hi.. & Tr., Cn'Äre/fe Agassiz) . » 2 . Mithrodinae [Mithrodia Gray) . » 3. Valvasterinae Vahaster Perrier). » 4. Solasterinae [Solaster Forbes und Acanthaster Gervais). II. Squelette formd d'ossicules arrondis ou quadrangulaires , disposes en s^ries longitudinales, ou moins sur la face ventrale ; des soutiens ambulacraires. Fam. V, 288 T^- Echinodermata. Lincliiadae iimfasst zwei Gruppen , deren erste von Linckia Nardo und Chaetaster M. &Tr., deren zweite von Op/n'ch'asier Agsi^s. und ^cy/'asto- Ltitken gebildet wird. III. Dents aigues; bouche presque fermee , pas de soutiens ambulacraires, squelette forme , an moins sur la face ventrale , d'ossicules disposes de maniere ä constituer une sorte de pavage ; des plaques marginales generalement bien distinc- tes. Farn. A^I. Goniasteridae. A. Odontophore mince et sans apopliyses bien döveloppees, pas de systemes interbrachiaux ; pas de spicules dans les ambulacres. Trib. 1. Pentagonasterina e. Gattungen: Fromia Gray, Metrodira (jV2iY , Ferdina Gray , Pe nta ff o7ia s ter hinck, Hijipastei'ia Gray. B. Odontophore massif ä apopliyses tres-developpees ; des systemes inter- brachiaux , variables de forme , mais constants ; des rosettes de spicules dans les ambulacres. Tr. 2. Goniasterinae. Gattungen: Anthenea Gray, Conms^e;- Agass. (Perrierj , Gon?W/wMs Müll. & Trosch. Nectria (jVSiy , Axterodiscus Gray , Culcita Agass. , Choriaster Lütken, Nidorellia Gray, Pentaceros Linck, Gymnasteria Gray. IV. Dents grosses et arrondies, bouche largement ouverte ; odontophore massif ä apophyses peu developpees ; des systemes interbrachiaux variables de forme ; pas de soutiens ambulacraires ; pas de spicules dans les ambulacres ; ossicules du squelette imbriques, arrondis ou disjoints. Farn. VII. Asterinidae. A. Plaques marginales plus petites que les autres , ou tont au plus egales. Gattungen : Patiria Gray , Asterina Nardo , Palmipes Linck, Disasterijia Perrier. B. Corps borde d'une double rangee de plaques marginales , plus grandes que toutes les plaques dorsales et ventrales : Gattungen : Astempsis Müll. & Trosch. Dermasterias Perrier, Porania Gray, Ganer ia Gray. V. Revetement dermique Supporte par des piquants rayonnants autour d'ossi- cules saillants du squelette. Farn. VIU. Pterasteridae . Gattung : Ptera&ter. VI. Dents saillantes ä la surface ventrale, bouche largement ouverte, pas de systemes interbrachiaux ; des soutiens ambulacraires ; point d'anus ; plaque ocel- laire tres - developpee ; ambulacres coniques , squelette dorsal forme d'ossicules surölev^s, sans disposition completement reguliere. Fam. IX. Astropectinidae. Gat- tungen : Ctenodiscus Müll. & Trosch. Luidia Forbes, Astropecten Linck. VU. Dents triangulaires, pointues ne faisant pas saillie ä la surface ventrale et fermant presque completement la bouche ; des systemes interbrachiaux ; pas de soutiens ambulacraires; un anus; plaque ocellaire petite ; ambulacres munis de ventouses ; squelette dorsal forme d'ossicules sur^levesä disposition tres-röguliere ; des plaques marginales dorsales et ventrales , ces dernieres constituant toute la face ventrale. Fam. X. Archasteridae . Gattung: Archaster IslüW. & Trosch. Verf. versucht das Mundskelet der Asterien mit demjenigen anderer Echino- dermen zu vergleichen und bespricht zunächst das Mundskelet der Opliiuriden, an der Hand von Abbildungen des Mundskeletes von Astrophyton , Ophioderma und Ophiocoma . Die peristoraalen Platten (Joh. Müller) der Ophiuriden werden vom Verf. dem Odontophor der Asterien gleichgestellt. Bei den Echiniden meint Verf., man könne vielleicht den Zahn derselben rflit dem Odontophor der Asterien homologi- siren. — Verf. hebt hervor , dass D u v e r n o y schon lange vor H ä c k e 1 im Jahre 1837 die Seesterne als Thierstöcke aufgefasst hat. Verf. bespricht dann kurz die Hack el- sche Wurmtheorie der Echinodermen und bringt namentlich zwei Gründe gegen Häckel vor : Ij Bei keiner Asterie gibt es une segmentation reguliere du squelette gen^ral, correspondant ä celle des series ambulacraires et adambulacraires. 2. Asteroidea. 289 2) Les coecums radiaux n'out pas leuvs divisions correspondantes aux segments du Corps, comme on le voit toujours cliez l'Annele. — In dem speciellen Theile wird eine detaillirte Beschreibung des Skeletes der einzelnen Familien in der Reihenfolge des von dem Verf. aufgestellten Systems gegeben. Das folgende Verzeichnis führt die Formen auf, deren Skelet von dem Verf. untersucht und ausführlich geschildert worden ist : Asterias glucialis ; SticJiastrr aurantiacus ; Pycnopodia helianthoides ; Heliaster Iielian- i/iiis, H. Kxbeiiiji, H . vncrobrachia ; Echinasfer sepositus, C)-ibrella oculata ; Mithro- dia clavigera \ Vahaster striatus \ Solaster papposus, S. endecu \ Acanthaster echinites., Lt7ickia miliaris , L. diplax ] CJiaetaster longipes :, Ophidiaster pyramidatus, O. ophi- dianus, O. Gcrmani., Scytaster Novae Caledoniae; Fromia milleporella \ Melrodira subtilata ; Ferdina ßavescens ; Petita gonaster astrologorum ; Hippasteria plana ; Anthe- nra articulata ; Goniaster obtusangulus ; Goniodisüiis Sebae ; Asterodiscus elegans ; Cul- rita Schmideliana ; Nidorellia armata ; Pentaceros reticulatus , P. muricatus ; Gym- nasteria carinifera ; Aster i7ia gibbosa, A. calcar ; Palmipes inßatus, P. menihranaceus ; Asteropsis i^ernicina ; Dermasterias imbrica(a; Porania jmlvillus; Ctenodiscus cornicu- latns] Luidia clathrata; Astropecten aurantiacus; Archaster typicus^ A. angulatiis. Archaster vexillifer Wyv. Thomson ist nach V. ein Astropecten. Ludwig , H. , Das Mundskelet der Asterien und Ophiuren. in : Zeitschr. f. wiss. Zool. 32. Bd, p. 072. L. opponirt gegen die von Viguier , Squelette des Stellerides, vorgetragene morphologische Deutung des peristomalen Skeletes der Asterien und setzt seine schon früher publicirten Ansichten noch einmal ausführlicher auseinander. Fol, Hnn., Recherches sur la Fecondation etc. in: Mem. Soc. Phys. Geneve. T. 26. Asterias glacialis ist nach Fol bei Messina gemein und es wurden geschlechts- reife Individuen vom Herbste bis zum Frühling gefunden (im Sommer wurden keine Untersuchungen angestellt) . Eibildung, Reifung des Eies, Befruchtung, erste Furchungsstadien werden aus- führlich beschrieben. Greeff, llich., Über den Bau und die Entwicklung der Echinodermen. 6. Mittheilung, in: Sitzungsber. d. Marburg. Ges. Nr. 4. p. 47 — 54. Greeff behandelt die Entwicklung von Asterias rubens. Die Umbildung des Keimfleckes und des Keimbläschens , sowie die Bildung der Richtungskörperchen wurden in ihren einzelnen Stadien genau beobachtet. Dann treten zwei Strahlen- figuren auf, deren Centra sich schließlich miteinander vereinigen , in ähnlicher Weise wie 0. Hertwig die Vereinigung des »Spermakerns« mit dem »Eikern« be- schrieben hat. Dabei ist bemerkenswerth, dass Greeff glaubt, die von ihm unter- suchten Eier seien sicher unbefruchtet gewesen. Ob man es hier wirklich mit einer parthenogenetischen Entwicklung zu thun hat , wird zwar wahrscheinlich gemacht, jedoch noch nicht über allen Zweifel erhoben. Die Ablösung der Mesoderm- Zellen von der Innenseite der Keimblase beginnt noch vor der Bildung der Entoderm - Einstülpung und findet an jeder Stelle der Innenseite der Ectoderm-Blase statt. Nach der Bildung der Einstülpung entstehen wie es scheint die Mesoderm -Zellen sowohl vom Ectoderm, als auch vom Ento- derm. Bezüglich des Kalkskeletes constatirt Greeff, dass dasselbe einzig und allein im Mesoderm entsteht. Die Angaben von Greeff über die Bildung des Mesoderms werden von Selenka ^Zeitschr. f. wiss. Zool. 33. Bd. l.Hft. p. 47) auf pathologische Vor- gänge zurückgeführt. Giebel, G.G., (Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss. 52. Bd. p. 471). — Ausführliche Beschrei- bung von Guniodiscus granulifer n. sp, ; Fundort?; verwandt mit G. conifer'Slohms,. Zoolog. Jahresbericht 1S79. 19 290 I^- Echinodermata. Von Sladen (On the Asteroidea etc. of tlie Korean Sea. in: Journ. Linn. Soc. London, Zool. Vol. 11. p. 424) wird eine neue Art ^s^/-o/»ec/en/bnHo*Ms, Korea, W. Küste von Nipon, und eine migratum benannte Varietät von Aüeracanthion ruhens (p. 432) beschrieben. Smith, E. A., Echinodermata of Kerguelens Land : in: Philo s. Transact. Vol. 168. Nach Smith sind Asterias meridtonalis und A. Pennen sechsarmig. Bei jungen Thieren von A. Perrieri sind nur zwei Füßchenreihen vorhanden statt der spä- teren vier. Die Diagnose des neuen von Smith aufgestellten Genus Lep top tyc haster lautet : »Discus quinque-radiatus, depressus ; radii modiee longi ; superficies dorsalis fasciculis spinularum minutarum pedunculatis confertim obsita ; radii serie unica laterali tessellarum tenuium transversarum lamelliformium usque ad ambulacra vix productarum muniti, serieque altera fasciculorum spinarum minutarum (fas- ciculis unicis cum tesselis ordinate dispositis) inter tessellas et ambulacra inter- posita; tessella madreporiformis super marginem in angulo interradiali locata.« Die neue Gattung ist verwandt mit Luidia. Leptoptychaster kerguelenensis Smith = Archaster excavatus W. Thomson. V er rill (Amer. Jour. Sc. Silliman , Vol. 17. p. 473) gibt die Diagnose einer neuen Art, Solaster Earllii, Ostküste von Nordamerica, 200 — 250 Faden. Derselbe Forscher (Proc. U. S. Nat. Mus. p. 201) stellt ein neues Genus Tremaster auf ; Diagnose : »Body thin, pentagonal, the rays united by a thin interradial web extending to their tips. Five interradial openings, situated toward the center of the disk, pass directly through to the lower side , where they open at the aboral side of the jaw plates. Ambulacral grooves wide toward the mouth. Suckers in four rows. Upper surface covered with imbricated flat plates, which may bear granulös and marginal spinules. Lower surface with small imbedded plates bearing spines«. Er beschreibt 2 neue Arten : Tremaster mirabilis, die 3 Exemplare stammen aus Tiefen von 150, 220 und 250 Faden, und Porania spinulosa aus Tiefen von 80, 130, 150 Faden. Auch neue FnndortQ von Archaster tenuispiims Duh.& Kor. Eck, H., Über einige Triasversteinerungen, in: Zeitschr. d. deutschen geolog. Ges. 31. Bd. p. 263—267. E. beschreibt aus dem oberen Muschelkalke (Eisenach) eine neue Art : Tri- chasteropsis Senfti. Die Beschreibung beschränkt sich auf das vorliegende eine Ex., das von der Rückenseite beobachtet werden konnte ; dazu Taf. IV. Fig. 4. Auf p. 265 — 266 gibt der Verfasser eine Zusammenstellung der übrigen bis jetzt aus dem Muschelkalke bekannten Asterien mit Angabe der Litteratur ; aus dem un- teren Muschelkalke : 1) Pleuraster Chopi Eck, 2) Asterias sp. 3) Asterias sp., aus dem oberen Muschelkalke: 1) Trichasteropsis cilicia Quenst. 2) Asterias sp. Von Trichasteropsis cilicia Quenst. werden Fig. 3, 3 a — d, Taf. IV gute Abbil- dungen gegeben, namentlich der Bauchseite. Zittel (Handb. d. Palaeontol. 1. Bd. 3. Lief.) gibt eine Zusammenstellung der in Bezug der fossilen Seesterne bekannten Thatsachen. Ebenso wie Claus (Grundzüge d. Zool.) adoptirt er für die Seesterne im Gegensatze zu den Ophiuriden die Bezeichnung Stellcridae und theilt dieselben weiter ein in die Encrinasteriae Bronn und die Astcriae verae Bronn. Nach Montaugö (Actes Soc. Linn. Bordeaux, Vol. 32, p. 229) ist Asterias rubem einer der gefährlichsten Feinde der Austern und Miesmuscheln. Auf der Insel 01<^ron wird Asterias ruhens als Düngmittel benutzt. 3. Ophiuroidea. 291 3. Ophiuroidea. Ludwig, H., Notiz über Trlchaster ehgans. in: Zool. Anz. Nr. 18. p. 18 — 20. Auf Grund einer Vergleichung der von dem Verfasser aufgestellten neuen Species Tr. elegans mit einem Exemplar von Tr. palmifertis L. Agassiz wird der von Th. Lyman brieflich geäußerte Zweifel an der Selbständigkeit jener neuen Art zurückgewiesen. Was Müller und T r o s c he 1 bei Tr. palmiferus als paarige Mundschilder beschrieben, sind die dritten Adambulacralplatten, während das bisher unbekannte wirkliche Mundschild von Tr. zwar rudimentär, jedoch wie bei allen Ophiuren unpaarig ist. Bei Trlchaster betheiligen sich ähnlich wie unter den Asterien bei Brismga nur drei ambulacrale Skeletsegmente am Aufbau der Scheibe ; woraus jedoch auf eine engere verwandtschaftliche Beziehung der Brisinga zu Tr. nicht geschlossen werden kann. Dieselben Angaben werden wieder- holt in Zeitschr. f. wiss. Zool. 32. Bd. p. 683. Ludwig, H., Das Mundskelet der Asterien und Ophiuren. in: Zeitschr. f. wiss. Zool. 32. Bd. p. ÜT2— 688. L. erklärt die Mundschilder de